DE3741600A1 - Tafelmesser - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Tafelmesser, der im
Oberbegriff von Anspruch 1 erläuterten Art.
Derartige Tafelmesser sind vorbenutzt und beispielsweise
auch in der DE-OS 24 07 997 und der DE-AS 25 42 883 be
schrieben. Bei den vorbenutzten Messern besteht die
Klinge aus einem rostbeständigen Stahl, der härtbar sein
muß, damit die nötige Schneidenhaltigkeit erzielbar ist.
Die Heftschalen mit dem angeformten Kropf sind hingegen
aus einem anderen Stahl gefertigt, der besser umzuformen
und zu polieren ist (z.B. austenitischer Chrom-Nickel-
Stahl). Diese Stähle sind jedoch nicht härtbar. Danach
werden die beiden Heftschalen miteinander und die Klinge
mit dem angeformten Kropf der Heftschalen stumpf ver
schweißt. Anschließend werden die Klingen gehärtet, wo
bei jedoch nur die Härte im Bereich des Klingenwerkstof
fes erhöht wird, während das Heft und insbesondere der
sich an den Klingenwerkstoff anschließende Teil des
Kropfes seine ursprüngliche Härte und somit seine Ver
formbarkeit im wesentlichen beibehält.
Nach dem Verschleifen und Polieren sind die Schweißnähte
selbst kaum noch sichtbar; es ist jedoch mit bloßem Au
ge deutlich zu sehen, wo der Stahl der Klinge und der
Stahl des Kropfes aufeinandertreffen, da beide Materia
lien eine unterschiedliche Farbe aufweisen. Da bei den
gattungsgemäßen Messern dieser Übergang direkt im
Flächenbereich der Klinge liegt, und nicht an einer na
türlichen Trennstelle (wie z.B. zwischen Kropf und Heft
der herkömmlichen Tafelmesser mit Angel), stört dieser
Farbunterschied sehr stark und beeinträchtigt das ge
samte Erscheinungsbild des Tafelmessers. Darüberhinaus
besteht die Gefahr, daß bei Belastung der Klinge auf
Biegung der ungehärtete Bereich der Klinge kurz über dem
Kropf stärker und, im ungünstigsten Falle, bleibend ver
formt wird.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Ta
felmesser der bekannten Art bereitzustellen, das gute
Gebrauchseigenschaften mit einem attraktiven Erschei
nungsbild verbindet.
Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des
Hauptanspruches gelöst.
Durch die erfindungsgemäße Herstellung von Hohlheft und
Klinge aus einem im wesentlichen gleichen, härtbaren
Chrom oder Chrom-Molybdän-Stahl können Farbunterschiede
nicht mehr auftreten. Da nunmehr auch der der Klinge an
liegende Bereich des Kropfes gehärtet ist, ist die Ge
fahr des Verbiegens an dieser Stelle gebannt. Die erfin
dungsgemäß verwendeten Stähle sind jedoch auch wegen
ihrer Anfälligkeit für interkristalline Korrosion im Be
reich von Schweißnähten nur als bedingt schweißbar ge
kennzeichnet. Es hat sich jedoch herausgestellt, daß es
durch die Temperaturen beim Härten möglich ist, die Ge
fahr von interkristalliner oder Lochfraßkorrosion im Be
reich der Schweißnähte herabzusetzen, obwohl für diesen
Zweck von den Herstellern dieser Werkstoffe eine Wärme
behandlung im Bereich von lediglich 300 bis 400°C em
pfohlen wird.
Die Ansprüche 2 bis 5 beschreiben Kohlenstoff- und
Chromgehalte von Stählen, die für die vorliegende Er
findung zu verwenden sind.
Bei Verwendung von Chrom-Molybdän-Stählen mit einem
Molybdängehalt bis 1,5%, bevorzugt bis 1,3%, gemäß den
Ansprüchen 6 und 7, kann die Korrosionsanfälligkeit wei
ter verringert werden.
Anspruch 8 beschreibt Vanadium- und Nickelgehalte, die
gemeinsam oder alternativ vorhanden sein können.
Ein besonders bevorzugter Werkstoff für das Heft und die
Klinge ist in Anspruch 9 angegeben.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend
anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen
Messers, und
Fig. 2 die Draufsicht auf den Messerrücken des Messers
nach Fig. 1.
Fig. 1 zeigt in Seitenansicht ein Tafelmesser 1, das aus
einer Klinge 2, einem Heft 3 und einem dazwischen ange
ordneten Kropf 4 besteht. Der Kropf 4 ist an das Heft 3
angeformt. Die Klinge 2 ist mit dem Kropf 4 durch eine
Stumpfschweißnaht 5 verbunden, die übertrieben deutlich
dargestellt ist.
Wie Fig. 2 zeigt, besteht das Heft 3 und der Kropf 4 aus
zwei identisch aber spiegelbildlich ausgebildeten, hoh
len Heftschalen 3 a bzw. 3 b, an die jeweils eine Kropf
hälfte 4 a bzw. 4 b angeformt ist. Die Schalen sind über
ihre gesamte Länge durch eine wiederum übertrieben deut
lich gezeichnete Schweißnaht 6 miteinander verbunden. An
dem der Klinge 2 zugewandten Ende des Kropfes 4 befindet
sich an jeder Kropfhälfte 4 a bzw. 4 b ein sich verjüngen
der Bereich 7 a bzw. 7 b, in dem die Stärke des Kropfes 4
auf die Stärke der Klinge 2 reduziert wird.
Sowohl die Klinge 2 als auch das Heft 3 bestehen aus
einem rostbeständigen und härtbaren, jedoch nur bedingt
schweißbaren, Chrom oder Chrom-Molybdän-Stahl. Verwendet
werden können Stähle mit der folgenden Zusammensetzung:
C 0,18 bis 1,0%, bevorzugt 0,3 bis 0,5%
Cr 12 bis 18%, bevorzugt 12 bis 18%
Mo 0 bis 1,5%, bevorzugt 0 bis 1,0%
V 0 bis 0,15%, bevorzugt 0 bis 0,1%
Ni 0 bis 2,5%, bevorzugt 0 bis 1,0%
Cr 12 bis 18%, bevorzugt 12 bis 18%
Mo 0 bis 1,5%, bevorzugt 0 bis 1,0%
V 0 bis 0,15%, bevorzugt 0 bis 0,1%
Ni 0 bis 2,5%, bevorzugt 0 bis 1,0%
sowie die üblichen, stahlbegleitenden Verunreinigungen
in den üblichen Mengen.
Als besonders zweckmäßig hat sich ein
Chrom-Molybdän-Stahl mit der folgenden Zusammensetzung
erwiesen:
C 0,40 bis 0,45%
Cr 15,5 bis 17,5%
Mo 0,9 bis 1,3%
Ni 0 bis 1,0%
Si höchstens 1,0%
Mn höchstens 1,0%.
Cr 15,5 bis 17,5%
Mo 0,9 bis 1,3%
Ni 0 bis 1,0%
Si höchstens 1,0%
Mn höchstens 1,0%.
Es ist jedoch auch möglich, den unter der Werkstoffnum
mer 1.4122 auf dem Markt erhältlichen Stahl zu verwen
den, der sich von dieser Analyse nur durch einen Kohlen
stoffgehalt von 0,33 bis 0,43% unterscheidet und an
sonsten die gleichen Cr-, Mo-, Ni-, Si- und Mn-Werte
aufweist.
Die Klinge 2 und die Heftschalen 3 a und 3 b mit den ange
formten Kropfhälften 4 a und 4 b werden jeweils gesondert
nach den üblichen Verfahren hergestellt. Dann werden die
Heftschalen miteinander und die Klinge mit dem Kropf
verschweißt. Zum Verschweißen der Heftschalen wird ein
Schutzgasschweißen, insbesondere das WIG-Schweißen, ver
wendet. Die Klinge wird durch das nur mit einer kurzzei
tigen Erwärmung der Werkstoffe und somit verringerter
Gefahr von Chromkarbidausscheidungen an den Korngrenzen
(interkristalline Korrosion) verbundene
Abbrenn-Stumpfschweißen am verjüngten Bereich des
Kropfes befestigt. Nach dem Schweißen und einem even
tuellen Verschleifen der Schweißnähte wird das gesamte
Messer gehärtet, wobei die vom Werkstoffhersteller em
pfohlenen Verfahrensparameter, das heißt zum Beispiel
ein Härten bei 980 bis 1030°C/Öl mit nachfolgendem An
lassen bei 220°C, Haltezeit 20 min, angewandt wird. Es
konnte weiterhin festgestellt werden, daß offensichtlich
auch bei den relativ hohen Härtetemperaturen eine, ins
besondere die Gefahr von interkristalliner, bzw. Loch
fraßkorrosion herabsetzende Gefügeumwandlung im Bereich
der Schweißnaht stattfindet.
Claims (9)
1. Tafelmesser, mit einem Hohlheft und einer Klinge aus einem
rostbeständigen, hartbaren, chromlegierten Stahl, die durch
Schweißen mit dem aus zwei Heftschalen mit angeformtem, sich
auf Klingenstärke verjüngendem Kropf bestehenden Hohlheft ver
bunden und nachfolgend gehärtet ist, dadurch gekennzeichnet,
daß auch das Heft (3) aus einem rostbeständigen, härtbaren
Chrom- oder Chrom-Molybdän-Stahl besteht, und gehärtet ist.
2. Tafelmesser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Stahl einen Chromgehalt von 12 bis 18% aufweist.
3. Tafelmesser nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Stahl einen Kohlenstoffgehalt von 0,18 bis 1,0% auf
weist.
4. Tafelmesser nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Stahl einen Kohlenstoffgehalt von
0,3 bis 0,5% aufweist.
5. Tafelmesser nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Stahl einen Kohlenstoffgehalt von 0,4
bis 0,45% aufweist.
6. Tafelmesser nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Stahl einen Molybdängehalt bis 1,5%
aufweist.
7. Tafelmesser nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Stahl einen Molybdängehalt bis 1,3%
aufweist.
8. Tafelmesser nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Stahl einen Vanadiumgehalt von 0 bis
0,15%, bevorzugt 0 bis 0,1% und/oder einen Nickelgehalt von
0 bis 2,5%, bevorzugt 0 bis 1,0%, aufweist.
9. Tafelmesser nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Stahl die folgenden Bestandteile
aufweist:
C 0,40 bis 0,45%
Cr 15,5 bis 17,5%
Mo 0,9 bis 1,3%
Ni 0 bis 1,0%
Si höchstens 1%
Mn höchstens 1%.sowie stahlbegleitende Verunreinigungen.
Cr 15,5 bis 17,5%
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Mn höchstens 1%.sowie stahlbegleitende Verunreinigungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873741600 DE3741600A1 (de) | 1987-12-08 | 1987-12-08 | Tafelmesser |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3741600A1 true DE3741600A1 (de) | 1989-06-22 |
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ID=6342139
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19873741600 Ceased DE3741600A1 (de) | 1987-12-08 | 1987-12-08 | Tafelmesser |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3741600A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB2483674A (en) * | 2010-09-15 | 2012-03-21 | David Jennings | A knife for wiping a surface |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1927461A1 (de) * | 1968-05-31 | 1969-12-04 | Uddeholms Ab | Rohlinge fuer Rasierklingen,Rasierklingenband oder aehnliche duennkantige Schneidwerkzeuge |
| DE2407994A1 (de) * | 1974-02-20 | 1975-08-28 | Eickhorn Rolf Juergen Dipl Wir | Messer mit hohlem griff |
| DE2542883B1 (de) * | 1975-09-25 | 1976-09-23 | Wmf Wuerttemberg Metallwaren | Verfahren zum herstellen von messern |
-
1987
- 1987-12-08 DE DE19873741600 patent/DE3741600A1/de not_active Ceased
Patent Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| SCHIERHOLD, P.: Nichtrostende Stähle, 1977, S. 213 * |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| GB2483674A (en) * | 2010-09-15 | 2012-03-21 | David Jennings | A knife for wiping a surface |
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