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Dachkonstruktion
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Beschreibung Die Erfindung betrifft eine Dachkonstruktion zur Eindeckung
einer Halle gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruches.
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Derartige Dachkonstruktionen werden üblicherweise für Mehrzweckhallen
oder Fabrikhallen eingesetzt, welche sich optisch gut in die Landschaft einfügen
sollen. Hierbei schneiden sich die geneigten Dachflächen mehrerer benachbarter Dächer
in der Trauflinle. Unter dieser Trauflinie sind die Binder angeordnet, über welche
das Gewicht der Dächer in die Abstützungen eingeleitet wird. Die Binder selbst sind,
da sie über eine lichte Weite von bis zu 27 m das gesamte Gewicht des Daches tragen,
vornehmlich als ein Stück aus Spannbeton gefertigt, oder als Doppel-T-Stahlträger
ausgebildet und bis zu 2 m hoch. Dies bringt nicht nur transporttechnische Probleme
mit sich, sondern durch diese voluminöse, schwergewichtige Bauweise wird die gesamte
Dachkonstruktion sehr hoch und damit auch sehr teuer. Wird die Halle beispielsweise
als Mehrfachturnhalle benutzt, und müssen unter die Binder die zur Raumabteilung
notwendigen Vorhangtaschen mit Schürzen angebracht werden, so muß die gesamte Dachkonstruktion
nochmals um die Höhe der Vorhangtaschen angehoben werden, um eine vorgeschriebene
lichte Raumhöhe von beispielsweise 7 m bis Unterkante der Dachkonstruktion zu erreichen.
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Durch die größere Dachhöhe ergeben sich andererseits vergrößerte Dachflächen,
so daß aus statischen Gründen eine aufwendigere Konstruktion erforderlich wird.
Ferner erhöht sich der Selbstkostenpreis eines derart gestalteten Daches.
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Schließlich wirkt das Dach optisch schwer, so daß die Halle
weniger
für festliche Veranstaltungen oder dergleichen geeignet ist.
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Mit den bisherigen Dachbinderkonstruktionen war auch bei einer Baulänge
von 27 m ein Grenzwert erreicht. Wurde eine Halle mit einer Gesamtlänge von mehr
als 27 m benötigt, so durfte der Abstand der Stützen, auf welchen ein Binder lagerte,
dieses Maß aus statischen Gründen nicht überschreiten.
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Die Halle konnte nur mit einem Anbau als selbstständig abgestützte
Baueinheit verlängert werden. Dies hatte zur Folge, daß beispielsweise bei gewerblich
genutzten Hallen die nunmehr in der Halle befindlichen Stützen den Flurfördetfahrzeugen
im Wege waren. Bei Mehrzweckhallen hatte eine derartige Anbaumaßnahme, beispielsweise
einer Tribüne, zur Folge, daß die auf den Rängen befindlichen Zuschauer in ihrer
freien Sicht auf die Akteure in der Halle durch die vor ihnen befindlichen Stützen
behindert waren.
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Ein weiterer Nachteil der bisherigen Dachkonstruktion zur Eindeckung
einer Halle ergibt sich daraus, daß die Hauptträger zur Dachabstützung jeweils im
Traufbereich angeordnet wurden, wodurch beispielsweise bei einer Halle mit drei
Dächern mindestens vier Hauptträger nötig waren.
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Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Dachkonstruktion zur Eindeckung
einer Halle der gattungsgemäßen Art zu schaffen, wobei eine möglichst große Hallenfläche
mit einer Länge von mehr als 27 m stützenfrei überdacht werden soll, die Konstruktion
asthetisch ansprechend wirken, einfach gestaltet und damit wirtschaftlich herstellbar
sein soll. Das eine größere Fläche überspannende Dach soll schließlich eine verbesserte
Statik aufweisen, so daß ein Durchhängen vermieden wird und Belastungen durch Schnee
und Windkräfte optimal aufgenommen werden, Auch soll der Transport der Dachteile
keine transporttechnischen Probleme aufwerfen, so daß eine entsprechende Halle auch
innerhalb geschlossener Ortschaften montierbar ist.
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Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die im kennzeichnenden
Teil des Patentanspruches 1 angegebenen Merkmale gelöst.
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Die Dachkonstruktion gemäß der Erfindung weist demnach für jedes Dach
einen Hauptträger auf, welcher im mittleren Bereich des Daches angeordnet ist und
alleinig das gesamte Dachgewicht über Stützen, welche sich in den Giebelebenen befinden,
ableitet. Durch diese besondere Anordnung ist je Dach nur ein Hauptträger mit zwei
Stützen nötig. Der Hauptträger selbst besteht aus einem Fachwerkrahmen, welcher
beispielsweise bei größeren Baulängen erst auf der Baustelle zusammengesetzt werden
kann. Hiermit ist es möglich, mit einem einfachen und leichten Hauptträger auch
Spannweiten von bis zu 34 m zu überbrücken. Die gesamte Dachlast wird von dem Hauptträger
und den mit diesem zu einem integrierten Fachwerk verbundenen freitragenden nindern
aufgenommen. Die gesamte tragende Dachkonstruktion ist somit nicht nur leicht und
universell einsetzbar, sondern sie bildet mit ihrem filigranhaften Aussehen auch
einen ästhetischen Anblick.
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Die Untergurte der Fachwerkbinder steigen ausgehend vom Hauptträger
hin zu den freien Enden an, wodurch sich folgende Vorteile ergeben. Zum einen wird
hiermit die Dachfläche verkleinert, wodurch sich die Herstellungskosten verringern
und im Winter weniger Platz für schwere Schneemassen vorhanden ist. Weiterhin wird
es möglich, für die Hauptträger selbst eine yrößere Höhe vorzusehen, wodurch sich
insbesondere bei langen Dächern die Stabilität erhöht. Durch das Ansteigen der Untergurte
der Fachwerkbinder zu den freien Enden hin, wird es nämlich möglich, im Schnittpunkt
zweier Untergurte benachbarter Dächer eine Vorhangtasche mit Raumteilerschürze zu
befestigen, wodurch umsomehr an lichter Raumhöhe gewonnen wird, je höher der Verankerungspunkt
dieser Vorhangtasche über der Unterkante des Hauptbinderuntergurtes angeordnet ist.
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Der Hauptträger ist vorteilhafterweise trapezförmig mit kurzem Obergurt
und langem Untergurt ausgebildet, wodurch es möglich ist, ohne eine Veränderung
das Dach als Walmdach auszubilden. Soll das Hallendach die Form eines Satteldaches
oder eines auskragenden Satteldaches erhalten, so ist es in einfacher Weise möglich,
eine Obergurtverlängerung zwischen die Hauptträgerholme aufzunehmen. Um die gesamte
Tragkonstruktion möglichst wirtschaftlich herstellen zu können, werden für die Hauptträger
und die Dreiecksbinder Holzteile verwendet.
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Weitere Ausgestaltungen und Vorteile der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen
in Verbindung mit nachfolgender Beschreiz bung hervor.
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Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen näher erläutert.
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Es zeigen: Figur 1 : die perspektivische Gesamtansicht einer Mehrzweckhalle
mit drei Satteldächern; Figur 2 ç eine Schnittansicht durch die erfindungsgemäße
Dachkonstruktion mit drei Einzeldächern; Figur 3 : eine Ansicht der erfindungsgemäßen
Dachkonstruktion schräg von oben; Figur 4 : eine Ausgestaltung des Daches als Walmdach;
Figur 5 : eine Ausgestaltung des Daches als auskragendes Satteldach, und Figur 6
: eine Ausgestaltung des Daches als Satteldach.
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Die Figur 1 zeigt eine in einer reizvollen Berglandschaft angeordnete
Mehrzweckhalle 1, welche anstelle eines einzigen großen Satteldaches mit drei Satteldächern
2, 3 und 4 abgedeckt ist. Hierdurch ergibt sich ein optisch ansprechendes Bild,
da der Eindruck erweckt wird, daß die Halle aus mehreren einzelnen Gebäuden zusammengesetzt
ist.
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Eine gemäß der Figur 1 dargestellte Halle könnte den in der Figur
2 im Schnitt gezeigten Aufbau besitzen. In dieser Figur ist zu erkennen, daß die
Dächer 2, 3, 4 jeweils über an ihren Giebelseiten angeordneten Stützen 5, 6 und
7 auf dem Fundament 8 abgestützt sind.
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Im Zusammenhang mit der Figur 3 ist zu erkennen, daß für jedes Dach
ein Hauptträger 9, 10 bzw. 11 vorgesehen ist. Im Nachfolgenden soll die Konstruktion
des Daches 2 im einzelnen beschrieben- werden.
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Der Hauptträger 9 besteht im einzelnen aus einem Untergurt 12, einem
Obergurt 13,und diese Gurte verbindende Seitengurte 14. Während der Untergurt 12
aus einem massiven Holzholm gebildet sein kann, der beispielsweise über seine Länge
mehrfach geteilt und verschraubt ist, sind die Obergurte 13 und die Seitengurte
14 beispielsweise von parallelen Holmen 15 bzw. 16 gebildet, zwischen denen Pfosten
17 und Diagonalverstrebungen 18 zur Abstützung aufgenommen werden können.
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Der Hauptträger bildet ein integriertes Fachwerk mit querverlaufenden
Fachwerkbindern 19, die ebenfalls massive Untergurte 20 und von parallelen Holmen
22 gebildete Obergurte 21 besitzen. Die querverlaufenden Binder sind ebenso wie
der Hauptrahmen durch Versteifungsstreben 23 und 24 versteift, wobei der Pfosten
17 des Hauptrahmens gleichzeitig Versteifungsträger für die querverlaufenden Binder
darstellt.
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Wie sich dies aus den Figuren 2 und 3 ergibt, steigen die Untergurte
20 der querverlaufenden Binder von dem Hauptträger 12 zu den freien Enden der Binder
an. Hierdurch ergibt sich die Möglichkeit, an den Traufholmen 25, an denen die benachbarten
Dächer 2 und 3 miteinander verbunden sind, Vorhangtaschen 26 mit Raumteilerschürzen
27 anzubringen, ohne daß die lichte Höhe 28 verkleinert wird.
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Wie dies auch deutlich aus der Figur 2 entnehmbar ist, wird durch
das Anheben der Untergurte 20 die Dachfläche der Dächer 2 und 3 verkleinert. Es
ist ferner aus der Figur 2 zu entnehmen, daß, da die Dächer 2, 3 und 4 freitragend
auf den Stützen 5, 6 bzw. 7 gelagert sind, und damit deren Enden nicht mehr gestützt
werden müssen, der darunter befindliche Raum frei gestaltet werden kann. Die Wände
29 und 30 können beispielsweise von Glaswänden oder relativ dünn dimensionierten
Fassadenelementen gestaltet sein. Schließlich zeigt die Figur 3, daß die in Fachwerkbauweise
mit Holzelementen gestaltete Dachkonstruktion einen besonders leichten, filigranen
Eindruck macht, so daß die Konstruktion insgesamt ästhetisch reizvoll wirkt.
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Wie dies aus der Figur 4 zu entnehmen ist, wird die vom Hauptträger
vorgegebene Trapezform als Grundlage genommen, um das Dach als Walmdach 31 auszubilden.
Aus der Figur 5 ist zu entnehmen, daß durch eine Obergurtverlängerung 32, welche
über die durch die Stützen gebildete senkrechte Ebene hinausgezogen ist, ein auskragendes
Satteldach 33 gebildet ist.
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Wird dagegen der Obergurt nur bis zur Stützenebene verlängert, kann
das Dach, wie in der Figur 6 gezeigt, als Satteldach 34 ausgebildet werden.