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DE3042489A1 - Verfahren zum zugeben eines veredelungsmittels zu geschmolzenem stahl - Google Patents

Verfahren zum zugeben eines veredelungsmittels zu geschmolzenem stahl

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Publication number
DE3042489A1
DE3042489A1 DE19803042489 DE3042489A DE3042489A1 DE 3042489 A1 DE3042489 A1 DE 3042489A1 DE 19803042489 DE19803042489 DE 19803042489 DE 3042489 A DE3042489 A DE 3042489A DE 3042489 A1 DE3042489 A1 DE 3042489A1
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DE
Germany
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steel
calcium
solid
finishing agent
iron
Prior art date
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Application number
DE19803042489
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English (en)
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DE3042489C2 (de
Inventor
Dr.-Ing. Edward Jerome Wescosville Pa. Dunn jun.
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
DUNN JUN
Original Assignee
DUNN JUN
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
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Publication date
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Publication of DE3042489A1 publication Critical patent/DE3042489A1/de
Application granted granted Critical
Publication of DE3042489C2 publication Critical patent/DE3042489C2/de
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    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21CPROCESSING OF PIG-IRON, e.g. REFINING, MANUFACTURE OF WROUGHT-IRON OR STEEL; TREATMENT IN MOLTEN STATE OF FERROUS ALLOYS
    • C21C7/00Treating molten ferrous alloys, e.g. steel, not covered by groups C21C1/00 - C21C5/00
    • C21C7/04Removing impurities by adding a treating agent
    • C21C7/06Deoxidising, e.g. killing
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21CPROCESSING OF PIG-IRON, e.g. REFINING, MANUFACTURE OF WROUGHT-IRON OR STEEL; TREATMENT IN MOLTEN STATE OF FERROUS ALLOYS
    • C21C7/00Treating molten ferrous alloys, e.g. steel, not covered by groups C21C1/00 - C21C5/00
    • C21C7/04Removing impurities by adding a treating agent
    • C21C7/064Dephosphorising; Desulfurising
    • C21C7/0645Agents used for dephosphorising or desulfurising

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment Of Steel In Its Molten State (AREA)

Description

  • Verfahren zum Zugeben eines Veredelungsmittels
  • zu geschmolzenem Stahl Beschreibung Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Zugeben eines Veredelungsmittels zu geschmolzenem Stahl. Als solche Veredelungsmittel werden Veredelungsmittel bezeichnet, die leichter sind als Stahl, die eine niedrige Ldsbarkeit haben, die flüchtig sind und die als Veredelungsmittel aktiv sind.
  • Siese Veredelungsmittel werden im folgenden als Veredelungsmittel vom beschriebenen Typ bezeichnet.
  • Verunreinigungen, z.B. Schwefel, Sauerstoff, Phosphor, Sylikonoxide, Mangan und Kohlenstoff beeinflussen bekannterweise die Bearbeitung wie auch die mechanischen und physikalischen Eigenschaften von Stahl, Nickel und Kobaltlegierungen.
  • Schwefel beispielsweise bewirkt Wärmesprödigkeit. Sauerstoff bewirkt Kantenrisse. Schwefel und Sauerstoff bewirken Oberflächenfehler. Alle diese Fehler benachteiligen die Verwendbarkeit und die Kosten der Stahlherstellung.
  • Schwefel und Sauerstoff verringern zusätzlich die Duktilität und Zähfestigkeit. Schwefel, Sauerstoff und Phosphor verringern die Ubergangstemperaturen der tuktilen BrUchigkeit und die Formcharakteristiken. Schwefel, Sauerstoff und Kohlenstoff beeintrSchtlgen die Weichmagneteigenschaften von Stählen und Stahllegierungen.
  • Es besteht ein wachsender Bedarf, diese Verunreinigungen in Stahl zu steuern und zu beseitigen. Zu diesem Zweck wurden bereits zahlreiche Aktivitäten entwickelt. Kalzium und Magnesium sind beide ausgezeichnete Entoxidiermittel und Entschwefelungsmittel. Insbesondere auf diese Bestandteile hat sich die Arbeit konzentriert. Diese Arbeiten führten zu patentierten Zusatzmitteln mit Kalzium und Magnesiumlegierungen. Es gibt hierzu auch schon pneumatische Injektionssysteme und Eintauchtechniken fUr die Zugabe von Kalzium, Magnesium und der Legierungen.
  • Magnesium und auch Kalzium sind leichter als Stahl. Sie haben eine begrenzte Lösbarkeit und sieden bei Temperaturen unterhalb der Temperatur von geschmolzenem Stahl. Ein möglicher Weg, Materialien zuzugeben, die leichter als Stahl sind, wurde in der Eintauchtechnik gefunden. Weil diese Elemente aber bei niederigeren Temperaturen sieden und eine nur begrenzte Löslichkeit haben, verdampfen sie sehr schnell, wenn sie flüssigem Stahl beigemengt werden. Die Anteile, die nicht unmittelbar vom Stahl verbraucht werden, steigen auf die Oberfläche des flüssigen Stahls auf und bewirken Metalleruptionen und/oder heftige Explosionen, Fackeln oder Flammen und Rauch. Um diese- Probleme zu beseitigen, muß man also zu etwas anderem als zurherkömmlichen Eintauchtechnik Zuflucht nehmen.
  • Der Stand der Technik beschreibt eine große Anzahl von Eintauchtechniken einschließtich pneumatischer Injektionssysteme für die Zugabe von Kalzium und Magnesium in Körnchenform. Vergleiche beispielsweise die US Patentschriften 3,989,625 und 4,123,258. Die US-PS 2,915,386 beschreibt die Verwendung eines Behälters um solche Zugaben vor einem Kontakt mit dem geschmolzenen Eisen zu schützen, bis nach einiger Zeit der Behälter mit dem Behandlungsmittel untergetaucht ist oder vom geschmolzenen Stahl bedeckt wird. Bei der US-PS 2,595,282 wird ein Zylinder mit dem Behandlungsmittel in die Gießpfanne eingetaucht, nachdem diese mit geschmolzenen Metall gefüllt worden ist. Bei anderen Veröffentlichungen wird der mit dem Behandlungsmittel gefüllte Behälter auf den Boden der Gießpfanne aufgesetzt oder in dessen Nghe gebracht (US-PS 3,934,862 und 3,942,775).
  • Bei diesen Techniken wird das Zugabemittel dem flüssigen Stahl ausgesetzt, wenn der Behälter schmilzt oder zerfällt. Ist das Zugabemittel leichter als Stahl, so steigt es schnell zur Schlacke auf. Wird als Zugabemittel Kalzium oder Magnesium verwendet, so ergeben sich Fackelbildung, Metalleruptionen und Rauch, wobei gleichzeitig ein großer Anteil des Kalziums oder Magnesiums in die Schlacke oder die Atmosphäre übergeht.
  • Die Erfahrung zeigt, daß Festkörper oder reines Magnesium oder Kalzium in Legierungen mit hohem Nickelanteil ohne die geschilderten Probleme eingetaucht werden können. Geringe Anteile an Kalzium können in Eisen mit nur geringer Schwierigkeit eingetaucht werden. Festkörper dieser Elemente in Stahl ergeben beim Eintauchen aber heftige Explosionen, wenn Magnesium zugefügt wird, sowie schwere Metalleruptionen und Flammenbildung, wenn Kalzium zugefügt wird.
  • Bei der Verwendung dieser Elemente mit unterschiedlichen Stählen und Legierungen werden unterschiedliche derartige Reaktionen bemerkt, die wahrscheinlich auf die Löslichkeitsunterschiede zurückzuführen sind, wobei deren Löslichkeit im Stahl am geringsten ist.
  • Der Aufsatz von Sponseller. D.L. Trans Net Society AIME, Vol 230, Juni 1964, zeigt beispielsweise, daß deren Löslichkeit im Stahl sehr niedrig ist, aber stark ansteigt, wenn der Nickel- oder Kohlenstoffgehalt anwächst, weil Legierungen mit hohem Nickel- und hohem Kohlenstoffgehalt weniger heftig mit Kalziumzugaben reagieren.
  • Unmittelbar nach dem Lösen des Kalziums reagiert dieses mit den Verunreinigungen im Stahl. Es ergeben sich Beimengungen, die an der Oberfläche des Stahls schwimmen, wodurch die Verunreinigungen vom geschmolzenen Stahl entfernt werden.
  • Verschiedene Verfahren sind üblich, um in geschmolzenem Eisen diese heftigen Aktivitäten dadurch zu verringern, daß Magnesiummetall langsam in das Eisen unter genau kontrollierten Bedingungen eingegeben wird. Eines dieser Verfahren zur Verringerung der Heftigkeit besteht darin, poröse Körper mit Magnesiummetall zu imprägnieren und diese imprägnierten Körper in das geschmolzene Eisen einzuführen. Unter diesen Bedingungen wird das imprägnierte Magnesiummetall mit einer ausreichend niedrigen Rate gelöst, so daß die heftigen Ausbrüche gering sind.
  • Unter den bekannten porösen Körpern, die mit einigem Erfolg zu diesem Zweck verwendet wurden, befindet sich poröser Koks, (US-PS 3,321,304), Kohlenstoff, Graphit und keramische Körper (US-PS 4,083,716), beispielsweise gebrannter Kalk, großstUckSger Kalkstein oder Dolomit und dergl.
  • Zusätzlich wurde Magnesium in poröse Eisenkörper infiltriert (US-PS 3,902,892). Unter diesen Eisenkörpern befindet sich Schwammeisen, wobei die Eisenteilchen sehr klein sind und versintert werden, um eine poröse Struktur auszubilden.
  • Ein anderes vorbekanntes Verfahren nach der US-PS 3,902,892 besteht darin, Eisenbriketts mit Magnesium zu verwenden, die durch Zerpressen von Eisenteilchen mit Magnesiumteilchen hergestellt wurden. Beide Teilchen haben vorzugsweise eine Größe von 4 - 60 Mesh, d.h. etwa einen Durchmesser von 1/4 Zoll bis 1/60 Zoll.
  • Diese grundsätzlich fUl das Impfen mit Magnesium oder für das Entschwefeln von Eisen gedachten Verfahren sind mit der Kalziumbehandlung von Eisen vergleichbar. In allen Fällen sind diese Verfahren aber nicht für die Verwendung bei Stahl aus mehreren Gründen geeignet, einschließlich der Möglichkeit der Aufnahme von Kohlenstoff aus dem Koks, der Aufnahme von exogenen Einschlüssen aus den keramischen Körpern oder der Wasserstoffaufnahme aus den Bindemitteln, die bei den gießbaren keramischen Körpern eingesetzt wurden, usw.
  • Stahl reagiert auf diese Verunreinigungen noch empfindlicher als Eisen.
  • Zusätzlich gibt es Beschräpkungen betreffend die chemische Behandlung derjenigen Produkte, die aus porösen Körpern hergestellt sind, weil der Betrag an Magnesium (oder Kalzium), den diese Körper halten können, von dem Betrag an in den Körpern zur Verfügung stehender Porösität abhängt. Im Falle von keramischen Körpern ist der Betrag auf den Betrag an Magnesium begrenzt, der die keramische Mischung halten kann, ohne die Eigenschaft als gießbarer keramischer Körper zu verlieren. Die spezielle chemische Behandlung ist auch auf einzelne Elemente oder Legierungen begrenzt, weil die porösen Körper in das flüssige Bad des Elementes oder der Legierung eingetaucht werden müssen, um die Poren des Körpers zu füllen. Mischungen von untertauchbaren Elementen können daher nicht verwendet werden, um die Poren auszufüllen.
  • Im Fall der gießbaren keramischen Körper können fernerhin Elemente, die mit Feuchtigkeit oder mit dem Binder reagieren, beispielsweise Kalzium, nicht verwendet werden, weil diese Elemente mit der Feuchtigkeit oder dem Binder reagieren und dadurch die Festigkeit des Gießkörpers zerstören, während das Kalzium teilweise oder zur Gänze von der Reaktion verbraucht wird.
  • Im Fall von verpreßten Briketten aus Eisen und Magnesium (Kalzium) , wenn diese dem flüssigen Stahl über die normale Abziehmethode (tap stream methods) zugefügt werden, entwickeln sich große Mengen an Rauch und Flammen, wobei der größte Anteil des Magnesiums (Kalziums) mit der Schlacke oder der Umgebungsluft reagiert. Wenn dieses Material in einen abgedichteten Stahlzylinder gepackt wird und der Zylinder mit den Briketts in eine gefüllte Stahlpfanne eingetaucht wird, so schmilzt der Zylinder und gibt alle Briketts gleichzeitig frei. Die Briketts sind leichter als der Stahl und schwimmen schnell auf, wodurch die erwähnte Fackelbildung und Rauchbildung bewirkt wird, wenn die Briketts die Oberfläche des Stahls erreichen. Auch hierbei wird also der größte Anteil des Magnesiums (Kalziums) in der Schlacke und der Atmosphäre nutzlos verbraucht; Die Erfindung vermeidet diese Nachteile. Ihr liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren zum Zugeben eines Veredelungsmittels des beschriebenen Typs zu geschmolzenem Stahl vorzuschlagen, das sicher ist, und die bei bekannten Verfahren entstehende Rauchentwicklung zumindest teilweise oder gänzlich verringert, welche Rauchentwicklung beim Stand der Technik bei der Zugabe eines Veredelungsmittels des beschriebenen Typs erfolgt. Das Verfahren soll einen guten Wirkungsgrad haben und mit geringen Kosten durchführbar sein, ohne daß der Benutzer des Verfahrens bei dessen Durchführung zusätzliches Kapital für entsprechende Vorrichtlmgen einsetzen muß.
  • Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die kennzeichnenden Merkmale von Patentanspruch 1.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren wird durch die erwähnten Nachteile nicht begrenzt, so daß das Verfahren in hohem Maße anpaßbar ist und ohne wesentliche Entwicklung von Rauch die Zugabe von Veredelungsmitteln des beschriebenen Typs zu geschmolzenem Stahl ermöglicht. Dadurch wird die Luftverschmutzung wesentlich verringert oder ganz vermieden.
  • Kennzeichnend für die Erfindung sind somit folgende Merkmale: Ein Festkörper, der ein aktives Veredelungsmittel enthält und nicht ein Veredelungsmittel in Körnchenform wird in das Stahlbad eingetaucht. Der Festkörper besteht aus einer Mischung und nicht aus einer Legierung. Er besteht aus einer Mischung von wenigstens zwei miteinander verpreßten Materialien.
  • Als solcher kann er aus einer beliebigen, verfügbaren Zusammensetzung bestehen, wobei die Zusammensetzung leicht kontrolliert werden kann, um die Zugabe von unerwünschten Elementen in den Stahl zu verhindern.
  • Festkörper, die viel größer sind als Briketts, können verwendet werden, so daß das Zusatzmittel gut untergetaucht bleibt, während es im Stahl gelöst wird, und zwar bei einer verringerten Schmelzrate, die notwendig ist, um ein optimales Lösen des Mittels in dem Stahl zu erzielen.
  • Das gesteuerte Lösen kann so sein, daß die maximale Rate, bei der das Veredelungsmittel dem geschmolzenen Stahl angeboten wird, derart ist, daß 1. kontinuierlich das Veredelungsmittel, das von den Verunreinigungen des Stahls verbraucht wird, ersetzt wird, während gleichzeitig 2. die Konzentration des Veredelungsmit;tels im Stahl die Löslichkeitsgrenze nicht oder zumindest nicht im wesentlichen überschreitet, und zwar zu jeder Zeit.
  • Das Veredelungsmittel ist vorzugsweise Kalzium, Magnesium oder eine Seltene Erde.
  • Das reaktive Material kann aus einem oder mehreren Bestandteilen der folgenden Gruppe ausgewählt werden: Eisen, Aluminium, Elemente, die mit Stahl und/oder Oxiden von Stahl Legierungen eingehen.
  • Der Festkörper kann für Legierungszweoke mit Stahl oder zwecks Entoxidierung einen oder mehrere Bestandteile der folgenden Gruppe enthalten: Al, Ba, Mn, Si, Legierungen oder Mischungen davon.
  • Der Festkörper kann zwischen 1 % und 99 % des Veredelungsmittels enthalten. Vorzugsweise enthält er 20 % Veredelungsmittel und 80 96 Eisen oder Eisen und übliche Beimengungen, beispielsweise Stahl.
  • Der Festkörper kann wenigstens teilweise eingekapselt werden, beispielsweise mit Stahl, Aluminium oder Kupfer um eine längere Lagerzeit zu erzielen.
  • Wenn der zu behandelnde Stahl ein Kohlenstoffstahl ist, ein Stahl mit wenig Legierungsbeimengungen oder ein rostfreier Stahl und wenn das Veredelungsmittel Kalzium ist, so kann der Kalziumgehalt des Festkörpers mit der Oberfläche des Festkörpers durch die folgende Gleichung verbunden werden: Ca 1 Ca5 X t wobei Ca das Gewicht des Kalziums im Festkörper in Pfunden ist, X die Schmelzzeit des Festkörpers = kW ist, S.A.
  • Ca5 die Löslichkeit des Kalziums in dem betreffenden Stahl ist, t die Mindestzeit ist, die für den Verbrauch des Kalziums vom Stahl notwendig ist, k = 27,36 + 10 56 (für Kohlenstoffstahl, Stahl mit niedrigen Legierungsbestandteilen oder für rostfreien Stahl), W das Gewicht des Festkörpers in Pfunden ist und S.A. die Oberfläche des Körpers in Quadratzoll ist.
  • Der Körper kann zylinderförmig sein und eine axiale Öffnung haben. Er kann an einem Ende einer feuerfest verkleideten vertikalen Stange befestigt sein, die benutzt wird, um den Festkörper einzutauchen und eingetaucht zu halten. Die Stange kann die Verschlußstange sein, die beim Gießen des Stahls verwendet wird. Als solcher wird der Körper in die Gießpfanne vor dem Abziehen des Ofens eingesetzt.
  • Der hierbei verwendete Stahl ist üblicherweise Stahl mit niedrigem Kohlenstoffgehalt, der Kohlenstoff von 0,03 56 bis 0,20 56 enthält, Kohlenstoffstahl mit mittlerem Kohlenstoffgehalt zwischen 0,20 56 und 0,50 10 oder Stahl mit hohem Kohlenstoffanteil von über 0,50 56.
  • In einigen Fällen kann der Stahl Chrom zwisclien 0 bis 65 56 enthalten und in einigen Fällen Nickel und/oder Kobalt bis zu 55 56. Es wurde gefunden, daß das Veredeln bei dem Verfahren nach der Erfindung sehr nUtzlich bei Kohlenstoffstählen oder den anderen vorstehend aufgezeigten Stählen ist. Bei Legierungen mit hohem Nickelanteil ist die Lösbarkeit des Veredelungsmittels viel größer, und daher gibt es keine Probleme bei der Zugabe. Als solches ist dieses Verfahren bei diesen Legierungstypen nicht so bedeutend.
  • Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert, aus denen sich weitere wichtige Merkmale ergeben.
  • Im vorstehenden wurde bereits erwähnt, daß Stahlzugaben, beispielweise Kalzium und dessen Legierungen oder Mischungen bei der Zugabe zu geschmolzenen Stahl mittels herkömmlicher Verfahren eine intensive Wärmeentwicklung, Flammenentwicklung und Rauchentwicklung bewirken, so daß das gesamte Gebäude gelegentlich mit Rauch gefüllt sein kann.
  • Die blendende Flammenentwicklung und der blendende Rauch beru en auf dem größeren Anteil des Kalziums, das mit dem Sauerstoff in der Atmosphäre reagiert und nicht so sehr auf den Verunreinigungen im Stahl. Es ergibt sich eine sehr schlechte Ausnutzung des Kalziums.
  • Werden diese Zugabemittel durch die Eintauchtechnik zugegeben, so ergeben sich gefährlich Eruptionen an geschmolzenem Metall, verbunden mit Flammenentwicklung und Rauch.
  • Es wurde gefunden, daß ein aktives Veredelungsmittel, beispielsweise Kalzium, wirksamer, sicherer und wirkungsvoller mit geringer oder keiner Flammen- und Rauchentwicklung unter Verwendung einer Eintauchtechnik zugegeben werden kann, wenn das Mittel nicht schneller zugegeben wird, als ein maximaler Betrag, der dessen Löslichekeitsgrenze im geschmolzenen Stahl nicht überschreitet. Wird das Kalzium verbraucht, so wird es zu einer nicht größeren als die Mindestrate ersetzt, die nicht die Verbrauchsrate und die Löslichkeitsgrenze überschreitet.
  • Es wurde erfindungsgemäß gefunden, daß diese Rate dadurch gesteuert werden kann, daß das Veredelungsmittel mit wenigstens einem anderen inaktiven Material gemischt wird, daß im geschmolzenen Stahl keine Aktivität entwickelt. Definitionsgemäß ist das Veredelungsmittel ein aktives Element, das normalerweise ein Durchschütteln des flüssigen Stahlbades bewirkt, fernerhin ein Aufkochen und Eruptionen, wenn es in den geschmolzenen Stahl eingetaucht wird. Das Veredelungsmittel und das inaktive Material werden in der richtigen Zusammensetzung gemischt. Die Mischung wird zu einem Festkörper aus miteinander verpreßtem Material der geeigneten Oberflächendimension verpreßt, so daß bei einem Eintauchen des Festkörpers in das Stahlbad, wobei der Körper in der Nähe des Bodens des Stahlbades gehalten wird, bis er aufgelöst ist, daß dann der gewünschte Anteil an Veredelungsmittel in den Stahl in der notwendigen Mindestzeit gelöst wird, die von der Lösungszeit des Festkörpers abhängt, die notwendig ist, um den vollständigen Verbrauch des Veredelungsmittels vom Stahl sicherzustellen. Die optimale Zeitspanne kann durch Verwendung bekannter Löslichkeitsgrenzen und Verbrauchsraten für das Spülmittel berechnet werden.
  • Durch Berechnung der Rate, bei der das Veredelungsmittel in das Stahlbad gelöst wird, so daß die Löslichkeitsgrenze niemals oder zumindest im wesentlichen nicht überschritten wird, steht überschüssiges Mittel nicht zur Verfügung, was sonst im Stahlbad verdampft würde und Explosionen bewirken würde oder zur Metalloberfläche aufsteigen würde und dort mit der Schlacke oder der Luft reagieren würde und dann Flammenbildung und Luftverschmutzung herbeiführen würde.
  • Die Explosionen, Flammenbildungen, die Luftverschmutzung und andere Benachteiliguigen beim Einsatz bekannter Verfahren werden somit wesentlich verringert oder vollständig eliminiet.
  • Das kontrollierte Lösen des Veredelungsmittels in den Stahl ergibt auch eine wirksamere Ausnutzung des Veredelungsmittels, weil keine Anteile des Mittels auf der Schlacke schwimmen und mit der Schlacke verlorengehen oder in die Luft entweichen.
  • Obgleich das erfindungsgemäße Verfahren auf Kalzium, Magnesium und möglicherwiese seltene Erden angewendet werden kann, die die aktiven Mittel zum Verringern der Verunreinigungen im Stahl sind, wird die Erfindung im folgenden unter Bezugnahme auf Kalzium beschrieben, weil dies bei der heutigen Stahlherstellung besondern wichtig ist.
  • Das folgende Beispiel 1 erläutert die wesentlichen Daten bei einem herkömmlichen Verfahren der Kalziumzugabe über den Abzugstrom (tap stream), welches Verfahren mit Flammenbildung und starker Rauchentwicklung einhergeht.
  • BEISPIEL 1 Wärmekapazität: 40 t Kohlenstoffstahl Zugabe: 5 Pfund Kalzium pro t Stahl Zugabeverfahren: Die gesamte Zugabe wird dem Abzugstrom in fünf Säcken zugegeben.
  • Ergebnis: Blendwirkung und intensive, heiße Flammenbildung, verbunden mit starker Rauchentwicklung, die das Gebäude etwa 3 - 5 Min.
  • lang anfüllte, bevor der Rauch vom Dach aufstieg und Uber die Entlüftung in die Umgebung abzog.
  • Vorteil: Mannstunden, die notwendig waren, um Schäden von der Oberfläche der 5 x 5 Barren zu entfernen, wurden um 40% verringert.
  • Früher war gefunden worden, daß das Eintauchen von Kalzium und Kalziumlegierungen eines der besten Mittel ist, um Kalzium Stahl zuzufügen. Uberraschenderweise wurde jedoch gefunden, daß bei Verwendung einfacher Eintauchtechniken, je nach dem behandelten Stahl oder der Legierung, die Aktivitäten des Kalziums zwischen nahezu explosiv (Beispiel 2) bis zu ruhig reichen.
  • BEISPIEL 2 Wärmekapazität: 40 t Kohlenstoffstahl Zugabemittel: 1-1/4 Pfund Kalzium pro t Stahl Zugabeverfahren: Ein Stück mit dem Gewicht von 50 Pfd. und den Abmessungen 12 Zoll Durchmesser x 12 Zoll Höhe wurde an einer Stahlstange befestigt und anschließend in die Stahl-Gießpfanne eingetaucht.
  • Ergebnis: 1-1/2 Minuten nach dem Eintauchen des Festkörpers aus Kalzium in dle Pfanne ergab sich eine Flammenbildung über den ganzen Durchmesser der Pfanne zweimal so hoch, wobei Spritzer von Metalleruptionen in der Höhe von 2 Fuß über die Seiten der Pfanne spritzten.
  • Glücklicherweise wurde weiterhin gefunden, daß bei der Zugabe des gewünschten Anteils an Kalzium in mehreren Schüben anstelle in einer einzigen Zugabe, die Aktivität wesentlich verringert wird. Die nahezu explosiven Bedingungen werden bis zu erträglichem Verspritzen des Metalls reduziert, während gleichzeitig die Wirksamkeit des Kalziums wächst und die Rauchentwicklung etwas reduziert wird.
  • Die Zugabe mehrerer Mengen bei großen Gießpfannen ist aber vom Standpunkt des Betriebs einer solchen Gießanlage unpraktisch.
  • Erfindungsgemäß wurde festgestellt, daß eine einzige Zugabe nach Beispiel 3, wobei das Mittel in das Stahl bad eingetaucht wird, mehrere kleinere derartige Zugaben von Kalzium ersetzen kann und dabei dasselbe oder ein verbessertes Produkt beziehungsweise Verfahrensablauf erzielt wird, vorausgesetzt, daß 1. das Kalzium mit Eisen gemischt und dann in einen festgepreßten Körper geformt wird und 2. die Prozentzahl an Kalzium des sich ergebenden Zugabemittels sorgfältig ausgewählt und mit der Schmelz-oder Lösungszeit des festen Zugabemittels selbst derart abgestimmt wird, daß eine ausreichende Zeit für das Kalzium zur Verfügung steht, um ganz vom Stahl absorbiert und verbraucht zu werden, wie das Zugabemittel sich löst, so daß praktisch kein Kalzium zur Verfügung steht, um zu verdampfen und zur Oberfläche des Stahlbades aufzusteigen, wo dann das Metall verspritzt würde und das Kalzium mit der Luft reagieren würde, um Rauch zu entwickeln.
  • Beispiel 3 <erfindungsgemäßes Verfahren) Wäremkapazität: 40 t Kohlenstoffstahl Zugabemittel: 1 1/4 Pfund Kalzium pro t Stahl enthalten in CaFe-Barren mit 20 96 Kalzium Zugabeverfahren: 1 Stück des CaFe-Barrens mit einem Gewicht von etwa 250 Pfund, einem Durchmesser von 9 Zoll und einer Höhe von 30 Zoll wurde in die Pfanne mit geschmolzenem Stahl eingetaucht.
  • Ergebnis: Keine Flammenentwicklung, Metalleruption oder Rauchentwicklung.
  • Vorteil: Mannstunden, die bei der Oberflächenbearbeitung der 5 x 5 Zoll Barren eingespart wurden, waren vergleichbar mit dem Verfahren bei der Zugabe in den Abzugsstrom von 5 Pfund Kalzium pro t.
  • Beispiel 1 erläutert die bei der Zugabe von Kalzium und Kalziumzugaben mit Hilfe der Abzugsmethode entstehenden Probleme. Bedingt durch die Rauchentwicklung begrenzen behördliche Auflagen die Zugabe von Kalzium nach diesem Verfahren oder untersagen diese sogar vollständig. Der Stahlhersteller kann daher keinen hochwertigen Stahl mehr herstellen.
  • Beispiel 2 zeigt, daß einfache Untertauchverfahren bei Kalziumzugaben nicht verwendet werden können und unsicher sein können.
  • Beispiel 3 zeigt, daß eine richtig zusammengesetzte Festkörpermischung sicher in das Stahlbad eingetaucht werden kann, ohne daß eine Flammenentwicklung entsteht oder Metalleruptionen und Rauchentwicklung. Eine solche Zugabe kann wirksamer sein, weil eine Zugabe von 1 1/4 Pfund Kalzium pro t über einen CaFe-Barren vergleichbare Effekte auf den Stahl hervorruft wie die Zugaben in den Abzugs strom mit Verwendung von 5 Pfund Kalzium pro t Stahl.
  • Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Produkt ist charakterisiert durch einen verbrauchbaren Körper aus miteinander verpreßten MateriaJien, die aus Kalzium und wenigstens einem anderen Material bestehen. Die Form und Zusammensetzung des Preßkörpers wird so ausgeglichen, daß eine gesteuerte Lösung des Kalziums erzielt wird, wenn der Formkörper sich im Stahlbad auflöst. Die Lösungazeit für den Formkörper hängt somit von der Oberfläche oder der Abmessung der gewählten Form ab. Um diesen Effekt weiter zu erläutern,werden unten in Tabelle 1 in sieben Spalten die relevanten Daten verschiedener zylindrischer Formkörper von Preßmaterial unter Verwendung von CaFe aufgeführt, wobei gezeigt wird, wie die Schmelzzeit von den betreffenden Dimensionen abhängt.
  • Tabelle I Abhängigkeit zwischen den Abmessungen der Barren, der Oberfläche und der Schmelzzeit für einen Barren mit: 25 % Kalzium D1 D h Gewicht Ober- Oberfl./ Schmelz-(") (") (") (Pfund) fläche Barrengew. zeit (min) 8.5 1.75 30.75 230 923 3.9 7.0 12 2.75 20 304 968 3.2 8.59 10 2.75 29.5 304 1,072 3.5 .76 8 2.75 48.5 304 1.308 4.3 6.36 6 2.75 96.0 304 1.854 6 1 4.49 4 2.75 323.0 304 4.072 13.4 2.04 3 2.75 1900.0 304 17.909 58.9 0.47 D1 ist der Außendurchmesser des Zylinders in Zoll.
  • D2 ist der Irmendurchmesser des Lochs im Zylinder in Zoll.
  • h ist die Ilöhe des Zylinders in Zoll.
  • In Spalte ll ist dasBarrengewicht in Pfund aufgetragen.
  • In Spalte 5 ist die Oberfläche aufgetragen.
  • Spalte 6 zeigt das Verhältnis der Oberfläche durch Barrengewicht.
  • Spalte 7 zeigt die Schmelzzeit in Minuten.
  • Will man also einen bestimmten Prozentsatz Kalzium einer Stahl-Gießpfanne zufügen, so wird eine Zusammensetzung und eine Barrengröße derart ausgewählt, daß der gewünschte Betrag an Kalzium für die Lösungszeit oder Schmelzzeit erzielt wird, die notwendig ist, um einen vollständigen Verbrauch durch den Stahl sicherzustellen.
  • Die Daten für die vorstehende Tabelle wurden unter Verwendung der Tatsache entwickelt, daß bei einer gegebenen Masse die Schmelzrate umgekehrt proportional zu der Oberfläche ist, die dem geschmolzenen Stahl ausgesetzt wird.
  • Dies ergibt die folgende Gleichung: X ~ k? X = Schmelzzeit für den Zylinder, k = Konstante, Y = Oberfläche durch Gewicht.
  • k wird empirisch unter Verwendung eines Barren mit einem Durchmesser von 8-1/2 Zoll zu 27.36 bestimmt.
  • Dies Zugabeverfahren, das eine Verbesserung der Technik des Eintauchens einer gewünschten Kalziumzugabe über verschiedene unabhängige Eintauchungen darstellt, ist bei größeren Pfannen praktischer. Die Rate des in das Stahlbad gelösten Kalziums wird auf die Rate eingestellt, bei der das Kalzium vom Stahl verbraucht werden kann. Diese Rate kann unter Verwendung der folgenden Gleichung geschätzt werden: Kalziumlösbarkeitsgrenze in Rate der Kalzium- bestimmtem Stahl lösung 180 Sek. (Zeit, die notwendig ist, damit Ca sich löst und reagiert) Der Preßkörper wird durch Verpressen kleiner Teilchen eines nicht aktiven Materials, beispielsweise Eisenpulver, und kleiner Teilchen aktiven Metalls, beispielsweise Ca, bei Drücken bis zu 60.000 psi in einen Festkörper hergestellt, der eine theoretische Dichte von 75% bis 100% hat. Gegenwärtig wird ein Dichtigkeitsbereich zwischen 87% und 93% bevorzugt. Obgleich die Teilchengröße nicht kritisch ist, wird ein Bereich von 100 - 8 Mesh bevorzugt, weil solche Teilchengrößen besser verfügbar sind. Am einfachsten herzustellen und einzusetzen ist ein Zylinder mit einem Durchmesser von 9 oder 12 Zoll mit einem achsialen Loch von 2 - 8 Zoll, das sich über die'ganze Zylinderlinge erstreckt. Das Loch wird verwendet, um den Zylinder an einem Ende einer Verschlußstange zu befestigen, die feuerfest verkleidet ist. Das andere Ende der Stange ist fest mit einem sogenannten Gegengewicht ausreichender Größe verbunden, um den leichten Zylinder in der Nähe des Bodens der gefüllten Pfanne zu halten. Bei Verwendung einer solchen Stangenanordnung, die richtig ausbalanciert ist, wird der Zylinder in das Stahlbad gut eingetaucht, so daß der Zylinder in einer Position dicht über dem Pfannenboden anhält. Es ist wünschenswert, diese Anordnung vor dem Abstich (Ablassen) anzuordnen. Kommt der geschmolzene Stahl in Kontakt mit dem Zylinder, so wird der Zylinder auf seinen Schmelzpunkt erwärmt und beginnt, sich in das Stahlbad zu lösen, wobei das Kalzium mit einer kontrollierten Rate gelöst wird, die von der Schmelzzeit des Zylinders selbst abhängt.
  • Löst sich das Kalzium im Stahlbad auf, so ergibt sich eine Reaktion mit den Verunreinigungen. Die Reaktionsprodukte sind leichter als Stahl und schwimmen auf die Oberfläche auf und gehen in die Schlacke über. Die gesamte Zeit, die notwendig ist, daß das gelöste Kalzium reagiert ein schließlich der Aufschwimmzeit der Reaktionsprodukte zur Schlacke ist im Aufsatz von Wahlster; Radex-Rundschau, 1969, S. 478 - 494 auf etea 180 Sekunden geschätzt. Durch Verwendung 1) einer richtig gewählten Kalzium-Prozentzahl für die Herstellung des Zylinders zur Erzeugung des gewünschten Betrages an Kalziumzugabe und 2) der richtigen Zylinderabmessungen zwecks Herstellung der Oberfläche zur Steuerung der Lösungszeit des Zylinders und damit auch des gleichzeitigen Lösens des Kalziums während dieser Zeitspanne, wird die Rate an in den Stahl gelösten Kalzium hierdurch sorgfSltig kontrolliert. Durch Einstellung des Kalzium-Prozentanteils bei gegebener Barrengröße zur Erzielung der maximal gewünschten Rate, wie durch Gleichung 1 bestimmt, wird das pro Minute verfügbare Kalzium dabei gesteuert, um 1) kontinuierlich ausreichend Kalzium zur Verfügung zu stellen, um das Kalzium zu ersetzen, das durch seine Reaktion mit den Verunreinigungen im Stahl verbraucht wird, wobei gleichzeitig 2) die Konzentration von Kalzium im Stahl so begrenzt wird, daß Jederzeit das Kalzium seine Löslichkeitsgrenze nicht überschreitet.
  • Das gesamte zugefügt Kalzium befindet sich daher entweder in Lösung oder wird durch den Veredelungsprozess verbraucht. Kein Kalzium steht zur Verfügung, um zur Schlacke aufzusteigen und dort Explosionen, Flammenbildung oder Rauchentwicklung zu verursachen.
  • Der Preßkörper kann eine beliebige Gestalt haben. Eine Zylinderform mit achsialer Bohrung wird aber bevorzugt, weil ein solcher Körper leichter gehandhabt werden kann4 Eisen wird in erster Linie als anderen Ingredienz der Zusammensetzung für den Zylinderkörper verwendet. Die Zylinderform kann aber auch aus inaktivem Kalzium oder anderem inaktiven Material bestehen, um die Lösung des Kalziums in den geschmolzenen Stahl besser zu kontrollieren oder um eine bessere Desoxidation zu erreichen. Diese inaktiven Materialien können Eisen, Aluminium, Stahllegierungselemente, deren Oxide, CaO, CaC2, CaF, Kalziumzyanid und Mischungen dieser Bestandteile enthalten. Der Kalziumgehalt selbst kann von 1 % bis 991)6 gehen. Dasselbe gilt fUr die anderen Bestandteile. Sie werden zusammen mit dem Kalzium mit einem derartigen Druck verpreßt, daß sie im wesentlichen damit verbunden werden und in das Stahlbad entweder durch 1) Untertauchen des Zylinders in das Stahlbad, 2) starre Befestigung des Zylinders in der Pfanne und Anheben des Stahlbadspiegels über den Zylinder oder 3) durch langsames Eintauchen des Produkts in ein flaches Bad, beispielsweise in einen Tundish, eingefUhrt wird.
  • Das verwendete Spülmaterial ist in erster Linie Kalziummetall. Es können aber auch handelsilbliche Kalziumlegierungen, beispielsweise CaSi, CaMnSi, CaSiBaAl, CaC2, CaAl und dergl. teilweise oder als ganzes für die Kalziumquelle des Zylinders verwendet werden.
  • Das Untertau¢hen des Kalziums und der Kalziumzusätze bei dem erfindungsgemäßem Verfahren verringert bzw. vermeidet nicht nur Flammenbildung und die Rauchentwicklung, sondern ist auch ein preisgünstigeres Verfahren für die Stahlveredelung mit Kalzium, wobei die Wirksamkeit der Kalziumzugabe wesentlich verbessert wird.
  • Bei herkömmlichen Zugabeverfahren in den Abzugs strom ergibt sich beispielsweise eine Ausbeute des Kalziums von 3 - g96, wobei das meiste Kalzium mit Luft reagiert. Erfindungsgemäß reagiert alles Kalzium mit dem Stahl, so daß die Reaktion mit Lu£t verhindert wird. Die Wirksamkeit des Kalziums wird um bis zu 20mal erhöht, Obgleich daher die Formung des Körpers in die gewünschte Gestalt einen zusätzlichen Arbeitsgang darstellt, ist das neuartige Verfahren dennoch viel wirksamer und kostengünstiger, weil die Behandlung des Stahls mit dem Kalzium viel wirksamer ist.
  • Das neuartige Verfahren benötigt weiterhin lediglich ein Gegengewicht, um den Zylinder tief im Stahlbad zu halten, sowie gegebenenfalls zusätzlich ein Paar Doppel-T-Träger, die horizontal angeordnet werden und an der die Stange befestigt wird. Apparativ sind daher praktisch keine zusätzlichen Kosten aufzubringen.
  • Das Spülmittel kann beliebige Gestalt haben. Bevorzugt wird, wie erwähnt, eine Zylinderform. Zur Erzielung einer größeren Lagerzeit kann der Formkörper entweder ganz oder teilweise mit Stahl, Aluminium, Eisen, Kupfer oder anderen Metallen eingekapselt werden.
  • Wichtig fUr die Erfindung ist es somit, daß zur Zugabe eines Veredelungsmittels, das leichter als Stahl ist, eine niedrige Löslichkeit hat, flüchtig ist und aktiv ist, dieses als verbrauchbarer Festkörper in das Stahlbad eingetaucht wird, wobei der Festkörper aus einer Mischung von Materialien mit dem Veredelungsmittel besteht und aus einem oder mehreren inaktiven Materialien. Die Zusammensetzung des Festkörpers wird so vorbestimmt, daß eine gesteuerte Lösung eines vorbestimmten Betrags an Veredelungsmittel in den Stahl erfolgt, wenn sich der Festkörper mit einer Rate löst derart, daß die maximale Rate, bei der das Veredelungsmittel dem Stahlbad angeboten wird, so ist, daß kontinuierlich das Veredelungsmittel ersetzt wird, das von den Verunreinigungen im Stahl verbraucht wird, während gleichzeitig des Konzentration des Veredelungsmittels im stahl zumindest im wesentlichen nicht dessen Löslichkeitsgrenze zu beliebiger Zeit überschreitet.

Claims (18)

  1. Patentansprüche 1. Verfahren zum Zugeben eines Veredelungamittels des beschriebenen Typs zu geschmolzenem Stahl, dadurch gekennzeichnet, daß ein verbrauchbarer Festkörper aus einer gepreßten Mischung von Materialien, die das Veredelungsmittel enthalten, und wenigstens einem inaktiven Material in das Stahlbad eingetaucht wird und untergetaucht bleibt, wobei die Zusammensetzung und die Oberfläche des Festkörpers so ausgebildet ist, daß ein kontrolliertes Lösen eines vorbestimmten Betrags an Veredelungsmittel in den Stahl ermöglicht wird, wenn sich der Festkörper mit einer vorbestimmten Rate auflöst derart, daß das Veredelungsmittel nicht oder im wesentlichen nicht die Löslichkeitsgrenze im Stahl übersteigt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, 'd a d u r c h g e k 9 n n z e i c h n e t , daß das kontrollierte Lösen derart erfolgt, daß die maximale Rate, bei der das Veredelungsmittel dem geschmolzenen Stahl verfUgbar gemacht wird, so eingestellt wird, daß 1. kontinuierlich das Veredelungsmittel ersetzt wird, das von den Verunreinigungen des Stahls verbraucht wird, während gleichzeitig 2. die Konzentration des Veredelungsmittels im Stnlll deren Löslichkeitsgrenze zu beliebiger Zeit nicht oder zumindest nicht im wesentlichen Uberschreitet.
  3. 3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Veredelungsmittel Kalzium, Magnesium oder eine Seltene Erde verwendet wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das inaktive Material aus Eisen, Aluminium und/oder Elementen besteht, die mit Stahl und/oder Stahloxiden Legierungen bilden.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Veredelungsmittel Kalzium ist und daß das inaktive Material aus einem oder mehreren der folgen den Bestandteile besteht: Al, Fe, deren Oxide, CaO, CaF, Kalziumzyanid, Stahllegierungselemente und Mischungen davon.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Festkdrper für Legierungszwecke oder Entoxidationszwecke von Stahl einen oder mehrere der folgenden Bestandteile enthält: Al, Ba, Mn, Si, Legierungen oder Mischungen dieser Bestandteile.
  7. 7. Verfahren nach einem der vorhergehenden AnsprUche, dadurch gekennzeichnet, daß der Festkörper zwischen 1 % und 99 96 des Veredelungsmittels enthält.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Festkörper 20 % Veredelungsmittel und 80 % Eisen oder Eisen und übliche Beimengungen enthält.
  9. 9. Verfahren nach einem der vorhergehenden AnsprUche, dadurch gekennzeichnet, daß der Festkörper eine theoretische Dichte von 75 bis 100 0 hat.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Festkörper eine theoretische Dichte von 87 bis 93 % hat.
  11. II. Verfahren nach einem der vorhergehenden AnsprUche, dadurch gekennzeichnet, daß der Festkörper wenigstens teilweise eingekapselt ist.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Festkörper wenigstens teilweise in Stahl, Aluminium oder Kupfer eingekapselt ist.
  13. 13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Anspr; .e, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t daß der zu veredelnde Stahl ein Kohlenstoffstahl mit geringen Legierllngszusätzen ist oder ein rostfreier Stahl, daß das Veredelungsmittel Kalzium ist und dadurch gekennzeiclmet, daß der Kalziumgehalt des Festkörpers mit dessen Oberfläche durch die folgende Gleichung verknüpft ist: Ca c Ca, t wobei: Ca das Gewicht des Kalziums im Festkörper in Pfund ist, X die Schmelzzeit des Festkdrpers 2 -A ' kW Cas die Löslichkeit des Kalziums in dem Jeweiligen Stahl ist, t die Mindestzeit, die für den Verbrauch des Kalziums vom Stahl notwendig ist, k = 27,36 t 10 % (für Kohlenstoffstahl mit geringen Legierungszusätzen oder rostfreien Stahl), W das Gewicht des Festkörpers in Pfund ist und S.A. die Oberfläche des Festkörpers in Quadratzoll ist.
  14. 14. Verfahren nach einem der vorhergehenden AnsprUche, dadurch gekennzeichnet, daß der Festkörper zylinderfdrmig ist.
  15. 15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Festkörper eine axiale Öffnung hat.
  16. 16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Anspruche, dadurch gekennzeichnet, daß der Festkdrper sich am Ende einer vertikalen, feuerfesten Stange befindet, die dazu verwendet wird, um den Festkörper unterzutauchen und untergetaucht zu halten.
  17. 17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Stange die Verschlußstange ist, die normalerweise verwendet wird, um den Stahl zu gießen,und die vor dem Abziehen des Ofens in die Pfanne eingesetzt wird.
  18. 18. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren in einer Pfanne (Gießpfanne) durchgeführt wird.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0565763A1 (de) * 1990-10-19 1993-10-20 SKW Trostberg Aktiengesellschaft Mittel und Verfahren zur Calciumbehandlung von Stahl

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US3902892A (en) * 1973-08-03 1975-09-02 Nl Industries Inc Porous ferrous metal impregnated with magnesium metal
DE2522272A1 (de) * 1974-09-12 1976-03-25 Metallurg Exoproducts Corp Zuschlaganordnung fuer ein gefaess

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