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Wasserversorgungsanlage für Spültoiletten und dgl.
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Die Erfindung betrifft eine Wasserversorgungsanlage für mit einem
Wasseranschluß versehene Spültoiletten und dgl. mit mindestens einem Speicherbehälter,
der das im Fallrohr einer Dachentwässerungsanlage anfallende Regenwasser aufnimmt,
der über eine Speiseleitung mit den Wasseranschlüssen der Spültoiletten und dgl.
verbunden ist und der über eine Pegelmeßeinrichtung als Notversorgung gesteuert
mit dem örtlichen Frischwasser-Versorgungsnetz verbindbar ist.
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Eine Wasserversorgungsanlage dieser Art ist durch die DE-OS 32 10
789 bekannt und dient dazu, das anfallende Regenwasser zumindest als Brauchwasser
für die Toiletten und den Garten zu verwenden. Dabei werden Batterien von nebeneinander
angeordneten und vielfach geschalteten Speicherbehältern verwendet, die vorzugsweise
außerhalb des Gebäudes oder im Keller desselben aufgestellt sind. Das gesammelte
Wasser wird über Pumpen den Verbrauchern zugeführt. Bei fehlendem Regenwasser sorgt
die Pegelmeßeinrichtung für eine Notfüllung aus dem örtlichen Frischwasser-Versorgungsnetz,
so daß für die Verbraucher stets ein Mindestvorrat an Wasser zur Verfügung steht.
Das Regenwasser, das ja Schmutzteile mit sich führt, wird dabei bevorzugt für die
Versorgung der Spültoiletten mit Spülkästen oder Drückern verwendet, das direkt
als Abwasser dem örtlichen Abwassernetz zugeführt wird. Eventuell mitgeführte Schmutzteile
stören dabei keinesfalls,
da sie ebenfalls wieder dem örtlichen
Abwassernetz zugeführt werden.
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Diese bekannte Wasserversorgungsanlage trägt wohl zur Einsparung an
Frischwasser bei, sie hat sich jedoch aus optischen und betriebstechnischen Gesichtspunkten
nicht durchsetzen können. Die freistehenden Speicherbehälter stören genauso wie
das stete Fördern des gesammelten Wassers zu den Verbrauchern.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Wasserversorgungsanlage der eingangs
erwähnten Art zu schaffen, die gerade für Neubauten optimal installiert werden kann,
so daß die Speicherbehälter in das Gebäude integriert sind und für den Wasserfluß
dennoch keine Pumpen oder andere mechanisch bewegten Teile erforderlich sind.
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Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß der quaderförmig
ausgebildete Speicherbehälter allseitig abgedeckt in eine Wand des Gebäudes so eingebaut
ist, daß er mit einem im unteren Bereich angeordneten Anschluß für die Speiseleitung
der Spültoiletten und dgl. über den Wasseranschlüssen derselben liegt, daß der Speicherbehälter
im unteren Bereich einen weiteren Anschluß zur Einführung der Pegelmeßeinrichtung
und zum Anschluß einer zum örtlichen Frischwasser-Versorgungsnetz führenden und
mittels eines Ventiles schaltbaren Leitung aufweist, daß der Speicherbehälter im
oberen Bereich mit einem Anschluß versehen ist, der über eine Leitung mit einem
im Fallrohr angeordneten und von diesem gespeisten Abzweig in Verbindung steht und
daß der Abzweig zusätzlich über eine überlauföffnung mit dem Fallrohr verbunden
ist.
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Die Speicherbehälter sind nicht mehr sichtbar und erfordern keine
aufwendigen und störanfälligen Einbauten. Die Speicherbehälter füllen sich vollständig
und auch die Leitung zum Abzweig wird soweit gefüllt, bis die überlauföffnung erreicht
wird. Weiteres zufließendes Regenwasser gelangt dann über die überlauföffnung wieder
in das weiterführende Fallrohr, ohne daß Umschaltemittel erforderlich sind. Wird
den Speicherbehältern Wasser entnommen, dann gelangt es aufgrund der erhöhten Anordnung
der Speicherbehälter im freien Fluß zu den Verbrauchern. Die Notversorgung aus dem
Frischwasser-Versorgungsnetz tritt nur dann in Funktion, wenn der Wasservorrat unter
einen Mindestvorrat abgesunken ist. Dies kann allein durch die Anordnung des Anschlusses
im unteren Bereich des Speicherbehälters, der die Pegelmeßeinrichtung aufnimmt,
erreicht werden. Dazu ist nach einer Ausgestaltung vorgesehen, daß die beiden, im
unteren Bereich des Speicherbehälters vorgesehenen Anschlüsse in kleinem Abstand
vom Boden in den beiden vertikalen Schmalseitenwänden des Speicherbehälters angeordnet
und als Stutzen, vorzugsweise Schraubstutzen, ausgebildet und daß die beiden Anschlüsse
in gleicher Höhe angeordnet und gleich ausgebildet sind.
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Ist nach einer weiteren Ausgestaltung vorgesehen, daß der Speicherbehälter
zumindest an den der Innen- und der AuRenseite der Wand zugekehrten Seiten mit schall-'
und/oder wärmeschluckenden Dämmplatten abgedeckt ist, dann wird das Füllgeräusch
entsprechend gedämpft und beim Einbau des Speicherbehälters in eine Außenwand ist
ein Einfrieren nicht mehr zu befürchten.
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Die Notversorgung mit Frischwasser ist nach einer Ausgestaltung so
ausgeführt, daß als Pegelmeßeinrichtung ein Feuchtigkeitsfühler
verwendet
ist, der bei fehlendem Wasser als Kontaktmittel ein als Magnetventil ausgebildetes
Ventil steuert, um den Durchgang von dem örtlichen Friscnwasser-Versorgungsnetz
freizugeben.
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Damit sich der Speicherbehälter möglichst auch für die Vielfachschaltung
eignet, sieht eine Ausgestaltung vor, daß im oberen Bereich des Speicherbehälters
der Anschluß für die zum Fallrohr führende Leitung in einer vertikalen Schmalseitenwand
des Speicherbehälters angeordnet und als Stutzen, vorzugsweise Schraubstutzen, ausgebildet
ist und daß im oberen Bereich des Speicherbehälters die andere Schmalseitenwand
ebenfalls einen als Stutzen, vorzugsweise Schraubstutzen, ausgebildeten Anschluß
aufweist, der mittels eines Verschlußstopfens verschlossen ist. Der zweite obere,
nicht belegte Anschluß muß verschlossen werden, damit die -überlauffunktion des
Abzweiges im Fallrohr nicht beeinträchtigt wird und kein Regenwasser unbeabsichtigt
aus dem Speicherbehälter austritt.
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Mit derartig ausgebildeten Speicherbehältern ist eine Vielfachschaltung
in einfacher Weise dadurch möglich, daß bei mehreren Speicherbehältern die Speicherbehälter
paarweise mittels Verbindungsleitungen vielfach geschaltet sind, die jeweils einen
oberen und einen unteren Anschluß von zwei Speicherbehältern miteinander verbinden.
Es genügt, den Pegel in einem dieser Speicherbehälter zu überwachen und die Leitung
zu den Verbrauchern geht ebenfalls nur von einem Speicherbehälter ab. Damit sind
alle unteren Anschlüsse aller Speicherbehälter belegt und der freie obere Anschluß
des ietzten Speicherbehälters wird mittels eines Verschlußstopfens verschlossen.
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Bei einem mehrstöckigen Gebäude ist die Ausgestaltung vorzugsweise
so, daß die Speicherbehälter etagenweise zusammengefaßt sind und daß der Abzweig
über den Speicherbehältern der obersten Etage in das Fallrohr eingefügt ist. In
jeder Etage können freie Wände zum Einbau von Speicherbehältern ausgenützt werden,
so daß der Wasservorrat erheblich gesteigert werden kann.
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Dabei kann nach einer weiteren Ausgestaltung zur Vereinfachung vorgesehen
sein, daß von dem Abzweig alle Speicherbehälter aller Etagen gespeist sind.
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Die Wasserversorgungsanlage kann nach einer Ausgestaltung auch zur
Speicherung von Regenwasser als Gießwasser für den Garten ausgenützt werden, wenn
vorgesehen wird, daß von-dem parallel zum Fallrohr verlaufenden Abzweig im Fallrohr
zusätzlich ein außerhalb desGebäudes angeordneter Sammelbehälter gespeist ist, dessen
Zuleitung mittels eines schwimmergesteuerten Ventils beim Erreichen eines vorgegebenen
Füllstandes absperrbar ist.
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Die Erfindung wird anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläuert. Es zeigt: Fig. 1 schematisch die Versorgung einer Spültoilette mit
Spülkasten aus einem in eine Wand eingebauten Speicherbehälter, der von dem in einem
Fallrohr anfallenden Regenwasser gefüllt wird und Fig 2 schematisch die Vielfachschaltung
von zwei Speicherbehältern.
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In der Fig. 1 ist ein Teil einer Wand 40 gezeigt, in die allseitig
abgedeckt der Speicherbehälter 10 eingebaut ist.
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Dieser Speicherbehälter 10 ist in der Abmessung so ausgelegt, daß
er bis zur Decke eines Raumes reicht, mit seiner Unterseite aber über den Wasseranschlüssen
34 der Verbraucher liegt. Der Verbraucher ist im Ausführungsbeispiel eine Spültoilette
mit Spülkasten 28 und Schüssel 30. Die Auslösung des Wassers erfolgt in bekannter
Weise über den Hebel 29. In gleicher Weise lassen sich auch Schüsseln mit Drückerspülung
verwenden.
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Ist die Wand 40 eine Außenwand, dann sind die Seiten des Speicherbehälters
10, die der Innen- und der Außenseite der Wand 40 zugekehrt sind, mit Dämmplatten
31 und 32 versehen.
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Die Dämmplatten 31 und 32 sind schall- und/oder wärmeschluckend. Auch
die Schmalseitenwände 11 und 12 des quaderförmigen Speicherbehälters 10 können gedämmt
sein, wie die Dämmplatte 33 zeigt.
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Der Speicherbehälter 10 trägt in den vertikalen Schmalseitenwänden
11 und 12 im unteren Bereich die beiden Anschlüsse 15 und 16, sowie im oberen Bereich
die Anschlüsse 13 und 14.
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Diese Anschlüsse sind als Stutzen, vorzugsweise Schraubstutzen, ausgebildet
und sind vorzugsweise paarweise gleich ausgelegt, sowie jeweils in gleichem Abstand
zu der zugekehrten horizontalen Schmalseitenwand des Speicherbehälters 10 angeordnet.
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An dem oberen Anschluß 13 in der Schmalseitenwand 11 geht die Leitung
17 ab, die zu dem Abzweig 37 im Fallrohr 18 führt. Die Klappe 19 im Fallrohr 18
sorgt dafür, daß das vom Dach bzw. der Dachrinne zugeführte Regenwasser in den Abzweig
37 gelangt und über die Leitung 17 den Speicherbehälter 10 füllt. Der obere Anschluß
14 ist mittels des Verschlußstopfens 21 verschlossen.
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An dem unteren Anschluß 16 in der Schmalseitenwand 12 ist die Speiseleitung
17 für den Spülkasten 28 angeschlossen.
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Dieser Anschluß 16 muß höher liegen als der Wasseranschluß 34 des
Spülkastens 28, so daß der Wasservorrat des Speicherbehälters 10 praktisch vollständig
zum Spülkasten 28 fließen kann. Der untere Anschluß 15 in der Schmalseitenwand 11
nimmt die als Feuchtigkeitsfühler ausgebildete Pegelmeßeinrichtung 22 auf. An dem
Anschluß 15 ist die Leitung 25 angeschlossen, die über das als Magnetventil ausgebildete
Ventil 24 zum örtlichen Frischwasser-Versorgungsnetz 26 führt. Registriert der Feuchtigkeitsfühler
kein Wasser mehr, dann schaltet er über die Steuerleitung 23 das vom Netzwechselstrom
38 gespeiste Ventil 24 auf, so daß Frischwasser zugeführt wird, bis der Mindestpegel
wieder erreicht wird.
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Dieser Mindestpegel ist durch den Abstand des Anschlusses 15 und damit
der Pegelmeßeinrichtung 22 vom Boden des Speicherbehälters 10 gegeben. Auf diese
Weise wird sichergestellt, daß auch bei fehlendem Regenwasser im Speicherbehälter
10 ein Mindestvorrat an Wasser enthalten ist, der für einen ordnungsgemäßen Betrieb
der gespeisten Spülboiletten und dgl. erforderlich ist.
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Bei zu viel anfallendem Regenwasser füllt sich der Speicherbehälter
10 vollständig und auch die Leitung 17 zum Abzweig 37 wird bis zum Erreichen der
überlauföffnung 20 gefüllt.
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Das weitere aus dem Fallrohr über die Klappe 19 dem Abzweig 37 zugeführte
Regenwasser gelangt über die überlauföffnung 20 direkt wieder in das weiterführende
Fallrohr 18 zurück.
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Wird dem Speicherbehälter 10 Wasser entnommen, dann wird automatisch
wieder bis zur überlauföffnung 20 nachgefüllt, ohne daß dafür mechanische verstellbare
Mittel erforderlich sind.
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Alle Teile der Wasserversorgungsanlage lassen sich optisch nicht störend
installieren. Dabei kann auch der Spülkasten 28 in der Wand 40 untergebracht werden.
Der Abzweig 37 kann klein gehalten und unauffällig in das Fallrohr 18 der Dachentwässerungsanlage
eingefügt werden. Dasselbe gilt für das Ventil 24 zum Anschalten des Frischwasser-Versorgungsnetzes
26.
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Der gespeicherte Wasservorrat kann, wie Fig. 2 zeigt, durch Vielfachschaltung
mehrerer Speicherbehälter vergrößert werden. Dabei brauchen diese Speicherbehälter
nicht in ein und derselben Wand 40 untergebracht zu sein.
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Bevorzugt werden einheitlich ausgelegte Speicherbehälter 10 und 10'
verwendet, die über die Verbindungsleitungen 35 und 36 miteinander verbunden werden.
Die Verbindungsleitung 35 verbindet den oberen Anschluß 14 des Speicherbehälters
10 mit dem oberen Anschluß 13' des Speicherbehälters 10' und die Verbindungsleitung
36 den unteren Anschluß 16 des Speicherbehälters 10 mit dem unteren Anschluß 15'
des Speicherbehälters 10'. An dem oberen Anschluß 13 des Speicherbehälters 10 geht
die Leitung 17 zum Abzweig 37 im Fallrohr 18 ab. Der untere Anschluß 15 des Speicherbehälters
10 nimmt die Pegelmeßeinrichtung 22 auf und führt über die Leitung 25 zum Ventil
24. Der obere Anschluß 111' des Speicherbehälters 10' ist mittels des Verschlußstopfens
21 verschlossen und am unteren Anschluß 16' des Speicherbehälters 10' geht die Speiseleitung
17 zu dem bzw. den Spültoiletten und dgl. ab.
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Es ist einleuchtend, daß auch mehr als zwei Speicherbehälter 10 und
10' in derartiger paarweiser Verbindung vielfachgeschaltet werden können, wobei
die Anschlüsse 13 und 15 des ersten Speicherbehälters zum Fallrohr 18 und Ventil
24 führen, während die Anschlüsse 14' und 16' des letzten
Speicherbehälters
den Verschlußstopfen 21 aufnehmen und mit der Speiseleitung 17 verbunden sind. An
den einheitlich ausgebildeten Speicherbehältern sind jeweils die Anschlüsse 13 und
14 bzw. 15 und 16 gleich ausgebildet und in gleicher Höhe angeordnet.
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Wie Ijir,. 2 crkennen läßt, können so die Speicherbehälter z.B. einer
Etage eines mehrstöckigen Gebäudes zu einer Batterie zusammengefaßt werden. Hat
-jede Etage eine derartige Batterie von Speicherbehältern zur Versorgung von zugeordneten
Verbrauchern, dann können diese von einem gemeinsamen Abzweig 37 im Fallrohr 18
gefüllt weden. Dieser Abzweig 37 muß lediglich höher angeordnet sein als die Speicherbehälter
der obersten Etage. Die Speicherbehälter der untersten Etage werden zuerst und die
der obersten Etage zuletzt gefüllt. Jede -Batterie hat ihre eigene Pegelmeßeinrichtung
22 oder es genügt auch, lediglich die Speicherbehälter der obersten Etage auf einen
Mindestvorrat an Wasser zu überwachen und entsprechend aus dem Frischwasser-Versorgungsnetz
26 nachzufüllen.
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Für die einzelnen Speicherbehälter, die in Innen- und Außenwände einbaubar
sind, lassen sich mit Abmessungen von 20x150x200 cm immerhin 600 Liter Regenwasser
speichern.
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Sind Batterien von Speicherbehältern vorgesehen, dann lassen sich
daraus bei dem vergrößerten Wasservorrat auch Verbraucher mit größerem Wasserbedarf,
wie Wasch- oder Spülmaschinen, versorgen. Dabei empfiehlt es sich, im Bereich des
Abzweiges vom Fallrohr eine auswechselbare, leicht zugängliche Filtereinrichtung
vorzusehen.