Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur katalytischen Hydrierung, die an einem Polymeren eines konjugierten
Diens durchgeführt wird, um diesem Polymeren verbesserte Beständigkeit, insbesondere Beständigkeit gegenüber Wetterbedingungen,
Oxidation, Wärme und anderen Einwirkungen zu verleihen. Die Erfindung betrifft insbesondere ein
neues Verfahren zur bevorzugten Hydrierung von ungesättigten Bindungen (Doppelbindungen) in den aus konjugierten
Dienen stammenden Einheiten eines solchen Polymeren unter milden Hydrierungsbedingungen unter Anwendung eines
Hydrierungskatalysators für Polymere, der mindestens eine spezielle Titanverbindung enthält.
Im allgemeinen werden Polymere, die durch Polymerisation oder Copolymerisation von konjugierten Dienen gebildet
werden, in weitem Umfang für industrielle und technische
Zwecke angewendet. Diese Polymere enthalten in ihren Poly-
merketten verbliebene ungesättigte Doppelbindungen. Diese ungesättigten Doppelbindungen werden vorteilhaft
für gewisse Zwecke, wie zur Vulkanisation, ausgenutzt, sie bewirken jedoch den Nachteil, daß sie dem Polymeren
unzureichende Stabilität gegenüber Umgebungsbedingungen, wie Wetterbedingungen, gegenüber Oxidation und dergleichen,
verleihen. Speziell Blockcopolymere, die aus konjugierten Dienen und vinylsubstituierten aromatischen Kohlenwasserstoffen
erhalten worden sind, werden in unvulkanisiertem Zustand als thermoplastische Elastomere und transparente
schlagfeste Harze oder als Modifiziermittel für Styrol-Polymerharze und Olefin-Polymerharze eingesetzt.
Aufgrund der in ihren Polymerketten enthaltenen ungesättigten Doppelbindungen besitzen solche Blockcopolymere jedoch
5 unzureichende Beständigkeit gegenüber Bewitterungsbedingungen, Oxidation und Ozon. Auf dem Gebiet der Materialien
für Außenanlagen, für die solche Eigenschaften unerläßlich sind, haben daher diese Blockcopolymere wegen dieses
Nachteils nur beschränkte Anwendbarkeit.
Die mangelnde Stabilität kann merklich verbessert werden, indem ein solches Blockcopolymeres hydriert wird und infolgedessen
die in seiner Polymerenkette verbliebenen ungesättigten Doppelbindungen beseitigt werden. Zu dem
angegebenen Zweck wurden bereits zahllose Methoden zur Hydrierung von ungesättigte Doppelbindungen enthaltenden
Kohlenwasserstoffpolymeren vorgeschlagen. Zu bekannten
Katalysatoren, die zur Durchführung dieser Verfahren zur Polymerhydrierung zugänglich sind, gehören (1) heterogene
Trägerkatalysatoren, welche Metalle, wie Nickel, Platin, Palladium und Ruthenium, aufgetragen auf einem
Träger, wie Kohle, Siliciumdioxid, Aluminiumoxid, SiIiciumdioxid-Aluminiumoxid
und Diatomeenerde, enthalten und (2) sogenannte homogene Katalysatoren vom Typ der
Ziegler-Katalysatoren, die durch Umsetzung von Salzen
organischer Säuren oder Acetylacetonsalzen von Nickel,
Kobalt, Eisen oder Chrom, mit einem Reduktionsmittel, wie einer Organoaluminiumverbindung, in einem Lösungsmittel
erhalten werden.
Die vorstehend unter (1) genannten heterogenen Trägerkatalysatoren
zeigen im allgemeinen einen niedrigeren Grad der Aktivität als die homogenen Katalysatoren vom
Ziegler-Typ. Um eine wirksame Hydrierung zu ermöglichen, ist es daher erforderlich, daß die Hydrierung unter
strengen Bedingungen, wie bei erhöhter Temperatur und hohem Druck durchgeführt wird. Bei einem gegebenen
zu hydrierenden Polymeren läuft die Hydrierung erst dann ab, wenn das Polymere in Gegenwart eines der vorstehend
beschriebenen Katalysatoren behandelt wird. Bei der Hydrierung eines Polymeren ist jedoch, anders als bei
einer niedermolekularen Verbindung, der Kontakt des Polymeren mit dem Katalysator wegen des Einflusses der
hohen Viskosität, welche das Reaktionssystem aufweist, und der durch die Polymerkette verursachten sterischen
Hinderung, schwierig durchzuführen. Um das Polymere in wirksamer Weise zu hydrieren, ist es daher erforderlich,
daß der Katalysator in einer zu großen Menge eingesetzt wird, wodurch die Hydrierung unwirtschaftlich
wird, und es ist außerdem erforderlich, die Hydrierungsreaktion bei erhöhten Temperaturen und unter hohem
Druck, d.h. unter Bedingungen, die leicht zur Zersetzung und Gelbildung des Polymeren führen, vorzunehmen. Bei
der Hydrierung eines Copolymeren aus einem konjugierten Dien und einem vinylsubstituierten Kohlenwasserstoff ist
die selektive Hydrierung der ungesättigten Doppelbindungen in den konjugierten Dieneinheiten des Copolymeren
im allgemeinen erschwert, weil die Hydrierung auch im Bereich der aromatischen Kerne des Copolymeren eintritt.
Im Gegensatz dazu ist es für die genannten homogenen Katalysatoren des Ziegler-Typs (2) kennzeichnend, daß
sie im allgemeinen höhere Grade der Aktivität zeigen, die Hydrierung bei geringeren angewendeten Mengen ver-Ursachen
und bei niedrigeren Temperaturen und einem niedrigeren Druck die Hydrierung bewirken, als die
* heterogenen Trägerkatalysatoren, weil die Hydrierungsreaktion allgemein in einem homogenen System abläuft.
In Abhängigkeit von der Wahl der Hydrierungsbedingungen sind sie außerdem befähigt, die bevorzugte Hydrierung
der ungesättigten Doppelbindungen der konjugierten Dieneinheiten in Copolymeren aus konjugierten Dienen und
vinylsubstituierten aromatischen Kohlenwasserstoffen
in ziemlich hohem Maß zu verursachen. Die homogenen Katalysatoren des Ziegler-Typs besitzen jedoch im allgemeinen
den Nachteil, daß sie nur dann ausreichende Hydrierungsaktivität zeigen, wenn sie unmittelbar vor ihrer Anwendung
durch Vermischen ihrer Bestandteile und Reduktion der gebildeten Gemische hergestellt werden, daß sie
keine reproduzierbare Wirkung besitzen und daß sie trotz der vorbereitend angewendeten Reduktionsbehandlung
schlechte Stabilität zeigen, so daß es unerläßlich ist, daß diese Katalysatoren unmittelbar vor ihrer tatsächlichen
Anwendung hergestellt werden, sooft sie für die Hydrierung eingesetzt werden. Außerdem ist besonders bei der Hydrierung
eines Copolymeren aus einem konjugierten Dien und einem vinylsubstituierten aromatischen Kohlenwasserstoff
die Bedingung einer gründlichen selektiven Hydrierung der ungesättigten Doppelbindungen der konjugierten Dieneinheiten
gegenüber der des aromatischen Kerns nicht genügend erfüllt. Unter Bedingungen, die eine weitgehende
Hydrierung der ungesättigten Doppelbindungen von konjugierten Dieneinheiten ermöglichen, werden die aromatischen
Kerne des Copolymere unvermeidbar in gewissem Maß hydriert. Wenn umgekehrt Bedingungen angewendet werden,
welche die Hydrierung der aromatischen Kerne des Copolymeren vollständig verhindern, wird die Hydrierung der ungesättigten
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Doppelbindungen der konjugierten Dieneinheiten nicht in ausreichend hohem Maß bewirkt. Unter diesen Umständen
besteht ein starkes Bedürfnis nach der Entwicklung eines Katalysators, der befähigt ist, die ungesättigten
Doppelbindungen von konjugierten Dieneinheiten in einem derartigen Polymeren selektiv zu hydrieren.
Darüber hinaus sind die bekannten Ziegler-Katalysatoren für die Hydrierung teuer und zeigen den Nachteil, daß
eine weitere komplizierte Verfahrensstufe zur Entfernung von Katalysatorrückständen aus den Hydrierungsprodukten
erforderlich ist. Um die Hydrierung in wirtschaftlich
vorteilhafter Weise vorzunehmen, ist es stark erwünscht, einen hochwirksamen Hydrierungskatalysator zur Verfügung
zu stellen, der befähigt ist, den gewünschten Effekt bei einem so niederen Wert des Katalysatorverbrauches
zu erreichen, daß die Stufe der Entfernung von Katalysatorrückständen weggelassen werden kann, oder einen
Katalysator zu finden, der in einfacher Weise entfernt werden kann.
Im Hinblick auf den vorstehend beschriebenen Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen
hochselektiven Hydrierungskatalysator zur Verfügung zu stellen, der die wirksame Hydrierung nur der ungesättigten
Doppelbindungen in den konjugierten Dieneinheiten eines Polymeren oder Copolymeren eines konjugierten Diens
ermöglicht, und ein Verfahren zur Hydrierung von Polymeren oder Copolymeren von konjugierten Dienen unter Verwendung
eines solchen Katalysators zu schaffen.
Gegenstand der Erfindung ist demnach ein Verfahren zur selektiven Hydrierung der Doppelbindungen in
konjugierten Dieneinheiten von durch Poly-
merisation oder Copolymers sation von konjugierten Dienen
erhaltenen Polymerisaten, bei dem diese in einem inerten
organischen Lösungsmittel in Gegenwart einer Organometallverbindung
als Katalysator mit Wasserstoff in Berührung gebracht werden, das dadurch gekennzeichnet
ist, daß man die Hydrierung in Gegenwart eines Katalysators durchführt, der
(A) mindestens eine Dicyclopentadienyl-Titanverbindung der allgemeinen Formel
in der R und R' gleich oder verschieden sind und
für C1 bis Cg-Alkyl- oder -Alkoxy-Gruppen, C6 bis
Cg-Aryl-, -Aryloxy-, -Aralkyl- oder -Cycloalkyl-
gruppen, Halogenatome oder Carbonylgruppen
stehen,
zusätzlich zu Komponente (A)
(B) mindestens eine Kohlenwasserstoff-Lithiumverbindung
umfaßt, die mindestens ein Lithiumatom im Molekül enthält, wobei, falls das zu hydrierende
Polymere oder Copolymere ein lebendes Polymeres ist, das ein Lithiumatom in der Polymerenkette
aufweist, die Komponente (B) ganz oder teilweise
weggelassen wird.
Es hat sich gezeigt, daß die erfindungsgemäß eingesetzten
Katalysatoren, welche Di-(cyclopentadienyl)-titanverbindungen und Alkyllithiumverbindungen umfassen, eine sehr hohe Aktivität
bei geringen Einsatzmengen sowie gute Reproduzierbarkeit
bei der Anwendung für die vorstehend erwähnten Polymeren zeigen und daß sie extrem hohe Selektivität für die Hydrierung
der ungesättigten Doppelbindungen in den konjugierten Dien-
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einheiten zeigen. Wenn das zu hydrierende Polymere ein lebendes Polymeres ist, das unter Anwendung einer Organolithiumverbindung
als Polymerisationskatalysator hergestellt wurde, kann als Katalysator allein die Di-(cyclopentadienyl)-titanverbindung
anstelle der Kombination aus der genannten Titanverbindung und einer Alkyllithiumverbindung als reduzierender Metallverbindung
in kleinen Mengen im Reaktionssystem angewendet werden, da das Lithiumatome enthaltende lebende Polymere
selbst die Funktion der reduzierenden Organometallverbindung übernimmt. Auch in diesem Fall zeigt der Katalysator
sehr hohe Hydrierungsaktivität gegenüber dem Polymeren und sehr hohe Selektivität für die Hydrierung der ungesättigten
Doppelbindungen in den konjugierten Dieneinhei-
15 ten.
Die Erfindung wird nachstehend ausführlicher erläutert.
Die verwendete Bezeichnung "konjugiertes Dien-Polymeres" bzw. "Polymeres eines konjugierten Diens" bedeutet sowohl
ein Homopolymeres, als auch ein Copolymeres eines konjugierten Diens. Diese Bezeichnung umfaßt speziell Homopolymere
von konjugierten Dienen, statistische oder Blockcopolymere aus zwei oder mehr konjugierten Dienen
und statistische Block- und/oder Pfropfcopolymere aus
mindestens einem konjugierten Dien und mindestens einem mit diesem konjugierten Dien copolymerisierbaren Monomeren.
Die erfindungsgemäß verwendete Bezeichnung "lebendes
Polymeres" umfaßt hinsichtlich ihrer Bedeutung Homopolymere und Copolymere von konjugierten Dienen, die durch Verwendung
einer Organolithiumverbindung als Polymerisationskatalysator erhalten wurden, und Polymere, die in ihrer
Polymerkette ein Lithiumatom enthalten und infolgedessen befähigt sind, durch Polymerisation eines zusätzlichen
Monomeren zu wachsen. Im einzelnen gehören dazu lebende
Homopolymere von konjugierten Dienen, lebende statistische
und/oder Blockcopolymere aus zwei oder mehr konjugierten Dienen und lebende statistische und/oder Blockcopolymere
aus mindestens einem konjugierten Dien und mindestens einem anderen Monomeren, das zur Lebend-Copolymerisation mit
dem vorstehend erwähnten konjugierten Dien befähigt ist.
Es ist bereits bekannt, daß Katalysatoren, die aus einer Kombination von Di-(cyclopentadienyl)-titanverbindung,
einer Komponente des erfindungsgemäß verwendeten Hydrierungskatalysators, und reduzierenden Organometallverbindungen
bestehen, befähigt sind, die ungesättigten Doppelbindungen in niedermolekularen organischen Verbindungen
zu hydrieren (z.B. Veröffentlichungen von M.F. Sloan
et al, J. Am. Chem. Soc, Vol.. 85, S. 4014 - 4018 (1965)
und Y. Tajima et al, J. Org. Chem., Vol. 33, S. 1689 1690 (1968)). Diese Katalysatoren wurden jedoch als technisch
weniger vorteilhaft angesehen, als die vorstehend erwähnten Hydrierungskatalysatoren des Ziegler-Typs
(1), welche in der großtechnischen Produktion laufende Anwendung finden, weil sie niedrigere Hydrierungsaktivität
zeigen und daher in größeren Mengen und bei höherer Temperatur und unter höherem Druck angewendet werden müssen,
um einen weitgehend hohen Hydrierungsgrad zu erreichen.
In der gegenwärtigen Fachliteratur findet sich keinerlei Bericht über die Anwendung solcher Katalysatoren auf
Polymere, speziell konjugierte Dienpolymere und Copolymere von konjugierten Dienen und vinylsubstituierten
aromatischen Kohlenwasserstoffen. Bisher existierte keinerlei Kenntnis über irgendeinen Katalysator, der
zu einer selektiven Hydrierung der ungesättigten Doppelbindungen in konjugierten Dieneinheiten gegenüber den
aromatischen Kernen in derartigen Polymeren führt. Wenn derartige Titanverbindungen für sich angewendet werden.
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so besitzen sie keine Hydrierungsaktivität. Die Anwendung einer Titanverbindung als reduzierende organische
Metallverbindung in einem lebenden Polymeren ist bisher nicht bekannt. Auf dem beschriebenen Fachgebiet wurde
bisher keine Methode beschrieben, aus der ein Hinweis auf eine derartige Anwendung einer Titanverbindung entnommen
werden könnte.
Im Hinblick auf den vorstehend beschriebenen Stand der Technik ist es überraschend, daß mit Hilfe des erfindungsgemäßen
Verfahrens die selektive Hydrierung der ungesättigten Doppelbindungen in konjugierten Dieneinheiten
des Polymeren bei niederer Einsatzmenge des Katalysators und unter milden Bedingungen realisiert werden kann.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird die Hydrierung eines lebenden Polymeren, das ein reduzierend
wirksames Lithiumatom enthält, durchgeführt. Diese Ausführungsform besitzt charakteristische Vorteile, wie die
Tatsache, daß die Hydrierung unter alleiniger Anwendung einer Di-(cyclopentadienyl)-titanverbindung in geringer
Menge im Reaktionssystem durchgeführt werden kann, so daß die notwendige Ergänzung der Katalysatorzufuhr durchgeführt
werden kann, indem nur eine Katalysatorkomponente zugesetzt wird, ferner eine höhere katalytische Aktivität
als in einem System unter Verwendung einer Di-(cyclopentadienyl)-titanverbindung
und einer zusätzlichen reduzierenden orqanisehen Verbindung, wie einer Alkylaluminiumverbindung
· Ein weiterer außerordentlicher Vorteil ist die Möglichkeit, daß das Polymere in frisch gebildeter,
nicht isolierter Form unmittelbar hydriert werden kann, und auf diese Weise das als Rückstand aus dem Polymerisationskatalysator
in dem Polymeren verbliebene Lithium als Komponente für den Hydrierungskatalysator eingesetzt
werden kann. Das lebende Polymere kann somit nach dem erfindungsgemäßen Verfahren in wirksamer und wirtschaft-
licher Weise hydriert werden. Diese Tatsache ist sehr überraschend.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann zwar zur Hydrierung
von allen Kohlenwasserstoffpolymeren, die ungesättigte
Doppelbindungen aufweisen, angewendet werden, vorzugsweise wird es jedoch auf Polymeren von konjugierten Dienen
angewendet, die durch Polymerisation oder Copolymerisation von konjugierten Dienen erhalten wurden. Es ist außerdem
geeignet zur Hydrierung von lebenden Kohlenwasserstoffpolymeren, die in Gegenwart einer Organolithiumverbindung
polymerisiert worden sind und die ungesättigte Doppelbindungen enthalten, und auf lebende Polymere von konjugierten
Dienen, die durch Polymerisation oder Copolymerisation von konjugierten Dienen erhalten wurden und Lithiumatome
in der Polymerkette aufweisen, anwendbar. Diese konjugierten Dienpolymeren und lebenden konjugierten Dienpolymeren
umfassen Homopolymere von konjugierten Dienen, Interpolymere bzw. Copolymere von verschiedenen konjugierten
Dienen und Copolymere, die durch Copolymerisation mindestens eines konjugierten Diens und mindestens eines
mit diesem konjugierten Dien copolymerisierbaren Olefin-Monomeren erhalten wurden. Die konjugierten Diene, die
zur Herstellung von solchen konjugierten Dienpolymeren und lebenden konjugierten Dienpolymeren verwendbar sind,
sind im allgemeinen konjugierte Diene mit 4 bis etwa 12 Kohlenstoffatomen. Zu konkreten Beispielen für solche
konjugierte Diene gehören Butadien-1,3, Isopren, 2,3-Dimethyl-butadien-1,3,
Pentadien-1,3, 2-Methyl-pentadien-1,3,
Hexadien-1,3, 4,5-Diethyl-ocatien-1,3 und 3-Butyloctadien-1,3.
Im Hinblick darauf,- daß Elastomere mit ausgezeichneten physikalischen Eigenschaften erhalten werden,
die industriell vorteilhafte Entwicklungen ermöglichen, haben sich Butadien-1,3 und Isopren als besonders wünschenswerte
konjugierte Diene erwiesen. Elastomere, wie Poly-
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butadien, Polyisopren und Butadien/Isopren-Copolymere
sind besonders vorteilhaft für eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens. Diese Polymere'sind
im Hinblick auf die MikroStruktur ihrer Polymerketten nicht besonders eingeschränkt; sie können unverändert
in vorteilhafter Weise eingesetzt werden, unabhängig
davon, welche MikroStruktur ihre Polymerketten aufweisen. Wenn diese Polymeren jedoch keinen ausreichenden Anteil
an 1,2-VinyIbindungen aufweisen, zeigen ihre Hydrierungsprodukte
niedrigere Löslichkeit, als es wünschenswert ist, und die Polymeren selbst erfordern die Anwendung
von spezifischen Lösungsmitteln, um eine gleichförmige Hydrierung durchzuführen. Es ist daher erwünscht, daß diese
Polymeren 1,2-Vinylbindungen in einem Anteil von mindestens
15 etwa 30 % enthalten.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird besonders vorteilhaft
zur Hydrierung von Copolymeren oder lebenden Copolymeren angewendet, die durch Copolymerisation mindestens eines
konjugierten Diens und mindestens eines mit diesem konjugierten Dien copolymerisierbaren Monomeren gebildet
worden sind. Zu Beispielen für konjugierte Diene, die vorteilhaft zur Herstellung eines solchen Copolymeren
oder lebenden Copolymeren verwendbar sind, gehören die vorstehend aufgezählten Diene. Als Beispiele für Monomere,
die zur Copolymerisation mit diesen konjugierten Dienen geeignet sind, lassen sich alle Monomere erwähnen, die
mit konjugierten Dienen copolymerisierbar sind. Unter Monomeren, welche dieses Erfordernis erfüllen, sind vinylsubtituierte
aromatische Kohlenwasserstoffe besonders wünschenswert. Insbesondere um technisch brauchbare, hochwertige
Elastomere und thermoplastische Elastomere herzustellen, für die die erfindungsgemäße Wirkung zur selektiven
Hydrierung der ungesättigten Doppelbindungen in den konjugierten Dieneinheiten am wirksamsten ausgenutzt werden
kann, sind Copolymere von konjugierten Dienen und vinylsub-
stituierten aromatischen Kohlenwasserstoffen besonders
wichtig. Zu konkreten Beispielen für vinylsubstituierte aromatische Kohlenwasserstoffe, die vorteilhaft zur
Herstellung von solchen Copolymeren angewendet werden,
gehören Styrol, t-Butylstyrol, a-Methylstyrol, o-Methylstyrol,
p-Methylstyrol, Divinylbenzol, 1,1-Diphenylethylen,
Vinylnaphthalin, Ν,Ν-Dimethyl-p-aminoethylstyrol und
Ν,Ν-Diethyl-p-aminoethylstyrol. Unter den vinylsubstituierten
aromatischen Kohlenwasserstoffen hat sich Styrol als besonders vorteilhaft erwiesen. Konkrete Beispiele für
solche Copolymere sind Butadien/Styrol-Copolymere und Isopren/Styrol-Copolymere. Diese Copolymeren sind die
besten Ausführungsformen, weil sie zu hydrierten Copolymeren mit hohem technischen Wert führen.
Es ist wünschenswert, daß diese Copolymeren oder lebenden Copolymeren die Einheiten von vinylsubstituierten aromatischen
Kohlenwasserstoffen in einem Anteil im Bereich von 5 bis 95 Gew.-% enthalten. Wenn der Anteil der
Einheiten der vinylsubstituierten aromatischen Kohlen-Wasserstoffe außerhalb des angegebenen Bereiches liegt,
werden die charakteristischen Eigenschaften, die thermoplastischen Elastomeren eigen sind, nicht erzielt.
Zu Copolymeren oder lebenden Copolymeren, die als Ausgangsmaterialien
dem erfindungsgemäßen Verfahren unterworfen werden, gehören statistische Copolymere, in denen die
Monomereinheiten über die gesamten Polymerketten statistisch verteilt sind, konische (tapered) Blockcopolymere, vollständige
Blockcopolymere und Pfropfcopolymere. Um technisch wertvolle thermoplastische Elastomere herzustellen, sind
Blockcopolymere, die mindestens einen konjugierten Dien-Polymerblock
und mindestens einen vinylsubstituierten aromatischen Kohlenwasserstoffpolymerblock enthalten, besonders
wichtig. Unter Blockcopolymeren, welche diese For-
derungen erfüllen, sind solche, die Polymerblöcke aus
vinylsubstituierten aromatischen Kohlenwasserstoffen in Anteilen im Bereich von 10 bis 90 Gew.-%, bezogen auf
das Gesamtgewicht der vorhandenen Polymerblöcke, enthalten, besonders vorteilhaft. Diese Blockcopolymeren führen
nicht zur Bildung von thermoplastischen Elastomeren oder thermoplastischen Harzen mit guten physikalischen Eigenschaften,
wenn ihr Gehalt an Polyirierblöcken aus vinylsubstituiertem
aromatischem Kohlenwasserstoff außerhalb des angegebenen Bereiches liegt.
Der Anteil an Polymerblöcken aus vinylsubstituiertem aromatischem Kohlenwasserstoff (a) wird nach der Methode
bestimmt, die von L.M.. Kolthoff et al in J. Pol. Sei.,
VoI. 1, S. 429 (1946) beschrieben ist und dieser Anteil (a) wird als Konzentration des Blockpolymeren in der
Gesamtmenge eines zu prüfenden Polymeren angegeben.
Das vorstehend erwähnte Blockcopolymere kann in einer Form vorliegen, in der eine kleine Menge an vinylsubstituierten
aromatischen Kohlenwasserstoffeinheiten in einem konjugierten Dienpolymerblock vorhanden ist, oder in der
eine kleine Menge an konjugierten Dieneinheiten in einem vinylsubstituierten aromatischen Kohlenwasserstoff-Polymerblock
vorhanden ist. Blockcopolymere dieser Klasse umfassen Blockcopolymere des geradekettigen Typs, Blockcopolymere
des sogenannten verzweigten Typs, die durch teilweise Kupplung mit einem Kupplungsmittel gebildet
werden, Blockcopolymere des radialen Typs und des sternförmigen Typs.
Um für die Zwecke der Erfindung besonders gut geeignet zu sein, ist es erwünscht, daß die vorstehend erwähnte
Blockcopolymeren oder lebenden Blockcopolymeren konjugierte Dieneinheiten in Mikrostrukturen enthalten, die aus
30 bis 70 Gew.-% 1,2-Vinylbindungen und 70 bis 30 Gew.-%
1,4-Bindungen (cis-Bindungen und trans-Bindungen) besteht.
Blockcopolymere, welche dieser Anforderung genügen, sind industriell vorteilhaft, weil die OlefinBereiche
ihrer Hydrierungsprodukte gute Kautschukelastizität zeigen und die Hydrierungsprodukte selbst
hohe Löslichkeit in Lösungsmitteln aufweisen und niedere Lösungsviskosität besitzen. Sie ermöglichen daher die
leichte Gewinnung von hydrierten Polymeren und die einfache Entfernung von verbrauchten Lösungsmitteln
sowie eine wirtschaftliche Herstellung von hydrierten
Polymeren.
Der Gehalt an 1,2-VinyIbindungen (b) in den konjugierten
Dieneinheiten des Polymeren wird nach der Methode von Hampton (R.R. Hampton, Anal.Chem., Vol. 29, S. 923 (1949)
mit Hilfe des Infrarot-Absorptionsspektrums bestimmt, wobei das Verhältnis der 1,2-Vinylbindungen zu den konjugierten
Dieneinheiten errechnet und dieses Verhältnis, ausgedrückt als Gewichtsverhältnis, angegeben wird.
Die Wellenzahlen, bei denen diese Bestimmung durchgeführt
wird, liegen im Fall eines Butadien/Styrol-Copolymeren bei 724 cm"1 für cis-1,4-Butadien, 967 cm"1 für die
trans-1,4-Bindung, bei 911 cm für die 1,2-Vinylbindung
und bei 699 cm" für Styrol. Durch Anwendung dieser Wellen zahlen können die Konzentrationen der einzelnen
25 Komponenten bestimmt werden.
Die Polymeren, die mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens der Hydrierung unterworfen werden, unterliegen
im Hinblick auf das Molekulargewicht der Polymeren keiner speziellen Beschränkung. Im allgemeinen ist es jedoch
erforderlich, daß sie ein Molekulargewicht-Zahlenmittel im Bereich von etwa 1000 bis etwa 1 000 000 aufweisen.
Die einzusetzenden Polymeren können mit Hilfe von beliebigen auf dem Fachgebiet bekannten Methoden hergestellt
werden, beispielsweise nach der anionischen Polymerisationsmethode, der kationischen Polymerisationsmethode, durch
Koordinations-Polymerisation, Radikal-Polymerisation, Lö-
.--. . 34υ ι
sungspolymerisation und nach der Emulsions-Polymerisationsmethode.
Besonders vorteilhafte Polymere sind lebende Polymere, die durch Verwendung einer Organolithiumverbindung
als Katalysator gebildet wurden und ein Lithiumatom in der Polymerkette enthalten. Als Polymerisationskatalysatoren
zur Herstellung dieser lebenden Polymeren eignen sich Lithium-Kohlenwasserstoffverbindungen, in
deren Moleküleinheit mindestens ein Lithiumatom gebunden ist. Beispiele für solche Kohlenwasserstoffverbindungen
sind Monolithiumverbindungen/ wie n-Propyllithium,
Isopropyllithium, n-Butyllithium, sec.-Butyllithium,
tert.-Butyllithium, n-Pentyllithium und Benzyllithium,
sowie Dilitiumverbindungen, wie 1,4-Dilithium-n-butan,
1,5-Dilithium-pentan, 1,2-Dilithium-diphenylethan, 1,4-Dilithium-1,1,4,4-tetraphenylbutan,
1,3- oder 1,4-Bis-(1-lithium-1,3-dimethylpentyl)-benzol
und 1,3- oder 1,4-Bis-(1-lithium-3-methylpentyl)-benzol. Als Polymerisationskatalysatoren
können Lithium-Oligomere und α,00 -Dilithium-Oligomere eingesetzt werden, die mit
Hilfe solcher Organolithiumverbindungen erhalten wurden. Unter den Polymerisationskatalysatoren haben sich n-Butyllithium
und sec.-Butyllithium als besonders üblich erwiesen. Diese Organolithiumverbindungen können entweder
für sich oder in Form von Gemischen aus zwei oder mehr Verbindungen angewendet werden. Dieser Polymerisationskatalysator
kann dem Reaktionssystem in einem einzigen Anteil oder nacheinander in zwei oder mehr Teilmengen
während des Verlaufs der Polymerisation zugegeben werden. Die Menge dieser Organolithiumverbindung kann in geeigneter
Weise in Abhängigkeit von dem erwünschten Molekulargewicht des herzustellenden Polymeren gewählt werden. Im allgemeinen
liegt diese Menge im Bereich von 0,005 bis 5 Mol-%/ bezogen
auf die Gesamtmenge aller eingesetzten Monomeren.
Gemäß der Erfindung wird die Hydrierung eines lebenden Polymeren, das ein Lithiumatom in der Polymerkette enthält,
vorgenommen, indem das Polymere in Gegenwart mindestens einer Titanverbindung, wie der Katalysatorkomponente
(A) der allgemeinen Formel R
, in der R und R' gleich oder verschieden R'
sind und für C1 bis Cft-Alkylgruppen oder -Alkoxygruppen,
Cg bis Cg-Aryl-, Aryloxy-, Aralkyl- oder Cycloalkylgruppen,
Halogenatome und Carbonylgruppen stehen, mit Wasserstoff in Berührung gebracht wird, oder indem diese Hydrierung
in der zusätzlichen Gegenwart mindestens einer Organolithiumverbindung als Katalysatorkomponente (B), zusätzlieh
zu der genannten Katalysatorkomponente (A) vorgenommen wird.
Die Hydrierung eines Polymeren, welches kein lebendes Polymeres darstellt, wird durchgeführt, indem das Polymere
in Gegenwart beider Katalysatorkomponenten (A) und (B) mit Wasserstoff behandelt wird. In der vorstehenden
Formel für den Katalysator (A) enthalten die Gruppen R und R', falls diese Alkylgruppen oder Alkoxygruppen sind,
vorzugsweise 1 bis 4 Kohlenstoffatome.
Zu konkreten Beispielen für die als Katalysatorkomponente (A) zur erfindungsgemäßen Hydrierung verwendeten Di-(cyclopentadienyU-titanverbindung
gehören Di-(cyclopentadienyl)-titan-dimethyl, Di-(cyclopentadieny1)-titan-diethy1,
Di-(cyclopentadienyl)-titan-di-n-butyl, Di-(cyclopentadienyl)-titan-di-sec.-butyl,
Di-(cyclopentadienyl)-titan-dimethoxid, Di-(cyclopentadienyl)-titan-diethoxid,
Di-(cyclopentadienyl)-titan-dibutoxid, Di-(cyclopentadienyl) titan-diphenyl,
Di-(cyclopentadienyl)-titan-diphenoxid, Di-(cyclopentadienyl)-titan-difluorid, Di-(cyclopentadienyl)
-titan-dichlorid, Di-(cyclopentadienyl)-titandibromid,
Di-(cyclopentadienyl)-titan-diiodid, Di-(cyclopentc
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dienyl)-titan-dicarbonyl, Di-(cyclopentadienyl)-titanchlorid-methyl,
Di-(cyclopentadienyl)-titanchloridethoxid und Di-(cyclopentadienyl)-titanchlorid-phenoxid.
Unabhängig davon, ob diese als Katalysatorkomponente (A) eingesetzten Verbindungen für sich oder in Form von
Gemischen angewendet werden, wird mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens die wirksame und selektive Hydrierung
der ungesättigten Doppelbindungen in den konjugierten Dieneinheiten der Polymeren erreicht. Unter den vorstehend
TO aufgezählten Titanverbindungen sind Di-(cyclopentadienyl)-titan-dimethyl,
Di-(cyclopentadienyl)-titan-di-n-butyl, Di-(cyclopentadienyl)-titan-dichlorid und Di-(cyclopentadienyl)
-titan-dicarbonyl besonders vorteilhaft, weil sie die gewünschte Hydrierung der Polymeren in geringen angewendeten
Mengen verursachen und zu einer hochselektiven Hydrierung der ungesättigten Doppelbindungen in den konjugierten
Dieneinheiten unter milden Bedingungen führen. Die meisten dieser Titanverbindungen sind im allgemeinen
instabil und unter der Einwirkung von Luft, Sauerstoff, Licht und Wärme zersetzlich und müssen daher bei ihrer
industriellen Anwendung unter einer inerten Atmosphäre und kühl und dunkel aufbewahrt werden. Lediglich Di-(cyclopentadienyl)-titan-dichlorid
zeigt hohe Stabilität und ausgezeichnete Hydrierungsaktivität und Selektivität bei der Hydrierung des Polymeren und hat sich daher als
besonders vorteilhaft erwiesen.
Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Hydrierungsverfahrens
ist es erforderlich, daß im Reaktionssystem zusätzlich zu der genannten Katalysatorkomponente (A) eine
Organometallverbindung vorhanden ist, die befähigt ist, den Katalysator (A), d.h. die Di-(cyclopentadienyl)-titanverbindung
zu reduzieren. Zu Beispielen für Organometallverbindungen, die zur Reduktion des Katalysators
(A) befähigt sind, gehören Organolithiumverbindungen,
Organoaluminiumverbindungen, Organozinkverbindungen und Organomagnesiumverbindungen. Durch Verwendung dieser
Organometallverbindungen für sich oder in Form von Gemischen kann die Hydrierung des Polymeren in wirksamer
Weise durchgeführt werden. Um mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens die Hydrierung eines Polymeren mit
höherer Aktivität als mit Hilfe der bekannten Ziegler-Hydrierungskatalysatoren für Polymere zu erreichen und
um die selektive Hydrierung der ungesättigten Doppelbindungen in den konjugierten Dieneinheiten des Polymeren
zu bewirken, ist es erforderlich, als Katalysator (B) die vorstehend erwähnte Organolithiumverbindung und/oder
ein lebendes Polymeres, das ein Lithiumatom in per Polymerkette
enthält, einzusetzen. So kann speziell die er-
T5 findungsgemäße Aufgabe in vorteilhafter Weise gelöst und
selbst bei niederer Einsatzrate des Katalysators unter milden Bedingungen die im wesentlichen quantitative,
bevorzugte Hydrierung der ungesättigten Doppelbindungen in den konjugierten Dieneinheiten von Polymeren realisiert
werden, indem eine Di-(cyclopentadienyl)-titanverbindung als Katalysatorkomponente (A) in Kombination
mit einer Organolithiumverbindung als Katalysatorkomponente (B) und/oder einem lebenden Polymeren, das ein Lithiumatom
in der Polymerkette enthält, verwendet wird.
Als Katalysatorkomponente (B) wird eine Kohlenwasserstoffverbindung
verwendet, die mindestens ein Lithiumatom enthält. Zu wünschenswerten Beispielen für solche Kohlenwasserstoffverbindungen
gehören C1 bis C3Q-Kohlenwasserstoff-Lithiumverbindungen
und insbesondere Alkyllithiumverbindüngen der allgemeinen Formel R"-Li, in der R" eine Alkylgruppe,
insbesondere eine Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen bedeutet. Zu konkreten Beispielen gehören
Monolithiumverbindungen, wie Methyllithium, Ethyllithium, n-Propyllithium, Isopropyllithium, n-Butyllithium, sec-Butyllithium,
Isobutyllithium, n-Pentyllithium, n-Hexyllithium,
Benzyllithium und Styryllithium sowie Dilithium-
bindungen, wie 1 ,4-Dilithium-n-butan, 1 , 5-Dilithiumpentan,
1,2-Dilithium-dipheny!ethan, 1 ,4-Dilithium-1,1,4,4-tetraphenylbutan,
f,3- oder 1,4-Di-(1-lithium-1,3-dimethylpentyl)-benzol
und 1,3-oder 1,4-Di-(I-lithium-3-methylpentyl)-benzol.
Außerdem können als Katalysatorkomponente (B) vorteilhaft Oligomere und
Polymere verwendet werden, die durch Polymerisation mit Hilfe solcher Lithiumverbindungen hergestellt
worden sind. Diese Kohlenwasserstoffverbindungen können in Form von Gemischen aus zwei oder mehr Verbindungen
oder in Form von Komplexen, die aus zwei oder mehr Verbindungen bestehen, angewendet werden. n-Butyllithium zeigt
hohe Hydrierungsaktivität für Polymere und bewirkt die hochselektive Hydrierung der ungesättigten Doppelbindun-
1'S gen in konjugierten Dieneinheiten des Polymeren.
Bei der Hydrierung eines lebenden Polymeren, das ein Lithiumatom in der Polymerkette enthält, welche die
wünschenswerteste, charakteristische Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens darstellt, kann die Hydrierung
in wirksamer und vorteilhafter Weise nur unter Anwendung des Katalysators (A) für sich ohne Zusatz der weiteren
Katalysatorkomponente (B) durchgeführt werden, weil das lebende Polymere selbst die Fähigkeit hat, die Katalysatorkomponente
(A) zu reduzieren. Natürlich kann auch in diesem Fall die Hydrierung unter gemeinsamer Anwendung
der beiden Katalysatorkomponenten (A) und (B) durchgeführt werden.
Die erfindungsgemäße Hydrierung wird wünschenswert in
einer Lösung des zu behandelnden Polymeren in einem inerten organischen Lösungsmittel durchgeführt und es ist noch
stärker erwünscht, eine Polymerlösung, wie sie durch Polymerisation
eines konjugierten Diens beispielsweise in einem inerten Lösungsmittel erhalten wird, unmittelbar der
anschließenden Hydrierungsreaktion zu unterwerfen. Die Bezeichnung "inertes organisches Lösungsmittel" bedeutet
. hier ein Lösungsmittel/ das mit keiner der Substanzen reagiert/ die an den Reaktionen der Polymerisation und
Hydrierung teilnehmen. Zu Beispielen für wünschenswerte Lösungsmittel gehören aliphatische Kohlenwasserstoffe,
wie n-Pentan, η-Hexan, n-Heptan und n-Octan, alicyclische Kohlenwasserstoffe, wie Cyclohexan und Cycloheptan, und
Ether, wie Diethylether und Tetrahydrofuran. Diese Lösungsmittel können entweder für sich oder in Form von
Gemischen eingesetzt werden. Aromatische Lösungsmittel, wie Benzol, Toluol, Xylol und Ethylbenzol sind nur dann
verwendbar, wenn die aromatischen Doppelbindungen unter den gewählten Hydrierungsbedxngungen nicht hydriert
werden.
Zur Durchführung der erfindungsgemäßen Hydrierung wird ein bestimmtes Polymeres in einer Konzentration von 1 bis
50 Gew.-%, vorzugsweise 3 bis 25 Gew.-%, bezogen auf die Menge des einzusetzenden Lösungsmittels, angewendet.
Wenn die Hydrierung eines lebenden Polymeren durchgeführt wird, ist es wesentlich, daß das der Hydrierung zu unterwerfende
lebende Polymere intaktes Lithium aufweist und nicht durch die Einwirkung von Wasser oder anderen in dem
Lösungsmittel vorhandenen störenden Bestandteilen völlig inaktiviert wird.
Die erfindungsgemäße Hydrierung erfolgt im allgemeinen durch Halten der Polymerlösung bei einer vorbestimmten
Temperatur, Zugabe des Hydrierungskatalysators zu der Polymerlösung unter Rühren oder ohne Rühren, anschließendes
Einleiten von Wasserstoff in die Polymerlösung und Erhöhung des Umgebungsdruckes auf einen vorbestimmten Wert.
Die angegebenen Katalysatorkomponenten (A) und (B) können direkt der Polymerlösung zugesetzt werden. Andernfalls können
sie in einer Vorstufe in einem der oben genannten iner-
' 3 4 U Ί a ö J
ten organischen Lösungsmitteln gelöst und zugegeben werden. Die Zugabe in Form von Lösungen ist vorteilhafter,
um das gleichförmige und rasche Fortschreiten der Hydrierung zu gewährleisten.
Wenn die Hydrierung unter Verwendung beider Katalysatorkomponenten
(A) und (B) durchgeführt wird, können beide Katalysatoren (A) und (B) vermischt und in Form des
Gemisches reduziert und zu der Polymerlösung zugefügt werden. Sie können auch gesondert und nacheinander der
Polymerlösung zugegeben werden. Andernfalls können sie gleichzeitig zu der Polymerlösung gegeben werden. Erforderlichenfalls
können während des Verlaufs der Hydrierung weitere Zugaben der Katalysatorkomponenten (A)
und (B) zu dem Reaktionssystem erfolgen. Um zu bewirken, daß die Hydrierung rasch fortschreitet, ist es wünschenswert,
die Katalysatorkomponenten (A) und (B) in einem vorbestimmten Verhältnis miteinander zu vermischen, die
Mischung der Reduktion zu überlassen und dann der Polymerlösung zuzugeben.
Es ist wesentlich, daß die Katalysatoren (A) und (B) unter einer inerten Atmosphäre gehandhabt werden. Die
Bezeichnung "inerte Atmosphäre" bedeutet eine Atmosphäre, deren Bestandteile nicht mit irgendeiner der an der
Hydrierungsreaktion teilnehmenden Substanzen reagieren, beispielsweise aus Helium, Neon oder Argon. Luft und
Sauerstoff sind auszuschließen, weil sie die Hydrierungskatalysatoren oxidieren oder zersetzen und somit inaktivieren.
Stickstoff kann verwendet werden, wenn die beiden Katalysatorkomponenten (A) und (B) unabhängig voneinander
zugegeben werden. Wenn beide Katalysatoren (A) und (B) vermischt werden oder in Kombination zugegeben werden,
wirkt Stickstoff als Katalysatorgift und verschlechtert die Hydrierungsaktivität. Stickstoff sollte daher vermieden
werden. Wenn die Katalysatorkomponenten (A) und (B)
vorher vermischt und in Form eines Gemisches eingesetzt werden, kann daher die Hydrierung am vorteilhaftesten
in einer aus gasförmigem Wasserstoff bestehenden Atmosphäre durchgeführt werden. Um maximale Hydrierungsaktivität
zu erreichen und ein rasches und gleichförmiges Fortschreiten der Hydrierung eines Polymeren zu ermöglichen,
erfolgt die Zugabe des Katalysators zu der Polymerlösung am vorteilhaftesten unter einer Atmosphäre
aus Wasserstoffgas.
Wenn die Hydrierung mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens auf ein lebendes Polymeres, das ein Lithiumatom
in der Polymerkette enthält, angewendet wird, führt man die Hydrierung in Gegenwart des Katalysators (A)
allein oder des Katalysators (A) in Kombination mit dem Katalysator (B) durch. Dabei wird bevorzugt, die Hydrierung
nur in Gegenwart des Katalysators (A) vorzunehmen. Die Menge des der Polymerlösung zuzugebenden Katalysators,
berechnet als Menge an Katalysator (A), liegt wünschenswerterweise
im Bereich von 0,005 bis 10 mMol pro 100 g des lebenden Polymeren. Wenn die Menge des zugesetzten
Katalysators in diesem Bereich liegt.,kann die Hydrierung
vorzugsweise an den ungesättigten Doppelbindungen der konjugierten Dieneinheiten des lebenden Polymeren erfolgen,
ohne daß im wesentlichen eine Hydrierung der Doppelbindungen der aromatischen Kerne auftritt. Es
wird daher eine extrem hohe Selektivität der Hydrierung realisiert. Auch wenn der Katalysator in einer Menge
von mehr als 10 mMol pro 100 g des Polymeren eingesetzt wird, kann das lebende Polymere hydriert werden. Die
Anwendung von höheren Katalysatorkonzentrationen ist nicht ausgeschlossen. Wenn der Katalysator jedoch in
einer Menge von mehr als 10 mMol zugesetzt wird, erhöht sich die Wirkung des Katalysators für die Hydrierung
nicht wesentlich. Andererseits wird durch die Anwendung von
überschüssigem Katalysator die Hydrierung unwirtschaftlicher und es werden zusätzliche Verfahrensschritte
erforderlich, wie Entalkalinisieren und Entfernen von Katalysatorrückständen aus dem Hydrierungsprodukt, wodurch
das Verfahren komplizierter wird. Wenn der Katalysator in einer Menge von weniger als 0,05 mMol eingesetzt wird,
besteht die Neigung, daß er durch Verunreinigungen desaktiviert wird und daß die Hydrierung nicht glatt fortschreitet.
Vorzugsweise liegt die Menge des der Polymerlösung zugesetzten Katalysators, angegeben als Gewicht
des Katalysators (A), im Bereich von 0,01 bis 2 mMol pro 10Og des lebenden Polymeren.
Bei der Hydrierung eines lebenden Polymeren wird die Hydrierungsaktivität außerdem beeinflußt von dem Verhältnis
zwischen der Molzahl von Lithium in dem lebenden Polymeren oder der Summe der Molzahl von Lithium in dem
lebenden Polymeren und der Anzahl der Mol Lithium in dem Katalysator (B) zu der Molzahl von Titan in dem Katalysator
(A) (nachstehend als "Molverhältnis lebend-Li/Ti" bezeichnet). Der Lithiumgehalt des lebenden Polymeren
schwankt mit dem Molekulargewicht des lebenden Polymeren, der Anzahl von funktioneilen Gruppen in der in dem Polymerisationskatalysator
verwendeten Organolithiumverbindung und dem Grad der Inaktivierung der lebenden Lithiumverbindung.
Wenn die Hydrierung lediglich unter Verwendung der Katalysatorkomponente (A) durchgeführt wird, wird
das lebend-Li/Ti-Molverhältnis in Abhängigkeit von der
Menge des zuzusetzenden Katalysators (A) bestimmt. Um hohe Hydrierungsaktivität zu gewährleisten und die hochselektive
Hydrierung der ungesättigten Doppelbindungen in konjugierten Dieneinheiten zu realisieren, ist es
wünschenswert, daß das Molverhältnis lebend-Li/Ti im Bereich von 0,1 bis 100 liegt. Ein Molverhältnis von
lebend-Li/Ti im Bereich von 2 bis 20 hat sich als besonders erwünscht erwiesen, weil ein Katalysator, dessen lebend-Li/T:
Molverhältnis in diesem Bereich liegt, zu einer merklichen Verbesserung der Hydrierungsaktivität führt. Um
dieses spezielle Molverhältnis von lebend-Li/Ti einzustellen, kann es notwendig sein, einen Teil des lebenden
Polymeren vorher durch Anwendung von Wasser, Alkohol oder eines Halogenids zu inaktivieren oder zu dem lebenden
Polymeren vor Beginn der Hydrierung eine weitere Organolithiumverbindung als Katalysatorkomponente (B) zuzusetzen,
um so die Lithiumkonzentration in dem zu hydrierenden lebenden Polymeren einzustellen.
Bei der Hydrierung eines anderen Polymeren, das kein lebendes Polymeres mit einem Lithiumatom in der Polymerkette
darstellt, jedoch einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung entspricht, ist es wesentlich,
daß die Katalysatorkomponenten (A) und (B) in Kombination angewendet werden. In diesem Fall ist es erwünscht, daß
das Mischungsverhältnis von Katalysator (A) zu Katalysator (B) so eingestellt wird, daß das Verhältnis der
Molzahl von Lithium in dem Katalysator (B) zu der Molzahl von Titan in dem Katalysator (A) (nachstehend als "Li/Ti-Molverhältnis"
bezeichnet) im Bereich von etwa 0,5 bis etwa 20 liegt. Wenn das Li/Ti-Molverhältnis weniger als
etwa 0,5 beträgt, zeigt der kombinierte Katalysator nicht ausreichende Hydrierungsaktivität. Wenn es mehr als etwa
beträgt, liegt ein Überschuß der teuren Katalysatorkomponente (B) vor, der praktisch nicht zu einer Verbesserung
der Aktivität beiträgt und verloren ist. Darüber hinaus ist ein Überschuß an Katalysator deshalb nicht vorteilhaft,
weil er dazu neigt, die Gelbildung des Polymeren und unerwünschte Nebenreaktionen zu induzieren. Ein Li/Ti-Molverhältnis
im Bereich von 2 bis 6 ist besonders vorteilhaft, weil der kombinierte Katalysator dann merklich
zur Verbesserung der Hydrierungsaktivität beiträgt. Natürlich kann das Li/Ti-Molverhältnis in Abhängigkeit von
den anderen, gesondert festgelegten Hydrierungsbedingungen
34019b
in geeigneter Weise gewählt werden.
Wenn die Hydrierung eines anderen Polymeren, das kein
lebendes Polymeres darstellt, in Gegenwart der Katalysatorkombination aus Katalysator (A) und Katalysator
(B) durchgeführt wird, liegt die Menge des kombinierten Katalysators, die als Zusatz zu dem Reaktionssystem
ausreicht, angegeben als Menge des Katalysators (A), im Bereich von 0,05 bis 20 mMol pro 100 g des zu behandelnden
Polymeren. Sofern die Menge innerhalb dieses Bereiches liegt, kann die Hydrierung bevorzugt der
ungesättigten Doppelbindungen in den konjugierten Dieneinheiten des Polymeren ablaufen und es tritt im wesentlichen
keine Hydrierung der Doppelbindungen der aromatischen Kerne ein. Der Kombinationskatalysator zeigt
daher eine hochselektive Wirkung für die Hydrierung.
'f
Die Hydrierung läuft ohne jede Behinderung ab, auch wenn der Kombinationskatalysator in einer Menge von mehr als
20 mMol, dem oberen Grenzwert, zugesetzt wird. Der Überschuß an Katalysator erweist sich jedoch als unnötig
und unwirtschaftlich und führt zu dem Nachteil, daß die vorliegenden Katalysatorrückstände zusätzliche Stufen
zur Entalkalinisierung und Katalysatorentfernung nach der Hydrierung erfordern. Um die quantitative Hydrierung
der ungesättigten Doppelbindungen der konjugierten Dieneinheiten des Polymeren unter ausgewählten Hydrierungsbedingungen zu gewährleisten, ist es wünschenswert, daß
die Menge des Kombinationskatalysators im Bereich von 0,1 bis 5 mMol, angegeben als Menge von Katalysator (A),
pro 100 g des Polymeren liegt. Wenn der Katalysator (A) und Katalysator (B) vor ihrer Zugabe zu dem Reaktionssystem vermischt werden, ist es wünschenswert, daß die
Herstellung des Kombinationskatalysators unmittelbar vor der Hydrierungsreaktion stattfindet. Wenn der hergestellte
Kombinationskatalysator unter einer inerten Atmo-
Sphäre aufbewahrt wird, behält er jedoch die Aktivität zur Hydrierung des Polymeren im wesentlichen unverändert
bei, selbst wenn er bei Raumtemperatur während einer Dauer von etwa einer Woche aufbewahrt wird.
Die erfindungsgemäße Hydrierung wird unter Verwendung von elementarem Wasserstoff durchgeführt. Vorzugsweise
wird der elementare Wasserstoff im gasförmigen Zustand in die Polymerlösung eingeleitet. Es ist wünschenswert,
daß die Hydrierung unter ständigem Bewegen bzw. Rühren der Polymerlösung vorgenommen wird, weil durch das
Rühren ein weitgehender und rascher Kontakt des eingeleiteten Viasserstoffes mit dem Polymeren verwirklicht
wird. Im allgemeinen wird die Hydrierung bei Temperaturen im Bereich von -20 bis +1500C durchgeführt. Wenn die
Hydrierung bei Temperaturen von weniger als -20°C vorgenommen wird, wird sie unwirtschaftlich, weil die
Aktivität des Katalysators geringer ist, als normalerweise und weil die Hydrierung selbst mit einer unerwünscht
langsamen Rate fortschreitet und eine größere Menge des Katalysators benötigt wird, als normalerweise.
Bei derart niederen Temperaturen neigt das der Hydrierung unterworfene Polymere zum Unlöslichwerden und
zur Abscheidung aus der Lösung. Wenn dagegen die Hydrierung bei Temperaturen von mehr als 150°C durchgeführt
wird, neigt der Katalysator zur Inaktivierung und das Polymere zur Zersetzung oder Gelbildung, und darüber hinaus
tritt leicht eine zusätzliche Hydrierung der aromatischen Kerne des Polymeren auf. Bei diesen höheren Temperaturen
wird daher die Selektivität der Hydrierung verschlechtert.
Vorzugsweise liegt die Hydrierungstemperatur im Bereich von 20 bis 800C.
Wenn auch der zur Hydrierung des Polymeren anzuwendende Wasserstoffdruck nicht speziell beschränkt ist, ist es
doch wünschenswert, daß ein Wasserstoffdruck im Bereich
von 1 bar bis 100 bar (kg/cm2) angewendet wird. Wenn der Druck unterhalb des unteren Grenzwerts von 1 bar
liegt, fällt die Hydrierungsgeschwindigkeit praktisch auf den unterst möglichen Grenzwert ab, so daß die Hydrierungsumwandlung
ungenügend wird. Wenn der Druck den oberen Grenzwert von 100 bar überschreitet, läuft
die Hydrierung im wesentlichen bis zum Ende ab, sobald die Temperatur erhöht wird. Ein derart hoher Druck hat
den Nachteil, daß unerwünschte Nebenreaktionen und Gelbildung verursacht werden. Vorzugsweise liegt der Wasserstoff
druck bei der Hydrierung im Bereich von 2 bis 30 bar. Bei der praktischen Durchführung wird der optimale Wert
des Wasserstoffdruckes in Abhängigkeit von den anderen Hydrierungsbedingungen, wie der zugesetzten Menge des
Katalysators, gewählt. So ist es wünschenswert, daß der Wasserstoffdruck innerhalb des vorstehend definierten
Bereiches bei höheren Werten liegt, wenn die Menge des zugesetzten Hydrierungskatalysators geringer wird.
Die Dauer der erfindungsgemäß durchgeführten Hydrierung
liegt im Bereich von einigen Sekunden bis 50 Stunden. Sie wird in geeigneter Weise innerhalb des beschriebenen
Bereiches in Abhängigkeit von den anderen Hydrierungsbedingungen, die gesondert gewählt werden, eingestellt.
Die erfindungsgemäße Hydrierung kann nach einer beliebigen bekannten Methode, wie nach der ansatzweisen Methode
oder der kontinuierlichen Methode, durchgeführt werden. Der Fortschritt der Hydrierung kann während des gesamten
Verlaufs der Hydrierung durch Feststellung der Menge an Wasserstoff, die durch die Polymerlösung absorbiert wird,
verfolgt werden.
Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens kann ein hydriertes
Polymeres erhalten werden, in dem mindestens 50 %, vor-
zugsweise mindestens 90 %, der ungesättigten Doppelbindungen in den konjugierten Dieneinheiten des Polymeren
hydriert worden sind. Wenn die Hydrierung gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform unter Verwendung eines
Copolymeren aus einem konjugierten Dien und einem vinylsubstituierten
aromatischen Kohlenwasserstoff als Ausgangspolymeres
durchgeführt wird, kann ein hydriertes Polymeres erhalten werden, in welchem mindestens 50 %,
vorzugsweise mindestens 90 % der ungesättigten Doppelbi Ö bindungen in den konjugierten Dieneinheiten des Polymeren
hydriert worden sind und in dem nicht mehr als 10 % der aromatischen Kerne des Polymeren hydriert sind, was einer
guten Selektivität der Hydrierung entspricht. Wenn der Hydrierungs-grad der konjugierten Dieneinheiten weniger
als 50 % beträgt, ist die Wirkung der Hydrierung zur Verbesserung der Bewitterungsbeständigkeit, Oxidationsbeständigkeit
und Wärmebeständigkeit nicht ausreichend. Im Fall eines Copolymeren aus einem konjugierten Dien
und einem viny!substituierten aromatischen Kohlenwasserstoff
wird keine merkliche Wirkung zur Verbesserung der physikalischen Eigenschaften festgestellt,.wenn auch
der Anteil der aromatischen Kerne hydriert ist. Insbesondere im Fall eines Blockcopolymeren werden in diesem Fall die
sonst ausgezeichnete Verarbeitbarkeit und Formbarkeit verschlechtert. Darüber hinaus wird durch die Hydrierung
der aromatischen Kerne eine große Menge an Wasserstoff verbraucht und die Hydrierung selbst muß bei erhöhten
Temperaturen unter erhöhtem Druck während langer Dauer durchgeführt werden. Eine derartige Hydrierung der aromatischen
Kerne hat sich daher als wirtschaftlich undurchführbar erwiesen. Der erfindungsgemäße Hydrierungskatalysator
für Polymere zeigt sehr hohe Selektivität und schließt im wesentlichen die Hydrierung der Bereiche der
aromatischen Kerne des Polymeren aus und ist daher auch in wirtschaftlicher Hinsicht äußerst vorteilhaft.
Der erwähnte Hydrierungsgrad bzw. Hydrierungsumsatz eines Polymeren kann durch Messung des Ultraviolett-Absorptionsspektrums
und des Infrarot-Absorptionsspektrums, wenn das Polymere aromatische Kerne aufweist, und durch Messung
des Infrarto-Absorptionsspekturms bestimmt werden, wenn das Polymere keine aromatischen Kerne aufweist. Im einzelnen
wird der Hydrierungsgrad im Bereich der aromatischen Kerne dadurch bestimmt, daß der Anteil der aromatischen Kerne
in dem Polymeren durch Messung der Aromatenabsorption (die beispielsweise für Styrol bei 250 ΐημ liegt) im
Ultraviolett-Absorptionsspektrum gemessen wird und das Messungsresultat in die nachstehende Formel eingesetzt
wird s
Hydrierungsgrad (%) der aromatischen Kerne des Polymeren = Anteil an aromatischen Kernen
im Polymeren nach Hydrie-
(1 _ rung . χ
1 Anteil an aromatischen Kernen im Polymeren vor Hydrierung
Der Hydrierungsgrad der konjugierten Dieneinheiten wird anhand des Verhältnisses der Konzentration (r) des ungesättigten
Anteils oder des Anteils an konjugierten Dieneinheiten (Summe an eis-, trans- und Vinyl-Bindungen)
zu dem Anteil an aromatischen Kernen in dem Polymeren, der nach der vorstehend erwähnten Hampton-Methode erhalten
wurde, wobei die ungesättigten Bindungen durch das Infrarot-Absorptionsspektrum und der Anteil an aromatischen
Kernen vor und nach der Hydrierung aufgrund des Ultraviolett-Absorptionsspektrums
erhalten werden,, bestimmt.
Anteil an konjugierten Dieneinheiten im Polymeren nach der Hydrierung
r = —
Anteil an aromatischen Kernen im Polymeren nach der Hydrierung
Hydrierungsgrad der Konjugierten Dieneinheiten (%) im Polymeren
Anteil an konjugierten Dieneinheiten im
Polymeren nach der Hydrierung = (1 - ) χ
Anteil an konjugierten Dieneinheiten im 10 Polymeren vor der Hydrierung
.Anteil an aromatischen Kernen»
= [T - *nach der Hydrierung '_ , ^
-ι _ / Anteil an aromatischen Kernen,
vor der Hydrierung) '
Aus der Polymerlösung, welche der erfindungsgemäßen Hydrierung unterworfen worden ist/ kann der Katalysatorrückstand
erforderlichenfalls entfernt und danach das hydrierte Polymere in einfacher Weise isoliert werden.
So kann beispielsweise die Isolierung des hydrierten Polymeren mit Hilfe eines Verfahrens erfolgen, bei dem
ein polares Lösungsmittel, wie Aceton oder Alkohol, welches ein schlechtes Lösungsmittel für das hydrierte
Polymere darstellt, zu der gebildeten Reaktionslösung zugegeben wird und dadurch das Polymere ausgefällt wird.
Nach einer anderen Methode kann heißes Wasser unter Rühren in die Reaktionslösung gegossen werden und danach
das hydrierte Polymere isoliert und das Lösungsmittel durch Destillation gewonnen werden. Gemäß einer weiteren
Methode kann die Reaktionslösung erhitzt werden und dadurch das Lösungsmittel durch Destillation ausgetrieben
werden. Für das erfindungsgemäße Hydrierungsverfahren ist es kennzeichnend, daß die zur Hydrierung erforderliche
Katalysatormenge gering ist. Wenn der bei der Hydrierung verbrauchte Katalysator in unmodifizierter Form in dem
hydrierten Polymeren verbleibt, so hat dies keine merk-
J 4 U I S ö J
-· 36 -
liehe Wirkung auf die physikalischen Eigenschaften des Polymeren. Darüber hinaus wird der größte Teil des
verbrauchten Katalysators während der Isolierung des hydrierten Polymeren zersetzt und aus dem hydrierten
Polymeren entfernt. Die bei bekannten Verfahren erforderlichen Verfahrensstufen zur Entalkalinisierung und
Entfernung von Katalysatorrückständen können daher weggelassen werden. Das erfindungsgemäße Hydrierungsverfahren
des Polymeren kann daher in sehr einfacher Weise durchgeführt werden.
Wie vorstehend beschrieben, wird erfindungsgemäß die
Hydrierung eines aus konjugierten Dienen gebildeten Polymeren in Gegenwart einer kleinen Menge eines hochaktiven Katalysators unter milden Bedingungen ermöglicht
und insbesondere bewirkt, daß die ungesättigten Doppelbindungen in den konjugierten Dieneinheiten eines Copolymeren
aus einem konjugierten Dien und einem vinylsubstituierten aromatischen Kohlenwasserstoff mit extrem hoher
Selektivität hydriert werden können. Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens können praktisch alle Polymeren
von konjugierten Dienen hydriert werden. Insbesondere die Hydrierung eines lebenden Polymeren, das in der
Polymerkette ein Lithiumatom enthält, kann kontinuierlich in dem gleichen Reaktionsgefäß, das zur Herstellung des
Polymeren in der vorhergehenden Stufe angewendet wurde, durchgeführt werden, wobei die Anwendung eines nur aus
einer Komponente bestehenden Katalysators zur Hydrierung ausreicht. Darüber hinaus gewährleistet die Verwendung
dieses Katalysators bereits in geringen Mengen eine hohe Hydrierungsaktivität, weil das in dem Polymeren aus der
vorhergehenden Stufe der Polymerisation verbliebene Lithium sehr wirksam als Reduktionsmittel für den Katalysator
(A) wirkt und die Hydrierungsaktivität erhöht. Die aufwendigen Stufen, die sonst zur Entalkalinisierung und
Entfernung von Katalysatorrückständen nach der Hydrierung
erforderlich sind, können daher weggelassen werden. Die Hydrierung dieses lebenden Polymeren kann daher wirksam
mit Hilfe eines wirtschaftlichen einfachen Verfahrens
durchgeführt werden. Das erfindungsgemäße Verfahren ist daher äußerst wirtschaftlich.
Die mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens erhaltenen
hydrierten Polymeren eignen sich als Elastomere, thermoplastische Elastomere oder thermoplastische Harze, die
außerordentlich überlegene Eigenschaften im Hinblick auf die Beständigkeit gegenüber Wetter- und Umgebungsbedingungen und die Oxidationsbeständigkeit besitzen.
Durch Einverleiben verschiedener Zusätze, wie von Ultraviolett- Absorbern, ölen und Füllstoffen oder durch Vermischen
mit anderen Elastomeren und Harzen werden hydrierte Polymerprodukte erhalten, die außerordentlich weit verbreitete
Anwendung für verschiedene Anwendungszwecke
mit sehr hoher wirtschaftlicher Bedeutung finden.
Die Erfindung wird nachstehend ausführlicher anhand von Beispielen beschrieben. Diese Beispiele werden lediglich
zur Veranschaulichung gegeben, die Erfindung soll jedoch nicht auf sie beschränkt sein.
Typische Verfahren zur Synthese der verschiedenen Polymeren, die in den erfindungsgemäßen Beispielen als Ausgangsmaterialien
verwendet werden, sind in den nachstehenden "Herstellungsbeispielen" beschrieben.
Herstellungsbeispiel 1
In einen Autoklaven mit einem Innenvolumen von 2 1 wurden 500 g Cyclohexan, 100 g monomeres Butadien-1,3 und 0,05 g
n-Butyllithium gegeben und das Gemisch wurde dann 3 Stunden
lang gerührt und auf 60°C erhitzt, um das Monomere zu
polymerisieren und lebendes Polybutadien zu synthetisieren.
Das so hergestellte lebende Polybutadien enthielt 0,67 mMol aktives (lebendes) Lithium pro 100 g des Polymeren.
Ein Anteil dieses lebenden Polymeren wurde isoliert und analysiert. Es wurde gefunden, daß es 13 % 1,2-Vinylbindungen
enthielt und ein durch Gelpermeationschromatographie bestimmtes Molekulargewicht-Zahlenmittel von etwa
150 000 hatte.
Herstellungsbeispiel _2
Die Verfahrensweise des Herstellungsbeispiels 1 wurde
wiederholt, mit der Abänderung, daß Isopren anstelle von Butadien-1,3 verwendet wurde. Auf diese Weise wurde lebendes
Polyisopren erhalten, das 0,66 mMol aktives Lithium pro 100 g des lebenden Polymeren enthielt/ 10 % 1,2-Vinylbindungen
hatte und ein Molekulargewichta-Zahlenmittel von etwa 150 000 besaß.
Herstellungsbeispiel 3
Die Verfahrensweise des Herstellungsbeispiels 1 wurde wiederholt, mit der Abänderung, daß außerdem Tetrahydrofuran
in einer Menge entsprechend dem 40-fachen der molaren Menge an n-Butyllithium zugesetzt wurde, um
lebendes Polybutadien herzustellen. Das so erhaltene lebende Polymere enthielt 0/66 mMol aktives Lithium
pro 100 g des Polymeren, 43 % 1,2-Vinylbindungen und
ein Molekulargewichts-Zahlenmittel von etwa 150 000.
Herstellungsbeispiel 4
In einen Autoklaven wurden 400 g Cyclohexan, 70 g monomeres
Butadien-1,3, 30 g monomeres Styrol, 0,03 g n-Butyllithium
und 0,9 g Tetrahydrofuran auf einmal gegeben und 2 Stunden auf 40°C erhitzt, um die Polymerisation der
Monomeren durchzuführen. Das so hergestellte Polymere war ein vollständig statistisches lebendes Butadien-Styrol-Copolymeres.
Es wurde festgestellt, daß es 0,48 mMol aktives (lebendes) Lithium pro 100 g des Polymeren enthielt,
einen Gehalt an 50 % 1,2-Vinylbindungen in den
Butadieneinheiten aufwies und ein Molekulargewichts-Zahlenrnittel von etwa 200 000 hatte.
Herstellungsbeispiel 5
In einen Autoklaven wurden 400 g Cyclohexan, 15g monomeres
1Ö Styrol und 0,11 g n-Butyllithium auf einmal gegeben und
dann 3 Stunden lang auf 600C erhitzt, um die Monomeren zu
polymerisieren. Anschließend wurden die erhaltene Reaktionslösung und 70 g frisch zugesetztes monomeres Butadien-1,3
3 Stunden lang auf 60°C erhitzt, um die Pölymerisation der Monomeren durchzuführen. Danach wurden die gebildete
Reaktionslösung und 15g frisch zugesetztes monomeres Styrol 3 Stunden lang auf 600C erhitzt.
Auf diese Weise wurde ein lebendes Styrol-Butadien-Styrol-Blockcopolymeres
mit einem Gehalt an gebundenem Styrol von 30 %, einem Block-Styrol-Gehalt von 29,5 %, einem
Gehalt an 13 % 1,2-Vinylbindungen in den Butadieneinheiten
(9 %, bezogen auf das gesamte Polymere) und einem Molekulargewichts-Zahlenmittel
von etwa 60 000 erhalten. Dieses Polymere enthielt 1,65 mMol aktives Lithium pro 100 g des
25 Polymeren.
Herstellungsbeispiel 6
Die in Herstellungsbeispiel 5 beschriebene Verfahrensweise wurde wiederholt, mit der Abänderung, daß die beiden Anteile
an monomeren Styrol, die zugesetzt wurden, .jeweils 40 g betrugen (80 g insgesamt) und daß der Anteil des monomeren
Butadien-1,3 in 20 g abgeändert wurde. Auf diese Weise
wurde ein lebendes Blockcopolymeres mit einem hohen
Styrolgehalt gebildet. Das so erhaltene lebende Styrol-Butadien-Styrol-Blockcopolymere
hatte einen Gehalt an gebundenem Styrol von 80 %, einen Blockstyrolgehalt von 78 %, einen Gehalt an 1,2-Vinylbindungen von 15 % (3 %,
bezogen auf die Gesamtmenge des Polymeren) in den Butadieneinheiten und ein Molekulargewichts-Zahlenmittel von
etwa 60 000. Dieses Copolymere enthielt 1,65 mMol aktives
Lithium pro 100 g des Polymeren.
10 Herstellungsbeispiel 7
Die in Herstellungsbeispiel 5 beschriebene Verfahrensweise wurde wiederholt, mit der Abänderung, daß außerdem
Tetrahydrofuran in einer Menge entsprechend der 35-fachen molaren Menge an n-Butyllithium vorlag. Auf diese Weise
wurde ein lebendes Blockcopolymeres des Styrol-Butadien-Styrol-Typs
erhalten, das einen Gehalt an gebundenem Styrol von 30 %, einen Blockstyrolgehalt von 25 %, einen
Gehalt an 1,2-Vinylbindungen von 38 % in den Butadieneinheiten
und ein Molekulargewichts-Zahlenmittel von etwa 60 000 hatte. Dieses Polymere enthielt 1.65 mMol
aktives Lithium (lebendes Lithium) pro 100 g des Polymeren.
Herstellungsbeispiel 8
In ein Reaktionsgefäß mit einem Innenvolumen von 1 1 und einem Verhältnis Höhe/Durchmesser von 4, das mit einem
Rührer ausgestattet war, wurden 1200 g/h Cyclohexan,
210 g/h monomeres Butadien-1,3, 1,33 g/h n-Butyllithium
(n-BuLi) und Tetrahydrofuran (THF) (Molverhältnis n-BuLi/THF = 30) kontinuierlich durch den Boden eingeleitet.
In das obere Ende des Reaktors wurde monomeres Styrol in einer Menge von 90 g/h eingeleitet. Das Reak-
tionssystem wurde bei einer Polymerisationstemperatur
von 1000C gehalten, wobei die durchschnittliche Verweilzeit
der Reaktanten 25 Minuten betrug. Die Lösung des lebenden Polymeren wurde kontinuierlich aus dem Reaktor
abgezogen.
Das so erhaltene lebende Copolymere hatte eine Butadien-Styrol-Struktur.
Es wurde festgestellt, daß es einen Gehalt an gebundenem Styrol von 30 %, einen Blockstyrolgehalt
von 10,2 %, einen Gehalt an 1,2-Vinylbindungen
von 40 % (28 %rfaUx ti.as gesamte Polymere) in den Butadieneinheiten
und ein Molekulargewichts-Zahlenmittel von etwa 180 0OO hatte. Dieses Polymere enthielt 0,55 mMol aktives
Lithium pro 100 g des Polymeren.
Herstellungsbeispiel 9
IB In einen Autoklaven wurden 400 g Cyclohexan, 13g monomeres
Butadien-1,3, 0,15 g n-Butyllithium und eine solche Menge
an Tetrahydrofuran gegeben, daß das Molverhältnis n-BuLi/ THF = 40 entsprach. Das Gemisch wurde dann 45 Minuten auf
700C erhitzt, um die Monomeren zu pooymerisieren. Die gebildete Polymerlösung und 20 g frisch zugesetztes
monomeres Styrol wurden 30 Minuten erhitzt .Anschließend
wurden 47 g monomeres Butadien-1,3 zu der gebildeten Polymerlösung gegeben und das Gemisch weitere 75 Minuten
erhitzt. Schließlich wurden 20 g monomeres Styrol zu der gebildeten Polymerlösung gegeben und die Lösung weitere
30 Minuten erhitzt. Auf diese Weise wurde ein lebendes Blockcopolymeres mit Butadien-Styrol-Butadien-Styrol-Blöcken
hergestellt.
Dieses Copolymere hatte einen Gehalt an gebundenem Styrol von 40 %, einen Blockstyrolgehalt von 33 %, einen Gehalt
an 1,2-Vinylbindungen von 35 % in den Butädieneinheiten
(30 %, bezogen auf das gesamte Polymere) und ein Mole-
kulargewichts-Zahlenmittel von etwa 60 OOO. Es enthielt
1,65 mMol aktives Lithium pro 100 g des lebenden Polymeren.
Herstellungsbeispiel 10
Die Verfahrensweise gemäß Herstellungsbeispiel 5 wurde wiederholt, mit der Abänderung, daß Isopren anstelle von
Butadien-1,3 verwendet wurde. Auf diese Weise wurde ein lebendes Blockcopolymeres des Styrol-Isopren-Styrol-Block-Typs
hergestellt.
Dieses Copolymere enthielt 1,65 inMol aktives Lithium
pro 100 g des lebenden Polymeren. Es wurde festgestellt, daß der Gehalt -an gebundenem Styrol 30 %, der Gehalt an
Blockstyrol 29,5 %, der Anteil an 1,2-Vinylbindungen
10 % in den Isopreneinheiten (7 %, bezogen auf das gesamte Polymere) betrug und daß das Polymere ein Molekulargewichts-Zahlenmittel
von etwa 60 000 hatte.
Herstellungsbeispiel 11
Ein Gemisch auf 500 g Cyclohexan mit 30 g monomerem Styrol und 0,45 g n-Butyllithium wurde 3 Stunden auf
600C erhitzt, um die Monomeren zu polymerisieren. Die
gebildete Polymerlösung, 70 g monomeres Butadien-1,3
und eine solche Menge an Tetrahydrofuran, daß ein Molverhältnis n-BuLi/THF = 20 erreicht wurde, wurden dann
2 Stunden lang auf 400C erhitzt, um die Monomeren zu
polymerisieren. Danach wurde Siliciumtetrachlorid in einer Menge entsprechend einem Viertel der molaren Menge
des verwendeten Katalysators zugegeben, um eine Kupplung zu bewirken. Auf diese Weise wurde ein (Styrol/Butadien) Si-Blockcopolyineres
hergestellt.
Das so erhaltene Blockcopolymere hatte das aktive Lithium bereits verloren. Es wurde gefunden, daß es einen Gehalt
an gebundenem Styrol von 30 %, einen Gehalt an 1,2-Vinyl-
bindungen von 50 % in den Butadieneinheiten (35 %, bezogen
auf das gesamte Polymere) und ein Molekulargewichts-Zahlenmittel von etwa 60 000 hatte.
Herstellungsbeispiel 12
Zu einer Lösung von 0,5 Mol sec.-Butyllithium in Cyclohexan
wurde 0,5 Mol Triethylamin zugesetzt und bei RaUm-temperatur
eine Stunde gerührt. Zu der gebildeten Lösung wurde dann 0,25 Mol m-Diisopropenylbenzol tropfenweise
unter Rühren bei Raumtemperatur während einer Dauer von 2 Stunden zugegeben. Die gebildete Lösung wurde weitere
24 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Auf diese Weise wurde eine Lösung von 1,3-Bis-(1-lithium-1,3-diiriethy1-pentyl)-benzol
erhalten. Diese Lithiumverbindung hatte eine Reinheit von 98,7 % und einen Gehalt an aktivem
15 Lithium von 200 mMol/g.
In einen Autoklaven wurden 400 g Cyclohexan, 70 g monomeres
Butadien-1,3 und 1,40 g der vorstehend hergestellten
Lösung des Dilithium-Katalysators (mit einem Gehalt an aktivem Lithium von 2,80 mMol) gegeben und dann 3 Stunden
lang auf 600C erhitzt, um das Monomere zu polymerisieren.
Die gebildete Reaktionslösung und 30 g frisch zugesetztes monomeres Styrol wurden dann 3 Stunden auf 600C erhitzt,
um eine weitere Polymerisation durchzuführen. Auf diese
Weise wurde ein lebendes Blockcopolymeres mit zwei aktiven Polymerisationszentren des Styrol-Butadien-Styrol-Blocktyps
erhalten, das einen Gehalt an gebundenem Styrol von 30 %, einen Blockstyrolgehalt von 29 %, einen
Gehalt an 1,2-Vinylbindungen von 20 % in den Butadieneinheiten
und ein Molekulargewichts-Zahlenmittel von etwa 80 000 hatte. Dieses Polymere enthielt 2,50 mMol
aktives Lithium pro 100 g des Polymeren.
Herstellungsbeispiel 13
In einen Autoklaven wurden 400 g Cyclohexan, 100 g monomeres Butadien-1 ,-3 und 20,0 g der Lösung von 1,3-Bis-(1-lithium-1,3-dimethylpentyl)-benzol
(mit einem Gehalt an aktivem Lithium von 40 mMol), die in Herstellungsbeispiel 12 beschrieben wurde, gegeben und 3 Stunden
unter Rühren bei 60°C polymerisiert, so daß lebendes Polybutadien mit zwei aktiven Polymerisationszentren
hergestellt wurde. Dieses Polymere hatte ein Molekulargewichts-Zahlenmittel von etwa 6 000 und einen Gehalt
an 1,2-Vinylbindungen von 35 %. Es enthielt 33,0 mMol
aktives Lithium pro 100 g des Polymeren.
Beispiele 1 bis 12
Hydrierung von lebenden Polymeren mit (C5H5J2TiCl3
Die in den Herstellungsbeispielen 1 und 2 erhaltenen Lösungen von lebenden Polymeren wurden mit vorher gereinigtem
und getrocknetem Toluol verdünnt und die in den Herstellungsbeispielen 3 bis 10, 12 und 13 erhaltenen
Lösungen von lebenden Polymeren wurden mit vorher gereinigtem und getrocknetem Cyclohexan verdünnt, so daß jeweils
eine Konzentration an lebendem Polymeren von 5 Gew.-% eingestellt wurde. Die verdünnten Polymerlösungen
wurden dann der Hydrierung unterworfen.
1000 g-Anteile jeder der vorstehend angegebenen Lösungen
von lebenden Polymeren (mit einem Gehalt an 50 g des lebenden Polymeren) wurden in einen sorgfältig getrockneten
Autoklaven mit einem Fassungsvermögen von 2 1 gegeben, der mit einem Rührer versehen war, der Autoklav wurde unter
Vakuum gebracht, die Luft mit Wasserstoff verdrängt und das Ge
misch unter Rühren bei 400C gehalten.
20,0 ml einer Toluollösung, die Di·- (cyelopentadienyl)-titandichlorid
in einer Konzentration von 1,0 mMol/100 ml
(Gesamtgehalt des Katalysators von 0,20 irtMöl) enthielt,
wurden als Hydrierungskatalysator in den Autoklaven gegeben und trockener gasförmiger Wasserstoff wurde unter
einem Druck von 5,0 bar zugeleitet, während deaf Autoklaveninhalt
2 Stunden lang gerührt wurde, um die Hydrierung durchzuführen. Die Wasserstoffabsorption durch die Polymerlösung
war innerhalb von 30 Minuten jeweils praktisch beendet. Die so erhaltene Reaktionslösung war eine homogene,
leicht dunkel bis grauschwarz gefärbte Lösung mit niederer Viskosität. Die ReaktionslÖsung wurde gekühlt
und auf Normaldruck gebracht, aus dem Autoklaven entnommen und mit einer großen Menge an Methanol verdünnt,
um das Polymere auszufällen. Das Polymere wurde durch Filtration aus der Lösung abgetrennt und getrocknet.
Auf diese Weise wurde ein weißes hydriertes Polymeres erhalten. Die Hydrierungsbedingungen, der Hydrierungsgrad und Eigenschaften der gebildeten hydrierten PoIy-
2o meren sind in Tabelle 1 gezeigt.
Aus Tabelle 1 ist ersichtlich, daß die konjugierten Dieneinheiten in allen Polymeren quantitativ hydriert wurden
und daß ihre Styroleinheiten im wesentlichen uhhydriert geblieben sind. Die Hydrierung erfolgte demnach mit
ausgezeichneter Aktivität und Selektivität.
TABELLE 1
| Beispiel |
1
|
2
|
3
|
4
|
5 |
6
|
7 |
8
|
9
|
10 |
11 |
12
|
Probe aus Her
stellungsbei
spiel |
1 |
CVJ
|
3
|
4 |
5 |
6
|
7 |
8 |
9 |
10 |
12 |
13 |
Molverhältnis
lebend-Li/Ti |
1,7 |
1,7 |
1,7
|
1,2 |
4,1 |
4,1
|
4,1 |
4,1 |
4,1 ' |
4,1 |
6.3
|
83 |
Hydrierungsgrad
der konjugierten
Dieneinheiten
(%) |
•97 |
95 |
94 |
94 |
100 |
99 |
96
|
97 |
96
|
98 |
97 |
96 |
Hydrierungsgrad
der Styroleinhei-
ten (%) |
— |
— |
— |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
— |
Eigenschaften der
hydrierten Poly
meren |
weich,
harzar
tig |
weiches
Elasto
meres |
steif,
harzar
tig |
flexibles
thermoplasti
sches Elasto
meres |
weich,
harz
artig |
steifes
thermoplasti
sches Elasto
meres |
flüssig
harz
artig |
Beispiele 13 bis 19
Hydrierung von lebenden Polymeren mit (CcHc)22
In einen sorgfältig getrookneten Autoklaven mit einem
Fassungsvermögen von 2 1, der mit einen Rührer versehen
war, wurden die verschiedenen in den Herstellungsbeispielen 4 bis 10 synthetisierten lebenden Polymerlösungen
in einer Menge entsprechend SO g des Polymeren gegeben, die Luft im Autoklaven wurde mit trockenem Wasserstoffgas
verdrängt und die Lösung unter Rühren bei SO°C
gehalten. Dann wurden 50 ml einer Benzollösung, die Di-(cyclopentadienyD-titandichlorid
als Katalysator (A) in einer Konzentration von 2,0 mMol/1Öö ml enthielt,
und 1O ral einer Cyclohexanlösung, enthaltend n-Butyllithium
als Katalysator (B) in einer Konzentration Von 4O mMol/iOO ml,bei 400C unter einem HasserStoffdruck
von 2,0 bar miteinander vermischt* Der eo hergestellte
kombinierte Katalysator wurde sofort in den Autoklaven gegeben und trockener gasförmiger Wasserstoff wurde
unter einem Druck von 5 bar in den Autoklaven eingeleitet, dessen Inhalt 2 Stunden lang unter Rühren der Hydrierung
unterworfen wurde. Die Absorption von Wasserstoff durch das Polymere war in allen Fällen innerhalb von 30 Minuten
praktisch beendet. Die dabei erhaltene Reaktionslösung war eine leicht dunkel bis grauschwarz gefärbte
homogene Lösung mit niederer Viskosität. Die Reaktionslösung wurde gekühlt, der Druck aufgehoben, die Lösung
aus dem Autoklaven entfernt und mit einer großen Menge
an Methanol verdünnt, um das gelöste Polymere auszufällen. Das ausgefällte Polymere wurde durch Filtration aus
der Lösung abgetrennt und getrocknet. Auf diese Weise wurde ein weißes hydriertes Polymeres erhalten. Der
erhaltene Hydrierungsgrad und die Eigenschaften der hydrierten Polymeren sind in Tabelle 2 gezeigt.
Aus Tabelle 2 ist ersichtlich, daß die konjugierten
Dieneinheiten der Polymeren quantitativ hydriert wurden und daß ihre Styroleinheiten im wesentlichen unhydriert
blieben. Die Hydrierung zeigte ausgezeichnete Aktivität und. Selektivität.
* , ' TABELLE 2
| Beispiel |
13 |
14 |
15 |
steifes
Harz |
16 |
17 |
- 18 |
19 |
Probe aus '
Herstellungs
beispiel Nr. |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
Molverhältnis
[lebend-Li+
n-BuLi]/Ti |
4,2 |
4,8 |
4,8 |
4,8 |
4,2 |
4,8 |
4,8 |
Hydrierungs^
grad der Bu-*
tadieneinhei-
ten (%) |
97 |
100 |
99 |
99 |
93 |
99 |
98 |
Hydrierungs
grad der Sty
roleinheiten
(%) |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
Eigenschaf
ten des hy
drierten Poly
meren |
weiches
Elastome
res |
flexibles thermopla
stisches Elastomeres |
wei
ches
Harz |
Beispiele 20 bis 27
Hydrierung von nicht-lebenden Polymeren rtit IC5H5J22
BULi
Verschiedene lebende Polymere wurden nach den Herstellungsbeispielen
4 bis 11 (einschließlich des gekuppelten
Polymeren gemäß Herstellungsbeispiel 11| hergestellt. Die sb erhaltenen Polymer lösungen wurden In grolle Mengen an
Methanol gegosöen, um die Polymeren auszufällen* Die ausgefällten
Polymeren wurden aus den Losungen durch FiI-tration
abgetrennt, mit Methanol gewaschen» bei 400C unter vermindertem Druck während 3 Tagen getrocknet, um fertige
Polymere zu erhalten.Alle Polymeren hatten das aktive Lithium bereits verloren.
1OO g-Anteile jedes der fertigen Polymeren wurden in gereinigtem
und getrocknetem Cyclohexan cje!6fct» wobei eine
Lösung erhalten wurde, die das Polymere in einer Konzentration von 10 Gew.-% enthielt. Diese Lösung wurde in
einen getrockneten Autoklaven mit eine* Innenvolumen Von 2 1 gegeben und nach dem Verdrängen der Atmosphäre mit
Wasserstoff wurde die Lösung in dem Autoklaven bei 500C
gehalten.
Dann wurden 100 ml einer Toluollösung» die Oi-fcyclopentadienylHtitandichlorid
als Katalysator tA| in einer Konzentration
von 1,0 mMol/100 ml enthielt» und Id ml einer
Cyclohexanlösung, die h-Butyllithium ate Katalysator (B)
in einer Konzentration von 40 mMol/IOO Mi enthielt, bei
4O0C unter einem Wasserstoffdruck von 2»0 bar Miteinander
vermischt (Li/Ti-Molverhältnis = 4*0)* Das Gemisch wurde
dann 5 Minuten bei 40°C gerührt. Die eo erhaltene kombi-
3Ö nierte Katalysatorlösung wurde sofort in de* Mit Rührer
versehenen Polymerisationsautoklaven «gegeben und trockener Wasserstoff wurde unter einem Druck von 5,O bar zugeleitet.
Der Autoklaveninhalt wurde bei 50°C während 2 Stunden unter
Rühren hydriert.
Die erhaltenen Reaktionslösungen wurden nach der in Bei
spiel 1 beschriebenen Verfahrensweise aufbereitet, um ein hydriertes Polymeres zu erhalten. Die Hydrierungsgrade
der so gebildeten hydrierten Polymeren sind in Tabelle 3 gezeigt.
TABELLE 3
| Beispiel |
20 |
2t |
22 |
2* |
24 |
25 |
2& |
27 |
Probe, fertiges
Produkt aus Her
stellungsbei
spiel Nr. |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
11 |
Hydrierungsgrad
der konjugierten
Dieneinheiten
(%) |
94 |
96 |
100 |
97 |
96 |
96 |
96 |
95 |
Hydrierungegrad
der Styrolein-
heiten (%)
|
<1 |
<1 |
<1 |
«t
|
<t |
<t |
' <1 |
<1 |
CD 00 CO
34Ü1
Beispiele 28 bis 34 und Vergleichsbeispiele 1 und 2
Hydrierung von lebenden Polymeren mit verschiedenen Di- (cyclopen-tadienyl)-titanverbindungen.
Das in Herstellungsbeispiel 7 synthetisierte lebende Styrol-Butadien-Stryol-Blockcopolymere wurde mit gereinigtem
und getrocknetem Cyclohexan verdünnt, so daß eine Cyclohexanlösung erhalten wurde, die das Polymere in einer
Konzentration von 10 Gew.-% enthielt. 1000 g-Anteile
der lebenden Polymerlösung (Polymergehalt 100 g) wurden in einen getrockneten Autoklaven mit einem Fassungsvermögen
von 2 1 gegeben und nach dem Verdrängen der Atmosphäre des Autoklaven mit trockenem Wasserstoffgas wurde die
Polymerlösung bei 40°C gehalten.
Dann wurden- Toluol-Lösungen der verschiedenen in Tabelle 4
angegebenen Titanverbindungen als Hydrierungskatalysatoren in solchen Mengen zugesetzt, daß ein Anteil von 0,50 mMol
Hydrierungskatalysator pro 100 g des lebenden Polymeren (lebend-Li/Ti-Molverhältnis = 3,3) erreicht wurde, und
trockenes Wasserstoffgas wurde unter einem Druck von 5 bar
zugeleitet. Die Polymeren wurden 1 Stunde unter Rühren
bei 40°C hydriert.
Nach der Hydrierung wurden die hydrierten Polymeren nach der in Beispiel 1 beschriebenen Verfahrensweise aufbereitet
und im Hinblick auf ihre Eigenschaften geprüft.
Zu Vergleichszwecken wurde der vorstehend beschriebene Hydrierungsversuch wiederholt, wobei andere Titanverbindungen
verwendet wurden, die verschieden von Di-(cyclopentadienyl)-titanverbindungen
waren. Die dabei erhaltenen Ergebnisse sind ebenfalls in Tabelle 4 gezeigt.
TABELLE 4
| Beispiel |
28 |
29 |
30 |
31 |
32 |
Art des Hydrierungs
katalysators |
CpJi(CH3)., |
Cp3TiCn-Bu)2 |
CpJi(OC1Hj)2 |
CpJi Cl2 |
CpJi Br, |
Hydrierungsgrad der
Butadieneinheiten (%) |
99 |
85 |
62 |
98 |
85 |
Hydrierungsgrad der
Styroleinheiten (%) |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
CD OO CO
TABELLE 4 (Fortsetzung)
| Beispiel |
33 |
34 |
Vergleichs
beispiel 1 |
Verqleichs-
beispiel 2 |
Art des Hydrierungs
katalysators |
CpJi(CO)2 |
CpJi (
Cl |
C2H5Ti Cl3 |
Cp Ti Cl3 |
Hydrierungsgrad der
Butadieneinheiten (%) |
100 |
97 |
<1 |
<1 |
Hydrierungsgrad der
Styroleinheiten (%) |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
Anmerkung : Cp = Cyclopentadienyl
CD CO CO
Beispiele 35 bis 39
Anwendung variierender Mengen des Katalysators
Das in Herstellungsbeispiel 5 synthetisierte lebende Styrol-Butadien-Styrol-Blockcöpolymere wurde tait trockenem
Jj Cyclohexan verdünnt, so daß eine Cyclohexärilösung erhalten
würde, die das lebende Blockcopolymere in einer Konzentration
von 5 Gew.-% enthielt. Diese Polymerlösung wurde
in der in Beispiel 1 beschriebenen Verfahrensweise hydriert.
Die eingesetzte Menge an Di-(eyclopentadienyl)- titandichlorid
wurde jedoch in der in Tabelle 5 angegebenen Weise verändert. Die Ergebnisse sind iri tabelle 5 gezeigt.
TABELLE 5
| Beispiel |
35 |
36 |
37 |
38 |
39 |
Menge des Kata
lysators (iriMol/
100 g des Polyme
ren) |
0,05 |
0,10 |
0,20 |
1,00 |
- 2,00 |
Molverhältnis
lebend-Li/Ti |
33 |
17 |
8.3 |
1.7 |
0.8 |
Hydrierungsgrad
der Butadienein
heiten (%) |
64 |
89 |
100 |
90 |
65: |
Hydrierungsgrad
der Styroleinhei-
ten (%) |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
Beispiele 40 bis 45
Hydrierung von lebenden Polymeren unter Abänderung der Verfahrensbedingungen
Das in Herstellungsbeispiel 9 synthetisierte lebende Butadien-Styrol-Butadien-Styrol-Blockcöpolymere wurde
mit trockenem Cyclohexan unter Bildung einer Cyclohexanlosung,
die 10 Gew.-% des Polymeren enthielt, verdünnt. 1000 g-Anteile der Lösung (Polymergehalt 100 g) wurden
in einen getrockneten Autoklaven gegeben und unter den in Tabelle 6 angegebenen variierenden Bedingungen der
Hydrierung gemäß der Verfahrensweise des Beispiels 1
unterworfen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 6 gezeigt.
TABELLE 6
| Beispiel |
40 |
41 |
42 |
43 |
• 44 |
45 |
Menge des Katalysa
tors (mMol/100 g Poly
meren) |
0,50 ' |
0,50 |
0,50 |
0,25 |
0,25 |
0,25 |
Molverhältnis
lebend-Li/Ti |
3,3 |
3,3 |
3,3 |
6,6 |
6,6 |
6,6 |
Wasserstoffdruck,
bar (kg/cm2) |
3,0 |
5,0 |
5,0 |
10,0 |
20,0 |
5,0 |
Hydrierungstempera
tur (0C) |
40 |
20 |
60 |
40 |
40 |
40 |
| Hydrierungsdauer |
|
|
|
|
|
|
| (min) |
60 |
60 |
60 |
30 |
30 |
10 |
Hydrierungsgrad der
Butadieneinheiten
(%) |
98 |
89 |
84 |
99 |
100 |
96 |
Hydrierungsgrad der
Stryoleiriheiten
(%) |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
Beispiel 46
Kontinuierliche Hydrierung
Ein lebendes Styrol-Butadien-Styrol-Blackeopolymereä
wurde durch genaues Nacharbeiten der Verfahrensweise gemäß Herstellungsbeispiel 5 synthetisiert. Durch Entnahme
einer Probe dieses lebenden Polymeren aus dem Autoklaven und nachfolgende Analyse wurde festgestellt/
daß es einen Gehalt an gebundenem Styrol Von 30 %, einen Blockstyrolgehalt von 29 %, einen Gehalt an 1,2-Vinylbindungen
von 13 % in den Butadieneinheiten und ein Molekulargewichts-Zahlenmittel von etwa 60 000 hatte,
in den vorstehend beschriebenen Autoklaven wurde das unmittelbar aus der Polymerisationsstufe erhaltene lebende
Polymere gegeben und bei 60°C gerührt« In den Autoklaven
iS wurden dann 40 ml einer Lösung in Toluol, die Di-{eyelopentadienyD-titandichlorid
als Hydrierungskatalysator in einer Konzentration von 1,0 mMol/100 ml enthielt
(iebend-Li/Ti-Molverhältnis = 4,1) gegeben und trockener
gasförmiger Wasserstoff wurde sofort unter einem Druck von 5,0 bar zugeleitet und die Hydrierung 2 Stunden lang unter
Rühren bei 60°C durchgeführt. Die Absorption von gasförmigem
Wasserstoff durch das Polymere war im wesentlichen in etwa 15 Minuten beendet. Die so erhaltene Reaktionslösung war eine leicht grau-schwarz gefärbte homogene
Lösung mit niederer Viskosität. Diese ReaktionslÖsüng wurde nach der Verfahrensweise des Beispiels 1 aufbereitet.
Dabei wurde ein weißes, steifes thermoplastisches elastomeres Polymeres erhalten. Durch Analyse des Polymeren
würde festgestellt, daß in dem hydrierten Polymeren die Bütadieneinheiten zu 99 % und die Styroleinheiten zu weniger
als 1 % hydriert waren und daß das Polymere ein Molekulargewicht von etwa 60 000 hatte. Obwohl die Hydrierung
des Polymeren kontinuierlich unmittelbar nach der
vorhergehenden Polymerisationsstufe durchgeführt wurde,
waren .sowohl die Hydrierungsaktivität, als auch die Selektivität für die Hydrierung der Butadieneinheiten unverändert
ausgezeichnet.
5 Beispiel 47
Hydrierung durch partielle Inaktivierung von aktivem
(lebendem) Lithium
Ein lebendes Styrol-Butadien-Styrol-Blockcopolymeres, hergestellt gemäß Herstellungsbeispiel 5, wurde mit trockenem
Cyclohexan verdünnt, so daß eine Lösung in Cyclohexan mit einer Polymerkonzentration von 5 Gew.-% erhalten wurde.
Ein 1000 g-Anteil dieser Lösung (Polymergehalt 50 g) . wurde in einen trockenen Autoklaven mit einem Fassungsvermögen,
von 2 1 gebracht, dessen Atmosphäre durch trockenen
15 gasförmigen Wasserstoff ersetzt wurde.
In den Autoklaven wurden 12,5 ml einer Cyclohexanlösung gegeben, die Benzylchlorid in einer Konzentration von
5,0 mMol/100 ml enthielt und das Gemisch wurde bei Raumtemperatur
etwa 10 Minuten lang gerührt. Auf diese Weise wurde ein lebendes Polymeres erhalten, das O,40 mMol
aktives (lebendes) Lithium pro 100 g des Polymeren enthielt. Dieses lebende Polymere wurde dann durch genaues Nacharbeiten
der Verfahrensweise des Beispiels 36 hydriert. In diesem Fall betrug das lebend-Li/Ti-Molverhältnis während der
Hydrierung etwa 4. Das hydrierte lebende Polymere wurde nach der in Beispiel 1 beschriebenen Verfahrensweise
aufbereitet, wobei ein weißes Polymeres erhalten wurde. Dieses Polymere besaß einen Hydrierungsgrad von Butadieneinheiten
von 98 % und einen Hydrierungsgrad der Styroleinheiten von weniger als 1 %, was anzeigte, daß die
Hydrierung trotz der teilweisen Inaktivierung des aktiven Lithiums wirksam durchgeführt werden konnte. Der hier erreichte
Hydrierungsgrad der Butadieneinheiten war höher
als in Beispiel 36, woraus ersichtlich ist, daß das Molverhältnis lebend-Li/Ti während der Hydrierung
diö Aktivität beeinflußt.
Vergleichsbeispiel 3
Hydrierung eines inaktivierten lebenden Polymeren mit (C1-H1.)-TiCl-
Das in Herstellungsbespiel Ί erhaltene lebende Styrol-Butadien-Styrol-Blockcopolymere
wurde mit trockenem Cyclohexan unter Bildung einer Cyelohexanlösung, die
das Polymere in einer Konzentration von 10 % enthielt, verdünnt. Ein 1000 g-Anteil dieser lebenden
Polymerlösung (Polymergehalt 100 g) wurde in einen trockenen Autoklaven mit einem Fassungsvermögen von
2 1 gegeben, während die Innenatmosphäre des Autoklaven
durch trockenes Wasserstoffgas ersetxt wurde.
In den Autoklaven wurden 50 ml einer Cyclohesianlösung
gegeben, die Benzylchlorid in einer Konzentration von 5,0 mMol/100 ml enthielt, und der Inhalt wurde bei
Raumtemperatur etwa 10 min. lang gerührt. Die gelblieh-rote
Färbung der lebenden Polymerlösung verschwand sofort. Die Lösung nahm eine durchsichtige,
leicht gelbe Färbung an. Durch Analyse wurde festgestellt, daß das aktive Lithium dieser ursprünglich
lebenden Polymerlösung bereits vollständig inakti-
25 viert war.
Das Polymere wurde dann durch genaues Nacharbeiten der Verfahrensweise gemäß Beispiel 31 hydriert und
das gebildete hydrierte Polymere wurde durch genaues Nacharbeiten der Verfahrensweise des Beispiels 1
gewonnen. Seine Butadieneinheiten waren zu weniger
■·-.. . 3 4 υ ι y
als 1 % und die Styroleinheiten zu weniger als 1 % hydriert, woraus ersichtlich ist, daß ein Polymeres,
das kein aktives Lithium mehr enthält, mit Hilfe der erfindungsgemäßen Titanverbindung nicht hydriert
werden konnte.
Beispiele 48 bis 51 und Vergleichsbeispiel 4
Hydrierung mit (Ct-H1.) „TiCl- und verschiedenen Lithiumverbindungen
.
Das in Herstellungsbeispiel 5 synthetisierte Styrol-Butadien-Styrol-Blockcopolymere
wurde in Cyclohexan unter Bildung einer Cyclohexan-Lösung, die das Polymere
in einer Konzentration von 10 Gew.-% enthielt, gelöst .1000 g-Anteile dieser Polymerlösung (mit einem
Polymerengehalt von 100 g) wurden in einen Autoklaven mit einem Fassungsvermögen von 2 1 gegeben und bei
50 0C gehalten.
Dann wurden 50 ml einer Benzollösung, welche Di-(cyclopentadienyl)-titandichlorid
als Katalysator (A) in einer Menge von 0,25 g (1,0 mMol) enthielt und 10 ml
einer Cyclohexanlösung, welche die in Tabelle 7 angegebenen verschiedenen Katalysatorkomponenten (B) in
einem Anteil von 5 mMol enthielt, unter einem Wasserstoff druck von 2,0 bar miteinander vermischt. Die gebildete
kombinierte Katalysatorlösung wurde vollständig in den Autoklaven gegeben und gasförmiger Wasserstoff
wurde zugeleitet, um den Innendruck auf 5,0 bar einzustellen. Der Inhalt des Autoklaven -wurden unter
diesen Bedingungen während 2 Stunden gerührt und der Hydrierung unterworfen.
Nach der Hydrierung wurde die Reaktionslösung nach der in Beispiel 1 beschreibenen Verfahrensweise aufbereitet,
wobei ein hydriertes Polymeres gewonnen wurde. Dieses wurde der Analyse unterworfen.
Zu Vergleichszwecken wurde in einem gesonderten Versuch (Vergleichsbeispiel 4) die Hydrierung unter der
vorstehend beschriebenen Verfahrensweise durchgeführt,
mit der Abänderung, daß Triethylaluminium als1 ftatalysatorkomponente
(B) verwendet wurde. Die Ergebnisse sind in Tabelle 7 gezeigt.
Tabelle 7
| Beispiel |
48 |
49 |
50 |
51 |
Vergleichs
beispiel 4 |
| Katalysator (B) |
Ethyl
lithium |
n-Butyl-
lithium |
sec-Butyl-
lithiufli |
BEL-NIl *1 |
Triethyl-
aluminiuin |
Hydrierungsgrad
der Butadienein
heiten (%) |
91 |
.99 |
99 |
95 |
45 |
Hydrierungsgrad
der Styrolein-
heiten (%) |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
<1 |
*1: BEL: Äquimolarer Komplex aus n-Butyllithium und Ethyllithium
(Produkt der Lithium Corporation)
CO -F-
Beispiel 52
Die Hydrierung wurde mit der Abänderung, daß die Art
der Zugabe des Katalysators verändert wurde, genau unter Wiederholung der Verfahrensweise des Beispiels
durchgeführt.
In diesem Fall wurde die Katalysatorzugabe wie folgt
durchgeführt: Zunächst wurden 10 ml einer Cyclohexanlösung,
die n-Butyllithium als Katalysator (B) in einer Konzentration von 40 mMol/100 ml enthielt, zu
der Reaktionslösung zugefügt. Danach wurden 100 ml einer Toluollösung, welche Di-(cyclopentadienyl)-titandichlorid
als Katalysator (A) in einer Konzentration von 1,0 mMol/100 ml enthielt, zugesetzt. Die
Farbe der Reaktionslösung veränderte sich rasch von hellgelb in schwärzlich. Dann wu£de Wasserstoff unter
einem Druck von 5 bar zugeleitet, wonaöh die Hydrierung
des Polymeren während 2 Stunden durchgeführt wurde. Die Reaktionslösung wurde nach der in Beispiel
beschriebenen Verfahrensweise aufbereitet, wobei ein
20 hydriertes Polymeres erhalten wurde.
In dem so gebildeten hydrierten Polymeren waren die Butadieneinheiten zu 96 % und die Styroleinheiten zu
weniger als 1 % hydriert. Diese Ergebnisse waren im wesentlichen die gleichen wie in Beispiel 21, was
anzeigt, daß die Hydrierungsaktivität und die Selektivität praktisch unverändert geblieben sind, trotz der
Tatsache, daß die Katalysatorkomponenten (A) und (B) dem Reaktionssystem gesondert zugesetzt wurden, statt
sie vorher zu vermischen und dann in Form eines Ge-
30 misches zuzusetzen.
Beispiel 53
Die Verfahrensweise des Beispiels 21 wurde genau wiederholt, mit der Ausnahme, daß ein Gemisch aus
Katalysatorkomponente (A) und Katalysatorkomponente (B) als Hydrierungskatalysator vorher hergestellt
und unter einem Wasserstoffdruck von 2,0 bar
bei Raumtemperatur 5 Tage lang aufbewahrt wurde, bevor es angewendet wurde.
Das auf diese Weise hergestellte hydrierte Polymere hatte einen Hydrierungsgrad der Butadieneinhexten
von 98 % und der Styroleinheiten von weniger als 1 %. Dieses Ergebnis war demnach gleich dem in
Beispiel 21 erzielten, woraus hervorgeht, daß die Aktivität und Eigenschaften des Katalysators durch
die Aufbewahrung des Katalysators nicht verlorenge-
15 gangen sind.