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Wasserfahrzeug mit aufgesetztem Deck
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Die Erfindung betrifft ein Wasserfahrzeug mit einem Bootsrumpf und
einem aufgesetzten Deck, in welches ein Kajütaufbau einbezogen ist.
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Ein derartiges Wasserfahrzeug ist aus dem Buch von Reinke, Lütjen,
Muhs "Yachtbau", Verlag Delius, Klasing + Co Bielefeld, 1976, S. 325 bekannt. Hierbei
ist gezeigt, wie das Deck und der Bootsrumpf durch Xlebung oder eine Schraubverbindung
miteinander verbunden werden können, wobei auch Fußleisten und/oder Scheuerleisten
in die Verbindung einbezogen sind. Das Deck kann bei diesen Verbindungen über den
waagerechten Flansch des BooLirumpfes nach unten gezogen sein.
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Bei vielen Wassersportlern und Freizeitsuchenden besteht nun das Bedürfnis,
ein solches Wasserfahrzeug nicht nir zu segeln, sondern auch zum Motorbootfahren,
zum Angeln, zum Hochseeangeln oder gar für eine Hochseereise zu verwenden. Jeder
dieter Einsatzzwecke erfordert jedoch einen speziellen Decksaufbau, um das Wasserfahrzeug
optimal nutzen zu können. Während die Hochseefahrt oder das Hochseeangeln eine lar;g=und
geschlo:3sene Kajüte mit einem Steuerstand erfordert, wird beim Motorbootfahren
auf Binnengewässern eine kürzere, achtern nicht unbedingt geschlossene Kajüte mit
einem Steuerstand gebraucht. Beim :;egeln oder Angeln ist gar nur eine kleine Schlupfkajüte
nötig, während das sportliche Segeln ein glattes Jt,llendeck mit Wellenabweiser
erfordert.
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Aus dem DE - GM 7148396 ist dayu schon bekannt, die wegen des geringeren
Pahrtwiderstandes niedrig gehaltene Kajüte eines Segelbootes dadurch auf Stehhöle
zu vergrößern, daß das Kajütendach eine Ausnehininig aufweist, welche von einer
stufenlos höhenverstellbaren Dachplatte .abgedeckt ist. Auf diese Weise kann das
sportliche Kajütsegell oot in ein Wohnboot umgerüstet werden. Damit ist jedoch das
W sserfahrzeug noch nicht an alle vorher genannten Erfordernisse des Motorbootfahrens,
des Angelns, des Hochseesegelns oder einer Iochseereise anpaßbar, da im Grunde jeder
dieser Einsatzzwecke eintn n speziellen Kajütaufbau erfordert.
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Es ist daher Aufgabe der Erfinc,ung, ein Wasserfahrzeug der eingangs
erwähnten Art so zu verbessern, daß sein Deck schnell, einfach und ohne fremde Hilfe
vom Benutzer für den gewünschten Zweck angepaßt, d.h. umgerüstet werden kann. Zur
Lösung dieser Aufgabe ist bei einem Wa:;serfahrzeug dcr eingangs genannten Art gemäß
der Erfindung vorgesehen, daß cias Deck zumindest im Bereich des Kajütaufbaus bis
auf einen Decksrand ausgeschnitten ist und daß zumindest dieser Ausschnitt durch
ein auf den Decksrand aufgesetztes weiteres, lösbar befestigtes, auswechselbares
Kombinationsdeck abgedeckt ist.
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Durch die Anordnung eines Kombinationsdecks ist der Benutzer erstmals
in der Lage, sein Wasserfahrzeug vielseitig und optimal zu nutzen. Er benötigt hierzu
lediglich die dem Einsatzzweck entsprechenden Kombinationsdecks und ist in der Lage,
das Wasserfahrzeug mit wenig Mühe selbst M::urüsten. So ergibt es sich, daß der
Benutzer anstelle von dem Einsatzzwecken entsprechenden mindestens vier Wasserfahrzeugen
nur noch eines und lediglich drei weitere Kombinationsdecks benötigt. Der sich daraus
ergebende Kostenvorteil liegt auf der Hand. Abgesehen davon ergibt sich daraus auch
noch ein nicht unerheblicher Lagerplatzvorteil, denn anstelle des Lager- oder Liegeplatzes
von vier Wasserfahrzeugen benötigt er nur einen und etwas Abstellplatz für die drei
weiteren Kombinationsdecks. Auch ergibt sich für den Besitzer eines derartigen Wasserfahrzeuges
der Vorteil, daß er dieses erst einmal für einen Einsatzzweck, z.B. das Segeln,
gekauft hat und nun jederzeit ein oder mehrere Kombinationsdecks für spezielle andere
Einsatzzwecke
nachkaufen oder evtl. sogar ausleihen kann. Er kann sogar die Verkaufschanchen seines
Wasserfahrzeugs dadurch erhöhen, daß er neben dem sportlichen Segelboot ein Kajütsegelboot
oder ein Motcboot in einem anbieten kann. Schließlich ergibt sich noch für den Hersteller
ein sehr großer Produktionsvorteil, da er mit einem Bootsrumpf mit Deck gleichzeitig
mindestens vier verschiedene Bootstypen herstellen und verkaufen kann.
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Das Gleiche gilt auch für Bootsverleiher, die mit einem Wasserfahrzeug
vier verschiedene Boote anbieten können.
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Die vorteilhaften weiteren Ausgestaltungen des Wasserfahrz.euges gemäß
Anspruch 1 sind in den Unteransprdeherl g£'kennzeic}0nc't.
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So ist es vorteilhaft, daß das Kombinationsdeck aus Kunststoff besteht
und sich bis zum Vorsteven erstreckt. Ein Kombinationsdeck aus Kunststoff ist nicht
nur einfacher und billiger herzustellen sondern wetterfest und leicht, so daß es
schnell und ohne Mühe ausgewechselt werden kann. Die Erstreckung des Kombinationsdecks
bis zum Vorsteven bedingt nicht nur eine noch einfachere Montage, da weniger Paßarbeit
erforderlich ist, sondern daß auch das gesamte Vorschiff einstückig abgedeckt ist
und dem Wasserfahrzeug einen größeren Wasserschutz bietet.
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Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Wassorfahrzeugs
ist das Kombinationsdeclc über seile halbe Lange oder über den größten Teil seiner
Länge mit einem einbezogenen Kajütaufbau mit Steuerstand versehen. Damit ist es
möglich, das Wasserfahrzeug bei Verwendung des großen Kajütaufbaus mit Steuerstand
für Rochseefahrten oder Hochseeangeln zu verwenden. Der große Kajütaufbau schützt
dabei vor den Unbilden der Witterung und des Seeganges und schafft eine für solche
Unternehmungen erforderliche Mindeetbequemlichkeit. Bei Fahrten in Binnengewässern
mit Motor oder unter Segel ist der kleinere Kajütaufbau besonders geeignet.
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Ftr das Angeln und Segeln in Binnengewässern, die nur einen geringen
Wetterschutz erfordern, ist auch eine andere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung
vorgesehen, wonach das Kombinationsdeck eine kurzes nach achtern offene Schlupfkajüte
aufweist. Die
Schlupfkajüte benötigt von ihrer günstigen Wind-Angriffsfläche
aus betrachtet nur wenig Raum und kann daher nur hockend oder liegend benutzt werden.
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Fu'r das sportliche Segeln mit dem Wasserfahrzeug ist nach einer weiteren
vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß das Kombinationsdeck ein
glattes Jollendeck mit einem Wellenabweiser darstellt. Mit diesem Jollendeck kann
das Wasserfahrzeug als Regatta-Segelboot verwendet werden und es ermöglicht auch
so aufgrund seiner geringen Angriffsfläche eine hohe Geschwindigkeit bei Fahrt unter
Segel oder mit Motor.
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Für die Dichtigkeit und Festigkeit des Kombinationsdecks sind noch
weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung vorgesehen.
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Einmal ist es günstig, das Kombinationsdeck ringsum mit einem nach
unten weisenden Flansch zu versehen. Dadurch wird nicht nur eine wirksame Versteifung
des Kombinationsdecks an seinem Rand erreicht, sondern auch eine spritzwasserabweisende
Wirkung erzielt. Ebenfalls zur Erhöhung der Festigkeit und der Dichtigkeit des Bootskörpers
ist in einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung der Decksrand des
ausgeschrittenen Decks innen mit einem nach oben weisenden Flansch versehen und
das auf den Deksrand aufgesetzte Kombinationsdeck diesem in etwa in der Porm angeglichen.
Hierdurch ergibt sich eine weitere Aussteifung des Decks uiid eine besonders günstige
kraftschlüssige Verbindung des Decksrarides mit dem Kombinationsdeck. Zur absolut
sicheren Abdichtung dieser Verbindung wird nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung
der Erfindung zwischen dem Decksrand und dem Kombinationsdeck eine Dichtung und
zwischen dem nach oben weisenden Flansch des Decksrandes und dem Kombinationsdeck
ein auf den Rand des Flansches aufgesetzter Keder mit einer Schaumgummizwischenlage
angeordnet. Um eine auf einfache Weise lösbare und doch sichere Verbindung zu erreichen
ist es günstig, wenn das Kombinationsdebk und der Decksrand mittels einer .Schraubverbinllun
mit zltmind,Yt teilweise versenkten Schrauben oder mit Inehrc:reii, je atl eint!m
Fußleistenabschnitt angesetzten Gewindebolzen verbunden sind. Hierbei ist es von
besonderem
Vorteil, daß die Anbringung der am Deck vorgesehenen
Fußleistenabschnitte mit der Verbindung des Kombinationsdecks vereint ist.
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Gunstig ist auch die Verwendung von versenkten Schrauben, da dadurch
die Begehbarkeit des Deckcrandes wesentlich verbessert und sicherer gemacht wird.
Ein besondere, Problem stellt die Verl)in".
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dung des Decks mit dem Rand des acXhteren Kajütschottes dar, da es
sich hier um zwei etwa unter einem rechten Winkel aneinanderstoßende Teile h;uidelt
ind die Verbindung nicht nur dicht sondern auch leicht lösbar sein soll. Dazu ist
in einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung der umlaufende Flansch des Eombinationsdeeks
auch nach unten über den Rand des achteren Kajütschotts gezogen. Auf diese Weise
ist eine Verbindung beider Bauteile ohne ein zusätzliches Verbindungebauteil möglich,
was sich bei der schnellen Montage bzw. Demontage des Kombinationsdecks günstig
auswirkt. Schließlich bedarf diese Verbindung einer sicheren Abdichtung, die ihre
schnelle Lösbarkeit und Herstellung nicht beeinträchtigt. Dazu sieht eine andere
vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung vor, daß die Ränder des Kajütschotte und
des Flansches des Kombinationsdecks mit einem aufgesetzten Keder mit einer Schaumgummizwischenlage
versehen sind und das KaJütschott und der Flansch des Kombinationsdecks miteinander
verschraubt sind.
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Ein Ausführungsbeispiel der erfindung wird im Folgenden anhand der
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen: Figur 1 einen Längsschnitt durch das erfindungsgemäße
Wasserfahrzeug Figuren 2a - 2d verschiedene Ausführungsformen des Kombinationsdecks
Figur 3 die Verbindung zwischen 1300tsrumpf, Decksrand und Kombinationsdeck beim
erfindungsgemäßen Wasserfahrzeug Figur 4 die Verbindung des achteren Kajütschotts
mit dem Kombinationsdeck Nach dem gezeigten Ausführungebeispiel besteht das Wasserfahrzeug
aus ICunststoff. Das Deck ist mit der angeformten Plicht auf den mit einem waagerechten
Flansch versehenen Bootsrumpf 1 aufgesetzt
und übergreift diesen
Flansch mit einem nach unten weisenden Flanschstück. Das Deck 2 ist im-Bereich des
Kajütaufbaus bis auf einen Decksrand 21 ausgeschnitten und durch das Kombinationsdeck
3 abgedeckt. Das Kombinationsdeck 3 erstreckt sich bis zum Vorsteven und ist ringsum
mit einem nach unten weisenden Flansch 35 versehen. (siehe Figur 1). Die Figuren
2a - 2d zeigen verschiedene Ausführungsformen des Kombinationsdecks 3. In Figur
2 a ist ein Kombinationsdeck 34 mit einem über den größten Teil seiner Länge sich
erstreckenden Kajütaufbau versehen, der vorn und an den Seiten große Fenster hat
und einen eingebauten Steuerstand für den Motorantrieb aufweist. Der Kajütaufbau
ist achtern durch ein an das Deck 2 im vorderen Teil der Plicht angeformtes Kajütenschott
abgeschlossen und mit einer Tür versehen. Die Figur 2 b zeigt ein Kombinationsdeck
33, das im Prinzip wie das Kombinationsdeck 34 aufgebaut ist und sich von diesem
nur durch die Länge seines Kajütaufbaus unterscheidet, welche sich beim Kombinationsdeck
33 nur über dessen halbe Länge erstreckt.
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Das Kombinationsdeck 32 nach Figur 2 c ist mit einer kurzen, nicht
sehr hohen Schlupfkajüte versehen, die nach achtern offen ist, während bei Figur
2 d das Kombinationsdeck 31 ein glattes Jollendeck darstellt, welches in der Draufsicht
mit einem V-förmigen, nach vorn geneigten Wellenabweiser oder Wellenbrecher versehen
ist.
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In Figur 3 ist die Verbindung 4 zwischen Bootsrumpf 1, Decksrand 21
und Kombinationsdeck 3 gezeigt. Auf den waagerechten Flansch des Boot:;mmpfes 1
ist der Decksrand 21 aufgeklebt, welcher an seinem äußeren Rand mit einem nach unten
weisenden Flanschstück den waagerechten Flansch des Bootsrumpfes 1 übergreift. An
seinem inneren Rand ist der Decksrand 21 mit einem nach oben weisenden Flansch 22
versehen. Das Kombinationsdeck 3 paf3t sich der Kontur des Decksrandes 21 an und
übergreift diesen außen mit seinem nach unten weisenden Flansch 35.
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Zwischen dem waafterechten Teil de Decksrandes 21 und dem Kombinationsdeck
3 ist eine Dichtung 41 eingelegt oder eingeklebt und der nach oben weisende Flansch
22 des Decksrandes 21 ist an seinem Rand mit einem Keder versehen (42), der einen
zwischen
dem Flansch 22 und dem Kombinationsdeck 3 liegenden Schaumgummi aufweist. Das Kombinationsdeck
3 i3t mit dem Decksarand 21 verschraubt. Als Schrauben sind vorzugsweise Gewindebolzen
vorgesehen, die in mehreren an einem Fußleistenabschnitt 40 angesetzt sind.
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Die Figur 4 zeigt die Verbindung 5 des- achteren Kajütschotts 52 mit
dem Kombinationsdeck 3. -Hierbei ist der Flansch 35 nach unten über den Rand des
Kajütschotts 52 gezogen und beide Ränder mit einem Keder 51 versehen, der jeweils
einen zwischen dem Flansch @5 und dem Kajütschott 52 liegenden Schaumgiwuni aui'weisen.
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Schließlich sind der Flansch 35 und das Kajütschott 52 noch miteinander
verschraubt.