DE3209337A1 - Hydraulische hilfskraft-bremsanlage - Google Patents
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Description
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- Hydraulische Hilfskraft-Bremsanlage
- Die Erfindung bezieht sich auf eine hydraulische Hilfskraft Bremsanlage, insbesondere für Kraftfahrzeuge, bei der mittels einer Druckmittelpumpe und eines durch einen Steuerkolben betätigbaren Bremsventils ein pedalkraftproportionaler ilfsdruck in einem Druckraum einstellbar ist, bei der in der Bremslösestellung eine Verbindung zwischen dem Druckraum und einem drucklosen Behälter hergestellt ist und bei der eine der Betätigungskraft entgegengerichtete Reaktionskraft am Bremspedal fühlbar ist.
- Eine derartige Bremsanlage ist aus dem "ATE-Bremsenhandbuch 6. Auflage 1979, Seiten 98 bis 104, Bartsch-Verlag bekannt.
- Die bekannte Bremsanlage weist als wesentliches Bestandteil einen hydraulischen Kraftverstärker und einen durch den Kraftverstärker betätigbaren Hauptzylinder auf. Der hydraulische Kraftverstärker besteht im wesentlichen aus einem in einem Gehäuse geführten Verstärkerkolben, der eine Umfangsringnut aufweist, in der ständig ein mittels einer Druckmittelpumpe und eines Druckspeichers erzeugter Hilfsdruck vorherrscht. Der Verstärkerkolben verfügt ferner über eine zentrische Axialbohrung, die einen mit einer Kolbenstange verbundenen Steuerschieber aufnimmt. Sowohl der Steuerschieber als auch der Verstärkerkolben verfügt über Yl Druckmittelkanäl,durch die in Abhängigkeit von der Stellung der Kolbenstange eine Verbindung zwischen der Hilfsdruckquelle und dem Druckraum des hydraulischen Verstärkers herstellbar ist. In der Bremslösestellung besteht eine Verbinduny zwischen dem Druckraum und einem druck losen Rücklauf-Behälter. Bei einer Bremsbetätigung, bei der der Steuerschieber über die Kolbenstange in die zentrische Axialbohrung des Verstärkerskolbens eingeführt wird, wird der der Druckraum des hydraulischen Kraftverstärkers entsprechend der auf das Bremspedal ausgeübten Kraft unter Druck gesetzt, wodurch beim überschreiten des Ansprechdrucks eine Verschiebung des Verstärkerkolbens einsetzt.
- Eine Verschiebung des Verstärkerkolbens wird durch eine Druckstange auf einen Hauptzylinderkolben übertragen, so daß bei Bremsbetätigung eine oder mehrere Arbeitskammern des Hauptzylinders unter Druck gesetzt werden und eine Bremsbetätigung erfolgt.
- Wie bereits dargelegt, ist zur Bereitstellung der Fremdenergie eine Druckmittelpumpe sowie ein hydropneumatischer Druckspeicher eingesetzt. Der Druck des Druckspeichers wird durch einen Druckschalter überwacht, der elektrische Schaltsignale an den Pumpenantrieb abgibt. In derartigen Bremsanlagen hat es sich gezeigt, daß der ursprüngliche Gasfülldruck des Druckspeichers infolge Permeation durch die Membran des Druckspeichers absinkt, was insbesondere nach längerem Betrieb unter erhöhten Umgebungstemperaturen ein Nachfüllen des Druckspeichers auf der Gasseite erforderlich macht. Den vorstehenden Ausführungen ist ferner zu entnehmen, daß der relativ hohe Speicherdruck ständig am Bremsventil ansteht, so daß in Abhängigkeit von der gewählten Ventilüberdeckung eine mehr oder weniger große Leckage entsteht. Ingsgesamt ist die elektrische Arbeitsaufnahme des Pumpenantriebs relativ groß, da ständig ein relativ hoher Speicherdruck erzeugt werden muß, der nur in Ausnahmefällen (Vollbremsstellung) voll ausgenutzt -wird.Zudem ist bei der beschriebenen Bremsanlage zur Steuerung der Speicherladung ein sogenanntes Speicherladeventil erforderlich.
- Die vorliegende Erfindung hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, eine hydraulische Hilfskraft--Bremsanlage der eingangs genannten Gattung derart auszubilden, daß die Anzahl der erforderlichen Systemkomponenten reduziert ist und die sicher im Betrieb ist.
- Erfindungsgemäß ist diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Druckseite der Druckmittelpumpe am Druckraum und die Saugseite an einer durch Verschiebung des Steuerkolbens in ihrem Volumen änderbaren Steuerkammer angeschlossen ist und daß die Fördermenge der Pumpe auf das aus der Steuerkammer verdrängte Volumen begrenzt ist. Durch eine derartige Ausgestaltung ist einerseits erreicht, daß der zur Hilfskraftunterstützung erforderliche Fremddruck ausschließlich bei Bedarf erzeugt wird, wodurch sich gegenüber bekannten Systemen eine vorteilhafte Energiebilanz einstellt. Vorteilhafterweise hat dieser Aufbau ferner zur Folge, daß die systembedingte Leckage auf ein Minimum reduziert ist, da der zur Hilfskraftunterstützung erforderliche Bremsdruck nicht dauernd am hydraulischen Verstärker ansteht. Auf einen hydropneumatischen Druckspeicher, der bei bekannten Systemen erforderlich ist und die aufgezeigten Nachteile besitzt, kann gänzlich verzichtet werden. Zudem entfällt das Speicherladeventil sowie ein den Speicherdruck überwachender und den Pumpenantrieb steuernder Druckschalter, so daß die Anzahl der erforderlichen Aggregate erheblich reauziert ist und ein deutlicher Kostenvorteil gegenüber bekannten Systemen erreicht ist.
- Der dem Anmeldungsgegenstand zugrundeliegende Grundgedanke besteht also darin, ausschließlich das aus der Steuerkammer verdrängte Volumen unter Druckerhöhung dem Druckraum zuzuführen, wodurch sich eine reine Druckübersetzung und eine entsprechende Bremskraftverstärkung einstellt. Wenn der Druckraum allerdings von einem Ilauptzylinderkolben begrenzt ist, der einen geringeren Durchmesser als der Steuerkolben besitzt, ergibt sich neben einer Druckübersetzung auch eine Wegübersetzung, da das pro Wegeinheit aus der Steuerkammer verdrängte Volumen größer ist als das vom Druckraum aufnehmbare Volumen bezogen auf diese Wegeinheit.
- Dadurch ergibt sich vorteilhafterweise neben einer Druckübersetzung auch eine Wegübersetzung, was sich positiv auf die Baulänge des Gerätes auswirken kann. Vorzugsweise sind Hauptzylinderkolben und Steuerkolben in zwei koaxialen Gehäusebohrungen geführt. In einer vorteilhaften Weiterbildung ist an einer den Steuerraum begrenzenden Stirnflächen des Steuerkolbens ein Fortsatz angeformt, der unter Abdichtung in den Druckraum ragt. Ist eine derartige Weiterbildung vorgesehen und fällt der Pumpenantrieb oder die Pumpe selbst aus, so gelangt bei Bremsbetätigung der Hauptzylinderkolben in mechanischen Kontakt mit dem Fortsatz,so daß eine Notbetätigung des Hauptzylinderkolben-s-allein durch die auf den Steuerkolben aufgebrachte Fußkraft sichergestellt ist; wenn auch bei einem derartigen Betrieb die erforderliche Fußkraft wesentlich erhöht ist. Andererseits bekommt der Fahrzeugführer auf diesem Wege eine Rückmeldung, daß seine Bremsanlage einen Defekt aufweist.
- Vorteilhaft ist es ferner, wenn über einen Druckmittelkanal im Steuerkolben und in seinem Fortsatz eine Verbindung zwischen dem Druckraum und dem drucklosen Behälter herstellbar ist und wenn das in den Druckraum ragende Ende des Fortsatzes mit einem federnd am Hauptzylinderkolben gelagerten Schließkörper als Bremsventil zusammenwirkt, Dieser konstruktive Aufbau führt auch dann zu einer reinen Druckübersetzung, wenn der Hauptzylinderkolben einen geringeren Durchmesser als der Steuerkolben besitzt. Das aus der Steuerkammer verdrängte Volumen gelangt über die Pumpe zum Druckraum, wobei überschüssiges Volumen durch den Druckmittelkanal im Fortsatz und im Steuerkolben zum drucklosen Behälter zurückgeführt wird. Durch diese Maßnahmen ist bei störungsfreiem Betrieb der Pumpe ein mechanischer Kontakt zwischen dem Fortsatz und dem Hauptzylinderkolben verhindert, was sich bei Bremsbetätigung positiv bemerkbar macht und wodurch eine größere Toleranzlage zugelassen werden kann.
- Eine vorteilhafte Weiterbildung der Bremsanlage sieht vor, daß eine Umfangsnut des Steuerkolbens permanent mit dem drucklosen Behälter verbunden ist und daß von der Umfangsnut Axialkanäle zu einer als Rückschlagventil wirkenden Dichtmanschette des Steuerkolbens geführt sind. Bei einem Bremslösevorgang wird der Steuerkolben durch Rückstellfedern im Hauptzylinder bzw. im Druckraum oder auch durch eineusätzliche Rückstellfeder am Pedal entgegen der Betätigungsrichtung verschoben. Da das im Steuerraum reduzierte Volumen auch vor dem öffnen einer Nachlaufbohrung ergänzt werden muß, geschieht dies in vorteilhafter Weise über die Axialkanäle und die Dichtmanschette, an der beim Bremslösevorgang eine zum Öffnen der Dichtmanschette ausreichende Druckdifferenz entsteht.
- Zweckmäßigerweise ist in eine Druckleitung zwischen der Druckseite der Druckmittelpumpe und dem Druckraum ein zum Druckraum aufschaltbares Rückschlagventil eingesetzt, so daß das einmal durch die Pumpe zum Druckraum geförderte Druckmittel nicht mehr über die Druckmittelpumpe zurück zum Steuerraum strömen kann.
- In einer vorteilhaften Weiterbildung des Anmeldungsgegenstandes ist vorgesehen, daß der Antriebsmotor der Druckmittelpumpe permanent eingeschaltet ist und daß die Druckmittelpumpe ausschließlich unter Druck stehendes Druckmittel fördert. Während des Betriebs des Kraftfahrzeuges ist die Druckmittelpumpe bei einer derartigen Ausgestaltung beispielsweise nach dem Einlegen des Zündschalters ständig im Betrieb, wobei der Abtriebsmotor der Druckmittelpumpe allerdings im Leerlauf dreht und eine entsprechend niedrige elektrische Leistung aufnimmt.Alternativ ist es allerdings denkbar, den Antriebsmotor der Druckmittelpumpe durch einen am Bremspedal angeordneten Kontaktgeber bei Bremsbetätigung einzuschalten, wodurch die Leistungsbilanz der Bremsanlage weiter verbessert wird. Außerdem kann, bedingt durch die gerinyere Einschaltzeit des Pumpenantriebsmotors ein einfacheres und kostengünstigeres Aggregat eingesetzt werden. Durch den bei dieser Ausgestaltuny am Pedal erforderlichen elektrischen Kontaktgeber wird die Bremsanlage nur unwesentlich verteuert.
- In Hinsicht auf die Notfunktion der Bremsanlage kann vorgesehen werden, daß die Druckmittelpumpe im Stillstand eine hydraulische Verbindung zwischen Saugseite und Druckseite hat. Es ist somit eine zusätzliche Notfunktion dadurch gewährleistet, daß das allein durch die Fußkraft aus der Steuerkammer verdrängte Volumen zum Druckraum gelangt. Eine zweite Notfunktion ist, wie bereits dargelegt, dadurch gewährleistet, daß der Fortsatz des Steuerkolbens mechanisch am Hauptzylinaerkolben anschlägt.
- Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Schnittbildes näher erläutert.
- in der %cichnung ist mit 1 ein C;clliuuc bczciclllli-t, dai mit zwei zueinander koaxialen Zylinderbohrungen 2,3 versehen ist. In der Zylinderbohrung 2 ist ein Hauptzylinderkolben 4 verschiebbar geführt und begrenzt mit seiner in der Darstellung linken Stirnfläche einen Arbeitsraum 5, der über einen Gehäuseanschluß 6 und eine Druckleitung 7 mit einem Radbremszylinder 8 in Verbindung steht, und in dem eine Zurückstellung des Hauptzylinderkolbens 4 dienenden Druckfeder 9 angeordnet ist. Der Hautpzylinderkolben 4 ist ferner mit einer dem Arbeitsraum 5 zugewandten Dichtmanschette lo versehen, die über axiale Druckmittelkanäle 11 und einen Umfangsringraum 12 ständig eine Verbindung zu einem drucklosen Behälter 13 hat. Der Umfangsringraum 12 is-t durch eine Radialnut 14 des Hauptzylinderkolbens 4 und das Gehäuse 1 gebildet und hat über einen Gehäuseanschluß 15 und Druckleitungen 16,17,18 eine Verbindung zum drucklosen Behälter 13. In den Arbeitsraum 5 mündet ferner eine Nachlaufbohrung 19 ein, die über eine weitere Druckleitung 20 ebenfalls mit dem drucklosen Behälter 13 verbunden ist.
- Das in der Darstellung rechte Ende des Hauptzylinderkolbens 4 liegt in der darstellten Bremslösestellung infolge Krafteinwirkung der Druckfeder 9 an einem Axialanschlag 21 und ist mit einem Ventilschließglied 22 versehen, das durch eine weitere Druckfeder 23 axial verschiebbar am Hauptzylinderkolben 4 gelagert ist.
- Das Ventilschließglied besteht im einzelnen aus dem eigentlichen Ventilschließglied 22, an dem ein mit einem Anschlag 24 versehener Stößel 25 angeformt ist. Durch Krafteinwirkung der Feder 23 schlägt der Anschlag 24 an einem entsprechenden Axialanschlag 26 des Hauptzylinderkolbens 4 an. Die in der Darstellung rechte Stirnfläche des Hauptzylnderkolns 4 begrenzt zusammen mit dem Gehäuse 1 einen Druckraum 27.
- In der Zylinderbohrung 3 ist ein Steuerkolben 28 geführt, der mit Teilen des Gehäuses 1 eine Steuerkammer 29 bildet.
- Auch am Steuerkolben 28 ist eine Radialnut 30 vorgesehen, die mit der Wandung der Zylinderbohrung 3 einen Umfangsringraum 31 begrenzt, der über einen Gehäuseanschluß 32 und Druckleitungen 33,34 eine permanente Verbindung zum drucklosen Behälter 13 aufweist. Ähnlich wie der Hauptzy -linderkolben 4 ist auch der Steuerkolben durch eine als Rückschlagventil wirkende Dichtmanschette 35 in der Zylinderbohrung 3 gedichtet, wobei wiederum durch Axialkanäle 36 eine Verbindung zwischen dem Umfangsringraum 31 und der Steuerkammer 29 bei verschiedenen Druckverhältnissen herstellbar ist. Im Bereich der Dichtmanschette ist das Gehäuse 1 mit einer weiteren Nachlaufbohrung 37 versehen, an der über eine Druckleitung 38 und die Druckleitungen 34,18 der drucklose Behälter 13 liegt. Das in der Darstellung rechte Ende des Steuerkolbens 28 ist gedichtet aus der Zylinderbohrung 3 hinausgeführt und mit einer Druckstange 39 versehen, die ihrerseits gelenkig mit einem Bremspedal 40 verbunden ist.
- In die Steuerkammer 29 mündet ein weiterer Gehäuseanschluß 41, der sich in eine Druckleitung 42 fortsetzt, die an der Saugseite 43 einer Druckmittelpumpe 44 angeschlossen ist.
- Von der Druckseite 45 der Druckmittelpumpe 44 führt eine Druckleitung 46 zu einem Rückschlagventil 47 und von dort eine weitere Druckleitung 48 über einen Gehäuseanschluß 49 zum Druckraum 27; das Rückschlagventil 47 ist zum Druckraum 27 aufschaltbar. Die Druckmittelpumpe 44 ist starr mit einem elektrischen Antriebsmotor 50 gekoppelt.
- An der der Steuerkammer zugewandten Stirnfläche des Steuerkolbens 28 ist ein Fortsatz 51 angeformt, der unter Einsatz einer Radialdichtung 52 durch eine Gehäusebohrung 53 in den Druckraum 27 ragt. Durch einen Druckmittelkanal 54 im Fort- satz 51 bzw. im Steuerkolben 28 ist eine Verbindung zwischen dem Umfangsringraum 31 und dem Druckraum 27 hergestellt. Der Druckmittelkanal mündet in der Verlängerung des Stößels 25 in den Druckraum 27 und ist derart ausgebildet, daß im Zusamnenspiel mit dem Ventilschließglied 22 ein Sitzventil entsteht. Das in den Druckraum 27 ragende Ende des Fortsatzes51 trägt ferner einen Federteller 55, der durch entsprechendes Befestigungsmaterial am Fortsatz 51 gelayert ist. Zwischen dem Hauptzylinderkolben und dem Federteller 55 ist eine Druckfeder 56 eingesetzt. Das zur Lagerung des Federtellers eingesetzte Befestigungsmaterial dient gleichzeitig dazu, die in der Darstellung nach rechts yerichtete Bewegung des Steuerkolbens 28 in der Bremslösestellung zu begrenzen.
- Nachfolgend ist die Wirkungsweise der beschrieben Bremsanlage näher erläutert. Ausgangspunkt der Betrachtungen sei der Bremslösezustand, in dem über den Druckmittelkanal 54 eine Verbindung zwischen dem Druckraum 27 und dem Umfangsringraum 31 und von dort eine Verbindung über den Gehäuseanschluß 32 und die Druckleitungen 33,34,18 zum drucklosen Behälter 13 hergestellt ist. Infolge der Druckfeder 9 befindet sich der Hauptzylinderkolben 4 am Axialanschlag 21, so daß im Arbeitsraum 5 des Hauptzylinders bzw. in der Radbremse 8 kein Bremsdruck aufgebaut wird.
- Das Ventilschließglied 22 ist vom Fortsatz 51 abgehoben, una die Anschläge 24,26 sind aneinander zur Anlage gebracht.
- Durch die Nachlaufbohrungen 19,37 hat sowohl der Arbeitsraum 5 als auch die Steuerkaminer 29 eine Verbindung zum Behälter 13. Es sei ferner angenommen, daß die Druckmittelpumpe 47 ständig durch den Antriebsmotor 50 angetrieben wirt, aber an der Druckseite 45 bzw.im Druckraum 27 nur dann einen Druck erzeugt, wenn ihrer Saugseite 43 Druckmittel unter geringem Vordruck zugeführt wird.
- Bei einer Kraft auf das Bremspedal 40 verschiebt sich der Steuerkolben 28 mit seinem Fortsatz 51 in der Darstellung nach links, wodurch einerseits das Ventilschließglied 22 am Fortsatz 51 zur Anlage kommt und den Druckmittelkanal 54 zum Behälter 13 verschließt und andererseits die Nachlaufbohrung 37 von der Dichtmanschette 35 überfahren wird, so daß sowohl der Druckraum 27 als auch die Steuerkammer 29 vom drucklosen Behälter getrennt sind. Bei einer weiteren Verschiebung des Steuerkolbens 28 in der Darstellung nach links wird daher in der Steuerkammer 29 ein geringer Druck aufgebaut, der sich über den Gehäuseanschluß 41 und die Druckleitung 42 zur Saugseite 43 der Druckmittelpumpe 44 fortsetzt. Das aus der Steuerkammer 29 verdrängte Volumen wird daher unter geringer Druckerhöhung zur Druckseite der Druckmittelpumpe 44 und über die Druckleitung 46, das Rückschlagventil 47, die Druckleitung 48 und aen Gehäuseanschluß 49 zum Druckraum 27 gefördert.
- Infolge des Druckanstiegs im Druckraum 27 verschiebt sich der Hauptzylinderkolben 4 in der Darstellung nach links gegen die Druckfeder 9, verkleinert den Arbeitsraum 5 und setzt den Radbremszylinder 8 über den Gehäuseanscnluß 6 und die Druckleitung 7 unter Druck. Gleichzeitig wird am Bremspedal 40 durch Druckbeaufschlagung des Fortsatzes 51 und durch den Druck in der Steuerkammer 29 eine Reaktionskraft am Bremspedal fühlbar, die dem Fahrer eine Rückmeldung über die Intensität der von ihm ausgelösten Bremsung vermittelt.
- Da das aus der Steuerkammer verdrängte Volumen infolge der unterschiedlichen Druchmesser von Hauptzylinderkolben 4 und Steuerkolben 28 geringfügig größer ist als das von dem Druckraum 27 aufnehmbare Volumen, hat der Hauptzylinderkolben 4 die Neigung, sich relativ gegenüber dem Fortsatz 51 zu verschieben. Diese Relativverschiebung führt dazu, daß aas Ventilschließglied 22 vom Fortsatz 51 abhebt und somit die Verbindung zwischen dem Druckraum 27 und dem drucklosen Behälter 13 solange öffnet, bis das Ventilschließglied 22 wiederum am Fortsatz 51 anliegt. Nun ist ein stationärer Bremszustand erreicht, in der der Druck im Arbeitsraum 5 der auf das Bremspedal 40 ausgeübten Kraft proportional ist. Bei Vergrößerung der Pedalkraft wird wiederum Druckflüssigkeit aus der Steuerkammer 29 verdrängt und unter Druckerhöhung in den Druckraum 27 gefördert. Daher eilt der Hauptzylinderkolben 4 wiederum eine Strecke vorrund das Schließglied 22 hebt vom Fortsatz 51 ab und stellt einen neuen Gleichgewichtszustand her.
- Beim Bremlösevorgang wird ebenfalls das Ventilschließglied 22 vom Fortsatz 51 angehoben, so daß der Druckraum 27 über den Druckmittelkanal 54 zum Wfangsringraum 31 druckentlastet wird. Dabei wird das aus der Steuerkammer 29 verdrängte Volumen infolge des nun an der Dichtmanschette 35 vorliegenden Druckgefälles aus dem Umfangsringraum 31 ersetzt.
- Auch bei einem Ausfall des elektrischen Antriebsmotors 50 ist eine Bremsbetätigung bei allerdings wesentlich erhöhter Pedalkraft sichergestellt. Wird die Steuerkammer 29 in einem derartigen Störfall unter Druck gesetzt, so wird das verdrängte Druckmittel unmittelbar durch die nun stillstehende Druckmittelpumpe 44 zum Druckraum 27 gefördert, wodurch ebenfalls die zuvor beschriebene Funktion eintritt.
- Sollte beim Stillstand der Druckmittelpumpe 44 keine Verbindung zwischen der Druckseite 45 und der Saugseite 53 bestehen, so kommt der Fortsatz 51 nach einem gewissen Verschiebeweg mechanisch am Hauptzylinderkolben 4 zur Anlage.
- Eine weitergerichtete Bewegung hat wiederum einen Bremsaruckaufbau im Arbeitsraum 5 zur Folge.
Claims (10)
- Patentansprüche Hydraulische Hilfskraft-Bremsanlage, insbesondere für Kraftfahrzeuye, bei der mittels einer Druckmittelpumpe und eines durch einen Steuerkolben betätigbaren Bremsventils ein pedalkraftproportionaler Hilfsdruck in einem Druckraum einstellbar ist, bei der in der Bremslösestellung eine Verbindung zwischen dem Druckraum und einem druck losen Behälter hergestellt ist und bei der eine der Betätigungskraft entgegengerichtete Reaktionskraft am Bremspedal fühlbar ist, dadurch g e k e n n z ei c h n e t , daß die Druckseite (43) der Druckmittelpumpe (44) am Druckraum (27) und die Saugseite (43) an einer durch Verschiebung des Steuerkolbens (28) in ihrem Volumen veränderbaren Steuerkammer (29) angeschlossen ist und daß die Fördermenge der Druckmittelpumpe (44).auf das aus der Steuerkammer (29) verdrängte Volumen begrenzt ist.
- 2. Bremsanlage nach Anspruch 1 , dadurch g e k e n n -z e i c h n e t , daß der Druckraum (27) von einem Hauptzylinderkolben (4) begrenzt ist, der einen geringeren Durchmesser als der Steuerkolben (28) besitzt.
- 3. Bremsanlage nach Anspruch 1 und 2, dadurch g e k e n n -z e i c h n e t, daß Hauptzylinderkolben (4) und Steuerkolben (28) in zwei koaxialen Zylinderbohrungen (2,3) geführt sind.
- 4. Bremsanlage nach Anspruch 3, dadurch g e k e n n -z e i c h n e tXdaß an einer die Steuerkammer (29) begrenzenden Stirnfläche des Steuerkolbens (28) ein Fortsatz (51) angeformt ist, der unter Abdichtung in den Druckraum (27) ragt.
- 5. Bremsanlage nach einem oder mehreren der vorausgehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, daß über einen Druckmittelkanal (54) im Steuerkolben (28) und in seinem Fortsatz (51) eine Verbindung zwischen dem Druckraum (27) und dem drucklosen Behälter (13) herstellbar ist und daß das in den Druckraum (27) ragende Ende des Fortsatzes (51) mit einem federnd am Hauptzylinderkolben (4) gelagerten Ventilschließglied (22) als Bremsventil zusammenwirkt.
- 6. Bremsanlage nach Anspruch 4 und 5, dadurch g e k e n n -z e i c h n e t, daß ein Umfangsringraum (31) des Steuerkolbens (28) permanent mit dem drucklosen Behälter (13) verbunden ist und daß von dem Umfangsringraum (31) Axialkanäle (36) zu einer als Rückschlagventil wirkenden Dichtmanschette (35) des Steuerkolbens (28) geführt sind.
- 7. Bremsanlage nach Anspruch 1, dadurch g e k e n n -z e i c h n e t, daß in eine Druckleitung (46,48) zwischen der Druckseite (45) der Druckmittelpumpe (44) und dem Druckraum (27) ein zum Druckraum (27) aufschaltbares Rückschlagventil (47) eingesetzt ist.
- 8. Bremsanlage nach Anspruch 1, dadurch g e k e n n -z e i c h n e t, daß der Antriebsmotor (50) der Druckmittelpumpe (44) permanent einyeschaltet ist und daß die Druckmittelpumpe (44) ausschließlich unter Druck stehendes Druckmittel fördert.
- 9. Bremsanlage nach Anspruch 1 und 8, dadurch g e -k e n n z e i c h n e t, daß der Antriebsmotor (50) der Druckmittelpumpe (44) durch einen am Bremspedal (40) angeordneten Kontaktgeber bei Bremsbetätigung einschaltbar ist.
- 10. Bremsanlage nach einem oder mehreren der vorausgehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, daß die Druckmittelpumpe (44) im Stillstand eine hydraulische Verbindung zwischen ihrer Saugseite (43) und ihrer Druckseite (45) hat.
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