DE29680162U1 - Automatische Tangential-Schnittvorrichtung - Google Patents
Automatische Tangential-SchnittvorrichtungInfo
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Description
BESCHREIBUNG
Die vorliegende Erfindung stammt aus dem Bereich des Längs-Schnitts,
auch Längsschneiden genannt, von biegsamen Materialien wie Papier, nichtgewebtem Stoff, Kunststoffolie
oder Glasfaser. Sie betrifft insbesondere eine schnellaufende
Tangentialschneidevorrichtung.
Mechanisch gesehen besteht eine Schneideeinheit aus einer Schneide und einer Gegenschneide, die beide kreisrund und
auf ihre jeweilige Halterung montiert sind. Das Messer besteht aus der Schneide und ihrer Halterung. Die Gegenschneide
und ihre etwaige Halterung werden Gegenmesser genannt. Ein Messer und sein Gegenmesser werden zusammen
als Schneideeinheit, bezeichnet. Alle Schneideeinheiten einer Maschine zusammen bilden eine Schneidevorrichtung.
Tangentialschnitt bedeutet, daß der Bogen im Schnittbereich tangential zum Gegenmesser angeordnet ist.
Der Bereich des Längsschneidens ist einer ständigen Weiterentwicklung unterworfen. Zur Anpassung an die fortwährende
Diversifizierung der Produkte und zur Erreichung einer größeren Präzision und höherer Schnittgeschwindigkeiten
verbessern die Konstrukteure die Leistungen ihrer Schneidevorrichtungen stetig.
Schneidevorrichtungen umfassen entweder Gegenmesser mit eigenem Antrieb oder Schneidringe, die auf eine durchgehende
Welle montiert sind.
Bei Maschinen der neueren Generationen gibt es am häufigsten Probleme mit der präzisen, schnellen und problemlosen
Einstellung auf die gewünschten Längen, der Benutzungssicherheit sowie dem Erreichen sehr geringer Schnittbreiten.
Wenn man den o.g. Problemen auch einzeln abhelfen kann, so ist es sehr viel schwieriger, Schneideanlagen zu
entwickeln, die eine annehmbare Gesamtlösung darstellen. Diese Probleme werden nachfolgend kurz erläutert:
1) Genauigkeit und Einstellungsgeschwindigkeit
Das Einstellen ist der Vorgang zum Regeln der Schnittbreiten. Bei den meisten noch in Betrieb befindlichen
Maschinen erfolgt das Einstellen manuell. Dieser Vorgang ist relativ zeitaufwendig und es ist nur eine begrenzte
Präzision erreichbar. Bei der Güte des Einstellens spielt die Geschicklichkeit des Bedienungspersonals eine große
Rolle.
Wenn die Einstellungsgeschwindkeit bei einer geringen Anzahl von Messern (3 bis 5 Messer) auch keine große Rolle
spielt, wird diese umso wichtiger, wenn in einer Maschine eine Anzahl von 40 oder sogar 60 Messereinheiten erreicht
wird. In diesen Fällen muß die Maschine zum Neueinstellen der Messer häufig für mehrere Stunden abgestellt werden.
Bei auf eine durchgehende Welle montierten Schneidringen kann die Einstellung der Schneideeinheiten zum Erhalt der
gewünschten Schnittbreiten nur manuell erfolgen.
Hierzu müssen die Gegenschneiden auf die gewünschte Breite und mit der erforderlichen Präzision eingestellt werden.
Für eine Präzision unter 1 mm ist die Verwendung einer Lehre unerläßlich.
Außer dieser Einstellung der Gegenschneiden muß auch noch das Messer gegenüber den Gegenmessern eingestellt werden,
was einen zusätzlichen Arbeitsschritt bedeutet. Es gibt zwar eine ganze Reihe automatischer Einstellungssysteme,
wenn die Gegenmesser mit einem eigenen Motor angetrieben
werden, doch können mit solchen System keine sehr schmalen Schnittbreiten erreicht werden (in der Regel ± 200 mm).
Das Einstellen erfordert in fast allen Fällen eine getrennte Justierung der Messer und Gegenmesser, da sie durch
keine mechanische Verbindung miteinander verbunden sind.
2) Schleifen der Gegenmesser
Das Schleifen der Gegenschneiden stellt vor besondere Probleme, wenn man es mit einer Rillenwalze oder Schneidringen
zu tun hat. In diesen Fällen ist es kaum möglich, die Gegenmesser zum Schleifen aus der Maschine zu nehmen, da dies
viel zu zeitaufwendig ist. In den anderen Fällen können die Gegenmesser problemlos ausgebaut und gegen andere ausgetauscht
werden, die außerhalb der Maschine geschliffen wurden.
Die Gegenmesser werden somit in der Maschine geschliffen. Diese Lösung bringt ihrerseits wieder eine Reihe von Nachteilen
mit sich, wie beispielsweise
. die Notwendigkeit besonderen, für die Maschine geeigneten Werkzeugs zum Schleifen der Gegenmesser;
. mehr oder weniger lange Maschinenausfallzeiten;
. mehr oder weniger lange Maschinenausfallzeiten;
. das Vorhandensein feiner Metallfeilspäne in der Maschine durch das Schleifen.
Die gewöhnlichen Arbeiten an den Messern, nämlich Einstellen
der Schnittbreite (an den Gegenmessern), Auswechseln der abgenutzten Schneiden und diverse Wartungsarbeiten,
stellen manuelle Arbeiten an sehr scharfen Teilen dar. Dabei zieht sich das Bedienungspersonal leider häufig Verletzungen
an den Händen zu. Die Benutzung entsprechender Handschuhe kann dieses Risiko zwar verringern, aber nicht
verhindern. Außerdem braucht man bei der Arbeit mit Handschuhen für alle diese Einstell- und Justierarbeiten der
Messer noch länger.
Am besten ist es, diese manuellen Tätigkeiten an den schneidenden Teilen auf ein Minimum zu beschränken.
3) Mindestschnittbreite
Ein Merkmal, das in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung
gewonnen hat, ist die Mindestschnittbreite. Dieser Mindestschnittabstand stellt den geringsten Abstand dar,
den die Schneideeinheiten voneinander haben können.
Wenn sehr geringe Breiten (< 30 mm) erforderlich sind, werden in der Regel Rillenwalzen eingebaut Die Mindestschnittbreite
hängt hauptsächlich von der Breite der Messer ab, denn wenn es auch einfach sein mag, sehr nah beieinander
liegende Rillen zu erreichen, so ist die Herstellung sehr schmaler Messer umso schwieriger.
Mit Schneidringen erreicht man ebenfalls geringe Schnittbreiten,
doch bereiten sie die vorstehend beschriebenen Probleme.
Beim Tangentialschnitt liegt das Problem darin, möglichst geringe und leicht verstellbare Schnittbreiten und einen
problemlosen Austausch der abgenutzten Gegenschneiden zu erreichen. Wenn jedes Gegenmesser seinen eigenen Antriebsmotor
hat, begrenzen dessen Abmessungen sehr häufig die Mindestschnittbreite auf ± 200 mm, was für eine ganze Reihe
von Produkten zu viel ist. Mit Gegenmessern mit eigenem Motor kann man somit keine geringen Schnittbreiten erreichen,
auch wenn sie noch so gute Ergebnisse bei der Schnittqualität liefern.
Die Erfindung hilft den genannten Problemen mit einer Gesamtlösung ab und liefert eine Tangentialschneidevorrichtung
mit mehreren unabhängigen Schnitteinheiten, mit der gleichzeitig eine hohe Einstellungsgeschwindigkeit und
-Präzision erreicht sowie sehr geringe Schnittbreiten, unter 200 mm, erreicht werden.
Dieses Ziel wird dank einer Tangentialschneidevorrichtung erreicht, wie sie in den Ansprüchen definiert ist.
Die beigefügte Zeichnung zeigt eine Perspektivansicht einer Schneidevorrichtung nach der Erfindung mit Schnittdarstellung.
Auf dieser Zeichnung sind die einzelnen Teile wie folgt bezeichnet:
10 Gehäuse
11 Gegenmesser
12 gerillte gemeinsame Achse, welche die Gegenmesser trägt
13 Lineareinheit
14 Schlitten
15 Pneumatikzylinder
16 Gegenschneide
17 Messer
17 Messer
18 Zweibewegungs-Pneumatikschneidenhalterung
19 Schneide
20 Messerschlitten
21 Linearführungsschiene für die Messer
22 Pneumatikkolben für die Verbindung zwischen Messer und Gegenmesser zur Gewährleistung der gleichzeitigen
Bewegung der beiden Teile der Schnitteinheit
23 Luftkammer zur Positionsarretierung
24 Zahnstange
25 Rändelknopf
25 Rändelknopf
26 Meßschiene
Die Gegenmesser 11 sind auf eine gemeinsame gerillte Achse 12 montiert, die drehend angetrieben werden kann. Die
Gegenmesser können entlang der Achse 12 gleiten, und ihre Einstellung erfolgt automatisch durch die Lineareinstellungseinheit
13, die von einer Steuereinheit gesteuert wird, die einen Getriebe- oder Schrittschaltmotor und eine
digitale Steuereinheit mit Bediener-Interface und Steuersoftware umfaßt. Entlang der Lineareinheit 13 gleitet der
Schlitten 14, der einen Pneumatikzylinder 15 trägt, der jedes Gegenmesser 11 schnell und genau einstellt. Die Messer
17 sind auf die Schlitten 20 montiert, die entlang der Führungsschnienen 21 gleiten können, die mit Kugellagern
versehen sind. Jedes Messer umfaßt eine pneumatische Zweibewegungs-Schneidenhalterung
18 und eine Schneide 19, einen Pneumatikkolben 22, um das Messer fest mit dem dazugehörigen
Gegenmesser zu verbinden, damit beide Teile der Schnitteinheit gleichzeitig bewegt werden können, sowie
eine Luftkammer 23 zum gleichzeitigen Arretieren aller Schnitteinheiten. Mit einem Rändeleinstellknopf 25, der mit
einer Zahnstange 24 zusammenwirkt, ist ein schnelles, genaues und einfaches Verfahren jeder Schnitteinheit per
Hand möglich. Mit der Meßschiene 26 kann die Position der Schnitteinheiten automatisch gemessen werden.
Die Vorteile der Erfindung hinsichtlich des Schnitts sind nachstehend zusammengefaßt.
Mit der Vorrichtung kann eine Einstellungspräzision von etwa 0,1 mm erreicht werden. Sie kann in neue Maschinen
eingebaut oder bei bereits bestehenden Maschinen von bis zu 6m Breite nachgerüstet werden. Die Einstellungsgeschwindigkeit
beträgt etwa 3 bis 5 Schnitteinheiten pro Minute.
Insbesondere bei Maschinen, die eine große Anzahl Messer sowie eine große Präzision erfordern, kann mit Hilfe der
Erfindung die zum Ändern eines Setups nötige Zeit um einen Faktor von 5 bis 8 verringert und doch gleichzeitig die
Präzision erheblich verbessert werden.
Da die Gegenschneiden leicht aus der Maschine ausgebaut werden können, indem man einfach die gerillte Achse herauszieht,
können sie problemlos außerhalb der Maschine nachgeschliffen werden. Durch Verwendung einer gerillten Welle
kann der problemlose Austausch der Gegenschneiden, die bei
einem Einzelantrieb der Gegenmesser vorhanden sind, mit
geringen Mindestschnittabständen kombiniert werden, die denen vergleichbar sind, die mit Schneidringen erreicht
werden.
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Der große Vorteil hinsichtlich der Sicherheit besteht im Entfallen manueller Eingriffe an den Messern für den Einstellungsvorgang,
da dieser tatsächlich vollkommen automatisch erfolgt. Mit dem an der Oberseite des Messers angebrachten
Pneumatikkolben können Messer und Gegenmesser beim Einstellen fest miteinander verbunden werden. Die Justierung
zwischen Schneide und Gegenschneide ist auf diese Weise dauerhaft gewährleistet. Diese Justierung muß somit
vor der Inbetriebsetzung der Messer nicht manuell überprüft werden.
Ein Mindestschnittabstand von bis zu ± 50 mm wird erreicht durch schmale Führungsschienen und die gerillte Achse zum
Drehantrieb der Gegenmesser sowie durch eine geeignete Gestaltung des automatischen Messereinstellsystems, damit
es keine Störungen bei dieser Mindestschnittbreite gibt.
Claims (8)
1. Tangentialschnittvorrichtung mit mehreren Schnitteinheiten,
die sich aus einem Messer und einem Gegenmesser zusammensetzen, dadurch gekennzeichnet, daß alle
Gegenmesser (11) so montiert sind, daß sie entlang einer gemeinsamen Achse (12) gleiten können, und daß
die Vorrichtung eine Lineareinstellungseinheit (13) umfaßt, die sich parallel zur vorgenannten gemeinsamen
Achse erstreckt, wobei die vorgenannte Lineareinstellungseinheit eine Schiene umfaßt, entlang derer ein
Schlitten (14) gleitet, der einen Einstellungszylinder (15) umfaßt, der von einer Steuervorrichtung gesteuert
wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuervorrichtung eine digitale Steuereinheit umfaßt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die vorgenannte gemeinsame Achse (12) eine gerillte Achse ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Messer (17) so montiert
sind, daß sie entlang mindestens einer Führungsschiene (21) gleiten können, die mit einem Kugellager versehen
ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Messer eine Halterung
(18) umfaßt, an der eine Vorrichtung (22) befestigt ist, die das Messer fest mit dem Gegenmesser
verbindet.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorrichtung zum festen Verbinden von Messer und Gegenmesser aus einem Pneumatikko1ben besteht.
7. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jede Schnitteinheit eine
Vorrichtung (23) zum Arretieren der Position der Schnitteinheit entlang der Führungsschiene umfaßt.
8. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine zu der Führungsschiene
der Messer parallele Meßschiene (26) zum automatischen Messen der Position der Schnitteinheiten
umfaßt.
Applications Claiming Priority (2)
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