DE3831229A1 - Verfahren zur herstellung von rohwurst - Google Patents
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Description
In der Wurstwarenindustrie kommt es, insbesondere bei der Her
stellung von Rohwurst, für die in dieser Beschreibung im folgen
den beispielhaft die Salami aufgeführt wird, darauf an, die Wurst
mit einer hohen und definierten Geschwindigkeit zu trocknen.
Die Qualitätsmerkmale wie Geschmack, Aussehen, Schnittfestig
keit und Haltbarkeit sind von diesem Prozeß entscheidend ab
hängig.
Leider sind die Herstellungskosten und die geforderten Qualitäts
merkmale derzeit noch gegenläufig. Das heißt, daß eine gute,
trockene Wurst auch am teuersten ist.
Während der Trocknung läuft in der Salami ein Reifungsprozeß,
hervorgerufen durch bestimmte Bakterien, ab. Da die Lebens
fähigkeit der vielen verschiedenen Bakterien stark von dem soge
nannten freien Wasser in der Wurst, angegeben durch den aW-Wert,
abhängt, wird mit allen technischen Mitteln versucht, möglichst
rasch einen niedrigen aW-Wert zu erreichen.
Je niedriger der aW-Wert liegt, umso weniger Bakterien können
in der Salami leben, umso haltbarer ist sie.
Die bisherigen Verfahren der Salamitrocknung wie z. B. Lagerung
in einer Atmosphäre mit geringer Luftfeuchtigkeit oder Erhöhung
der Lufttemperatur und Luftgeschwindigkeit, weisen an der Salami
erhebliche Nachteile auf. Bei schneller Trocknung entsteht der soge
nannte Trocknungsrand, der durch seine Isolierwirkung die Trocknung
noch mehr verlangsamt und die Wurst somit außen trocken, dunkel
und fest, innen aber weich und hell macht.
Ein gleichmäßiges Durchtrocknen ist unter wirtschaftlichen Gesichts
punkten nicht möglich.
Auch das in Fachkreisen bekannte Schwitzen der Salami ist auf eine
schlechte Trocknung, hervorgerufen durch ein starkes Konzentrations
gefälle im freien Wasser, zurückzuführen.
Läßt sich bei nicht keimfreier Rohware das freie Wasser nicht
schnell genug aus der Salami entfernen, so können falsche Bak
terienstämme überhandnehmen und die Wurst wird sauer und
beißend im Geschmack.
Gleichzeitig wird in der Bundesrepublik Deutschland die Wurst
herstellung noch durch die Gesetzgebung, was aus gesundheit
licher Sicht auch richtig ist, erschwert, denn der Einsatz des kon
servierenden Nitritpökelsalzes wurde stark eingeschränkt.
Diese Probleme können in den Unternehmen von Gewinneinbußen
bis zum Totalverlust der Waren führen.
Insgesamt dauert der Trocknungsprozeß trotz der Zugabe von
Reifungshilfsstoffen und modernen Trocknungsräumen viel zu
lange, was sich im Preis der guten, trockenen Salami auch
wiederspiegelt.
Es bestand nun die Aufgabe, ein Verfahren zu finden, mit welchem
Rohwurst, und dabei hauptsächlich die Salami, durch schnellere
Trocknung, mit weniger Bakterienbefall und höherer Qualität wirt
schaftlich hergestellt werden kann.
Mit gleicher Gewichtung stand die Forderung im Raume, daß das
neue Verfahren in keiner Weise gesundheitlich bedenklich sein darf,
sondern vielmehr der heute sowieso von verschiedenen anderen Sei
ten her stark gefährdeten Gesundheit der Verbraucher zuträglich
sein muß.
Mit der vorliegenden Erfindung wurde die gestellte Aufgabe nicht
nur vollständig gelöst, vielmehr stellt sie ein verblüffend einfaches
Verfahren vor, das ein Höchstmaß an Wirtschaftlichkeit erlaubt und
dabei der Verbrauchergesundheit sogar zugute kommt.
Im erfindungsgemäßen Verfahren wird der Rohwurst in die Wurstmasse
ein wasserabsorbierender und wasserleitender Stoff, wie z. B. Rohfaser,
homogen beigemischt, welcher auf einfache physikalische Weise das
freie Wasser nach außen ableitet.
Bekannterweise müssen bei der Salamiherstellung sowohl die
Großindustrie als auch Kleinbetriebe möglichst rasch einen
hohen aW-Wert von ca. 0,97 auf 0,93 bringen, was eine hohe
Wasserverdampfungsgeschwindigkeit bedeutet. Hier stößt man
aber an physikalische Grenzen.
In der normalen Wurstmasse bewegt sich das freie Wasser nur
sehr langsam an die Oberfläche, wo es verdunstet. Durch den
Zusatz von Rohfaser erreicht man viel höhere Trocknungsge
schwindigkeiten.
Die Rohfaser saugt das Wasser auf, reduziert somit gleichzeitig die
Gefahr des Wachstums unerwünschter Bakterien und leitet das
Wasser dank ihrer Faserstruktur dem Konzentrationsgefälle ent
sprechend, nach außen.
Jetzt erst ist es sinnvoll, die Luft in den Trocknungsräumen und
Kammern zu bewegen, denn durch den erfindungsgemäßen Ein
satz von Rohfaser steht an der Wurstoberfläche jetzt viel mehr
Wasser zur Verdunstung an.
Da dank dem Drainageeffekt kein Isoliereffekt und somit kein
hohes Konzentrationsgefälle von innen nach außen mit freiem
Wasser mehr entstehen kann, zeigt die Salami auch keinen Trok
kenrand mehr.
Versuche haben gezeigt, daß innerhalb 8 bis 10 Tagen eine schnitt
feste Salami hoher Qualität herstellbar ist.
Daß dabei die Herstellungskosten niedriger sind, ist wohl selbstver
ständlich.
Je nach mikroskopischer Feinheit und Menge der zugegebenen Roh
faser, die bei den verschiedenen Salamiarten unterschiedlich sein
kann, läßt sich die Trocknungsgeschwindigkeit variieren.
Das der Umrötung und Konservierung dienende Nitritpökelsalz,
das nach einer Umwandlung in Nitrosamine krebserregend ist,
kann durch das neue Verfahren noch weiter reduziert werden.
Die Rohfaser kann z. B., um optisch keinen Nachteil für die
Wurst zu haben, mit dem natürlichen Eisenoxid versetzt werden,
was ernährungsphysiologisch eine Aufbesserung der Mineral
stoffe bedeutet.
Dadurch erhält die Salami ihre typische Farbe ohne Gesund
heitsrisiko für den Verbraucher.
Die bei einigen Rohwurstarten zugegebenen Reifehilfsstoffe,
wie z. B. Hefekulturen, lassen sich, wenn sie zuerst in die Roh
faser eingemischt sind, einfach lagern, transportieren und dann
mit der Rohfaser in die Wurstmasse homogen einarbeiten.
Ein wesentlicher Vorteil neben den niedrigeren Herstellungskos
ten bei besserer Qualität ist in dem positiven Einfluß des Bal
laststoffes auf die Verbrauchergesundheit zu sehen. Wie unter
anderem auch in der Fachzeitschrift Swiss Food Nr. 3 bereits
1982 und im Bundesernährungsbericht 1988 beschrieben, steht die
positive ernährungsphysiologische und diätetische Bedeutung des
Ballaststoffes außer Zweifel. Insbesondere in der heutigen Zeit hat
z. B. die Anregung der Darmtätigkeit durch die einen wertvollen
Ballaststoff darstellende Rohfaser eine große Bedeutung.
Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß mit der Erfindung
ein Verfahren erfunden wurde, das die Salami trotz sehr wirt
schaftlicher Herstellung zu einem qualitativ und gesundheitlich
hochwertigen Nahrungsmittel macht.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung von Rohwurst, bei welchem durch
Wasserentzug ein bestimmter Reife-, Haltbarkeits- und
Trocknungszustand hergestellt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß in die Wurst ein wasserabsorbierender und wasserleiten
der Stoff homogen eingearbeitet ist und dieser das in der Wurst
befindliche freie Wasser beschleunigt nach außen ableitet.
2. Verfahren zur Herstellung von Rohwurst, nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der wasserabsorbierende und
wasserleitende Stoff aus einem gesundheitlich unbedenklichen
natürlichen Ballaststoff besteht.
3. Verfahren zur Herstellung von Rohwurst, nach den Ansprüchen
1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der wasserabsorbierende
und wasserleitende Stoff aus pflanzlichen Zellulosefasern be
steht.
4. Verfahren zur Herstellung von Rohwurst, nach einem der An
sprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Trocknungs
geschwindigkeit durch die Stoffmenge und die geometrische Stoff
be schaffenheit einstellbar ist.
5. Verfahren zur Herstellung von Rohwurst, nach einem der An
sprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der wasserab
sorbierende und wasserleitende Stoff sofort zur Zerkleinerung
des Fleisches der Wurstmasse zugegeben wird.
6. Verfahren zur Herstellung von Rohwurst, nach dem Anspruch
3, dadurch gekennzeichnet, daß der natürliche Ballaststoff zur
Qualitätsverbesserung mit Eisenoxiden versetzt wurde, was
aus ernährungsphysiologischen Gesichtspunkten von Vorteil ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE3831229A DE3831229A1 (de) | 1988-09-14 | 1988-09-14 | Verfahren zur herstellung von rohwurst |
Applications Claiming Priority (1)
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ID=6362929
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3831229A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102010050466A1 (de) | 2010-11-04 | 2012-05-10 | Van Hees Gmbh | Verfahren zur Herstellung von Fleischerzeugnissen sowie nach dem Verfahren hergestelltes Fleischerzeugnis |
-
1988
- 1988-09-14 DE DE3831229A patent/DE3831229A1/de not_active Withdrawn
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102010050466A1 (de) | 2010-11-04 | 2012-05-10 | Van Hees Gmbh | Verfahren zur Herstellung von Fleischerzeugnissen sowie nach dem Verfahren hergestelltes Fleischerzeugnis |
| WO2012059530A1 (de) | 2010-11-04 | 2012-05-10 | Van Hees Gmbh | Verfahren zur herstellung von fleischerzeugnissen sowie nach dem verfahren hergestelltes fleischerzeugnis |
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