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Vorrichtung zum Anzeigen der Dichtigkeit mittels Vakuums geschlossen
gehaltener Konservengefäße und zum gleichzeitigen Öffnen solcher Gefäße. Es sind
Vorrichtungen für Konservengläser bekannt, bei denen zum Anzeigen der Dichtigkeit
des Deckelverschlusses hohle mit Gummi überspannte Ventilkörper auf eine Öffnung
im Deckel des Glases aufgesetzt werden, die durch Abnahme der ganzen Sichtvorrichtung
das Öffnen des Glases bewerkstelligen. Bei allen diesen Sicht- und Offnungsvorrichtungen
ist das einfache Einsaugen einer offen liegenden Gummihaut bzw. Scheibe mit Ventilklappen
in einen Hohlkörper oder Flaschenhals das rohe Anzeichen für die Bildung des zur
Erhaltung der Speisen notwendigen Vakuums. Diese Verschlüsse haben den großen Nachteil
der Ungenauigkeit und leichten Verletzlichkeit, wodurch sie das Hauptmerkmal als
praktisches Kontrollzeichen . für den Glasinhalt verlieren.
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Eine genaue Feststellung der fortschreitenden Bildung des Vakuums
im Innern des Glases wäre bei diesen Vorrichtungen nur mit Hilfe eines Maßstabes
möglich, in dem man die Durchbiegung der Scheibe mißt, was aber aus rein praktischen
Gründen im Hau@.halt nicht durchführbar ist. Eine Urnkapselung des leicht verletzlichen
Materials zum Schutze gegen äußere Beschädigung oder Eingriffe würde auch diese
umständliche Kontrolle unmöglich machen. 'Das Ziel, durch derartige Konstruktionen
eine einfache und zuverlässige Kontroll-und Öffnungsvorrichtung zu bringen, ist
dadurch nicht erreicht. Diese Vorrichtungen gleichen einem Barogmphen ohne Zeiger.
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Vorliegende Erfindung beseitigt die Mängel und Nachteile der bisher
üblichen Vorrichtungen und vereinigt in sich Sicht- und Öffnungsvorrichtung in einem
Stift; welcher in eine im Deckel des Glases verdeckt eingesetzte elastische Scheibe
dichtend eingeführt ist.
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Der beim Erkalten der genügend sterilisierten Speisen entstehende
Unterdruck saugt die im Deckel des Glases befindliche elastische Scheibe mit dem
darin befindlichen Stift ein, so daß sich der Knopf des Stiftes fest an die Deckeloberfläche
preßt. Da nun die Stellung des Stiftes von der jeweiligen Veränderung des Vakuums
im Glase beeinflußt wird, so ist es jederzeit möglich, eine sofortige genaue Kontrolle
über den vom Vakuum abhängigen Zustand der sterilisierten Speisen auszuüben. Soll
das Glas durch Luffeinlaß geöffnet werden, so zieht man den Sichtstift aus der elastischen
Scheibe, wodurch der Sichtstift zur Öffnungsvorrichtung wird, wogegen die verdeckt
und geschützt liegende elastische Scheibe mit dem Deckel des Glases fest verbunden
bleibt Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend beschrieben und ist
auf der beiliegenden Zeichnung dargestellt.
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Fig. i zergt ein Weckglas mit der Speisensicherung gemäß vorliegender
Erfindung im Schnitt.
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Fig. z veranschaulicht in Schnitt und Ansicht eine besondere Ausführung
der elastischen Scheibe und des Sichtstiftes.
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Das Weckglas i von üblicher Form. ist mit einem Flansch 2 und einem
Dichtungsring 3
sur Auflage des Deckels q versehen. Dieser Deckel
erhält gemäß der Erfindung eine Off -nung, die in einem Stutzen 5 liegt.
Damit dieser Stutzen nicht nach oben vorsteht und damit das Aufeinandersetzen der
Gläser bei ihrer Aufbewahrung hindert, ist der Deckel q nach unten angezogen derart,
daß der Stutzen 5 gegenüber der oberen Kante des Deckelrandes versenkt liegt. Der
Stutzen ist .im vorliegenden Falle in der Mitte des Deckels angeordnet, kann aber
ebenso außerhalb der Mitte liegen.
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Die Öffnung 6 des Stutzens wird von einer elastischen Scheibe 7 aus
Gummi o. dgl. elastischem Material abgeschlossen. Die elastische Scheibe 7 liegt
auf dem oberen Ende des Stutzens, das zweckmäßig; wie aus der Zeichnung ersichtlich,
von innen nach außen zu nach unten hin abgeschrägt, ist, auf und wird durch einen
Verschlußdeckel luftdicht und unter Erzielung einer gewissen Spannung an-' gepreßt.
Als Verschluß wird am besten ein Schraubdeckel 8 gewählt, der sich auf ein Gewinde
g des Stutzens aufdrehen lä.ßt. Der fest angezogene Deckel 8 bewirkt die notwendige
luftdichte Anpressung der elastischen Scheibe an den oberen Stutzenrand und. gleichzeitig
die Spannung der Scheibe über . der Stutzenöffnung. Die Spannung wird dadurch erzielt,
daß die elastische Scheibe bei Aufschrauben des Deckels über den nach außen schräg
abfallenden Rand io des Stutzenendes gezogen wird: An der Scheibe ist in der Mitte
ein nach oben vorstehender, mehrere Millimeter langer Stift =i vorgesehen. Dieser
Stift kann einheitlich mit der Scheibe hergestellt sein; es ist aber auch möglich,
einen besonderen Stift zu verwenden, der dann, wie aus Fig. 2 ersichtlich, luftdicht
anschließend in die elastische Scheibe eingesetzt wird. Der besondere Stift ii wird
in 'diesem Falle mit einer halbkreisförmigen Nut 12 versehen, in welche die Ränder
der Bohrung 1 , 3 in der Scheibe für den Stift .luftdicht schließend eingreifen.
Am oberen Ende ist der Stift mit einem etwas vorragenden Rande versehen, derart,
daß er mit. den Fingernägeln ergriffen werden kann. Der Stift führt sich in einer
Öffnung i¢ des Schraubdeckels. Diese Öffnung ist in passender Weise als Führung
ausgestaltet.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Die Stiftscheibe wird
auf den Deckelstutzen aufgelegt. und durch Aufschrauben des Stutzendeckels luftdicht
an den Stutzen angeschlossen und über die Stützenöffnung straff gespannt. Es folgt
dann die Sterilisation in der üblichen Weise. Nach Beendigung der Sterilisation
muß sich die elastische Scheibe infolge des im Glase entstandenen Vakuums unter
dem außen auf sie lastenden Luftdruck >o weit in die Stutzenöffnung gesenkt haben,
daß der Stift ii in der Öffnung des 3chraubdeckels.4 verschwindet und unsichtbar
wird. Die Abmessungen der Stutzenöffnung, die Stärke der Gummischeibe, die Länge
des Stiftes, die Höhe der Deckelführung usw. sind in gegenseitiger Abhängigkeit
voneinander ge-. maß der Erfindung so gewählt, daß dieses Resultat bei ordnungsmäßiger
Sterilisation eintreten muß. Das Verschwinden des Sichtstiftes ist das Kennzeichen
für den ordnungsmäßigen Zustand der Speisen.
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Sind die Speisen, nicht richtig sterilisiert bzw. tritt Luft nachfolgend
in das Glasinnere, so verschwindet das Vakuum im Glas. Die elastische Scheibe wird
infolgedessen nicht mehr in die Stutzenöffnung eingezogen, sondern liegt unter der
Wirkung der von dem Schraubdeckel ausgeübten Spannung' wagerecht -über der Stutzenöffnung.
Dann ragt aber der Sichtstift mehrere Millimeter über den Schraubdeckel vor. Dies
ist das Zeichen dafür, daß die Speisen verdorben oder doch dem Verderben . ausgesetzt
sind und eine sofortige Wiederholung der Sterilisation oder ein Verbrauch der Speisen
stattfinden muß.
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Die Erfindung ermöglicht auch ein leichtes Öffnen des Gläser: Sind
die elastische Scheibe und der Stift einheitlich . hergestellt, so braucht lediglich
der Schraubdeckel abgenommen, die Scheibe an dem Stift ergriffen und abgezogen zu
werden, um Luft in das Glasinnere treten zu lassen und damit ein leichtes Abheben
des Deckels zu ermöglichen. Wird ein besonderer,- in der Scheibe eingesetzter Stift
verwendet so braucht nur dieser Stift aus der Scheibe herausgezogen werden, um das
gleiche Resultat zu erzielen. Der Stift ist zu diesem Zweck an seinem oberen Ende
mit kleinen Einschnitten -versehen, die das Ansetzen eines dünnen Nagels o. dgl.
zur Hervorziehung aus der Deckelöffnung ermöglichen. Ist der Stift vorgezogen, so
wird er mit den Fingernägeln ergriffen und aus der Scheibe herausgenommen.