DE3620292A1 - Verfahren und vorrichtung zur zubereitung von filterkaffee - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zur zubereitung von filterkaffeeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Kaffeemaschine
zur Herstellung einer größeren Menge von Filterkaffee in der
Gastronomie, in Großküchen und Kantinen.
Bisher ist die Herstellung großer Mengen von Filterkaffee
noch ungenügend gelöst. In der DE-PS 27 55 014 wird nachgewiesen,
daß bereits bei der Filterung von mehr als 6 Tassen eine unge
nügende Auslaugung des Kaffeepulvers erfolgt. Aus Untersuchungen
des Filtervorganges ist bekannt, daß bei einer großen Menge von
Kaffeepulver nicht mehr jedes Kaffeekorn gleichermaßen vom
Wasser extrahiert wird, da sich im Kaffeepulver Durchströmungs
kanäle ausbilden, durch die das Wasser ohne Extraktionswirkung
abfließt. Um eine bessere Durchströmung des Kaffeepulvers zu
erreichen, wird bei größeren Mengen eine grobe Mahlung des
Kaffeepulvers vorgeschrieben und das Brühwasser unter Druck
durch den Filter gepreßt. Durch eine grobe Mahlung sinkt jedoch
die Extraktionsausbeute, die umso höher ist, je feiner der
Kaffee gemahlen ist. Durch die Anwendung von Druck wird das
Kaffeepulver im Filter stark zusammengepreßt, wodurch die
Ausbildung von Kanälen im Filtergut begünstigt wird. Da der
Filterwiderstand und der Druck auch von der Mahlfeinheit des
Kaffeepulvers abhängt, wird bei größerer Mahlfeinheit eine
Steigerung der Extraktionsausbeute nicht erreicht und ein nur
ungenügender Geschmack des Kaffeegetränkes erzielt.
In der DE-OS 26 47 342 wird eine Kaffeemaschine beschrieben,
bei welcher in einem Dosierbehälter heißes Wasser einge
füllt wird, welches durch eine gesonderte Dampfdruckquelle
durch den Filter gepreßt wird. Obwohl der Dampfdruck im
wesentlichen konstant gehalten werden kann, ist ein Zusammen
pressen des Filtergutes nicht zu verhindern.
Bekannt ist auch die Zubereitung von Filterkaffee nach dem
Intervallbrühverfahren.
Die CH-PS 4 57 759 beschreibt eine Kaffeemaschine, bei welcher
in Intervallen eine Kaltwasserdosierung vorgenommen wird und
die Extraktion in einem offenen Sickerfilter erfolgt. Durch
das Erhitzen kleinerer Wassermengen werden jedoch die im
Kaffeefilter auftretenden Probleme einer ungenügenden Aus
laugung nicht beseitigt.
Eine Kaffeemaschine mit Intervallbrühung wird auch in der
DE-OS 32 05 719 beschrieben. Durch Verkleinerung des Wasserer
hitzungskessels wird die Baugröße der Kaffeemaschine reduziert
und die Dosierung verbessert. Die Wirkungsweise der Vorrichtung
ist derart, daß durch den beim Erhitzen des Brühwassers ent
stehenden Dampfdruck das Brühwasser vollständig durch den
Druckfilter gepreßt wird. Dies wird dadurch gewährleistet, daß
die Heizspirale im Dosierbehälter angeordnet ist und erst abge
schaltet wird, wenn sämtliches Brühwasser ausgelaufen ist.
Die freiliegenden Heizspiralen entwickeln eine große Menge
Dampf und überhitzen sich stark, so daß beim erneuten Einfließen
von Frischwasser an der überhitzten Heizung weiterer Dampf ent
steht, der das Filtergut austrocknet. Dieser bei Haushaltma
schinen erwünschte Effekt, welcher ein Nachtropfen des Filters
verhindert, hat den Nachteil, daß dadurch das Kaffeepulver im
Filter stark zusammengepreßt wird. Bei den nachfolgenden Inter
vallen erhöht sich damit zwangsläufig der Filterdruck und der
Siedepunkt des Wassers.
In der Folge werden, wie bekannt, durch die Ausbildung von
Strömungskanälen im Filtergut nur noch wenige Teile des
Kaffeepulvers ausreichend extrahiert. Mit der Erhöhung des
Siedepunktes erhöht sich der Energieverbrauch und die Brüh
temperatur. Durch die unzulässige Erhöhung der Brühtempera
tur wird der Geschmack des Kaffeegetränkes erheblich durch
Bitter- und Gerbstoffe verschlechtert.
Die Erfindung bezweckt eine Verbesserung des Geschmacks von
Filterkaffee. Durch eine Verbesserung des Filtervorganges soll
eine gleichmäßige Extraktion des Kaffeepulvers und damit eine
Erhöhung des Extraktionsgrades gegenüber bekannten Kaffeema
schinen erzielt werden. Unerwünschte hohe Brühtemperaturen
sollen verhindert und dadurch die verstärkte Auslaugung von
Bitter- und Gerbstoffen vermieden und der Energieverbrauch ge
senkt werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Filterwiderstand
im Kaffeefilter zu verringern und alle Teile des Kaffeepulvers
gleichmäßig mit dem Brühwasser in Kontakt zu bringen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Intervallbrühver
fahren gelöst, in dem zwischen den Intervallen das Kaffeepulver
im Filter durch Unterdruck aufgewirbelt und aufgelockert wird.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird das Brühwasser in einem
Wasserkessel erhitzt und durch den Dampfdruck, der durch Er
wärmung des Wassers erzeugt wird, über eine Steigleitung durch
den Filter gedrückt. Dabei wird nur soviel Brühwasser ausge
trieben, daß die Heizung ständig mit Brühwasser bedeckt bleibt
und eine nur geringe Menge Dampf entwickelt, der gerade aus
reicht, den Wasserkessel bis zur Unterkante des Steigrohres zu
entleeren, ohne das Brühwasser, wie üblich, vollständig durch
den Kaffeefilter zu pressen.
Nach der Beendigung der Intervallbrühung wird das Luftvolumen
durch Einspritzen von kaltem Wasser aufgrund dem Gay-Lussaci
schen Gasgesetzes schlagartig verringert und in dem Wasser
druckkessel ein Unterdruck erzeugt, der sich über das Steig
rohr bis zum Filter hin fortpflanzt und das Kaffeemehl Wasser-
Gemisch ansaugt, wobei das Kaffeepulver aufgelockert und auf
gewirbelt wird. Dadurch verringert sich der Filterwiderstand
erheblich und alle Teile des Kaffeepulvers werden gleißmäßig
mit dem Brühwasser in Berührung gebracht.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung besitzt einen zweiteiligen
Wassererhitzungskessel mit einem Dosier- und einem Wasserer
hitzungsanteil. Im Dosierbereich ist eine Steigrohrleitung und
im unteren Teil eine Tauchsiederheizung angeordnet. Das Dosier
volumen wird durch einen oberen Niveauschalter und die Unter
kante der Steigrohrleitung begrenzt. Wesentlich ist die An
ordnung der Heizung unterhalb der Steigrohrleitung. In Höhe der
Unterkante des Steigrohres ist ein zweiter Niveauschalter an
geordnet, welcher mit dem Auslaufen des Brühwassers die Heizung
abschaltet, wodurch eine weitere Wärmezufuhr unterbleibt und
die Dampfbildung sofort beendet ist. Zugleich wird das Elektro
magnetventil einer Kaltwasserleitung geöffnet und kaltes Wasser
unter Druck in den erhitzten Wasserkessel eingespritzt. Dabei
kondensiert der restliche Dampf und der Dampfdruck wird aufge
hoben, wodurch im Kaffeefilter eine Restwassermenge verbleibt,
welche nicht unmittelbar wegen des fehlenden Druckes abfließen
kann.
Durch weiteres einfließendes Kaltwasser wird das erhitzte Luft
volumen schlagartig verringert und das im Kaffeefilter enthal
tene Wasser-Kaffeepulver-Gemisch durch Unterdruck angesaugt.
Mit der Beendigung des Füllvorganges ist ein Druckausgleich
vorhanden und das Kaffeepulver im Filter aufgelockert.
Durch die Verringerung des Filterwiderstandes und die Durch
wirbelung des Kaffeepulvers wird gegenüber bekannten Kaffee
maschinen die Extraktionsausbeute wesentlich erhöht und
gleichzeitig der Anteil der Gerb- und Bitterstoffe gesenkt.
Dadurch ist eine Verbesserung des Geschmackes des Kaffee
getränkes bzw. bei Beibehaltung des Geschmacksniveaus eine
Einsparung an Filterkaffee möglich. Mit der Begrenzung der
Brühtemperatur wird die Dampfbildung gering gehalten und der
Energieverbrauch gesenkt.
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert werden. Die Zeichnung zeigt eine erfindungs
gemäße Kaffeemaschine in schematischer Darstellung.
Die Filterkaffeemaschine besteht aus einem druckfesten Wasser
kessel 1, in dessen oberem Teil ein Steigrohr, welches aus dem
Hüllrohr 2 und dem Überlaufrohr 3 gebildet wird, angeordnet
ist, einem Druckfilter 4 und der im unteren Teil des Wasser
kessel 1 angeordneten Heizung 5. Der Wasserkessel 1 ist mit
einer Zulaufleitung 6 an das Wasserleitungsnetz angeschlossen,
wobei der Zulauf des Kaltwassers mittels eines Elektromagnet
ventils 7 gesteuert wird. Kommunizierend mit dem Wasserkessel 1
ist ein Behälter 10 mit einer oberen Wasserstandselektrode 8
und einer unteren Elektrode 9 verbunden. Durch Abstand zwischen
der oberen Wasserstandselektrode 8 und der Unterkante des Hüll
rohres 2 wird das Dosiervolumen von vorzugsweise 1 bis 2 Tassen
festgelegt. In Höhe der Unterkante des Hüllrohres 2 und ober
halb der Tauchsiederheizung 5 ist die untere Elektrode 9 ange
ordnet. Diese ist mit einer elektronischen Steuerung für eine
Intervallbrühung, der Heizung 5 und mit dem Elektromagnetventil
7 derart verbunden, daß die Heizung 5 abgeschaltet wird, wenn
in Abhängigkeit des Dampfdruckes das Brühwasser ausgeflossen
ist und neues Kaltwasser nachfließt, wodurch eine weitere
Dampfbildung ausgeschlossen ist.
Gemäß dem erfindungsgemäßen Kaffeefilterverfahren wird der
Kaffee in Intervallen gebrüht und zwischen den Intervallen
das Kaffeemehl im Druckfilter aufgelockert. Die gesamte
Kaffeemenge wird feinkörnig in den Druckfilter eingebracht
und durch das erhitzte Brühwasser extrahiert. Wenn der tiefste
Wasserstand erreicht ist, wird durch die Elektrode 9 die
Heizung 5 ausgeschaltet. Die Heizung 5 befindet sich voll
ständig im Wasser und besitzt demzufolge eine Temperatur von
100°C, da im Wasser eine Temperaturerhöhung über den Siede
punkt hinaus nicht möglich ist. Mit dem Abschalten der Heizung
erfolgt eine sofortige Unterbrechung der Dampfbildung, damit
das Brühwasser im Kaffeefilter 4 nicht restlos durchgepreßt
wird. Zugleich mit dem Abschalten der Heizung 5 wird das
Elektromagnetventil 7 geöffnet und kaltes Wasser eingelassen.
Durch das kalte Wasser wird der Restdruck durch Kondensation
des Wasserdampfes aufgehoben und die Kaffeemaschine drucklos,
bevor das Brühwasser vollständig durch den Kaffeefilter 4 ge
drückt wurde. Bei weiterer Zufuhr von kaltem Wasser wird die
erhitzte Luft im Wasserkessel 1 abgekühlt, wobei die Volumen
kontraktion des Gases aufgrund des Gay-Lussacschen Gasgesetzes
schneller vonstatten geht, als durch das zufließende Wasser
die Luft verdrängt wird. Damit wird ein Unterdruck erzeugt
und Luft über das Steigrohr und dem Filter 4 angesaugt, wodurch
das Kaffeemehl aufgelockert, aufgewirbelt und intensiv mit dem
Brühwasser durchmischt wird. Dadurch wird der Filterwiderstand
erheblich verringert, wodurch eine Überhitzung des Brühwassers
vermieden wird. Bei einem Überdruck von 2,5 kg/cm2 des Sicher
heitsventils beträgt der tatsächliche Siedepunkt bereits 125°C.
Dadurch werden vor allem Bitter- und Gerbstoffe extrahiert und
höhere Energiekosten erforderlich.
- Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
1 - Wasserkessel
2 - Hüllrohr des Steigrohres
3 - Überlaufrohr des Steigrohres
4 - Druckfilter
5 - Heizung
6 - Zulaufleitung des Kaltwassers
7 - Elektromagnetventil
8 - obere Elektrode des Füllstandes
9 - untere Elektrode des Füllstandes
10 - Behälter für Elektroden
Claims (2)
1. Verfahren zur Zubereitung von Filterkaffee durch Inter
vallbrühung, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den
Intervallen im Wasserkessel (1) durch Abkühlung des
Luftvolumens ein Unterdruck erzeugt und durch Ansaugen
von Luft das Kaffeepulver im Filter (4) aufgelockert und
aufgewirbelt wird.
2. Vorrichtung zur Zubereitung von Filterkaffee durch Inter
vallbrühung mit einer Druckkaffeemaschine mit Steigrohr
und Dosierelektroden, dadurch gekennzeichnet, daß in einem
zweiteiligen Wasserkessel (1) eine ständig mit Wasser be
deckte Heizung (5) und oberhalb der Heizung (5) eine den
Dosierbereich bestimmende obere Wasserstandselektrode (8)
und das Steigrohr (2/3) sowie eine untere Elektrode (9) in
Höhe der Unterkante des Steigrohres (2/3) angeordnet sind,
wobei die untere Elektrode (9) mit einer elektronischen
Steuerung für die Intervallbrühung, der Heizung (5) und dem
Elektromagnetventil (7) derart verbunden ist, daß mit dem
Abschalten der Heizung (5) das Elektromagnetventil (7) ge
öffnet wird.
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