DE3541013A1 - Verfahren zum dimensionieren von grundwasserbrunnen - Google Patents
Verfahren zum dimensionieren von grundwasserbrunnenInfo
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Description
VELI REIJONEN OY, HELSINKI / FINNLAND
Verfahren zum Dimensionieren von Grundwasserbrunnen
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Dimensionieren
von Grundwasserbrunnen.
Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Verbesserung der Dimensionierung einer Grundwasserbohrung, wodurch
ein genaueres Ergebnis erzielbar ist als bei den bekannten Verfahren.
Die grundsätzliche Aufgabe bei der Planung von Grundwasserbrunnen besteht in der wirksamen Ausnützung
der verfügbaren Grundwasservorkommen.
Das Planen der Grundwasserbohrung basiert auf der Untersuchung des Bodens und der Grundwasserzustände
-A-
eines ausgewählten Ortes. Zuverlässige Grundinformationen
sind unbedingt erforderlich, um eine falsche Planung zu vermeiden,
Folgende Untersuchungsresultate sind für die Brunnenplanung erforderlich:
Untersuchungen des Bodens des Wasserversorgungsbereiches (Bohrungen, Bodenproben);
- Förderkapazitätspumpungen (Fördermenge in den verschiedenen Tiefen, Beobachtungen während
der Pumpläufe);
Versuchspumpung (die Fördermenge nimmt ab im Wasserversorgungsbereich);
- Durchführung von Grundwasserqualitätsmessungen im Wasserversorgungsbereich;
Laborversuche mit Wasserproben; topografische Überwachungen (Aufzeichnung der
Untersuchungspunkte innerhalb des Wasserversorgungsbereiches;
Messungen (Grundplan des Wasserversorgungsbereiches, Stellen der Untersuchungspunkte).
Weiterhin ist eine Information der geplanten Fördermenge des Wasserversorgungsbereiches notwendig, die
durchschnittliche Fördermenge in m3/d und die momentane
maximale Fördermenge in dm3/s.
Die Ergebnisse der Bohrungsstellenuntersuchung sind der Ausgangspunkt für die Dimensionierung, welche
dahingehend ausgerichtet ist, dass zuerst die Bestimmung
des Ausmasses und der Stelle des Strömungsbereiches des Brunnens bestimmt wird. Der Strömungsbereich ist
der Teil des Brunnens, durch den das Grundwasser in den Brunnen strömt, d.h. der Flächenbereich des äusseren
ümfangs eines Brunnenrohrsieb- oder -filterabschnittes
oder eines Schaftes des Brunnenbodens. Gemeint ist die Lokalisierung des Strömungsbereiches in vertikaler
Richtung der Bodenschicht gleich Höhe oder Tiefe.
10
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Eine entscheidende Wirkung wird durch die Wasserleitfähigkeit der Bodenschicht ausserhalb des vorgenannten
Strömungsbereiches auf die Dimensionierung des Brunnens ausgeübt. Es ist von Bedeutung, dass die zulässige
Strömungsmenge nicht zu gross ist, was auf der Basis der wirksamen Korngrösse (din) des Bodens bestimmt
wird. Obwohl das eben dargelegte Verfahren häufig ungenau sein kann, kann es für die Grundwasserversorgung
verwendet werden. Probleme entstehen in erster Linie aus der Tatsache, dass die Bodenproben nicht
vollständig repräsentativ für den natürlichen Zustand sind und daher die wirksame Korngrösse, wie sie im
Labor festgestellt worden ist, sich vom tatsächlichen Wert unterscheidet.
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25
Bisher erfolgte die Dimensionierung eines Brunnens in Verbindung mit der Ortsbesichtigung und Ortsuntersuchung.
Die bestehende Praxis bestand darin, Bohrungen vorzunehmen und Bodenproben zu nehmen, um die
Wasserleitfähigkeit des Bodens herauszufinden. Ausserdem
wurden Bemühungen unternommen, die Förderkapazität
mit Hilfe von Pumpenläufen festzustellen.
Es ist allgemeine Praxis, auf der Basis von Bodenproben die durch den Brunnen zur Verfügung zu stellende
Wassermenge zu schätzen und zwar in Übereinstimmung mit dem sogenannten deutschen Standard. Wenn dies
vorgenommen wird, erfolgt die Siebanalyse der Bodenproben, wodurch die sogenannten Granulationsproben
(oder die Siebkurve) erzielt werden. Aus der Granulationsprobe wird die sogenannte effektive Korngrösse
(din) bestimmt. Danach wird die nachfolgende Formel
(1) angewendet:
D ^h χ din
Q = -E 1£ (1)
Q = -E 1£ (1)
280
worin bedeuten:
Q : die aus dem Brunnen abziehbare Wassermenge; D : den Bohrungsdurchmesser;
P
h : die Länge des Siebrohres;
h : die Länge des Siebrohres;
d1f. : die sogenannte effektive Korngrösse.
Es wurden Bemühungen unternommen, das Siebrohr soweit als möglich unter Berücksichtigung der Granulation
des Bodens, der Absenkung des Grundwasserspiegels (saisonbedingte Abweichungen und Niveauabfall aufgrund
des Wasserabzugs) und der qualitativen Aspekte festzulegen.
Der Niveauabfall im Brunnenrohr wird darüber hinaus geschätzt durch die Formel (2):
2,3 Q , 2,25 Tt
srt = T lo9
worin bedeuten:
s . : Niveauabfall im Brunnen;
Q : Wassermenge, die aus dem Brunnen abgezogen
werden kann;
T : Wasserleitfähigkeit des Grundwasservorkoiranens =
T : Wasserleitfähigkeit des Grundwasservorkoiranens =
0,01157 χ d102 x b; b ist dabei die Dicke der
Wasserleitschicht;
t : Pumpzeit;
r : Radius des Brunnens;
S : Speicherkoeffizient.
t : Pumpzeit;
r : Radius des Brunnens;
S : Speicherkoeffizient.
Die Wasserleitfähigkeit T des Grundwasservorkommens
kann ebenso auf der Basis der durchgeführten Pumpläufe
bestimmt werden.
Nachteile:
25
25
Wenn die Dimensionierung des Brunnens unter Verwendung der bekannten Verfahren durchgeführt wurde, waren die
Resultate ungenau. Die Ungenauigkeiten ergaben sich unter anderem aus folgenden Gründen:
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Die Testversuche waren nicht repräsentativ, d.h. der Untergrund war etwas anders als dies
die Bodenproben hergaben. Es ist tatsächlich vorgekommen, dass ein Fels durchbohrt wurde,
so dass ein Ergebnis erzielt wurde, gemäss dem eine wasserdurchlässige Bodenschicht anstelle
eines Felsens angenommen wurde. Dieser Fehler ergab sich durch ein Bohren, welches mit
einer Ausrüstung erfolgte, das mit Druckluft betrieben wurde. Bei diesem Bohren werden Fels
und Stein in feine unterteilte Materie zerkleinert.
Ausserdem ist die Kornzusammensetzung des Bodens nicht der einzige Einflussfaktor für
die Wasserleitfähigkeit. Sie wird ebenso beeinträchtigt durch die Kompaktheit und die
Kornform des Bodens (Schiefer leitet beispielsweise das Wasser nicht sehr gut). Obwohl
die Bodenproben für den Boden am Punkt der Beobachtung repräsentativ sein sollten,
kann der Boden schon in einem Abstand von
3 m anders sein, so dass dies einen Einfluss auf die Untersuchung hat.
Mit Hilfe der Erfindung werden die Nachteile der bekannten Verfahren eliminiert und Verfahren zum Dimensionieren
eines Grundwasserbrunnens geschaffen, bei dem die Untersuchungsphase bereits mit höherer
Genauigkeit erfolgt als dies bisher der Fall war.
Mit Hilfe der Erfindung können die Länge und die Stelle des Siebrohres bestimmt werden, und zwar bereits
10
im voraus mit höherer Genauigkeit als bisher. Daher wird in den meisten Fällen eine geringere Quantität
des Siebrohres erforderlich, so dass die Tiefe des Brunnens reduziert werden kann. Dies stellt die Brunnenherstellungskosten
.
Das Verfahren der Erfindung ist gekennzeichnet durch die Merkmale der kennzeichnenden Teile der Patentansprüche
.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigt:
15
Fig.
unter Anwendung des Bohrverfahrens das Auspumpen des Beobachtung srohres;
Fig. 2, 3 und
grafische Darstellungen der auf drei verschiedenen Höhen festfestellten
Werte, die die Wasserausbeute als Funktion des Niveauabfalls repräsentieren;
Fig.
eine grafische Darstellung der Wasserausbeute über die gesamte Grundwasserhöhe auf der Basis
der in Fig.2,3 und 4 angegebenen Daten; und
Fig.
das Pumpen in Richtung auf das Grundwasser bei der Untersuchung
eines Grundwasserbereiches in der grössten Tiefe.
Ein einstweiliger Wasserversorgungsbereich wird in Verbindung mit den normalen Grundwasseruntersuchungen
bestimmt. Dann werden als nächstes brunnenseitige Untersuchungen durchgeführt. Dabei wird ein Beobachtungsrohr mit einem Durchmesser von ungefähr 20 bis 100 mm,
meist 32 bis 50 mm, in den Erdboden eingebracht. In Abhängigkeit von Einbringungsort beträgt die Länge des
Beobachtungsrohres zwischen 2 und 60 m.
In das Beobachtungsrohr werden Messinstrumente eingesetzt, um den Grundwasserspiegel festzustellen. Aus
dem Beobachtungsrohr wird in verschiedenen Ausbeutemengen Wasser abgepumpt, indem das Verfahren des sogenannten
schrittweisen Pumpens angewendet wird. Gegenüber dem üblichen schrittweisen Pumpen werden
kürzere Pumpperioden verwendet, und zwar von ungefähr 15 Sekunden bis 20 Minuten, in Abhängigkeit von Anbringungsort
und den sich stellenden Bedingungen. Natürlich sind auch Perioden von mehr als 20 Minuten
anwendbar, jedoch wurde herausgefunden, dass die angegebenen Zeitintervalle zweckmässig sind.
Gleichzeitig mit den zuvor erwähnten Massnahmen werden sowohl die hydrostatische Höhe des Wassers im Beobachtungsrohr
bei verschiedenen Förderleistungen sowie die gepumpte Wassermenge gemessen. Bei den bekannten
Verfahren wurde das erfindungsgemässe Messen der Druckhöhe
nicht vorgenommen, während zum Bestimmen der
Förderkapazität der Bohrung Pumpläufe durchgeführt worden sind.
Fig. 1 zeigt als Beispiel einer schrittweisen Pumpmessung einen Aufzeichnungs-Outputstreifen. Der Schreiber
auf der rechten Seite hat die Fördernenge Q, im Beobachtungsrohr aufgezeichnet und der linke Schreiber
den Niveauabfall s bei den jeweiligen Fördermengen.
Es ist möglich, aus den gemessenen Mengen, d.h. aus der hydrostatischen Höhe und der aufgepumpten Wassermenge
die hydraulischen Eigenschaften der Umgebung des Beobachtungsrohres zu entnehmen. Dadurch ist es
möglich, mit Hilfe des Korrelationsfaktors als Funktion des Niveauabfalls mit wesentlicher Genauigkeit
die wahre Ausbeute des Brunnens zu bestimmen.
Das Basispumpen wird so durchgeführt, dass die Abgabe
der Pumpe geregelt wird, beispielsweise mit einem Ventil, so, dass die Abgabe 15 Liter/Minute beträgt.
Wenn sich der Grundwasserspiegel, d.h. der Druck, stabilisiert hat (beispielsweise nach 30 Sekunden), wird
die Pumpe auf 12,5 Liter/Sekunde gedrosselt. Der Druck kann sich einregeln, es wird eine Messung gemacht und
der Betrieb wird auf diese Weise durchgeführt, bis angemessene Resultate erzielt werden.
Auf der Basis der beim schrittenweisen Pumpen herausgefundenen
Werte wird die Wasserfördermnge über den Niveauabfall aufgezeichnet. Dies liefert eine Linie,
welche bis zu einer bestimmten Grenze gerade verläuft:
Q Q,
- = k —
s s
- = k —
s s
,. Q : aus der Bohrung abnehmbare Wassermenge (in Litern) ;
Q, : aus dem Beobachtungsrohr abziehbare Wassermenge (in Litern);
s : Niveauabfall (in Metern);
k : Korrelationsfaktor.
k : Korrelationsfaktor.
Der Korrelationsfaktor ergibt sich wie folgt:
Wenn das Sieb- oder Filterrohr eine Länge von beispielsweise 1 m hat und die Tiefe des Grundwasserbereiches
mehrere Meter beträgt, so muss das schrittweise Pumpen
so vollzogen werden, dass der Sieb- oder Filterabschnitt des Rohres beispielsweise zunächst am höchsten Punkt
positioniert wird, wie Versuchspumpungen durchgeführt werden. Das Sieb- oder Filterrohr wird dann 1 m weiter
nach unten gestossen und es werden wieder.Testpumpungen
durchgeführt. Das Verfahren setzt sich fort, bis Resultate über die gesamte Tiefe des Grundwasserbereiches
erzielt worden sind. Die so erzielten Resultate werden kombiniert und die Förderkapazität des Brunne
nens wird dann als Summe der Fördermengen in den verschiedenen Abschnitten berechnet.
Wenn das Beobachtungsrohr einen Durchmesser von 50 mm hat und der Durchmesser des Brunnenrohres 4 00 mm be-
2Q trägt, so ist das Verhältnis der Siebflächen hinsichtlich
der Länge gleich mit dem Verhältnis der Durchmesser.
So wird die Siebfläche des Brunnenrohres dem 8-fachen der Siebfläche des Beobachtungsrohres sein. Dementsprechend
wird der Siebwiderstand bzw. Filterwiderstand des Brunnens durch einen Faktor 1/8 geringer.
5
Die Gleichung (2) kann für das Verhältnis des Förderleistungsabfalls
des Brunnens und des Beobachtungsrohres (Q/s (k) bzw. Q/x (hp)) gelöst werden, wenn die
Durchmesser bekannt sind:
Q/s (k)
Q/s (hp)
log —-—-— rhp
2 s
Wenn der Brunnen ein r von 0,2m und das Beobachtungs
rohr ein r von 0,025 m hat, dann gilt:
Q/s(k) .. 1 42
1 42
Q/s(hp). ]'q*
Die vorgenannte Gleichung zieht nicht den Filter- bzw. Siebwiderstand in Betracht.
Um dies zu erklären, wird in den Diagrammen der Fig. 2, 3 und 4 ein Beispiel für die Untersuchung einer
Grundwasserschicht von 3 m Höhe wiedergegeben, und zwar entsprechend der Erfindung.
Die Förderleistungskapazität des Vorkommens wurde vorstehend
definiert. Die Aufgabe besteht darin, mit höchstmöglicher Genauigkeit einen Brunnenort und die
Förderkapazität des Brunnens herauszufinden.
Hierfür werden Testrohre an günstigen Stellen angebracht, welche Stellen aufgrund von früheren Untersuchungen
ausgewählt wurden. Es ist gleichermassen Möglich, Beobachtungsrohre zu verwenden, die früher
bereits in einem besonderen Bereich angebracht worden sind.
Die Fumpläufe werden schrittweise durchgeführt, um die spezifische Förderleistung des Rohres zu bestimmen.
Das Vorkommen kann durch individuelle Schichten getestet werden und zwar mit einem Filter- oder Siebrohr
von beispielsweise 1 m Länge, wie dies im Zusammenhang mit Fig. 2, 3 und 4 erfolgt ist. Der Versuch
kann ebenso mit einem langen Sieb oder Filter erfolgen, welches eine Länge hat, das dem der gesamten Wasser
enthaltenden Schicht entspricht, wodurch ein Gesamtbild der Eigenschaften des Vorkommens erhalten
wird. In diesem Fall werden die Eigenschaften der indiciduellen Schichten nicht offenbar.
Beim genannten Beispiel repräsentiert das Vorkommen eine Grundwasserschicht von 3 m Höhe in einer Tiefe
von 7 bis 10 m.
Aus einer Tiefe von 7 bis 10m wurde durch schrittweises
Pumpen eine gerade Linie erzeugt, die in Fig. dargestellt ist. Fig. 2 zeigt die Fördermenge Q, (in
Litern pro Minute) als Funktion des Niveauabfalls s. So beträgt in Fig. 3 die Rohrtiefe 8 bis 9 m und in
Fig. 4 9 bis 10 m.
Aus den vorgenannten Teilresultaten findet man durch Summierung die Fördermenge als Funktion des Leistungsabfalls
für den gesamten Grundwasserbereich heraus. Bei einem Niveauabfall von 1 m betragen die Fördermengen
50, 67 und 100, total 217 l/min. Dies ist in Fig. 5 dargestellt.
Wenn der Durchmesser des Filters oder Siebes im Brunnen 4 00 mm beträgt, so wird das Verhältnis zwischen
dem Brunnensieb und dem Sieb des Beobachtungsrohres 400/50 = 8.
Q (Brunnen) = 217 χ 8 = abt. 1700 (l/min/m) .
Wenn die Siebe im Beobachtungsrohr und im Brunnen unterschiedlich sind, so muss der hierdurch eingeführte
Fehler berücksichtigt werden. Er kann durch Anwendung eines empirischen Koeffizienten in Betracht gezogen
werden. Bei dem genannten Beispiel sind die Siebe im wesentlichen gleich, so dass die Brunnenfördermenge
1700 l/min beträgt, wenn der Niveauabfall 1 m betrug.
Entsprechend der Formel auf Seite 12 ist Q/s / Qh/s Ok'
Wenn der Niveauabfall s im Beobachtungsrohr dasselbe ist wie in dem Brunnenrohr, dann ist Q = k'Q, . Im
Falle des vorliegenden Beispiels ist 0/Qr1 = 1,42. Die
Formel steht für den Strömungswiderstand im Boden. Versuche haben gezeigt, dass der richtige k-Wert
zwischen k und k1 liegt, d.h. beim genannten Beispiel
zwischen 1,42 und 8 und zwar in Abhängigkeit von dem Strömungswiderstand. Es wurde herausgefunden, dass
unter Verwendung des erfindungsgemässen Verfahrens konsistentere
Werte erzielt werden als bei den bisher eingesetzten Verfahren, obwohl der Wert von k weiterhin
empirisch korrigiert werden muss.
Derzeit werden Grundwasser, die dicht unterhalb der Erdoberfläche liegen, in erheblichem Masse ausgenutzt.
Daher konzentrieren sich die Wasserversorgungsaktivitäten in zentralen Teilen der Esker auf Grundwasserspiegel,
die eine grössere Tiefe als 8 m haben. Dies wird auch in der Zukunft der Fall sein.
Die sogenannte Tief-üntersuchungstechnik ist sehr mühselig und oft undurchführbar zur Hilfe der Dimensionierung
der Brunnen, die aus den zentralen Schichten Wasser hervorholen.
Das erfindungsgemässe Verfahren kann bei Grundwasservorkommen
in grosser Tiefe eingesetzt werden und zwar durch "Inversion". Hierbei wird über das Beobachtungsrohr, in das die vorgenannten Messinstrumente einge-
führt werden, Wasser in den Grund gepumpt, in dem das Verfahren des schrittweisen Pumpens der vorgenannten
Art verwendet wird und dabei die vorgenannten Intervalle eingesetzt werden, sowie verschiedene Wassermengen.
In diesem Fall werden die hydrostatische Wasserhöhe im Beobachtungsrohr und die Wassermenge pro Zeiteinheit
gemessen.
In Fig. 6 ist eine Grafik dargestellt, gemäss der Wasser in den Brunnen gepumpt wurde und zwar unter Anwendung
des erfindungsgemässen Prinzips des schrittweisen Pumpens. Dies zeigt das Diagramm auf der linken
Seite der Fig. 6, wo -Q, bedeutet, dass Wasser vom Erdboden absorbiert wird, und -s den Niveauanstieg
bedeutet und zwar im Gegensatz zum Niveauabfall. Wenn die gerade Linie in der Figur durch den Ursprung verläuft,
wird eine gerade Linie erhalten, die hier der Fördermenge bzw. der Förderleistung des Beobachtungsrohres entspricht, welches dasselbe ist, als wenn
Wasser aus dem Beobachtungsrohr herausgepumpt würde.
Das Prinzip ist bei beiden Untersuchungsverfahren
das selbe. Nur die Strömungsrichtung des Wassers wird umgekehrt.
Es ist bei der Erfindung wesentlich, dass beim Dimensionieren der Bohrung ein schrittweises Pumpen im
Beobachtungsrohr erfolgt, bei dem die Intervalle kurz sind (zwischen 15 Sekunden und 20 Minuten). Die hydrostatische
Höhe der Wassersäule wird dabei gemessen. Auf diese Weise wird der Wert CL/s = k für das Beobachtungsrohr
erzielt. Das entsprechende Q/s für den Brunnen wird dabei mit Hilfe des Korrelationsfaktors k
herausgefunden.
Bei Durchführung dieses Verfahrens werden bessere Resultate für das Dimensionieren der Grundwasserbrunnen
erzielt als mit den bekannten Verfahren.
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Claims (4)
1. Verfahren zum Dimensionieren von Grundwasserbrunnen
mit Hilfe eines Pumpvorganges in einem Beobachtüngsrohr, dadurch gekennzeichnet, dass das Pumpen schrittweise durchgeführt
wird, dass in den Boden Strömungen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten induziert werden und
dass die dadurch verursachte hydrostatische Höhe gemessen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , dass das schrittweise Pumpen
dahingehend durchgeführt wird, dass die Pumpperioden
ARABELLASTRASSE 4 - D-8OOO MÜNCHEN Θ1 · TELEFON CO893 911O87 ■ TELEX 5-29619 CPATHE} ■ TELEKOPIERER 918356
kurz sind, vorzugsweise im Bereich von 15 Sekunden bis 20 Minuten, dass die hydrostatische Wasserhöhe
bei verschiedenen Fördermengen gemessen wird, wodurch die Förderleistung bzw. die Fördermenge
des Beobachtungsrohres als Funktion des Niveauabfalls herausgefunden wird, woraus die Förderkapazität
des Brunnens dadurch bestimmt wird, dass die Fördermenge des Beobachtungsrohres mit
einem empirischen Faktor multipliziert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , dass, wenn der Sieboder
Filterteil des Beobachtungsrohres kürzer ist als die Höhe des Grundwassers in dem Bereich,
die Pumpenläufe über den gesamten Grundwasserhöhenbereich durchgeführt werden, indem das Sieboder
Filterteil des Beobachtungsrohres über einen Abstand gleich seiner Länge bewegt wird, so dass
die Pumpresultate über die gesamte Höhe erzielt werden, wodurch die Gesamtmenge die Summe der
Teilmengen ist, die im Zusammenhang mit demselben Niveauabfall (derselbe Wassersäulendruck)
herausgefunden werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch g e ■ kennzeichnet , dass Diagramme der
spezifischen Förderkapazität, die durch das schrittweise Pumpen bestimmt wird, dadurch erzielt
werden,dass die Pumpenläufe in Richtung auf das Grundwasser durchgeführt werden, insbesondere wenn
das Grundwasservorkommen sich in grosser Tiefe befindet.
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1985
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