DE3644399A1 - Verfahren zum abfangen von stuetzmauern - Google Patents
Verfahren zum abfangen von stuetzmauernInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abfangen von
Stützmauern mit dahinter anstehendem Erdreich durch
nachträgliche Anbringung von im Abstand zueinander
angeordneten, sich im wesentlichen senkrecht zur
Stützmauer erstreckenden Verstärkungsrippen.
Es ist bereits seit sehr langer Zeit bekannt, Stützmauern,
hinter denen Erdreich ansteht, durch als Stützpfeiler oder
Pfeiler-Vorlagen ausgebildete Verstärkungsrippen zu
stützen, die an der Mauervorderseite, d. h. der dem
Erdreich abgekehrten Seite, in Abständen angebracht
werden. Obwohl die Festigkeit einer solchen Stützmauer mit
davorstehenden Verstärkungsrippen statisch nicht
nachweisbar ist, haben die über Jahrhunderte reichenden
Erfahrungen gezeigt, daß auf diese Weise eine sehr
wesentliche Stützwirkung erreicht wird. Die Anbringung
derartiger Stützpfeiler vor der Mauer ist deshalb eine
bereits sehr alte Maßnahme, um Stützmauern abzufangen, die
sich wegen nicht ausreichender Schwergewichtswirkung zur
Vorderseite hin neigen.
Nachteilig an dieser Maßnahme ist, daß die die
Stützpfeiler bildenden Verstärkungsrippen an der
Mauervorderseite oftmals stören. Einerseits wird Platz
beansprucht, der oftmals dort nicht zur Verfügung steht,
weil an der Stützmauer Wege oder Straßen entlangführen;
andererseits wird das Aussehen der Stützmauer durch die
Stützpfeiler wesentlich verändert.
Deshalb wurden andere Maßnahmen zur Sanierung von
Stützmauern entwickelt. Bei einem bekannten Verfahren (DE-
OS 34 08 461) wird entlang der gesamten Stützmauer an der
Mauerrückseite ein Hohlraum durch Ausspülen erzeugt, der
anschließend durch Einpressen einer Mörtelmasse verfüllt
wird, die nach dem Abbinden einen mit der Stützmauer
zusammenhängenden Mauerwerkskörper bildet, der eine
vollständige Schwergewichtsmauer darstellt, deren
Standfestigkeit auch statisch nachweisbar ist.
Der hierfür erforderliche Aufwand an Arbeit und an
Mörtelmasse ist verhältnismäßig groß und vollzieht sich
allein nach dem Prinzip der Schwergewichtsmauer. In vielen
Fällen reicht es auch aus, einzelne im Abstand angeordnete
Verstärkungsrippen an der Mauervorderseite vorzusehen, wie
die zahlreichen und teilweise sehr alten Beispiele von
Stützmauern zeigen.
Es ist auch bekannt (AT-PS 2 17 676), an der Mauerrückseite
von zu sanierenden Stützmauern senkrechte, im Abstand
zueinander stehende Trennwände zu errichten, um den
Erddruck zu verringern. Diese Trennwände werden bei dem
bekannten Verfahren dadurch gebildet, daß nacheinander in
vielen benachbarten Bereichen des Erdreichs Injektionen
vorgenommen werden. Damit diese von den Injektionen
erfaßten Bereiche zur Bildung einer Trennwand einen
Zusammenhang bekommen, werden Anker von der Stützmauer her
in diese Bereiche vorgetrieben.
Obwohl es fraglich erscheint, ob mit derartigen
Injektionen in das Erdreich wirksame Trennwände aufgebaut
werden können, ist zumindest festzustellen, daß die
Wirkung dieser Trennwände nicht darin besteht, die
Stützmauer abzufangen, sondern im wesentlichen nur darin,
in dem dahinter anstehenden Erdreich durch Unterteilung
eine Silowirkung zu erreichen, wodurch der Erddruck soweit
gemindert wird, daß die Stützmauer dem Erddruck wieder
standhalten kann, insbesondere nachdem sie in üblicher
Weise von der Vorderseite durch Verfugen und Ausspritzen
saniert wurde.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein statisch
nachweisbares Verfahren der eingangs genannten Gattung zu
schaffen, mit dem zu sanierende Stützmauern abgefangen
werden können, wobei die an der Mauerrückseite
vorzunehmenden Maßnahmen mit möglichst geringem Aufwand
verbunden sein sollen und wobei die Mauervorderseite
unbeeinträchtigt bleiben soll.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die
Verstärkungsrippen als Pfeiler-Rücklagen an der dem
Erdreich zugekehrten Mauerrückseite angebracht werden und
daß an der Mauerrückseite den vorgesehenen
Pfeilerquerschnitten entsprechende Hohlräume hergestellt
und anschließend mit zementgebundenem Pfeilermaterial
verfüllt werden.
Die so gebildeten Pfeiler-Rücklagen, die im Abstand
zueinander ausgeführt werden und eine im Verhältnis zur
Gesamtfläche der Stützmauer nur verhältnismäßig kleine
Querschnittsfläche einnehmen, bilden mit der Stützmauer
durch Verzahnung mit der unregelmäßigen Mauerrückseite
eine innige Verbindung und eine monolithische Einheit. An
der Verbindungsstelle zur Stützmauer üben die Pfeiler-
Rücklagen eine Stützwirkung auf die Stützmauer aus, die
vergleichbar mit der Stützwirkung eines an der
Mauervorderseite angeordneten Stützpfeilers ist. Das
Prinzip beruht auf der Rippenverstärkung freier
Mauerlängen sowie der Abminderung des Erddruckes durch
Aufnahme von Reibungskräften an den durch
Flächenvermehrung zusätzlich geschaffenen Rippenflächen
(Pfeilerflächen).
Die Aufnahme des Erddruckes kann so mit Hilfe von
Bodenkennwerten nachgewiesen werden und stellt ein
statisch bestimmbares System dar, das auf die in der AT-PS
2 17 676 vorgesehene Konstruktiv-Lösung verzichten kann.
Im Gegensatz zur Schwergewichtsmauer wird das statische
System durch eine "Einfeld-Balkenwirkung" von Pfeiler und
Pfeiler erreicht und die Abstände der Pfeiler so klein
gehalten, daß der verbleibende Zwischenraum keine
Zugbeanspruchung des Mauerwerks zuläßt. Die Abmessungen
der Pfeiler-Rücklagen sind dabei verhältnismäßig klein und
beschränken sich auf das statische Mindestmaß.
Die Hohlräume werden dabei durch Einblasen von Kies-
Körnung verfüllt und durch Einpressen von Zementsuspension
vermörtelt. Die Verstärkungsrippen bestehen somit aus
Beton, der auch ohne Bewehrungen eine ausreichende
Zugfestigkeit, insbesondere an der Verbindungsstelle zur
Mauerrückseite aufweist, um die erforderlichen Stützkräfte
auf die Stützmauer zu übertragen.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens ist
vorgesehen, daß die Hohlräume jeweils durch eine oder
mehrere durch die Stützmauer reichende Spülbohrungen und
Ablaufbohrungen ausgespült und die Mauerrückseite mittels
Hochdruck-Wasserstrahlen gereinigt wird, bevor das
Pfeilermaterial in die Hohlräume eingebracht wird. Auf
diese Weise lassen sich mit sehr geringen, das Aussehen
der Stützmauer nicht verändernden Eingriffen an der
Stützmauer die erforderlichen Arbeiten an der
Mauerrückseite ausführen.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des
Erfindungsgedankens sind Gegenstand weiterer
Unteransprüche.
Die Erfindung wird nachfolgend an einem
Ausführungsbeispiel näher erläutert, das in der Zeichnung
dargestellt ist. Es zeigt:
Fig. 1 eine Stützmauer mit dahinter angeordneter Pfeiler-
Rücklage im Schnitt,
Fig. 2 die Stützmauer nach Fig. 1 im Grundriß und
Fig. 3-6 die einzelnen Verfahrensschritte zur Herstellung
der in den Fig. 1 und 2 gezeigten Pfeiler-Rücklagen an der
Stützmauer.
Eine beispielsweise aus altem Mauerwerk bestehende
Stützmauer 1, die nach ihrem Querschnitt statisch nicht
als Schwergewichtsmauer anzusehen ist, stützt das dahinter
anstehende Erdreich 2. Wenn erforderlich, kann die
Stützmauer 1 in üblicher Weise von der Vorderseite 3 her
saniert worden sein, insbesondere durch Auspressen des
Mauerwerks mit Mörtel und durch Verfugen.
Um zu erreichen, daß die Stützmauer dem Erddruck des
dahinter anstehenden Erdreichs 2 standhält, sind an der
Rückseite der Stützmauer 1 in statisch bestimmbaren
Abständen Pfeiler-Rücklagen 4 angebracht worden, die
Verstärkungsrippen bilden. Wie man aus Fig. 1 erkennt,
können die Pfeiler-Rücklagen beispielsweise trapezförmig
sein. Von einer Pfeilerkrone 5 nimmt die Pfeilertiefe bei
gleichbleibender Breite bis zum Pfeilerfuß 6 hin zu.
Stattdessen können auch andere Pfeilerformen gewählt
werden, beispielsweise Dreieckform. Vorzugsweise liegt die
Pfeilerkrone 5 unterhalb der Erdoberfläche. Es ist aber
auch möglich, die Pfeiler-Rücklage 4 bis zur Oberfläche
des hinter der Stützmauer 1 anstehenden Erdreichs 2
hochzuführen. In diesem Fall ist es besonders einfach, den
zur Bildung der Pfeiler-Rücklagen 4 erforderlichen
Hohlraum an der Mauerrückseite herzustellen und mit dem
Pfeilermaterial zu verfüllen.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel, bei dem die
Pfeilerkrone 5 unterhalb der Erdoberfläche liegt, wird der
dem Pfeilerquerschnitt entsprechende Hohlraum 7 (Fig. 3)
an der Mauerrückseite 8 dadurch hergestellt, daß von der
Mauervorderseite 3 eine oder mehrere Spülbohrungen 9
ausgeführt werden, durch die Spüldüsen 10 eingeführt
werden. Am Fuß der Stützmauer 1 werden eine oder mehrere
Ablaufbohrungen 10 vorgesehen.
Mit den Spüldüsen 10 wird das Erdreich an der
Mauerrückseite 8 in dem statisch bestimmten Bereich
ausgespült und durch die Ablaufbohrungen 10 a
heraustransportiert, bis der Hohlraum 7 in der gewünschten
Form entstanden ist. Durch Wasserstrahlen 11 (Fig. 4), die
von einer Spüldüse 12 gegen die Mauerrückseite 8 gerichtet
werden, wird die Mauerrückseite 8 vollständig gereinigt.
Dann wird das Pfeilermaterial in den Hohlraum 7
eingebracht. Hierzu kann beispielsweise durch eine größere
Öffnung 13 zunächst eine Kiesfüllung 14 in den Hohlraum
eingeblasen werden, die dann durch das Einpressen von
Zementsuspension mittels einer Injektionslanze 15
vermörtelt wird.
Die nach dem Abbinden aus Beton bestehenden Pfeiler-
Rücklagen 4 bilden zusammen mit der Stützmauer 1 ein
monolithisch einheitliches Gebilde, das ausreichend steif
ist, um den Erddruck des anstehenden Erdreichs
aufzunehmen.
Claims (4)
1. Verfahren zum Abfangen von Stützmauern mit dahinter
anstehendem Erdreich durch nachträgliche Anbringung von im
Abstand zueinander angeordneten, sich im wesentlichen
senkrecht zur Stützmauer erstreckenden Verstärkungsrippen,
dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkungsrippen als
Pfeiler-Rücklagen (4) an der dem Erdreich (2) zugekehrten
Mauerrückseite (8) angebracht werden und daß an der
Mauerrückseite (8) den vorgesehenen Pfeilerquerschnitten
entsprechende Hohlräume (7) hergestellt und anschließend
mit zementgebundenem Pfeilermaterial verfüllt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenzeichnet, daß
die Hohlräume (7) mit Kies-Körnung (14) verfüllt und durch
Einpressen von Zementsuspension vermörtelt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Hohlräume (7) jeweils durch eine oder mehrere durch
die Stützmauer (1) reichende Spülbohrungen (9) und
Ablaufbohrungen (10 a) ausgespült und die Mauerrückseite (8)
mittels Wasserstrahlen (11) gereinigt werden,
bevor das Pfeilermaterial in die Hohlräume (7) eingebracht
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
das Pfeilermaterial durch Bohrungen in der Stützmauer (1)
in die Hohlräume (7) gebracht wird.
Priority Applications (6)
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