DE3880548T2 - Mischungen auf basis von vinylaromatischen polymeren. - Google Patents
Mischungen auf basis von vinylaromatischen polymeren.Info
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Description
- Die vorliegende Erfindung betrifft polymere Mischungen auf der Basis von vinylaromatischen Polymeren, die hohe Zähigkeit und gute chemische Beständigkeit zeigen.
- Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere Mischungen auf das Basis von vinylaromatischen Polymeren, die hohe Zähigkeit und gute chemische Beständigkeit zeigen und zur Umwandlung in Formkörper mit guten physikalischen Eigenschaften geeignet sind.
- Bekanntlich sind vinylaromatische Polymere thermoplastische Harze, die unter Erhitzen durch Spritzgießen oder Extrusion in Formkörper umgewandelt werden können. Diese vinylaromatischen Polymeren habe eine ziemlich gute Zähigkeit, sie sind jedoch nicht für Zwecke verwendbar, wo eine hohe Zähigkeit zusammen mit guter chemischer Beständigkeit gefordert wird.
- Eine Möglichkeit zur Erzielung dieser fehlenden Eigenschaften ist die Bereitstellung einer Mischung mit anderen Polymeren mit den notwendigen Eigenschaften, so daß man ein Material mit der gewünschten Kombination von Eigenschaften erhält.
- Dieser Weg war jedoch nur in einer begrenzten Anzahl von Fällen erfolgreich; im allgemeinen führt das Mischen tatsächlich zu einer Kombination der schlechtesten Eigenschaften jeder Komponente, wobei ein Material mit so schlechten Eigenschaften entsteht, daß es keinerlei praktischen oder kommerziellen Wert hat.
- Grund für diese Verschlechterung ist die Tatsache, daß nicht alle Polymeren miteinander kompatibel sind und daher nicht perfekt binden. Dadurch werden Grenzflächen zwischen den Komponenten der Mischung gebildet, die Schwach- und Bruchpunkte darstellen.
- Insbesondere das Mischen von Polystyrol oder generell einem vinylaromatischen Polymer oder Copolymer und einem Polyolefin führt aufgrund der Inkompatibilität dieser beiden Arten von Polymeren zu Mischungen heterogener Struktur und mechanischer Schwäche.
- Die Anmelder haben nun erfindungsgemäß festgestellt, daß ein Polyolefin und ein vinylaromatisches Polymer enthaltende homogene polymere Zusammensetzungen hergestellt werden können, indem man ein vinylaromatisches Polymer verwendet, das geringe Mengen eines linearen Block-Copolymers aus vinylaromatischem Monomer und konjugiertem Dien als elastomere Komponente enthält, und indem man ein sternförmiges Blockpolymer aus vinylaromatischem Monomer und konjugierten Dien als Kompatibilitätsmittel zwischen dem Polyolefin und dem vinylaromatischen Polymer verwendet.
- Somit betrifft die vorliegende Erfindung eine polymere Mischung, welche umfaßt:
- - 40 bis 98 Gew.-% eines vinylaromatischen Polymers, das als dispergierte Phase und als elastomere Komponente 0,5 bis 5 Gew.-% eines linearen Block- Copolymers aus vinylaromatischem Monomer und konjugiertem Dien enthält;
- - 1 bis 54 Gew.-% eines Polyolefins und
- - 1 bis 20 Gew.-% eines sternförmigen Block-Copolymers aus vinylaromatischem Monomer und konjugiertem Dien,
- wobei die Summe der drei Komponenten gleich 100 % ist.
- Vorzugsweise enthalten die polymeren Mischung der vorliegenden Erfindung:
- - 45 bis 65 Gew.-% eines vinylaromatischen Polymers, das als dispergierte Phase und als elastomere Komponente 0,5 bis 5 % eines Block-Copolymers aus vinylaromatischem Monomer und konjugiertem Dien enthält,
- - 45 bis 30 Gew.-% eines Polyolefins und
- - 5 bis 10 Gew.-% eines sternförmigen Block-Copolymers aus vinylaromatischem Monomer und konjugiertem Dien,
- wobei die Summe der drei Komponenten gleich 100 % ist.
- Die Menge des als elastomere Komponente im vinylaromatischen Polymer (a) verwendeten linearen Block-Copolymers aus vinylaromatischem Monomer und konjugiertem Dien liegt vorzugsweise zwischen 1 und 3 Gew.-%. Es ist per se gut bekannt und auf dem Mark erhältlich.
- Diese linearen Block-Copolymeren enthalten 20 bis 60 Gew.-% wiederkehrende Einheiten eines vinylaromatischen Monomers und entsprechend 80 bis 40 Gew.-% wiederkehrende Einheiten eines konjugierten Diens und sind vom Typ:
- B/S und S-(B/S),
- worin S polymere Blöcke auf der Basis des vinylaromatischen Monomers sind, und B/S Blöcke des Copolymers vom "Random-" (statistischen) und/oder "Taper"- Typ (mit langsam abnehmender Verteilung) aus dem vinylaromatischen Monomer und dem konjugierten Dien sind.
- Diese linearen Block-Copolymeren können nach dem im US-Patent 3 149 182 offenbarten Verfahren hergestellt werden.
- Vorzugsweise wird zuerst das monovinylaromatische Monomer durch anionische Polymerisation in einem inerten Lösungsmittel und in Gegenwart eines metallorganischen Lithiumkatalysators (Initiator) polymerisiert, und dann wird das konjugierte Dien zugegeben, um so eine polymere Kette konjugierter Diene in der bereits gebildeten polymeren Kette der vinylaromatischen Monomeren zu bilden.
- Die Herstellung der Block-Copolymeren erfolgt in einem inerten Kohlenwasserstofflösungsmittel, wie Isobutan, Pentan, Hexan, Cyclohexan, Benzol, Toluol, Xylol u.dgl.
- Die Polymerisation erfolgt in Abwesenheit von Luft, Feuchtigkeit oder anderer Verunreinigungen, die bekanntlich das anionische Katalysatorsystem nachteilig beeinflussen. Die Polymerisationstemperatur kann zwischen 0 und 120ºC, vorzugsweise zwischen 40 und 80ºC, gehalten werden.
- Als Initiator können die allgemein verwendeten Lithiumalkyl-, -cycloalkyl- oder -arylverbindungen verwendet werden, wie z.B. Methyllithium, n- Butyllithium, sek.-Butyllithium, Cyclohexyllithium, Phenyllithium, p-Tolyllithium und Naphthyllithium, und zwar in einer Menge gewöhnlich zwischen 0,2 und 20 Millimol pro Mol Monomer.
- Die Polymerisation wird durch Zugeben eines Kettenabbruchmittels, wie Alkohol, Wasser oder Sauerstoff, beendet.
- Das Molekulargewicht des Block-Copolymers kann innerhalb eines weiten Bereiches variieren, obgleich ein Molekulargewicht unter 100 000 bevorzugt wird.
- Die Eigenschaften, Struktur und Kenndaten dieser Block-Copolymeren werden von Holden in "Block and Graft Copolymerization", Kapitel 6, Seiten 133-191, berichtet.
- Block-Copolymere dieses Typs sind z.B. als "Stereon 840", von der Firestone Synthetic Rubber and Latex Co., Akron (Ohio), oder als das S-B/S-Block- Copolymer erhältlich, das von Shell Chemical Company unter den Warennamen "Kraton 2103", "Kraton 2104" und "Kraton 2113 verkauft wird.
- Das als Kompatibilitätsmittel in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung verwendete sternförmige Block-Copolymer aus vinylaromatischem Monomer und konjugiertem Dien ist ebenfalls von bekanntem Typ und auf dem Markt erhältlich. Dieses sternförmige Block-Copolymer entspricht dem Typ:
- (S-S/B)n-X-(B/S)m
- worin S und S/B die obigen Bedeutungen haben, X ein von einem polyfunktionellen Kupplungsmittel stammender Rest ist, m und n ganze Zahlen sind, deren Summe zwischen 2 und 20 liegt und der Funktionalität des Restes X entspricht.
- Diese sternförmigen Block-Copolymeren werden im allgemeinen hergestellt, indem man zuerst das lineare Block-Copolymer des Typs B/S und S-B/S mit aktiven Lithiumatomen an einem Ende der Kette durch Anwendung des obigen Verfahrens bildet.
- Diese linearen und aktiven Polymerketten werden dann durch Addition einer polyfunktionellen Verbindung mit mindestens zwei reaktiven Stellen, die mit der C-Li-Bindung jeder Polymerkette reagieren können, unter Kuppeln der polymeren Ketten mit der funktionellen Gruppe der Verbindung verknüpft.
- Als polyfunktionelles Kupplungsmittel kann jede Verbindung mit funktionellen Gruppen verwendet werden, die mit Lithium-Kohlenstoff-Bindungen reagieren kann, um die Kohlenstoffatomkette an die polyfunktionelle Gruppe zu binden. Typische Beispiele polyfunktioneller Kupplungsmittel sind die Polyepoxide, wie z.B. epoxydiertes Polybutadien, epoxydiertes Sojabohnenöl und epoxydiertes Leinsamenöl; Polyester, wie Diethyladipat; Polyhalogenide, wie Siliciumtetrachlorid; Polyisocyanate, wie 1,2,4-Benzoltriisocyanat; Polyimine; Polyaldehyde; Polyketone; Polyanhydride, wie Pyromellitsäuredianhydrid; Halogenide von Polysäuren, wie das Chlorid von Mellitsäure; als Kupplungsmittel können auch polyvinylaromatische Verbindungen, wie Divinylbenzol, verwendet werden. Das Divinylbenzol polymerisiert und bildet die polyfunktionellen Kupplungsmittel in situ.
- Der Kupplung sollte sich eine Beendung der Reaktion, gewöhnlich mit Methanol, Wasser oder Kohlendioxid, anschließen.
- Typ und Menge des Kupplungsmittels hängen von der Anzahl polymerer Ketten, die Lithiumendgruppen enthalten, und von der Anzahl der für jedes sternförmige Block-Molekül gewünschten Arme ab. So führt bei Kupplungsmitteln mit einer festgelegten Anzahl funktioneller Gruppen, wie z.B. Siliciumtetrachlorid, ein Äquivalent Kupplungsmittel für jedes Äquivalent an polymeren Ketten mit Lithiumendgruppen zu einem 4-armigen sternförmigen Block-Copolymer. Bei difunktionellen Mitteln, die während der Kupplungsreaktion polymerisieren, wie z.B. Divinylbenzol, wird die Menge an Kupplungsmittel durch die Reaktionsbedingungen bestimmt, wobei die Anzahl an Äquivalenten funktioneller Molekülstellen variabel ist.
- Die zur Herstellung der erfindungsgemäßen Copolymeren besonders zweckmäßige monovinylaromatische Verbindung ist Styrol; alkylsubstituierte Styrole mit gewisser Neigung zur Copolymerisation, wie z.B. Methylstyrole, Ethylstyrole und t-Butylstyrole, können ebenfalls verwendet werden.
- Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Copolymeren sind konjugierte Diene mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen im Molekül geeignet, wie z.B. 1,3-Butadien, Isopren, 2,3-Dimethyl-1,3-butadien, Piperylen und deren Mischungen.
- Die in der vorliegenden Beschreibung und den Ansprüchen verwendete Bezeichnung "vinylaromatisches Copolymer" soll jedes feste thermoplastische Polymer und das entsprechende Copolymer einschließen, das im wesentlichen aus mindestens 50 Gew.-% einer oder mehrerer vinylaromatischer Verbindungen der Formel besteht (d.h. diese in chemisch gebundener Form enthält)
- worin R Wasserstoff oder einen Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatome bedeutet, p = 0 oder eine ganze Zahl von 1 bis 5 ist und Y für ein Halogenatom (insbesondere Chlor) oder einen Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen steht.
- Beispiele vinylaromatischer Verbindungen der obigen Formel sind: Styrol, Methylstyrol, Mono-, Di-, Tri-, Tetra- und Pentachlorstyrol und die entsprechenden alpha-Methylstyrole; am Kern alkylierte Styrole und die entsprechenden alpha-Methylstyrole, wie ortho- und para-Methylstyrole, ortho- und para- Ethylstyrole oder ortho- und para-Methyl-alpha-methylstyrole. Diese Monomeren können allein oder in Mischung miteinander oder mit anderen copolymerisierbaren Comonomeren, wie z.B. Maleinsäureanhydrid, verwendet werden.
- Gewöhnlich werden kautschukartige Materialien verwendet, um die vinylaromatischen Polymeren schlagfest zu machen. Erfindungsgemäß übersteigt der Kautschukgehalt im Styrolpolymer 15 Gew.-% nicht. Mengen zwischen 2 und 12 Gew.-% werden bevorzugt.
- Die für diesen Zweck verwendeten Kautschukmaterialien sind: Polybutadien, cis-Polybutadien hoher oder mittlerer Viskosität und Polybutadien niedriger Viskosität, Polyisopren, Copolymere aus Butadien und/oder Isopren mit Styrol oder mit anderen Monomeren.
- Es ist ein wesentliches Merkmal der vorliegenden Erfindung, daß das bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Mischungen verwendete vinylaromatische Polymer in der Polymermatrix 0,5 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 3 Gew.-%, eines Block-Copolymers aus vinylaromatischem Monomer und konjugiertem Dien, insbesondere des oben angegebenen Typs S/B und/oder S-S/B in der Polymermatrix dispergiert, enthält.
- Dieses vinylaromatische Polymer, das ein lineares Block-Copolymer S/B und/oder S-S/B ist und fakultativ bis 15 Gew.-% eines Kautschuks enthält, kann nach jedem bekannten Suspension-, Massensuspensions- oder kontinuierlichen Massenpolymerisationsverfahren erhalten werden.
- Das bevorzugte Herstellungsverfahren besteht im wesentlichen im Durchführen einer Vorpolymerisation des vinylaromatischen Monomers in Gegenwart eines üblichen Freien-Radikal-Katalysators, des Kautschuks und des obigen Block-Copolymers in einem ersten Reaktor bis zu einer Umwandlung der Beschickungsmonomeren unter 50 Gew.-%.
- Dann wird die Polymerisation in einem oder mehreren anschließenden Reaktoren bis zum Ende der Monomerpolymerisation gebracht. Das so erhaltene Polymer wird dann vom flüchtigen Material befreit und granuliert.
- Das Polyolefin wird vorzugsweise aus linearem Low Density- (LLDPE) (niedriger Dichte), Medium Density- (mittlerer Dichte) und High Density- (hoher Dichte) Polyethylen ausgewählt.
- Andere Polyolefine, wie Polypropylen, Polybuten, Polymethylpenten, sowie die Copolymeren von zwei oder mehreren alpha-Olefinen, wie z.B. Ethylen/Propylen-Copolymere, die Copolymeren eines alpha-Olefins mit einem von einem alpha-Olefin verschiedenen, ethylenisch ungesättigten Monomer, wie z.B. Ethylen/Vinylacetat (EVA)-Copolymere, können ebenfalls verwendet werden.
- Die erfindungsgemäßen Mischungen können hergestellt werden, indem man zuerst die Komponenten bei niedriger Tempratur in irgendeinem der bekannten Mischertypen mischt. Dann wird die Mischung in einem Einzel- oder Zwillingsschneckenextruder bei einer Temperatur vorzugsweise zwischen 150 und 250ºC extrudiert.
- Die Zusammensetzungen können eine geringe Menge, gewöhnlich von 0,1 bis 1 Gew.-%, eines Stabilisators oder eines anderen Zusatzes innig darin gemischt enthalten.
- Weichmacher, Gleitmittel, Antischaummittel, Blähmittel, antistatische Mittel, Farbstoffe, Pigmente, Treibmittel (zur Herstellung leichterer Gegenstände und leichterer Halbfertigprodukte) können während des Mischschrittes der Komponenten in Mengen von 0,1 bis 10 Gew.-% zugefügt werden.
- Die Mischungen der vorliegenden Erfindung können leicht verarbeitet werden und zeigen eine Reihe von Eigenschaften, die insgesamt signifikant besser sind als diejenigen der einzelnen Komponenten. Aus diesem Grund werden die polymeren Mischungen der vorliegenden Erfindung zur Erzeugung von Materialien verwendet, die eine hohe Zähigkeit zusammen mit hoher chemischer Beständigkeit, z.B. Öl- und Freon-Beständigkeit, aufweisen.
- Daher eignen sich die Mischungen auf dem Gebiet elektrischer Vorrichtungen, elektronischer Geräte und allgemein auf dem Gebiet technischer Materialien in Form von Filmen, Folien, Bändern, Streifen, Stäben, Gehäusen, Bechern, Behältern u.dgl.
- Die Mischungen können verwendet werden, um Schaumstoffkörper mit an sich bekannten Methoden herzustellen.
- Die folgenden Beispiele sollen das Verständnis der vorliegenden Erfindung verbessern und die Umsetzung in die Praxis näher erläutern.
- Falls nicht anders angegeben, beziehen sich in den Beispielen alle Teile auf das Gewicht.
- In einem rotierende Trommelmischer wurden bei Raumtemperatur gemischt:
- 1. Polymer A: schlagzähes Styrolpolymer, das in der polymeren Matrix 7,75 Gew.-% eines Polybutadienkautschuks und 3 % eines linearen S/B-Block-Copolymers mit 72 % Styrolgehalt und 75 % Butadiengehalt dispergiert enthält und ein Molekulargewicht von 75 000 hat;
- 2. Polymer B: lineares Low Density-Polyethylen (LLDPAE) einer Dichte von 0,926 g/cm³ und mit einem Schmelzflußindex von 0,7 g/min;
- 3. Polymer C: sternförmiges Block-Copolymer, das 70 Gew.-% Butadien und 30 Gew-% Styrol umfaßt und Silicium als Kupplungsradikal enthält, wobei jede polymere Einheit ein Molekulargewicht von 40 000 hat.
- Die Zusammensetzungen der Mischung sind in der folgenden Tabelle 1 angegeben.
- Die so erhaltenen Mischungen wurden in einem Werner-Pfleiderer-2DSK28- Zwillingsschneckenextruder eines Durchmessers von 28 mm extrudiert.
- Das Wärmeprofil des Extruders zwischen dem Einfülltrichter und dem Extrusionskopf betrug 150º, 180º, 190º, 215ºC.
- Zur Bestimmung der Eigenschaften wurde das Granulat bei einer Temperatur von 190ºC in einer NEGRI-BOSS-V-17-110-FA-Spritzgußpresse spritzgegossen, um Teststücke einer Größe gemäß Standardspezifizierungen zu erhalten.
- Die an den so erhaltenen Teststücken gemessenen Eigenschaften sind in der folgenden Tabelle 1 genannt.
- Zur Bestimmung der Eigenschaften der erfindungsgmäßen Mischungen wurden die folgenden Methoden angewendet:
- A. Thermische Eigenschaften: die Vicat-Erweichungstemperatur bei 1 und 5 kg wurde gemäß ISC 306 bestimmt;
- B. Rheologische Eigenschaften: Der Schmelzflußindex (M.F.I) wurde gemäß ASTM T.1238 bei 220ºC und 5 kg bestimmt;
- C. Mechanische Eigenschaften: Die Zugfestigkeit und der Elastizitätsmodul wurden gemäß ASTM-D 638 gemessen; die IZOD-Rückprall-Elastizität (mit Kerbe) bei 23ºC wurde gemäß ASTM D 256 gemessen, wobei die Teststücke eine Dicke von 6,4 mm hatten. Tabelle 1 Beispiele Zusammensetzung Polymer Wärmeeigenschaften: Einheiten VICAT rheologische Eigenschaften Schmelzflußindex; g/10 min mechanische Eigenschaften Streckspannung; N/mm² Reißfestigkeit; N/mm² Bruchdehnung; % Elastizitätsmodul; N/mm²
- Durch Arbeiten gemäß dem Verfahren der Beispiele 1 bis 7 wurde eine Mischung der folgenden Zusammensetzung hergestellt:
- - Polymer A: 60 Gew.-%
- - Polymer B: 30 Gew.-%
- - Polymer C: 10 Gew.-%.
- Zur Bestimmung der Beständigkeit gegen Rißbildung wurden Prüfstücke einer Dicke von 2,1 mm und einer Form und Größe gemäß AGK 31 (Environmental Stress Cracking) hergestellt. Die Prüfstücke erhielt man durch 6 min langes Formpressen bei 180ºC und 160 kg/cm².
- Die Kühlgeschwindigkeit betrug etwa 10ºC/min.
- Diese Prüfstücke wurden mit einer 50/50-Gewichtsmischung aus Olivenöl und Ölsäure bestrichen und bei einer konstanten Belastung von 7,5 MPa gebogen.
- Die Beständigkeit gegen Rißbildung wurde gemessen und als das Verhältnis der Dehnung des Teststückes nach 30 min (E&sub3;&sub0;) oder nach 50 min (E&sub5;&sub0;) zur Anfangsdehnung (E&sub0;) ausgedrückt.
- Der gleiche Test auf Beständigkeit gegen Rißbildung erfolgte an Prüfstücken, die in gasförmiges Algofrene Wz 11 (Trichlorfluormethan) eingetaucht worden waren:
- Die Testergebnisse waren:
- Beständigkeit gegen Rißbildung in Olivenöl/Ölsäure-Mischung E&sub0; = 60 %
- E&sub3;&sub0;/E&sub0; = 80 %
- E&sub5;&sub0;/E&sub0; = 80 %
- Beständigkeit gegen Rißbildung in Algofrene 11 E&sub0; = 60%
- E&sub3;&sub0;/E&sub0; > 100 %
- E&sub5;&sub0;/E&sub0; > 100 %.
- Durch Arbeiten nach der Arbeitsweise von Beispiel 8 wurde eine Mischung der folgenden Zusammensetzung hergestellt:
- - Polymer A: 75 Gew-%
- - Polymer B: 15 Gew.-
- - Polymer C: 10 Gew.-%.
- Die Mischung zeigte die folgenden Beständigkeiten gegen Reißbildung in der 50/50-Mischung aus Öl/Ölsäure und in Algofrene 11:
- Beständigkeit gegen Rißbildung in Ölivenöl/Ölsäure-Mischung E&sub0; = 40 %
- E&sub3;&sub0;/E&sub0; = 60 %
- E&sub5;&sub0;/E&sub0; = 36 %
- Beständigkeit gegen Rißbildung in Algofrene 11 E&sub0; = 40 %
- C&sub3;&sub0;/E&sub0; > 100 %
- E&sub5;&sub0;/E&sub0; > 100 %
- Beispiel 2 wurde wiederholt, wobei das lineare Low-Density-Polyethylen (LLDPE) durch die gleiche Menge eines Ethylen-Vinylacetat-Copolymers (EVA) mit einem M.F.I von 5 g/10 min und einem Vinylacetatgehalt von 14 Gew.-% (Beispiel 10); eines kristallinen Polypropylens, vorherrschend bestehend aus isotaktischen Makromolekülen mit einem Schmelzindex (M.F.I.) von 12,5 und einem Rückstand nach Extraktion mit Heptan von 97,6 % (Beispiel 11); eines Low-Density-Polyethylens (LDPE) mit einem M.F.I. von 2,4 g/10 min und einer Dichte von 0,923 g/cm³ (Beispiel 12) und eines High-Density-Polyethylens (HDPE) mit einem M.F.I von 0,3 g/10 min und einer Dichte von 0,955 g/cm³ (Beispiel 13) ersetzt wurde.
- Die Eigenschaften der Mischungen sind: Beispiele Eigenschaften VICAT Schmelzflußindex; g/10 min Streckspannung; N/mm² Reißfestigkeit; N/mm² Bruchdehnung; % Elastizitätsmodul; N/mm²
Claims (12)
1. Mischung, basierend auf aromatischen Vinylpolymeren, welche umfaßt:
(a) ein vinylaromatisches Polymer, das als elastomere Komponente 0,5 bis 5,0 Gew.-
% eines linearen Block-Copolymers aus vinylaromatischem Monomer und konjugiertem Dien
enthält,
(b) ein Polyolefin und
(c) ein sternförmiges Block-Copolymer aus vinylaromatischem Monomer und
konjugiertem Dien als Kompatibilisierungsmittel zwischen Polyolefin und vinylaromatischem
Polymer.
2. Mischung nach Anspruch 1, die umfaßt:
(a) 40 bis 98 Gew.-% des vinylaromatischen Polymers, das als elastomere Komponente
dispergiert 0,5 bis 5 Gew.-% des linearen Block-Copolymers aus vinylaromatischem
Monomer und konjugiertem Dien enthält,
(b) 1 bis 54 Gew.-% des Polyolefins und
(c) 1 bis 20 Gew.-% des sternförmigen Block-Copolymers aus vinylaromatischem
Monomer und konjugiertem Dien,
wobei die Summe der drei Komponenten (a), (b) und (c) gleich 100 % ist.
3. Mischung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, die umfaßt:
(a) 45 bis 65 Gew.-% des vinylaromatischen Polymers, das als elastomere Komponente
dispergiert 0,5 bis 5 Gew.-% des linearen Block-Copolymers aus vinylaromatischem
Monomer und konjugiertem Dien enthält,
(b) 45 bis 30 Gew.-% des Polyolefins und
(c) 5 bis 10 Gew.-% des sternförmigen Block-Copolymers aus vinylaromatischem
Monomer und konjugiertem Dien,
wobei die Summe der drei Komponenten (a), (b) und (c) gleich 100 % ist.
4. Mischung nach irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, in der das vinylaromatische
Polymer als dispergierte Phase 1 bis 3 Gew.-% des linearen Block-Copolymers aus
vinylaromatischem Monomer und konjugiertem Dien enthält.
5. Mischung nach irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, worin das lineare Block-
Copolymers aus vinylaromatischem Monomer und konjugiertem Dien 20 bis 60 Gew.-%
wiederkehrende Einheiten, die von einem vinylaromatischen Monomer abgeleitet sind, und
entsprechend 80 bis 40 Gew.-% wiederkehrende Einheiten, die von einem konjugierten Dien
abgeleitet sind, enthält.
6. Mischung nach irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, worin das lineare Block-
Copolymer vom Typ
B/S oder S - (B/S)
ist, worin S polymere Blöcke bezeichnet, die auf vinylaromatischen Monomeren basieren,
und B/S Blöcke von Copolymeren mit statistischer Verteilung
(Random-Copolymeren) und/oder Copolymeren mit kontinuierlich
abnehmendem Comonomergehalt (Taper-Copolymer) aus
vinylaromatischem Monomer und konjugiertem Dien sind.
7. Mischung nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 5, worin das sternförmige
Block-Copolymer aus vinylaromatischem Monomer und konjugiertem Dien vom Typ
(S - S/B)n - X - (B/S)m
ist, worin S und B/S wie in Anspruch 6 definiert sind, X ein von einem polyfunktionellen
Kupplungsmittel abgeleiteter Rest ist und m und n Zahlen sind, deren Summe zwischen 2 und
20 liegt und der Funktionalität des Restes X entspricht.
8. Mischung nach irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, worin das vinylaromatische
Polymer eine Menge an Kautschuk enthält, die 15 Gew.-% nicht übersteigt.
9. Mischung nach irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, worin das Polyolefin ein lineares
Polyethylen niedriger, hoher oder mittlerer Dichte ist.
10. Mischung nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 8, worin das Polyolefin Polypropylen, ein
Copolymer aus zwei oder mehr α-Olefinen oder ein Copolymer eines α-Olefins mit einem
ethylenisch ungesättigten, von einem α-Olefin verschiedenen ungesättigten Monomer ist.
11. Mischung nach irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, worin das vinylaromatische
Polymer chemisch gebunden mindestens 50 Gew.-% mindestens eines vinylaromatischen
Monomers der Formel
enthält, in der R ein Wasserstoffatom oder ein C&sub1;-C&sub4;-Alkylrest ist, p 0 oder eine Zahl von
1 bis 5 bedeutet und Y ein Halogenatom oder ein C&sub1;-C&sub4;-Alkylrest ist.
12. Mischung nach irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, worin das vinylaromatische
Monomer Styrol ist und das konjugierte Dien 4 bis 8 Kohlenstoffatome enthält und
vorzugsweise 1,3-Butadien ist.
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|---|---|---|---|
| DE8888304396T Expired - Lifetime DE3880548T2 (de) | 1987-05-14 | 1988-05-16 | Mischungen auf basis von vinylaromatischen polymeren. |
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