DE3111522A1 - Arzneimittel mit antiulcus-wirkung, entzuendungshemmender und antiallergischer wirkung - Google Patents
Arzneimittel mit antiulcus-wirkung, entzuendungshemmender und antiallergischer wirkungInfo
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Description
1A-54 581 3 ' ■
B e s c h r e 1 b u η g
Arzneimittel mit Antiulcus-Wirkung, entzündungshemmender und antiallergischer Wirkung
Die Erfindung entzündungshemmende, antiallergische und Antiulcus Mittel, die als Hauptbestandteil Olean-12-en-3ß,30-diol
enthalten, das nicht die Nebenwirkungen von Glyzirrhetinsäure besitzt, sowie ein Verfahren zur Herstellung
von 0lean-12-en-3߻30-diol.
Glyzlrrhizin, ein Saponin der Süßholzwurzel, dessen
Aglykon, Glyzirrhetinsäure und deren lösliche Derivate besitzen eine ausgezeichnete entzündungshemmende Wirkung
und ihre pharmakologischen Wirkungen als Arzneimittel gegen Magengeschwüre und allergische Erkrankungen sind
klinisch untersucht und anerkannt. Ihre Verabreichung in höheren Dosen über längere Zeiten führt Jedoch zu
sogenanntem Pseudoaldosteronlsmus wie Hypertension, Hypokaliämie und Ödemen aufgrund eines abnormen Metabolismus
von Elektrolyten. Daher ist die Anwendung dieser Arzneimittel begrenzt, bezüglich der zu verabreichenden
Mengen.
Es wurde nun angenommen, daß die oben erwähnte aldosteronartige
Wirkung (Nebenwirkung) von Glyzirrhetinsäure der Tatsache zuzuschreiben ist, daß Glyzirrhetinsäure
die Aktivität von 2V-50C- und -5ß-Reductase hemmt,
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die den Metabolismus von Aldosteron in der Leber bewirkt f
was zu einer Verstärkung der Aktivität von Aldosteron führt. Es wurden nun umfangreiche Untersuchungen durchgeführt,
um eine Verbindung zu finden, bei der die aldosteronartige Wirkung (Nebenwirkung) von Glyzirrhetinsäure
verringert oder nicht auftritt, bei der Jedoch die charakteristischen physiologischen Wirkungen von Glyzirrhetinsäure
erhalten oder verstärkt sind.
Es hat sich nun gezeigt, daß 0lean-12en-3ß,30-diol diese
Aufgabe erfüllt. Die Verbindung 0lean-12-en-3ß,30-diol
besitzt nicht die Nebenwirkungen von Glyzirrhetinsäure und zeigt dennoch ausgezeichnete Ergebnisse bei Versuchen
bezüglich der Antiulcus Wirkung, entzündungshemmenden Wirkung und antiallergischen Wirkung, wie aus den Versuchsergebnissen
in den Versuchen (B, C und D) hervorgeht.
Ein Verfahren zur Herstellung von 0lean-12-en-3ßj30-diol
ist beschrieben von L.- Canonica et al.; in Gazz. Chim.
Ital., 96, 833 (66')· Dieses Verfahren ist in dem folgenden
Reaktionsschema I angegeben.
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130061/0669
es S <D Λ
Das in dem Reaktionsschema I angegebene Verfahren umfaßt komplizierte Stufen, bei denen das aufwendige Platinoxid
angewandt wird. Außerdem ist bei diesem Verfahren in den Zwischenprodukten noch unverändertes Ausgangsmaterial
enthalten, wodurch die Trennung und Reinigung der Zwischenprodukte schwierig und die Ausbeute gering wird. Dieses
Verfahren ist daher kaum durchführbar und beitzt den starken Nachteil, daß eine industrielle Herstellung unmöglich
ist. Es wurden nun wiederum Versuche unternommen, diese Nachteile des bekannten Verfahrens zu vermeiden. Es
wurde nun ein neues und günstiges Verfahren entwickelt, das die Erfordernisse für die industrielle Produktion
erfüllt, d. h. ein Verfahrende! dem die einzelnen Verfahrensstufen
einfach und sicher sind und die Produktionskosten gering.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung f ein Arzneimittel
zu entwickeln, das nicht die als Pseudoaldosteronismus bezeichnete Nebenwirkung der Glyzirrhetinsäure besitzt,
jedoch eine ausgezeichnete Antiulcus-Wirkung, entzündungshemmende und antiallergische Wirkung besitzt, obwohl es
bekannt ist, daß Glyzirrhetinsäure^ deren Derivate und
Salze gute klinische Wirkungen gegen Magengeschwüre, Entzündungen und Allergie besitzen, jedoch bei Langzeitanwendung
zu Pseudoaldosteronismus führen. Es hat sich nun gezeigt, daß die Verbindung Olean-12-en-3ß,30-diol ein
sehr geeignetes Arzneimittel ist, das die erwähnten Anforderungen erfüllt. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren
zur industriellen Herstellung der Verbindung 0lean-12-en-3ß,30-diol, bei dem die einzelnen Verfahrensstufen wesentlich einfacher sind als bei dem bekannten
Verfahren und die Verbindung in hoher Ausbeute zu geringen Kosten erhalten wird«
Die ausgezeichneten Wirkungen der Verbindung Olean-12-en-3|3>30-diol,
die nicht die Nebenwirkungen von Glyzirrhetinsäure besitzt# als Antiulcus-Mittel, entzündungshemmendes
und antiallergisches Mittel wurden durch verschiedene Versuche bestätigt.
Um festzustellen, daß die Verbindung Qlean-12-en-3ß,30-diol
nicht zu primären Aldosteronismus führt, wurde folgendermaßen gearbeitet: Zunächst wurden·,
drei Verbindungen der folgenden Formeln hergestellt.
/6
.130061/0569
~tf -
^ CH2OH
(Olean-12-en-3ß,30-diol)
| H | H |
^c
> |
^ COOH | |
| H | J | |||
| H3C | X^3j | |||
| r | Π=3 | 5^H3 | ||
1H
(Olean-12-en-3ß-ol-30-säure)
(I)
(III)
CH2OH
..·*Χ Η
H3C
(Olean-12-en-11-oxo-3ß,30-diol)
H3C H3C
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/7
Diese verschiedenen Verbindungen wurden erhalten durch unterschiedliche Modifikationen von Glyzirrhetinsäure
(0lean-12-en-11-oxo-3ß"-ol-30-säure) der Formel
H3C H3C
..^ COOH
( H)
Die oben angegebenen Verbindungen (I), (II), (III) und (IV) wurden auf ihre Wirkung auf δ -5(X-5ß-Reductase,
die den Metabolismus von Aldosteron in der Leber bewirkt, untersucht. Es zeigte sich, daß während Glyzirrhetinsäure
(II) die Aktivität der Reductase stark hemmte, Olean-12-en-3ß,30-diol
(I), das durch Modifikation in den Stellungen 11 und 30 der Glyzirrhetinsäure (II) durch
Reduktion erhalten worden ist, keine Hemmung der Aktivität von 5Öl-, 5ß-Rductase in der Leber zeigte· Folglich
wurde angenommen, daß 0lean-12-en-3ß,30-diol (I) nicht
zur Entwicklung von primärem Aldosteronismus führen würde, der üblicher Weise bei der Verabreichung von
Glyzirrhetinsäure über lange Zeiten und in hohen Dosen auftritt (die experimentiellen Ergebnisse sind in Versuch
A angegeben). Die Verbindung 0lean-12-en-3ß,30-diol
führt nicht zu Nebenwirkungen wie Aldosteronismus, ist geeignet als Arzneimittel mit ausgezeichneter Wirkung
gegen Ulcus (Geschwüre), entzündungshemmender1 und anti-
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allergischer Wirkung. Diese pharmakologischen Wirkungen werden im einzelnen anhand der experimentiellen Ergebnisse
(Versuche B, C und D) näher erläutert.
Zunächst werden die experimentiellen Ergebnisse, daß
Olean-12-en»-3ß,30-diol nicht zum Auftreten eines primären
Aldosteronismussyndroms führt, das bei der Verabreichung von Glyzirrhetinsäure über lange Zeiten und in hohen
Dosen auftritt, anhand des Versuchs A erläutert.
Versuch A (Hemmung von Reductase)
Im folgenden sind invitro Versuche angegeben zur Untersuchung der Wirkung von Glyzirrhetinsäure (II) und deren
modifizierten Verbindungen (III), (IV) und (I) auf δ -5 OC- und -5ß-Reductase für Aldosteron in der Rattenleber
angegeben.
Bestimmung der Aktivität von Δ -500- und -5ß-Reduetase. 1. Herstellung von Enzymlösungen
Rattenlebern wurden mit Salzlösung durchgespült und entnommen, um ein 25 oder 50%iges Homogenat mit einer Lösung von
0,25 m Saccharose und 0,001 m EDTA herzustellen. Das Homogenat wurde 20 Minuten mit 10 000 g zentrifugiert, um die
überstehende Flüssigkeit abzutrennen, die erneut mit 105 000 g zentrifugiert wurde, wobei man δ -5ß-Reductase
als Überstand erhielt. Die am Boden entstandene Perle wurde entsprechend mit einer Lösung von 0,25 m Saccharose 0,001
m EDTA verdünnt und als 5 ft-Reductaselösung verwendet
.
/9 130061/0669
/l/l
2. Bedingungen der Inkubation und Bestimmung
CD Aldosteron 0,173 /UM/0,05 ml Äthanol-Lösung
© Glyzirrhetinsöure oder deren modifizierte Verbindungen
0,173 /uM/0,05 ml Äthanol-Lösung
Kontrolle .... 0,05 ml Äthanol-Lösung
Q) Enzym-Lösung
506-Reductase-Lösung 0,1 ml
5ß -Reductase-Lösung 0,1 ml bzw. 0,2 ml
(§> NADPH2 2 mg
O Phosphat-Puffer (0,1 M, pH 7,2) 1 ml © Destilliertes Wasser
Die oben erwähnten Komponenten φ f (g) , (^), (§), (g) und ©
wurden miteinander vermischt auf ein Gesamtvolumen von 2,5 ml. Das Gemisch wurde 20 Minuten bei 370C inkubiert. Vor der
Inkubation wurde ein ml von den 2,5 ml Gemisch entommen und
mit 5 ml Methylendichlorid extrahiert. Nach der Inkubation wurden die verbleibenden 1,5 ml mit 5 ml Methylenchlorid
extrahiert. Die optische Dichte der beiden Methylendichlorid-Lösungen, die vor und nach der Inkubation hergestellt
worden waren, wurde mit einem Spektrophotometer (Hitachi) bei 240 nm gemessen. Die prozentuale Hemmung der a*-5öi-
und 5ß-Reductaseaktivität wurde aus dem Unterschied der optischen Dichten berechnet. Man erhielt die folgenden Ergebnisse:
| ^\Enzym Ver- ν. bindung ^v^ |
5oC -Reductase Hemmung (%) |
5ß-Reductase Hemmung (%) |
| Kontrolle | 0+2,5% | 0 + 3,4% |
| tu] | 9,2 + 2,2% (n.s) | 87,7 + 2,2% (p< 0f0Ql) |
| Uli] | -0,5 + 6,6% (n.s) | 20,5 + 4,1% ( " 0;01) |
| [IV] | 26,5 + 5,6% (p< 0,001) | 88T4 + 477% ( " 0;001) |
| ti] | -7;1 + 2,2% (n.s) | 0 + 1;1% (n.s) |
/10
Die Molverhältnisse von Aldosteron zu Glyzirrhetinsäure und deren modifizierten Verbindungen waren
gjeich. Aldosteron wurde als Substrat angewandt.
(II) Olean-12-en-11 -oxo-Jß-ol- 30-.säur e
(III) Olean-12-en-3ß-ol-30-säure
(IV) Olean-12-en-11-oxo-3ß,30-diol
(I) Olean-12-en-3ß,30-diol
Als nächstes wurde die Antiulcus-Wirkung von Olean-12-en-3ß,30-diol
(I) nach der Erfindung mit derjenigen von Glyzirrhetinsäure (II) verglichen.
Versuch B (Antiulcus Aktivität)
Die folgenden Versuche wurden durchgeführt, um die Antiulcus- Aktivität des erfindungsgemäßen Olean-12-en-3ß,30-diols
(I) mit derjenigen von Glyzirrhetinsäure zu vergleichen.
(a) Versuche an Mäusen bei durch Streß induziertem Ulcus.
Versuchsverfahren
Männliche ddY-Mäuse mit einem Gewicht von ungefähr 20 g erhielten 18 Stunden keine Nahrung. Sie hatten freien
Zugang zu Wasser. Die zu untersuchenden Verbindlangen wurden in Tween 80 suspendiert, um eine wäßrige Suspension zu
erhalten und oral verabreicht. Unmittelbar danach wurden die Mäuse 6 Stunden lang einem Streß durch Festhalten und
Eintauchen in Wasser von 25°C (restraint plus water immersion stress) ausgesetzt. Anschließend wurde der Magen entnommen
und mit Formalin fixiert. Der Grad der Ulcusbildung wurde auf die Gesamtlänge bezogen. Die Kontrollgruppe erhielt
nur das Lösungsmittel. Man erhielt die folgenden Ergebnisse :
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-M-
| Verbindung | ■ Anzahl der Tiere |
Dosis mg/kg (p.o.y |
Ulcus-Index | /> |
| Kontrolle | 8 | 5,63 + 0,55 | ||
| (D | 8 | 200 | 2,94 + 0,81 | < 0;05 |
| Kontrolle | 8 | 4,13 + 0,8 | ||
| (D | 8 | 200 | 2,19 + 0,6 | |
| Kontrolle | 8 | 6,00 ± 0,87 | ||
| (D | 8 | 200 | 3j88 + 0,79 | < 0,10 |
| (H) | 8 | 200 | 4,00 + 1.07 | |
| Kontrolle | 10 | 4,20 + 0,70 | ||
| (D | 9 | 200 | 1?89 + 0,53 | < 0,05 |
| (ID | 9 | 200 | 3,11 + 0,63 | |
| Kontrolle | - 8 | 4;13 + 0;53 | ||
| (ID | 8 | 200 | 2,39 + 1,14 | |
| (III) | 8 | 200 | 3,38 + 0;79 |
(b) Durch Aspirin induzierter Ulcus bei Ratten a) Versuchsverfahren
Männliche Wister-Ratten mit einem Gewicht von ungefähr
220 g erhielten 24 Stunden keine Nahrung, hatten jedoch freien Zugang zu Wasser. Den Ratten wurde unter Ätheranästhesie
die Bauchhöhle eröffnet, der Magen-herausge-
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A4
zogen und am Ausgang abgebunden. Unmittelbar anschließend wurde eine 196ige Suspension von Aspirin in CMC oral
in einer Dosis von 100 mg pro kg in 5 ml verabreicht. Wäßrige Suspensionen der zu untersuchenden Verbindungen
wurden wie bei Versuch a hergestellt und gleichzeitig intraduodenal verabreicht. Die Wunde wurde verschlossen
und die Ratten wurden frei gelassen. Nach 7 Stunden wurde der Magen entnommen und die Ulcusbildung wie
bei Versuch a gemessen. Man erhielt die folgenden Ergebnisse:
| Verbindun gen |
Anzahl der Tiere |
Dosis mg/kg p.o. |
Ulcus-Index | f |
| Kontrolle | 5 | 14,1 + 3,14 | ||
| II | 5 | 320 | 13,3 + 3;99 | |
| I | 5 | 320 | 6,2 + 2;37 | < 0,10 |
b) Versuchsverfähren
Männliche Wister-Ratten mit einem Gewicht von 120 bis 140 g
erhielten 24 Stunden keine Nahrung und die zu untersuchenden Verbindungen wurden oral verabreicht. Nach 5 Stunden
wurden die Ratten durch einen Schlag getötet. Der Magen wurde entnommen und das Vorhandensein eines Ulcus beobachtet.
Die Größe des Ulcus wurde durch den Ulcus-Index (Länge χ
Breite des Ulcus in mm ) gemessen.
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A'b
|
Verbindun
gen |
Anzahl der
Tiere |
Dosis mg/kg
(p.o.) |
Ulcus-Index |
| Kontrolle | 7 | 0 | |
| Aspirin | 7 | 200 | 7;11 ± 1,1 |
| [I] | 8 | 200 | 0 |
| Aspirin + [I] |
4 | 200 + 200 |
3,6 + 0,3 |
(c) Durch Essigsäure induzierter Ulcus bei Ratten
Ein chronischer gastritischer Ulcus (Magengeschwür) wurde induziert durch Eindringen von 100 % Essigsäure
durch die Serosa in die Magenwand innerhalb von 60 Sekunden, wobei ein kleiner Becher (Durchmesser
6 mm, Höhe 5 mm) verwendet wurde·
Vom nächsten Tag an wurden die zu untersuchenden Verbindungen zweimal am Tag (morgens und abends)
14 Tage lang oral verabreicht. Die Autopsie wurde
15 Tage nach der Verabreichung durchgeführt.
/14
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Vf -
| Verbindung | Dosis mg/kg (halbe Do-> sierung 2x/ pro Tagj |
Ulcuswert (große Achse χ kleine Achse | Versuch 2 | - Gesamt |
| Kontrolle. | Versuch 1 | 8,9 + 1.7 ' (8) ' |
10,4 + 1,4 (15) |
|
| II | 200 | 12.0 + 2,3 (7) |
11? 5 + 272 (7) |
10,9 + 1,7 (14) |
| I | 400 | 10,4 + 2;7 (7) |
5,8 + 1.0 (7) |
7.1 + 1.2 '(13) ; |
| 200 | 8,6 + 2,2 (6) |
6,7 + 2,2 (7) |
8,4 + 2,0 7(14) ; |
|
| 400 | 10.1 + 3.4 (7) |
5,2 + 1,2 (8) |
6, 2 + O7 8* (14) |
|
| 7,5 + 0,7 (6) |
( ) .... Anzahl der Tiere * ρ < 0,05
Ergebnisse des Versuchs B
(a) die folgenden Wirkungen wurden als Hemmwirkungen
gegen Ulcus beobachtet«
© Glyzirrhetinsaure (II) zeigte eine Hemmwirkung in einer Dosis von 200 mg/kg.
(2) Die erfindungsgemäße Verbindung 0lean-12-en-3ß,
30-diol (I) zeigte eine stärkere Hemmwirkung als Glyzirrhetinsaure (II).
Q) 0lean-12-en-3ß-ol-30-säure (III) bei der nur die
11-Stellung reduziert war, zeigte die Wirkung bei einer Dosis von 200 mg/kg wie Glyzirrhetinsaure
(II).
/15
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(b) Die folgenden Wirkungen wurden als Hemmwirkung gegen durch Aspirin Induzierten Ulcus bei Ratten
beobachtet·
Bei Versuch a) zeigte die erfindungsgemäße Verbindung 0lean-12-en-3ß,30-diol (I) eine Hemmwirkung, während
Glyzirrhetinsäure (II) diese Wirkung kaum zeigte.
Bei Versuch b) führte0lean-12-en-3ß,30-diol (I) nicht
zur Bildung eines Ulcus und hemmte die Entwicklung von durch Aspirin induziertem Ulcus.
(c) Die folgenden Ergebnisse wurden bei der Untersuchung
der Bildung von durch Essigsäure induziertem Ulcus bei Ratten erhalten.
Die Hemmwirkungen von 0lean-12-en-3ß,30-diol (i) und
Glyzirrhetinsäure (II) wurden untersucht. Bei einer Dosis von 200 mg zeigte die Verbindung (I) eine gewisse
Hemmwirkung. Bei einer höheren Dosis von 400 mg zeigten jedoch sowohl (I) als auch (II) Hemmwirkungen. Besonders
deutlich ist die Wirkung von (I) verglichen mit derjenigen von (II). Die Heilungsrate bei Verabreichung von (I)
betrug mehr als 40 %,
Die oben angegebenen Versuche, bezüglich der Antiulcus-Aktivität,bestehend
aus Versuchen gegenüber (a) durch Streß induzierten Ulcus und (b) und (c) durch Chemikalien
induzierten Ulcus.bestätigten, daß die erfindungsgemäße Verbindung Olean-12-en-3ß>30-diol (I) wie erwartet bei
allen Versuchen eine bessere Wirkung zeigte, als Glyzirrhetinsäure.
/16 130081/0669
- -ve -
Ferner wurden Versuche bezüglich der entzündungshemmenden und analgetischen Wirkung der erfindungsgemäßen
Verbindung Olean-12-en-3ßt 30-diol (I) durchgeführt.
Versuch C (entzündungshemmende und anaigetische Wirkung)
(a) Untersuchung des durch Karrageen Induzierten Rattenpfotenödems.
An der Fußsohle der hinteren Pfote von männlichen Wlster-Ratten wurden subkutan 0,05 ml pro Ratte einer
10%igen Salzlösung von Karrageen verabreicht. Nach 3 Stunden wurde das Ödem durch die Volumenmethode gemessen
und die Hemmung bestimmt. Die Verbindungen wurden oral 30 Minuten vor der Verabreichung von Karrageen verabreicht.
Stärke des Ödems
(Volumen des Fußes nach der Verabreichung der Entzündung verursachenden
Substanz)
- (Volumen vor der Verabreichung der Entzündung verursachenden Substanz)
- (Volumen vor der Verabreichung der Entzündung verursachenden Substanz)
(Volumen des Fußes vor Verabreichung der Entzündung verursachenden
Substanz)
Stärke der Hemmung
(Ödembildung bei der Kontroll-· gruppe) - (Ödembildung nach Verabreichung
eines Arzneimittels)
Ödembildung bei der Kontrollgruppe
130081/066$
- vr
Versuchsergebnisse;
| Verbindung | Anzahl der Tiere |
Dosis mg/kg p.o. |
ödem (90 |
Hemmung (#) |
| Kontrolle | 4 | 71 + 6 | 0 76 ,1 |
|
| Aspirin | 4 | 200 | 17 + 3 | 26f 8 |
| U] | 4 | 200 | 52+5 | 73;2 |
| [I] + Aspirin | 4 | 200 + 200 | 19 + 4 |
(b) Wirkung auf das durch Essigsäure induzierte Krümmen der Versuchstiere (analgetische Wirkung)
Versuchsverfahren:
Die erfindungsgemäße Verbindung Olean~12-en-3ß,30-diol
(i) wurde männlichen ddY-Mäusen mit einem Gewicht von 25 bis 27 g oral verabreicht. Nach 30 Minuten
wurde Salzlösung, enthaltend 0,7 % Essigsäure intraperitoneal
verabreicht. Die Anzahl der Krümmungen der Mäuse wurde 10 Minuten nach der Verabreichung 10 Minuten
lang gezählt. Aspirin wurde als Vergleich verwendet.
/18
- 18 -
so
| Verbindungen | Anzahl der Tiere |
Dosis mg/kg (p.ο.) |
Anzahl der; Krümmungen |
| Kontrolle | 8 | 24,9 + 1,6 | |
| Aspirin | 8 | 200 | 0** |
| [I] | 00 00 00 | 100 200 400 |
15,5 + 2,8** 11,1 + 1,6** 8,0 + 1,7** |
| [II] | 8 δ δ |
100 200 400 |
12,2 + 3.5 15t2 + 3r6 llt7 + 2,9** |
** ρ < 0,01
Ergebnisse des Versuchs C
(a) Die erfindungsgemäße Verbindung 0lean-12-en-3ß,30-diol
(I) besitzt eine Hemmwirkung gegenüber dem Auftreten von
Entzündungen. Es beeinträchtigt die Hemmwirkung von Aspirin nicht.
(b) Durch Essigsäure induziertes Krümmen der Versuchstiere (analgetische Wirkung).
Zunehmende Dosen, sowohl an der erfindungsgemäßen Verbindung 0lean-12-en-3ß,30-diol (I) und Glyzirrhetinsäure (II),
setzen die Anzahl der durch Essigsäure hervorgerufenen Krümmungen deutlich herab. Die Aktivität von (I) ist
etwas stärker als von (II).
Die antiallergische Aktivität der erfindungsgemäßen Verbindung
0lean-12-en-3ß,30-diol (I) wurde untersucht.
/19
Versuch D (antiallergische Aktivität) <a) PCA-Test (Typ I Allergie)
Versuchsverfahren:
Männliche Wister-Ratten mit einem Gewicht von 200 bis
240 g wurden am Bauch rasiert. Nach 24 Stunden wurden 0,05 ml mit Salzlösung verdünntes Serum intradermal
am Bauch injiziert. (Zur Herstellung des Serums wurden Blutproben auf 1:32 und 1:64 verdünnt, die von Ratten
dreiWochen nach der Verabreichung von Pertussis Vaccine und Eialbumin gewonnen worden waren) Nach 48 Stunden
wurden die zu untersuchenden Verbindungen intraperitoneal verabreicht. Zwei Stunden danach wurden 0,5 ml
pro 100 g (Körpergewicht) einer Lösung von Antigen und Pigment (einer Lösung von 0,4 % Eialbumin und 0,5 %
Pontamin Himmelblau) verabreicht. Nach 45 Minuten wurde
den Ratten der Kopf abgetrennt und die Tiere ausgeblutet und der Durchmesser der Stellej an der das Pigment
unter der Haut durchtrat gemessen, um die Fläche zu berechnen. Man erhielt die folgenden Ergebnisse:
| Verbindung | Anzahl der Tiere |
Dosis mg/kg U.p.) |
Bereich (mm2)(Hemmung %) | 1/64 |
| Kontrolle | 5 | 1/32 | 16.4 + 2,8 | |
| [II] | 5 | 200 | 35,2 + 5,3 | 7,7 ± 6,5 (46,9%) |
| [I] | 5 | 100 | 25,2 + 6.6 (71,6%) |
6.8 + 4,6 (41,5%) |
| 5 | 200 | 22,3 ± 9,1 (63,4%) |
6,3 + 4.8 (38,4%) |
|
| — |
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- 20 -
(b) Arthus-Phänomenon-Teet (Typ III Allergie)
Versuchsverfahren:
10 mg/kg Eialbumin wurden weiblichen Meerschweinchen
mit einem Gewicht von 250 bis 300 g am Rücken (Hinterteil) subkutan injiziert. Nach 21 Tagen wurden 2 mg/kg Eialbumin
intravenös indiziert, wobei der Tod der Meerschweinchen
aufgrund eines anaphylaktischen Schocks als Bestätigung für das Auftreten einer Sensibilisierung
angesehen wurde. 30 Minuten nach dem die zu untersuchenden Verbindungen intraperitoneal verabreicht worden
waren, wurden 0, 10, 100 bzw* 1000 ,ug/0,1 ml Eialbumin
an der Bauchseite, die rasiert worden war, verabreicht. Nach 12 Stunden wurde die Bauchseite beobachtet, um
den Bereich der Stelle der inneren Blutung festzustellen.
| Verbindun gen |
Anzahl der Tiere . |
Dosis mg/kg (i.p.) |
Bereich (mm^) (Hemmung %) | f oo | 1000«. g/0 ;1 ml |
| Kontrolle | 4 | 10 | 110 + 67 (100) |
409 + 130 (100) |
|
| [I] | 4 | 100 | 0 | 98 + 98 (89,1) |
334 + 174 (81;7) |
| [I] | 4 | 200 | 0 | 30 + 30 (27f3) |
76 + 62 (18,6) |
| 0 |
Ergebnisse des Versuchs D
(antiallergische Wirksamkeit)
(antiallergische Wirksamkeit)
(a) PCA-Reaktion (Typ I Allergie)
Bei einer Verdünnung auf 1:64 zeigten die beiden Verbindungen Olean-12-en-3S,30-diol (i) und Glyzirrhitin-
/21
säure (II) eine Hemmung von weniger als 50 96. Dabei ist die Aktivität von (I) etwas stärker als von (II).
(b) Artus-Phänomen-Tests (Typ III Allergie)
Bei der Hemmung des Arthus-Phenomens wurde beobachtet, daß die innere Blutung offensichtlich auf ein Maß von
27,3 bzw. 18,6 % zurückging durch Verabreichung von 200 mg/kg der zu untersuchenden Verbindung.
Wie oben angegeben führt die erfindungsgemäße Verbindung
0lean-12-en-3ß>30-diol (I), die durch reduktive Modifikation der 11- und 30-Stellungen der Glyzirrhetinsäure
(II) erhalten wird, in keiner Weise zu der aldosteronartigen Wirkung von Glyzirrhetinsäure· Wie
aus den pharmakologischen Daten der Versuche B, C und D hervorgeht, besitzt die Verbindung Jedoch noch die
Antiulcus-Wirkung, die für Glyzirrhetinsäure charakteristisch ist und diese Wirkung ist sogar noch stärker. Die erfindungsgemäße
Verbindung zeigt auch entzündungshemmende und antiallergische Wirkungen und erfüllt damit die
erfindungsgemäße Aufgabe.
Akute Toxizität
Es wurde die akute Toxizität von Glyzirrhetinsäure (II) und 0lean-12-en-3ß,30-diol (I) bei Mäusen, bei oraler
und intraperitonealer Verabreichung bestimmt.
Verfahren
Männlichen Mäusen (ddY) mit einem Gewicht von 24 bis 26 g wurden jeweils in Gruppen von 10 Mäusen die zu unter-
130061/0669 /22
suchenden Verbindungen (suspendiert in Tween 80) in verschiedenen Dosen (Verhältnis 1:2) oral und intraperitoneal
verabreicht und die LD50-Werte nach der Litchfield-Wilcoxon-Methode bestimmt.
Ergebnisse
Glyzirrhetinsäure (II)
Orale Verabreichung: LDcn = 560 mg/kg
Grenzwerte 518 bis 605 mg/kg P < 0,05 Intraperitoneale Verabreichung: LD50 = 455 mg/kg
Grenzwerte 433 bis 478 mg/kg P < 0,05
0lean-12-en-3ß,30-diol (I)
Orale Verabreichung: LD50 ^" 5 g/kg
Intraperitoneale Verabreichung: LDc0 ^ 4 g/kg.
Die überlebenden und toten Tiere werden 48 Stunden und
1 Woche nach der Verabreichung gezählt aber es bestand kein Unterschied.
0lean-12-en-3ß,30-diol (I) besitzt eine sehr geringe Toxizität.
Die erfindungsgemäße Verbindung 0lean-12-en-3ß,30-diol
bildet mit organischen und anorganischen Säuren Ester, die ebenfalls unter die Erfindung fallen.
Diese Ester sind in Wasser besser löslich als Olean-12-en-3ß,30-diol.
Derartige Ester sind z. B. :
/23
130061/0663
Bernsteinsäureester von 0lean-1?~en-3ß,30-diol:
a) 3-0-Hemisuccinat und dessen Alkalisalze.
b) 3, 30-0-Dihemisuccinat und dessen Alkalisalze.
Phosphorsäureester von Qlean-12-en-3ß t 30-diol
a) 3-O-Phosphat und dessen Dialkalisalze.
Schwefelsäureester von 0lean-12-en-3ß,30-diol
a) 3-O-Sulfat und dessen Alkalisalze.
b) 3,30-Disulfat und dessen Dialkalisalze.
Diese Verbindungen werden vorzugsweise oral verabreicht, sie können jedoch auch perenteral verabreicht werden
oder zur topischen Behandlung angewandt werden.
Geeignete Formen zur oralen Verabreichung sind unter anderem Flüssigkeiten (wie Lösungen in Polyäthylenglykol)
Tabletten, Suspensionen und Kapseln.
Die tägliche Dosis für einen Erwachsenen beträgt im allgemeinen ungefähr 0,6 bis 20 mg/kg Körpergewicht
bei oraler Verabreichung und ungefähr 30 bis ungefähr 1000 mg/Tag bei oraler Verabreichung berechnet auf
ein Körpergewicht eines Erwachsenen von 50 kg.
Es hat sich gezeigt, daß die erfindungsgemäße Verbindung 0lean-12-en-3ß,30-diol die erfindungsgemäßen Aufgaben
erfüllt, wie aus den pharmakologischen Untersuchungen verschiedener Verbindungen hervorgeht, die synthetisiert
worden sind durch Modifizierung von Glyzirrhetinsäure wie oben beschrieben.
Im folgenden wird die Herstellung von 0lean-12-en-3ß,30-diol
nach dem in der Literatur angegebenen Verfahren (L. Canonica et al.; Gazz. Chim. Ital.) beschrieben.
130061/0669
- 24 -
(1) Verfahren zur Herstellung von 0lean-12-en-3ß-ol«
30-säure (Hl)
Zu 20 ml Essigsäure wurden 2,4 g Platinoxid gegeben und
das Gemisch in einer Hydriervorrichtung 30 h in Gegenwart von
Wasserstoff gerührt. Zu der Suspension von Platinoxid wurden 170 ml Essigsäure, enthaltend 4,0 g Glyzirrhetinsäure
gegeben und das Gemisch durch achtstündiges Rühren bei Raumtemperatur und Atmosphärendruck reduziert. Man
erhielt einen Niederschlag von Olean-12-en-3ß-ol-30-säure.
Zu diesem Reaktionsgemisch wurden 100 ml Essigsäure gegeben und das Gemisch auf dem Wasserbad erwärmt. Unlösliches
Platin wurde entfernt, die Essigsäure abdestilliert und der Rückstand mehrmals aus Essigsäure umkristallisiert.
Man erhielt 0lean-12-en-3ß-ol-30-säure in einer
Ausbeute von 80 %,
(2) Verfahren zur Herstellung der gewünschten Verbindung aus 0lean-12-en~3ß-on-30-söure
In 300 ml Chloroform wurden 4,5 g Olean-12-en-3ß-ol-30-säure,
die entsprechend (1) erhalten worden war, gegeben. Zu dieser Lösung wurde ein großer Überschuß einer ätherischen
Lösung von Diazomethan gegeben. Nach 30 Minuten wurde das Lösungsmittel abgedampft und bei 60°C unter
vermindertem Druck eine Stunde getrocknet, wobei man Kristalle erhielt. Diese Kristalle wurden in 100 ml
Tetrahydrofuran gelöst. Die Lösung wurde nach und nach zu einer Lösung von 0,36 g Lithiumaluminiumhydrid in
300 ml Tetrahydrofuran gegeben und 1 Stunde gerührt. Nach dem der Aluminiumkomplex in dieser Lösung mit 20 ml
Methanol und 20 ml Wasser zersetzt worden war, wurde die Lösung filtriert und das Filtrat mit Salzsäure neutralisiert.
Zu dieser Lösung wurden 400 ml Wasser und 400 ml Chloroform gegeben und 3 mal extrahiert. Die
Chloroformschicht wurde 3 mal mit Wasser gewaschen und 6 Stunden über Natriumsulfat getrocknet. Nach Abdampfen
/25
1/0669
des Lösungsmittels wurde der Rückstand durch Chromatographie über eine Silicagel-Säule unter
Verwendung von Chloroform-Methanol als Entwicklungsmittel gereinigt, wobei man das gewünschte Olean-12-en-3ß,30-diol
in einer Ausbeute von 68,3 % erhielt.
Die Erfindung betrifft auch ein neues und günstiges Verfahren zur Herstellung von 0lean-12-en-3ß,30-diol
der Formel
H3C·.. J0CH2OH
Dieses Verfahren wird im folgenden näher erläutert.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung von 0lean-12-en-3ßf30-diol wird Glyzirrhetinsäure
(0lean-12-en-11-oxo-3ß-on-30-säure) zu der Triolverbindung
(Olean-12-en-3ß-1if-30-triol) reduziert
und die erhaltene Triolverbindung anschließend unter Bildung des gewünschten Produktes katalytisch reduziert.
Es gibt zwei Möglichkeiten, die Ausgangsverbindung, Glyzirrhetinsäure, zu der Triolverbindung zu
reduzieren. Bei einem Verfahren wird die Reduktion -.
direkt unter Verwendung von Natrium-bis-(2-methoxy- J
äthoxy)-aluminiumhydrid sls r durchgeführt.
13QD61/Q669
Bel dem anderen Verfahren wird die -COOH-Gruppe der
Glyzlrrhetinsäure zunächst mit einer ätherischen
Lösung von Diazomethan in die -COOCH,-Gruppe umgewandelt
und dann mit Lithiumaluminiumhydrid reduziert.
Nachstehend ist das Reaktionsschema für die am meisten bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens angegeben.
/27
coob
NäA1H2(0C2H40CH3)2
HO
CH2OH
H3C CH2OH
Reaktionsschema 2
CJl Ni
- 28 - - . ■
Das im dem Reaktionsschema 2 angegebene Verfahren
ist in dem folgenden Beispiel 1 näher beschrieben bei dem Glyzirrhetinsäure® in Tetrahydrofuran gelöst
und direkt mit Natrium-bis-(2-methoxyäthoxy)-aluminiumhydrid
reduziert wird unter Bildung der Triolverbindung d), die dann^Athanol gelöst und
katalytisch mit dem billigen Pd-C reduziert wird um das gewünschte 0lean-12-en-3ß,30-diol Q) zu
erhalten. Dieses Verfahren stellt das günstigste industrielle Verfahren dar, das auch zur Massenproduktion
geeignet ist, da die einzelnen Verfahrensstufen sehr einfach und sicher durchgeführt werden
können und zu einer hohen Gesamtausbeute von zumindest mehr als 86 % führen.
Als nächstes soll die andere Methode für die erste Stufe des erfindungsgemäßen Verfahrens beschrieben
werden, d. h. die Stufe, bei der die Glyzirrhetinsäure zu der Triolverbindung reduziert wird. Bei
dieser Ausführungsform wird die -COOH-Gruppe der Glyzirrhetinsäure φ zunächst in die -COOCKU-Gruppe
© umgewandelt mit Hilfe einer ätherischen Lösung von Diazomethan und das entstandene Produkt wird
dann mit Lithiumaluminiumhydrid in Tetrahydrofuran als Lösungsmittel reduziert, wobei man die Triolverbindung
© erhält. Die daran anschließenden Verfahrensstufen sind die gleichen wie bei dem oben
angegebenen Verfahren, d. h. die Triolverbindung wird katalytisch mit dem billigen Pd-C katalytisch
reduziert unter Bildung der gewünschten erfindungsgemSßen Verbindung. Dieses Verfahren ist in dem
Reaktionsschema (^) angegeben.
/29
130Q61
COOH
LiAlH4
HO
H5C
CH2N2
H3C % CH2CH
Pd/C
H5C, COOCH5
ψη*
H3C CH2OH
Reaktionsschema 3
- yo -
Dieses Verfahren ist insofern weniger günstig als das in dem Reaktionsschema 2 angegebene, da die
Reaktion nicht direkt durchgeführt werden kann und eine zusätzliche Stufe erforderlich ist, in der
die COQH-»Gruppe in eine. COOCH,-Gruppe umgewandelt
wird. Dieses Verfahren ist in dem folgenden Beispiel 2 beschrieben und führt zu einer Gesaniausbeute von
62 %, die noch wesentlich höher ist als die mit
Hilfe des bekannten Verfahrens erreichbaren 53 %.
In den nun folgenden Beispielen sind die in den Reaktionsschemata 2 und 3 angegebenen Verfahren zur
Herstellung von Olean-12-en-3ß,30-diol beschrieben.
Verfahren nach Reaktionsschema 2
In einen 300 ml Dreihalskolben, der mit einem dichtschließenden
Rühren einem RückflußkUhler mit Trockenrohr und einem Tropftrichter mit Seitenarm versehen
war, wurden 30 ml getrocknetes Tetrahydrofuran gegeben.
Dazu wurden 14,1 ml einer 70%igen Toluollösung von Natrium-bis-(2-methoxyäthoxy)aluminiumhydrid gegeben.
Dann wurden zu dem Gemisch nach und nach 4,7 g Glyzirrhetinsäure in 40 ml getrocknetem Tetrahydrofuran
über den Tropftrichter mit einem Seitenarm
zugetropft. Nach dem Zutropfen wurde das Gemisch 1 Stunden unter Rückfluß erhitzt und anschließend
gekühlt. Dann wurde nach und nach 10%ige Salzsäure zugegeben, wobei sich der Aluminiumkomplex unter Aufschäumen
zersetzte. Der Niederschlag wurde abfiltriert und zu dem Filtrat wurden 50 ml Wasser zugegeben. Das
Filtrat wurde 3 mal mit 200 ml Chloroform extrahiert.
/31
130001/0669
Die vereinigten Chloroformschichten wurden 3 mal mit 200 ml Wasser gewaschen und über Natriumsulfat
(waarerfrei) 6 Stunden getrocknet. Das Natriumsulfat wurde abfiltriert und das Lösungsmittel bei nicht
mehr als 40°C von dem Filtrat abgedampft, wobei ein Gemisch entstand, das hauptsächlich aus der Triolverbindung
bestand. Das Gemisch wurde in 50 ml Äthanol gelöst mit 23 g Pd-C (10 %) und Wasserstoff
in einer Hydriervorrichtung 8 Stunden gerührt. Der Katalysator wurde abfiltriert, das Lösungsmittel
abgedampft und der Rückstand durch Säuleüchromatographie über Silicagel mit Chloroform-Methanol als
Entwicklungsmittel gereinigt. Das Produkt wurde aus Tetrahydrofuran umkristallisiert. Man erhielt
3,81 g eines kristallinen weißen Pulvers von Olean-12-en-3ß,30-diol.
Beispiel 2 Verfahren nach Reaktionsschema 3
4,7 g Glyzirrhetinsäure wurden in Chloroform gelöst
und eine ätherische Lösung von Diazomethan zugegeben bis das Reaktionsgemisch gelb wurde* Das Lösungsmittel
wurde abgedampft und der Rückstand bei nicht mehr als 60°C unter vermindertem Druck getrocknet. In einen
30 ml Dreihalskolben, der mit einen dicht schließenden Rührer, Rückfluß kühler mit Trockenrohr und einem Tropftrichter
mit Seitenarm versehen war» wurden 150 ml
getrocknetes Tetrahydrofuran und 0,54 g Lithiumaluminiumhydrid gegeben. Zu diesem Gemisch wurde nach und nach
der Methylester von Glyzirrhetinsäure in 50 ml trockenem Tetrahydrofuran über den Tropftrichter zugetropft.
Nach einstündigem Rühren wurde der Aluminiumkomplex mit 50 ml Methanol und 50 ml Wasser zersetzt unddes enstandene
Gemisch filtriert. Zu dem mit 1Obiger Salzsäure
/32 130061/0669
neutralisierten Filtrat wurden 200 ml Wasser gegeben und das Gemisch 3 mal mit 300 ml Chloroform extrahiert.
Die vereinigten Chloroformschichten wurden 3 mal mit 300 ml Wasser gewaschen und 6 Stunden über Natriumsulfat
(wasserfrei) getrocknet. Das Natriumsulfat wurde abfiltriert und das Lösungsmittel bei nicht mehr
als 400C abgedampft. Man erhielt 3,91 g eines Gemisches,
das hauptsächlich die Triolverbindung enthielt. Das Produkt wurde in 300 ml Äthanol gelöst und mit 10 g
Pd-C (10 %) und Wasserstoff in einer Hydriervorrichtung 8 Stunden gerührt. Der Katalysator wurde abfiltriert,
das Lösungsmittel abgedampft und der Rückstand durch Säulenchromatographie über Silicagel unter Verwendung
von Chloroform-Methanol als Entwicklungsmittel gereinigt. Das Produkt wurde aus Tetrahydrofuran umkristallisiert.
Man erhielt 2,73 g eines kristallinen weißen Pulvers von Olean-12-en-3ß,30-diol.
Das in den Beispielen 1 und 2 erhaltene Olean-12-en-3ß,30-diol
besaß die folgenden Eigenschaften.
(1) Schmelzpunkt 250 bis 2510C
(2) IR-Spektrum (cm"1)
3600-3050 (C^-Stellung, C^-Stellung V-OH
Valenzschwingung) 1630 (Δ12"13Vc=C)
(3) 13C-NMR-Spektrum (Pyridin-d^) appm (TMS)
145,0 (C,,,χ , 123,5 (
78,2 (C(3)-OH), 66,0 (C(3Q)-OH),
55,9 (C(5)) (4) Massen-Spektrum (m/e)
M+ gefunden berechnet
442,38 442,73 C30H50°2
234,20 234,38 C16H26°
130061/0669
Claims (5)
- Patentansprüche' 1.j Arzneimittel mit Antiulcus-Wirkung, entzündungshemmender und antiallergischer Wirkung, dadurch gekennzeichnet , daß es als Wirkstoff Olean-12-en-3ß,30-diol der FormelCH9OHoder einen pharmakologisch verträglichen Ester davon enthält, gegebenenfalls zusammen mit üblichen Trägern und/oder Zusätzen.
- 2. Verfahren zur Herstellung des Wirkstoffs nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , daß man Glyzirrhetinsäure (Olean-12-en-11-oxo-3ß-ol-30-säure) zu der Triolverbindung (Olean-12-en-3ß-11f-30-triol)130061/0869/2reduziert und diese anschließend katalytisch reduziert.
- 3· Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet , daß man Glyzirrhetinsäure mit einem Alkalialuminium- oder Alkalibor-Komplex der Formel"RV-GR-M-R :© 'in der Z ein Alkaliatom, M ein Bor- oder Aluminiumatom und R jeweils ein Wasserstoffatom oder die Gruppe OR bedeutet, in der R ein aliphatischer Rest ist, reduziert unter Bildung der Triolverbindung,die dann mit Hilfe von Wasserstoff und einem Katalysator wie Palladium auf Kohle oder Raney Nickel reduziert wird.
- 4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Glyzirrhetinsäure direkt mit Natrium-bis-(2-methoxyäthoxy)aluminiumhydrid unter Bildung der Triolverbindung reduziert, die dann katalytisch mit einem Pd-C-Katalysator reduziert wird.
- 5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch g e k e η η nzelchnet, daß man die Glyzirrhetinsäure zu der Triolverbindung reduziert, indem man die COOH-Gruppe durch Behandlung mit einer ätherischen Lösung von Diazomethan in die COOCH^-Gruppe überführt und das Produkt mit Lithiumaluminiumhydrid reduziert und die entstandene Triolverbindung katalytisch mit einem Pd-C-Katalysator reduziert.6226130061/0669
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