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DE3908052A1 - Verfahren und vorrichtung zur behandlung von abgasen unter oxidation von schadstoffen - Google Patents

Verfahren und vorrichtung zur behandlung von abgasen unter oxidation von schadstoffen

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DE3908052A1 DE19893908052 DE3908052A DE3908052A1 DE 3908052 A1 DE3908052 A1 DE 3908052A1 DE 19893908052 DE19893908052 DE 19893908052 DE 3908052 A DE3908052 A DE 3908052A DE 3908052 A1 DE3908052 A1 DE 3908052A1
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    • B01D53/34Chemical or biological purification of waste gases
    • B01D53/46Removing components of defined structure
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Behandlung von Abgasen unter Oxidation von Schadstoffen, insbesondere zur Abscheidung von NOx.
Bei der Verbrennung unter Einsatz von Luft entstehen Abgase, die neben den üblichen Verbrennungsprodukten auch noch Schadstoffe enthalten. Einer dieser Schadstoffe ist das Ge­ misch aus Stickstoffoxiden, abgekürzt als NOx wiedergegeben. Dieses Gemisch besteht im allgemeinen zu 95% aus NO, der Rest ist NO2. NO ist wasserunlöslich, seine Entfernung aus dem Gasstrom macht deshalb Schwierigkeiten.
Die Entfernung geschieht auf chemischem Wege entweder durch Reduktion zu N2 oder Oxidation zu NO2.
Am bekanntesten ist die Reduktion mit Ammoniak, entweder auf nichtkatalytischem Wege bei hohen Temperaturen oberhalb 900 Grad C oder mit Hilfe schwermetallhaltiger Katalysatoren bei Temperaturen um 350 Grad C.
Als Oxidationsmittel in wäßriger Phase ist auch schon Na­ triumchlorit, NaClO2, eingesetzt worden. Durch Natriumchlo­ rit wird NO zu NO2 oxidiert, das in alkalischer Lösung aus dem Gasstrom ausgewaschen werden kann.
Das Arbeiten mit Natriumchlorit in Wäschern macht jedoch Schwierigkeiten. Wichtig ist, daß ein niederer pH-Wert von 1 bis 2 eingehalten wird. Nur bei stark sauren Lösungen ent­ faltet Natriumchlorit seine Wirksamkeit. Dies erfordert eine entsprechende pH-Regelung.
Eine weitere Schwierigkeit ist darin zu sehen, daß der Um­ satz nicht vollständig ist. Werden die Wäscherlösungen in Sprühabsorbern eingedampft und die Salze ausgebracht, so kann es zur Entwicklung von Chlor kommen.
Es besteht deshalb das Bedürfnis, ein Verfahren zur Abschei­ dung von NO aus Abgasen zu haben, das die oben aufgezeigten Nachteile nicht aufweist. Insbesondere ist es interessant, eine NO-Abscheidung zu haben ohne die Abgase auf unterhalb des Taupunktes abzukühlen. Weiterhin ist es von Wichtigkeit, ein Verfahren zu entwickeln, das darauf beruht, daß bereits vorhandene Verfahrenseinrichtungen ohne größere Umbauten in bestehenden Anlagen benützt werden können.
Erfindungsgemäß werden die obigen Zielsetzungen und Aufgaben dadurch gelöst, daß in den Gasstrom zumindest ein Natrium­ salz als Pulver und/oder wäßrige Lösung eingebracht wird, daß das Natriumsalz mit den im Gasraum vorhandenen Säuren oder in den Gasraum zusätzlich zugeführten, nicht oxidier­ baren Säuren unter Bildung freier, oxidierend wirkender Säu­ ren zur Reaktion gebracht wird und die von der freien Säure oxidierten Schadstoffe abgeschieden werden.
Als Natriumsalz, das mit Säuren unter Bildung einer freien oxidierend wirkender Säure zur Reaktion gebracht wird, ist das Natriumsalz der chlorigen Säure, Natriumchlorit, geeig­ net.
Natriumchlorit entfaltet erst in Anwesenheit von Säuren sei­ ne volle Wirksamkeit als Oxidationsmittel. Säuren setzen aus Natriumchlorit die chlorige Säure frei, die unbeständig ist und sehr leicht Sauerstoff für Oxidationen abgibt.
Für die Oxidation von NO mit Natriumchlorit ist es deshalb erforderlich, daß sich Säuren im Gasstrom befinden, die die chlorige Säure freisetzen.
Abgase aus Müllverbrennungsanlagen und Sondermüllverbrenn­ ungsanlagen enthalten erhebliche Mengen an Chlorwasserstoff. Die üblichen Konzentrationen bei Müllverbrennungsanlagen sind 600 bis 1500 mg/m3. Damit liegt das Säureangebot er­ heblich über dem stöchiometrischen Bedarf zur Freisetzung der chlorigen Säure. Hinzu kommt noch, daß sich auch noch Schwefeldioxid im Abgas befindet, dessen Konzentration durchschnittlich 300 mg/m3 beträgt. Es ist also ein mehrfa­ ches an Säureäquivalenten für die Umsetzung mit Natrium­ chlorit vorhanden.
Auch Kraftwerksanlagen enthalten in Form von Schwefeldioxid eine Säurekomponente, die auf Natriumchlorit einwirkt.
Ein weiteres geeignetes Natriumsalz ist Natriumperoxid. Aus Natriumperoxid wird die schwache Säure Wasserstoffperoxid freigesetzt, die zu Wasser und Sauerstoff zerfällt und stark oxidierend wirkt.
Bei der Oxidation von NO entsteht NO2 als gemischtes Anhy­ drit der salpetrigen Säure und Salpetersäure. NO2 ist was­ serlöslich und setzt sich mit alkalisch reagierenden Stoffen zu Nitriten und Nitraten um. Auf diese Weise kann es aus dem Abgas abgeschieden werden.
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird zweckmäßigerweise so vorgegangen, daß nach der Oxidation die oxidierten Schadstoffe mit basischen Stoffen aus dem Gasraum abgeschieden werden.
Eine technisch günstige Möglichkeit der Abscheidung von NO2 besteht darin, das NO2-haltige Abgas zur Abscheidung durch einen alkalisch betriebenen Wäscher zu leiten.
Die Alkalität des Wäschers kann hierbei mit basischen Alka­ liverbindungen oder basischen Erdalkaliverbindungen einge­ stellt werden. Bevorzugte Basen sind Natriumhydroxid, Natri­ umbicarbonat, Calciumhydroxid und Calciumcarbonat.
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform des erfindungsge­ mäßen Verfahrens besteht darin, daß Natriumchlorit in gelö­ ster Form oder als Pulver in den Gasstrom gebracht wird und zur Abscheidung der oxidierten Schadstoffe, insbesondere von NO2, noch basische Stoffe als Lösung, Suspension oder Pulver in das Abgas eingebracht werden, wobei die eingebrachten, nicht umgesetzten basischen Stoffe zusammen mit den neutra­ lisierten oxidierten Schadstoffen in Wäschern oder an E-Fil­ tern oder Gewebefiltern abgeschieden werden.
Diese Ausführungsform besteht darin, daß pulverförmiges oder gelöstes Natriumchlorit in den Gasraum eingebracht wird. Hierbei reagiert es mit den im Gasraum vorhandenen Säuren unter Freisetzung der chlorigen Säure. Dieses vermag dann NO zu NO2 zu oxidieren. Entsprechendes gilt für Na2O2.
Zweckmäßigerweise werden nach der Oxidation die basischen Stoffe in den Gasraum eingebracht. Hierbei wird vorzugsweise mit Calciumhydroxid gearbeitet. Dieses wird in Form von pul­ verförmigem Calciumhydroxid oder auch als sogen. Kalkmilch in den Abgasstrom eingebracht. Bei den im Abgasstrom herr­ schenden hohen Temperaturen von 70 bis 250 Grad C, vorzugs­ weise 130 bis 200 Grad C setzt sich NO2 sehr rasch und vollständig mit den basischen Stoffen zu Calciumnitrit und Calciumnitrat um. Eine sichtbare Abgasfahne entsteht nicht.
Entsprechendes gilt natürlich auch für die Eindosierung von Natronlauge.
Nach der Neutralisation von NO2 durch Basen unter Bildung von Reststoffen können diese dann in Wäschern, da die Nitri­ te und Nitrate wasserlöslich sind, oder die Feststoffe ohne Absenkung der Temperatur an E-Filtern oder Gewebefiltern ab­ geschieden werden.
Eine weitere günstige Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß feinpulvriges Natriumsalz zusammen mit Calciumhydroxid, Calciumcarbonat, Branntkalk, Magnesiumhydroxid, Dolomit und/oder Magnesium­ carbonat in den Gasstrom gebracht und die festen Reaktions­ produkte an E-Filtern oder an Gewebefiltern abgeschieden werden.
Der Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, daß die fein­ pulvrigen Natriumsalze zusammen mit feinpulvrigen basischen Verbindungen unter Verwendung der gleichen Anlagenteile in den Gasstrom gebracht werden. Dort liegen die feinpulvrigen basischen Verbindungen und das feinpulvrige Natriumsalz im Gemenge vor. Die im Gasstrom vorhandene Säure reagiert dann mit beiden Pulvern. Die freigesetzte chlorige Säure oxidiert NO zu NO2, das wiederum sofort mit den basischen Verbindun­ gen reagieren kann.
Die Abscheidung der Feststoffe erfolgt dann zweckmäßiger­ weise an E-Filtern oder an Gewebefiltern.
Es handelt sich hierbei um ein sehr einfaches, apparativ we­ nig aufwendiges Verfahren.
Im Rahmen der Erfindung wird das stöchiometrische Verhält­ nis von Natriumchlorit und/oder Natriumperoxid zu NO von 0,25 bis 10 , vorzugsweise 0,5 bis 5, insbesondere 1 bis 3, gewählt.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann oberhalb 20 Grad C durchgeführt werden, vorzugsweise jedoch oberhalb des Tau­ punktes des eingesetzten Abgases. Unterhalb des Taupunktes kommt es zur Kondensation von Wasser und zur Auswaschung von den Natriumsalzen.
Die bevorzugte Temperatur liegt im Temperaturbereich von 130 bis 250 Grad C.
Es ist jedoch ohne weiteres möglich, die erfindungsgemäßen Natriumsalze auch bei höheren Temperaturen als 250 Grad C einzusetzen, d.h. im Temperaturbereich von 250 bis 1200 Grad zu arbeiten.
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann der Fall eintreten, daß in den Gasen bzw. Abgasen nicht ge­ nügend Säuren vorhanden sind, um aus Natriumchlorit und/oder Natriumperoxid die Säure vollständig auszutreiben. In diesem Fall kann es angebracht sein, den Gasen bzw. Abgasen noch Säuren, insbesondere den nichtoxidierbaren Chlorwasserstoff zuzusetzen.
Die Zugabe von Chlorwasserstoff kann vor oder nach der Ein­ düsung der beschriebenen Natriumsalzen durchgeführt werden.
Ein gewisses Problem des Einsatzes von Natriumchlorit und Natriumperoxid ist die Anwesenheit von Schwefeldioxid. Die starke Oxidationswirkung der freien Säuren führt dazu, daß auch Schwefeldioxid oxidativ zu Schwefeltrioxid umgewandelt wird. Dies bedeutet einen Mehrverbrauch an Natriumchlorit und/oder Natriumperoxid. Dieser Mehrverbrauch kann vermin­ dert werden, wenn bereits in den Feuerraum basisch wirkende Substanzen, vorzugsweise Calciumcarbonat oder Calciumhydro­ xid eingegeben werden. Dies führt zu einer starken Absen­ kung des Schwefeldioxidgehaltes im Abgas.
Die starke Oxidationswirkung der freien chlorigen Säure bzw. von Wasserstoffperoxid kann nun nicht nur zur Oxidation von NO zu NO2 sondern auch zur Oxidation von weiteren Stoffen verwendet werden. Erfindungsgemäß sind dies Schwefeldioxid und unverbrannte organische Stoffe aus den eingesetzten Brennstoffen. Das erfindungsgemäße Verfahren in dieser Aus­ führung beruht darin, daß Natriumchlorit und/oder Natrium­ peroxid in den zu reinigenden Abgasstrom gegeben wird und die Reinigung entsprechend der Verfahrensmerkmale 1 bis 9 erfolgt.
Mit dieser Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens lassen sich besonders hohe Abscheidegrade von Schwefeldioxid erzielen. Es ist bekannt, daß bei Müllverbrennungsanlagen Chlorwasserstoff sehr gut, Schwefeldioxid weniger gut abge­ schieden wird. Durch die Aufoxidation von Schwefeldioxid zu Schwefeltrioxid wird nun die Abscheidung erleichtert. Dies bedeutet, daß höhere Abscheidegrade zu erzielen sind.
Weiterhin enthalten die Abgase noch in geringen Mengen orga­ nische Stoffe, z.B. Formaldehyd, Acetaldehyd, höhere Aldehy­ de, Benzole in vielfältiger Ausführungsform, Aromaten und chlorierte Kohlenwasserstoffe, ebenfalls in zahlreichen Va­ riationen. Diese Substanzen werden durch die freie chlorige Säure und/oder Wasserstoffperoxid im wesentlichen zu Wasser und Kohlendioxid aufoxidiert. Der evtl. entstehende Chlor­ wasserstoff kann dann an den basischen Substanzen oder in basisch betriebenen Wäschern abgeschieden werden.
Weiterhin betrifft die Oxidation nicht nur die organischen Stoffe sondern auch Kohlenmonoxid, das zu Kohlendioxid oxi­ diert werden kann.
An Stelle von Natriumchlorit und Natriumperoxid können auch weitere Salze eingesetzt werden, die bei der Umsetzung mit Säuren im Gasraum oxidierend wirkende Säuren freisetzen, z. B. Natriumhyperchlorit, NaClO, das als wäßrige Lösung ein­ gesetzt wird.
Weiterhin wird ein Abscheider für NOx beansprucht, der durch eine Dosiereinrichtung für feste, gelöste und/oder suspen­ dierte Stoffe, einschließlich eventuell erforderlicher alka­ lisch reagierender Stoffe, eine Mischstrecke zur Durch­ mischung der Festststoffe und des Abgasstromes, einen Re­ aktor, der ein Gemisch aus feinpulvrigem Natriumchlorit und/ oder Natriumperoxid und ggfls. feinpulvrigen basischen Cal­ ciumverbindungen oder auch Magnesiumverbindungen, z.B. Cal­ ciumhydroxid, Calciumcarbonat, Branntkalk, Dolomit und/oder entsprechende Magnesiumverbindungen, als NO2-Fänger enthält, durch das das Abgas geleitet wird und einen Abscheider für NO2 und die evtl. nicht umgesetzten basischen Verbindungen und die evtl. entstandenen Neutralisierungsprodukte, ausge­ bildet als E-Filter oder Gewebefilter oder einen alkalisch betriebenen Wäscher als NO2-Fänger, gekennzeichnet ist.
Die Dosiereinrichtung besteht z.B. aus einer pneumatischen Fördereinrichtung oder Dosierschnecken und ggfls. aus einer Sprühvorrichtung für Lösungen.
Die Mischstrecke kann die Rohrleitung sein, in der sich das Abgas befindet oder auch ein mit Umlenkeinrichtungen ver­ sehener Reaktor. Der eigentliche Reaktor hat die Aufgabe, die Feststoffe und die Gase möglichst intensiv zu durchmi­ schen und für die entsprechende Verweilzeit zu sorgen. Durch diesen Reaktor werden die Natriumsalze und die evtl. zuge­ setzten alkalischen Substanzen und das Gas hindurchgeführt. Die Abscheidung des gebildeten NO2 erfolgt dann entweder in einem alkalisch betriebenen Wäscher oder bei Zusatz von ba­ sischen Verbindungen als Feststoffe an Gewebefiltern oder an E-Filtern.
Weiterhin ist es auch möglich, das gebildete NO2 in Schütt­ schichtfiltern aus basischem Material oder an Feststoff­ schichten aus basischem Material abzuscheiden.
Mit diesem Verfahren können neben Abgasen aus Abfallver­ brennungsanlagen und Kraftwerken auch Gase und Abgase aus industriellen Prozessen, z.B. Verhüttungs- und Sinterprozes­ sen behandelt werden. Bei entsprechend hohen Temperaturen kann auch ohne Zusatz von Säure gearbeitet werden.
Beispiele: Beispiel 1
10 g Ca(ClH)2 wurden mit 0,53 g feingepulvertem NaClO2 5 Minuten in einer Messermühle gemischt.
Über 250 mg dieses Pulvers wurden bei 170 bis 210 Grad C im Verlauf von 8 Minuten 14 l eines Gases folgender Zu­ sammensetzung geleitet:
  • - Stickstoff 100 Vol.-%
  • - Stickstoffmonoxid 0,440 mg/ l
  • - Feuchte 264 mg/l
  • - Chlorwasserstoff 22 mg/l
58% des eingeleiteten NO′s konnten zu NO2 oxidiert und mit Ca(OH)2 aus dem Gasstrom abgeschieden werden.
NaClO2 wurde in 1,4fach stöchiometrischer Menge eingesetzt.
Beispiel 2:
Über 261 mg eines Gemisches aus Ca(OH)2 und NaClO2 (Anteil NaClO2 4,5 Gew.-%) wurden bei 110 bis 196 Grad C (mittlere Temperatur 171 Grad C) im Verlauf von 10 Minuten 28 l eines Gases folgender Zusammensetzung geleitet:
  • - Stickstoff 100 Vol.-%
  • - Stickatoffmonoxid 0,8 mg/l
  • - Feuchte 189 mg/l
  • - Chlorwasserstoff 15,8 mg/l
23% des eingeleiteten NO′s konnten zu NO2 oxidiert und mit Ca(OH)2 aus dem Gasstrom abgeschieden werden.
NaClO2 wurde in 0,55-fach stöchiometrischer Menge umgesetzt.
Beispiel 3:
Über 273 mg eines Gemisches aus Ca(OH)2 und NaClO2 (Anteil NaClO2 8,6%) wurden bei 105 bis 206 Grad C (mittlere Tem­ peratur 177 Grad C) im Verlauf von 10 Minuten 16 l eines Gases folgender Zusammensetzung geleitet:
  • - Stickstoff 100 Vol.-%
  • - Stickstoffmonoxid 0,8 mg/l
  • - Feuchte 319 mg/l
  • - Chlorwasseratoff 26,8 mg/l
63,8% des eingeleiteten NO′s konnten zu NO2 oxidiert und mit Ca(OH)2 aus dem Gasstrom abgeschieden werden.
NaClO2 wurde in 1,25-fach stöchiometrischer Menge einge­ setzt.

Claims (11)

1. Verfahren zur Behandlung von Abgasen, bei dem Schadstof­ fe einer Oxidation unterzogen und die Oxidationsprodukte ab­ geschieden werden, insbesondere zur Abscheidung von NOx, da­ durch gekennzeichnet, daß in den Gasstrom zumindest ein Na­ triumsalz als Pulver und/oder wäßrige Lösung eingebracht wird, daß das Natriumsalz mit im Gasraum vorhandenen Säuren oder in den Gasraum zusätzlich zugeführten nicht oxidierba­ ren Säuren unter Bildung freier, oxidierend wirkender Säuren zur Reaktion gebracht wird und die von der freien Säure oxi­ dierten Schadstoffe abgeschieden werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die oxidierten Schadstoffe mit basischen Stoffen aus dem Gasraum abgeschieden werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Abgas zur Abscheidung der Schadstoffe durch einen alkalisch betriebenen Wäscher geleitet wird.
4. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß die Natriumsalze in gelöster Form oder als Pulver in den Gasstrom gebracht werden und zur Abschei­ dung der oxidierten Schadstoffe noch basische Stoffe als Lö­ sung, Suspension oder Pulver in das Abgas eingebracht wer­ den, wobei die eingebrachten, nicht umgesetzten basischen Stoffe zusammen mit den neutralisierten oxidierten Schad­ stoffen in Wäschern oder an E-Filtern oder Gewebe-Filtern abgeschieden werden.
5. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß feinpulvriges Natriumsalz zusammen mit Calciumhydroxid, Calciumcarbonat, Branntkalk, Magnesiumhy­ droxid, Dolomit und/oder Magnesiumcarbonat in den Gasstrom gebracht und die festen Reaktionsprodukte an E-Filtern oder an Gewebefiltern abgeschieden werden.
6. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß das Natriumsalz einer oxidierend wirken­ den Säure Natriumchlorit und/oder Natriumperoxid eingesetzt wird.
7. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß Natriumchlorit und/oder Natriumperoxid in einer solchen Menge eingesetzt wird, daß das stöchiome­ trische Verhältnis von Natriumchlorit oder Natriumperoxid zu NO 0,25 bis 10, vorzugsweise 0,5 bis 1, insbesondere 1 bis 3, beträgt.
8. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung der Abgasströme mit Na­ triumchlorit und/oder Natriumperoxid oberhalb 20 Grad, vor­ zugsweise oberhalb des Taupunktes des Abgases, insbesondere bei 130 bis 250 Grad C, durchgeführt wird.
9. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erhöhung der Oxidationswirkung des Natriumchlorits nichtoxidierbare Säuren, insbesondere Chlor­ wasserstoff, in den Abgasstrom gegeben werden.
10. Verfahren zur Reinigung von Abgasen von NOx, SOx und/ oder organischen Stoffen, dadurch gekennzeichnet, daß Na­ triumchlorit und/oder Natriumperoxid in den zu reinigenden Abgasstrom gegeben wird und die Reinigung entsprechend den Verfahrensmerkmalen 1 bis 9 erfolgt.
11. Abscheider für NOx, gekennzeichnet durch eine Dosierein­ richtung für feste, gelöste und/oder suspendierte Stoffe, einschließlich eventuell erforderlicher alkalisch reagieren­ der Stoffe, eine Mischstrecke, einen Reaktor für die Oxida­ tion von Stickstoffmonoxid, der ein Gemisch aus feinpulvrigem Natriumchlorit und/oder Natriumperoxid und gegebenenfalls feinpulvrigen basischen Calciumverbindungen, z.B. Calcium­ hydroxid, Calciumcarbonat und/oder entsprechende Magnesium­ verbindungen als NO2-Fänger enthält, durch das das Abgas ge­ leitet wird bzw. das mit dem Abgas durchgeleitet wird, und einen Abscheider für NO2 und die eventuell entstandenen neutralisierten Stoffe, ausgebildet als E-Filter, Gewebe­ filter oder einen alkalisch betriebenen Wäscher.
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