DE3810361A1 - Verfahren zum poekeln von fleisch - Google Patents
Verfahren zum poekeln von fleischInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Salzen (Pökeln) von
Fleisch, insbesondere von Schweinefleisch zur Herstellung
von Schinken. Der Begriff "Schinken" wird hier als
Gattungsbegriff verwendet, so daß er alle aus Schweine
fleisch hergestellten Waren abdeckt, die gesalzen verkauft
werden, z.B. schwach gepökelten Schinken, Rollschinken,
Pökelhaxe und Lachsschinken sowie die verschiedenen Formen
von Schinkenspeck.
Fleisch wird üblicherweise durch Behandlung mit Salz
konserviert. Zu diesem Zweck muß das Salz das Innere des
Fleisches durchdringen. Um diesen Prozeß zu beschleunigen,
ist es üblich, Sole, d.h. eine Salzlösung in das Fleisch
durch feine Kanülen zu injizieren. Das so durch Injektion
behandelte Fleisch kann dann in gesättigte Kochsalzlösung
eingetaucht werden, um den Prozeß zu vervollkommnen.
Gegenwärtige Nahrungsmittelvorschriften machen es erforder
lich, daß Fleisch, welches mehr als 10% an zugesetztem
Wasser enthält, mit einer Kennzeichnung versehen werden muß,
die die Menge an zugesetztem Wasser anzeigt. Es ist deshalb
normalerweise üblich, Fleisch zu verkaufen, das nicht mehr
als 10% an zugesetztem Wasser enthält. Die Haltbarkeit von
gesalzenem Fleisch hängt vom Salzgehalt ab. Für eine
Haltbarkeit von etwa 4 Wochen, die für Einzelhändler
zweckmäßig ist, die einen raschen Umsatz des Lagerbestandes
haben, ist ein Salzgehalt von etwa 2,5 bis etwa 2,75 Gew.-%
angemessen, aber für eine längere Haltbarkeit als diese,
beispielsweise 6 Wochen, muß der Salzgehalt auf 2,75 bis 3,5
Gew.-% erhöht werden. Solche hohen Salzgehalte können nicht
durch Injektion von Salzlösungen in Fleisch erzielt werden,
und es ist notwendig, an eine solche Injektion ein
Eintauchen in ein Bad mit Kochsalzlösung anzuschließen, wenn
diese Salzgehalte erforderlich sind.
In den letzten Jahren bestand beträchtliches Interesse
daran, Fleisch im Innern von geschlossenen Plastikbeuteln zu
pökeln. Um diese Verfahren durchzuführen, wird Kochsalz
lösung auf die bereits beschriebene Weise in das Fleisch
gespritzt, und das durch die Injektion behandelte Fleisch
wird dann in einen Plastikbeutel gebracht, welcher
verschweißt und gewöhnlich einer Wärmeschrumpfung unter
worfen wird. Nachdem das Salz Zeit gehabt hat, das Fleisch
gleichmäßig zu durchdringen, wird das gepökelte Fleisch aus
dem Beutel entfernt, zerschnitten und in üblicher Weise
wieder verpackt. Dieses Verfahren zum Pökeln von Fleisch hat
den Vorteil größerer Sauberkeit und der Vermeidung der
Verwendung von Behältern mit Kochsalzlösung. Es ist jedoch
bislang nicht möglich gewesen, unter Verwendung dieses
Verfahrens zum Pökeln von Fleisch in einem Beutel Salz
gehalte oberhalb etwa 2,75 Gew.-% zu erzielen. Aufgabe der
Erfindung ist es daher, ein Verfahren zur Überwindung dieses
Problems zu schaffen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß man
Fleisch, insbesondere Schweinefleisch, durch Injektion von
gesättigter Kochsalzlösung pökelt, in welcher Salzteilchen
suspendiert sind, die in der Lage sind, durch ein Sieb mit
Öffnungen von 100 µm hindurchzugehen, und die vorzugsweise
in der Lage sind, durch ein Sieb mit Öffnungen von 50 µm
hindurchzugehen. Solches "mikrofeines Salz" ist im Handel
erhältlich zur Einverleibung in Butter, wo die feine
Teilchengröße erforderlich ist, um homogenes Mischen zu
erlauben und um jegliches Gefühl von Sandigkeit in der
Butter zu vermeiden. Salz von gewöhnlicher Teilchengröße
kann erfindungsgemäß nicht verwendet werden, da es die
Injektionskanüle verstopft und nicht befriedigend in das
Fleisch eingespritzt werden kann.
Die Suspension des mikrofeinen Salzes in der Kochsalzlösung
kann zum Zeitpunkt der Verwendung zubereitet werden. Die
gesättigte Kochsalzlösung selbst kann zubereitet werden,
indem man gewöhnliches grobes Salz in Wasser unter Zusatz
der üblichen Konservierungsstoffe wie Nitrate, Nitrite
und/oder Ascorbinsäure in den üblichen Mengen auflöst. Das
mikrofeine Salz wird dann in einer Menge zugegeben, die von
dem angestrebten Endsalzgehalt des Fleisches abhängt,
gewöhnlich in einer Menge von 20 bis 80 Gewichtsteilen,
vorzugsweise 35 bis 70 Gewichtsteilen an mikrofeinem Salz je
1000 Gewichtsteilen an gesättigter Kochsalzlösung. Wie
bereits angegeben, können Konservierungsstoffe in normalen
Mengen der Einspritzmischung zugesetzt werden. Da die Gefahr
der Umkristallisierung des mikrofeinen Salzes besteht, wenn
dieses in der Kochsalzlösung während längerer Zeit
suspendiert verbleibt, ist es wünschenswert, die Suspension
für das Einspritzen erst kurze Zeit bevor sie zur Verwendung
benötigt wird zuzubereiten. Die vorliegende Erfindung ist
besonders vorteilhaft zur Verwendung bei Verfahren zum
Pökeln von Fleisch, beispielsweise Schweinefleisch, in
verschweißten Plastikbeuteln, da sie eine Lösung für das
vorstehend erwähnte Problem schafft, nämlich daß Salzgehalte
oberhalb etwa 2,75 Gew.-% nicht erzielt werden können, wenn
man dieses Verfahren einfach unter Injektion von gesättigter
Kochsalzlösung in Fleisch anwendet. Die Erfindung macht es
also möglich, unter Verwendung des Verfahrens zum Pökeln von
Fleisch in einem verschweißten Plastikbeutel Schinkenspeck
und anderes gesalzenes Fleisch herzustellen, das eine
Haltbarkeit von 6 Wochen hat.
In den folgenden Beispielen wird im einzelnen das Salzen von
Fleisch unter Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens
beschrieben.
In Schweinefleischstücke, die jeweils 3 bis 12 kg wogen und
keine Knochen enthielten, wurde unter Verwendung eines
Mehrnadel-Injektors (Formaco) eine Kochsalzlösungs-Mischung
der folgenden Zusammensetzung injiziert:
Wasser:740 Gewichtsteile
reines vakuumgetrocknetes
(PVD) Salz:260 Gewichtsteile mikrofeines Salz:64 Gewichtsteile Nitrat und Nitrit:übliche Menge.
(PVD) Salz:260 Gewichtsteile mikrofeines Salz:64 Gewichtsteile Nitrat und Nitrit:übliche Menge.
Das PVD-Salz wurde in Wasser gelöst, bevor das mikrofeine
Salz zugegeben wurde. Die Suspension des mikrofeinen Salzes
in Kochsalzlösung wurde bei einer Temperatur von + 1°C bis
+ 2°C in das Fleisch gespritzt, das bei einer Temperatur von
4°C bis 5°C gehalten wurde. Die injizierte Menge war so
gewählt, daß dem Fleisch 9,8 Gew.-% Wasser und 3,2 Gew.-% Salz
zugesetzt wurden. Nach dem Einspritzen wurden die Braten
stücke aus Fleisch in wärmeschrumpffähigen Standardplastik-
Laminatbeutel verpackt (wie sie unter dem eingetragenen
Warenzeichen Cryovac BB1 verkauft werden).
Die diesem Verfahren unterworfenen Stücke waren 10
Mittelstücke, 10 Hinterstücke, 10 durchwachsene Stücke, 10
Keulen und 10 Vorderstücke. Eine Analyse der Fleischstücke
nach 7 Tagen zeigte, daß die Mittelstücke 3,1 bis 3,2 Gew.-%
Salz, die Hinterstücke 3,0 bis 3,1 Gew.-% Salz, die
durchwachsenen Stücke 2,2 bis 2,3 Gew.-% Salz, die Keulen 2,3
bis 2,7 Gew.-% Salz und die Vorderstücke 3,2 bis 3,6 Gew.-%
Salz enthielten. Die niedrigen Werte, die für die durch
wachsenen Stücke erhalten wurden, können darauf zurück
geführt werden, daß in Stücken dieser Art weniger mageres
Fleisch vorhanden ist. Es ist das magere Fleisch, daß das
Salz aufnimmt. Die niedrigen Werte bei den Keulen waren
Änderungen bei der Injektion der Kochsalzlösung zuzu
schreiben. Wie in Beispiel 2 gezeigt wird, kann bei
sorgfältiger Kontrolle der Injektion der Kochsalzlösung der
erforderliche Salzgehalt ohne Schwierigkeit erzielt werden.
In Schweineseiten, die in eine Vielzahl von verschiedenen
Stücken zerteilt worden waren, wurden eine Kochsalzlösung
eingespritzt, die folgende Bestandteile enthielt:
Wasser:531 Gewichtsteile
PVD-Salz:184 Gewichtsteile
mikrofeines Salz:40 Gewichtsteile
Nitrit:normale Menge
Die Temperatur der Kochsalzlösung betrug + 5°C und die
Fleischtemperatur betrug 3°C bis 4°C. Ein Mehrnadel-Formaco-
Injektor wurde verwendet, wobei es das Ziel war, dem Fleisch
10 Gew.-% Wasser und etwa 3,5 Gew.-% Salz zuzusetzen. Nach dem
Einspritzen wurden die Hauptstücke unterteilt und mit
verschweißten Plastikbeuteln umschlossen, um das Pökel
verfahren zu vervollständigen. Es wurde gefunden, daß die
Mittelstücke 4,6 Gew.-% Salz, die Hinterstücke 3,3 Gew.-%
Salz, die durchwachsenen Stücke 2,3 Gew.-% Salz und die
Keulen 3,8 Gew.-% Salz enthielten, wobei der Bereich der
Salzgehalte für die verschiedenen Stücke zwischen 2,3 Gew.-%
und 4,6 Gew.-% lag. Wiederum war der niedrige Prozentsatz an
Salz, der bei den durchwachsenen Stücken erzielt wurde, auf
den hohen Fettanteil in diesen Stücken zurückzuführen.
Die vorliegende Erfindung schafft eine wesentliche
Verbesserung beim Pökeln von Fleisch, insbesondere
Schweinefleisch in verschweißten Plastikbeuteln. Bislang
wurden die diesem Verfahren eigenen Vorteile hinsichtlich
größerer Flexibilität und besserem Schutz des Fleisches
während des Pökelverfahrens in gewissem Ausmaße dadurch
eingeschränkt, daß es nicht möglich war, Salzgehalte höher
als etwa 2,75 Gew.-% zu erzielen. Dieses Hindernis ist nun
überwunden worden, und das erfindungsgemäße Verfahren
liefert dem Fleischverarbeiter eine Möglichkeit, Fleisch zu
pökeln, die große Flexibilität, insbesondere bei der
Entscheidung, ob bestimmte Fleischstücke als solche oder
gepökelt verkauft werden sollen, erlaubt.
Claims (9)
1. Verfahren zum Pökeln von Fleisch mit Salz, dadurch
gekennzeichnet, daß man in das Fleisch eine gesättigte
Kochsalzlösung injiziert, in welcher festes Salz mit
einer Teilchengröße nicht größer als 100 µm suspendiert
ist.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man Salz mit einer Teilchengröße von weniger als 50 µm
verwendet.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß man das Salz injiziert, so daß ein
Salzgehalt von 2,75 bis 4 Gew.-% des Fleisches erzielt
wird.
4. Verfahren gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
man in das Fleisch nicht mehr als 10 Gew.-% zugesetztes
Wasser injiziert.
5. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß man eine Salzsuspension verwendet,
die 20 bis 80 Gewichtsteile des fein zerteilten Salzes
je 1000 Gewichtsteile der gesättigten Kochsalzlösung
enthält.
6. Verfahren gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
man eine Salzsuspension verwendet, die 35 bis 70
Gewichtsteile des fein zerteilten Salzes je 1000
Gewichtsteile der gesättigten Kochsalzlösung enthält.
7. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß man eine Kochsalzlösung verwendet,
die auch wasserlösliche Fleischkonservierungsstoffe
enthält.
8. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß man als zu injizierendes Fleisch
Schweinefleisch verwendet.
9. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß man das Fleisch nach der Injektion
in einem versiegelten Plastikbeutel aufbewahrt, bis das
Salz sich im wesentlichen gleichmäßig in dem Fleisch
verteilt hat.
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| GB2203024A (en) | 1988-10-12 |
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