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Aushängbares Flügelscharnier
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Die Erfindung bezieht sich auf ein aushängbares Flügelscharnier, insbesondere
für Kraftwagentüren, bestehend aus einer ersten am einen Türanordnungsteil, Tür
oder Türholm, befestigbaren, mit einem Scharnierauge versehenen und einer zweiten,
am anderen Türanordnungsteil befestigbaren, gleichfalls mit einem Scharnierauge
versehenen Scharnierhälfte sowie einem das Scharnierauge der ersten Scharnierhälfte
vollständig durchsetzenden und im Scharnierauge der ersten Scharnierhälfte gegen
eine axial gerichtete Verstellung festgelegten, in das Scharnierauge der zweiten
Scharnierhälfte lediglich teilweise und mit radialem Spiel eingreifenden sowie über
einen radial ausladenden Bund zwischen die einander zugewandten Gewerbeflächen der
Scharnieraugen beider Scharnierhälften eingreifenden Scharnierstift, wobei die zweite
Scharnierhälfte mittels eines ihr Scharnierauge in axialer Richtung durchsetzenden,
in den Scharnierstift eingreifenden Schraubenbolzen gegen axial zum Scharnierstift
gerichtete Verschiebungen sicherbar ist.
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Im modernen Automobilbau werden aushängbare Flügelscharniere eingesetzt,
um die Fahrzeugtüren jeweils bereits in die Rohkarosserie einpassen und einjustieren
zu können, wobei die beiden Scharnierhälften jeweils am einen der beiden Türanordnungsteile,
Tür oder Türholm in einer der ausgerichteten Lage der Tür entsprechenden Stellung
befestigt werden. Um die Montage der Innenausrüstung des Fahrzeuges zu erleichtern,
werden die Fahrzeugtüren dann über diesen Abschnitt der Fahrzeugfertigung hin ausgehängt
und erst am Ende der Montage des Fahrzeuges wiederum in
die abrzeugkarosserie
eingehängt. Dabei besteht der Vorteil der Verwendung aushängbarer Flügelacharniere
darin, daß die Fahrzeugtüren ohne jegliche Justierarbeiten wiederum in ihre ursprünglich
einjustierte und zur Fahrzeugkarosserie ausgerichtete Lage eingehängt werden können.
Um ein problemloses, wenig Zeitaufwand erforderndes Wiedereinhängen der Fahrzeugtüren
zu ermöglichen, ist es zweckmäßig, daß der Scharnierstift in der am Türholm befestigten
Scharnierhälfte gegen eine axiale Verschiebung gesichert und vorzugsweise vermittels
einer Laufbuchse aus wartungsfreiem Lagermaterial drehbar gelagert ist und lediglich
über einen Teil dessen Höhe hin in das Scharnierauge der aushängbaren Scharnierhälfte
eingreift. Dabei muß der Scharnierstift weiterhin mit einem gewissen Mindestspiel
in das Scharnierauge der aushängbaren Scharnierhälfte eingreifen, um zu gewährleisten,
daß die Fahrzeugtür beim Aufsetzen der aushängbaren Scharnierhälften auf die am
Türholm befestigten Scharnierhälften alleine durch ihr Eigengewicht in ihre vorbestimmte
und einjustierte Endlage rutscht.
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Aus dem Umstand, daß die Scharnierstifte der üblicherweise über zwei
Flügelscharniere an der Fahrzeugkarosserie schwenkbar aufgehängten Fahrzeugtür in
die Scharnieraugen der aushängbaren Scharnierhälfte lediglich über einen relativ
kurzen Bereich hin eingreifen, und daß ferner ein in Bezug auf die Eingriffslänge
des Scharnierstiftes in das Scharnierauge der aushängbaren Scharnierhälfte ein relativ
großes Spiel zwischen Scharnierstift und Scharnieraugenbohrung vorgesehen werden
muß, ergibt sich das Problem, daß die aushängbaren Scharnierhälften nach dem Wiedereinhangen
in Bezug auf die Achse der Scharnieraugenbohrung eine gewisse Winkelstellung zur
Scharnierstiftachse einnehmen können, was wiederum zur Folge hat, daß der Kopf des
die Sicherung der aushängbaren Scharnierhälfte gegen axiale Verschiebebewegungen,
insbesondere während des Fahrbetriebes übernehmenden Schraubenbolzens bei vorgegebenem
Antriebs-Drehmoment nur über einen Teil seiner unteren umlaufenden Anlagefläche
hin an der aussenliegenden Stirnseite des Scharnierauges der aushängbaren Scharnierhälfte
zur Anlage
kommt. Daraus resultiert dann beim wiederholten öffnen
oder Schließen der Fahrzeugtür eine Lockerung und letztendlich auch ein völliges
Herausfallen des als Sicherung wirkenden Schraubenbolzens, so daß sich die beiden
Scharnierhälften im ungünstigsten Falle unbeabsichtigt und unerwartet voneinander
lösen und damit die Fahrzeugtür herausfallen kann.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde ein aushängbares Flügelscharnier,
insbesondere für Kraftwagentüren zu schaffen, bei welchem trotz geringstmöglichen
Herstellungsudn Montageaufwandes die Gefahr eines Lösens des den gegenseitigen Eingriff
der beiden Scharnierhälften bei eingehängter Fahrzeugtür sichernden Schraubenbolzens
vermieden ist und welches darüber hinaus noch eine gewisse gegenseitige Ausrichtung
der tatsächlichen Schwenkachsen der beiden die Türaufhängung einer Fahrzeugtür bildenden
Flügelscharniere ermöglicht und welches schließlich noch mit einer zusätzlichen
Sicherung gegen axial zum Scharnierstift gerichtete Verstellbewegungen der aushängbaren
Scharnierhälfte gegenüber der an der Fahrzeugkarosserie befestigten Scharnierhälfte
ausgerüstet werden kann.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der zweiten
Scharnierhälfte wenigstens ein durch den Schraubenbolzen antreibbares Schubgetriebe
zum zwangsweisen koaxialen Ausrichten der Scharnieraugen - und der Scharnierstiftachse
zugeordnet ist. Das Schubgetriebe ist dabei durch zueinander konzentrisch ausgebildete,
radial zur Scharnierstiftachse geneigte oder gewölbte Umfangsflächen aufweisende
Abschnitte einerseits des Scharnierauges der zweiten Scharnierhälfte und andererseits
eines diesem gegenüber mittels des Schraubenbolzens axial bewegbaren Teiles gebildet.
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Bei dem erfindungsgemäßen Schubgetriebe bildet die am Scharnierauge
angeordnete und zur Scharnierstiftachse geneigte bzw. gewölbte Umfangsfläche die
getriebene und die am relativ zum Scharnierauge beweglichen Teil ausF,ehildetc
gewölbte
oclcr geneigte Umfangsfläche clie treibende Fläche so daß beim Anziehen des Schraubenbolzens
die treibende Fläche über die getriebene Fläche das Scharnierauge der zweiten, aushängbaren
Scharnierhälfte nach Art eines Keilgetriebes zwangsweise in eine Lage schiebt, in
welcher die Achse der Scharnieraugenbohrung zur Scharnierstiftachse exakt fluchtet.
Schrägstellungen der Scharnieraugenachse zur Scharnierstiftachse sind damit ausgeschlossen,
was gleichzeitig bewirkt, daß der die Sicherung bildende Schraubenbolzen mit der
gesamten unteren Anlagefläche seines Kopfes auf der Stirnseite des Scharnierauges
der aushängbaren Scharnierhälfte aufliegt und nach dem Anziehen mit einem vorgegebenen
Drehmoment sich beim mehrmaligen Betätigen der Fahrzeugtür nicht mehr selbständig
lockern oder gar herausfallen kann.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungform ist dem Flügelscharnier lediglich
ein Schubgetriebe zugeordnet, welches durch eine eine zur Scharnierstiftachse radial
geneigte bzw. gewölbte Umfangsfläche an der Unterseite des Kopfes des Schraubenbolzens
und eine entsprechend geformte Ausnehmung an der aussenliegenden Stirnseite des
Scharnierauges der zweiten Scharnierhälfte gebildet ist. Bei einem solchen Flügelscharnier
kann zur zusätzlichen Sicherung des Schraubenbolzens gegen ein unbeabsichtigtes
Lockern weiterhin vorgesehen sein, daß zwischen die ineinander greifenden, radial
zur Scharnierstiftachse gewölbten oder geneigten Umfangsflächen eines an der aussenliegenden
Stirnseite des Scharnierauges der zweiten Scharnierhälfte angeordneten Schubgetriebes
eine Fächerscheibe eingeschaltet ist, welche als Schraubensicherung wirkt.
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Bei dem erfindungsgemäßen Schubgetriebe können die miteinander zusammenwirkenden
Umfangsflächen einerseits am Scharnierauge und andererseits an einem diesem gegenüber
beweglichen Teil, sei es Schraubenbolzen oder Scharnierstift
je
nach der durch den einzelnen Anwendungsfall bestimmten Zweckmäßigkeit entweder konisch
kegelförmig oder aber ballig, insbesondere teilkugelförmig gestaltet sein.
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Für manche Anwendungsfälle mag es auch vorteilhaft sein, daß das oder
wenigstens eines der Schubgetriebe eines Flügelscharnieres oder eines Flügelscharnierpaares
durch einen eine zur Scharnierstiftachse gewölbte oder geneigte Umfangsfläche aufweisenden,
axialen Vorsprung an einer der Stirnseiten des Scharnierauges der zweiten Scharnierhälfte
und ein zum Scharnierauge der zweiten Scharnierhälfte axial verstellbares, eine
der Form des Vorsprunges an dem Scharnierauge der zweiten Scharnierhälfte entsprechend
geformte Ausnehmung aufweisendes Teil gebildet ist.
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Eine gegenseitige koaxiale Ausrichtung zwischen der Achse der Scharnieraugenbohrung
und der Scharnierstiftachse wird in optimaler Weise erreicht, wenn zusätzlich zu
einem an der aussenliegenden Stirnseite des Scharnierauges der zweiten Scharnierhälfte
ein zweites, innenliegendes Schubgetriebe vorhanden ist. Das zweite Schubgetriebe
ist dabei zweckmäßigerweise an der innenliegenden Stirnseite des Scharnierauges
der zweiten Scharnierhälfte angeordnet und durch eine eine radial zur Scharnierstiftachse
gewölbte oder geneigte Umfangsfläche aufweisende Ausnehmung im Scharnierauge sowie
ein eine entsprechend geformte zur Scharnierstiftachse radial gewölbte bzw. geneigte
Umfangsfläche aufweisendes, koaxial zur Scharnieraugenachse verstellbares Teil gebildet.
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Im einzelnen kann dabei die der zur Scharnierstiftachse radial gewölbte
bzw. geneigte Umfangsfläche, der Ausnehmung im Scharnierauge der zweiten Scharnierhälfte
zugeordnete Gegenfläche an den radial ausladenden Bund des Scharnierstiftes anschließend
ausgebildet, oder aber an einer auf den Scharnierstift aufsteckbaren Scheibe angeordnet
sein.
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Die radial zur Scharnierstiftachse gerichtete Neigung bzw.
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Wölbung der miteinander getrieblich zusammcnwirkenden
Umfangs
flächen beider Schubgetriebe eines Flügelscharnieres sind gemäß einer bevorzugten
Verwirklichungsform jeweils zur Scharnierachse und zur Scharnieraugenmitte hin abfallend
gerichtet. Dadurch wird gewährleistet, daß sich die Wirkung der beiden Schubgetriebe
in optimaler Weise summiert, da die bei nicht koaxialer Ausrichtung der Scharnierstiftachse
zur Achse der Scharnieraugenbohrung zueinander einen spitzen Winkel einnehmenden
Abschnitte der Umfangsflächen der beiden Teile jedes der beiden Schubgetriebe eine
Schwenkbewegung des Scharnierauges der zweiten Scharnierhälfte im Sinne einer koaxialen
Ausrichtung der Achse der Scharnieraugenbohrung zur Scharnierstiftachse erzeugen.
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Hinsichtlich der Ausrichtung der Gesamt-Schwenkachse der Fahrzeugtür
ist es weiterhin vorteilhaft, daß die beiden der Aufhängung einer Tür dienenden
und jeweils mit mindestens einem Schubgetriebe ausgerüsteten Flügelscharniere mit
ihren aussenliegenden Schubgetrieben gegeneinander zeigend angeordnet sind.
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Um ein Auseinanderfallen der beiden Scharnierhälften auch unter der
Voraussetzung einer, allerdings nur in den seltensten Fällen zu erwartenden nicht
absolut vorschriftsmäßigen Montage mit Sicherheit zu unterbinden, ist in besonderer
Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, daß die beiden Hälften des aushängbaren
Flügelscharnieres wenigstens über dessen Betriebs-Schwenkwinkelbereich hin zusätzlich
zu dem ihre gegenseitige Eingriffslage sichernden Schraubenbolzen noch durch wechselseitig
angeordnete, formschlüssig, insbesondere bajonettartig ineinander greifende Vorsprünge
und Ausnehmungen im Kopfteilbereich des Flügelscharnierprofiles gesichert sind.
Eine mit einem geringen Aufwand verwirklichbare und ausserordentlich zuverlässige
Sicherung der beiden Scharnierhälften in ihrer der eingehängten Tür entsprechenden
gegenseitigen Lage wird dabei dadurch erreicht, daß beide Scharnierhälften aus Abschnitten
fortlaufender Scharnierprofile bestehen und im Kopfbereich der Scharnierprofile
beider Scharnierhälften wechselweise
jeweils im gleichen Abstand
zur oberen und zur unteren Stirnseite des Scharnierauges der ersten Scharnierhälfte
quer zur Scharnierachse gerichtete Ausnehmungen vorgesehen sind. Dabei weist das
für die Herstellung der zweiten Scharnierhälfte verwendete Scharnierprofil im Kopfbereich
eine zum Scharnierblatt hin auslaufende Verdickung und das für die Herstellung der
ersten Scharnierhälfte verwendete Scharnierprofil einen das Scharnierauge überragenden,
im Winkel zur Scharnierblattebene ausgerichteten und in der Draufsicht etwa segmentförmigen
Fortsatz auf. Bei einer derartigen Kombination besonderer Ausbildungen der Scharnierprofile
ist es vorteilhaft, daß die zweite Scharnierhälfte über die Höhe des Scharnierauges
hin mit zwei zur oberen bzw. unteren Stirnseite des Scharnierauges hin offenen Ausnehmungen
und die erste Scharnierhälfte im Fortsatz des Scharnierprofiles mit einer von der
oberen und unteren Stirnseite des Scharnierauges einen gleichen Abstand aufweisenden
Ausnehmung versehen ist.
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Die Erfindung ist in der nachfolgenden Beispielsbeschreibung an Hand
einiger in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele im einzelnen beschrieben.
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In der Zeichnung zeigt die Figur 1 eine Seitenansicht eines aushängbaren
Flügelscharnieres mit einem Schubgetriebe zum koaxialen Ausrichten der Achse der
Scharnieraugenbohrung zur Scharnierstiftachse; Figur 2 einen Schnitt durch das aushängbare
Plügelseharnier gemäß Figur 1 entlang der Linie II - II; Figur 3 eine Darstellung
des Schubgetriebes des aushängbaren Flügelscharnieres gemäß Pigur 1 im vergrößerten
Maßstab; Figur 4 eine Seitenansicht eines mit zwei Schubgetrieben zum koaxialen
Ausrichten der Achse der Scharnieraugenbohrung und der Scharnierstiftachse versehenes,
aushängbares Flügelscharnier;
Figur 5 eine Darstellung der beiden
Schubgetriebe des aushängbaren Flügeischarnieres gemäß Figur 4 im vergrößerten Maßstab;
Figur 6 eine mehr oder minder schematische Darstellung der Anordnung eines Paares
mit mindestens einem Schubgetriebe ausgerüsteter, aushängbarer Flügelscharniere.
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Das aushängbare Türscharnier besteht aus zwei Scharnierhälften 1 und
2, deren eine 2 im gezeigten Ausführungsbeispiel am einen Türanordnungsteil, dem
Türholm 3 und deren andere ein am anderen Türanordnungsteil, der Tür Lj befestigbar
ist. Bei eingehängter Tür 4 sind die beiden Scharnierhälften 1 und 2 vermittels
eines Scharnierstiftes 5 schwenkbar miteinander verbunden. Der Scharnierstift 5
durchsetzt das Scharnierauge 6 der ersten Scharnierhälfte 2 vollständig und ist
am Scharnierauge 6 der ersten Scharnierhälfte 2 gegen eine axiale Verschiebung gesichert
festgelegt. Die Sicherung besteht dabei einerseits aus einer Sicherungsscheibe 7,
die auf der aussenliegenden Stirnseite 8 des Scharnierauges 6 anliegt und andererseits
aus einem radial ausladenden Bund 9 des Scharnierstiftes 5, welcher auf der innenliegenden
Stirnseite 10 des Scharnierauges 6 der ersten Scharnierhälfte 2 anliegt. In der
Scharnieraugenbohrung 11 des Scharnierauges 6 ist der Scharnierstift 5 zweckmäßigerweise
über eine in der Zeichnung nicht dargestellte Buchse aus wartungsfreiem Lagermaterial
mit Laufsitz gelagert. Die zweite aushängbare Scharnierhälfte 1 weist gleichfalls
ein Scharnierauge 12 auf, welches über einen Teil seiner Höhe hin mit einer Scharnieraugenbohrung
13 versehen ist. In die Scharnieraugenbohrung 13 greift der Scharnierstift 5 mit
einem Abschnitt 14 ein, dessen Länge geringer ist, als die Höhe des Scharnierauges
12. Gegen ein unbeabsichtigtes Trennen sind die beiden Scharnierhälften 1 und 2
vermittels eines Schraubenbolzens 15 gesichert, welcher eine die Fortsetzung der
Scharnieraugenbohrung
13 bildende Bohrung 16 im Scharnierauge
12 der zweiten Scharnierhälfte 1 durchsetzt und über einen Gewindeabschnitt 17 in
eine Sacklochbohrung 18 in der Stirnseite des Abschnittes 14 des Scharnierstiftes
5 eingreift. Der Schraubenbolzen 15 weist einen Kopf 19 auf, der mit einer Widerlagerfläche
an der aussenliegenden Stirnseite 20 des Scharnierauges 16 zusammenwirkt. Das in
den Figuren 1 bis 3 dargestellte aushängbare Flügelscharnier ist lediglich mit einem
Schubgetriebe zum gegenseitigen koaxialen Ausrichten der Scharnierstiftachse 21
und der Achse 22 der Scharnieraugenbohrung 13 versehen.
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Das Schubgetriebe besteht im gezeigten Ausführungsbeispiel, wie insbesondere
aus der Darstellung der Figur 3 ersichtlich einerseits aus einer, eine radial zur
Scharnierstiftachse 21 geneigte Umfangsfläche 23 aufweisenden Ausnehmung 24 in der
aussenliegenden Stirnseite 20 des Scharnierauges 12 und andererseits einer gleichsinnig
zur Scharnierstiftachse 21 geneigten Umfangsfläche 25 an der Unterseite des Kopfes
19 des Schraubenbolzens 15. Da beim Zusammenfügen der beiden Hälften des aushängbaren
Flügelscharnieres der Schraubenbolzen 15 in den Scharnierstift 5 eingeschraubt wird,
wirkt die an der Unterseite seines Kopfes 19 ausgebildete, zur Scharnierstiftachse21
geneigte Umfangsfläche 25 als treibende Fläche, während die parallel zur Umfangsfläche
25 geneigte Fläche 23 der Ausnehmung 24 im Scharnierauge 12 der aushängbaren zweiten
Scharnierhälfte 1 als getriebene Fläche wirkt, wenn die Flächen 24 und 25 in Folge
einer Winkellage zwischen der Scharnierstiftachse 21 und der Achse 22 der Scharnieraugenbohrung
13 im Scharnierauge 12 eine im Querschnitt etwa spitzwinkelige Relativlage zueinander
einnehmen.
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Durch das Anziehen des Schraubenbolzens 15 wird durch das getriebliche
Zusammenwirken der beiden zur Scharnierachse 21 gleichsinnig und gleichmäßig geneigten
Umfangsflächen 23 und 25 eine Kippbewegung des Scharnierauges 12 und
damit
auch der Scharnierhälfte 1 nach Art eines Keilgetriebes erzwungen, so daß die Scharnierstiftachse
21 und die Achse 22 der Scharnieraugenbohrung 13 des Scharnierauges 12 der zweiten
Scharnierhälfte in eine zueinander koaxiale Lage ausgerichtet werden. Damit ist
dann gleichzeitig auch gewährleistet, daß der die gegenseitige Eingriffslage der
beiden Scharnierhälften 1 und 2 sichernde Schraubenbolzen 15 mit der Unterseite
seines Kopfes 19 über dessen gesamten Umfang hin gleichmäßig auf der Stirnseite
20 des Scharnierauges 12 aufliegt und ein selbsttätige, aus einer gegenseitigen
Winkellage zwischen Scharnieraugenbohrung 13 3 und Scharnierstift 5 resultierendes
Lockern des Schraubenbolzens 15 ausgeschlossen ist. Wie insbesondere aus der Darstellung
derFigur 3 ersichtlich, kann dem Schraubenbolzen 15 noch eine zusätzliche Sicherung
in Form einer in die Ausnehmung 24 in der Stirnseite 20 des Scharnierauges 12 der
zweiten Scharnierhälfte 1 eingelegten Fächerscheibe 26 zugeordnet werden.
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Bei dem in den Figuren 4 und 5 dargestellten Ausführungsbeispiel ist
ein aushängbares Flügeldcnarnier mit zwei Schubgetrieben ausgerüstet. Dabei ist
ein erstes aussenliegendes Schubgetr'iebe vorgesehen, welches dem Schubgetriebe
23 / 25 der Ausführungsform nach den Figuren 1 bis 3 identisch entspricht. Zusätzlich
zu dem in Bezug auf das Scharnierauge 12 der aushängbaren zweiten Scharnierhälfte
1 im wesentlichen aussenliegend angeordnete Schubgetriebe 23 / 25 ist jedoch ein
zweites, innenliegendes Schubgetriebe vorgesehen, welches im Bereich der innenliegenden
Stirnseite 27 des Scharnierauges 12 angeordnet ist. Das innenliegende Schubgetriebe
besteht dabei aus einer eine zur Scharnierstiftachse 21 radial geneigte Umfangsfläche
28 aufweisenden Ausnehmung 29 in der Stirnseite 27 des Scharnierauges 12 und einer
zur Umfangsfläche 28 gleichsinnig und gleichförmig geneigten Umfangsfläche 30, welche
im gezeigten Ausführungsbeispiel an den radial ausladenden Bund 9 des Scharnierstiftes
5 anschließend ausgebildet ist. Da beim Zusammenfügen bzw. Trennen des
aushängbaren
Flügelscharnieres das Scharnierauge 12 der zweiten aushängbaren Scharnierhälfte
1 bewegt wird, bildet der Scharnierstift 5 ein relativ zum Scharnierauge 12 der
aushängbaren zweiten Scharnierhälfte ein bewegliches Teil.
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Insbesondere aus der Darstellung der Figur 5 ist deutlich ersichtlich,
daß die radial zur Scharnierstiftachse 21 gerichtete Neigung der miteinander zusammenwirkenden
Umfangsflächen 23/25 und 28/30 beider Schubgetriebe jeweils zur Verlängerung der
Scharnierstiftachse 21 und zur Mitte des Scharnierauges 12 hin abfallend und somit
zueinander gegensinnig ausgerichtet sind. Daraus resultiert ein optimales Zusammenwirken
beider Schubgetriebe beim Ausrichten der Achse 22 der Scharnieraugenbohrung 13 im
Scharnierauge 12 der aushängbaren Scharnierhälfte 1 und der Scharnierstiftachse21,
da die beiden Schubgetriebe bei einer möglichen Winkelstellung der Scharnieraugenbohrung
13 der aushängbaren zweiten Scharnierhälfte 1 zur Scharnierstiftachse auf das Scharnierauge
12 und damit auf die Scharnierhälfte 1 gegensinnig gerichtete Kippkräfte ausüben.
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Bei einer über zwei, jeweils mit mindestens einem Schubgetriebe ausgestatteten,
aushängbaren FlUgelscharnieren in der Fahrzeugkarosserie aufgehängten Fahrzcugtür
kann, wie dies insbesondere in der Darstellung der Figur 6 gezeigt ist, eine optimale
Ausrichtung der Gesamt-Schwenkachse der Fahrzeugtür vermittels der Schubgetriebe
dadurch erreicht werden, daß die beiden die Türaufhängung bildenden Flügelscharniere
mit ihren aussen liegenden Schubgetrieben 23/ 25 gegeneinander zeigend angeordnet
sind. Hierbei ergibt sich aus der Wirkungsweise der Schubgetriebe nicht nur eine
gegenseitige Ausrichtung der Achsen der Scharnieraugenbohrungen 13 in den aushängbaren
zweiten Scharnicrhälften 1 und der Scharnierstiftachsc 21, sondern auch zusätzlich
noch eine gegenseitige Ausrichtung der Scharnicrachsen beider aushängbarer Flügelacharniere
in Bezug auf die Gesamt-Schwenkachse der Fahrzeugtür.
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Zur Sicherung der gegenseitigen Eingriffslage der beiden Hälften 1
und 2 eines aushängbaren Flügelacharnieres ist erfindungsgemäß auch noch ein gegenseitiger
formschlüssiger Eingriff der beiden Scharnierhälften 1 und 2, wenigstens über den
Betriebs-Schwenkwinkelbereich des aushAngbaren Flügeischarnieres hin vorgesehen,
um sicherzustellen, daß auch bei einer möglicherweise fehlerhaften Montage ein unbeabsichtigtes
Trennen der beiden Hälften des aushängbaren Flügelscharnieres während des Betriebes
der Fahrzeugtür ausgeschlossen ist. Hierzu sind die beiden Scharnierhälften 1 und
2 des aushängbaren Flügelscharnieres jeweils über die Höhe des Scharnierauges 6
der ersten Scharnierhälfte 2 hin mit radial zur Scharnierachse gerichteten, wechselweise
angeordneten Ausnehmungen und Vorsprüngen versehen. Die beiden Scharnierhälften
1 und 2 sind dabei aus fortlaufenden Scharnierprofilen hergestellt, welche wechselweise
im gleichen Abstand zur oberen 10 und zur unteren Stirnseite 8 des Scharnierauges
6 der ersten Scharnierhälfte 2 und jeweils im Kopfbereich der Scharnierprofile quer
zur Scharnierachse gerichtete Ausnehmungen aufweisen. Das für die zweite Scharnierhälfte
1 verwendete Scharnierprofil besitzt dabei im Kopfbereich 31 eine quer zur Scharnierblattebene
gerichtete Verdickung 32, während das für die erste Scharnierhälfte 2 verwendete
Scharnierprofil einen das Scharnierauge 6 überragenden, im Winkel zur Ebene des
Scharnierblattes 33 ausgerichteten und in der Draufsicht etwa sengmentförmigen Fortsatz
34 aufweist.
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Die zweite Scharnierhälfte 1 ist mit über die Höhe des Scharnierauges
6 der ersten Scharnierhälfte 2 hin mit zwei zur oberen 10 und unteren Stirnseite
8 hin offenen Ausnehmungen 35 und 36, die erste Scharnierhälfte 2 im Bereich des
Fortsatzes 34 des Scharnierprofiles dagegen mit einer von der oberen 10 und der
unteren Stirnseite 8 des Scharnierauges 6 einen gleichen Abstand aufweisenden Ausnehmung
37 versehen.