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Sprengmomentzünder
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Die Erfindung befaßt sich mit einem Sprengmomentzünder der im Oberbegriff
des Anspruchs 1 angegebenen Art.
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Elektrische Sprengmomentzünder weisen eine am einen Ende geschlossene
Zünderhülse aus Metall oder Kunststoff auf, in der eine Unter- oder Sekundärladung
aus verdichtetem Sekundärsprengstoff und eine Auf- oder Primärladung aus Initialsprengstoff
eingebracht sind. Die Primärladung ist entweder mlr verdichtet oder zusätzlich noch
mit eine gelochten Scheibe oder einem sogenannten Innenhütchen abgedeckt und so
gegen Ausrieseln gesichert.
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Untersuchungen mit diesen elektrischen Sprengmomentzündern haben ergeben,
das sie den massenexplosionsfähigen Gegenständen zuzuordnen ind. Massenexplosionsfähig
bedeutet, daß im Falle einer Explosion eines einzelnen Zünders in einen Verpackungseinheit
mit mehreren Zündern eine Kettenr@@@tion der übrigen Zünder zu crwarten ist.
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Das Hauptpatent (deutsche Patentanmeldung P 28 25 742.3) betrifft
einen Sprengmomentzünder mit einer Zünderhülse und in dieser angeordneter Primär-
und Sekundärladung, wobei in der Zünderhülse ein röhrenförmiger Einsatzkörper angeordnet
ist, dessen durchgehende axiale Ausnehmung eine Querschnittsverengung aufweist und
auf einer Seite der Verengung als die Primärladung enthaltender, der Sekundärladung
zugekehrter Ladungsraum und auf der anderen Seite der Verengung als ladungafreier
Leerraum ausgebildet ist, wobei der Einsatzkörper zumindest in seinem den Ladungsraum
seitlich umgebenden Teil dickwandig ausgeführt ist.
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Damit ist es möglich, einen elektrischen Sprengmomentzünder zu schaffen,
der nicht mehr in Masse explodiert.
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In zweckmäßiger Weiterbildung der Erfindung wird nunmehr vorgeschlagen,
entsprechend den Kennzeichen des Anspruchs 1 einen Einsatzkörper ohne zusätzli.chen
ladungsfreien leerraum zu verwenden. Wie gefunden wurde, ist es auch mit einem derartigen
dickwandigen Einsatzkörper möglich, Sprengmomentzünder zu schaffen, die nicht in
Klasse explodieren. Der Einsatzkörper ist bevorzugt aus Metall wie Stahl, Aluminium
oder Messing hergestellt, kann aber z.B.
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auch aus Kunststoff gefertigt werden. Zumindest seine den Ladungsraum,
in welchem der Initialsprengstoff enthalten ist, seitlich umgebende Wandung ist
dick im Verhältnis zur Wandung der Zünderbülse und damit auch in Relation zu den
bekannten Innenhütchen, deren Wanddicke derjenigen der Zünderhülse entspricht, ausgebildet.
Die Wanddicke ist vorzugsweise so groß, daß durch einen benachbarten Sprengmomentzünder
gleicher Bauart, wie es in Verpackungseinheiten üblicherweise der Fall ist, keine
Initiierung der im Einsatzkörper befindlichen Primärladung erfolgt. Sie kann jedoch
geri@@er sei@, wenn eine spezielle im nachstehenden noch näher erläutert@
erfindungsgemäße
Verpackungsanordnung gewählt wird. Die Wanddicke des Einsatzkörpers ist um so größer,
je geringer seine Festigkeit ist. Bei metallischen Einsatz'Körpern beträgt deren
Wanddicke im allgemeinen etwa das 5- bis 10-fache der Wanddicke der metallischen
Zünderhülsen.
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Der Einsatzkörper ist: mit seinem den initialsprengstoff enthaltenden
Ladungsraum der im unteren Teil der Ziinderhülse befindlichen Sekundärladung zugekehrt
in die Zünderhülse so eingesetzt, daß die ladungsfreie Querschnittsverengung de
oberhalb des Einsatzkörpers im Abstand von diesem in der Zünderhülse angeordneten
Anzündelement des Sprengmomentzünders zugekehrt ist. Diese Querschnittsverengung
der durchgehenden axialen Ausnehmung des Einsatzkörpers ist einerseits so groß,
daß der vom Anzündelement ausgehende Zündstrahl noch einwandfrei die Zündung der
Primärladung bewirkt. Andererseits ist sie aber so klein, daß keine Druckzündung
der Primärladung durch die oberhalb des Einsatzkörpers in der Zünderhülse befindliche
Luft erfolgt, wenn diese durch eine von außen auf die Zünderhülse einwirkende Detonation
verdichtet wird Die Querschnittsverengung ist vorzugsweise als zentrale Bohrung
ausgobildet. Der Bohrungsdurchmesser wird im allgemeinen nicht kleiner als etwa
1 am und nicht größer als etwa3 mm sein. Die kleineren Werte werden bevorzugt. Die
axiale Länge der Querschnittsverengung ist vorzugsweise wenigstens gleich ihrem
Durchmesser.
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Die Primärladung wird vorzugsweise so eingebracht, daß der Bereich
der Querschnittsverengung frei von Initialsprengstoff ist. Gegebenenfalls kann die
Querschnittsverengung aber auch auf einem Teil ihrer axialen Erstreckung, eine entsprechende
Länge vorausgesetzt, noch mit Initislsprengstoff gefüll@ sein.
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Durch den erfindungsgemäßen Einsatzkörper mit in einem Ladungsraum
größerer Wanddicke untergebrachter Primärladung und einer Querschnittsverengung
erhält man in vorteilhafter Weise einen gegen Massenexplosionen gesicherten elektrischen
Sprengmomentzünder. Diese Sicherheit kann noch weiter durch folgende Maßnahme erhöht
werden.
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Die aus der Zünderhülse herausgeführten beiden Zünderdrähte des Anzündelementes
können bis zu mehreren Metern lang sein. Sie werden bevorzugt in entsprechenden
Vorrichtungen zu achtförmigen Schleifen zusammengefaltet und annähernd in ihrer
Mitte umwickelt, tun ein Aufgehen der Schleifen zu vermeiden. Die UmwI eklung erfolgt
d.abei vorzugsweise mittels der Zünderdrähte selbst. Bei Sprengmomentzündern mit
diesen sogenannten Drahtpuppen ist nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung vorgesehen,
diese entsprechend Anspruch 2 insbesondere in den Verpackungseinheiten, z,.B.
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einer Versandkiste, anzuordnen. Durch die abwechselnde An-Ordnung
von Drahtpuppenteilen mit Zünderhülsen und solcher ohne Zünderhülsen wird ein enges
Nebeneinander einer größeren Menge von Sprengmomentzündern vermieden und. damit
eine zusätzliche Erhöhung der Sicherheit gegen Massenexplosionen erreicht.
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Die Erfindung ist in der Zeichrnrng in Ausführungsbeispielen gezeigt
und wird anhand dieser nachstehend. noch näher erläutert. Es zeigen Fig. 1 einen
Sprengmomentzünder im Längsschnitt und Fig. 2 die Anordnung mehrerer Sprengmomentzünder
in schematischer Darstellung.
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Der in Fig. 1 in den Sprengmomentzünder eingebaut gezeigte Einsatzkörper
1 aus z.B. Stahl weist den Ladungsraum 2 und die Querschnittsverengung 4 auf. In
den Ladungsraum 2 ist die Primärladung 5 aus Initialsprengstoff eingebracht
und
mit einer diinnen Schicht 6 eines Sekundärsprengstoffs, beispielsweise Nitropenta,
abgedeckt. Der Einsatzkörper 1 ist sowohl im Bereich des Ladungsraums 2 als auch
der Verengung 4 - hier in axialer Richtung betrachtet - im Vergleich zu den Wandungen
der üblichen. Zünderhülsen und Innenhütchen dickwandig ausgebildet.
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Bei einem Außendurchmesser des Einsatzkörpers zwischen etwa 5 und
7 mm beträgt etwa der Innendurchmesser des Laderaums 2 im allgemeinen zwischen 2
und 4 mm, vorzugsweise etwa 2,5 bis 3,5 mm, und der Bohrungsdurchmesser zwischen
etwa 1 und 3 mm. Die Wanddicke der metallischen Zünderhülsen beträgt dabei üblicherweise
zwischen etwa 0,2 und 0,4 mm.
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Die axiale Länge des Laderaumes 2 richtet sich nach der erforderlichen
Menge der Primärladung. Sie beträgt im allgemeinen zwischen etwa 4 und 6 mm.
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Der in Fig. 1 gezeigte Sprengmomentzünder weist die am unteren Ende
geschlossene Zünderhülse 7 aus z.B. Aluminium auf, in welche d.ie Sekundärladung
8 eingebracht i ist, Sekundärladung werden für massenexplosionssichere Sprengmomentzünder
vorzugsweise solche Sekundärsprengstoffe verwandet, die gegen Detonationsstoß und/oder
mechanische @@awirkungen gleich oder unempfindlicher als Tetryl sind.
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@@@er Tetryl sind also beispielsweise auch Trinitrotoluol @@er Trinitroxylol
verwendber. Auf die Sekundärladung 8 aufgebracht ist der Einsstzkörper 1 mit der
Primärladung 5 und Abdeckung 6 aus Nitropenta. Als Primärladung werden die bekannten
üblichen Initialsprengstoffe wie z.B. Bleiazid oder Gemische von Bleiazid mit Bleistyphnat
verwendet Am oberen Ende ist die zünderhülse 7 mit dem Stopfen 9 verschlossen, durch
den die beiden Zünderdrähte 10 hindurchgeführt sind, die an ihrem inneren Ende die
elektrische Anzündpille 11 aufweisen.
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Fig. 2 zeigt die bevorzugte Anordnung beim Verpacken der Sprengmomentzünder
mit Drahtpuppen 12, die nur schematisch als achtförmige Schleifen mit zentraler
Umwicklung 13 angedeutet sind. Di.e Zünderhülsen 7 sind jeweils in das Innere einer
Schleifenhälfte umgelegt, könnten aber auch über das jewei.li.ge Puppenende hinausstehen.
Die Puppen 12 sind in einer Lage neben- und hintereinander so angeordnet.
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daß jeweils ein Schleifenteil 14 mit Zünderhülse 7 und ein Schleifenteil
15 ohne Zünderhülse sich benachbart sind.
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13ei der nächsten - nicht gezeigten - zu verpackenden Schicht von
Drahtpuppen werden dann in analoger Weise die Puppen 12 so orientiert auf die gezeigte
Srhlcht gelegt, daß jeweils ein Schleifenteil 1 mit Zünderhülse auf einen Schleifenteil
15 ohne Zünderhülse und umgekehrt zu liegen kommt.
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L e e r s e i t e