DE3539277A1 - Bremsdruckgeber fuer eine hydraulische kraftfahrzeugbremsanlage - Google Patents
Bremsdruckgeber fuer eine hydraulische kraftfahrzeugbremsanlageInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Bremsdruckgeber für eine hydrau
lische Kraftfahrzeugbremsanlage mit einem durch einen hydrau
lischen Hilfsdruck in einer Verstärkerkammer beaufschlagbaren
Verstärkerkolben zur Betätigung eines Hauptbremszylinders,
einer mit dem Verstärkerkolben über eine Ventilvorrichtung zur
Steuerung des Hilfsdrucks in Wirkverbindung stehenden Pedal
betätigungsvorrichtung und einer mit einer Arbeitskammer des
Hauptbremszylinders verbundenen Nebenzylinderkammer, in die
ein hydraulisch betätigbarer Nebenzylinderkolben hineinbeweg
bar ist.
Bei einem aus der älteren Patentanmeldung P 35 08 709.9 be
kannten Bremsdruckgeber ist zur Bildung der Nebenzylinder
kammer ein Füllstufenzylinder vorgesehen, dessen Zweistufen
kolben mit Druckmittel beaufschlagbar ist, das durch den
Verstärkerkolben beim Eintauchen in einen zwischen dem Haupt
zylinder und dem Bremskraftverstärker angeordneten Ringraum
verdrängt wird. Der Ringraum ist dabei mit dem Füllstufen
zylinder über eine Druckleitung verbunden, die durch ein vom
Druck im Verstärkerraum betätigbares Ventil mit dem Nach
laufbehälter verbindbar ist, wenn der Druck im Verstärkerraum
unter einen vorbestimmten Wert absinkt. Auf diese Weise wird
erreicht, daß der Füllstufenzylinder durch das aus dem Ring
raum verdrängte Druckmittel nur dann betätigt wird, wenn im
Verstärkerraum der erforderliche Verstärkungsdruck vorhanden
ist. Ist durch eine Störung der Verstärkungsdruck ausgefallen
und muß der zur Bremsbetätigung erforderliche Bremsdruck
ausschließlich durch die auf das Bremspedal einwirkende Fuß
kraft erzeugt werden, so bleibt der Füllstufenzylinder unbe
tätigt und das aus dem Ringraum verdrängte Druckmittel strömt
drucklos in den Nachlaufbehälter. Der Füllstufenzylinder ist
daher nur bei einer durch den Verstärkungsdruck unterstützten
Betätigung der Bremse wirksam, während bei Ausfall des Ver
stärkungsdrucks der Bremsdruck unter Inkaufnahme eines größe
ren Pedalweges allein mit dem Hauptbremszylinder erzeugt wird.
Dieser bekannte Bremsdruckgeber ist sehr aufwendig. Er hat
weiterhin den Nachteil, daß die Bestätigung des Füllstufen
zylinders vom Schalten eines Ventils abhängig ist.
Es ist weiterhin ein aus einem Kraftverstärker und einem
Hauptbremszylinder bestehender Bremsdruckgeber bekannt (ältere
Patentanmeldung P 34 28 136.3), bei dem der Verstärkerkolben
auf der dem Hauptbremszylinder zugewandten Seite einen Ab
schnitt mit einem geringeren Durchmesser aufweist, der eine
als Ringraum ausgebildete Nebenzylinderkammer begrenzt, die
bei Bremsbetätigung durch die Bewegung des Verstärkerkolbens
verkleinert wird. Die Nebenzylinderkammer ist an ein vom
Hilfsdruck des hydraulischen Kraftverstärkers steuerbares
Ventil angeschlossen, durch das die Nebenzylinderkammer bei
fehlendem Hilfsdruck mit einem drucklosen Nachlaufbehälter und
bei vorhandenem Hilfsdruck mit einer Arbeitskammer des Haupt
bremszylinders verbindbar ist. Auch dieser bekannte Brems
druckgeber ist aufwendig, da ein in seinem Aufbau komplizier
tes, hydraulisch ansteuerbares Ventil zum Schalten der Neben
zylinderkammer benötigt wird. Ferner hat sich als nachteilig
erwiesen, daß beim Zuschalten der Nebenzylinderkammer zur
Arbeitskammer des Hauptbremszylinders ein am Bremspedal fühl
barer Druckstoß auftritt, wenn im Augenblick des Zuschaltens
in der Arbeitskammer und der Nebenzylinderkammer unterschied
liche Drücke vorhanden sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Bremsdruck
geber der eingangs genannten Art zu schaffen, der besonders
einfach und zuverlässig ist und bei dem am Bremspedal fühlbare
Druckstöße vermieden sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der
Nebenzylinderkolben auf seiner der Nebenzylinderkammer abge
kehrten Seite ständig mit dem Druck in der Verstärkerkammer
beaufschlagt ist und daß der Nebenzylinderkolben in Bremsbe
tätigungsrichtung am Verstärkerkolben oder am Hauptzylinder
kolben abgestützt ist. Bei einem derartigen Bremsdruckgeber
bildet der Nebenzylinderkolben eine verschiebbare Trennwand
zwischen der Arbeitskammer des Hauptbremszylinders und der
Verstärkerkammer, die nur gemeinsam mit dem Verstärkerkolben
in Betätigungsrichtung bewegbar ist, wenn der im Verstärker
raum erzeugte Hilfsdruck ausreichend groß ist, um den auf den
Nebenzylinderkolben einwirkenden Druck in der Arbeitskammer
des Hauptbremszylinders zu überwinden. Bei ausreichendem
Hilfsdruck bildet somit der Nebenzylinderkolben mit dem Ver
stärkerkolben und dem Hauptzylinderkolben eine Funktions
einheit zur Erzeugung des erforderlichen Bremsdruckes. Ist der
Hilfsdruck bei einer Bremsbetätigung zu klein, so bleibt der
Nebenzylinderkolben in seiner Ausgangsposition stehen und der
erforderliche Brems
druck wird ausschließlich mit Hilfe des Hauptzylinderkolbens
erzeugt.
Mit der Erfindung wird ein besonders einfacher Aufbau eines
Bremsdruckgebers erreicht, da keine Ventile zur Steuerung der
Druckbeaufschlagung des Nebenzylinderkolbens oder zur Trennung
der Nebenzylinderkammer von der Arbeitskammer des Hauptbrems
zylinders erforderlich sind. Dementsprechend können auch
Schaltfehler der Ventile die Funktion des erfindungsgemäßen
Bremsdruckgebers nicht beeinträchtigen, so daß auch eine
Verbesserung der Funktionssicherheit des erfindungsgemäßen
Bremsdruckgebers erreicht wird. Durch die permanente Beauf
schlagung des Nebenzylinderkolbens mit den Drücken in der
Verstärkerkammer und in der Arbeitskammer des Hauptbremszylin
ders werden Druckstöße vermieden, denn der Nebenzylinderkolben
gleicht durch seine Bewegung Druckdifferenzen aus und das
plötzliche Zusammenschalten von Räumen, in denen unterschied
liche Drücke herrschen, entfällt.
Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung des Bremsdruckgebers
kann in Weiterbildung des Erfindungsgedankens dadurch erreicht
werden, daß die Nebenzylinderkammer zwischen der Verstärker
kammer und dem Hauptbremszylinder angeordnet ist und daß der
Nebenzylinderkolben als Ringkolben ausgebildet ist, der eine
Verbindungsstange umgibt, die den Verstärkerkolben mit dem
Hauptzylinderkolben verbindet. Hierdurch wird eine einfach
herstellbare räumliche Anordnung geschaffen und die Abstützung
des Nebenzylinderkolbens am Verstärker- bzw. Hauptzylinder
kolben ist mit einfach herstellbaren Mitteln zu erzielen.
Vorzugszweise ist die Verbindungsstange mit einem Anschlagring
versehen, an den sich ein radialer Anschlagbund des Nebenzy
linderkolbens in Bremsanlegerichtung anlegt.
Eine weitere Vereinfachung des Bremsdruckgebers läßt sich
erfindungsgemäß noch dadurch erzielen, daß der Nebenzylinder
kolben mit seiner ringförmigen Stirnfläche die Verstärker
kammer begrenzt und daß der Verstärkerkolben in der Bohrung
des Nebenzylinderkolbens mit einer Gleitringdichtung abge
dichtet ist. Diese Weiterbildung hat außerdem den Vorteil, daß
sie eine geringe axiale Baulänge des Bremsdruckgebers ermög
licht. In einer zweckmäßigen Ausgestaltung weist der Neben
zylinderkolben eine gestufte Mantelfläche auf, wobei er mit
einer gestuften Bohrung im Verstärkergehäuse die Nebenzylin
derkammer bildet.
Der erfindungsgemäße Bremsdruckgeber ist auch für Bremsanlagen
mit einer Bremsschlupfregeleinrichtung geeignet. Um bei einer
solchen Bremsanlage eine Notbetätigung bei einem Ausfall der
Bremsschlupfregeleinrichtung zu gewährleisten, kann nach einem
weiteren Vorschlag der Erfindung der Nachlaufraum des Haupt
bremszylinders durch einen axial verschiebbaren Positionie
rungskolben verschlossen sein, der das dem Verstärkerkolben
zugekehrte Ende des Hauptzylinderkolbens ringförmig umgibt und
der bei Beaufschlagung des Nachlaufraums mit dem Hilfsdruck an
den Verstärkerkolben und den Nebenzylinderkolben anlegbar ist,
um diese in Bremslöserichtung in eine Bereitschaftsposition zu
bewegen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbei
spiels näher erläutert, das in der Zeichnung dargestellt ist.
Die Zeichnung zeigt in einer Figur einen Längsschnitt durch
einen erfindungsgemäßen Bremsdruckgeber, der an eine schema
tisch dargestellte Bremsanlage angeschlossen ist, die eine
Bremsschlupfregeleinrichtung enthält.
Der in der Zeichnung dargestellte Bremsdruckgeber besteht aus
einem Hauptbremszylinder 1 und einem hydraulischen Bremskraft
verstärker 2, die eine bauliche Einheit bilden. Der Brems
kraftverstärker 2 ist an ein hydraulisches Energieversorgungs
system 3 angeschlossen, das einen Druckspeicher 4 enthält, der
durch eine von einem Elektromotor 5 angetriebene Pumpe 6
geladen wird. Von der Saugseite der Pumpe 6 führt eine Leitung
über einen Druckmittelfilter 7 zu einem drucklosen Nachlauf
behälter 8. Auf der Druckseite der Pumpe 6 ist ein Rückschlag
ventil 9 vorgesehen, durch das ein Zurückströmen des Druck
mittels verhindert wird. Ein Überdruckventil 10 am Ausgang
des Druckspeichers 4 verhindert, daß der Ladedruck ein vor
gegebenes Druckniveau überschreitet und leitet überflüssiges
Druckmittel zum Behälter 8 ab.
Der Bremskraftverstärker 2 weist ein Bremsventil 12 auf, das
an den Ausgang 11 des Druckspeichers 4, den Behälter 8 und
eine Verstärkerkammer 13 angeschlossen ist. Das Bremsventil 12
ist parallel zu einem Verstärkerkolben 14 angeordnet und wird
durch einen Scherenhebel 15 betätigt, der in der Verstärker
kammer 13 schwenkbar gelagert ist und eine Relativbewegung
zwischen einem mit einem Bremspedal 16 verbundenen Betäti
gungselement 17 und dem Verstärkerkolben 14 auf einen Steuer
schieber 18 des Bremsventils 12 überträgt. Die Arbeitsweise
des Bremskraftverstärkers 2 ist derart, daß bei Betätigung des
Bremspedals 16 mit einer Kraft F in der Verstärkerkammer 13
ein Hilfsdruck aufgebaut wird, dessen Größe der Kraft F pro
portional ist.
Der Bremszylinder 1 ist als Tandemhauptzylinder mit zwei
getrennten Bremskreisen ausgebildet. Der Hauptbremszylinder
weist einen Druckstangenkolben 19 auf, der über eine Verbin
dungsstange 20 mit dem Verstärkerkolben 14 verbunden ist.
Durch einen Schwimmkolben 21 ist die Arbeitskammer des Haupt
bremszylinders 1 in zwei voneinander getrennte Druckkammern
22, 23 unterteilt, die über in der dargestellten Grundstellung
offene Zentralventile 24, 25 in dem Druckstangenkolben 19 und
dem Schwimmkolben 21 mit Nachlaufräumen 26, 27 verbunden sind.
Die Nachlaufräume 26, 27 sind an getrennte Kammern eines
Nachlaufbehälters 28 angeschlossen, der über einen in der
dargestellten Grundstellung offenen Ventildurchgang eines
elektromagnetisch betätigbaren 2/3-Wegeventils 29 an den
Behälter 8 angeschlossen ist. Von den beiden Druckkammern 22,
23 führen Bremsleitungen 30, 31 zu Bremsdruckmodulatoren 32,
33, an die die Radbremsen 34, 35 der Vorderachse eines Fahr
zeuges und die Radbremsen 36, 37 der Hinterachse eines Fahr
zeugs angeschlossen sind. Die Bremsdruckmodulatoren 32, 33
werden wie das 2/3-Wegeventil 29 von einer nicht dargestellten
Bremsschlupfregeleinrichtung gesteuert, durch die ein Blockie
ren der Radbremsen verhindert wird. In ihrer Grundstellung
haben die Bremsdruckmodulatoren 32, 33 einen freien Durchgang
von den Bremsleitungen 30, 31 zu den Radbremsen 34 bis 37.
Der Nachlaufraum 27 des Hauptbremszylinders 1 ist zum Brems
kraftverstärker 2 hin durch einen topfförmigen Positionie
rungskolben 38 verschlossen, der in Betätigungsrichtung ent
gegen der Kraft einer Druckfeder 39 verschiebbar ist und durch
dessen Boden der Druckstangenkolben 19 druckdicht hindurch
geführt ist. Der Positionierungskolben 38 liegt an einer
Ringscheibe 40 an, die in der Stirnwand des Bremskraftver
stärkers 2 angeordnet ist.
Zwischen dem Hauptbremszylinder 1 und der Verstärkerkammer 13
ist in dem Bremskraftverstärker 2 ein Nebenzylinderkolben 41
axial verschiebbar angeordnet, der die Verbindungsstange 20
und den Verstärkerkolben 14 ringförmig umgibt und der sich in
Bremslöserichtung an einem Ringbund 42 anlegt, in dem der Ver
stärkerkolben 14 verschiebbar geführt ist. Der Verstärkerkol
ben 14 greift mit seiner Mantelfläche in die zylindrische
Bohrung 43 des Nebenzylinderkolbens 41 ein und ist gegenüber
der Bohrungswand mit einer Gleitringdichtung abgedichtet. Mit
seiner gestuften Mantelfläche begrenzt der Nebenzylinderkolben
41 eine Nebenzylinderkammer 44, wobei sein Abschnitt kleineren
Durchmessers in der Ringscheibe 40 und sein Abschnitt größeren
Durchmessers in einer Bohrung 45 des Bremskraftverstärkers 2
druckdicht und verschiebbar geführt ist. Die Nebenzylinder
kammer 44 ist über eine Druckleitung 46 mit der Druckkammer 22
verbunden. An seiner dem Hauptbremszylinder zugewandten Stirn
seite weist der Nebenzylinderkolben 41 einen Anschlagbund 47
auf, mit dem er in Bremsbetätigungsrichtung an einem Anschlag
ring 48 an der Verbindungsstange 20 abgestützt ist.
Der von dem Positionierungskolben 38, dem Verstärkerkolben 14
und dem Nebenzylinderkolben 41 begrenzte Raum 49 ist über ein
in der Grundstellung offenes Drosselventil 50 an den Behälter
8 angeschlossen.
Im folgenden wird die Wirkungsweise des beschriebenen Brems
druckgebers näher erläutert, wobei von dem Bremslösezustand
ausgegangen wird, in dem der Hauptbremszylinder 1, der Brems
kraftverstärker 2 sowie das 2/3-Wegeventil 29 und das Drossel
ventil 50 die in der Zeichnung dargestellte Position ein
nehmen.
Durch Betätigen des Bremspedals 16 mit einer Kraft F wird
zunächst der Steuerschieber 18 des Bremsventils 12 verschoben
und Druckmittel aus dem Energieversorgungssystem 3 in die
Verstärkerkammer 13 geleitet. Der dadurch in der Verstärker
kammer 13 ansteigende Druck beaufschlagt den Verstärkerkolben
14 und den Nebenzylinderkolben 41 und verschiebt sie in Brems
betätigungsrichtung. Hierdurch wird über die Verbindungsstange
20 der Druckstangenkolben 19 und der über eine vorgespannte
Rückstellfeder am Druckstangenkolben 19 abgestützte Schwimm
kolben 21 ebenfalls betätigt und die Zentralventile 24, 25
geschlossen. In den Druckkammern 22, 23 kann sich dadurch ein
Druck aufbauen, der über die Bremsleitungen 30, 31 und die
Bremsdruckmodulatoren 32, 33 zu den Radbremsen 34 bis 37
gelangt und dort eine Bremskraft erzeugt.
Der an den Radbremsen wirksame Betätigungsdruck wird in dieser
Phase der Bremsbetätigung durch das Bremsventil 12 entspre
chend der am Bremspedal 16 ausgeübten Betätigungskraft F
gesteuert. Dabei wird der Druck im Hauptbremszylinder 1 sowohl
durch den vom Verstärkerkolben 14 betätigten Druckstangenkol
ben 19 als auch durch den Nebenzylinderkolben 41 erzeugt, der
mit seiner Stufenfläche Druckmittel aus der Nebenzylinderkam
mer 44 verdrängt und über die Druckleitung 46 in die Druck
kammer 22 bzw. die an die Druckkammer 22 angeschlossenen Rad
bremsen 34, 35 verdrängt. Von der Nebenzylinderkammer wird
somit ein Teil des zum Betätigen der Radbremsen benötigten
Druckmittelvolumens gefördert, so daß der Betätigungsweg des
Druckstangenkolbens 19 entsprechend geringer bleibt. Die wirk
same Verdrängungsfläche des Hauptbremszylinders 1 entspricht
somit in dieser Betätigungsphase der Summe der Wirkflächen von
Druckstangenkolben 19 und Nebenzylinderkolben 41. Durch die
Abstützung an der Verbindungsstange 20 wird die Betätigungs
bewegung des Nebenzylinderkolbens 41 der Betätigungsbewegung
des Druckstangenkolbens 19 angeglichen. Außerdem werden die
vom Hilfsdruck in der Verstärkerkammer 13 am Nebenzylinder
kolben 41 hervorgerufene Druckkräfte, die die von dem Druck in
der Nebenzylinderkammer 44 erzeugten Druckkräfte übersteigen,
auf die Verbindungsstange 20 und damit auf den Druckstangen
kolben 19 übertragen. Es steht somit die Summe der vom Hilfs
druck beaufschlagten Wirkflächen des Verstärkerkolbens 14 und
des Nebenzylinderkolbens 41 ohne Verlust zur Erzeugung des
Bremsdrucks im Hauptbremszylinder 1 zur Verfügung.
Bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel ist die wirksame
Verdrängungsfläche 51 des Nebenzylinderkolbens 41 in der
Nebenzylinderkammer 44 kleiner, als seine vom Hilfsdruck
beaufschlagte Stirnfläche 52. Der Kraftverstärker kann daher
so ausgelegt sein, daß der Hilfsdruck jeweils gleich oder
sogar kleiner ist als der im Hauptbremszylinder 1 erzeugte
Bremsdruck. Der Nebenzylinderkolben 41 kann aber auch so aus
gebildet sein, daß die Verdrängungsfläche 51 gleich oder
größer ist, als die Wirkfläche 52, wenn der Bremskraftverstär
ker 1 so ausgelegt ist, daß der Hilfsdruck jeweils größer ist,
als der Bremsdruck im Hauptbremszylinder 1.
Kann im Bremskraftverstärker 2 kein Hilfsdruck aufgebaut
werden, weil beispielsweise das Energieversorgungssystem 3
ausgefallen ist, so kann die Bremse allein mit Hilfe der Fuß
kraft F durch das Verschieben des Verstärkerkolbens 14, der
Verbindungsstange 20 und des Druckstangenkolbens 19 betätigt
werden. Zur Erzeugung des erforderlichen Bremsdrucks wird
hierbei nur die Wirkfläche des Druckstangenkolbens 19 wirksam,
da der Nebenzylinderkolben 41 in der in der Zeichnung darge
stellten Grundstellung verbleibt. Auf diese Weise kann der zur
Erzielung der vorgeschriebenen Mindestbremswirkung erforder
liche Betätigungsdruck im Hauptbremszylinder 1 auch ohne die
Unterstützung durch den Bremskraftverstärker 2 allein mit
Hilfe der Fußkraft F erzeugt werden, wobei sich allerdings ein
größerer Betätigungsweg am Bremspedal 16 ergibt. Der im Haupt
bremszylinder 1 erzeugte Bremsdruck steht bei diesem Betriebs
zustand auch in der Nebenzylinderkammer 44 an. Dies ist aller
dings nicht von Nachteil, da sich der Nebenzylinderkolben 41
in Bremslöserichtung an dem Ringbund 42 abstützt, so daß er
keine Bewegung ausführen kann. Bei dem größeren Betätigungsweg
wird der Positionierungskolben 38 über den Anschlagring 48 in
den Nachlauf 27 hineinbewegt, wobei die Druckfeder 39 gespannt
wird.
Setzt während einer normalen Bremsbetätigung die Regelung der
Bremsschlupfregeleinrichtung ein, weil ihre Sensoren das
Blockieren eines Fahrzeugrades gemessen haben, so wird das
elektromagnetisch betätigbare 2/3-Wegeventil 29 geschaltet,
wodurch der Nachlaufbehälter 28 vom Behälter 8 getrennt und
mit der Verstärkerkammer 13 verbunden wird. Der in der Ver
stärkerkammer 13 eingesteuerte Hilfsdruck gelangt hierdurch in
den Nachlaufbehälter 28 und pflanzt sich über die Nachlauf
räume 26, 27 und die offenen Zentralventile 24, 25 in die
Druckkammern 22, 23 des Hauptbremszylinders 1 fort. Der Druck
anstieg am Ausgang des 2/3-Wegeventils 29 bewirkt ein Umschal
ten des Drosselventils 50 in seine Drosselstellung. Der Po
sitionierungskolben 38 wird von dem im Nachlaufraum 27 nun
herrschenden Druck in Bremslöserichtung beaufschlagt und gegen
die Anschlagfläche an der Ringscheibe 40 gedrückt. Auf diese
Weise verhindert der Positionierungskolben 38, daß der Ver
stärkerkolben 14 und der Nebenzylinderkolben 41 während des
Regelvorganges durch die Fußkraft F zu weit in Betätigungs
richtung verschoben werden können, und es wird sichergestellt,
daß bei einem plötzlichen Ausfall der Energieversorgung wäh
rend eines Regelvorganges ein ausreichender Bremspedalweg für
eine Notbremsbetätigung zur Verfügung steht. Das Drosselventil
50 hat die Aufgabe, ein Zurückbewegen des Positionierungskol
bens 38 bis zu seiner Anlage an der Ringscheibe 40 zu dämpfen,
wenn der Positionierungskolben 38 beim Schalten des 2/3-Wege
ventils 29 durch den Verstärkerkolben 14 bereits von der
Ringscheibe 40 abgehoben worden war. Beim Zurückbewegen drückt
der Positionierungskolben 38 den Verstärkerkolben 14 und den
Nebenzylinderkolben 41 ebenfalls zurück.
- Bezugszeichenliste
1 Hauptbremszylinder
2 hydr. Bremskraftverstärker
3 Energieversorgungssystem
4 Druckspeicher
5 Elektromotor
6 Pumpe
7 Druckmittelfilter
8 Nachlaufbehälter
9 Rückschlagventil
10 Überdruckventil
11 Ausgang
12 Bremsventil
13 Verstärkerkammer
14 Verstärkerkolben
15 Scherenhebel
16 Bremspedal
17 Betätigungselement
18 Steuerschieber
19 Druckstangenkolben
20 Verbindungsstange
21 Schwimmerkolben
22 Druckkammer
23 Druckkammer
24 Zentralventil
25 Zentralventil
26 Nachlaufraum
27 Nachlaufraum
28 Nachlaufbehälter
29 2/3-Wegeventil
30 Bremsleitung
31 Bremsleitung
32 Bremsdruckmodulator
33 Bremsdruckmodulator
34 Radbremse
35 Radbremse
36 Radbremse
37 Radbremse
38 Positionierungskolben
39 Druckfeder
40 Ringscheibe
41 Nebenzylinderkolben
42 Ringbund
43 Bohrung
44 Nebenzylinderkammer
45 Bohrung
46 Druckleitung
47 Anschlagbund
48 Anschlagring
49 Raum
50 Drosselventil
51 Verdrängungsfläche
52 Stirnfläche/Wirkfläche
Claims (6)
1. Bremsdruckgeber für eine hydraulische Kraftfahrzeugbrems
anlage mit einem durch einen hydraulischen Hilfsdruck in einer
Verstärkerkammer beaufschlagbaren Verstärkerkolben zur Betäti
gung eines Hauptbremszylinders, einer mit dem Verstärkerkolben
über eine Ventilvorrichtung zur Steuerung des Hilfsdrucks in
Wirkverbindung stehenden Pedalbetätigungsvorrichtung und einer
mit einer Arbeitskammer des Hauptbremszylinders verbundenen
Nebenzylinderkammer, in die ein hydraulisch betätigbarer
Nebenzylinderkolben hineinbewegbar ist, dadurch gekennzeich
net, daß der Nebenzylinderkolben (41) auf seiner der Neben
zylinderkammer (44) abgekehrten Seite (52) ständig dem Druck
in der Verstärkerkammer (13) ausgesetzt ist und daß der Neben
zylinderkolben (41) in Bremsbetätigungsrichtung am Verstärker
kolben (14) oder am Hauptzylinderkolben (19) abgestützt ist.
2. Bremsdruckgeber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Nebenzylinderkammer (44) zwischen der Verstärkerkammer
(13) und dem Hauptbremszylinder (1) angeordnet ist und daß der
Nebenzylinderkolben (41) als Ringkolben ausgebildet ist, der
eine Verbindungsstange (20) umgibt, die den Verstärkerkolben
(14) mit dem Hauptzylinderkolben (19) verbindet.
3. Bremsdruckgeber nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindungsstange (20) einen Anschlagring (48) auf
weist, an den ein radialer Anschlagbund (47) des Nebenzylin
derkolbens (41) in Bremsbetätigungsrichtung anlegbar ist.
4. Bremsdruckgeber nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Nebenzylinderkolben (41) mit seiner ring
förmigen Stirnfläche (52) die Verstärkerkammer (13) begrenzt
und daß der Verstärkerkolben (14) in der Bohrung des Neben
zylinderkolbens (41) mit einer Gleitringdichtung (43) abge
dichtet ist.
5. Bremsdruckgeber nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Mantelfläche des Nebenzylinderkolbens
(41) gestuft ist und mit einer gestuften Bohrung im Gehäuse
des Bremskraftverstärkers (2) die Nebenzylinderkammer (44)
bildet.
6. Bremsdruckgeber nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß der Nachlaufraum (27) des Hauptbrems
zylinders (1) durch einen Positionierungskolben (38) ver
schlossen ist, der das dem Verstärkerkolben (14) zugekehrte
Ende des Hauptzylinderkolbens (19) ringförmig umgibt und an
den der Verstärkerkolben (14) und der Nebenzylinderkolben (41)
in Bremsbetätigungsrichtung anlegbar sind.
Priority Applications (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19853539277 DE3539277A1 (de) | 1985-11-06 | 1985-11-06 | Bremsdruckgeber fuer eine hydraulische kraftfahrzeugbremsanlage |
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Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE19853539277 DE3539277A1 (de) | 1985-11-06 | 1985-11-06 | Bremsdruckgeber fuer eine hydraulische kraftfahrzeugbremsanlage |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3539277A1 true DE3539277A1 (de) | 1987-05-14 |
Family
ID=6285246
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE19853539277 Withdrawn DE3539277A1 (de) | 1985-11-06 | 1985-11-06 | Bremsdruckgeber fuer eine hydraulische kraftfahrzeugbremsanlage |
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