DE3330349A1 - Verfahren zur elektrochemischen kompensation der luftoxidation bei der elektrochemischen regenerierung von chloridhaltigen kupferaetzloesungen - Google Patents
Verfahren zur elektrochemischen kompensation der luftoxidation bei der elektrochemischen regenerierung von chloridhaltigen kupferaetzloesungenInfo
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Description
19.8.1983 Pf/Kc
ROBERT BOSCH GMBH, TOOO Stuttgart 1
Verfahren zur elektrochemischen Kompensation der Luftoxidation bei der elektrochemischen Regenerierung
von chloridhaltigen Kupferätzlösungen
Stand der Technik
Die Erfindung geht aus von einem Verfahren nach der Gattung des Hauptanspruchs. In Ätzlösungen für Metalle, die Kupfer
(II)-chlorid oder.Eisen(III)-chlorid enthalten, wird das
beim Ätzen entstehende Kupfer (I )-chlor'id bzw. Sisen(ll)-chlorid
zu einem Teil durch den Sauerstoff der Luft wieder zum CuII oder FeIII oxidiert gemäß der Reaktionsgleichung
(1)2 CuCl + 1/2 O2 * CuCl2 + CuO
Das dabei intermediär entstehende Kupfer(II)-0xid reagiert,
nach (2) unter Verbrauch von zusätzlicher Salzsäure weiter
(2) CuO + 2 HCl ► CuCl2 + H3O
Diese Nebenreaktion macht sich durch einen pH-Anstieg bei
chloridhaltigen Kupferätzlösungen bemerkbar. Die Luftoxidation
von CuCl trit"C ganz besonders in Erscheinung, wenn die Ätzlösung zum Sprühätzen eingesetzt wird, da
dann die der Luft ausgesetzte Lösungsoberfläche besonders
groß ist.
COPY
Derartige Ätzlösungen wie beispielsweise CuCl -Salzsäure oder CuCl -Alkalichlorid, lassen sich durch entsprechende
Zlektrolyseeinrichtungen elektrochemisch nach den· chemischen
Gleichungen (3), (M » (5) regenerieren:
(3) Cu2+ + 2e~ Ψ- Cu° . ' '
(M 2 Cl" ' > Cl2 + 2e~
.(5)2 CuCl + Cl2 * 2 CuCl2.
Sin derartiges, mit Alkalichloriden arbeitendes Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Regenerierung einer kupfer^
haltigen Ätzlösung ist in der DE-OS 33 03 59h beschrieben.
Bei konventionellen Elektrodenanordnungen, wie sie auch in
der soeben genannten DE-OS vorgesehen sind, erfolgt die anodische Teilreaktion (M in chloridhaltigen Lösungen
in der Regel mit 100 % Chlorausbeute. In der Praxis stehen diesen 100 % Chlorausbeute jedoch verschiedene störende
iJebenreaktionen gegenüber, nämlich zum einen eine kathodische
Reduktion von Wasserstoffionen und zum anderen
die oben bereits erwähnten Reaktionen (1) und (2). Diese 2-Iebenreaktionen machen sich auch bei der elektrochemischen
Regenerierung von Kupferätzlösungen infolge des Verbrauchs
an HCl durch eine Erhöhung des pH-Wertes sowie durch sine
unerwünschte Chiorgasentwicklung bemerkbar.
Vorteile der Erfindung
Das erfindungsgemäSe Verfahren mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Hauptanspruchs hat demgegenüber den Vorteil, da3 an der Anode neben der normalerweise bevorzugten
Chlor idoxidai: ion' auch eine elektrochemische Zerlegung von
Wasser in gasförmigen Sauerstoff und Wasserstoffionen gemäß
der Reaktionsgleichung
[ο) Ξ3 *>
1/2 O^ + 2 K + 2e
realisiert werden, kann. Der bei dieser Reaktion entstehende
• Sauerstoff entweicht im wesentlichen gasförmig aus der
• Ätzlösüng, da die Löslichkeit für Sauerstoff im Gegensatz zu derjenigen für Chlor nur sehr gering ist. In der
Lösung verbleiben die Wasserstoffionen,·die in der gewünschten
Weise dafür sorgen, daß der·pH-Wert im wesentlichen konstant bleibt und somit die insbesondere beim
Sprühätzen.auftretende Luftoxidation von CuCl kompensiert
: wird.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des
im Hauptanspruch angegebenen Verfahrens möglich. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung von Polypropylen-Filtertuch-Material,
das in Streifen geschnitten und auf Stoß um die Anode herumgewickelt wird, um auf diese Weise
Spalte oder Öffnungen in der Umhüllung zu belassen, damit das Sauerstoff-Chlor-Gemisch von der Anode entweichen
kann.
Beschreibung eines. Ausführungsbeispiels
In einer Ätzanlage wurden Leiterplatten nach dem Sprühätzverfahren
geätzt, indem die Ätzlösung mit einem Druck "von 2,5 bar auf die Leiterplatten gesprüht wurde. Die
Ätzlösung hatte ein Volumen von 66o 1, enthielt 150 g/l KCl und 50 g/l Cu und hatte eine Temperatur von 50 C.
! s Diese Lösung wurde von der Ätzanlage in eine Regenerier,-j
anlage gepumpt, wie sie in der DE-OS 33 03 59^· beschrieben
j ist. Dabei.waren zwei Zellen hintereinander geschaltet und die Anoden bestanden aus Titanstäben von 8 mm Durchmesser
mit einer Iridiuaoxidbeschichtung. Die Anodenoberfläche
betrug pro Zelle 14,3 dm . Das Anodenmaterial war
mit einem Filtertuch aus Polypropylen in Form vor. 3 .-um
breiten Streifen umwickelt derart, daß die Streifen aneinander stoßen, um Spalte in der Umhüllung zu erhalten,
damit die an der Anode freisesetzten Oase Sauerstoff und
. 4 f) f^ t*
■ ' ήh
Chlor ent-«eichen können. In den hintereinander geschalteten
Regenier zellen floß ein Strom von 550 A "bei einer Spannung
von 19,5 V. Um zu verhindern, daß mehr Chlor gebildet als
für die Oxidation benötigt wird, erfolgte eine Steuerung des elektrochemischen Vorgangs durch Erfassen der Kupfer
(I)-Ionen mit Hilfe des Redoxpotentials und Abschaltung
des Stroms bei einem Wert von 375 mV. Wurde die Regenerieranlage gefahren, ohne daß Leiterplatten geätzt wurden,
so fiel der pE-Wert von anfänglich 2,5 auf etwa 1,9 nach etwa 1 1/2 Stunden. Wurde dagegen sprühgeätzt, ohne daß
die Regenerieranlage eingeschaltet war - und dies entspricht
auch etwa den Verhältnissen bei eingeschalteter Regenerieranlage, aber ohne die umhüllung der Anoden -,
so stieg der pH-Wert im Verlauf von etwa 20 Minuten von 1,9 auf 2,5· Wurde dagegen sprühgeätzt und gleichzeitig regeneriert,
so blieb der pH-Wert konstant auf 2,0, was bedeutet, daß unter -diesen Umständen die vorzugsw-eise
beim Sprühätzen auftretende Luftoxidation von Cu(I) kompensiert
war.
Versuche haben gezeigt, laß die Stromausbeute für die Re- ■i
aktion nach Gleichung (ό) abhängig ist von der Stromdichte, [
mit' der die Regenerieranlage gefahren wird und beispiels- -
weise bei 30 A/dm2 bei 20 %, bei 50 A/dm2 bei h-5 % und
ο i
bei 90 A/dm" schließlich bei 60 % liegt. Die Wahl der j
anodischen Stromdichte ist daher eine Möglichkeit, die —L-
Menge der gebildeten Wasserstoffionen an die Menge der I
lurch die Luft oxidierten Cu(l)-Ionen anzupassen, indem
man beispielsweise die anodische Stromdichte so steuert,
daß der pH-Wert konstant auf beispielsweise 2,0 gehalten wird. Andere Möglichkeiten der Abstimmung der gebildeten
H -Menge auf äie durch die Luft oxidierte Cu (I}-.Ionen-Menge
lisgt in der Art ier Anodenumhüllung, indem man
hier lie Porösität ändert oder die Anzahl und die Art
j_uv 3"3.3 3 03.2.""35"I 7 H ΓΙ 1 2 Γ ~
. ORl(BINAL INSPECTED
Es sei noch betont, daß diese Art der Kompensation der Luftoxidation sich nicht nur bei Ätzlösungen, die als
Komplexbildner Alkalichloride enthalten, verwirklichen läßt, sondern daß dies genauso gut möglich ist bei Ätzlösungen,
die als Komplexbildner Salzsäure enthalten. Ebenso ist· sie anwendbar auf Lösungen, die statt Kupferchlorid,
CuCl , Eisenchlorid, FeCl_ , enthalten.
COPY
Claims (1)
- ■ ^ _ ■ 333034-Λ 55 Q O 719.8.1983 Pf/KcROBERT BOSCH GMBH, 7OOO Stuttgart 1Ansprüche1.) Verfahren zur elektrochemischen Kompensation der Luftoxidation bei der elektrochemischen Regenerierung von kupferhalt igen At zlösung.e.n, wobei die Ätzlösung durch eine Regenerieranlage geleitet wird, die eine Kathode und eine unlösliche Anode aufweist, an die eine Gleichspannung angelegt wird, so daß an der Kathode metallisches Kupfer abgeschieden wird, w-ährend sich an der Anode Chlor bildet, das Kupfer (I)-chlorid zu Kupfer(II)-chlorid oxidiert, dadurch gekennzeichnet, daß die Anode zwecks Zerlegung von Wasser in gasförmigen Sauerstoff und Wasserstoffionen von einem porösen, als Diaphragma wirkenden Material umgeben wird, das den Zutritt von Chlorionen an'die Anode hemmt. ■2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, da3 das poröse Material straff auf dem Anodenmaterial aufliegt.3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, da3 das Anodenmaterial aus mir einem Platinmetall beschichteten Titan, Niob oder Tantal, aus metalloxidbeschichteten: Titan, Niob oder Tantal, wobei die Oxide vorzugsweise solche der Platinmetalle sind, oder aus Graphit besteht.OBiGINAL INSPECTED Copyh. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das poröse Material aus einem Filtermaterial besteht.5· Verfahren nach Anspruch U, dadurch gekennzeichnet,, daß das poröse Material aus Polypropylen-Filtertuch-Material
besteht.6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Polypropylen-Filtertucti-Material in Form-von Streifen auf Stoß um die Anode herumgewickelt wird.
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Also Published As
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| DE3460905D1 (en) | 1986-11-13 |
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