DE3036498C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein aus Kunststoff gespritztes Schar
nier für Schaltschranktüren od. dgl., bestehend aus einem
jeweils Befestigungsbohrungen aufweisenden unteren und oberen
Scharnierteil, mit aus Metall bestehendem Gelenkzapfen und
mit einer in jedem Scharnierteil angeordneten metallischen,
plattenförmigen, langgestreckten Einlage, welche in paralle
lem Abstand zur Achse des Scharniers angeordnet ist.
Ein derartiges Scharnier ist aus der DE-GM 70 02 017 bereits
bekannt.
Derartige aus Kunststoff bestehende Scharniere sind insbe
sondere für Anwendungsbereiche geeignet, bei denen das Schar
nier stark korrosiven Einflüssen ausgesetzt ist. Das gilt
auch für Scharniere für Schaltschranktüren, beispielsweise
dann, wenn diese Schaltschränke in Elektrolyseeinrichtungen
aufgestellt werden, an denen stark korrodierende Gase ent
stehen und in dieser Umgebung angeordnete Materialien angrei
fen. Bei derartigen Schaltschränken wird es vorkommen, daß
die Türen Einrichtungen enthalten, die die Türscharniere
besonders stark belasten. Außerdem ist es bei Schaltschränken
wichtig, daß das aus Metall bestehende Türblatt das gleiche
Potential aufweist wie der Türrahmen. Schließlich ist bei
Schaltschränken es oft von Vorteil, wenn die Schaltschranktür
ohne große Probleme nach dem Öffnen auch ausgehängt werden
kann.
Alles dies gemeinsam zu ermöglichen, ist mit der bekannten
Anordnung nicht möglich. Das bekannte Scharnier ermöglicht
ein Aushängen der Tür erst nach umständlicher Entfernung
eines Scharnierstiftes, desweiteren ist bei dem bekannten
Scharnier zum Potentialausgleich zwischen dem aus Metallblech
bestehenden Schaltschrankrahmen und dem ebenfalls aus Metall
blech bestehenden Schaltschranktürblatt eine Erdung nur
dadurch sicherzustellen, daß besondere Erdungsbänder vorge
sehen werden, die beim Aushängen der Tür ebenfalls demontiert
werden müßten, was die Angelegenheit noch umständlicher
macht. Schließlich ist auch die Festigkeit des bekannten
Scharniers noch verbesserungsbedürftig.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, das bekannte
Scharnier dahingehend zu verbessern, daß seine Festigkeit
noch erhöht ist und daß es zwischen Türblatt und Türrahmen
einen elektrischen Leitweg schafft. Dadurch wird die Verwen
dung von Erdungsbändern entbehrlich, die ein in manchen
Fällen notwendiges schnelles Aushängen des Türblattes aus dem
Türrahmen behindern würden.
Gelöst wird die Aufgabe dadurch, daß gemäß dem Kennzeichen
teil des Hauptanspruchs den Befestigungsbohrungen Gewinde
bohrungen in der Einlage zugeordnet sind, daß entweder die
hinsichtlich des Scharniers äußere Gewindebohrung unterhalb
bzw. oberhalb des Gelenkzapfenendes und die Gelenkzapfen
bohrung schneidend angeordnet ist, oder die Einlage eine
Umbiegung aufweist, und daß eine in die äußere Gewindebohrung
eingeschraubte Befestigungsschraube bzw. die Umbiegung der
Einlage in das Ende der Gelenkzapfenbohrung hineinreicht und
einen Auflage- und Kontaktpunkt für den Gelenkzapfen bildet.
Durch diese Maßnahme wird zum einen eine vergrößerte Festig
keit erreicht, zum anderen gleichzeitig ein stets vorhandener
elektrischer Leitweg zwischen Türblatt und Türrahmen geschaf
fen, so daß die sonst u. U. notwendige Anbringung von Er
dungsbändern, die die Aushängbarkeit beeinträchtigen würden,
entbehrlich ist.
Um die mechanische Festigkeit noch weiter zu erhöhen, ist es
günstig, wenn gemäß einer Weiterbildung der Erfindung
zwischen den beiden äußeren Gewindebohrungen weitere Ge
windebohrungen angeordnet sind.
Es ist auch günstig, wenn sich das Gewinde der Gewindeboh
rungen nach innen hin im Kunststoff fortsetzen, weil dadurch
Schrauben mit Überlängen aufgenommen werden können, welche
Gewindefortsetzung innerhalb des Kunststoffes sich beispiels
weise durch Einschneiden des Gewindes in üblicher Weise
bilden läßt, oder aber noch einfacher dadurch, daß vor dem
Umspritzen in die Gewindebohrung eine Schraube, insbesondere
Madenschraube eingeschraubt wird, die dann nach dem Um
spritzen wieder herausgedreht wird und das gewünschte Gewinde
zurückläßt.
Statt das Gewinde der Gewindebohrung nach innen hin im Kunst
stoff durch ein Gewinde fortzusetzen, kann es in manchen
Fällen auch günstig sein, wenn das Gewinde der Gewindebohrung
statt dessen in eine koaxiale Bohrung übergeht, deren Durch
messer dem Kerndurchmesser des Gewindes entspricht. Wenn dann
später die Befestigungsschraube oder der Befestigungsbolzen
eingeschraubt wird und dieser Bolzen eine größere Gewinde
länge besitzt, als es dem Gewinde der Gewindebohrung ent
spricht, dreht sich die Schraube in den etwas nachgiebigen
Kunststoff der Bohrung ein und bewirkt dadurch eine gewünsch
te Arretierung der Schraube oder des Gewindebolzens.
Diese koaxiale Bohrung kann durch mechanisches Bearbeiten,
z. B. Bohren, hergestellt werden, oder aber wiederum ein
facher während des Spritzens des Kunststoffscharnierteils,
indem vor dem Spritzvorgang durch die Gewindebohrung ein
Stift gesteckt wird, der nach dem Spritzvorgang wieder her
ausgezogen wird. Dieser Stift besitzt natürlich den Kern
durchmesser des Gewindes, kann also durch das Gewinde gerade
noch hindurchgesteckt werden.
Gemäß einer noch anderen Weiterbildung der Erfindung kann die
den Auflage- und Kontaktpunkt bildende Schraube am Auflage-
und Kontaktpunkt eine Ringnut zur Aufnahme des Gelenkzapfen
endes oder einer zwischengeschalteten Gleitkugel aufweisen,
welche Ringnut an den Durchmesser des Gelenkzapfenendes bzw.
den der Gleitkugel angepaßt ist.
Zum besseren Einführen und genaueren Aufliegen kann der
Gelenkzapfen an seinem freien Ende sich konisch verjüngen.
Es sei erwähnt, daß als Gelenkzapfen auch ein im Scharnier
lose angeordneter Stift vorgesehen sein kann, wobei die
erwähnte konische Verjüngung in diesem Fall als Einführungs
hilfe zusätzlich dient. In bestimmten Fällen ist es günstig,
die Länge von Gelenkzapfenbohrung und Gelenkzapfen
derart zu wählen, daß zwischen den Anstoßflächen der beiden
Scharnierteile ein Luftspalt verbleibt, nämlich um auch bei sehr
festen, unnachgiebigen Kunststoffen sicherzustellen, daß der
Stift bzw. der Gelenkzapfen stets auf der Schraube bzw. der
Umbiegung der Metalleinlage ruht und dort die Verschiebungs
kräfte aufnimmt und den elektrischen Kontakt aufrechterhält.
Werden übliche Kunststoffe benutzt, reicht allerdings deren
Nachgiebigkeit aus, um auch ohne Luftspalt den erwünschten
Effekt herbeizuführen.
Der Gelenkzapfen kann an seinem Ende in radiale Richtung
verlaufende Einsenkungen oder Vorsprünge aufweisen, um den
Zapfen im Kunststoff zu blockieren, beispielsweise bereits
beim Umspritzen, oder aber beim Einstecken eines zunächst
losen Zapfens, der sich dann durch entsprechende Maßnahmen
selbst arretiert.
Aus Herstellungsgründen und auch aus Gründen einer geringeren
Lagerhaltung ist es günstig, wenn beide Scharnierteile iden
tischen Aufbau haben.
Aus Gründen einer noch weiter erhöhten Festigkeit ist es
außerdem von Vorteil, wenn die Einlage im Bereich der Ge
windebohrungen bis zur Befestigungsfläche gezogen ist.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbei
spielen näher erläutert, die in den Zeichnungen dargestellt
sind.
Es zeigt
Fig. 1 in einer vergrößerten Schnittdarstellung das untere
Scharnierteil eines erfindungsgemäß ausgestalteten
Scharniers mit Einlage und Gelenkzapfen sowie einem
Stift zur Ausrichtung des Gelenkzapfens während des
Spritzvorganges;
Fig. 2 in einer ähnlichen Darstellung wie bei Fig. 1 das
untere Scharnierteil gemäß Fig. 1 nach Befestigung
an einem Türblatt mittels Befestigungsschrauben;
Fig. 3 in einer ähnlichen Darstellung wie bei Fig. 1 und 2
den oberen Teil eines erfindungsgemäß ausgestalte
ten Scharniers, wobei hier die Möglichkeit der
Befestigung mittels Schweißgewindezapfen am Tür
blatt dargestellt ist;
Fig. 4 einen axialen Schnitt durch das gesamte Schar
nier gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfin
dung;
Fig. 5 einen Schnitt ähnlich dem der Fig. 4 zur Erläuterung
einer noch anderen Ausführungsform der Erfindung.
Das in Fig. 4 dargestellte Scharnier
besitzt ein oberes Scharnierteil 16 und ein unteres Schar
nierteil 18, die
am Türblatt 10 bzw. an der
Türzarge 20 befestigt sind.
Beide Scharnierteile 16, 18 weisen jeweils eine metallische,
plattenförmige, langgestreckte Einlage 44 auf, welche im
parallelen Abstand zur Achse 15 des Scharniers 14 angeordnet
ist. Die Einlage 44 besitzt
bis zur Befestigungsfläche 50
(siehe auch Fig. 5) des Scharniers 14 durchgezogene Gewinde
bohrungen 46, 48 (siehe auch Fig. 1) für Befestigungsschrauben 38,
39, wie in vergrößertem Maßstab in Fig. 2 dargestellt
ist. Anstelle einer mit Schraubenkopf versehenen Befesti
gungsschraube kann in die Gewindebohrung 46, 48 auch ein mit
Gewinde versehener Anschweißzapfen 24 eingeschraubt und
anschließend mit beispielsweise dem Türblatt 10 ver
schweißt werden, siehe Bezugszahl 90,
oder aber, siehe Fig. 3
unten, ein mit Außengewinde versehener Bolzen 23, der an
schließend mittels einer Mutter 25 festgelegt wird. Ein
Schweißbolzen kann benutzt werden, sofern das Kunststoff
material ausreichend wärmeunempfindlich ist, um den Schweiß
vorgang unbeschadet zu überstehen.
Wie zu erkennen ist, liegt die untere bzw. obere (also die äußere) Gewindebohrung
48 bei den Fig. 1, 2, 3 und 4
unterhalb bzw. oberhalb des jeweiligen Endes des Gelenk
zapfens 30 bzw. 30 a. Dadurch wird es möglich, die Gewinde
bohrung 48 und damit die darin vorgesehene Befestigungs
schraube mit einem längeren Gewindeteil zu versehen und der
Gesamtanordnung eine größere Stabilität dadurch zu geben, daß
sich der Gewindezapfen 30 auf diese Befestigungsschraube
aufstützt und gleichzeitig einen elektrischen Kontakt mit
dieser Schraube bildet.
Wie die Figuren erkennen lassen, wird die Gewindebohrung
dadurch hergestellt, daß das Metall der plattenförmigen
langgestreckten Einlage 44 im Bereich der Gewinde beispiels
weise um die halbe Dicke der Einlage versetzt wird, so daß
sich eine Erhebung 54 bildet, deren Stirnfläche 56 entweder
bündig mit der Oberfläche 50 des Kunststoffkörpers 42 (siehe
Fig. 1) bzw. 43 (siehe Fig. 3) abschließt oder geringfügig
unter dieser Oberfläche 50 bleibt. Gleichzeitig bildet sich
auf der anderen Seite der Platte 44 eine Einsenkung 58, die
zum einen die Haftung innerhalb des Kunststoffkörpers ver
bessert, zum anderen dem Gewindezapfenteil des Befestigungs
elementes (Schraube 38 oder Schweißbolzen 24) hinter der
Einlage 44 mehr Freiraum gibt.
Die Fig. 1 und 2 lassen auch erkennen, daß zwischen den
beiden Gewindebohrungen 46, 48 zwei Durchbrüche
60 vorhanden sind, durch die das Kunststoffmaterial hin
durchreicht und dadurch die Stabilität des Kunststoffkörpers
42 erhöht. Statt der dargestellten Durchbrüche
60 können natürlich
auch nur Einschnitte unterhalb der Einlage 44 vorgesehen
werden.
Bei besonders schweren Türen kann es im übrigen günstig sein,
nicht nur, wie dargestellt, zwei Gewindebohrungen vorzusehen,
die in durch den Kunststoffkörper 43 nach außen hin sich
öffnende Befestigungsbohrungen übergehen, sondern zwischen
diesen an den Einlageenden liegenden Gewindebohrungen noch
weitere Gewindebohrungen vorzugsehen, um weitere Befestigungs
elemente aufzunehmen. So zeigt die Fig. 5 eine derartige
"zusätzliche" Gewindebohrung 92, wobei die Gewindebohrung 48
der Fig. 1, 2, 3 oder 4 ersetzt ist durch eine Umbiegung 96,
deren Aufgabe noch näher erläutert werden wird.
Die Haltekräfte, die von jedem eingeschraubten Befestigungs
element übertragen werden können, lassen sich steigern, wenn
das Gewinde 62 der Einlage 44 sich nach innen hin im Kunst
stoff fortsetzt, wie das durch die Bezugszahl 64 in Fig. 3
angedeutet ist.
Es ist an sich gleichgültig, wie diese Gewindefortsetzung im
Kunststoffkörper erzeugt wird; als eine Möglichkeit bietet
sich dazu natürlich das Einschneiden mittels eines Gewinde
schneiders an. Die Herstellung kann aber auch auf einfachere
Weise dadurch erfolgen, daß, wie Fig. 1 erkennen läßt, in die
Einlage 44 vor dem Spritzvorgang eine Schraube, beispiels
weise eine Madenschraube 66 soweit eingedreht wird, daß das
untere Ende 68 dieser Madenschraube über die Einlage 44 um
ein Stück hinausreicht, das der später gewünschten Gewinde
lochtiefe innerhalb des Kunststoffkörpers 42 entspricht. Beim
anschließenden Spritzvorgang, bei dem auch z. B. der in Fig.
1 dargestellte Gelenkzapfen 30 umspritzt wird, bewirkt die
Madenschraube 66, daß nicht nur die Gewindebohrung 46 der
Einlage 44 frei von Kunststoff bleibt, sondern auch der ganze
von der Madenschraube innerhalb des Kunststoffkörpers 42
eingenommene Raum. Wenn anschließend die Madenschraube 66
herausgedreht wird, erhält man das gewünschte innerhalb des
Kunststoffs liegende Gewindeloch 64. Man kann natürlich auch
die Madenschraube 66 belassen und diese später als Anschraub-
oder auch als Anschweißbolzen 23, 24 gemäß der Fig. 3 be
nutzen, wenn dies Vorteile bringt.
Werden zur späteren Befestigung der Scharnierteile keine
Schweißbolzen 24 mit Schweißung 90 oder Anschraubbolzen 23
mit Muttern 25, siehe Fig. 3, verwendet, sondern gemäß Fig. 2
Schrauben 38, 39, kann es günstigt sein, für diese Schrauben
eine besondere Sicherung vorzusehen, die verhindert, daß sich
während des Betriebs des Scharniers diese Schrauben wieder
lockern. Eine solche Sicherung kann natürlich mittels einer
üblichen Sicherungsbeilagscheibe 40 erfolgen, siehe Fig. 4,
günstig ist hier jedoch auch noch eine andere Möglichkeit:
Verwendet man eine Madenschraube 66, an deren unterem Ende die Gewindegänge beseitigt sind, so daß nur noch der massive Kern vorhanden ist, bleibt am unteren Ende des Gewindeloches ein glattwandiges Sackloch mit einem Durchmesser zurück, der dem Kerndurchmesser des Gewindes 46 entspricht. Eine an schließend eingeschraubte Befestigungsschraube wird sich dann, wenn sie lang genug ist, in die Wandungen des Kern loches eingraben und dadurch je nach Zähigkeit des Kunst stoffes mehr oder weniger stark festgehalten werden.
Verwendet man eine Madenschraube 66, an deren unterem Ende die Gewindegänge beseitigt sind, so daß nur noch der massive Kern vorhanden ist, bleibt am unteren Ende des Gewindeloches ein glattwandiges Sackloch mit einem Durchmesser zurück, der dem Kerndurchmesser des Gewindes 46 entspricht. Eine an schließend eingeschraubte Befestigungsschraube wird sich dann, wenn sie lang genug ist, in die Wandungen des Kern loches eingraben und dadurch je nach Zähigkeit des Kunst stoffes mehr oder weniger stark festgehalten werden.
Ein ähnlicher Vorteil ergibt sich auch dann, wenn gemäß
Fig. 1, untere Hälfte, statt der Madenschraube 66 ein glatter
Stift 70 mit einem Durchmesser, der dem Kerndurchmesser des
zugehörigen Gewindes der Gewindebohrung 48 entspricht, durch
diese Gewindebohrung 48 hindurchgesteckt und anschließend der
Spritzvorgang ausgeführt wird. Wird nach dem Spritzen der
Stift 70 wieder herausgezogen, bleibt hinter der Gewinde
bohrung 48 innerhalb des Kunststoffes eine glatte, koaxiale
Bohrung zurück, deren Durchmesser dem Kerndurchmesser des
Gewindes entspricht. Wird anschließend eine Schraube in die
Gewindebohrung 48 eingedreht, dreht sich bei ausreichender
Länge dieser Schraube diese wiederum in den Kunststoff ein
und blockiert sich dadurch.
In Fig. 1 ist zu erkennen, daß der Stift 70 eine so große
Länge besitzt, daß er bis in den Querschnittsbereich des
Gelenkzapfens 30 (oder alternativ der Gelenkbohrung 34)
reicht oder gar über diesen Querschnitts
bereich hinausgeht. Die Anordnung ist gemäß Fig. 1 derart
getroffen, daß der Stift 70 und damit später die Verlängerung
des Kernquerschnitts der Gewindebohrung 48 tangential das
Ende 72 des Gelenkzapfens 30 (bzw. der Gelenkzapfenbohrung
34) berührt.
In Fig. 4 ragt der halbe Kernquerschnitt der Gewindebohrung
48 und damit der halbe Kern einer später eingedrehten Be
festigungsschraube 38 in die Bohrung 34 des Gelenkstiftes 30 a
hinein.
Wird, siehe wieder Fig. 2, in die nach Herausziehen des
Zapfens 7 gebildete Bohrung eine Befestigungsschraube oder
auch ein Befestigungszapfen, wie Anschweißzapfen, einge
schraubt, dessen Gewindeteil so lang ist, daß er bis in den
Querschnitt des Gelenkzapfens hineinreicht, gräbt sich das
Gewinde 74 der Schraube 38 in die Innenfläche 72 des Gelenk
zapfens 30 ein und bewirkt dadurch einen guten elektrischen
Kontakt zwischen Gelenkzapfen 30 und Schraube 38 und damit
der Metallzarge 20. Diese Konstruktion vereinigt somit
verschiedene Vorteile, nämlich einmal die gute Kontakther
stellung zwischen Gelenkzapfen 30 und Zarge 20, zum
anderen auch die erhöhte Stabilität der Befestigung mittels
Schraube 38 durch ihre große Länge sowie auch eine zusätz
liche Verankerung des Zapfens 30 durch sein Aufsitzen auf der
Schraube 38, so daß sich eine zusätzliche axiale Festigkeit
gegen nach unten wirkende Kräfte ergibt.
Um auch eine axiale Festigkeit in die entgegengesetzte Rich
tung für den Gelenkzapfen 30 zu erhalten, ist der Zapfen 30
mit einer Ringnut 76 versehen, in die das Kunststoffmaterial
beim Spritzen eindringt und später dadurch den Zapfen axial
festhält. Statt dieser Ringnut 76 können natürlich auch
andere Vorsprünge oder Einsenkungen auf der Oberfläche des
Zapfens 30 innerhalb des Kunststoffkörpers 42 vorgesehen
werden.
Wie die Fig. 3 erkennen läßt, ergeben sich ähnliche Vorteile
beim oberen Teil 16 des Scharniers, der mit
dem metallischen Türblatt 10 verbunden ist. Dort ist zur
Darstellung einer etwas abgewandelten Ausführungsform in das
von dem Stift 70 gebildete (Fig. 1) und zur Gewindebohrung 46 koaxiale
Sackloch 78 ein Anschweißzapfen 24 eingeschraubt, der mit
seinem Gewindeteil 80 die Gewindebohrung 46 durchdrungen hat
und sich auch teilweise in das Material des Kunststoffkörpers
43 unter Eigenblockierung eingeschnitten hat, während ein an
den Gewindeteil 80 anschließender glatter Gewindekernteil 82
bis über den Querschnitt der Gelenkzapfenbohrung 34 hinaus
reicht. Dieser Gewindekernteil 82, der im Gegensatz zu Kunst
stoffmaterial eine hohe Flächenpressung zuläßt, kann somit
als Auflagefläche für die Stirnfläche 84 des in der Gelenk
zapfenbohrung 34 angeordneten Gelenkzapfens 30 dienen. Zur
Reibungsverringerung kann
auch eine Gleitkugel 26 zwischen der Stirnfläche 84 und dem
Gewindekernteil 82 vorgesehen sein. Um die Flächenpressung
einer derartigen Kugel 26 im Bereich des Gewindekernteils 82
zu verringern, kann es günstig sein, diesen Gewindekernteil
mit einer Ringnut 86 mit einem der Gleitkugel 26 angepaßten
Profil zu versehen, wobei die Ringnut 86 so angeordnet ist,
daß bei eingeschraubtem Befestigungselement 24 die Ringnut 86
den Querschnitt der Gelenkzapfenbohrung 34
mittig durchläuft. Natürlich kann auch die Stirnfläche 84 des
Gelenkzapfens 30 eine Einsenkung aufweisen.
Außerdem ist es oft günstig, das obere Ende des Gelenkzapfens
30 konisch abzuschrägen, siehe Bezugszahl 88, um das Auf
stecken des oberen Scharnierteils 16 auf dem unteren Schar
nierteil 18 und damit das Einhängen der Tür zu erleichtern.
Die in Fig. 3 dargestellte Konstruktion ist wiederum der
artig, daß sich nicht nur eine mechanische Festigkeit sowohl
in radialer Richtung bezüglich des Gelenkzapfens 30 als auch
in axialer Richtung wesentlich vergrößert, sie ermöglicht
auch den elektrischen Kontakt zwischen dem Gelenkzapfen 30
und dem Befestigungselement 24 und damit dem Türblatt 10. Wie
zu erkennen ist, ist das Türblatt 10 hier mittels einer
Verschweißung 90 befestigt, doch läßt sich statt des Schweiß
bolzens 24 auch wiederum eine Schraube ähnlich der in Fig. 2
unter der Bezugszahl 38 dargestellten Schraube verwenden,
wobei diese Schraube dann wiederum ein gewindefreies Ende 82
besitzen könnte, um als Auflage für den Gelenkzapfen 30 zu
dienen. Auch ein Anschraubbolzen 23 könnte nützlich sein, wie
er im unteren Teil der Fig. 3 dargestellt ist, insbesondere
dann, wenn das Blech des Türblatts 10 dünn ist, so daß die
Schweißwärme das Kunststoffmaterial erweichen würde. In
diesem Falle könnte anstelle der Schweißung 90 eine Mutter 25
zur Befestigung dienen.
Es sei erwähnt, daß selbstverständlich auch eine ganz normale
voll mit Gewinde versehene Schraube bzw. ein entsprechender
Bolzen verwendet werden kann, falls die Anforderungen an die
Auflage des Gelenkzapfens nicht ganz so hoch sind. Die Stirn
fläche 84 des Gelenkzapfens 30 würde dann auf dem mit Gewinde
versehenen Äußeren der Schraube bzw. des Bolzens 23, 24
aufliegen, was die Reibung zwar etwas erhöhen würde, aber für
viele Zwecke vollkommen ausreichend wäre.
Es sei noch ergänzt, daß der in Fig. 1 dargestellte Stift 70
ähnlich wie die Madenschraube 66 auch als Positionierungs
hilfe für die Einlage 44 während des Spritzvorganges dient,
gleichzeitig aber u. U. auch als Positionierungshilfe für den
Gelenkzapfen 30.
Ganz analog läßt sich während des Spritzvorganges der Stempel
positionieren, der zur Herstellung der Gelenkzapfenbohrung
34 dient, so daß das Ende dieser Bohrung 34
genau tangential an das Sackloch 78 angrenzt, wenn der
Stempel wie auch der das Sackloch 78 erzeugende Stift 70
wieder entfernt sind.
Die bereits erwähnten Fig. 4 und 5 zeigen besonders günstige
Konstruktionen. So sind gemäß beiden Figuren die beiden
Scharnierteile von identischer Konstruktion, was die Kosten
für die Herstellung sowie die Lagerhaltung verringert, und
der Scharnierzapfen ist ein in beide Scharnierteile 16, 18
lose eingesteckter Stift 30 a und kann somit leicht ausge
wechselt werden. Während gemäß Fig. 4 der Stift 30 a auf der
Befestigungsschraube 38 aufliegt, stützt er sich gemäß Fig. 5
auf eine Umbiegung 96 der Metalleinlage 44 a ab. Der Stift 30 a
ist am Ende kegelstumpfförmig und erleichtert dadurch wieder
um das Einschieben in die Scharnierteile.
Zwischen den Scharnierteilen 16, 18 ist ein
Luftspalt 94 vorgesehen, der sicherstellt, daß der Stift 30 a
an seinen beiden Enden gegen die Schrauben 38 bzw. die Enden
96 der Metalleinlage 44 a gedrückt wird. Der Spalt 94 sollte
so groß sein, daß auch bei Verschleißerscheinungen an der
Reibstelle zwischen Stift 30 a und seiner Auflage es nicht zu
einer Berührung der Kunststoffteile 42, 43 und damit zu einer
Kontaktunterbrechung kommt. Falls allerdings der Kunststoff
relativ nachgiebig ist, besteht diese Gefahr nicht und der
Luftspalt kann weggelassen werden.
Claims (13)
1. Aus Kunststoff gespritztes Scharnier für Schaltschrank
türen o. dgl., bestehend aus einem jeweils Befesti
gungsbohrungen aufweisenden unteren (18) und oberen (16)
Scharnierteil, mit aus Metall bestehendem Gelenkzapfen
(30, 30 a) und mit einer in jedem Scharnierteil (16, 18)
angeordneten, metallischen, plattenförmigen, lang
gestreckten Einlage (44, 44 a), welche in parallelem Abstand
zur Achse des Scharniers angeordnet ist, dadurch gekenn
zeichnet, daß den Befestigungsbohrungen Gewindebohrungen
(46, 48) in der Einlage (44, 44 a) zugeordnet sind, daß
entweder (44) die hinsichtlich des Scharniers äußere
Gewindebohrung (48) unterhalb bzw. oberhalb des Gelenk
zapfenendes (72) und die Gelenkzapfenbohrung schneidend
angeordnet ist, oder die Einlage (44 a) eine Umbiegung
(96) aufweist, und daß eine in die äußere Gewindebohrung
(48) eingeschraubte Befestigungsschraube (24, 38, 70)
bzw. die Umbiegung (96) der Einlage (44 a) in das Ende
der Gelenkzapfenbohrung (34) hineinreicht und einen
Auflage- und Kontaktpunkt für den Gelenkzapfen (30, 30 a)
bildet.
2. Scharnier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen den beiden äußeren Gewindebohrungen (48) weitere
Gewindebohrungen (46) angeordnet sind.
3. Scharnier nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß das Gewinde der Gewindebohrung (46, 48) sich
nach innen hin im Kunststoff fortsetzt.
4. Scharnier nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der im Kunststoff befindliche Gewindeteil durch Um
spritzen einer in die Gewindebohrung eingeschraubten
Schraube, insbesondere Madenschraube (66) entstanden
ist.
5. Scharnier nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß das Gewinde der Gewindebohrung (46, 48) nach
innen hin im Kunststoff in eine Koaxialbohrung (78)
übergeht, deren Durchmesser dem Kerndurchmesser des
Gewindes entspricht.
6. Scharnier nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Bohrung (78) durch Umspritzen eines durch die Ge
windebohrung (46, 48) gesteckten Stiftes (70) entstanden
ist.
7. Scharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die den Auflage- und Kontaktpunkt
bildende Schraube (44) am Auflage- und Kontaktpunkt eine
Ringnut (86) zur Aufnahme des Gelenkzapfenendes oder
einer zwischengeschalteten Gleitkugel (26) aufweist,
welche Ringnut (86) an den Durchmesser des Gelenkzapfen
endes bzw. den der Gleitkugel (26) angepaßt ist.
8. Scharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Gelenkzapfen (30) an seinem
freien Ende (30 a) sich konisch verjüngt (88).
9. Scharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß der Gelenkzapfen (30) von einem in
beide Scharnierteile lose eingesteckten Stift dar
gestellt wird.
10. Scharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die Länge von Gelenkzapfenbohrung
(34) und Gelenkzapfen (24) derart gewählt ist, daß
zwischen den Anstoßflächen der beiden Scharnierteile
(16, 18) ein Luftspalt (94) verbleibt.
11. Scharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß der Gelenkzapfen (30) an einem Ende
in radiale Richtung verlaufende Einsenkungen oder Vor
sprünge (z. B. Ringnut 76) zur Blockierung des Zapfens
(30) im Kunststoff aufweist.
12. Scharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß beide Scharnierteile (16, 18) iden
tischen Aufbau haben.
13. Scharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß die Einlage (44, 44 a) im Bereich der
Gewindebohrungen (46, 48) bis zur Befestigungsfläche
(50) gezogen ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19803036498 DE3036498A1 (de) | 1980-09-27 | 1980-09-27 | Kunststoffprofilscharnier fuer schaltuschranktueren |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19803036498 DE3036498A1 (de) | 1980-09-27 | 1980-09-27 | Kunststoffprofilscharnier fuer schaltuschranktueren |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3036498A1 DE3036498A1 (de) | 1982-06-03 |
| DE3036498C2 true DE3036498C2 (de) | 1989-08-24 |
Family
ID=6113003
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19803036498 Granted DE3036498A1 (de) | 1980-09-27 | 1980-09-27 | Kunststoffprofilscharnier fuer schaltuschranktueren |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3036498A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE19626279A1 (de) * | 1996-06-29 | 1998-01-02 | Bayerische Motoren Werke Ag | Kraftfahrzeug mit wenigstens einer, über Scharniere an der Karosserie angelenkten Klappe oder dergleichen |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE3036498A1 (de) | 1982-06-03 |
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