DE3036333C2 - Vorrichtung zur Entnahme von Werkstücken an einer Druck- oder Spritzgießmaschine - Google Patents
Vorrichtung zur Entnahme von Werkstücken an einer Druck- oder SpritzgießmaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Entnahme von Werkstücken an einer Druck- oder Spritzgießmaschine
und zur Übergabe an eine achsparallel daneben angeordnete Stanzmaschine zum Entgraten des Werkstücks
mit einer zwischen den Maschinen und parallel zu deren Achsen angeordneten Antriebsweile mit wenigstens
einem darauf in Richtung der Antriebswelle verschiebbaren Obergabearm, der mit seinem Ende in
der einen Drehlage zwischen die Formhälften der Druck- bzw. Spritzgießmaschine eingreift und in einer
anderen Drehlage das Werkstück zwischen den Stanzwerkzeugen hält, wobei das Ende des Übergabearms
so ausgebildet ist, daß das Gußstück formschlüssig angegossen und anläßlich des Stanzens von dem
Übergabearm gelöst wird.
Vorrichtungen dieser Art sind bekannt (FR-PS 83 248). Der große Vorteil solcher Vorrichtungen
besteht darin, daß das Gußstück von der Gießmaschine automatisch in die Stanzmaschine übergeben wird, ohne
daß es dabei von Hand ergriffen werden muß. Der weitere Vorteil liegt darin, daß aufgrund der mechanischen
Ausbildung und Wirkung der Übergabeeinrichtung das Gußstück absolut exakt in die Stanzmaschine
eingeführt wird, ja ein ungenaues Einlegen praktisch unmöglich ist. Insgesamt ergeben sich dadurch kurze
Taktzeiten und geringer Ausschuß.
Bei Gußstücken, die insbesondere nach dem Gießen einem Abkühlprozeß unterworfen werden müssen, wird
das Gußstück an der Gießmaschine ausgeworfen und in einen Kühlmittelbehälter transportiert, von dem es dann
mittels eines Förderers oder von Hand zur Stanzmaschine verbracht und dort eingelegt werden muß. Dieses
Verfahren ist hinsichtlich des maschinentechnischen s Aufwandes und des Fertigungsablaufes kostspielig und
störanfällig. Der Einsatz der zuvor geschilderten Obergabeeinrichtung scheidet hier aus. Dies gilt vor
allem bei der Herstellung großer Gußstücke, da hierbei naturgemäß ausladende Gießmaschinen und auch
ίο entsprechend größere Stanzmaschinen erforderlich sind
und zudem das Gußstück noch abgekühlt werden muß.
Bekannte Maschinen anderer Gattung weisen an dem
Übergabearm zangenartige Greifer für das Werkstück auf, mittels deren das Werkstück an der Gießmaschine
ergriffen, zur Stanzmaschine verbracht und dort nach Einlegen in das Werkzeug freigegeben wird. Die
Arbeitsweise ist wegen der Zangenbewegungen und der Notwendigkeit, die Greifer bei jedem Arbeitshub aus
dem Raum zwischen den Werkzeugen zu entfernen, bau- und zeitaufwendig. Hierbei ist es insbesondere
bekannt, den Übergabearm zwischen den beiden Positionen in einer Schwenkbewegung (DE-OS
25 23 442): in einer linearen Fahrbewegung (DE-OS 22 35 770) oder in einer kombinierten Bewegung
(DE-OS 23 06 945) zu führen. Das Anfahren von drei Positionen ist nur bei den beiden letztgenannten
Bewegungsarten bekannt. Hierbei stellt jedoch die Übergabeeinrichtung praktisch eine eigenständige und
aufwendige Fördereinrichtung dar, die zudem gegenüber den Werkzeugen genau justiert aufgestellt werden
muß. Bei einer dieser bekannten Vorrichtungen (DE-OS 22 35 770) ist der Übergabearm in seiner Längsrichtung
verlängerbar, um nach dem Stanzen in einem eingezogenen Zustand das Werkstück in eine Übergabeposition
für den Weitertransport zu bringen. Da hierbei zwei Linearbewegungen hintereinander geschaltet sind, können
sich die Toleranzen der Endanschläge für beide Bewegungen addieren, so daß eine einwandfreie
Positionierung der Greifer zwischen den Werkzeugen nicht gewährleistet ist. Hinzu kommt, daß hierbei ein
Abkühlen des Werkstücks durch Eintauchen in einen Behälter nicht möglich ist.
Allen vorgenannten Übergabeeinrichtungen ist der Nachteil gemeinsam, daß nur ein einziger Übergabearm
vorhanden ist, dessen Arbeitsweise die Taktzeit der Gieß- und Stanzmaschine bestimmt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung des eingangs geschilderten Aufbaus so
auszubilden, daß eine mechanische Übergabe des Gußstücks von der Gießmaschine zur Stanzmaschine
unter gleichzeitigem Kühlen des Gußstücks, und zwar auch bei größeren Gußstücken, erfolgen kann, ohne daß
hierfür besondere Fördereinrichtungen erforderlich sind.
Ausgehend von der eingangs beschriebenen Vorrichtung mit einer Übergabeeinrichtung mit Übergabearm
wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß auf der Antriebswelle mehrere Übergabearme angeordnet sind
und jeder Übergabearm in Richtung seiner Längsachse ausfahrbar ist. Dadurch, daß die Erfindung mehrere
Übergabearme auf der Antriebswelle vorsieht, können sich durch Abstimmung ihrer Anordnung auf die
Anordnung der Arbeitsstellen gleichzeitig verschiedene Arme und damit die von ihnen getragenen Werkstücke
an verschiedenen Arbeitsstellen — z. B. Gießen, Kühlen, Stanzen — befinden. Die Taktzeit wird somit nur noch
von der Taktzeit der langsamsten Arbeitsstelle und nicht mehr von der der Übergabeeinrichtung bestimmt.
Die Hublänge der einzelnen Obergabearme richtet sich
nach den jeweils vorhandenen räumlichen Gegebenheiten. Sie muß so groß sein, daß die Übergabeanne an
Hindernissen, die durch die ausladende Bauweise der Maschinen bedingt ist, beispielsweise an deren Führungssäulen,
in der eingezogenen Stellung vorbeifahren können, gleichwohl aber die Möglichkeit gegeben ist, bis
zwischen die Formhälften der Gießmaschine oder die Werkzeuge der Stanzmaschine einzugreifen. Ferner
ermöglicht diese Ausbildung, das Gußstück durch ι» Ausfahren des Übergabearmes beispielsweise in eine
Kühlwanne einzutauchen und nach dem Tauchvorgang wieder herauszuziehen. Jeder Obergabearm weist
sonach mindestens drei Drehlagen auf, und zwar zwischen den Formhälften, im Bereich des Kühlbehälters
und zwischen den Werkzeugen der Stanzmaschine. Gegebenenfalls kann er auch noch eine vierte Drehlage
besitzen, um beispielsweise das gestanzte Gußstück am ausgefahrenen oder eingezogenen Oberfabearm auf
Fehlstellen zu kontrollieren oder zu vermessen.
In besonders vorteilhafter Ausführung sind auf der Antriebswelle quer zu ihr verlaufende Zylinder-Kolbeneinheiten
angeordnet, die an ihrem bewegten Teil je einen Übergabearm tragen. Statt dessen können
natürlich die Übergabearme jeweils auch selbst als Teleskop ausgebildet sein.
In bevorzugter Ausführungsform sitzt auf der Antriebswelle ein Träger, an dem vier um jeweils 90°
versetzte Zylinder-Kolbeneinheiten mit je einem Übergabearm angeordnet sind. Mit dieser Ausbildung jo
ist gewährleistet, daß gleichzeitig sich an jeder Arbeitsstelle — Gießen. Kühlen, Stanzen und ggfs.
Vermessen — ein Übergabearm befindet.
Vorzugsweise ist der Träger auf der Antriebswelle in Achsrichtung derselben verschiebbar gelagert, so daß
die Gußstücke an der Gießmaschine und der Stanzmaschine zugleich entnommen bzw. der Übergabearm mit
dem Gußstück an der Stanzmaschine und der freie Übergabearm an der Gießstelle zugleich in Position
gebracht werden können.
Nachstehend ist die Erfindung anhand zweier Ausfuhrungsbeispiele beschrieben, die in der Zeichnung
dargestellt sind. In der Zeichnung zeigt
F i g. 1 eine schematische Stirnansicht einer Viersäulen-Gießmaschine
und einer Dreisäulen-Stanzmaschine mit dazwischen angeordneter Übergabeeinrichtung;
F i g. 2 eine Draufsicht auf die Darstellung gemäß Fig. 1;
F i g. 3 eine Stirnansicht einer zu einer Maschineneinheit zusammengefaßten Gieß- und Stanzmaschine und
Fig.4 eine Seitenansicht der Darstellung gemäß Fig. 3.
Im rechten Teil der Darstellung gemäß F i g. 1 ist eine schematische Ansicht auf die Formseite einer Druckgießmaschine
1 gezeigt, wobei lediglich das Maschinengehäuse 2 und die Aufspannplatte 3 sowie vier
Führungssäulen 4 für die bewegliche Formhälfte und eine der Formhälften 5 angedeutet sind. Im linken Teil
der Darstellung ist eine Stanzmaschine 6 mit drei Führungssäulen 7 und einem Gehäuse 8 erkennbar.
Innerhalb des Gehäuses 8 ist ferner ein Kühlbehälter 9 angeordnet.
Die in F i g. 1 rechts liegende Führungssäule 7 der Stanzmaschine 6 dient zugleich als Antriebswelle für
einen darauf verschieblich gelagerten Träger 10, an dem — um jeweils 90° versetzt — vier Zylinder-Kolbeneinheiten
11 angeordnet sind. An dem jeweils bewegten Teil, dem Kolben 12 jeder Zylinder-Kolbeneinheit sitzt
ein Übergabearm 13, der mittels des bewegten Teils aus
der eingezogenen Position in eine ausgefahrene Position, wie sie bei dem rechts dargestellten Übergabearm 13 erkennbar ist, linear bewegt und mittels der
Antriebswelle 7 gedreht werden kann.
In der in F i g. 1 rechts wiedergegebenen Lage greift
der Übergabearm 13 mit seinem freien Ende zwischen die Formhälften 5 ein, und zwar bis in das Formnest Er
weist an seinem Ende wenigstens eine Hinterschneidung auf, die von dem eingegossenen Metall umgeben
wird, so daß nach öffnen der Form das Gußstück mit dem Obergabearm formschlüssig verbunden ist
Nach dem Gießen wird zunächst der Träger 10 axial verschoben, um das Gußstück aus der Form freizusetzen
und anschließend der Obergabearm 13 zurückgezogen, das· Gußstück also aus der Gießform entnommen.
Anschließend wird der Träger 10 gedreht, so daß der
Übergabearm 13 in die untere Position gelangt wobei die Hublänge so bemessen ist daß das Gußstück 14 an
der links unten liegenden Führungssäule 4 der Druckgießmaschine ohne Berührung vorbeibewegt
werden kann und schließlich die untere Lage erreicht In djeser Lage wird der Obergabearm 13 wieder
ausgefahren, bis das Gußstück in der Position 14' in das Kühlmittel eintaucht. Nach erneutem Einfahren wird
der Übergabearm 13 mittels der Antriebswelle 7 in die nächste Drehlage zwischen die Werkzeuge der
Stanzmaschine 6 bewegt und durch erneutes axiales Verfahren des Trägers 10 in das Werkzeug eingelegt.
Bei dem dann stattfindenden Entgraten wird zugleich die Verbindung zwischen dem Übergabearm und dem
Gußstück bzw. den überstehenden Graten aufgebrochen, so daß das Gußstück ausgeworfen werden kann.
Beim wiedergegebenen Ausführungsbeispiel erreicht dann der Übergabearm in der oberen Stelle eine
Leerposition.
' Sollte an der Leerposition noch ein weiterer Arbeitsgang notwendig sein, beispielsweise das Gußstück
auf Fehlstellen geprüft oder vermessen werden, so wird man den Anguß am Übergabearm so wählen, daß
das Gußstück in der Stanzmaschine zwar entgratet werden könnte, jedoch noch von dem Übergabearm
gehalten und so aus der Maschine entnommen wird, bis es die obere Drehlage erreicht. Dort kann dann ein
entsprechendes Werkstück vorgesehen sein, um das Gußstück endgültig vom Übergabearm zu lösen und
auszuwerfen.
, Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß F i g. 3 sind die Gießmaschine und die Stanzmaschine zu einer Baueinheit
zusammengefaßt. So sind eine gemeinsame Aufspannplatte 15 und eine gemeinsame Gegenplatte
16 vorgesehen, die über insgesamt fünf Säulen miteinander verbunden sind. Hiervon gehören zwei
Säulen 17 der Stanzmaschine und zwei Säulen 18 der Gießmaschine an, während beiden Aggregaten eine
Mittelsäule 19 gemeinsam ist. Die von einem Kniehebel 20 angetriebene, bewegbare Formhälfte 21 der Gießmaschine
ist auf den beiden Säulen 18 und der Mittelsäule 19 geführt, während der Antrieb 22 der Stanzmaschine
nur von den beiden verbleibenden Säulen 17 geführt ist. Selbstverständlich kann auch dieser zusätzlich an der
Mittelsäule 19 geführt sein. Auf der Mittelsäule 19 ist der Träger 10 der Übergabeeinrichtung drehbar gelagert,
wobei die Übergabeeinrichtung auch hier wieder vier Übergabearme 13 aufweist (in F i g. 3 nicht gezeigt). Der
Drehantrieb 23 für die Übergabeeinrichtung 10 kann an der bewegten Formhälfte 21 abgestützt sein.
Bei der zuletzt beschriebenen Ausführungsform kann
dann, wenn ein Abkühlen des Gußstücks nicht erforderlich ist oder ein solches nicht durch Tauchen
sondern nur durch Bewegung in der Luft oder durch Besprühen erfolgt, die Übergabeeinrichtung 10 mit nur
einfachen Stiften 13 als Übergabearmen ausgerüstet
Ist jedoch ein Abkühlen durch Tauchen notwendig, so wird man auf ausfahrbare Übergabearme 13 gemäß dem
Ausführungsbeispiel nach F i g. 1 und 2 zurückgreifen.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Vorrichtung zur Entnahme von Werkstücken an einer Druck- oder Spritzgießmaschine und zur
Obergabe an eine achsparallel daneben angeordnete Stanzmaschine zum Entgraten des Werkstücks mit
einer zwischen den Maschinen und parallel zu deren Achsen angeordneten Antriebswelle mit wenigstens
einem darauf in Richtung der Antriebswelle verschiebbaren Übergabeann, der mit seinem Ende
in der einen Drehlage zwischen die Formhälften der Druck- bzw. Spritzgießmaschine eingreift und in
einer anderen Drehlage das Werkstück zwischen den Stanzwerkzeugen hält, wobei das Ende des
Übergabearms so ausgebildet ist, daß das Gußstück formschlüssig angegossen und anläßlich des Stanzens
von dem Übergabearm gelöst wird, dadurch
gekennzeichnet, daß auf der Antriebswelle (7)
mehrere Übergabearme (13) angeordnet sind und jeder Übergabearm (13) in Richtung seiner Längsachse
ausfahrbar ist
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Antriebswelle (7) quer zu ihr
verlaufende Zylinder-Kolbeneinheiten (11) angeordnet
sind, die an ihrem bewegten Teil (12) je einen Übergabearm (13) tragen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Antriebswelle (7) ein
Träger (10) sitzt, an dem vier um jeweils 90° versetzte Zylinder-Kolbeneinheiten (11) mit je
einem Übergabearm (13) angeordnet sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (10) auf der
Antriebswelle (7) in Achsrichtung derselben verschiebbar gelagert ist.
Priority Applications (5)
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