DE29619982U1 - Vorrichtung zum Auffangen von Geschossen - Google Patents
Vorrichtung zum Auffangen von GeschossenInfo
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Description
1 Vorrichtung zum Auffangen von Geschossen'
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auffangen von
Geschossen mit einem Geschoßfangkasten aus einem Spezialkunststoff,
insbesondere Polyethylen-SBQ, und einem in einer
dahinter liegenden Geschoßfangkammer angeordneten Gummigranulat , insbesondere NK-SBR oder EPDM.
Zum Auffangen von Geschossen auf Schießanlagen dienen seit Jahrzehnten sogenannte Sandgeschoßfange. Dabei werden die
Ziele, beispielsweise Zielscheiben, Klappfallscheibengeräte und Ringscheiben, eingebaut in Doppelscheiben-Zuggestelle
oder in einem Zielgelände u. dgl. vor Sandwällen aufgestellt. Die Projektile werden von den Sandwällen aufgefangen
und verbleiben und verrotten darin, bis der Sand in Zeitabständen von 5 bis 10 Jahren herausgenommen, abgesiebt und
verteilt wird. Derartige Verfahren sind heute aus Umweltschutz
gründen nicht mehr zulässig, da der Sand erhebliche Anteile an Schwermetall und Bleioxiden enthält.
In der Vergangenheit sind daher Alternativen zu den technisch überholten Sandgeschoßfängen entwickelt worden. Dabei
entstanden mit einem Gummigranulat gefüllte Geschoßfangkammern,
deren vordere Wand durch einen Spezialkunststoff gebildet wird, der einen starken Bremseffekt auf die Geschosse
ausübt.
Das eingefüllte Granulat fängt die Geschosse endgültig auf. Das Granulat und die Geschosse können getrennt voneinander
abgesaugt und recycelt werden. Das Granulat kann mehrfach verwendet werden.
Nachteilig bei den insoweit bereits bekannten Geschoßfangwänden ist es jedoch, daß das gesamte Granulat auf dem jeweiligen
Schießstand mit entsprechenden Spezialfahrzeugen herausgesaugt, in Containern zwischengelagert und abschließend,
nach Herausfiltern der Geschoßreste, wieder eingefüllt werden muß. Nach entsprechend langem bzw. starkem Beschüß
müssen die aus einem Spezialkunststoff, insbesondere Polyethylen, gebildeten vorderen Geschoßfangplatten ausgewechselt
werden, auch die Befestigungsleisten sind mit zu erneuern. Die Kosten einer Instandsetzung eines großen Gummi-Granulat-Geschoßfanges
sind erheblich. Während der gesamten Dauer der Reparatur steht der gesamte Schießstand still und
kann nicht benutzt werden. "
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Lösung zu schaffen, mit der bei Aufrechterhaltung der Vorteile eines Gummi-Granulat-Geschoßfanges
die Kosten reduziert und Stillstandzeiten minimiert werden, wobei darüber hinaus eine Kapazitätserhöhung
bei ansonsten gleicher Baugröße einer derartigen
• ·
Schießanlage erreichbar ist.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst durch einen mobilen, körperliche oder elektronische Zielscheiben aufweisenden
Zielwagen.
Durch einen derartigen Zielwagen, der bei seiner Benutzung ortsfest bleibt, also mit an sich bekannten laufenden Jagdscheiben
nichts zu tun hat, läßt sich erreichen, daß die Zielpositionen vor einem Gummigranulat-Geschoßfang veränderbar
sind, so daß nicht immer die gleichen Stellen der Aufprallwand des Grummigranulat-Geschoßfanges intensiv beschossen
werden. So kann ein derartiger Zielwagen nach einiger Zeit des Beschüsses auf eine benachbarte Position vor eine
andere Kammer des Geschoßfanges verbracht werden.
Die Erfindung sieht auch vor, daß der Zielwagen mit einer automatischen Trefferanzeige-Einrichtung ausgerüstet ist.
Darüber hinaus sieht die Erfindung in weiterer, besonders zweckmäßiger Ausgestaltung eine Vorrichtung vor, die sich
durch einen Zielwagen auszeichnet, der mit einer eigenen Geschoßfangkammer als ein geschlossener, insgesamt austauschbarer
Kasten ausgerüstet ist.
Mit einem derartigen Kasten ist es möglich, sämtliche War-
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tungs- und Reparaturarbeiten außerhalb des jeweiligen
Schießstandes im Herstellerwerk auszuführen. Vor Ort wird jeweils ein abgenutzter Kasten durch einen neuen oder bereits
wieder aufbereiteten Kasten ersetzt. Der Austausch kann in kurzer Zeit erfolgen, die Stillstandzeiten der
Schießanlage werden minimiert. Der Kasten kann komplett zum Herstellerwerk gebracht und dort überholt werden. Die Geschoßfanganlage
kann somit einfach und kostengünstig, ohne daß Spezialfahrzeuge zum Absaugen des eingefüllten Gummigranulates
zum Schießstand fahren müssen saniert werden. Sämtliche Arbeitsgänge bis auf die einfache Endmontage können im
Herstellerwerk ausgeführt werden. Auch müssen keinerlei Ersatzteile od. dgl. auf dem Schießstand bereitgehalten oder
dorthin gebracht werden.
Vorteilhaft ist der Kasten quer zur Schußrichtung des Schießstandes seitlich verfahrbar. Hierdurch kann der Kasten
hinter verschiedene, davor aufgebaute Ziele, beispielsweise Zielscheiben, Klappfallscheibengeräte, Drehscheibenanlagen
u. dgl., positioniert werden. Auch ist es möglich, mehrere Reservekästen auf einer Schienenbahn anzuordnen und diese
aus einem seitlich des Schießstandes angeordneten Magazin hinter das jeweilige Ziel zu verfahren, sobald ein Kasten
reparaturbedürftig geworden ist.
Zweckmäßig ist es auch, wenn der Kasten höhenverstellbar
ist. Seine Aufstellung kann damit verschiedenen Zielgeräten angepaßt werden, auch kann das Schußzentrum in der Geschoßfangwand
und auf der Frontplatte der Geschoßfangkästen verteilt werden, so daß sich die Standzeiten wesentlich erhöhen.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn an dem Zielwagen bzw. Kasten eine Zielscheibe und/oder ein Treffersystem und/oder
eine Beleuchtungseinrichtung anbaubar ist. Dabei kann es sich sowohl um ein geschlossenes oder um ein offenes Treffererfassungssystem
als auch um herkömmliche Zielscheiben handeln. Bei der Befestigung einer Zielscheibe unmittelbar
vor dem Kasten mittels einer Haltevorrichtung können die auftreffenden Geschosse die Geschoßfangplatte des Kastens
winklig durchdringen. Dabei wird der Spezialkunststoff, insbesondere
die PE-Frontplatte, weniger zerstört.
Für den Beschüß mit Pistolen kann in weiterer Ausgestaltung
zusätzlich ein erfindungsgemäßer Rückprallschutzvorhang vorgesehen
sein.
Die Erfindung sieht auch vor, daß auf die Frontplatte des Kastens eine Zielscheibe od. dgl. aufprojizierbar ist. Damit
kann auf separate Zielscheiben völlig verzichtet werden. Der Geschoßfangkasten übernimmt gleichzeitig die Aufgabe eines
Schießzieles.
In besonders vorteilhafter Ausgestaltung ist vorgesehen, daß der Kasten des Zielwagens beidseitig Frontplatten aus PE
aufweist und auch um 180° gedreht verwendbar ist. Damit verdoppelt sich die Standzeit des Kastens.
Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert.
Diese zeigt in
Fig. 1 die Ansicht eines Schießstandes,
Fig. 2 eine Aufsicht auf einen Schießstand gemäß Linie B-B,
Fig. 3 und 4 Seitenansichten eines Schießstandes etwa gemäß Linie A-A
Fig. 5 eine Seitenansicht einer Gesehoßfangwand mit
einem davor verfahrbar angeordneten erfindungsgemäßen
Zielwagen,
Fig. 6 die Seitenansicht eines Zielwagens in abgewandelter Ausführung,
Fig. 7 einen Querschnitt durch eine Geschoßfangwand
und einen Zielwagen gemäß Linie VI-VI in Fig. 5 sowie in
&rgr; .·
Fig. 8 eine vereinfachte perspektivische Ansicht eines Zielwagens.
Ein allgemein mit 1 bezeichneter Schießstand weist eine Geschoßfangwand
2 und ggf. an einer Führungsschiene 3 verfahrbare mobile Zielwagen 4 auf.
In den Figuren sind unterschiedliche Varianten der Zielwagen 4 dargestellt. So ist mit 4a ein Zielwagen bezeichnet, der
einen eigenen Geschoßfangkasten 5 aufweist, während der Zielwagen 4b eine höhenverstellbare Zielscheibe 6 aufweist
und vor einzelnen, mit 7 bezeichneten Fächern der Geschoßfangwand gemäß Doppelpfeil 8 entlang der Schiene 3 positionierbar
ist.
Der Geschoßfangkasten 5 am Zielwagen 4a ist allseitig geschlossenen
und besteht als Grundrahmen aus einem feuerverzinkten Stahlblechkörper. Als Vorderseite ist eine das
Durchdringen von Geschossen ermöglichende Kunststoffplatte hinter einer Zielscheibe 9 vorgesehen. Im Inneren befindet
sich ein Spezialgummigranulat 10, etwa der Qualität, die auch in den einzelnen Fächern 7 der Geschoßfangwand 2 vorgesehen
ist.
In Fig. 8 ist ein abgewandeltes Ausführungsbeispiel eines Zielwagens 4a' dargestellt. Hier ist ein zusätzlicher Rück-
prallvorhang 11 hinter der Zielscheibe 9 dargestellt, wobei die Zielscheibe 9 mit einer elektronischen Trefferanzeige
ausgerüstet ist, deren Elektronik 12 im Bodenbereich des Zielwagens 4a' vorgesehen ist und zusätzlich mit einer
Schutzeinrichtung 13 gegen direkten Beschüß versehen ist.
Eine solche Einrichtung ist in Fig. 8 in perspektivischer Darstellung wiedergegeben zusätzlich mit der Möglichkeit,
daß die Zielscheibe, dort als Projektionswand 9a wiedergegeben, auf die mittels eines Projektors 14 ein Ziel aufprojiziert
werden kann, wobei eine elektronische Treffererfassungals strichpunktierter Kreis 15 dargestellt ist, der den
Einschlag eines mit 16 bezeichnetes Projektiles bestimmen kann.
Der Geschoßfangkasten 5 kann in gleicher Weise ausgebildet sein, wie die Geschoßwand 2, d.h. die Vorderseiten sind aus
speziellen Kunststoffplatten, vorzugsweise aus Polyethylen, wobei auch die Pfosten, ähnlich wie die Kastenrahmenelemente,
aus einem solchen Werkstoff gefertigt sein können.
Neben der Möglichkeit, einen Zielwagen 4b vor einzelnen Kassetten der Geschoßwand oder Fangwand 2 zu positionieren,
bietet die mobile Ausgestaltung der Zielwagen 4 die Möglichkeit, diese in einem Nachbarraum oder Unterstand, in Fig. 1
mit 17 bezeichnet, zu positionieren, was dort gestrichelt
angedeutet ist.
Natürlich ist die vorliegende Erfindung nicht auf die dargestellten
Ausführungsbeispiele beschränkt. Weitere Ausgestaltungen sind möglich, ohne den Grundgedanken der Erfindung
zu verlassen. Wesentlich ist nur, daß als Geschoßfangkammer ein in sich geschlossener, austauschbarer Kasten 5
vorgesehen ist. Dieser kann beispielsweise auch längs zur Schußrichtung verfahrbar sein, d.h. näher zum Ziel und/oder
zum Schützen hinrücken oder von ihm fortbewegt werden. Wesentlich ist nur, daß nach dem Zerschießen einer oder beider
Geschoßfangwände 8 aus Spezialkunststoff ein geschlossenes
System im Reparaturaustausch geliefert und der beschossene Kasten 4 im Herstellerwerk wieder instandgesetzt wird. An
den Kasten 4 können weitere Teile, beispielsweise eine Zielscheibe, ein geschlossenes oder offenes Treffersystem und/
oder eine Beleuchtungseinrichtung, angebaut werden. Auch ist möglich, bei entsprechender Gestaltung der Oberfläche der
Geschoßfangwand 2, eine Zielscheibe od. dgl. auf die Außenseite
des Kastens 4 aufzuprojizieren.
Der erfindungsgemäße Geschoßfangkasten 5 kann nicht nur auf Standortschießanlagen und Truppenübungsplätzen, sondern auch
bei der Polizei, dem Bundesgrenzschutz und bei Sportschützen in Hallenschießständen, Tunnelschießständen od. dgl. verwendet
werden. Er wird entweder auf Konsolen stationär aufge-
• · ■
stellt oder auf einem verfahrbaren Fahrgestell, ebenfalls
ist er ggf. in der Höhe verstellbar. Durch die Möglichkeit der Beleuchtung kann er auch für Nachtschießen verwendet
werden.
Claims (9)
1. Vorrichtung zum Auffangen von Geschossen mit einer Geschoßfangwand
aus einem Spezialkunststoff, insbesondere Polyethylen, und einem in einer dahinter liegenden Geschoßfangkammer
angeordneten Gummigranulat od. dgl,, insbesondere NK-SBR oder EPDM,
gekennzeichnet durch
einen mobilen, körperliche oder elektronische Zielscheiben
(9) aufweisenden Zielwagen (4).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zielwagen (4) mit einer automatischen Trefferanzeige-Einrichtung
(12) ausgerüstet ist.
3. Vorrichtung, insbesondere nach Anspruch 1, zum Auffangen, von Geschossen mit einer Geschoßfangwand aus einem Spezialkunststoff,
insbesondere Polyethylen, und einem in einer dahinter liegenden Geschoßfangkammer angeordneten Gummigranulat
od. dgl., insbesondere NK-SBR oder EPDM, gekennzeichnet durch
einen Zielwagen (4), der mit einer eigenen Geschoßfangkammer
als ein geschlossener, insgesamt austauschbarer Kasten (5) ausgerüstet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß der Zielwagen (4) quer zur Schießrichtung seitlich verfahrbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Zielwagen (4) höhenverstellbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Zielwagen (4) mit einem Rückprallsehut&zgr;vorhang (11)
ausgerüstet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Zielwagen (4) mit einer Frontplatte (9) ausgerüstet
ist, auf die eine Zielscheibe od. dgl. aufprojizierbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet, daß der Kasten (5) des Zielwagens (4) beidseitig Geschoßfangwände
(8) aufweist und um 180° gedreht verwendbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß die Elektronik (12) insbesondere für eine elektronische Zieldarstellung und Trefferanzeige im Bodenbereich des Zielwagens
(4) angeordnet und dieser Bodenbereich mit einer eigenen Schutzeinrichtung mit Prallschutz als Hohlverkleidung
(13) ausgerüstet ist.
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