DE3047060A1 - Verfahren und vorrichtung zum trocknen und verbrennen von schlaemmen - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum trocknen und verbrennen von schlaemmenInfo
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Description
VERSUCHSBETRIEBE DER BERGBAU-FORSCHUNG
4300 Essen 13 (Kray), 08.12.198
Franz-Fischer-Weg 61 Telefon (0201) 105-1
A 8/Schu-Be
Verfahren und Vorrichtung zum Trocknen und Verbrennen von
Schlämmen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Trocknen und Verbrennen von Schlämmen unter Verwendung einer
mit einem Auflockerungs/Wärmeträger-Schüttgut versehenen Wirbelschicht.
Die Trocknung und Verbrennung von Schlämmen ζ. B-. aus Kläranlagen
gewinnt als Lösung eines Umweltproblemes zunehmend an Bedeutung. Zur Bereitstellung der für den Trocknungsprozeß
notwendigen Energie ist es möglich, die im Schlamm chemisch gebundene Wärme durch Verbrennung des Schlammes zu nutzen.
Es ist bekannt, den feuchten Schlamm einer Wirbelschicht von einem Auflockerungs/Wärmeträger-Schüttgut, z. B. Sand, aufzugeben
und den feuchten Schlamm in dieser Wirbelschicht zu trocknen und zu verbrennen. Das Wirbelgas, das der Wirbelschicht
entweicht, ist mit den heißen Verbrennungsabgasen vermischt und wird in dem Umfang der Wirbelschicht als diese betreibendes
Wirbelgas zugeführt, welcher zur Aufrechterhaltung
der gewünschten Wirbelbedingungen notwendig ist; dabei wird die fühlbare Wärme des Verbrennungsabgases für den Trocknungsprozeß
in der Wirbelschicht zum Teil weiterverwendet. Dieses Verfahren hat den Nachteil, daß der gesamte, in der
Wirbelschicht freiwerdende Wasserdampf des feuchten Schlammes mit auf das hohe Temperaturniveau bei der Schlammverbrennung
gebracht werden muß. Zur Bereitstellung der dafür benötigten Energie ist im allgemeinen eine zusätzliche Zufuhr
von Heizgasen in die Wirbelschicht notwendig. Darüber hinaus wird die Wirbelschicht zwangsläufig auf einer höheren Temperatur
betrieben, als dies zur Trocknung notwendig ist, und die dabei entstehenden Gase, die nicht als Wirbelgas im Kreislauf
geführt werden, werden auf einem entsprechend hohen Temperaturniveau abgeführt, ohne daß deren fühlbare Wärme hinreichend
sinnvoll genutzt werden kann.
Es ist demnach die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung der gattungsgemäßen Art zu verwirklichen,
wobei die zur Trocknung des Schlammes notwendige Wärmeenergie ausschließlich durch die Verbrennung des Schlammes bereitgestellt
wird.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß in bezug auf ein Verfahren der gattungsgemäßen Art durch die kennzeichnenden Merkmale
des Anspruches 1 gelöst. Damit ist eine Trocknungsbehandlung aller brennbare Stoffe enthaltenden Schlämme möglich.
Als Schlämme kommen z. B. Klärschlämme, wie Frisch-Faulschlamm,
Faulschlamm von Siebbandpressen oder aus Trockenbeeten infrage. Der Gehalt an Trockensubstanz liegt nach einer Vorentwässerung
in der Regel zwischen 10 und 40 %. Die Aschegehalte solcher
Trockensubstanzen bewegen sich in der Regel zwischen 50 und 85 %. Der Heizwert.von Schlämmen kann, z. B. je nach Aschegehalt,
recht verschieden sein; z. B. betrug der obere Heizwert bei hier unter anderem untersuchten Faulschlammen etwa
23.000 kJ/kg aschefreier Trockensubstanz.
Als Auflockerungs/Wärmeträger-Schüttgut kommt unter anderem
Sand in Frage. Ein solches Schüttgut hat eine mehr oder minder gleichmäßige Korngrößenverteilung, wobei die Auswahl der
Korngrößen sich nach den für Wirbelschichten bekannten Kriterien richtet. Dabei ist bezüglich des mittleren Korndurchmessers
und des Schüttgewichtes darauf zu achten, daß die diesen Eckwerten entsprechende Wirbelgasgeschwindigkeit so groß ist,
daß das Wirbelgas auch in der Lage ist, den Schlamm beim Trocknen durch die Wirbelschicht hindurch nach oben zu führen und
ihn möglichst auch noch pneumatisch aus dem Wirbelschichtofen auszutragen. Bevorzugt wird Quarzsand mit einer Körnung von
1-2 mm; dabei werden umso bessere Ergebnisse erzielt, je enger das Kornspektrum ist, und es empfiehlt sich eine entsprechende
Aussiebung vor der Verwendung. Darüber hinaus ist chemische Neutralität des Schüttgutes gegenüber dem zu trocknenden
Schlamm und der Wirbelgasatmosphäre erwünscht.
Das Schüttgut fördert eine disperse Verteilung des Schlammes und verhindert damit von vornherein das.Auftreten von Agglomerationen.
Erfindungsgemäß soll der Schlamm im unteren Bereich der Wirbelschicht eingespeist werden, wobei vorzugsweise
die Einspeisestellen etwas höher als die Einführstolle
für das Wirbelgas (Anströmboden) liegen, da sich herausgestellt hat, daß durch diese Maßnahme eine gleichmäßigere Schlammverteilung
über die Querschnittsfläche der Wirbelschicht erreicht wird. Die Förderung des Schlammes unter gleichzeitiger Trocknung
durch das wirbelnde Auflockerungs/Wärmeträger-Schüttgut hindurch soll nicht zu schnell erfolgen, so daß ein gründlicher
Wärmeübergang zwischen dem Wirbelgas und dem Schlamm bzw. dem Schüttgut und dem Schlamm möglich ist, so daß der gewünschte
Trocknungsgrad auch wirklich erreicht wird.
Die Abführung des getrockneten Schlammes zusammen mit dem Wirbelgas
von oberhalb der Wirbelschicht kann auf verschiedenste Weise erfolgen, wobei es bevorzugt wird, daß das abströmende
Wirbelgas die getrockneten Schlammpartikel mitreißt. Dieser
Gas/Feststoff-Massenstrom wird in einem nachgeschalteten Feststoff
abscheider in Gas und Feststoff getrennt; hierfür dient in der Regel ein an sich bekannter Zyklon.
Die Trockensubstanz wird nachfolgend z. B. über eine Zellradschleuse,
vorzugsweise einen Zwischenbunker, aufgegeben, von dem auf sie z.*B. mit Hilfe eines Ejektors oder ebenfalls
mittels einer Zellradschlcuse einem an sich bekannten Feststoffbrenner
zugeführt wird; für letzteren eignen sich im Prinzip alle auf dem Markt erhältlichen Feststoffbrenner. Hierin
werden die getrockneten Schlammpartikel, z. B. unter Zufuhr von Luft, die auch vorgewärmt sein kann, bei Temperaturen
von in der Regel zwischen 1.200 und 1.800°C verbrannt. Die Rückstandsasche wird zusammen mit dem heißen Verbrennungsabgas
aus dem Brenner ausgetragen und in einem nachgeschalteten Abscheider ausgeschleust. Dadurch gelangt ein im wesentlichen
aschefreies, heißes Verbrennungsabgas zum Anströmboden der Wirbelschicht, welcher durch dieses Gas die für die Schlammtrocknung
notwendige Wärme zugeführt wird.
Ein typischer Wert für die Restfeuchte liegt bei < 3 Gew.-%. Bei unterschiedlichen Wassergehalten des Schlammes wird die
Einhaltung eines solchen Wertes vorzugsweise durch Variation der Wirbelgastemperatur unterhalb des Anströmbodens erreicht.
Die Höhe einer solchen Wirbelschicht richtet sich, unabhängig von der Größe der Anströmfläche, nach der maximalen gewünschten
Restfeuchte, die der getrocknete Schlamm noch haben darf. Dabei kommen als Wirbelschichthöhen bei der Verwendung
von Sand als Schüttgut z. B. 500 - 800 mm in Frage.
Die Aufgabe des Schlammes erfolgt durch ein geeignetes Förderorgan,
vorzugsweise aus einem Vorratsbunker heraus.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung wird das in dem der Wirbelschicht nachgeschalteten Feststoffabscheider anfallende
Wirbelgas zumindest teilweise den heißen Verbrennungsabgasen zugemischt. Dadurch ist es möglich, der Wirbelschicht die genau
benötigte Gasmenge zuzuführen und die Gärtemperatur auf
dem für die Trocknung besten Niveau einzustellen. Dabei sollen diese Temperaturen nicht zu hoch liegen, um die Wärmeverluste
des die Wirbelschicht verlassenden Wirbelgases in Grenzen zu halten; Temperaturen für das in die Wirbelschicht
eintretende Wirbelgas von 500-8000C haben sich als besonders
vorteilhaft erwiesen.
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Das zuzumischende Gas kann alternativ oder kummulativ an verschiedenen
Stellen den heißen Verbrennungsabgasen zugemischt werden; so z. B. im Bereich des Feststoffbrenners, um dort
eine ggf. notwendige Abgaskühlung zur Materialschonung zu erreichen. Es ist aber auch sinnvoll, eine Zumischung vor dem
Ascheabscheider vorzunehmen, sofern dieser eine maximal zulässige Betriebstemperatur hat, wobei die Auslegung dann natürlich
den erhöhten Gasstrom berücksichtigen muß. Und schließlich kann auch eine direkte Zumischung im Bereich des Wirbelschichtofens
erfolgen, vorzugsweise in einer bezüglich der Temperatur homogenisierend wirkenden Mischkammer.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung kann das in dem der Wirbelschicht nachgeschalteten Feststoffabscheider anfallende
Wirbelgas zumindest teilweise in einer Kondensationsstufe vom Wasserdampf befreit werden. Hierdurch wird vermieden, daß überschüssiges,
also nicht im Kreislauf geführtes Wirbelgas allzu viel Dampf an die Atmosphäre abgibt; außerdem bzw. alternativ
wird die Aufnahmefähigkeit des im Kreislauf geführten Wirbelgases für die Feuchtigkeit des Schlammes dadurch verbessert.
Wegen eines solchen Kondensationsvorganges empfiehlt sich natürlich
ebenfalls eine nicht: allzu hohe Wirbelgastemperatur beim
Austritt aus der Wirbelschicht, da sonst unnötig intensiv gekühlt werden müßte.
Besonders empfiehlt sich, wenn erfindungsgemäß die dem Feststoff brenner
zugeführte Verbrennungsluft,vorzugsweise unter Kühlung der Kondensationsstufe vorgeheizt wird. Hierdurch werden Energieverluste
minimiert. Vor allem bei Schlämmen mit geringem Heizwert hat sich die Vorheizung als besonders wichtig erwiesen.
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Zum Anfahren oder Warmhalten der Schlammtrocknungs- und Verbrennungsanlage
empfiehlt es sich, daß erfindungsgemäß der Feststoffbrenner mit einem gesondert zugeführten Brennstoff
betrieben wird. Dabei kann es sich auch um Gas oder Öl oder um getrockneten Schlamm aus einem Vorratsbehälter handeln.
Eine solche Fremdenergie ist jedoch nur zu den genannten Zwekken vonnöten und erübrigt sich im normalen Trocknungs/Verbrennungs-Prozeß,
wobei natürlich nicht auszuschließen ist, daß bei kurzzeitigem Bedarf größerer Wärmemengen z. B. aufgrund
einer zwischenzeitlich unzureichenden Vorentwässerung des Schlammes durch zusätzliche Verbrennung eines dem Feststoffbrenner zugeführten
Fremdbrennstoffes die nötige Wärmemenge ergänzt wird.
Es hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn erfindungsgemäß
für die Abgabe an die Atmosphäre unerwünschte Bestandteile des nicht im Kreislauf geführten Wirbelgases nachverbrannt
oder in Biobecken wie den Belüftungsbecken von Kläranlagen rückgeführt werden. Dadurch entfällt eine zusätzliche
Nachbehandlung und es wird eine Abgabe solcher Gase an die Atmosphäre vermieden bzw. dem getrockneten Abschlamm entzogene
brennbare Wertstoffe weiterverwendet. Im Abgas vorhandene Schadstoffe werden im Belüftungsbecken biologisch abgebaut.
Sofern Abschlämme einen relativ niedrigen Heizwert aufweisen, empfiehlt es sich, erfindungsgemäß eine entsprechend verstärkte
mechanische Vorentwässerung des Abschlammes vorzunehmen; dies geschieht z. B. auf einer vorzugsweise kontinuierlich arbeitenden
Siebbandpresse. Dabei bedeutet "relativ niedriger Heizwert" z. B. bis 5000 kJ pro kg aschehaltiger Trockensubstanz, wobei
dann der Schlamm auf einen Trockensubstanzgehalt von 30 bis 35 % vorentwässert sein sollte.
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Die gestellte Aufgabe wird in bezug auf eine Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens in bezug auf die Wirbelschicht
durch einen an sich bekannten, länglichen, von unten angeströmten Wirbelschichtofen mit auf seine Längsausdehnung verteilten,
mehreren Schlamm-Aufgabestellen gelöst. Dabei hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn das Länge-zu-Breite-Verhältnis
des Wirbelschichtofens größer/gleich 4 ist. Dadurch wird eine besonders gute Ausnutzung der Anströmfläche
bezüglich der Wärmeenergie und in bezug auf die Schlammverteilung erreicht; dabei war überraschend, daß durch Anwendung
mehrerer verschiedener Aufgabestellen keine negative gegenseitige Beeinflussung festgestellt wurde.
Als besonders vorteilhaft haben sich, gemäß einer Weiterbildung der Erfindung, seitlich in den Wirbelschichtofen eingeführte
Schlamm-Aufgabelanzen erwiesen. Diese sind vorzugsweise
derart beschaffen, daß sie punktuelle Schlammaufgabe vermeiden, was z. B. durch ein Rohr verwirklicht werden kann, welches in
Strömungsrichtung des Wirbelgases durch eine starke Abschrägung eine vergrößerte Austrittsfläche an seinem Ende aufweist.
Dadurch wird die Eintrittsgeschwindigkeit des Schlammes in den Wirbelschichtofen vermindert und eine Flächenverteilung erreicht.
Insbesondere werden auswechselbare Lanzen bevorzugt.
Die Höhe der Schlamm-Aufgabestellen über dem Anströmboden beträgt gemäß einer Weiterbildung der Erfindung etwa von 1/20
bis 1/5 der Wirbelschichthöhe. In dem bereits oben beschriebenen Fall würde eine Höhe von 100 mm besonders günstig sein.
Hüherliegendo Aufgabestellen vermindern die Verweilzeit und
den Trocknungsgrad des Schlammes im Wirbelschichtofen, während
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geringere Höhen die Gefahr von Verbackungen und Verkrustungen des Anströmbodens entstehen lassen können; im letzteren Fall
würde die dispergierende Wirkung des Auflockerungs/Wärmeträger-Schüttgutes
vermindert sein.
Es hat sich herausgestellt, daß, im Gegensatz zum den nach dem Stand der Technik üblichen, sich erfindungsgemäß ein als
Rost ausgebildeter Anströmboden besonders empfiehlt. Die bisher verwendeten Systeme einer Gasumlenkung, z. B. durch Glocken
oberhalb der Gasaustrittsstellen, sind insoweit nämlich von Nachteil, als s.ie den Durchtritt von im Wirbelgas noch vorhandenen
Feststoffteilchen behindern; dies wird durch einen Rost, vorzugsweise einen Roststabboden, vermieden. Dadurch
braucht die Abscheidung aus den heißen Verbrennungsabgasen nicht hundertprozentig zu sein, wenngleich es unerwünscht ist, zu hohe
Aschebestandteile im Kreislauf durch die Anlage zu führen. Andererseits wurde aber überraschenderweise kein Durchfall von
Wirbelgut durch den Anströmboden - vor allem wenn es sich um einen Roststabboden handelte - beobachtet.
Schließlich hat es sich als energie- und apparatemäßig besonders günstig erwiesen, wenn erfindungsgemäß eine Gasmischkammer
unterhalb des Anströmbodens im Wirbelschichtofen vorhanden ist, was nämlich zu einer temperaturmäßigen Homogenisierung
des Wirbelgases führt und ein zusätzliches Apparateteil, nämlich eine gesondert dem Wirbelschichtofen vorgeschaltete
Gasmischkammer, vermeidet.
Weitere Ziele, Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
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Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand der beiliegenden Zeichnungen. Dabei bilden alle beschriebenen und/
oder bildlich dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger, sinnvoller Kombination den Gegenstand der vorliegenden
Erfindung, auch unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Anlage zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens;
Fig. 2 eine erfindungsgemäße Schlamm-Aufgabelanze, zum Teil
im Schnitt.
In Fig. 1 bezeichnet 1 einen Wirbelschichtofen, in dem von einem Vorratsbunker 2 aus über ein Förderorgan 3 und eine oder
mehrere Schlamm-Aufgabestellen 4 der zu behandelnde Schlamm zugeführt wird. Bei dem Förderorgan 3 kann es sich um eine
Dosiervorrichtung, wie z. B. eine Schrägscheibenpumpe, handeln. Der Wirbelschichtofen hat z. B. einen rechteckigen Querschnitt
mit einem Länge-zu-Breite-Verhältnis von vorzugsweise 4 : 1 oder größer.
Oberhalb eines Anströmbodens 5 wirbelt eine Auflockerungs/
Wärmeträger-Schüttgutschicht, die vorzugsweise aus Quarzsand
gleichmäßiger Körnung von z. B. 1 - 2 mm besteht und eine Höhe von 500 - 800 nun aufweist.
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Heißes Wirbelgas strömt durch den Anströmboden 5 in die Wirbelschicht
und weist vorzugsweise einen sehr geringen, möglichst aber gar keinen Sauerstoffanteil auf. Übliche Wirbelgasgeschwindigkeiten
liegen dabei zwischen 1 und 2 m/s, während die Temperaturen in der Regel zwischen 500 und 800 C
betragen.
Der zu trocknende Schlamm, der bereits vor seiner Aufgabe in den Wirbelschichtofen, ζ. B. in dem Förderorgan homogenisiert
und ggf. zerkleinert wurde, weist nach Trocknung und nachfolgender Gasabscheidung z. B. in einem Zyklon 6 einen mittleren
Partikeldurchmesser von ca. 500 um und eine Dichte von ca. 2000 kg/m3 auf.
Über Leitung 7 wird der getrocknete Schlamm ggf. unter Zwischenschaltung
eines nicht dargestellten Vorratsbunkers mit Vorgeschalteter Zellradschleuse in geeigneter, an sich bekannter
Weise einem Feststoffbrenner 8 aufgegeben. Letzterer wird
vorzugsweise über Leitung 9 mit vorerhitzter Luft versorgt, welche z. B. nach Passieren eines Vorfilters 10 und Gebläses
einen Wärmetauscher 12 gekühlt hat.
Der Feststoffbrenner 8 kann mit einer zusätzlichen Zufuhrleitung
13 für einen weiteren Brennstoff, z. B. Gas oder Öl,
versehen sein, um ein Anfahren oder Warmhalten der gesamten Anlage damit zu ermöglichen.
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Die heißen Verbrennungsabgase verlassen zusammen mit den zurückgebliebenen
Aschebestandteilen des verbrannten Schlammes den Feststoffbrenner 8 über Leitung 14 und gelangen in einen
Gasabscheider 15. Dort wird die Asche über Leitung 16 weitgehend ausgetragen, während die heißen Verbrennungsabgase über
Leitung 17 in den Wirbelschichtofen 1 unterhalb des Anströmbodens 5 und von dort in die Wirbelschicht gelangen.
Die im Zyklon 6 vom Feststoff befreiten Wirbelgase werden über
Leitung 18, die mit einer Regelklappe 19 versehen sein kann,
dem Wärmetauscher 12 zugeführt, in welchem eine weitgehende Kondensation
des im Wirbelgas enthaltenen Wasserdampfes erfolgt, bevor über Gebläse 20 eine Rückführung der so behandelten Wirbelgase
über Leitungen 21, 22 unter Zwischenschaltung einer Regelklappe 23 erfolgt und alternativ oder kumulativ über Leitungen 21,
unter Zwischenschaltung einer Regelklappe 25 in Leitung 14. Darüber hinaus ist natürlich auch eine Einführung.dieser Gase in den
Feststoffbrenner 8 (nicht dargestellt) denkbar.
In einer innerhalb des Wirbelschichtofens 1 unterhalb des Anströmbodens
5 angeordneten Gasmischkammer 26 können die verschiedenen Gasströme homogenisiert werden.
Nicht im Kreislauf geführtes Wirbelgas, welches mengenmäßig in etwa der dem Verbrennungsprozeß zugeführten Luft - vermehrt um
den durch die Trocknung freigesetzten Wasseranteil des Schlammes entspricht, wird über Leitung 27 und Regelklappe 28 aus dem Prozeß
ausgeschleust und z. B. einer Nachverbrennung zugeführt oder z. B. in Biobecken einer Kläranlage zurückgeleitet.
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Die Energiebilanz der gesamten Vorrichtung ist in der Regel positiv, da die im Schlamm in der Regel gebundene chemische
Wärme durch diesen Prozeß besonders gut genutzt wird. Bei Schlämmen mit besonders hohem Heizwert kann der getrocknete
Schlamm zu einem entsprechenden Teil auf andere Weise als durch Verbrennung sinnvoll verwertet werden oder die überschüssige
Wärmeenergie in eine andere Energieform in an sich bekannter Weise umgewandelt werden, oder aber die Vorentwässerung
des Schlammes wird weniger weitgehend vorgenommen, was auch in diesem Bereich zu einem Nutzen führen kann. Bei
Schlämmen mit relativ geringem Heizwert wird, wie bereits erwähnt, die vorzugsweise mechanische Vorentwässerung so
weit getrieben, daß die für die Schlammtrocknung notwendige Wärmemenge allein aus der Schlammverbrennung bereitgestellt
werden kann.
In Figur 2 werden durch 29 und 30 die Seitenwände eines Wirbelschichtofens
1 im Ausschnitt dargestellt, wobei eine Schlammaufgabelanze 31 in Richtung des Pfeiles 32 vom zu
trocknenden Schlamm durchströmt wird und durch eine schräg nach oben gerichtete längliche Mündungsöffnung 33 diesen in
die Wirbelschicht 34 entläßt, welche in Richtung des Pfeiles 35 von Wirbelgas durchströmt, wird. üo1i:Ik; üchlammaufcjabulanzen
sind vorzugsweise gestaffelt quer zur Bildebene angeordnet, wobei die in Fig. 2 dargestellte Ansichtsseite die Schmalseite
des Wirbelschichtofens 1 darstellt.
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Es stand eine, im Prinzip der Figur 1 entsprechende, Versuchsanlage
zur Verfügung. Es wurde ein Wirbelschichtofen (WSO) verwendet mit einer rechteckigen Anströmfläche (Anströmboden) mit
einer Länge von 0,75 m und einer Breite von 0,2 m in Form eines gasdurchlässigen Rostes mit über die Fläche verteilten, einfachen
Durchbrechungen. Vier Schlammaufgabestellen waren über die Längsseite gleichmäßig in einer Höhe von 100 mm über den
Anströmboden verteilt; es handelte sich dabei um Aufgabelanzen gemäß Figur 2 mit einem um 30° gegenüber der Horizontalen nach
oben geneigten Mündungsöffnung etwa in der Mitte über dem Anströmboden.
Der WSO war mit Quarzsand einer Körnung von 1-2 mm mit einer Schichthöhe von 0,6 m im Ruhezustand gefüllt.
Wirbelgas trat mit einer Temperatur von 590 C durch den Anströmboden
und hatte eine auf den freien Querschnitt des WSO bezogene Geschwindigkeit von 1,2 m/s - bezogen auf eine Temperatür von
250 C und Atmosphärendruck - . Das Wirbelgas setzte sich zu 25 % aus durch die Verbrennung von getrocknetem Schlamm erhaltenen
Verbrennungsgasen mit einer Temperatur von ca. 1700 C und im übrigen aus dem hinter dem der Wirbelschicht nachgeschalteten
Feststoffabscheider anfallenden Wirbelgas mit einer Temperatur
von ca. 180° C zusammen.
Während d<>s SchlainmLrocktnmgubotriobes im WSO stellte sich eine
Höhe der Quarzsand-Wirbelschicht von zwischen 0,7 und 0,8 m ein
BAD ORIGINAL
und das den WSO zusammen mit dem getrockneten Schlamm verlassende Wirbelgas hatte eine Temperatur von etwa 250° C.
Der zu behandelnde Schlamm war ein Faulschlamm aus einer kommunalen
Kläranlage, der auf 29 % Trockensubstanzgehalt mechanisch vorentwässert war und einen Heizwert von 10.130 kJ/kg Trockensubstanz
bei einem Aschegehalt der Trockensubstanz von 48,7 % aufwies. - Über die Versuchszeit von 5,3 h wurden im Mittel
118 1 Schlamm pro h dem WSO aufgegeben.
Die Abscheidung der Trockensubstanz aus dem den WSO verlassenden Wirbelgas erfolgte in einem Aero-Zyklon mit tangentialem
Gaseintritt. Der Abscheidegrad betrug ca. 83 %, bezogen auf die den WSO verlassende Trockensubstanz. Die Restfeuchte der
Trockensubstanz betrug etwa 1,8 %.
Die Verbrennung der Trockensubstanz erfolgte in einem einfachen Feststoffbrenner mit einem inneren Durchmesser von etwa 300 mm,
einem tangentialen Trockensubstanzeinlaß für pneumatische Feststoff auf gäbe und einem stirnseitigen Luftanschluß mit vorgeschaltetem
Gebläse. Im Austrittsbereich der Verbrennungsgase aus der Brennkammer wurde der erwähnte, rückgeführte Gasstrom zugemischt.
In einem nachgeschalteten Zyklon gleicher Bauart wie der vorgenannte wurden die Verbrennungsrückstände zu etwa 80 % abgeschieden.
Letztere bestanden zu 80 % aus Asche - die Verbrennung der Trockensubstanz war also nicht vollständig. Das den letztgenannten
Zyklon verlassende Gasgemisch wurde dem WSO zusammen mit den nicht abgeschiedenen Feststoffteilchen als Wirbelgas zugeführt.
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Das in dem der Wirbelschicht nachgeschalteten Feststoffabscheider anfallende Wirbelgas wurde ungekühlt zu etwa 60 % zum Feststoff
brenner zur Herstellung des Mischgases zurückgeführt. Der Rest diente in einem Wärmetauscher zur Vorwärmung der Verbrennungsluft,
die etwa 70 Nm /h und eine Temperatur von 115 C erreichte,
wobei sich das Restgas auch auf 130 C abkühlte- Letzteres
wurde nachfolgend einer allgemein bekannten thermischen Nachverbrennung zugeführt.
Bei diesem Prozeß wurde also keine thermische Fremdenergie benötigt.
Vielmehr fiel sogar in dem dem Feststoffbrenner nachgeschalteten
Zyklon ein Rückstand mit einem Rest an Heizwert an und auch das nachzuverbrennende Restwirbelgas hatte noch einen gewissen,
hier aber nicht ermittelten Heizwert, obwohl nur 83 %
der in dem dem Feststoffbrenner vorgeschalteten Zyklon anfallenden Trockensubstanz im Feststoffbrenner verbrannt wurden,
während die übrigen 17 % Trockensubstanz einer anderweitigen
Verwendung zugeführt werden konnten.
der in dem dem Feststoffbrenner vorgeschalteten Zyklon anfallenden Trockensubstanz im Feststoffbrenner verbrannt wurden,
während die übrigen 17 % Trockensubstanz einer anderweitigen
Verwendung zugeführt werden konnten.
Die Gesamtanlage wurde durch Verbrennung von Erdgas angefahren und so lange damit betrieben, bis genügend Trockensubstanz für
die Einspeisung und Verbrennung angefallen war. Zu diesem
Zeitpunkt wurde die Erdgaszufuhr abgeschaltet und der Brenner auf Feststoffverbrennung umgestellt.
Zeitpunkt wurde die Erdgaszufuhr abgeschaltet und der Brenner auf Feststoffverbrennung umgestellt.
ΙΛ
Leerseite
Claims (12)
1. Verfahren zum Trocknen und Verbrennen von Schlämmen unter
Verwendung einer mit einem Auflockerungs/Wärmeträger-Schüttgut versehenen Wirbelschicht, dadurch gekennzeichnet,
daß
1.1 der Schlamm in den unteren Bereich der Wirbelschicht
eingespeist und
1.2 unter gleichzeitiger Trocknung durch das wirbelnde Auflockerungs/Wärmeträger-Schüttgut
hindurch nach oben gefördert und
1.3 gemeinsam mit dem Wirbelgas von oberhalb der Wirbelschicht
abgeführt sowie
2. in einem nachgeschalteten Feststoffabscheider vom Wirbelgas
getrennt und
nachfolgend in einem an sich bekannten Feststoffbrenner
verbrannt sowie
nachfolgend die Verbrennungsrückstände von den heißen Verbrennungs- gasen weitgehend abgetrennt wird und
letztere der Wirbelschicht als das wärmeliefernde Wirbelgas
für die Schlammtrocknung zugeleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet/ daß das
in dem der Wirbelschicht nachgeschalteten Feststoffabscheider anfallende Wirbelgas zumindest teilweise den heißen Verbrennungsabgasen
zugemischt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das in dem der Wirbelschicht nachgeschalteten Feststoffabscheider anfallende Wirbelgas zumindest teilweise in einer
Kondensationsstufe vom Wasserdampf befreit wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
dem Feststoffbrenner zugeführte Verbrennungsluft vorgekühlt wird.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Feststoffbrenner zum Anfahren oder Warmhalten der Schlammtrocknungs- und Verbrennungsanlage mit einem gesondert zugeführten Brennstoff betrieben
wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß für die Abgabe an die Atmosphäre
unerwünschte Bestandteile des nicht im Kreislauf geführten Wirbelgases nachverbrannt oder in Biobecken rückgeführt
werden.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß bei Schlämmen mit relativ niedrigem
Heizwert eine entsprechend verstärkte mechanische Vorentwässerung erfolgt.
8. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem
der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch einen an sich bekannten länglichen, von unten angeströmten Wirbelschichtofen
(1) mit auf seine Längsausdehnung verteilten mehreren Schlamm-Aufgabestellen (4).
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch seitlich
in den Wirbelschichtofen (1) eingeführte Schlamm-Aufgabelanzen (31).
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, gekennzeichnet durch
eine Höhe der Schlamm-Aufgabestelle (4) über dem Anströmboden (5) von etwa 1/20 bis 1/5 der Wirbelschichthöhe.
11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8
bis 10, gekennzeichnet durch einen als Rost ausgebildeten
Anströmboden (5).
12. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8
bis 11, gekennzeichnet durch eine Gasmischkammer (26) unterhalb des Anströmbodens (5).
Priority Applications (5)
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|---|---|---|---|
| DE3047060A DE3047060C2 (de) | 1980-12-13 | 1980-12-13 | Verfahren und Vorrichtung zum Trocknen und Verbrennen von Schlamm |
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