DE2558506C2 - Verfahren zur thermischen Behandlung von staubförmigem Gut, insbesondere zum Brennen von Zement in mehreren Stufen - Google Patents
Verfahren zur thermischen Behandlung von staubförmigem Gut, insbesondere zum Brennen von Zement in mehreren StufenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur thermischen Behandlung von staubförmigem Gut, insbesondere zum
Brennen von Zement in mehreren Stufen, wobei das Gut in einem Vorwärmer vorerhitzt und in einem Ofen
gesintert und vor Eintritt in diesen Ofen in einer gesonderten Stufe einem Brennprozeß im Gleichstrom
in einem heißen Gasstrom unterzogen wird.
Bei der Herstellung von Zement, Tonerde, Kalk, Dolomit oder dergleichen erfolgt die Wärmebehandlung
des feinkörnigen Rohmehls beispielsweise in der Weise, daß der aufbereitete Rohstoff zunächst einem
aus mehreren übereinander geschalteten Zyklonen bestehenden Schwebegaswärmetauscher aufgegeben
wird, wobei die Rohstoffteilchen im Gegenstrom durch die in den Zyklonen aufsteigenden heißen Abgase eines
Drehrohrofens vorgewärmt und bis zu einem bestimmten Grad entsäuert werden, ehe sie in den Drehrohrofen
eingetragen und in diesem fertig gebrannt werden. Da bei diesem herkömmlichen Verfahren nahezu die
gesamte thermische Energie dem Drehrohrofen zugeführt wird, ist bei hohen Durehsatzleismngen durch eine
ungleiche Wärmeverteilung im Drehrohrofen der thermische Wirkungsgrad und die Leistungsfähigkeit
des Ofens begrenzt und die Standdauer der feuerfesten
Steine in der Brennzone merklich verkleinert. Um den Drehofenquerschnitt und/oder die Ofenlänge kleiner
dimensionieren zu können, ist bereits versucht worden, den wärmeverbrauchenden Niedertemperaüirprozeß
der Kalzinierung des Rohmehls in einer zwischen dem
Vorwärmer und dem Drehrohrofen angeordneten Vorbrennzone vorzunehmen. Dies setzt voraus, daß in
der Vorbrennzone eine innige Vermischung von Brennstoff und Rohmaterial stattfindet, so daß zur
Kalzinierung des Rohmehls die Wärme des Brennstoffs auf die einzelnen Rohmehlpartikel abgegeben werden
kann.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift 23 61 427 ist
ίο eine Vorbrennzone bekannt, die schachtartig ausgebildet
ist und eine seitlich am Schacht angeordnete Mischzone für die gesonderte Zufuhr von Brennstoff
und Zementrohmaterial enthält. Die Mischung von Brennstoff und Zementrohmaterial wird dann mit dem
im Schacht aufwärts strömenden sauerstoffhahigen Gasstrom eines Drehrohrofens in Berührung gebracht.
Allerdings ist bei einer solchen Anordnung im Zuleitungsrohr keine gleichmäßige Vermischung zu
erwarten, da erfahrungsgemäß dort eine innige Vermischung nur mit Hilfe mechanischer Vermischer
stattfinden kann. Ein weiterer Nachteil der Vermischung von Brennstoff und Rohmeh'i vor der Aufgabe in
den Gasstrom ist darin zu sehen, daß sich unerwünschte chemische Reaktionen zwischen dem Brennstoff und
dem beispielsweise alkalihaltigen oder schwefelhaltigen Rohmaterial ergeben, die sich auf den gesamten
Brennprozeß ungünstig auswirken.
Aus der deutschen Olfenlegungsschrift 23 24 519 ist
bekannt, die Gutaustragsleitung des über dem untersten
m Zyklon eines Vorwärmers angeordneten Zyklons in eine
zwischen Vorwärmer und Drehofen angeordnete Brennzone zusammen mit einer Brennstoffzuleitung
derart einzuführen, daß die Mündung der Brennstoffzuleitung vom Gutstrom überdeckt wird. Auch bei dieser
Anordnung wird sich keine gleichmäßige Verteilung der Materialmengen einstellen, so daß an bestimmten
Stellen in der Brennzone die Rohmaterialkonzentration so hoch ist, daß dort schlechte Verbrennungsbedingungen
herrschen, während an anderen Stellen die Rohmaterialkonzentration verhältnismäßig gering ist,
so daß es an diesen Stellen zu besonders hohen Temperaturspitzen mit der Folge von Überbrennungen
der Gutteilchen kommen wird. Beginnende Kornvergröberung
und Schmelzphasenbildung werden daher die Fließfähigkeit des Rohmaterials erheblich beeinträchtigen
und zu Störungen der Gesamtanlage führen. Aus der deutschen Offenlegungsschrift 23 65 653 ist
bei einer Vorrichtung zur Wärmebehandlung von feinkörnigem Gut mi' einem von Abgasen eines
Drehrohrofens durchströmten Vorwärmschacht eine zusätzliche Brennzone vorgesehen, durch die das Gut
zweimal, einmal abwärts fallend und einmal aufsteigend, hindu.chgeführt wird. Um dies zu erreichen, darf die
Gasgeschwindigkeit nicht zu groß sein. Sie soll in der Brennzone oberhalb etwa 7 m/sec. liegen. Diese
Geschwindigkeitsangabe für die heißen Gase liegt im heute üblichen Bereich, wonach die Strömungsgeschwindigkeit
der Heißgase bei 7 bis 20 m/sec. angesetzt werden. Eine gleichmäßige Vermischung von Brennstoff
und Gut im Vorwärmschacht und damit eine gleichmäßige Wärmebehandlung des Gutes wird jedoch nicht
erzielt, da in der Brennzone die aufströmenden Gase die Gutsträhnen nicht auflösen können und der Brennstoff
die Wärme an die äußeren Gutteilen der Strähnen
(Ti abgibt, so daß einzelne Teilchen zu hoch und andere zu
wenig erhitzt werden. Außerdem stellen sich hierbei unerwünscht hohe Abgastemperaturen ein, da die auf
die Menge des Rohgutes abgestellte theoretische
Brennstoffmenge zum Teil ihre Wärme zur Dissoziation
der Rohmehlpartikel nicht abgeben kann und den Heißgasstrom unerwünscht stark aufheizt.
Aus der DE-OS 23 61 006 ist ein weiteres Verfahren zur Wärmebehandlung von Zementrohmehl bekannt,
das in einem Vorwärmer mit den heißen Abgasen eines Drehrohrofens vorgewärmt, trhitzt und dann im
Drehofen fertiggebrannt und anschließend gekühlt wird. Die in Gutdurchsatzrichtung vor dem Drehrohrofen
angeordnete gesonderte Kalzinierstufe besteht aus einem sich nach oben erweiternden, senkrecht ungeordneten
Schacht, in dem Heißluft aus dem Sinterkühler und heiße Abgase aus dem Drehrohrofen miteinander
vermischt werden. Dieses Heißgasgemisch wird von unten durch eine düsenartige Verengung in den
senkrechten Schacht eingeführt und strömt im Gegenstrom zum zu kalzinierenden Material durch den
Kalzinierschacht von unten nach oben. In den oberen Bereich des sich erweiternden Schachtes wird das
vorgewärmte Zementrohmehl und Brennstoff eingegeben. In diesem Bereich muß die Gasgeschwindigkeit
soweit reduziert sein, daß sich quasi eine Flugstaubwolke
einstellt, in der Brennstoff und Zementrohmehl miteinander reagieren sollen. Die Gasgeschwindigkeit
muß dort also erheblich unter 10 m/sec. betragen, damit
Brennstoff und Gut nicht aus dem Kalzinierschacht ausgetragen werden und erst in dem Vorwärmer
miteinander reagieren. Infolge der düsenartigen Schachtverengung und der dortigen relativ hohen
Gasgeschwindigkeiten soll das in dem Kalzinierschachi
behandelte Gut lediglich so lange gestaut werden, bis die Konzentration des staubförmigen Gutes so hoch
geworden ist, daß es schwallartig aus dem Schacht ausgetragen und in den Drehrohrofen gelangt. Da in der
Kalzinierzone nur geringe Aufströmgeschwindigkeiten herrschen, werden Rohmehlsträhnen nicht aufgelöst
werden können.
Der zugeführte Brennstoff gibt lediglich seine Wärme an die äußeren Rohmehlteilchen der Strähnen ab, so daß
diese teils zu hoch und teils zu wenig erhitzt werden. Da der Wärmeübergang von dem oxidierenden Brennstoff
auf die Rohmehlteilchen nicht in der erforderlichen Intensität stattfindet, wird ein großer Tsil des
Brennstoffs im Vorwärmer ausbrennen, so daß eine erhöhte Abgastemperatur und erhöhte Wärmeverluste
die Folge sind.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht unter Vermeidung der Mangel der bekannten Verfahren
darin, die Wärmebehandlung des Zementrohmehls nach dem Gleichstrom-Wärmetausch-Prinzip in !er gesondenen
Kalzinierstufe zu verbessern und Brennstoff und Zementrohmehl und die sauerstoffhaltigen Heißgase in
dieser Stufe so innig miteinander zu vermischen, daß die einzelnen Brennstoffteilchen unmittelbar den einzelnen
Rohmehlpartikeln zugeordnet werden und bei der nachfolgenden Verbrennung des Brennstoffs ein gleichmäßiger
Wärmeübergang auf das Rohmaterial gewährleistet wird und eine durchgreifende und schnelle
Kalzinierung des Zementrohmehls durch optimale Prozeßführung stattfindet.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Geschwindigkeit des heißen Gasstromes zum Zeitpunkt
des Einbringens von staubförmigem Gut und/oder Brennstoff auf 25 bis 40 m/sec. eingestellt wird.
Es hat sich in überraschender Weise gezeigt, daß durch diese Maßnahme eine wesentlich bessere
Vermischung von Brennstoff. Zementrohmehl und dem zur Verbrennung erforderlichen Sauerstoff erfolgt, so
daß die einzelnen Brennstoffteilchen unmittelbar den Rohmehlpartikeln zugeordnet werden und ein optimaler
Wärmeübergang von dem oxidierenden Brennstoff auf die Rohmehlpartikel erfolgt.
Auf diese Weise werden partielle Überbrennungen des Rohmehls und deren schädliche Folge, wie
beispielsweise Entstehung von geschmolzenen Massen und einem Zusammenbacken der Gutteilchen, wodurch
die Fließfähigkeit und Dispergierfähigkeit des Rohmehls im Gasstrom erheblich verschlechtert werden,
vollständig vermieden. Die mit hoher Geschwindigkeit von 25 bis 40 m/sec. aufströmenden heißen Gase
verwirbeln in dem gasführenden Abgasrohr zwischen Sinterofen und Vorwärmer so stark, daß das in den
Gasstrom eingeführte Rohmehl sofort und ohne jede Strähnenbildung auseinandergerissen und feindispergiert
wird und nahezu verzögerungsfrei vom Gasstrom mitgenommen wird. Der in die Gasströmung hoher
Turbulenz eingeführte Brennstoff wird ebenfalls von der turbulenten Strömung der heißen Gase sofort fein
verteilt und stark verwirbelt, so daP die einzelnen Brennstoffteilchen auf einzelne in feindispergierter
Form vorliegende Brennstoffpartikel treffen, und sich bei dem folgenden Brennprozeß ein optimaler Wärmeübergang
auf die Rohmehlpartikel einstellt.
In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Hochgeschwindigkeitszone der Gasströmung etwa
in der Ebene der Gutzuführung beginnt und so lang ist wie die Ausbrennstrecke der in die Brennstufe
zugeführten Brennstoffe. Durch diese Maßnahme wird die turbulente Heißgasströmung über eine sehr große
Länge aufrechterhalten und es wird gewährleistet, daß die feindispergierten Brennstoffteilchen mit den Rohmehlpartikeln
über einen sehr großen Zeitraum miteinander in Berührung kommen können, so daß sie
auch am Ende der Ausbrennstrecke mit dem Sauerstoff des Heißgases reagieren können. Hierdurch wird mit
Sicherheit erreicht, daß der gesamte in die gesonderte Brennstufe eingeführte Brennstoff oxidiert 'ind s?ine
Wärme noch innerhalb der Ausbrennstrecke zur Kalzinierung des Rohmehls abgeben kann. Der
spezifiche Brennstoffverbrauch für den gesonderten Brennprozeß wird somit verringert, die Abgasverluste
gering gehalten und der Wärmebedarf der Gesamtanlage verbessert.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß das Gut in einer von der Richtung des
Gasstromes stark abweichenden Richtung vorzugsweise etwa in einem Winkel von 90° bis 180° zur Richtung
des Gasstromes in diesen eingeführt wird. Durch diese Maßnahme wird die feine Dispersion des Rohmehls in
der turbulenten Gasströmung noch weiter verbessert, insbesondere dann, wenn das Rohmehl mit bestimmter
Geschw'ndigkeitsenergie in den Gasstrom eingeführt wird, so daß beim Aufeinandertreffen von Rohmehl und
turbulenter Gasströmung das Rohmehl schlagartig auseinandergerissen und in der Gasströmung dispergiert
wird. Auch wird durch diese Maßnahme erreicht, daß das Rohmeh! den Gasstrom gleichmäßig tief
durchsetzt und sofc.t über den Querschnitt des die Gasströmung führenden Abgasrohres gleichmäßig
verteilt wird.
In einer weitergehenden Ausgestaltung de.· Erfindung
isl vorgesehen, daß der Heißgasstrom zusammen mit
dem für den gesonderten Brennprozeß erforderlichen Sauerstoff unmittelbar aus dem Sinterofen gezogen
wird. Hierdurch wird in einfacher Weise und ohne zusätzlichen apparativen Aufwand der erforderliche
Sauerstoff in die Brennstufe eingeführt und darüber hinaus erreicht, dall clic evotherinc Hochtemperatur/"
nc im .Sinterofen beispielsweise einem Drehofen, ohne
in der Leistungsfähigkeit beeren/l zu werden, entlastet
und die Standdauer der feuerfesten Ofenauskleidung dieser Ofenzone erheblich verlängert wird, wobei die
Sintertemperatur nicht unter die für eine vollständige
Sinterung erforderliche Grenztemperatur absinkt.
In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß der für den gesonderten Brennpro/eß
erforderliche Sauerstoff im Bereich der Hochgeschwindigkeitszone des Gasstromes diesem gesondert zugeführt
wird. Durch diese Maßnahme kann die für den gesonderten Brennprozeß erforderliche Verbrennungsluft
aus dem dem Ofen nachgcschaltetcn Kühler entnommen werden. Damit kann der Drehofen kleiner
und kompakter gestaltet werden, gleichwohl kann gewährleistet werden, daß das in den Ofen eintretende
feine Rohmehl von der Gasströmung nicht wieder in den Vorwärmer getragen wird.
Der Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens wird anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert
Das dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt im einzelnen,
daß vor einem Drehrohrofen I. dessen Einlaufende verkleinert dargestellt ist. sich die Einlaufkammer 2
befindet, in die die Gutzuführung ί aus dem untersten
Zyklon 4 eines Schwebegaswärmetauschers einmündet. Oberhalb des Zyklons 4 befindet sich eine Gasableitung
5 mit Gutzugabe, die zu dem nächst höheren Zyklon 6 des Vorwärmers führt. Vorteilhafterweise verläuft eine
im wesentlichen vertikal ausgerichtete Abgasleitung 7 /wischen der Einlaufkammer 2 des Drehofens I und der
aus mehreren Zyklonen bestehenden Einrichtung /um Vorwärmen des zu behandelnden Zemcntrohmehls, in
die zweckmäßigerweise die Gutzufuhrleitung 8 aus dem Zyklon 6 und eine Brennstoffzufuhreinrichtung 9
einmündet. Die Brennstoffzufuhreinrichtung besteht zweckmäßigerweise aus einer oder mehreren im
Bereich der Wandung der Abgasleitung 7 angeordneten Düsen, welche in der Nähe, im Ausführungsbeispiel
jedoch oberhalb der Mündung der Gutzufuhrleitung 8 angeordnet sind. Unterhalb der Einmündungsstelle der
Gut/ufuhrleitung 8 ist eine Prallvorrichtung 10 für das zu behandelnde Gut angeordnet, dessen verstellbarer
Prallschieber 11 vorzugsweise senkrecht zur Richtung des aufsteigenden Gasstromes in die Abgasleitung 7
reicht. In der Höhe der Einmündungsstelle der Gutzufuhrleitung 8 mündet in die Abgasleitung 7 eine
Luftleitung 12. die mit einem nicht näher dargestellten Kühler der Ofenanlage in bekannter Weise verbunden
ist und den für den Brennprozeß erforderlichen Sauerstoff der gesonderten Brennstufe zuführt.
Verfahrensgemäß ergibt sich anhand des Ausführungsbeispieles der folgende Ablauf:
Das aus der Einlaufkammer 2 des Drehofens 1 austretende Heißgas strömt in die Gasleitung 7 mit
einer Geschwindigkeit von 25 bis 40 m/sec. zum untersten Zyklon 4 des Wärmetauschers. Innerhalb der
Abgasleitung treten hierdurch starke Turbulenzen auf. In diese turbulente Heißgasströmung wird vorgewärmtes Rohmehl aus dem Zyklon 6 des Wärmetauschers
über die Gutzufuhrleitung 8, vorzugsweise mit erheblicher Geschwindigkeit in die Abgasleitung 7 und auf die
Prallvorrichtung 10 so geleitet, daß der geschlossene Rohmehlstrom von dem verstellbar ausgebildeten
Praüschieber 1! zerteilt wird und bis weit in die
Abgasleitung 7 dringt In der Abgasleitung prallt dieses Rohmehl auf die stark turbulente Gasströmung und
wird augenblicklich in der Stn-i1.-'ing «euer aufgerissen
und über ilen Querschnitt der Gasleitung 7 i'csehen
glck'hiiiäf.lii! fein dispergicrt und sulort von der
Gasströmung mit genommen.
■) Der in der I lohe der l\,nmündungsstelle der
(iiitzufiihrlcitung 8 in die Abgasleitung 7 eingeführte
Siiucrsii'iihaltigc Luftstrom des Kühlers der Brennanlage
wird ebenfalls von der turbulenten heißen Abgasströmung
sofort verwirbelt, so daß sich eint1 ideale
in Vermischung von leindispergierten Rohmehlp.irtikeln
und mit sauerstoff angereicherter Heißluft entsteht und diese in der Abgasleitung 7 turbulenzartig aufsteigend
mit den feinverteilien Brennstol'fieilchen in Berührung
kommt, wobei die Hrennsti ilfieilchen infolge dei innigen
;■ und häufigen Berührung nut ilen Rohmehlpartikoln
diese gleichmäßig umgehen und infolge der intensiven Verwirbelung im saiierstoffhaltigen Ciasstrom ihre
Wärme /ur Kal/ination an die Rohmohlpartikel
vollständig abgeben.
.•ι. Da die turbulente Gasströmung etwa in der l-.bene
der Gutzuführung beginnt und zumindest so lang wie die A.isbrennsirecke der /tigefülirten Brennstoffe ist. kann
mit Sicherheit erreicht werden, dall der /ur Erreichung
eines bestimmten Kal/ittationsgrades in die gesonderte
_■. Brennstufe eingeführte Brennstoff am Ende der
Ausbrennstrecke seine Wärmeenergie vollständig an die Rohmehlpartikel und nicht an den Gasstrom
abgegeben hat. Die zumindest teilweise kalzinierten Rohmehlpartikel werden dann im Zyklon 4 abgeschie-
,i den und von dort über die Rohmehlleitung 3 in den
Drehofen 1 geleitet. Die aus dem Zyklon 4 über die GasaDleitung 5 in den hoher liegenden /.ykion 6
geleiteten heißen Gase werden zur Erwärmung des in den oberen Zyklonstufen des Wärmetauschers im
η Gegenstrom geführten Rohmehls weiterverwendet.
Das erfindungsgemäße Verfahren wurde bei /wei
verschiedenen Anlagen zur Zementherstellung erprobt.
Hierzu wurde in einer Anlage A /ur Herstellung von
Zement, in der vom Drehrohrofen zum Zyklonwärmc-
4n tauscher führenden Abgasleitung eine zweite Brennstelle
für einen gesonderten Brennprozeß angeordnet. In diese Brennstufe wurde vorgewärmtes Zementrohmehl
aus dem Wärmetauscher geleitet und über Brennstoffzufuhreinrichtungen 20% der für den Gesamtherstellungsprozeß
erforderlichen Brennstoffmenge eingedüst. Die Geschwindigkeit der aufsteigenden Heißgasströmung
in dieser Brennstufe wurde auf 15 m/sec. eingestellt. Es wurde festgestellt, daß die aus dem
Wärmetauscher austretenden Abgase wegen des
so ungenügenden Wärmeübergangs von Brennstoff auf die Rohmehlpartikel eine um etwa 20'C höhere Abgastemperatur
aufwiesen, als unter Normalbedingurig. d. h.
ohne zweite Brennstelle beobachtet wurde.
die gesonderte Brennstufe zugefeuerten Brennstoffmenge jedoch bei der erfindungsgemäßen Gasströ
mungsgeschwindigkeit von etwa 30 m/sec. keine höhere Abgastemperatur gegenüber der Betriebsweise der
Anlage ohne zweite Brennstelle festgestellt. Dies konnte darauf zurückgeführt werden, daß der eingedöste Brennstoff innerhalb der gesonderten Brennstufe
seine Wärmeenergie infolge optimaler Vermischung mit den Rohmehlpartikeln und dem zur Verbrennung
erforderlichen Luftsauerstoff vollständig auf das zu behandelnde Zementrohmehl abgeben konnte und
keine unerwünschte Aufheizung der heißen Abgase erfolgte.
ist nicht nur auf das dargestellte Alisführungsbeispiel beschränkt, sondern es kann auch bei jeder anderen
Vorbrenneinrichtung angewandt werden, die zwischen dem Sinterofen und dem Vorwärmer einer Brennanlage
für feinkörniges Gut angeordnet ist.
Claims (5)
1. Verfahren zur thermischen Behandlung von staubförmigem Gui, insbesondere zum Brennen von
Zement in mehreren Stufen, wobei das Gut in einem Vorwärmer vorerhitzt und in einem Ofen gesintert
und vor Eintritt in diesen Ofen in einer gesonderten Stufe einem Brennprozeß im Gleichstrom in einem
heißen Gasstrom unterzogen wird, dadurch
gekennzeichnet, daß die Geschwindigkeit des heißen Gasstromes zum Zeitpunkt des Einbringens
von staubförmigem Gut und/oder Brennstoff auf 25 bis 40 m/sec. eingestellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hochgeschwindigkeitszone der
Gasströmung so lang ist wie die Ausbrennstrecke der in die Brennstufe zugeführten Brennstoffe.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet daß das Gut in einer von der
Richtung des Gasstromes stark abweichenden Richtung, vorzugsweise etwa in einem Winkel von
90°C bis 180°C zur Richtung des Gasstromes in diesen eingeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der heiße Gasstrom
zusammen mit dem für den gesonderten Brennprozeß erforderlichen Sauerstoff unmittelbar aus dem
Sinterofen gezogen wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der für den gesonderten
Brennprozeü erforderliche Sauerstoff im Bereich der Hochgeschwindigkeitsz- ,ie des Gasstromes
diesem gesondert zugeführt wird.
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