DE2909290A1 - Verfahren zur pulvermetallurgischen herstellung eines verbundmaterials - Google Patents
Verfahren zur pulvermetallurgischen herstellung eines verbundmaterialsInfo
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Description
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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur pulvermetallurgischen
Herstellung eines in mindestens einer Dimension verformten Verbundmaterials aus mindestens einer,
vorzugsweise zwei oder mehr Ausgangspulverkomponenten, von denen mindestens eine im Volumen oder an der Oberfläche
mit Sauerstoff oder einer Sauerstoffverbindung verunreinigt ist und wobei als mindestens eine Ausgangspulverkomponente
ein kubisch raumzentriertes Metall eingesetzt wird.
Die pulvermetallurgische Herstellung von Verbundmaterialien ist bekannt-. Meist werden zwei Ausgangspulverkomponenten,
vorzugsweise zwei Metallpulver, gemischt, verdichtet, stranggepreßt und durch eine Verformung zu Drähten ausgezogen.
Auf diese Weise entsteht ein Verbundmaterial, in dem die Ausgangspulverteilchen zu Fasern ausgezogen sind.
Dieser Faserverbund ist in zwei Dimensionen verformt. Bei einer Verformung des Verbundmaterials nur in einer .
Dimension werden die Pulverteilchen zu nicht zusammenhängenden Bändern ausgezogen. Bei der Herstellung dieser
Verbundmaterialien werden die beiden Ausgangspulverkomponenten im allgemeinen vermischt, kompaktViert, gesintert
und dann anschließend dem Verformungsprozeß unterworfen, bei dem die Pulverkörner zu langen Fasern
ausgezogen werden. Speziell bei kleinen Pulverkorngrößen (kleiner gleich 40 um) der Ausgangspulverkomponenten ist
jedoch durch Reaktion mit Luftsauerstoff und/oder schon während des Herstellungsprozesses des Pulvers Sauerstoff
im Volumen interstitiell gelöst und/oder an der Oberfläche als entsprechendes Oxid gebunden. Der interstitiell
gelöste Sauerstoff erhöht sowohl die Härte des Pulvers der Äusgangspulverkomponente als auch die kritische Temperatur
des Duktil-Spröd-Oberganges. Dies hat zur Folge, daß ein
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durch einen Sintervorgang pulvermetallurgisch hergestelltes mehrfasiges Gefüge während einer Kaltverformung nicht in die
gewünschte Faserstruktur überführt werden kann, weil die gehärteten Ausgangspulverkomponenten diese Verformung nicht
im gewünschten Maße zulassen und praktisch als unverformte Teilchen bzw. als mehrfach zerrissene Faserstücke in der
anderen Ausgangspulverkomponente vorliegen. Die mechanischen
Eigenschaften eines solchen Verbundmaterials sind ungünstig, d.h. insbesondere die Zerreißspannung ist niedrig. (W.D.
Jones "Fundamental Priciples of Powder Metallurgy", Arnold, London,1960; Metallische Verbundwerkstoffe, Festschrift
der Fa. G. Rau, Pforzheim, 1977; Serie der Powder Metallurgy Joint Group of the Iron and Steel Institute and the Institute
of Metalls, London).
Es ist bereits versucht worden, durch eine Reduktion mit Wasserstoff die mit Sauerstoff verunreinigte kubisch
raumzentrierte Ausgangspulverkomponente, in Sonderheit Niob, bei Temperaturen um 1000 0C zu reinigen. Da jedoch
die frejfcen Bindungsenthalpien für interstitiell gelösten
Sauerstoff und/oder für das entsprechende Oxid speziell bei übergangsmetallen über 100 (kcal/g-Atom Sauerstoff)
(bei 25 0C) betragen können, hat eine Reduktion des Metalles mit Wasserstoff, Kohlenmonoxid und ähnlichem
bei Temperaturen bis 1000 0C keinen Erfolg. (E. Fromm und
E. Gebhardt "Gase und Kohlenstoff in Metallen, reine und angewandte Metallkunde in Einzeldarstellungen, Band 26,
Springer Verlag, Berlin, 1976).
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs beschriebenen Art so weiterzubilden, daß
damit ein duktiles Verbundmaterial herstellbar ist. Insbesondere soll beim Einsatz mehrerer Ausgangspulverkomponenten
die Duktilität der Ausgangspulverkomponenten aneinander angeglichen werden.
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Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß der
oder den Ausgangspulverkomponenten eine oder mehrere vergleichsweise unedlere Zusatzkomponenten mit einer
vergleichsweise größeren Bindungsenthalpie für den Sauerstoff in Pulverform oder als Legierungszusatz
zu einer oder mehreren Ausgangspulverkomponenten hinzugefügt und der Sauerstoff durch eine innere Pestkörperreduktion
an diese Zusatzkomponente gebunden
wird. Die Erfindung wendet sich damit vom Stand der Technik ab, gemäß welchem immer versucht worden war,
den Sauerstoff aus dem Verbundmaterial herauszuholen bzw. die Diffusion von weiterem Sauerstoff während der
einzelnen Verarbeitungsschritte möglichst zu unterbinden.
Die Erfindung bindet den interstitiell gelösten
Sauerstoff und/oder den an der Oberfläche
adsorbierten Sauerstoff durch eine innere Festkörperreduktion an die Zusatzkomponente. Der Sauerstoff verbleibt
dann in dem Verbundmaterial. Da der Sauerstoff nicht mehr interstitiell gelöst ist, kann er als ein
Oxid der Zusatzkomponente sich nicht mehr nachteilig auf die Duktilität der Ausgangspulverkomponenten,
insbesondere derjenigen mit dem kubisch raumzentrierten Gitter, auswirken. Durch die Zusatzkomponente, die eine
vergleichsweise höhere Bindungsenthalpie zu dem Sauerstoff hat, ist eine erfolgreiche und vollständige Reinigung
des oder der Ausgangspulverkomponenten von Sauerstoff möglich. Das Verfahren läßt sich mit besonderem Vorteil dann
einsetzen, wenn zwei oder mehrere Ausgangspulverkomponenten benutzt werden.
Die Pestkörperreduktion wird in der Regel unter erhöhter Temperatur durchgeführt, wobei dieser Vorgang bei der Herstellung
während der Glühbehandlung des Sinterns als innere
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Festkörperreduktion stattfindet. Dabei wird eine erneute Reaktion der gereinigten Ausgangspulverkomponenten mit
Luftsauerstoff vermieden. Durch dieses Verfahren ist es möglich, auch durch Sauerstoff gehärtete Ausgangspulverkomponenten
zu verpressen und - nach der Festkörperreduktion - durch Kaltverformung in eine Faserstruktur
zu überführen. Es können auch Zusatzkomponenten eingesetzt werden, die keine oder nur eine geringe Löslichkeit in der
oder den Ausgangspulverkomponenten besitzen.
Die Zusatzkomponente wird mengenmäßig in einem geringen
Anteil zugesetzt, wobei der Anteil zwekmäßig so gering ist,
daß das Verbundmaterial nur unwesentlich dispersionsgehärtet wird. Die Festkörperreduktion wird im Volumen des
Gemisches aus Ausgangspulverkomponenten und der Zusatzkomponente
durchgeführt.
Das erfindungsgemäße Verfahren besticht in erster Linie
durch die Einfachheit der Herstellung eines Faserverbundwerkstoffes,
insbesondere mit hoher Dichte (extrem) dünner Fasern und einer damit verbundenen hohen Festigkeit. In
Sonderheit trifft dies auf solche Materialien zu, die sich bislang aufgrund ihrer hohen Affinität zu Sauerstoff, durch
eine Verformung nicht in eine Faserstruktur überführen ließen.
Erste erfolgreiche Anwendungen dieses Verfahrens führten zur Herstellung von supraleitendem Faserverbundmaterialien.
Als eine oder mehrere Zusatzkomponenten können Lathan, ein
Lathanid, Kalzium, Beryllium, Magnesium, Lithium, Hafnium, Titan, Zirkon oder/und Aluminium eingesetzt werden. Be-
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sonders gute Arbeitsergebnisse werden auch erreicht, wenn als Ausgangspulverkomponenten Kupfer und das
kubisch raumzentrierte Niob sowie als Zusatzkomponente 0,5 .. 2,0 Gew.% Aluminiumpulver eingesetzt werden.
Hervorragende Eigenschaften wurden auch erzielt, wenn als Ausgangspulverkomponenten Kupfer und das kubisch
raumzentrierte Vanadium sowie als Zusatzkomponente 2.. 10 Gew.% Kupferkalziumpulver eingesetzt werden.
Die Erfindung wird an zwei Ausführungsbeispielen weiter erläutert:
Es wird ein Niob-Kupfer-Faserverbundwerkstoff hergestellt. Dabei wird handelsübliches Niobpulver {Korngröße
^ 20 pm) und Kupferpulver als Ausgangspulverkomponenten im Gewichtsverhältnis von 1 t 4 unter Zusatz
von 0,5 .. 2,0 Gew.% Aluminiumpulver (Korngröße £ 10 μια)
vermengt und bei ca. 1050 0C stranggepreßt. Dabei
reagiert das Aluminium mit dem pulvermetallurgisch eingebrachten Sauerstoff unter Bildung von Al2O3, wodurch
die Mikrohärte Hv des Niob-Pulvers von 3500 auf
1000 ... 1200 N/mm2 erniedrigt wird, überschüssiges
Aluminium löst sich substitutioneil in dem Kupfer. Dadurch wird die Härte und Duktilität des Niobs und des
Kupfers aneinander angeglichen. Das Verbundmaterial kann anschließend durch eine Kaltverformung (Walzen^
Hämmern, Drahtziehen) in eine bandförmige oder eine Faserstruktur überführt werden. Dabei werden je nach
Pulvergröße und Verformungsgrad Faserdicken bis unter 100 mm erreicht. Ein Reißen der Fasern während der Verformung
wird nicht beobachtet.
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Statt des Aluminiumpulvers als Zusatzkomponente können
aber auch Magnesiumpulver oder Kalzium-Legierungs-Pulver Verwendung finden.
Es soll ein Vanadium-Kupfer-Faserverbundwerkstoff hergestellt werden. Hierbei wird Vanadiumpulver (Korngröße
it 20 μΐη) mit Kupferpulver im Verhältnis von 1 : 2 vermengt
und 2 bis 10 Gew.% Kupfer-Kalzium-Pulver beigefügt.
Anschließend wird bei 1000 0C stranggepreßt, wobei
der Sauerstoffgehalt im Vanadium von ca. 3 at% auf weniger
als 0.1 at% verringert wird. Nicht oxidiertes Kalzium wird als Cu~Ca ausgeschieden. Die anschließende Verformung
des Gefüges führt dann zu einem Vanadium-Kupfer-Faserverbunddraht .
Auch hier können als Zusatzkomponente Aluminium- und/oder
Magnesiumpulver eingesetzt werden.
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Claims (6)
1. Hans Bergmann, Bruchteichweg 22, 3392 Clausthal-Zellerfeld
2. Rüdiger Bormann, Bühlstraße 2, 3400 Göttingen
3. Herbert C. Freyhardt, Auf der Wessel 65, 3400 Göttingen
4. Barry L. Mordike, Hüttenweg 1, 3392 Clausthal-Zellerfeld
Verfahren zur pulvermetallurgischen Herstellung eines Verbundmaterials
Patentansprüche:
1. Verfahren zur pulvermetallurgischen Herstellung eines in
mindestens einer Dimension verformten Verbundmaterials aus mindestens einer, vorzugsweise zwei oder mehr Äusgangspulverkomponenten,
von denen mindestens eine im Volumen oder an der Oberfläche mit Sauerstoff oder einer Sauerstoffverbindung verunreinigt
ist und wobei als mind^ens eine Ausgangspulverkomponente
ein kubisch raumzentriertes Metall eingesetzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der oder den Äusgangspulverkomponenten
eine oder mehrere vergleichsweise unedlere Zusatz-
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komponenten mit einer vergleichsweise größeren Bindungsenthalpie für den Sauerstoff in Pulverform oder als
Legierungsζusatζ zu einer oder mehreren Ausgangspulverkomponenten
hinzugefügt und der Sauerstoff durch eine innere Festkörperreduktion an diese Zusatzkomponente
gebunden wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusatzkomponente mengenmäßig in einem geringen
Anteil zugesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Festkörperreduktion im Volumen des
Gemisches aus Ausgangspulverkomponenten und der Zusatzkomponenten durchgeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß als eine oder mehrere der Zusatzkomponenten Lanthan, ein Lanthanid, Kalzium, Beryllium, Magnesium,
Lithium, Hafnium, Titan, Zirkon oder/und Aluminium eingesetzt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß als Ausgangspulverkomponenten Kupfer und das kubisch raumzentrier'te Niob sowie älis Zusatz-komponente 0,5
... 2,0 Gew.% Aluminiumpulver eingesetzt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß als Ausgangspulverkomponenten Kupfer
und das kubisch raumzentrierte Vanadium sowie als Zusatzkomponente 2 .. 10 Gew.% Kupferkalziumpulver
eingesetzt wird.
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Priority Applications (3)
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