DE3122509C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Brustkorb-Drainage
vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
In der nachveröffentlichten DE-OS 30 48 473 ist eine solche
Brustkorb-Drainagevorrichtung beschrieben. Diese Drainage-
Vorrichtung umfaßt eine Flüssigkeits-Sammelkammer, die im
oberen Abschnitt einen Luftraum aufweist. Die Flüssigkeits-
Sammelkammer ist mit einem Einlaß zum Einleiten von Luft und
Flüssigkeit aus dem Brustkorb des Patienten verbunden. Ferner
steht der Luftraum der Flüssigkeits-Sammelkammer mit einer
Einweg-Ventileinrichtung in Verbindung, die ein Ausströmen
der Luft aus dem Luftraum erlaubt und ein Rückströmen der
Luft in die Flüssigkeits-Sammelkammer verhindert. Die
Hauptrückflußverhinderung wird bei der dortigen Vorrichtung
dadurch erreicht, daß ein Einlaßrohr bis zum Boden einer
ersten Sammelkammer reicht, wobei am Boden der Sammelkammer
noch eine halbkreisförmige Ausnehmung gebildet ist. Hierdurch
soll verhindert werden, daß Luft in den Brustkorb des
Patienten zurückströmen kann.
Wenn die Einweg-Ventileinrichtung bei der bekannten Vorrichtung
einen Defekt aufweist, oder sich in der Flüssigkeits-
Sammelkammer aus irgendwelchen Gründen ein Überdruck bildet,
kann es passieren, daß abgepumptes Sekret in den Brustkorb
zurückgelangt, ohne daß dies erkannt werden kann.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine
Brustkorb-Drainagevorrichtung der eingangs genannten Art so
zu verbessern, daß das Rückströmen von Luft oder Flüssigkeit
sichtbar gemacht werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den kennzeichnenden
Teil des Anspruchs 1 gelöst.
Demzufolge weist die Einweg-Ventileinrichtung eine mit einer
Unterdruckquelle verbindbare Luftkammer und ein zwischen der
Luftkammer und dem Luftraum der Flüssigkeits-Sammelkammer
angeordnetes Einweg-Ventil auf und wirkt als Hauptrückfluß
verhinderer. Im Strömungsweg zwischen Einlaß und Einweg-
Ventileinrichtung ist eine Luftleckanzeige angeordnet mit
einer als durchsichtiges U-Rohr ausgebildeten Flüssigkeits
falle. Die Flüssigkeitsfalle dient zum Aufnehmen und Weiter
leiten von aus dem Brustkorb stammender Flüssigkeit und Luft
unter Zurückbehaltung eines Teils der Flüssigkeit im durch
sichtigen U-Rohr, so daß Luft nur unter Bildung von sicht
baren Luftblasen durch das U-Rohr hindurchströmen kann.
Auf diese Weise kann durch die Flüssigkeitsfalle zwar Luft
zurückströmen, wenn sich aufgrund eines Defektes im Innenraum
der Flüssigkeits-Sammelkammer ein Überdruck bilden sollte.
Durch aufsteigende Bläschen in der Flüssigkeitsfalle wird
dies jedoch sichtbar gemacht, so daß sofort eingegriffen
werden kann.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand
der Unteransprüche.
Im folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der
Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine Vorderansicht einer Brustkorb-
Drainagevorrichtung nach der Erfindung in
Teilschnittansicht,
Fig. 2 eine Horizontalschnittansicht längs der Linie 2-2 in
Fig. 1,
Fig. 3 eine Seitenansicht eines Ausschnitts von Fig. 1 zur
Verdeutlichung der Vorrichtung in einem anderen
Betriebszustand,
Fig. 4 eine Schnittansicht längs der Linie 4-4 in Fig. 1, und
Fig. 5 eine Fig. 1 ähnliche Seitenansicht, bei der
verschiedene Teile ausgebrochen sind.
Wie in der Zeichnung gezeigt, weist die Brustkorb-
Drainagevorrichtung 8 ein Gefäß 10 und eine Regel
baugruppe 12 auf. Die Regelbaugruppe 12 ist aus
wechselbar mit dem Gefäß verbunden und umfaßt ein
Rückschlagventil 14, ein Überdruckentlastungsventil
16 und ein Regelventil 18, das den Unterdruck im
System regelt. Die Regelbaugruppe 12 weist auch
eine Unterdruckmeßeinrichtung 24 auf, die sich eben
falls in Richtung auf den Innenraum der Luftkammer
20 in der Regelbaugruppe 12 öffnet.
Das Gefäß 10 ist in der Ausführungsform nach den
Fig. 1 und 2 ein einheitlicher blasgeformter
Behälter, in dem eine Gruppe von drei Fluid
sammelkammern 26A, 26B und 26C ausgebildet ist, die vonein
ander durch Trennwände 28A und 28B getrennt sind,
die jeweils in der Nähe ihrer Oberseite Öffnungen
30A und 30B haben, durch die die Brustkorb-Drainage
fluide von der ersten zu der zweiten Fluidsammelkammer
überströmen können, wenn die erste voll ist, und von
der zweiten zu der dritten überströmen können, wenn
die beiden ersten Sammelkammern voll sind. Diese
Trennwände 28 sind bei der dargestellten Ausführungsform
doppelwandig ausgelegt. Eine einstückig aus
gebildete Rippe 32 überbrückt den Zwischenraum zwischen
den Wandungen und erstreckt sich längs dem
Boden des Gefäßes und über das Oberteil desselben
mit Ausnahme des ausgenommenen Abschnitts 34, in die
die Regelbaugruppe 12 eingesetzt wird. Mit ver
tikalen Schlitzen versehene klammerähnliche Halter
36 auf gegenüberliegenden Enden der Baugruppe
12 gleiten auf den gegenüberliegenden Rändern 38
der Rippe 32 nach unten, die die Seiten der Aus
nehmung 34 begrenzt. Hierdurch ist die Regel
baugruppe 12 in den von den vorstehend genannten
Bauteilen umgrenzten Räumen auswechselbar angebracht.
Wenn die Anordnung so zusammengesetzt ist, wird der
rohrförmige Lufteinlaß 40, der in den Boden der Luft
kammer 20 über das Rückschlagventil 14 mündet, axial
mit dem Luftauslaß 42 im Oberteil des Gefäßes 10 aus
gerichtet. Eine kurze Schlauchverbindung 44 stellt
schließlich die Luftverbindung zwischen dem Gefäß
10 und der Luftkammer 20 der Regelbaugruppe
12 her.
Das Gefäß ist aus einem transparenten bzw. licht
durchlässigen Material ausgebildet, so daß der
Fluidpegel in jeder Fluidkammer 26 sichtbar ist.
Jede dieser drei Kammern hat eine Vorderfläche,
die mit einem Aufklebeschild 46 oder einem anderen,
die Skaleneinteilung tragenden Element bedeckt ist,
das einen vertikalen Schlitz 48 darin hat, durch den
der Fluidpegel sichtbar ist. Auf die Oberfläche des
Schildes ist eine volumetrische Skala 50 aufgedruckt,
die das Gesamtvolumen des Fluids anzeigt, das bei
dem Flüssigkeitspegel sichtbar über dem Schlitz 48 in
der letzten der Kammern enthalten ist. Die Kammern
26A, 26B des dargestellten Gefäßes nehmen beispiels
weise jeweils maximal 700 ccm Fluid auf, bevor das
Fluid in die nächste benachbarte Kammer überläuft.
Die Kammer 26B hingegen füllt sich bis zu einem
niedrigeren Pegelstand als der Pegelstand der Kammer
26A, obwohl sie die gleiche Menge aufnimmt, was auf
die abgeschnittene Ecke 52 der Kammer 26A zurück
zuführen ist. Die dritte Kammer 26C ist ähnlich abge
schnitten bzw. abgeschrägt und ist derart ausgebildet,
daß sie sich bis zum selben Pegelstand wie bei
der Kammer 26B füllen kann. Sie nimmt daher weniger
als die anderen beiden Kammern, insbesondere etwa
600 ccm auf, so daß man ein Gesamtfassungsvermögen
für das Fluid von 2000 ccm erhält. Das Papierschild
ermöglicht auch, daß das Pflegepersonal auf einfache
Weise den Fluidpegel in dem Gefäß jederzeit über
wachen kann.
Die Aussparung 54 in der Rückwand der Kammer 26A
hat eine Öffnung 56 an der tiefsten Stelle, die mittels
eines durchstechbaren Auges 58 dicht verschlossen
ist. Wenn das Gefäß nahezu bis zu seinem voll
ständigen Fassungsvermögen gefüllt ist, kann eine
sterile Nadel (nicht gezeigt) in die Kammer 26A
über das leicht durchstechbare Auge 58 eingeführt
werden und man kann eine beträchtliche Fluidmenge
abziehen, die in dieser Kammer enthalten ist,
wodurch sich das Fassungsvermögen im Vergleich zum
Nennfassungsvermögen des Gefäßes vergrößern läßt.
Wenn das Fassungsvermögen des Gefäßes zu groß ist,
wie zum Beispiel bei der Fluiddrainage aus dem Brust
korbhohlraum eines Kindes, so kann es erwünscht sein,
steriles Wasser oder eine Salzlösung in eine oder
mehrere Kammern über das Auge 58 einzuführen. Da
das Auge zurückgesetzt angeordnet ist, kann es leicht
sauber und frei von Verschmutzungen gehalten werden.
Die drei in Reihe hintereinander geschalteten
Kammern 26A, 26B und 26C sind vollständig einer ein
zigen dünnen Kammer äquivalent, die dreimal so tief
wie die Einzelkammern sind, da in beiden Fällen keine
präzise Volumenüberwachung und Regelung möglich ist.
Eine solche ist aber nur bei einer einzigen nicht
sehr tiefen Kammer mit demselben Fassungsvermögen
unmöglich und es ergeben sich Platzprobleme, die bei
drei hintereinandergeschalteten Kammern nicht auf
treten. Diese drei Kammern 26 werden ausschließlich
als Vorratsbehälter zur Aufnahme von Fluid verwendet
und sie haben keine andere Aufgabe. Das Gefäß 10
ist kein Präzisionsbauteil und kann daher nach einer
einmaligen Verwendung ersetzt werden.
Das Gefäß weist auch ein durchsichtiges U-Rohr 62
auf, das an der Eintrittsseite des Fluidsammel- und
Fluidspeicherbereiches vorgesehen ist, der von den
Kammern 26 gebildet wird. Die Eintrittsseite 64 zu
diesem U-Rohr bildet auch den einzigen Fluideinlaß
in das System und sie ist direkt mit dem Brustkorb
hohlraum des Patienten über den Drainageschlauch 66
verbunden. Der Schlauch 66 ist mit dem Einlaß 64 des
Gefäßes über ein Verbindungsstück 68 verbunden.
Aus Fig. 1 ist ersichtlich, daß ein kleines Fluid
volumen 70 in dem U-Rohr 62 eingeschlossen ist,
wenn das Fluid beginnt, von dem Patienten auszuströmen.
Hierdurch erübrigt sich das Einfüllen einer sterilen Flüssigkeit
in das Gefäß vor dessen Gebrauch.
Das Auge 72 in dem U-Rohr 62 kann zur Aspiration oder
zum Abziehen einer Probe des drainierten Fluids zum
Ansetzen von Kulturen verwendet werden.
Das in dem U-Rohr 62 enthaltene Fluid 70 bildet keine
Wasserdichtung, die wirksam verhindert, daß die Luft
zu dem Patienten zurückströmt. Die Brustkorb-Drainage
vorrichtung arbeitet unabhängig davon, ob Fluid in
dem U-Rohr vorhanden ist oder nicht und auch unab
hängig von dem Pegelstand des Fluids immer gleich
mäßig. Trotzdem erfüllt das U-Rohr 62 zwei wesentliche
Funktionen und dient insbesondere als ein Luftleck-
Detektor und als eine Anzeigeeinrichtung für die
Inhalationen und Exhalationen des Patienten, wenn das
Fluid schwankt und wechselweise in einem Schenkel des
U-Rohrs höher als in dem anderen steigt.
Als Leck-Detektor ermöglicht das U-Rohr 62, daß ein
Betrachter eine momentane Sichtanzeige hat, wenn ein
Luftleck in dem System oder, was noch schwerwiegender
ist, ein Luftleck im Brustkorb des Patienten vorhanden
ist. Wenn zufällig Luftblasen ermittelt werden, die
in Stromrichtung abwärts durch das Fluid in dem
U-Rohr aufsteigen, sollte der Drainageschlauch 66 weder
abgeklemmt, noch aus dem Patienten entnommen werden,
bis man die Ursache für das Leck gefunden und lokalisiert
hat. Anders als bei einem Leck im System ist
die Ursache für den Eintritt von Luft in das Gefäß
10 entweder darauf zurückzuführen, daß Luft aus den
Lungen des Patienten austritt oder alternativ durch
das Drainagefluid Luft aus dem Brustkorbhohlraum ver
drängt wird.
Bei der Brustkorb-Drainagevorrichtung nach der Erfindung
kann das Fluid in dem U-Rohr 62 Luft in jeder
Richtung unbehindert durchlassen, jedoch verhindert
es, daß Luft zu dem Patienten zurückstörmt, da ein
sehr genau arbeitendes Klappen-Rückschlagventil 16
an der Grenzfläche zwischen den Fluidsammelkammern
76 und der Luftkammer 20 der Regelbaugruppe 12 ange
ordnet ist. Das Ventil 16 spricht auf einen Öffnungs
druck von etwa 0,5 cm H₂O bei dem speziellen darge
stellten Ausführungsbeispiel an und es arbeitet voll
ständig unabhängig davon, ob sich Fluid entweder in
den Fluidsammelkammern oder in dem U-Rohr befindet.
Die in durchgezogenen Linien in Fig. 1 eingetragene
Stellung ist die normale Arbeitsstellung der Vor
richtung, wenn man annimmt, daß eine gewisse Luft
menge aus dem Brustkorbhohlraum des Patienten ab
gesaugt wird. Fluide, am häufigsten Blut, treten
in die Vorrichtung über den Schlauch 66 ein und werden
in den Kammern 26 gesammelt. Die durch das Fluid
in dem U-Rohr in die Fluidsammelkammern gehende Luft
tritt aus denselben über das Rückschlagventil 14
direkt in die Luftkammer 20 aus. Unter nomalen
Betriebsbedingungen herrscht ein Unterdruck in der
Kammer 20, da über eine Unterdruck- bzw. Saugdruck
leitung 22 ein Unterdruck angelegt wird. Die
Leitung 22 kann jedoch zur Umgebung hin offen gelassen
werden, wenn man einen Betrieb unter Ausnutzung der
Schwerkraft haben will. Das Überdruck-Entlastungs
ventil 16 im Oberteil der Kammer 20 wird normaler
weise geschlossen gehalten. Wenn man in der Kammer
20 einen niedrigeren Druck als Umgebungsdruck auf
rechterhält, können die Fluide und Luft vom Patienten
durch Aspiration ausgegeben werden, ohne daß der
Patient einen Überdruck aufbringen muß, um die Fluide
und Luft wegzufördern.
Die Unterdruckleitung 22 ist direkt mit einer Unter
druckquelle verbunden, die üblicherweise einen Unter
druck mit einer solchen Stärke erzeugt, der ausreichend
höher als jener Unterdruck ist, der zur Drainage
des Brustkorbs erforderlich ist. Daher ist
der Auslaß 74 der Luftkammer 20 mit einem Druck
regler 18 mit Schraubverstellung versehen, um den Druck
in der Kammer einzustellen bzw. zu regeln und um
hierdurch den Öffnungsdruck des Rückschlagventils 16
innerhalb enger Grenzen sorgfältig einstellen zu
können.
Bei einem seltenen Störfall, der zu einem Überdruck
führt, der in der Kammer 20 aufgebaut wird, erfolgt
eine Anzeige dadurch, daß die Unterdruckleitung 22
geknickt wird, wie dies in gebrochenen Linien in
Fig. 1 eingetragen ist. Ein solcher Überdruck bewirkt,
daß das Rückschlagventil 16 ausgelöst wird und eine
Druckentlastung erfolgt, so daß dieser Druck in den
Brustkorbhohlraum des Patienten durch Freisetzen
zurückgegeben wird, was für den Patienten schwer
wiegend Konsequenzen hat. Um dies wirksam zu ver
hindern, ist ein Überdruck-Entlastungsventil 14 in
der Regelbaugruppe 12 vorgesehen, das ermöglicht,
daß jeglicher Überdruck, der einen vorbestimmten
Wert übersteigt, zur Umgebung hin entlastet wird,
bevor er in das System unter Rückleitung eindringen
kann. Das Ventil 14 ist ähnlich wie das Ventil 16 als
Klappenventil ausgebildet und ist derart eingestellt,
daß es bei einem Druck öffnet, der ausreichend kleiner
als der Druckwert gewählt ist, bei dem das Ventil 14
übersteuert würde und Luft in das System zurückgeleitet
werden könnte. Die in gebrochenen Linien einge
tragene Stellung des Ventils 16 stellt den Arbeits
zustand des Ventils dar, bei dem die zuvor beschriebene
Druckentlastung im Störfall erfolgt. Die Öffnungs
stellungen beider Ventile 14 und 16 sind in
Fig. 1 aus Gründen der Übersichtlichkeit stark über
trieben dargestellt.
Ein Merkmal der Brustkorb-Drainagevorrichtung ist die
Unterdruckanzeigeeinrichtung 24, die in den
Fig. 1 und 3 gezeigt ist. Ein kegelstumpfförmiges Rohr 76,
das eine Kugel 80 enthält, mündet in den Boden der
Luftkammer 20 über eine Drosselöffnung 78, die zu
klein ist, um die Kugel 80 durchzulassen. Eine zweite
Öffnung 82 in dem kleinen Ende des Rohrs 76 ist eben
falls kleiner als die Kugel 80 bemessen. Über die
Öffnung 82 wird Luft aus der Umgebung mit einer
Geschwindigkeit angesaugt, die ausreicht, um die Kugel
80 zu heben. Die Außenseite des Rohrs 76 ist mit einer
Skaleneinteilung 84 versehen, die eine direkte Ablesung
des Unterdrucks, gemessen in cm H₂O, oder anderen
vorbestimmten Druckmeßeinheiten gestattet.
Das Behandlungspersonal hat daher eine leicht ables
bare Druckmeßeinrichtung, die ständig den Unterdruck
in der Kammer 20 überwacht.
Übergroße Unterdruckwerte treten selten auf, können
aber die Ursache eines sogenannten "Lösens" oder
Abstreifens des Brustkorb-Drainageschlauches 66 sein.
Wenn irgendein abnormaler Unterdruck in der Luft
kammer 20 vorhanden ist, würde sich diese Bedingung
unmittelbar auch in den Fluidsammelkammern 26 einstellen.
Wenn der Unterdruck stromauf der Vorrichtung auf
tritt, würde das Fluid in dem U-Rohr 62 abgesaugt
und in den Drainageschlauch gesaugt sowie schließlich
in den Brustkorbhohlraum des Patienten zurückgeleitet
werden, wenn kein Unterdruck-Entlastungsventil 60 vor
gesehen wäre. Wenn ähnlich plötzlich ein starker Unter
druck in der Luftkammer 20 auftritt, ist das Entlastungs
ventil 16 geschlossen und das Rückschlagventil 14 öffnet,
so daß die Fluidsammelkammern 26 und alle strom
auf davon liegenden Teile einschließlich des Patienten
diesem abnormen Zustand ausgesetzt wären. Das Ent
lastungsventil 60, das in dem fluidfreien Luftraum 86
über dem in den Fluidsammelkammern 26 enthaltenen
Fluid eingesetzt ist, wird aber ansprechen und öffnen,
um, wie dargestellt, Luft von der Umgebung einzuleiten,
so daß der maximale Unterdruckwert auf einen
vorbestimmten Wert begrenzt wird, der in der Vorrichtung
vorhanden sein kann, der kleiner gewählt ist,
als jener Druckwert, bei dem ein Rückstrom zum
Patienten auftreten könnte. Das Unterdruck-Entlastungs
ventil 60 ist ein Tellerventil und enthält ein
Bakterienfilter 88 (Fig. 3), das die einströmende Luft
filtert, um eine Kontamination der Fluide in den
Fluidsammelkammern zu verhindern. Das Ventil 60, das
mit dem Hals 90 des Gefäßes über einen Schlauch 92
verbunden ist, ist zweckmäßigerweise so voreinge
stellt, daß es bei einem maximalen Unterdruck von
-50 cm H₂O öffnet, wobei dieser Druckwert ausreicht,
um den Patienten zufriedenstellend zu schützen. In
Fig. 3 ist schematisch die Bedingung mit einem über
großen Unterdruck in der Luftkammer 20 dargestellt,
durch den das Ventilelement 94 des Ventils 60 von
seinem mit Öffnungen versehenen Sitz 96 entgegen der
Vorbelastung der Feder 98 abgehoben und das Ventil
daher geöffnet wird, um den Systemdruck auf einem maximalen
Höchstwert von -50 cm H₂O zu halten.
In Fig. 5 ist die Verwendung des Gefäßes in einer
gestürzten Anordnung als ein Vorratsbehälter
gezeigt, mittels dem zuvor aus dem Brustkorb ausge
leitete Fluide in den Brustkorbhohlraum des
Patienten wiederum zurückgeleitet werden können. Nach
dem Absperren des Drainageschlauches 66 durch die
Klemme bzw. die Klammer 100 wird die Regelbaugruppe
12 entfernt und es wird ein Fluidzuleitungsschlauch
102 mit dem Luftauslaß 42 anstelle des Drainage
schlauches verbunden. Das Ventil 60 braucht
nicht entfernt zu werden, da es normalerweise in
seiner Schließstellung bleibt. Wenn der Schlauch 102
in den Brustkorbhohlraum des Patienten eingeführt
ist, kann das Gefäß auf den Kopf gestellt werden,
um die in das Gefäß gesammelten Fluide unter Aus
nutzung der Schwerkraft im Brustkorbhohlraum zu ver
teilen.
Claims (8)
1. Brustkorb-Drainagevorrichtung mit einer im oberen
Abschnitt einen Luftraum aufweisenden Flüssigkeits-
Sammelkammer, einem mit der Flüssigkeits-Sammelkammer
verbundenen Einlaß zum Ableiten von Luft und Flüssigkeit
aus dem Brustkorb des Patienten, und mit einer mit dem
Luftraum der Flüssigkeits-Sammelkammer in Verbindung
stehenden Einweg-Ventileinrichtung, die ein Ausströmen der
Luft aus dem Luftraum erlaubt und ein Rückströmen von Luft
in die Flüssigkeits-Sammelkammer verhindert, dadurch
gekennzeichnet, daß die Einweg-Ventileinrichtung (20, 16,
14) eine mit einer Unterdruckquelle verbindbare
Luftkammer (20) und ein zwischen der Luftkammer (20) und
dem Luftraum (86) der Flüssigkeits-Sammelkammer (26)
angeordnetes Einweg-Ventil (14) aufweist und als
Hauptrückverhinderer wirkt, und daß im Strömungsweg
zwischen Einlaß (64) und Einweg-Ventileinrichtung (20, 16,
14) eine Luftleckanzeige angeordnet ist mit einer als
durchsichtiges U-Rohr (62) ausgebildeten Flüssigkeitsfalle
zum Aufnehmen und Weiterleiten von aus dem Brustkorb
stammender Flüssigkeit und Luft unter Zurückbehaltung
eines Teils der Flüssigkeit im durchsichtigen U-Rohr (62),
so daß Luft nur unter Bildung von sichtbaren Luftblasen
durch das U-Rohr (62) hindurchströmen kann.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das U-Rohr (62) an einer Stelle unterhalb des normalen
Fluidpegelstandes mit einer Entnahmeeinrichtung (72) versehen
ist, die einen auswechselbaren und durchstechbaren Stopfen
umfaßt, durch den ein Teil des Fluids in dem U-Rohr (62) zur
Außenseite der Vorrichtung abgeleitet werden kann.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch ein Durchflußregelventil (18), das
zwischen der Luftkammer (20) und der Unterdruckquelle (bei 22
angeschlossen) stromab von dem Einweg-Ventil (14)
angeschlossen ist, wobei das Durchflußregelvenil (18) derart
arbeitet, daß der Wert des Unterdrucks in dem Luftraum (86)
und der Luftkammer (20) regelbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß ein durchsichtiges und sich nach
oben erweiterndes konisches Rohr (76) vorgesehen ist, das zur
Umgebung am Boden offen ist, und das eine Öffnung (78) an der
Oberseite hat, die mit dem Innenraum der Luftkammer (20) in
Verbindung steht, daß eine Kugel (80) in dem Rohr (76)
aufgenommen ist, die in Abhängigkeit von einer nach oben
gerichteten durchgehenden Luftströmung im Schwebezustand
gehalten wird, und daß eine Skaleneinteilung (64) auf der
Außenseite des Rohrs (76) vorgesehen ist, um eine
Sichtanzeige für den Unterdruck zu bilden, der in der
Luftkammer (20) herrscht, wobei auf die Höhe Bezug genommen
wird, in der die Kugel (80) im Schwebezustand gehalten wird.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch eine Entlüftung, die sich zur Umgebung
öffnet und stromab des Einweg-Ventils (14) vorgesehen ist,
und durch ein Druckentlastungsventil (16; 60), das derart
arbeitet, daß es bei einem vorbestimmten Druck über
Umgebungsdruck öffnet, um Luft über die Entlüftung in die
Luftkammer (20) einzuleiten.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Fluidsammelkammer (26; 26A
bis 26C) eine Ausleiteinrichtung (56) in der Nähe ihres
Bodens hat, die von der Außenseite zugänglich ist, um einen
Teil des darin gesammelten Fluids zu entnehmen.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Fluidsammelkammer (26; 26A
bis 26C) nach dem Umdrehen und dem Abkoppeln der
Unterdruckquelle (bei 22) einen Vorratsbehälter bildet,
mittels dessen die gesammelten Fluide zum Patienten über den
Auslaß des Luftraumes zurückleitbar sind.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Luftkammer (20), das
Einweg-Ventil (14) und die von dem Einweg-Ventil (14) stromab
liegenden Teile der Vorrichtung eine Einheit (12) bilden, die
auswechselbar an der Fluidsammelkammer (26; 26A bis 26C)
angebracht ist.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
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