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BESCHREIBUNG Vorrichtung zum Verschließen einer Gebäudeöffnung
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verschließen einer Gebäudeöffnung,
insbesondere Fenster oder Tür, das einen Blendrahmen und einen Flügelrahmen aufweist,
wobei aus abgelängten und durch Verbinden an den Ecken zusammengefügten Profilen die
Blendrahmen und Flügelrahmen hergestellt sind.
Fenster und Türen mit Blendrahmen und Flügelrahmen aus Rahmenprofilen, umfassend einen
Kern aus Schaumstoff sowie zumindest bereichsweise eine Ummantelung mit Schalen oder
Profilen aus Holz, Kunststoff oder Metall sind beispielsweise aus der DE 37 07 275 Al, DE
43 21 702 Al, DE 20 65 035 Al, EP 0 373 371 Al, AT 387 067 B und der DE 295 07 482 Ul
und WO 97/22779 bekannt. Mit derart aufgebauten Rahmenprofilen können Fenster und
Türen geschaffen werden, die im Rahmenbereich eine hohe Wärme- und Schalldämmung
aufweisen.
Hierbei sind mehrteilig aufgebaute Profile gemäß EP 0 373 371 Al in Bezug auf ihren
Isolierkern nicht hinreichend gegenüber äußeren Einflüssen geschützt und Kondensatwasser
kann in den Isolierkern eindringen. Auch bei Profilen gemäß DE 295 07 482 Ul ist eine
Kondensatbildung im Bereich der Glasscheibe nicht vermeidbar. In der WO 97/22779
hingegen werden hochwärmeisolierende Profile vorgeschlagen, die sehr aufwendig mittels
dreigeteilter Außenschale aus unterschiedlichen Materialien herstellbar sind.
Aufgabe der Erfindung ist es, Vorrichtungen zum Verschließen von Gebäudeöffnungen zu
schaffen, die eine weiter verbesserte und erhöhte Wärmedämmung aufweisen, so daß sie in
Verbindung mit einen sehr kleinen k-Wert aufweisenden Verbundglasscheiben, die hochwärmeisolierend sind, ein Wärmedämmfenster bzw. -tür bilden, das höchsen Ansprüchen
genügt. Hierbei soll auch die Möglichkeit geschaffen werden, bei bereits bestehenden
Fenstern oder Türen die Wärmedämmung zu erhöhen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß vor dem Flügelrahmen ein Vorbau
mit Isoliermitteln angeordnet ist.
Der sich vor dem Flügelrahmen angeordnete Vorbau vergrößert die Strecke zwischen Fensterbzw.
Türaußen- und innenseite und stellt somit eine Maßnahme zur Verringerung der
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Wärmeverluste dar. Durch geeignete Isoliermittel, wie Luftkammern oder SchaumfüUungen
kann der Wärmeverlust des Fensters bzw. der Tür weiter verringert werden.
Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß in dem Vorbau Verstärkungsmittel
angeordnet sind.
Durch derartige Verstärkungsmittel, wie z.B. Stahleinlagen, kann eine Verbesserung der
Statik des Fensters bzw. der Tür erreicht werden.
Eine Ausbildung der Erfindung besteht darin, daß der Vorbau dadurch gebildet ist, daß der
Blendrahmen einen sich über die Vorderkante des Flügelrahmens hinaus erstreckenden
Vorsprung aufweist und auf diesem Vorsprung eine sich zumindest teilweise über den
Flügelrahmen erstreckende Vorbaueinheit angeordnet ist.
Hierdurch wird praktisch dem Rahmenprofil des Fensterflügels ein weiteres Profil
vorgelagert, so daß die Dicke des Rahmens vergrößert wird, wodurch sich wiederum die
Dämmeigenschaften verbessern.
Erfindungsgemäß kann vorgesehen sein, daß der Vorbau einstückig ausgebildet ist.
Bei der einstückigen Ausführung stellen der Blendrahmen, der Vorsprung und die
Vorbaueinheit eine Einheit dar, was montagetechnisch von Vorteil ist. Der Blendrahmen ist
hierbei nach vorne durch einen Vorsprung verlängert und erstreckt sich als Vorbaueinheit vor
den Flügelrahmen.
Es kann aber auch zweckmäßig sein, daß der Vorbau mehrstückig ausgebildet ist.
Bei dieser produktionstechnisch günstigen Variante bestehen der Blendrahmen, der Vorsprung
und die Vorbaueinheit aus mindestens zwei Teilen.
Hierbei ist es möglich, daß der Vorsprung mit dem Blendrahmen verbunden ist.
Dies bedeutet, daß der Vorsprung und der Blendrahmen zwei separate, miteinander
verbindbare Profilelemente sind. Diese Variante ist für das Nachrüsten von bestehenden
Fenstern bzw. Türen von Vorteil.
Es liegt auch im Rahmen der Erfindung, daß die Vorbaueinheit mit dem Vorsprung verbunden
ist.
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Dies bedeutet, daß die Vorbaueinheit und der Vorsprung ebenfalls zwei getrennte
Profilelemente sind, die miteinander verbunden werden können.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß die Verbindung mittels Kleben, Schrauben oder über
eine Einrastverbindung erzielbar ist.
Weiterhin ist es zweckmäßig, daß zwischen dem Vorbau und dem Flügelrahmen mindestens
eine Dichtung angeordnet ist.
Dies verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit und verbessert die Schall- und
Wärmedämmung.
Ebenso kann vorgesehen sein, daß eine Laufschiene in den Vorbau integriert ist.
Dies ist inbesondere dann von Vorteil, wenn für eine vorgebaute Rolladenlaufschiene nicht
mehr genügend Platz vorhanden ist.
Schließlich liegt es im Rahmen der Erfindung, daß die gesamte Vorrichtung einen k-Wert von
weniger als 1 aufweist.
Die Vorteile der Erfindung bestehen im wesentlichen darin, daß hochwärmedämmende
Fenster bzw. Türen mit k-Werten unter 1, gegebenenfalls auch unter 0,5 geschaffen werden,
die zudem eine gute Schalldämmung aufweisen. Dies ist umso mehr von Bedeutung, als dies
trotz einer metallischen Verstärkung erreicht werden kann, die es ermöglicht, Fenster und
Türen in Standardgrößen zu fertigen.
Zudem besteht mit dem vorliegenden System auch die Möglichkeit, bei bestehenden Fenstern
oder Türen die Wärme- oder Schalldämmung zu verbessern. Schließlich ermöglicht die
Erfindung auch das Vorsetzen von weniger witterungsempfindlichen Kunststoffteilen vor
bestehende Holzfenster, wobei auch deren Wärmedämmeigenschaften verbessert werden.
Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand von Zeichnungen
dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 eine geschnittene Darstellung eines Fensters mit einstückigem Vorbau,
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Fig. 2 eine geschnittene Darstellung eines Fensters mit zweistückigem Vorbau
(Variante I),
Fig. 3 eine geschnittene Darstellung eines Fensters mit zweistückigem Vorbau
(Variante II),
Fig. 4 eine geschnittene Darstellung eines Fensters mit zweistückigem Vorbau
(Variante III),
Fig. 5 eine geschnittene Darstellung eines Fensters mit zweistückigem Vorbau
(Variante IV) und vorgesetzter Rolladenlaufschiene,
Fig. 6 eine geschnittene Darstellung eines Fensters mit dreistückigem Vorbau,
Fig. 7 eine geschnittene Darstellung eines Fensters mit zweistückigem Vorbau und
integrierter Rolladenlaufschiene.
Der Rahmen des Fensters bzw. der Tür wird von dem Blendrahmen 1, dem Flügelrahmen 2,
der in den Flügelrahmen 2 eingesetzten Verglasung 3 sowie der an dem Flügelrahmen 2
befestigten Glasleiste 4 gebildet. Hierzu werden Rahmenprofile für den Blendrahmen 1 und
den Flügelrahmen 2 auf Maß abgelängt, auf Gehrung geschnitten und an den Ecken durch
thermisches Verschweißen zusammengefügt. Anschließend wird die Verglasung 3 in den
Flügelrahmen 2 eingefügt und über die Glasleiste 4 auf der Innenseite des Fensters bzw. der
Tür gesichert.
Statt wie bei herkömmlichen Fenstern oder Türen unterhalb der Vorderkante des
Flügelrahmens 2 mit diesem bündig abzuschließen, ist gemäß der vorliegenden Erfindung ein
Vorbau 5 vorgesehen, der dem Flügelrahmen 2 des Fensters bzw. der Tür vorgelagert ist.
Hierzu weist der Blendrahmen 1 einen über die Vorderkante des Flügelrahmens 2
herausragenden Vorsprung 6 auf, auf dem eine Vorbaueinheit 7 angeordnet ist, die vor dem
Flügelrahmen 2 angeordnet ist und die sich bis an dessen Oberkante, d.h. bis in die Höhe der
Verglasung 3, erstrecken kann.
Der Vorsprung 6 und die Vorbaueinheit 7 können einstückig als Teil des Blendrahmens 1
ausgebildet sein (Fig. 1) oder aber aus mehreren Teilen bestehen (Fig. 2 bis 7). Sie bestehen
vorzugsweise wie der Blendrahmen 1 und der Flügelrahmen 2 aus Rahmenprofilen, die
Kammern 8 aufweisen können, in denen Isoliermittel 9, z.B. Luft oder eine Schaumfüllung,
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oder aber auch Verstärkungsmittel 10, z.B. eine Stahleinlage, zur Lastabtragung angeordnet
sein können.
Zur Verbesserung der Dämmwirkung und zur Verhinderung des Eindringens von Feuchtigkeit
sind Dichtungen 11 zwischen der Vorbaueinheit 7 und dem Flügelrahmen 2 vorgesehen. Bei
den hier dargestellten drei Dichtungen 11 im Bereich des Flügelrahmens 2 wird eine
hervorragende Schalldämmung erreicht.
Kondenswasser kann aus der Vorbaueinheit 7 durch einen Kanal in den Vorsprung 6 und von
diesem ins Freie geleitet werden. Gegebenenfalls kann auch Wasser aus dem Bereich
zwischen der Vorbaueinheit 7 und dem Flügelrahmen 2 durch Bohrungen in die Vorbaueinheit 7 und dann auf dem oben beschriebenen Weg ins Freie geleitet werden.
Aus Fig. 2 ist ersichtlich, daß der Vorbau 5 auch zweistückig ausgebildet sein kann, nämlich
aus einem Vorsprung 6 des Blendrahmens 1 und einer damit verbundenen Vorbaueinheit 7
bestehen kann. Die Vorbaueinheit 7 ist hier auf dem Vorsprung 6 eingerastet, alternativ wäre
auch eine Klebe- oder Schraubverbindung denkbar.
Die Ausführung gemäß Fig. 3 eignet sich auch für das Nachrüsten bestehender Fenster zum
Zweck der Verbesserung der Wärme- und Schalldämmung. Hier ist auf einen herkömmlichen
Blendrahmen 1 ein Vorsprung 6 befestigt, der einstückig in eine Vorbaueinheit 7 übergeht.
Die Befestigung erfolgt hier durch Nippel 12, alternativ könnte sie auch durch Kleben (mittels
eines Klebebandes) realisiert werden. Hierbei wäre auch denkbar, den Vorsprung 6 und die
Vorbaueinheit 7 zweistückig auszubilden. Unterhalb des Blendrahmens 1 ist eine Fensterbank
16 angeordnet.
In Fig. 4 ist eine entsprechende Ausführung dargestellt, bei der allerdings der Flügelrahmen 2
weiter nach innen vorspringt, so daß in Abhängigkeit von der Dicke der Verglasung 3 jeweils
mit der Innenseite des Flügelrahmens 2 bündige Glasleisten 4 eingesetzt werden können. Bei
entsprechender Verglasung ist ein k-Wert des Gesamtfensters von weniger als 0,5 erreichbar.
Auch hier ist eine Fensterbank 16 unterhalb des Blendrahmens angeordnet.
Fig. 5 zeigt eine abgerundete Ausbildung der Vorbaueinheit 7, die ebenfalls auf den
Vorsprung 6 des Blendrahmens 1 durch eine Rastverbindung aufgesetzt ist, wobei eine
Laufschiene 13 für einen Rolladen vorgesetzt ist.
In Fig. 6 ist dargestellt, daß die Vorbaueinheit 7 auch aus mehreren Einzelelementen bestehen
kann. Hierbei werden Vertikalelemente 14 beabstandet auf den Vorsprung 6 aufgesetzt,
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dazwischen Isoliermittel 9 angeordnet und schließlich durch ein daraufgesetztes
Horizontalelement 15 mit einer Dichtung 11 abgeschlossen.
Fig. 7 zeigt schließlich, daß bei vertikal angeordneten Profilen auch eine Laufschiene 13 für
einen Rolladen direkt in die Vorbaueinheit 7 integriert werden kann, was dann von Vorteil ist,
wenn nicht genügend Platz für eine vorgesetzte Laufschiene 13, wie in Fig. 5 dargestellt,
vorhanden ist.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist vorzugsweise aus Kunststoffen, insbesondere PVC
oder Polypropylen, hergestellt und das Isoliermaterial besteht vorzugsweise aus Polyurethan,
Styropor oder geschäumten Kunststoffen, insbesondere geschäumtem Polypropylen.