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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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1. Bereich der Erfindung
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Diese
Erfindung bezieht sich insgesamt auf das Prüfen von Untertage-Formationen
oder Reservoirs. Insbesondere bezieht sich diese Erfindung auf ein
Verfahren und eine Vorrichtung zur Realzeit-Regelung eines Abziehsystems.
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2. Beschreibung des Standes
der Technik
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Zur
Gewinnung von Kohlenwasserstoffen wie Öl und Gas werden Bohrlöcher gebohrt,
indem ein an einem Gestängestrangende
befestigter Bohrmeißel
gedreht wird. Der Gestängestrang
kann ein zusammengesetztes drehbares Rohr oder ein gewickeltes Rohr
sein. Ein Großteil
der gegenwärtigen
Bohraktivität
betrifft das gerichtete Bohren, d. h. das Bohren von Bohrlöchern, die
aus der Vertikalen abweichen und/oder von horizontalen Bohrlöchern, um
die Kohlenwasserstoffgewinnung zu steigern und/oder zusätzliche
Kohlenwasserstoffe aus den Erdformationen abzuziehen. Moderne Richtungsbohrsysteme
verwenden gewöhnlich
einen Gestängestrang
mit einer Bohrlochsohlenanordnung (BHA – Bottom Hole Assembly) und
einem Bohrmeißel
an seinem Ende, der von einem Bohrmotor (Spülflüssigkeitsmotor) und/oder dem
Gestängestrang
gedreht wird. Eine Anzahl von bohrlochseitigen Einrichtungen, die
in unmittelbarer Nähe
des Bohrmeißels
angeordnet sind, messen bestimmte Bohrlochbetriebsparameter, die
dem Gestängestrang
zugeordnet sind. Zu solchen Einrichtungen gehören gewöhnlich Sensoren zum Messen
der Temperatur und des Drucks im Bohrloch, Messeinrichtungen für Azimut
und Neigung sowie eine Einrichtung zum Messen des spezifischen Widerstands,
um das Vorhandensein von Kohlenwasserstoffen und Wasser zu bestimmen.
Häufig
sind Bohrlochinstrumente, die als Geräte zum Messen während des
Rohrens (MWD – Measurement-While-Drilling) oder
als Geräte
zum Sondieren während
des Rohrens (LWD – Logging- While-Drilling) bekannt
sind, häufig
an dem Gestängestrang
befestigt, um die Formationsgeologie und Formationsfluidbedingungen
während
der Bohrvorgänge
zu bestimmen.
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Zu
einer Art der Prüfung
während
des Rohrens gehört
die Gewinnung von Fluid aus dem Reservoir, das Sammeln von Proben,
das Absperren des Bohrlochs, das Reduzieren eines Testvolumendrucks
und das Zulassen des Druckaufbaus auf einen statischen Wert. Diese
Folge kann mehrere Male bei mehreren unterschiedlichen Reservoirs
innerhalb eines vorgegebenen Bohrlochs oder an mehreren Punkten
in einem einzigen Reservoir wiederholt werden. Diese Art von Test
ist als "Druckaufbautest" bekannt. Ein wesentlicher
Aspekt bei Daten, die während
eines solchen Druckaufbautests gesammelt werden, sind die Druckaufbauinformationen,
die nach dem Absenken des Drucks in dem Testvolumen gewonnen werden.
Aus diesen Daten können
Informationen bezüglich
der Permeabilität
und Größe des Reservoirs
abgeleitet werden. Darüber
hinaus können
tatsächliche
Proben des Reservoirfluids erhalten und geprüft werden, um Druck-Volumen-Temperatur-Daten
zu sammeln, die für
die Kohlenwasserstoffverteilung des Reservoirs relevant sind.
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Einige
Systeme erfordern zur Ausführung
einer Druckprüfung
das Herausziehen des Gestängestrangs aus
dem Bohrloch. Der Gestängestrang
wird entfernt, und es wird ein Druckmessgerät in das Bohrloch unter Verwendung
eines Drahtseilgeräts
eingeführt,
das Packer zum Isolieren des Reservoirs aufweist. Obwohl an Drahtseilen
geförderte
Geräte
in der Lage sind, ein Reservoir zu prüfen, ist es schwierig, ein
Drahtseilgerät
in ein abgelenktes Bohrloch zu fördern.
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Ein
jüngeres
MWD-System ist in dem
US-Patent
5,803,186 für
Berger et al. offenbart. Das '186-Patent stellt
ein MWD-System bereit, welches die Verwendung von Druck- und Widerstandssensoren
bei dem MWD-System einschließt,
um für
diese Messungen eine Realzeit-Datenübertragung
zu ermöglichen.
Die '186-Vorrichtung
ermöglicht
es, statische Drucke, das Aufbauen von Drucken und Druckabsenkungen
mit einem Arbeitsstrang, wie einem Gestängestrang, an Ort und Stelle
zu erhalten. Es kann auch eine Berechnung der Permeabilität und anderer
Reservoir-Parameter basierend auf den Druckmessungen erreicht werden, ohne
den Gestängestrang
aus dem Bohrloch zu entfernen.
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Bei
Verwendung einer Vorrichtung, wie sie in dem '186-Patent beschrieben ist, wird die
Dichte des Bohrfluids während
des Rohrens berechnet, um den Bohrwirkungsgrad einzustellen, während die
Sicherheit aufrechterhalten wird. Die Dichteberechnung basiert auf
der gewünschten
Beziehung zwischen dem Gewicht der Bohrspülflüssigkeitssäule und dem vorhergesagten
Bohrlochdruck, dem begegnet wird. Nach der Ausführung des Tests wird eine neue
Vorhersage gemacht und die Spülflüssigkeitsdichte
wie gefordert eingestellt, während
sich der Meißel
weiterbewegt, bis eine weitere Überprüfung vorgenommen
wird.
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Ein
Nachteil dieser Geräteart
wird ersichtlich, wenn unterschiedliche Formationen während des
Rohrens durchdrungen werden. Der Druck kann sich von einer Formation
zur nächsten
und auf kurze Entfernungen aufgrund unterschiedlicher Formationszusammensetzungen
beträchtlich ändern. Wenn
der Formationsdruck niedriger als erwartet ist, kann der Druck der
Spülflüssigkeitssäule eine
unnötige
Beschädigung
der Formation herbeiführen.
Wenn der Formationsdruck höher
als erwartet ist, könnte
sich daraus ein Druckkick ergeben.
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Ein
alternatives Verfahren zur Ausführung
eines Absenktests, bei welchem das Fluid in das Testvolumen in zwei
Teilen gezogen wird, ist in dem
US-Patent
2002/112854 für
Krueger offenbart.
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Eine
solche Formationsdruckprüfung
kann durch eine Vielzahl von Faktoren behindert werden, zu denen
ein ungenügendes
Abzugsvolumen, ein Verstopfen des Geräts oder der Formation während eines
Tests, ein Dichtungsversagen oder eine Drucküberhöhung gehören. Diese Faktoren können zu
falschen Druckinformationen führen.
Drucktests mit übermäßiger Abzugsrate,
d. h. der Volumenzunahmerate in dem System, oder Versuche mit einem
unzureichenden Abzugsvolumen sollten vermieden werden. Die übermäßige Abzugsrate führt häufig zu
einem übermäßigen Delta-Druckabfall
zwischen dem Testvolumen und der Formation, was lange Aufbauzeiten
verursacht. Darüber
hinaus dominiert die Kompressibilität des Fluids in dem Gerät die Druckreaktion,
wenn die Formation nicht genug Fluid für den übermäßigen Druckabfall liefern kann.
Bei einer übermäßigen Abzugsrate
kann der Druckabfall den Fluidblasenbildungspunkt überschreiten,
wodurch die Entwicklung von Gas aus dem Fluid herbeigeführt und
das Versuchsergebnis unbrauchbar wird.
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Bei
einem unzureichenden Abzugsvolumen fällt der Druck in dem Gerät nicht
unter den Formationsdruck, was zu einem geringen oder keinem Druckaufbau
führt.
Bei stark permeablen Formationen kann ein unzureichendes Abzugsvolumen
fälschlicherweise
eine feste Formation anzeigen.
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Eine
Drucküberhöhung oder
einfach ein Überhöhen ist
vorhanden, wenn der Druck am Sandstoß in der Nähe der Bohrlochwand größer als
der wahre Formationsdruck ist. Ein Überladen wird durch einen Einfall von
Fluid aus dem Bohrprozess verursacht, das sich nicht vollständig in
die Formation verteilt hat. Ein Überhöhen wird
auch durch einen Ringraum-Fluiddruck verursacht, der eine Abdichtung
durch einen Schlammkuchen umgeht. Deshalb wird gewöhnlich die
Druckinformation mehr als einmal gemessen, um eine Bestätigung der
Informationen zu erhalten.
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Zu
dem typischen Bestätigungstest
gehören
mehrere Abziehtests unter Verwendung von identischen Abzugsparametern,
beispielsweise Abzugsrate, Delta-Druck und Testdauer. In manchen
Fällen
können
die Parameter nach einem vorgegebenen Vertfizierungsprotokoll geändert werden.
Der Versuch mit Mehrfachabzug unter Verwendung der gleichen Testparameter
hat den Nachteil einer zeitlichen Ineffizienz, und dass fehlerhafte
Ergebnisse wiederholt werden können.
Folgt man lediglich einem vorgegebenen Testprotokoll, erhöht dies nicht
den Wirkungsgrad, da sich das Protokoll den Echtzeitbedingungen
nicht in passender Weise zuwenden kann. Darüber hinaus verifizieren vorgegebene
Protokolle frühere
Testergebnisse nicht notwendigerweise.
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Eine übliche Praxis
besteht darin, eine fixierte Abzugsrate zu setzen, auf die auch
als Abzugsrate Bezug genommen wird. Das Festlegen einer fixierten
Abzugsrate führt
zu einem unkontrollierten Übergang
von einer Nullrate zu der eingestellten fixierten Abzugsrate. Das übliche Gerät bringt
auch den Abzugsteil des Tests nach einem vorgegebenen Zeitraum unverzüglich zum
Stillstand, wodurch ein weiterer unkontrollierter Übergang
von der fixierten Rate zurück
auf null erzeugt wird. Diese unkontrollierten Übergänge führen zu Diskontinuitäten an den Übergangspunkten,
an denen das Testgerät
und die Sensoren, insbesondere die in Bohrlöchern eingesetzten Drucksensoren,
nicht gut folgen.
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Die
Kombination von Diskontinuitäten,
die durch die gegenwärtigen
Testmaßnahmen
erzeugt werden, die mit der typischen Sensorreaktion verbunden sind,
führt zu
mehreren Mängeln.
Das Drucksensor-Ausgangssignal wird gewöhnlich hinter dem tatsächlichen
Druck zurückbleiben,
der in dem Testvolumen vorhanden ist. Manchmal wird der Drucksensor
auch "über das
Ziel hinausschießen", indem er einen
Druck jenseits (höher
oder niedriger) des tatsächlichen
Grenzdrucks anzeigt. Die abrupten Übergänge ändern auch die Testumgebung,
was zu fehlerhaften Druckmessungen führt. Die Übergangspunkte ergeben eine
relativ schnelle Druckänderung,
die eine Temperaturänderung
verursacht. Wenn ein hoher Druckgradient vorliegt, wird die Temperaturänderung
noch größer, was
einen schlechten Temperaturausgleich ergibt, der zu ungenauen Druckmessungen
mit den typischen temperaturkompensierten Drucksensoren führt. Wenn
diese Mängel
vorhanden sind, werden analytische Methoden zum Bestimmen von Formationsparametern,
wie Druck, Mobilität und
Kompressibilität,
ungenau, und auch eine direkte Messung des Formationsdrucks wird
ungenau.
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Jedes
der vorstehend angegebenen Probleme kann zu falschen Informationen
bezüglich
Formationseigenschaften und zu einer verlorenen Bohrzeit führen. Es
besteht deshalb ein Bedürfnis,
ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Durchführung von Mehrfachverifizierungstests
ohne Bedienungsperson bereitzustellen. Darüber hinaus besteht ein Bedürfnis, ein
Verfahren und eine Vorrichtung für
einen glatten Übergang
von einem Null-Abzug zu einem eingestellten maximalen Abzug und
dann für
einen glatten Übergang
zurück
zum Null-Abzug vorzusehen.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung befasst sich mit einigen der vorstehend erörterten
Nachteile, indem sie für eine
Messung mit Regelschleife während
des Rohrens eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Einleiten eines Abziehzyklus
mit einem glatten Übergang
von einer Null-Abzugsrate
zu einer vorgegebenen maximalen Abzugsrate sowie mit einem glatten Übergang
von der maximalen Abzugsrate zurück
zu null bereitstellt.
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Ein
Aspekt der vorliegenden Erfindung sieht ein Verfahren zum Bestimmen
eines interessierende Parameters einer Formation vor. Bei dem Verfahren
wird ein Gerät
in ein eine Formation durchquerendes Bohrloch transportiert und
in Fluidverbindung mit der Formation ange ordnet. Durch Verringern
des Drucks in dem Testvolumen bei zunehmender Abziehrate während eines
ersten Abziehabschnitts wird Formationsfluid in ein Testvolumen
gezogen. Während
des ersten Abziehabschnitts wird eine erste charakteristische Größe der Formation
oder des Geräts
bestimmt, die eine Anzeige für
die interessierenden Formationsparameter ist.
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Die
Abziehrate wird als kontinuierlich zunehmende Rate während des
ersten Abziehabschnitts und/oder schrittweise zunehmend gesteuert.
Zu einem zweiten Abziehabschnitt gehört das Absenken der Abziehrate
während
des zweiten Abziehabschnitts entweder kontinuierlich und/oder schrittweise
abnehmend.
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Bei
einem Verfahren nach der vorliegenden Erfindung kann ein Qualitätsfaktor
oder – indikator
jedem Abschnitt des Tests zugeordnet werden, wobei der Qualitätsindikator
aus einer Formationsratenanalyse bestimmt wird. Der Qualitätsindikator
ist eine Korrelation von Durchsätzen
zu Druck, die durch eine geradlinige Gleichung dargestellt wird.
Dann kann eine Extrapolation verwendet werden, um den Formationsdruck
zu bestimmen und/oder zu verifizieren.
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Ein
anderer Aspekt der vorliegenden Erfindung stellt eine Vorrichtung
zum Bestimmen eines gewünschten
interessierenden Formationsparameters bereit. Die Vorrichtung hat
ein Gerät,
das in ein Bohrloch förderbar
ist, das eine Formation durchquert, wobei eine Testeinheit in dem
Gerät für eine Fluidverbindung
mit der Formation angepasst ist und ein Testvolumen für die Aufnahme
von Fluid aus der Formation aufweist. Zum Steuern des Drucks in
dem Testvolumen ist diesem eine Steuereinrichtung zugeordnet, wobei
der Druck in dem Testvolumen verringert wird und eine steigende
Rate während
eines ersten Abziehabschnitts verwendet wird. Zum Bestimmen einer
ersten charakteristischen Größe des Testvolumens
während
des ersten Abziehabschnitts wird eine Erfassungseinrichtung verwendet,
wobei die bestimmte erste charakteristische Größe ein Indikator für den interessierenden
Formationsparameter ist.
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Das
Gerät kann
an einem Gestängestrang,
einem Wickelrohr oder an einem Drahtseil gefördert werden. Der Test kann
ein kleinvolumiger Versuch oder ein großvolumiger Druckversuch, beispielsweise
ein Drillstemtest, sein. Die Steuervorrichtung kann eine Pumpe mit
variablem Durchsatz sein, um Fluid aus dem Testvolumen abzuziehen,
oder die Steuereinrichtung kann ein steuerbarer Kolben sein, der
dem Testvolumen für seine Änderung
zugeordnet ist.
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Zum
Steuern der Steuereinrichtung kann eine im Bohrloch oder über Tage
befindliche Steuerung verwendet werden. Ein Prozessor empfängt ein
Ausgangssignal aus der Erfassungseinrichtung und verarbeitet das
Ausgangssignal unter Verwendung einer Formationsratenanalyse.
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In
einer Ausführungsform
arbeiten die Testeinheit und die Steuerung mit geschlossener Schleife
und autonom, nachdem der Test eingeleitet worden ist. Das Gerät wird in
das Bohrloch an einem Arbeitsstrang (Gestängestrang oder Drahtseil) befördert und
zum Prüfen
der Formation mit ihr kommunizierend angeordnet.
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Ein
weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein System zum In-situ-Bestimmen
eines gewünschten
interessierenden Formationsparameters. Das System hat einen Arbeitsstrang
zum Fördern
eines Geräts
in ein Bohrloch, das eine Formation durchquert, und eine Testeinheit
in dem Gerät,
die für
eine Fluidverbindung mit der Formation angepasst ist und ein Testvolumen
für die
Aufnahme von Fluid aus der Formation aufweist. Dem Testvolumen ist
eine Steuereinrichtung zugeordnet, um den Druck in dem Testvolumen
so zu steuern, dass der Druck darin unter Einsatz einer steigenden
Rate während
eines Abziehabschnitts abnimmt. Eine Erfassungseinrichtung bestimmt
eine erste charakteristische Größe des Testvolumens
während
des ersten Abziehabschnitts, die ein Indikator für den interessierenden Formationsparameter
ist. Ein Prozessor empfängt
ein Ausgangssignal der Erfassungseinrichtung und verarbeitet das
empfangene Ausgangssignal nach programmierten Instruktionen, wobei
der interessierende Formationsparameter wenigstens teilweise durch das
verarbeitete Ausgangssignal bestimmt wird.
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KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Die
neuen Merkmale dieser Erfindung sowie die Erfindung selbst lassen
sich am besten aus den beiliegenden Zeichnungen zusammen mit der
folgenden Beschreibung verstehen, in denen sich gleiche Bezugszeichen
auf gleiche Teile beziehen, wobei
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1A eine
Seitenansicht eines küstennahen
Bohrsystems gemäß einer
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist,
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1B eine
alternative Ausgestaltung der Testvorrichtung von 1A zeigt,
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2 eine
Abzieheinheit und eine Regelung nach der vorliegenden Erfindung
zeigt,
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3 in
einem Diagramm die Formationsprüfung
unter Verwendung des Durchsatzes zeigt,
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4A einen
Standard-Abziehtestzyklus zeigt,
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4B ein
Durchsatzdiagramm, das dem Standard-Abziehtestzyklus von 4A zugeordnet
ist, zusammen mit einem Qualitätsindikator
nach der vorliegenden Erfindung zeigt,
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4C ein
Beispiel eines Tests ist, der einen niedrigen Qualitätsindikator
hat,
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5A und 5B ein
Verfahren einer Formationsprüfung
nach der vorliegenden Erfindung unter Verwendung von Mehrfach-Abziehzyklen
zeigt,
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6A und 6B ein
weiteres Verfahren der Formationsprüfung nach der vorliegenden
Erfindung unter Verwendung von Mehrfach-Abziehzyklen und abgestufter
Absenkung zeigt,
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7A bis 7E weitere
Verfahren der Formationsprüfung
nach der vorliegenden Erfindung unter Verwendung einer glatten Absenkung
zeigen, die von einer kontinuierlich zunehmenden Abziehrate erzeugt wird,
und
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8A und 8B ein
weiteres Verfahren der Formationsprüfung nach der vorliegenden
Erfindung unter Verwendung einer glatten Absenkung zeigen, die von
einer zunehmenden Abziehrate schrittweise erzeugt wird.
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BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN
AUSFÜHRUNGSFORM
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1A ist
eine Bohrvorrichtung 100 gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung. Es ist ein typischer Bohrturm 102 mit
einem Bohrloch 104 gezeigt, das sich von ihm aus erstreckt,
was dem Fachmann bekannt ist. Der Bohrturm 102 hat einen
Arbeitsstrang 106, der bei der gezeigten Ausgestaltung
ein Gestängestrang
ist. An dem Gestängestrang 106 ist
ein Bohrmeißel 108 zum
Bohren des Bohrlochs 104 befestigt. Die vorliegende Erfindung
eignet sich auch für
andere Arten von Arbeitssträngen
und ist mit einem Drahtseil, einem Verbundrohr, einem Wickelrohr
oder einem anderen Arbeitsstrang mit kleinem Durchmesser, wie einem Hochdruckrohr
mit beweglichen Verbindungen, einsetzbar. Der Bohrturm 102 ist
auf einem Bohrschiff 122 positioniert gezeigt, wobei sich
ein Verlängerungsrohr 124 vom
Bohrschiff 122 bis zum Meeresboden 120 erstreckt.
Zur Ausführung
der vorliegenden Erfindung kann jedoch jede Bohrturmausgestaltung
angepasst werden, beispielsweise ein auf Land sitzender oder ein
Drahtseil aufweisender Bohrturm.
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Wenn
es zweckmäßig ist,
kann der Gestängestrang 106 einen
im Bohrloch befindlichen Bohrmotor 110 aufweisen. In dem
Gestängestrang 106 ist über dem
Bohrmeißel 104 eine
typische Testeinheit eingeschlossen, die wenigstens einen Sensor 114 zum
Erfassen von charakteristischen Bohrlochgrößen, den Bohrmeißel und
das Reservoir aufweisen kann, wobei solche Sensoren bekannt sind.
Eine geeignete Verwendung des Sensors 114 besteht darin,
die Richtung, den Azimut und die Ausrichtung des Bohrstrangs 106 unter
Verwendung eines Akzelerometers oder eines ähnlichen Sensors zu bestimmen.
Die BHA enthält
ebenfalls eine Formationstestvorrichtung 116. Die Testvorrichtung 116 hat
vorzugsweise eine Abdichteinrichtung 126 und einen Kanal 128,
um für
eine Fluidverbindung mit einer Untertage-Formation 118 zu sorgen. Die
Abdichtung 126 kann aus bekannten ausdehnbaren Packern,
wie gezeigt, bestehen, oder die Dichtung 126 kann, wie
in 1B gezeigt ist, ein Kissen 132 an einer
ausfahrbaren Sonde 130 sein, die Teil der Testvorrichtung 116a ist. Es
wird auch in Betracht gezogen und liegt innerhalb des Rahmens der
vorliegenden Erfindung, eine ausfahrbare Sonde 130 mit
oder ohne Kissenabdichtung 132 in der Testvorrichtung 116a einzuschließen, um
auszufahren und die Formation unter einem Packer 126a oder
zwischen einem Paar von Packern 126a zu kontaktieren. Die
Packer 126a sind gestrichelt gezeichnet, um anzuzeigen,
dass sie erwünscht,
jedoch optional sind, wenn die Testvorrichtung 116a eine
ausfahrbare Sonde 130 mit einer Kissenabdichtung 132 hat.
Ausfahrbare Sonden mit abdichtenden Kissen sind bekannt und brauchen
hier nicht mehr erörtert
zu werden. Die Testvorrichtung 116/116a wird näher unter
Bezug auf 2 beschrieben. An einer geeigneten
Stelle an dem Arbeitsstrang 106, beispielsweise über der
Testvorrichtung 116, ist ein Telemetriesystem 112 angeordnet.
Das Telemetriesystem 112 wird zum Befehlen und für eine Datenkommunikation
zwischen der Oberfläche
und der Testvorrichtung 116 verwendet.
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2 zeigt
eine Testvorrichtung mit einer Regelung nach der vorliegenden Erfindung.
Die Vorrichtung 200 hat eine Abzieheinheit 202 mit
einem Testvolumen 204 und ein Element 208 zum
Steuern des Volumens des Testvolumens. Dem Testvolumen ist zur Messung
von charakteristischen Fluidgrößen in dem
Volumen ein Sensor 206 zugeordnet.
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Das
Testvolumen 204 ist vorzugsweise ein Stück einer Durchflussleitung,
die in Fluidverbindung mit der Formation steht. Eine solche Einrichtung
minimiert das gesamte Systemvolumen, wodurch sich eine stärkere Reaktion
auf den Formationseinfluss, beispielsweise eine Druckreaktion, einstellt.
Das Volumen braucht jedoch nicht auf ein kleines Volumen beschränkt zu werden.
Beispielsweise sind die Verfahren nach der vorliegenden Erfindung
beim Drillstemtesting einsetzbar, das gewöhnlich ein großes Systemvolumen
hat.
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Das
Volumensteuerelement 208 ist vorzugsweise ein Kolben, kann
jedoch eine andere zur Änderung eines
Testvolumens geeignete Einrichtung sein. Alternativ kann das Element
eine Pumpe oder eine andere Bewegungseinrichtung sein, um den Druck
in dem Testvolumen 204 zu reduzieren.
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Der
Sensor 206 ist vorzugsweise ein Drucksensor aus Quarz.
Der Sensor kann alternativ ein anderer Sensor sein oder gewünschtenfalls
weitere Sensoren aufweisen. Zu weiteren Sensoren, die für Änderungen der
hier beschriebenen Verfahren nützlich
sein können,
können
Temperatursensoren, Strömungssensoren, Nukleardetektoren,
optische Sensoren, Sensoren zum Messen des spezifischen Widerstands
oder andere bekannte Sensoren zum Messen einer charakteristischen
Größe des Volumens 204 sein.
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Die
Vorrichtung hat ferner eine Steuerung 210 zum Steuern der
Testeinheit 202. Die Steuerung hat vorzugsweise einen Mikroprozessor 218 und
eine Schaltung für
eine Kolben-(oder Pumpen-)Drucksteuerung 212, eine Positionssteuerung 214 und
eine Geschwindigkeitssteuerung 216. Zum Senden von Signalen
zu der Steuereinrichtung, um eine Regelung zu bilden, werden ein
oder mehrere Sensoren 220, 206 verwendet, die dem
Abziehsystem zugeordnet sind.
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Die
Testeinrichtung 200 führt
den Formationsdrucktest in einer kurzen Bohrpause von etwa fünf Minuten
aus, was die Zeit ist, die erforderlich ist, um ein weiteres Bohrrohr
hinzuzufügen,
wenn die Einrichtung in eine bohrende BHA eingeschlossen ist. Diese
kurze Testperiode verringert das Risiko eines unterschiedlichen Anhaftens
während
des Rohrens durch einen erschöpften
Reservoir-Abschnitt, wo der Bohrprozess während eines ausgedehnten Zeitraums
nicht unterbrochen werden sollte und sich die BHA stationär in dem
Loch befindet.
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Die
Steuerung 210 hat einen Speicher für verarbeitete Daten und für Programme
für die
Ausführung der
Datenverarbeitung im Bohrloch. Die Programme zum Bestimmen von Formationsparametern
aus gemessenen Werten werden in Verbindung mit den Pumpensteuerschaltungen
verwendet, um eine Regelung für
Position, Geschwindigkeit und Drucksteuerung bereitzustellen.
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Wegen
seiner guten Auflösung
wird für
Druckmessungen ein Quarzdruckmesser 206 mit hoher Genauigkeit
verwendet. Weniger bevorzugte Drucksensoren, die ebenfalls verwendet
werden könnten,
sind Dehnungsmesser oder piezoelektrische Widerstandswandler. Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
ist der Druckwandler sehr nahe an dem Kissendichtungselement 132 angeordnet.
Eine solche Sensorplatzierung überwindet
Probleme, wie sie bei Drahtseilmessungen auftreten, denen die Genauigkeit
fehlt, wenn sich in der Durchflussleitung Gas ansammelt.
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Das
Gerät hat
vorzugsweise einen ausreichenden elektronischen Speicher zum Speichern
von bis zu 200 oder mehr Testergebnissen für eine weitere
detaillierte Nachversuchsanalyse, nachdem die Daten nach über Tage
gebracht wurden. Mit diesen Daten kann ein Sondieringenieur die
Druckdaten weiter interpretieren und sie in Korrelation zu der Geologie
und Druckmessungen von benachbarten Bohrlöchern setzen.
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Für die Steuerung
des Formationstestgeräts
im Bohrloch werden Einleitungssignale von über Tage zum Gerät unter
Verwendung einer Standard-Spülflüssigkeitspulstelemetrie
gesendet. Die im Bohrloch befindliche Steuerung ist vorzugsweise
so programmiert, dass sie einen Test nach der vorliegenden Erfindung
ausführt,
was später
näher beschrieben
wird. Das erwartete Übergleichgewicht
und die Mobilität
werden vorzugsweise für
ein spezielles Bohrloch pro grammiert, um den Optimierungsprozess
weiter zu beschleunigen und dadurch die Gesamtmesszeit zu verringern.
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Wenn
der Test beginnt, arbeitet das Gerät vorzugsweise in einem autonomen
Modus, um den Test unabhängig
auszuführen.
Das Gerät
kann als Notfunktion durch Spülflüssigkeitsumwälzpumpen
abgeschaltet werden, um einen Befehl zu signalisieren, den Messprozess
zu stoppen.
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Ein
bevorzugter Test in einem horizontalen Bohrloch beginnt mit einer
Geräteflächenmessung,
um eine Anzeige bereitzustellen, dass das Kissendichtungselement
nicht nach unten gegen die Formation gedrückt ist, wo sich das Schneidbett
befindet. Eine solche Ausrüstung
würde wahrscheinlich
zu der Unfähigkeit führen, abzudichten,
oder zu einem Verstopfen des Geräts.
Wenn das Kissendichtungselement nach unten weist, wird die tatsächliche
Position nach über
Tage gesendet, um eine Neuausrichtung des Geräts durch Drehen des Geräts von über Tage
aus zu ermöglichen.
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Wenn
das Gerät
einmal richtig ausgerichtet ist, wird das Kissendichtungselement
in gesteuerter Weise gegen die Bohrlochwand gedrückt. Der Dichtungsdruck wird
fortlaufend überwacht,
bis ein wirksames Abdichten erreicht ist. Ein kleiner Druckanstieg
in dem von dem Quarzmesser gemessenen inneren Systemvolumen ist
eine Anzeige für
eine gute Abdichtung.
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Abhängig von
der ausgewählten
Testoption beginnt das Gerät
mit seinem Druckmessvorgang. Das Gerät löst das Kissendichtelement von
der Bohrlochwand und überträgt die gemessenen
Daten nach über Tage über die
Spülflüssigkeitspuls-Telemetrie
nach Abschluss eines jeden Tests oder einer Reihe von Tests, falls
gewünscht. Über Tage
werden vorzugsweise die folgenden Daten verfügbar gemacht: zwei Ringraumdrucke
(vor und nach dem Test), bis zu drei oder mehr Formationsdrucke
der einzelnen Drucktests, Abziehdrucke der ersten beiden Tests,
der aus dem letzten Test berechnete Mobilitätswert sowie ein Qualitätsindikator
aus dem Korrelationsfaktor, wenn Formationsraten verfahren verwendet
werden.
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Somit
sind die Daten unmittelbar nach jedem Test oder einer Reihe von
Tests direkt verfügbar
und können
für die
weitere Bohrlochplanung verwendet werden. Aufgrund der Durchführung von
Wiederholungsmessungen können
die Druckdaten aus gerade einer Druckmessung ver glichen werden.
Dies gibt ein höheres
Vertrauen in den Drucktest, da Fehler bei dem Druckmessvorgang aufgrund
eines Leckstroms oder anderer Einflüsse direkt bei variierenden
Druckdaten beobachtet werden können.
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Nachdem
nun das Gerät
und der allgemeine Testablauf beschrieben worden sind, werden Verfahren zum
Prüfen
der Formation auf verschiedene interessierende Parameter näher erläutert.
3 zeigt
eine graphische Darstellung des Durchsatzes zur Verwendung in einem
analytischen Verfahren, das als Durchsatzanalyse (FRA – Flow Rate
Analysis) bekannt ist. Das
US-Patent 5,708,204 für Kasap
beschreibt ein FRA-Basisverfahren. Die FRA bietet eine eingehende
Analyse der Druckabsenk- und -aufbaudaten. Das in der FRA verwendete
mathematische Verfahren ist eine Form einer multivarianten Regressionsanalyse.
Durch Verwendung von multivarianten Regressionsberechnungen können Parameter,
wie der Formationsdruck (p*), die Fluidkompressibilität (C) und
die Fluidmobilität
(m) gleichzeitig bestimmt werden, wenn den Aufbauprozess repräsentierende
Daten verfügbar
sind.
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Die
FRA-Technik basiert auf dem Massegleichgewicht für das Durchflussleitungsvolumen
des Formationstestgeräts
unter Betrachtung des Drucks und der Kompressibilität des eingeschlossenen
Volumens. Die Gleichung (1) stellt die Standard-Darcy-Gleichung
dar zu

wodurch
die Proportionalbeziehung zwischen dem Durchsatz (q), der Permeabilität (k), der
dynamischen Viskosität
(μ) und
dem Differenzdruck (Δp)
erstellt ist. Das gleiche gilt, wenn Fluid durch einen Kern mit
einer Querschnittsfläche
(A) und der Länge
(L) strömt,
wie im Falle eines Drillstemtests. Ein Schlüsselbeitrag der FRA besteht
darin, die Formationsrate in der Darcy-Gleichung anstelle einer
Kolbenabziehrate zu verwenden. Die Formationsrate wird dadurch berechnet,
dass die Abziehkolbenrate für
die Gerätespeichereffekte
korrigiert wird. Die Darstellung der komplexen Strömungsgeometrie
der Sondenprüfung
mit einem geometrischen Faktor macht die FRA-Technik praktischer
hinsichtlich des Erhaltens des Formationsdrucks (p*), der Permeabilität und der
Fluidkompressibilität.
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Die
Darcy-Gleichung wird durch einen geometrischen Faktor für eine isotherme
stationäre
Strömung einer
Flüssigkeit
ausgedrückt,
wenn der Trägheitsströmungs-(Forchheimer-)Widerstand
vernachlässigbar
ist, als
wobei q
f der
volumetrische Volumenstrom in die Sonde aus der Formation, p* der
Formationsdruck und p(t) der Druck in der Sonde als Funktion der
Zeit sind. G
0 ist ein geometrischer Faktor,
der die besondere Strömungsgeometrie
nahe der Sonde einschließlich
des Bohrlochs berücksichtigt.
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Unter
Verwendung dieser modifizierten Darcy-Gleichung und der Kompressibilitätsgleichung
für den Gerätespeichereffekt
kann die Massengleichgewichtsgleichung umgestellt werden zu
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Die
Fluidkompressibilität
in der Durchflussleitung des Geräts
Csys und Vsys ist
das Volumen der Durchflussleitung. Zu erwähnen ist, dass die Ausdrücke in den
letzten Klammern in Gleichung 3 den Akkumulationsraten bzw. Kolbenabziehraten
(qdd) entsprechen. Diese Raten wirken während einer
Abziehperiode gegeneinander und während einer Aufbauperiode miteinander,
aber im Grunde ist die Kombination der Volumenstrom aus der Formation.
Gleichung 3 ist eine momentane Darcy-Gleichung, die die Kolbenrate
verwendet, jedoch korrigiert ist, um die Formationsrate zu erhalten.
Die Korrektur bildet das wesentliche Merkmal des FRA-Verfahrens.
Eine graphische Darstellung von p(t) gegenüber der Formationsrate, die
in Gleichung 3 als Ausdruck in Klammern angegeben ist, sollte eine
Gerade mit einer negativen Steigung und einem Koordinatenabstand bei
p* ergeben.
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Die
hier beschriebenen Verfahren verwenden bestimmte Aspekte der bekannten
FRA-Techniken und bieten
ein verbessertes Prüfen
und eine reduzierte Testzeit durch Realzeitverifizierung. Bei einem
Aspekt wird die Verifizierung durch Mehrfachabziehzyklen ausgeführt, während bei
anderen Aspekten ein einziger Abziehzyklus verwendet wird und eigenverifiziert
ist.
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Nach
der vorliegenden Erfindung wird ein Qualitätsindikator oder Faktor R2 aus einer besten geradlinigen Anpassung
an die FRA-Daten abgeleitet. Der Qualitätsindikator wird analytisch
beispielsweise unter Verwendung einer Methode der kleinsten Quadrate
abgeleitet, um zu bestimmen, wie gut die Datenpunkte zu der Geraden
passen. Der Qualitätsindikator
ist vorzugsweise eine dimensionslose Zahl zwischen 0 und 1. Zur
Zeit wird ein Qualitätsindikator
von etwa 0,95 oder mehr als Anzeige für einen guten Versuch für Verifizierungszwecke
angesehen.
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Während eines
einzigen Zyklus eines Abziehtests unter der Verwendung der vorliegenden
Erfindung kann ein Formationsvolumenstrom in Kubikzentimeter pro
Sekunde (cm3/s) gemessen werden. Die Druckreaktion
des Systemvolumens 204 wird im Falle von großvolumigen
Systemen oder im Falle des Testvolumens 204 von dem Fluidstrom
aus der Formation beeinflusst. Die Druckreaktion wird in Pfund pro
Quadratzoll (psi) oder in Bar (bar) unter Verwendung des Sensors 206 gemessen.
Es können
Druckreaktionskurven aufgetragen oder auf andere Weise elektronisch
gesammelt werden, um mehrere Datenpunkte zur Verwendung bei Verfahren
der multiplen Regressionsanalyse zu erhalten.
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Das
Verfahren der vorliegenden Erfindung ermöglicht Bestimmungen der Mobilität (m), der
Fluidkompressibilität
(C) und des Formationsdrucks (p*), die während des Abziehabschnitts
des Zyklus ausgeführt
werden, indem die Abziehrate des Systems zwischen den Abziehabschnitten
variiert wird. Diese frühe
Bestimmung ermöglicht
eine frühere
Kontrolle von Bohrsystemparametern basierend auf dem berechneten
p*, was die Gesamtsystemleistung und die Steuerqualität verbessert.
Nach der vorliegenden Erfindung werden die gleichen Bestimmungen
zum Optimieren darauffolgender Tests oder von Testteilen verwendet,
wobei die Informationen genutzt werden, um von der Steuerung 210 zum
Steuern der Geschwindigkeit des Volumens, des Delta-Drucks und der
Kolbenposition in der Abzieheinheit 202 verwendete Steuerparameter
einzustellen.
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Ein
Verfahren nach der vorliegenden Erfindung verwendet die Fähigkeit
eines Abziehsystems mit geschlossener Schleife, wie es vorstehend
beschrieben und in 2 gezeigt ist, um auf einanderfolgende
Testzyklen oder Testabschnitte bei der Ausführung von Bestimmungen von
Formationsparametern zu optimieren.
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Bei
einem bevorzugten Verfahren, das entweder FRA-Methoden oder variable
Abzugsraten, wie vorstehend beschrieben, benutzt, wird entweder
ein einziger Zyklus oder werden mehrere Testzyklen in aufeinander
folgende Testabschnitte getrennt. Während des ersten Testabschnitts
wird ein Test eingeleitet und werden Formationsparameter, beispielsweise
der Druck, die Mobilität,
die Kompressibilität
und Testqualitätsindikatoren
bestimmt. Der erste Testabschnitt kann ein Abziehabschnitt, beispielsweise
zum Bestimmen der Kompressibilität,
sein oder der erste Testabschnitt kann einen Abzieh- und Aufbauzyklus
aufweisen, um eine erste Iteration des Formationsdrucks zu bestimmen.
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Die
während
des ersten Testabschnitts gemachten Bestimmungen werden dann dazu
verwendet, Testparameter einzustellen, die von der Abzieheinheit 200 verwendet
werden, um den darauffolgenden Testabschnitt wirksamer durchzuführen. Bei
vorhergehenden Verfahren, die aufeinanderfolgende Tests oder Testabschnitte
verwenden, wird jeder darauffolgende Testabschnitt gewöhnlich mit
vorgegebenen Werten für
die Abziehperiode, die Volumenänderungsrate,
den Delta-Druck usw. ausgeführt.
Die vorliegende Erfindung bestimmt Parameter für den nächsten Schritt in Realzeit
unter Verwendung des im Bohrloch befindlichen Prozessors in der
Steuerung 210 teilweise basierend auf Messungen und Bestimmungen
in dem unmittelbar vorhergehenden Testabschnitt.
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Testoptionen
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Die
vorliegende Erfindung stellt die Möglichkeit bereit, verschiedene
Testverfahren auszuführen,
um eine Testverifizierung dadurch zu ermöglichen, dass das Testverfahren
für einen
speziellen Abziehtest geändert
wird. Die Vorrichtung kann auch so programmiert werden, dass ein
Standard-Abziehtest ausgeführt
wird, der dann durch darauffolgende Zyklen verifiziert werden kann,
die nach der vorliegenden Erfindung eingeleitet werden. Beispielsweise
Optionen ohne Begrenzung des Rahmens der vorliegenden Erfindung
sind 1) ein Standardtest unter Verwendung eines Abzieh- und Aufbautests
mit festem Volumen und fester Rate innerhalb einer definierten Testdauer,
2) wiederholte Abzieh- und Aufbautests mit verschiedenen Abziehraten
und 3) aufeinanderfolgende Abziehtests mit unterschiedlichen Raten
gefolgt von einem Druckaufbau. Alle Tests können enden, wenn ein vorgegebenes
Zeitfenster überschritten
wird oder wenn der Druckaufbau unter eine gegebene Rate abnimmt.
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4A und 4B zeigen
testabgeleitete Diagramme eines Standard-Abziehtests. 4A zeigt
in einem Diagramm den Druck über
der Zeit eines Einzelabziehzyklus. 4B zeigt
den Druck über
dem Durchsatz. Durch diesen speziellen Datensatz wird ein Qualitätsindikator
von 0,98 angegeben, so dass man den Test als guten Test ansehen
würde. 4C zeigt
ein weiteres testabgeleitetes Durchsatzdiagramm sowie das Ergebnis
eines Tests mit niedrigem Qualitätsindikator.
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Optimierter Wiederholungstest
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Der
optimierte wiederholte Abzieh- und Aufbautest schließt die Ausführung mehrerer
Abziehzyklustests in Folge und den Vergleich der sich ergebenden
Drucke nach Wiederholbarkeit ein. Wenn die Aufbaudrucke nicht den
korrekten Formationsdruck anzeigen, wiederholen sich die Drucke
nicht innerhalb einer akzeptablen Toleranz (insgesamt kleiner als
die Messgerätwiederholbarkeit).
Während
der Wiederholungstests können
auf der Basis der Bohrlochanalyseergebnisse des vorherigen Tests
verschiedene Abziehraten verwendet werden. Das bohrlochseitige Steuersystem
analysiert jedes Drucktestergebnis mit der Formationsratenanalyse
und optimiert die Abziehrate, das Volumen und die Aufbaudauern basierend
auf dem FRA-Qualitätsindikator
und der bestimmten Formationsmobilität. Solche Wiederholungstests
stellen die Gültigkeit
der Tests fest. Wenn in Verbindung mit einem akzeptablen Qualitätsindikator
den Aufbaukriterien genügt
wird, kann der Test früh
abgebrochen werden, um unnötige
Zyklen zu vermeiden und um die Testzeiten zu verringern.
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5A und 5B zeigen
testabgeleitete Diagramme eines optimierten Wiederholungs-Abziehtests nach
der vorliegenden Erfindung. Zu erwähnen ist, dass Parameter für jeden
Testabschnitt, der auf einen Anfangstestabschnitt folgt, modifiziert
worden sind, um den Druckunterschied zwischen dem Gerät und dem
Formationsdruck zu verringern. Diese Maßnahme optimiert die darauffolgenden
Tests durch Reduzieren der Aufbauzeit. Ferner wird die Abziehrate
in jedem darauffolgenden Test basierend auf dem Anfangstestabschnitt
optimiert, um zu gewährleisten,
dass die Abziehrate den Blasenbildungspunkt des Fluids nicht überschreitet.
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Anschließendes Abziehen
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Ein
weiteres Verfahren nach der vorliegenden Erfindung zieht aufeinanderfolgende
Abziehvorgänge vor
einem Aufbautest vor. Die aufeinanderfolgenden Abziehvorgänge werden
vorzugsweise mit unterschiedlichen Abziehraten ausgeführt, worauf
ein Druckaufbau-Testabschnitt
folgt. Somit gibt es bei dieser Art von Test nur eine Formationsdruckanzeige.
Ein Vorteil dieses Testablaufs besteht darin, dass eine Verbindung
mit der Formation während
der Abziehvorgänge
gewährleistet
ist. Wenn die Sonde oder die Kissendichtung 126 fest mit
der Formation während
aller aufeinanderfolgender Abziehtestabschnitte verbunden ist, erzeugt
die FRA-Auftragung des gesamten Testsatzes eine einzige Gerade.
Auch wenn die Abziehraten unterschiedlich sind, reagieren die Tests
auf die gleiche Formationsmobilität, und die Neigung des FRA-Auftrags
ist für
die verschiedenen Abziehraten die gleiche. Darüber hinaus führt der
sich einstellende Aufbau zu dem Formationsdruck mit mehr Vertrauen
nach der Verifizierung der Abdichtung und der Volumenströme über den
Abziehabschnitten.
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6A und 6B zeigen
testabgeleitete Auftragungen einer Version des vorstehend beschriebenen,
aufeinanderfolgenden Abziehtests. Der Anfangsabzug ist hier als
Standard-Abziehtest gezeigt. Dies ist zufällig das Protokoll, das für diesen
speziellen Test verwendet wird. Ein Standard-Abziehzyklus für den Anfangstestabschnitt
ist jedoch nicht erforderlich. Der zweite Testabschnitt der Auftragung
in 6A ist eine Variation des Tests mit aufeinanderfolgenden
Abziehvorgängen,
wodurch jedes nachfolgende Abziehen einen Abschnitt mit einer im
Wesentlichen stationären
Strömung
bildet. Der gesamte Abziehabschnitt sieht dann wie ein Abziehen
mit einer einzigen Treppenstufe aus. Die Volumenstromauftragung
von 6B basiert auf dem Test von 6A. 6B zeigt,
dass die Durchsatzdatenpunkte zwischen dem Testbeginn und den Endpunkten
viel zahlreicher als bei dem Standard-Abziehzyklus von 4B sind.
Dadurch stellt die Geradenanpassung die Daten viel genauer dar,
und der Qualitätsindikator
von 0,9862 ist ebenfalls etwas höher.
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Die
vorstehend beschriebenen Verfahren sind Beispiele von Tests, die
der vorliegenden Erfindung zugeordnet sind und die den Umfang oder
das vorliegende Verfahren nicht begrenzen sollen, um andere Testoptionen
auszuschließen.
Beispielsweise kann der erste Testabschnitt die Steuerung aufweisen,
Signale entweder von den Sensoren 220 zu verwenden, um
eine Gerätekenngröße, wie
die Kolbengeschwindigkeit, die Position oder den Testvolumendruck
zu bestimmen, und/oder kann die Steuerung Signale aus dem Formationseigenschaftssensor 206 verwenden,
um eine Formationskenngröße während des
ersten Testabschnitts für
die Einstellung von Testparametern für den zweiten Testabschnitt
zu bestimmen. Der zweite Testabschnitt kann dann die Verwendung
von Signalen aus entweder den Gerätesensoren 220 oder
dem Formationseigenschaftssensor 206 verwenden, um eine
zweite Kenngröße, Gerät und/oder
Formation, während
des zweiten Testabschnitts zu bestimmen. Dann kann der Prozessor
in der Steuerung 210 die Kenngrößen unter Verwendung der FRA
oder eines anderen zweckmäßigen Verfahrens
bewerten, um einen gewünschten
Formationsparameter zu bestimmen, beispielsweise den Druck, die
Kompressibilität,
den Volumenstrom, den spezifischen Widerstand, die elektrischen
bzw. chemischen Eigenschaften, die Neutronenporosität usw.,
was von dem oder den ausgewählten
speziellen Sensor/Sensoren abhängt.
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7A bis 7E zeigen
ein weiteres Verfahren für
ein Formationstesten nach der vorliegenden Erfindung unter Verwendung
eines weichen Abziehens, das dadurch geschaffen wird, dass während eines
ersten Abziehabschnitts die Abziehrate kontinuierlich gesteigert
und dann während
eines zweiten Abziehabschnitts die Abziehrate (Kolbengeschwindigkeit)
fortlaufend verringert wird. Gemäß 2 und 7A und 7B wird
das in 7A angezeigte glatte Abziehen
dadurch erreicht, dass das Testvolumen 204 überwacht
und gesteuert wird.
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In
einer Ausführungsform
wird das Testvolumen dadurch gesteuert, dass die Geschwindigkeit
des in 2 gezeigten Kolbens 208 gesteuert wird.
Das Volumen kann jedoch auch durch andere Einrichtungen gesteuert
werden, ohne vom Rahmen der vorliegenden Erfindung abzuweichen.
Beispielsweise kann das Testvolumen 204 durch eine Pumpe
mit variabler Rate anstatt durch den Kolben 208 gesteuert
werden. Der Fachmann weiß,
dass die Anordnung 208 gemäß 2 so aufgebaut
sein kann, dass sie schematisch eine Pumpe 208 mit variablem
Durchsatz ohne weitere Illustration veranschaulichen, weil die Steuerschaltung
in der Steuerung 210 funktionsmäßig nicht wesentlich gegenüber der
gezeigten Steuerung geändert
würde.
Deshalb werden hier die Bezugnahmen auf Kolbengeschwindigkeit oder
Pumprate austauschbar verwendet. Der Fachmann weiß, dass
ein Ändern
der Geschwindigkeit eines Kolbens die gleiche Wirkung hat wie eine Änderung der
Pumprate bei einer Pumpe mit variablem Durchsatz bezüglich der Änderung
des effektiven Volumens und/oder Drucks des Testvolumens 204.
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7B zeigt
ein Verfahren zur Erzeugung einer glatten Abzieh-Druckkurve 700,
wie in 7A gezeigt ist. Bei dem Verfahren
wird für
die Prüfung
das Testvolumen 204 in Verbindung mit einer Formation gebracht. Zum
Isolieren der Formation von Ringraumfluiden und dem Druck des Rückführfluids
genügt
jede herkömmliche
Abdichteinrichtung, beispielsweise ein Kissen oder Packer. Das Testvolumen
wird von dem Sensor 206 überwacht und das Volumen 204 dadurch
gesteuert, dass der Abziehkolben oder die Pumpe 208 mit
variablem Durchsatz gesteuert wird.
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Die
Kolbenposition ist in 7B durch die Linie × 704, die
Kolbengeschwindigkeit durch die gestrichelte Linie × 706 veranschaulicht.
Bei dem Verfahren wird die Geschwindigkeit des Kolbens kontinuierlich
während
eines ersten Abziehabschnitts erhöht und dann während eines
zweiten Abziehabschnitts kontinuierlich verringert. Diese kontinuierliche
Abziehratenänderung
führt zu
einer Druck-Zeit-Reaktion in dem Testvolumen 204, wie sie
in 7A gezeigt ist.
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Zu
dem Verfahren der vorliegenden Erfindung gehört ferner das Analysieren des
Testvolumens unter Verwendung einer Multiregression oder anderer
Formationsratenanalysen zur Bestimmung der Formationsparameter durch
Messen von Kenngrößen des
Testvolumens 204 und/oder des Geräts. Die gemessenen Kenngrößen werden
dann nach den vorstehend beschriebenen Techniken analysiert und/oder
durch Verwenden der Gleichungen 1 bis 3, um Formationsparameter
zu bestimmen, wie den Druck, die Mobilität, die Permeabilität, die Kompressibilität des Fluids
und die Viskosität
des Fluids.
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7C zeigt
ein Druck-Zeit-Diagramm 708 eines Abziehzyklus, der das
gerade beschriebene weiche Abziehen nutzt. Eine Auftragung nach
Standardmethoden ist als gestrichelte Linie 712 gezeigt,
während
die ausgezogene Linie 712 eine Druckkurve darstellt, die
durch das vorliegende Verfahren erzeugt wird. Es ist offensichtlich,
dass die durch das vorliegende Verfahren erzeugte Kurve eine geringere
Steigung während
des Druckabnahmeabschnitts hat. Das weiche Abziehen führt auch
zu einem höheren
Minimaldruck und einer kürzeren
Zeit für
den Stabilisierungsdruck. Ein Vorteil dieser Kennlinien zeigt sich
durch einen Vergleich der Messungsauftragungen der Kurve 710 für das weiche
Abziehen mit der Kurve 712 für das Standardabziehen.
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7D zeigt
ein Druck-Durchsatz-Diagramm 714, das sich aus der Kurve 710 für das weiche
Abziehen ergibt, während 7E ein
Druck-Ducksatz-Diagramm 722 zeigt, das sich aus der Kurve 712 für das Standardabziehen
ergibt. Zu erwähnen
ist, dass die Druckdatenpunkte 718 gleichmäßig zwischen
dem Testanfangspunkt 716 und dem Testendpunkt 720 für den weichen
Abziehtest verteilt sind. Druckdatenpunkte, die während des
Standardtests erzeugt werden, sind jedoch im Allgemeinen in zwei
Gruppen 724, 726 um den Ausgangs- und Endpunkt
gebündelt.
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8A und 8B zeigen
ein weiteres Verfahren der Formationsprüfung nach der vorliegenden
Erfindung unter Verwendung einer Stufenannäherung für ein Reduzieren des Drucks
in dem Testvolumen 204. 8B zeig
eine kombinierte Auftragung 802 der Kolbengeschwindigkeit 806 und
der Kolbenposition 804 bezogen auf die Zeit. Der Kolben
wird vorzugsweise unter Verwendung einer Rückkoppelungssteuerschaltung gesteuert,
wie sie vorstehend beschrieben und in 2 gezeigt
ist. Dieses Verfahren ist mit dem vorstehend beschriebenen und in 7A bis 7D gezeigten
Verfahren für
das weiche Abziehen dahingehend vergleichbar, dass dieses abgestufte
Verfahren die Abziehrate über
einem ersten Abziehabschnitt erhöht
und dann die Abziehrate über
einem zweiten Abschnitt verringert. Die Auswirkung auf den Testvolumendruck
bei Verwendung der Stufenannäherung
ist im Wesentlichen ähnlich
zu dem weichen Abziehen, bei welchem der Druck kontinuierlich verringert
wird. Das Druck-Zeit-Diagramm 800,
das sich aus der Stufenannäherung
ergibt, ist in 8A gezeigt. Eine Zunahme der
Abziehrate während
des ersten Abschnitts des Abziehzyklus bei Verwendung der Stufenannäherung erzeugt
Datenergebnisse für
Druck-Zeit und Druck-Durchsatz, die im Wesentlichen ähnlich zu
denen von 7C und 7D sind
und deshalb hier nicht wiedergegeben werden.
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Obwohl
die spezielle Erfindung, wie sie hier gezeigt und im Einzelnen offenbart
ist, vollständig
in der Lage ist, die Ziele zu erreichen und die vorstehend erwähnten Vorteile
zu geben, ist natürlich
diese Offenbarung lediglich veranschaulichend für die gegenwärtig bevorzugten
Ausführungsformen
der Erfindung, wobei außer
den in den beiliegenden Ansprüchen
beschriebenen keine Begrenzungen gegeben sein sollen.