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VERFAHREN ZUR INSTALLATION VON HÄUSLICHEN
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GASVERSORGUNGSANLAGEN Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Installation
von häuslichen Gasversorgungsanlagen, das im Vergleich zu den bisher verviendeten
Technologien eine bedeutende Metallersparung und eine wesentlich einfachere Installationsarbeit
ermöglicht, Zu Beginn der kommunalen Gasversorgung wurde das damals etwa beim atmosphärischen
Druck erzeugte Kammergas durch ein Niederdruckrohrnetz (50 kp/m² # 4,9 mbar) zu
den Verbrauchern geleitet.
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Dieser Druckwert wurde vor allem aus Sicherheitsgründen so niedrig
gewählt, nachdem anfangs im Zusammenhang mit der Zuverlässigkeit der Rohrleitungs
materialien und der Rohrverbindungen gewisse Unsicherheit herrschte.Später wurde
dieser niedrige Druck geringfügig erhöht (auf 80 kp/m2 s 7,85 mbar), und ala.
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die Ansprüche und der Verbrauch weiter angestiegen sind, wurde es
mit der Förderung von Gasen höherer Drücke in der Netzleitung begonnen, wobei der
Versorgungsdruck für die einzelnen Verbraucherbezirke mit Hilfe von sogenannten
Bezirksdruckregeler eingestellt wurde.
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Bei der Erdgasversorgung wurde schon vom Anfang an ein wesentlich
höherer Druck (275 kp/m² # 26,96 mbar) verwendet.
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Das heutige Gasverteilungssystem wurde eigentlioh mit dem Ausbau
der Erdgasfernleitungen ausgebildet, die mit einem Druck von 40-60 at betrieben
werden.
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Das heutige Gasverteilungsnetz besteht im wesentlichen aus Hochdruck-Fernleitungen
(20-60 at), aus Mitteldruck-Verteilungsleitungen (bis 6 at # 5,88 bar) und aus Niederdruck-Verscrgungsleitungen.
Zwischen die einzelnen Leitungssysteme werden Gasdruckregler eingebaut, die mit
verschiedenen, andere Versorgungsfunktionen ausübenden Geräten ergänzt (wie z.B.
Filtern, Heizungs-und Odorierungseinrichtungen usw.) sogenannte Versorgungsunterstationen
bilden. Die standlge Steigerung des Gasverbrauches trug zum allmählichen Abbau des
über großa Durchmesser verfügenden Niederdruck-Verteilungsnetzes
bei,
weiches in gewissen Bereichen (z.B. in öffentlichen Geländen) schon vvllig verschwunden
ist, und die Verbrauchereinheiten mit Hilfe von sogenannten "Hausdruckreglern" unmittelbar
an des Mitteldrucknetz angeschlossen werden.
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Diese Entwicklung war aber nur außerhalb der Gebenden zu beobachten.
Innerhalb der Gebäuden mußte der zulässige Druckabfall an der Anschlußleitung (worunter
hier die Hausanschluß- und Verteilungsleitung sowie die Steigleitungen verstanden
werden) infolge des niedrigen Versorgungsdruckes auf einem sehr niedrigen Wert gehalten
werden. demzufolge war der Durchmesser der verwendeten Rohrleitungen recht groß.
Diese Tatsache hat eine bedeutende enge an Baumaterialien (vor allem an Metallen)
sowie erhebliche Installationskosten erfordert und hatte darüber hinaus ein entlang
der Wände verlaufendes, gut sichtbares und die hsthetik der Wohnräume störendes
Rohrnetz zur Polge. Die zur mechanischen Befestigung der Rohrleitungen benutzten
Befestigungselemente mußten mit großem Arbeitsaufwand in die Wand eingemeißelt werden
und die tiberführung der Rohrleitung durch die Wandebenen benötigte ziemlich große
Wanddurchbrüche. Diese Probleme haben vor allem bei Blockhäusern und bei durch Tunnelschaltungstechnologie
gefertigten Gebäuden erhebliche Schwierigkeiten bedeutet.
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die Kosten waren hoch und die Installationsarbeit war sehr zeitaufwendig.
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Der niedrige Versorgungsdruck hat natürlich auch die Gestaltung der
Gasverbrauchergeräte bestimmt.
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Infolge des niedrigen Druckes sind die hbmessungen der Geräte und
damit im Zusammenhang auch ihr Platz-und Materialbedarf ziemlich groß. Darüber hinaus
wurde durch den niedrigen Versorgungsdruck (nachdem die zur Verbrennung des Gases
notwendige Luft durch die Energie des Gases zur Verbrennungsstelle gefördert werden
muß) der Kreis der verwendbaren Gasbrenner stark eingeschränkt. Mehrere, sonst äußerst
vorteilhaft.
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Eigenschaften aufweisende Gasbrenner konnten bisher in Haushaltsgeräten
deshalb nicht verwendet werden, weil zu ihrem Betrieb ein höherer Gasdruck notwendig
ist, als der Jetzige Versorgungsdruck (z.3. der Gasbrenner gemäß der HU-PS Nr. 156.316).
Während der Entwicklung von Industriebrenneranlagen wurden zahlreiche solche Lönungen
erarbeitet, die auch bei Haushaltsgeräten vorteilhaft verwendet werden könnten,
wenn dort der notwendige höhere Gasdruck zur Verfügung stehen würde. Auf diese Weise
entstand eine prinzipielle Lösung für eine solche Generation von Haushaltsgasgeräten,
die neben der wesentlichen Verminderung der Abmessungen und der gleichzeitigen Erhöhung
der spezifischen Leistungen eine Platz- und Materialersparung ermöglichen würde
und gleichzeitig auch das Komfort der mit Gas versorgten Haushalte erhöhen könnte.
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Mit der Verbreitung der industriellen Esutechnologien hat sich der
Zeitaufwand für die eigentlichen Bauarbeiten bei der Errichtung von neuen Gebäuden
wesentlich verringert, gleichzeitig ist aber die Durchführung der den Bauarbeiten
nachfo1jenden technologischen Installationsarbeiten (wic z.B. Wasser-, Kanal-, Elektro-und
Gasin9tallation)
wesentlich schwieriger geworden.
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Die Fertigung von Nuten, Wand- und Deckendurchbrüchen ist schwer mechanisierbar
und sehr zeitaufwendig. So hat sich also der Zeitaufwand der Installationsarbeiten
nach Beendigung der eigentlichen Bauarbeiten auch im absoluten Maßstab erhöht, er
hat sogar im Vergleich zu den Bauarbeiten schon dermaßen zugenommen, daß dieser
Umstand schon die rechtzeitige Durchführung der Bauprogramme verhindert hat.
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Aus diesen Gründen ist es verständlich, daß die Versuche zur Modernisierung
dieser Installationsarbeiten mit großer Interesse empfangen werden. Die Wasserleitungs-
und Kanalinstallationsarbeiten wurden durch die Anwendung von Rohrleitngsschächten
wesentlich erleichtert, insbesondere bei Blockhäusern mit Großpaneelen und bei durch
Tunnelschalungstechnologie gefertigten Gebäuden, nachdem diese Lbsurig die Deckendurchbrüche
erübrigt. Bei den elektrischen Installationsarbeiten haben sich æ.B. die geklebten
Leitungen, die Kabelkanäle aus Kunststoff sowie die Aufhängung von Deckenleuchten
mit Hilfe von Hängeschnur bewährt.
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Gleichzeitig wurden auch auf dem Gebiet der Gasversorgung Versuche
durchgeführt um ein neues und weniger material- und zeitaufwendiges Verfahren zur
Installation von häuslichen Gasversorgungsanlagen auszuarbeiten. Um die Abmessungen
und. das material der Rohrleitungen (und damit Im Zusammenhang die Mittel und die
Technologie deren Befestigung) abänden zu können, war es notwendig, die Druchverhältnisse
den neuen
Plänen entsprechend umzuformen, in erster Linie deshalb,
damit an den Leitungen innerhalb der Gebäude ein größerer Druckabfall zugelassen
werden kann. Dieses Problem konnte eindeutig nur durch die Erhöhung des in das Gebäude
eintretenden Druckes gelöst werden. Die Erhöhung des Eingangs druckes wurde auch
dadurch ermöglicht, daß der Maximalwert des Niederdruckes, der in die Gebäude eingeführt
werden derf, inzwischen bei 100 mbar festgelegt wurde.
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Fig.l zeigt die Druckverhältnisse bei verschiedenartig installierten
häuslichen Gasversorgungsanlagen. Die eigentliche häusliche Gasversorgungsanlage
ist an das Verteilungsnetz 1 aneeschlossen und besteht aus einem Hausdruckregler
2, einer Anschlußleitung 3 (die eigedlich auf Hausanschluß-, Verteilungs-und Steigleitungen
aufgeteilt werden könnte), einem Absperrhahn 4, einem Gaszähler 5 und einer Verbrauchsleitung
6 (welcher Begriff in diesem Fall auch die Abzweig- und Gerüteanschlußleitun3en
beinhaltet). An diese Gasvrsorgungsanlage sind unmittelbar oder unter Einschaltung
eines Gerätedruckreglers 8 Verbrsuchergeräte 9 bzw. 10 angeschlossen.
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Die Kurve "A" zeigt die Druckverhältnisse bei den mit herkömmlichen,
Methoden errichteten, allgemein verbreiteten Gasverdorgungsanlagen. Hier ist der
Druckabfall p2 - p1, der zeischen dem Ausgangsdruck des an das Vcrteilungsnetz 1
ageschlossenen hausdruckreglors 2 und dcm Eingangsdruxk an Verbrauchergerät 9 auf
der gesamten häuslichen Gasversorgungsanlage auftreten
darf, äußerst
gering, infolgedessen (insbesondere bei gleichzeitiger Einschaltung von Gasheizgeräten)
muß die Abmessung der Anschlußleitung 3 mindestens 1 1/2" bis 2" und die der Verbrauchsleitung
6 mindestens 3/8" bis " betragen. Das ist der Grund, warum eine derartige Gasversorgungsanlage
ein materialaufwendiges Rohrnetz benötigt und warum zur Verlegung bzw. BeSestsgung
dieses Rohrnetzes die schon erwähnte arbeitsaufwendige Technologie verwendet werden
muß.
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Be wurde veraucht, den Querschnitt der verwendeten Leitungen durch
die Erhöhung des in das Gebäude eingeführten Druckes und durch die Zulassung eines
größeren Druckabfalls über die Gasversorgungsanlage zu verringern. Es wurde versucht,
den in das Gebäude eingeführten Druck bei einer gemäß der Kurve "B" in Fig. 1 aufgebauten
Gasversorgungsanlage bis zu dem Wert p4 zu erhöhen und nach einem bedeutenden Druckabfall
p4 - p3 mit Hilfe eines Gerätedruckreglers 8 einen Druckabfall p3 - P1 zu erzeugen
und stabilisieren. Diese Lösung wies aber mehrere Nachteile auf.
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Einerseits erwiesen sich die Leitungsquerschnitte zu klein, da eine
Verminderung der Abmessungen nur bis zu einer bestimmten Grenze rationell ist. Andererseits
mußte vor Jedem Verbrauchergerät ein Gerätedruckregler eingebaut werden, wodurch
die Anlage ziemlich teuer geworden ist.
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Es wurde deshalb vrsucht, die Gasversorgungsanlage gemäß der Kurve
WC in Fig. 1 auszubilden, wo ein Druck p5 in das Gebäude eingeführt wird, dessen
Wert zwar
den bei den herkömmlichen Gasversorgungsanlagen verwendeten
Druck P2 übersteigt, doch ist er noch so niedrig, daß er noch keine Sicherheitsprobleme
mit sich bringt. Der am Leitungssystem zugelassene Druckabfall p5 - P6 ist hier
größer als der Wert, der bei den herköninlichen Gasvert eilungsanlagen zugelassen
ist, wodurch eine Verminderung des Leitungsquer schnitt es ermöglicht wird. Nachdem
zur Erzeugung und Stabilisierung des Druckabfalls P6 - Pl auch hier Gerätedruckregler
8 verwendet werden, verteilt sich der Druckabfall harmonisch zwischen dem Leitungsabschnitt
und dessen Armaturen und dem Gerätedruckregler 8.
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Diese Lösung (beispielsweise bei einem Eingange druck p5 N 50 mbar
und einem Druckabfall p5 - P6 r 20 mbar) hat zwar eine Verminderung der Leitungsabmessungen
ermöglicht (auf 1/2 bzw. 3/8"), aber keine Anderungen hinsichtlich des Rohrleitungsmaterials
und der Technologie bei der Verlegung und Montage der Rohrleitungen. Ein weiterer
Nachteil dieser Lösung beeteht darin, daß der Gerätedruckregler 8 vor jedem Verbrauchergerät
eingebaut werden muß, was bei der Installation der Gasversogungsanlage einen bedeutenden
Kostenfaktor, aber auch eine weitere Fehlerquelle darstellt.
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Ein weiterer Nachteil der bisherigen Lösungen besteht darin, daß
sie zwar eine gewisse (durch den Überdruck entstehende) Überbelastung der Geräte
zulassen, aber keine (durch den Druckabfall entashende) Unterbelastung. Die Ursache
dafür besteht darin, daA
bisher unter allen Umständen die Vermeidung
eines dem Nenndruck niedrigeren Druckes (eines Druckabfalls) bestrebt wurde. Die
zur Zeit gültigen Normen bestimmen das Naß der Wärmeüberbelastung in 15 % bei welcher
das Gerät noch zuverlässig arbeiten muß, auch wenn bei einem abnehmenden Wirkungsgrad.
Anhand von Messungen an Verbrauchergerätes wurde festgestellt, daß eine Unterbelastung
von 10 % bzw. der zu dieser Unterbelastung gehörende Druckabfall den Betrieb der
Geräte bemerkbar noch nicht beeinflußt.
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Die Beschränkung der zulässigen Druckschwankung ausschließlich auf
den zwischen dem Nenndruck bzw. dom einer um 15 % höheren Belastung gehörenden Überdruck
liegenden Bereich hatte eine solche Einseitigkeit zur Polige, die beim Leitungsquerschnitt
eingebüßt werden mußte.
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Das Ziel der Erfindung ist die Behebung der eirähnten Nachteile.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein solches. Verfahren zur
Installation von häuslichen Gasversorgungsanlagen zu erarbeiten, welches ermöglicht,
daß unter Ausnützung der höchstzugelassenen Versorgungsdruckes die Abmessungen der
Rohrleitungen der Gasversorgungsanlage sowie der zur Installation notwendige und
Zeitaufwand verringert werden können,/ein metallsparendes, und ästhetisch günstigeres
Rohrleitungsnetz innerhalb der Gebäude aufgebaut werden kann. Durch das erfindungsgemäße
Verfahren soll die Notwendigkeit der Verwendung von kostspieligen Gerätedruckreglern
bei den meisten Verbrauchergeräten
behoben werden, weiterhin sollen
die sich durch die zulässige Unterbelastung der Verbrauchegeräte ergebenden Vorteile
ausgenutzt werden und die einfache Bestimmung der Gasleitungsabmessungen anhand
von Tabellen und Diagrammen ermöglicht werden.
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Die erfindungsgemäße Lösung soll schließlich ermbglichen, daß an die
häusliche Gasversorgungsanlage neben den herkömmlichen Verbrauchergeräten auch eine
neue, modernere Generation von Verbrauchergeräten angeschlosen werden kann, welche
die aus dem höheren Druck stanmenden Vorteile in Form von höheren Leistungen und
kleinerer Geräteabmessungen verwertet.
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Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß an
die Mitteldruck-Verteilungsnetz über einen Hausdruckregler mit einem Ausgangsdruck
von mindestens 50 mbar, höchstens 200 mbar, zweckmäßigerweise 100 mbar eine Anschlußleitung
verminderten Querschnitts angeschlossen, mit dieser Anschlußleitung über einen in
an sich bekannten Absperrhahn und einen Gaszähler eine Verbrauchsleitung mit einem
Außendurchmesser von mindestens 6 ma, höchstens 30 mm, zweckmäßigerweise 12 und/oder
16 mm verbunden wird und an diese Verbrauchsleitung die Verbrauchergeräte mit einem
von mindestens 50 mbar, höchstens 100 mbar, zweckmäßigerweise 85 mbar angeschlossen
werden.
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Erfindungsgemäß ist es zweckmäßig als Verbrauchsleitung Stahlrohre
!nlt eiricr Wanddicke von 1,5 mr und/oder
mit einer Wanddicke von 1,0 mm zu
Die Rohre der Verbrauchsleitung werden zweekmäßigerweise durch
KaPillar-Hartlöten und/oder Metallkleben miteinander verbunden.
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Zur Ermöglichung des Anschlusses von Verbraucher geräten niedrigeren
Anschlußnenndruckes werden die Brenner dieser Geräte mit Vordrosselelementen versehen.
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Diese Maßnahme wird natürlich bei der neuen Generation der Haushaltsgasgeräte
nicht mehr notwendig.
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Die erfindungsgemäße Lösung ermöglicht eine bedeutende Metallersparung,
eine ästhetische Gestaltung des Leitungasystems, eine einfachere und zeitsparende
Installationaarbeit, eine wesentliche Senkung der Kosten, die Ausnützung der Druckenergie
der durch die Pernleitungen ankommenden Erdgase und schließlich die Möglichkeit
der Einführung einer wirtschaftlicheren neuen Generation von Haushaltsgasgeräten.
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Die Erfindung wird ausführlicher anhand der Zeichnung erläutert.
Es zeigen Fig. 1 die prinzipiellen Druckverhältnisse in einer erfindungsgemäß errichteten
häuslichen Gasversorgungsanlage im Vergleich zu den früheren Lösungen, entlang der
wichtigeren Elemente der Gasversorgungsanlage, und Pig. 2 die Druckverhältnisse
an den wichtigsten Meßpunkten bei einem konkreten Anwendungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Verfahrens sowie die Abweichunge der Druckwerte vom Nenndruck.
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Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird an das
Mitteldruck-Verteilungsnetz 1 ein
Hausdruckregler 2 angeschlossen,
dessen Ausgangsdruck dem Maximalwert des in das Gebäude gemäß den gültigen Vorschriften
einführbaren Druckes (des sogenannten Biederdruckes) nahe kommt oder ihn sogar zweckmäßigerweise
erreicht (p7 in Pig. 1). Bei der Ausbildung der AnschluB-leitung 3 wird herkömmliches
Leitungsmaterial (Stahlrohr mit geschweißten oder Muffenverbindungen) verwendet,
aber mit einem verringerten Querschnitt (bei Wohnungen bis einer Grundfläche von
130 m2 kann dieser Wert 3/4" betragen). Der größte Druckabfall (p7 - P8) an der
Anschlußleitung 3 entspricht in dieser Weise etwa dem vollen Druckabfall der durch
das herkömmliche Verfahren errichteten Gasversorgungsanlage. Der Absperrhahn 4 und
der Gaszähler 5 sind in sn sich bekannte Einrichtungen, an welchen der Druckabfall
(P8 - p9) verschwindend klein ist. lis Verbrauchsleitung 6 werden kaltgezogene Stahlrohre
oder Kupferrohre eingesetzt, deren Äußendurchmesser den elektrischen Kabeln ähnlich,
8 bis 25 mm, zweckmäßigerweise 12 und 16 mm beträgt. Die Rohre werden mit Hilfe
von silberhaltigem Lot durch Kapillar--Hartlöten und/oder etal1kleben miteinander
verbunden.
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Die Rohre werden an der Wand mit Hilfe von wohlbekannten Kabelschellen
befestigt, und durch die Wandebene werden sie in einer Bohrung hindurchgeführt,
deren Durchmesser höchstens 30 mm, zweckmäßigerweise 20 mm betragt und die mit Hilfe
von Schlagbohrnaschine gefertigt werden.
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Der an der Verbrauchsleitung 6 der durch dieses Verfahren ausgebildeten
Gasversorgungsanlage auftretende Druckabfall (p9 - p10) beträgt bei voller Belastung
mindestens
15, aber höchstens 30 % des Ausgangsdruckes des RBusdruckreglers
2. Als Verbrauchergeräte werden vorwiegend mit Vordrosselelement veraehene Heizgeräte
oder'mit in den Gashahn einbauendem Drosselelement versehens Gasherde eingesetzt.
So z.B. in den Abbildungen sind die Heisgeräte 9 Llit Vordrosselelement, die Heizgeräte
11 und die Gasherde 12 mit in den Gashahn eingebauten Drosselelement versehen, nur
beim Durchlauf--Wassererhitzer 10 wird notwendigerfalls ein Gerätedruckregler 8
verwendet. Demzufolge kann der an die Heizgeräte 9 und 11 sowie an den Gasherd 12
ankommende Eingangsdruck (P10) wesentlich, mindestens um das zweifache den Jetzigen
Versorgungsdruck überateigen und nur der an den Eingang des Durchlauf-V(asserhitzers
10 ankommende Druck (P1) wird mit dem jetzigen Vorsorgungsdruck gleichwertig sein.
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Während der Durchft rung des Verfahrens wird von den Werkzeugen die
mit Gesteinbohrer versehene Schlagbohrmaschine am häufigsten verwendet, mit welcher
man sehr einfach und produktiv arbeiten kann, Zur Montage kann auch die in an sich
bekannte Rohrbiegezange verwendet werden, womit die Profilstücke ohne Vorfertigung.
an Ort und Stelle ausgebildet werden können und die Zerstückelung der Rohrleitung
kann in dieser Weise vermieden werden.
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Zur Fertigung der Rohrverbindungen wird kein Schweißapparat gebraucht,
da die mit Hilfe von Hartlot hergestellten Verbindungen mit solchem Plüssiggas-Idtgerät
gefertigt werden, das über einen Injektorgasbrenner
verfügt und
ohne Sauerstoff- bzw. Preßluftbehälter oder Luftverdichter funktioniert. Beim Zusammenkleben
der Rohrabschnitte wird außer dem in an sich bekannten Rohrweiter kein anderes Werkzeug
mehr benötigt.
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Die Rohrleitung der durch das erfindungsgemäße Verfahren ausgebildeten
häuslichen Gasversorgungsanlage §'Beherrscht" nicht so suffällig die Wände, wie
die früheren Leitungen, sogar, nach der Bemalung der Leitungen ist sie kaum mehr
bemerkbar und sie stört viel weniger die Innenarchitekttur der Wohnräume als das
Jetzt übliche Rohrnetz.
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Die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird anhand einea
konkreten nusführungsbeispiels vor gestellt.
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Beispiel 1 Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens wurde in einem
Einfamilienhaus eine häusliche Gasversorgungsanlage installiert, wo das Gebäude
aus einem zentralen Wohnzimmer, aus drei Schlafzimmern, einem Badezimmer, einer
Küche, einer Speisekammer und einer Toilette besteht, insgesamt mit einer Grundfläche
von 130 m2. In Fig. 2 wurde das Längsprofil der Gasversorgungsanlage dieses O@bäudes
dargestellt.
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An das Mitteldruck-Verteilungsnetz, dessen Druck 3 bar beträgt, wurde
ein Hauodruckregler 2 mit einem Ausgangsdruck von 100 mbar angeschlossen. Die Anschlußleitung
3 wurde aus geschweißtem Stahlrohr mit einem Durchmesser von 3/4" ausgebildet. An
die Anschlußleitung wurde ein Gaszähler 5 angeschlossen, der bis 200 mbar
verwendet
werden kann. Die Verbrauchsleitung 6 wurde aus kaltgezogenem Stahlrohr mit einem
Durchmesser von 12 bzw. 16 mm und einer Wanddicke von 1,5 mm gefertigt. Versuchsweise
wurde in einem Abschnitt auch eine Kupterrohr mit einem Durchmesser von 12 mm und
einer Wanddicke von 1 mm eingebaut. Die Rohrverbindungen wurden durch Kapillar-Hartlöten
hergestellt, bei den Stahlrohren )nit Kilfe von einem Azetylen-Luft-Brenner und
beim Kupferrohr mit Hilfe von einem Flüssiggas-Luft-Brenner. Der Nennwert des Anschlußdruckes
für die Verbrauchergeräte wurde in 85 mbar festgelegt, wodurch sich die folgenden
Druckverhältnisse ergaben: pmax = - 100 mbsr; Pnenn P 85 mbar; Pmin = 73 mbar.
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Von den Heizgeräten 9 wurden einige durch die entsprechende Einstellung
des Vordrosselelementes der Automatik sowie durch den Austausch der Zündbrennerdüse,
andere durch die Verstellung des eingebauten Druokreglers, die Wandheizgeräte 11
und die Gasherde 12 durch den Einbau von Vordrosselelemenete in die Gashähne für
den Betrieb bei dem höheren Nenndruck geeignet gemacht. Allein bei dem Durchlauf-Wassererhitzer
10 mußte ein Gerätedruckregler 8 eingebaut werden.
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Zur Installation dieser Gasversorgungsanlage hätte gemäß dem herkömnlichen
Verfahren eine Leitungsmasse von 93 kg eingebaut werden müssen, dagegen die Leitungsmasse,
die beim erfindungsgemäßen Verfahren
verwendet wurde, nur 30 kg
betrug. Das bedeutet eine Metallereparung von 68 Gh. Bei den Verbrauchsleitungen
betrug die Materialersparung noch mehr, sogar 75 %.
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Die Installationsarbeit war produktiv, das Maß der Zerstörung unbedeutend
und das Rohrnetz ansprechend.
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Die bei gleichzeitiger Höchstbelastung effektiv gemessenen Druckwerte
wurden in Fig. 2 aufgezeichnet.
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Aus der Abbildung geht es hervor, daß der Druck bei Jedem Meßpunkt
innerhalb des Druckbereiches von -10 bis + 15 % geblieben ist, der noch normale
Betriebsbedingungen garantiert.
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Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrene zeigen sich noch deutlicher
bei Blockhäusern und bei Gebäuden, die durch Tunnelschalungsalungstechnologie gefertigt
wurden. Hier ist die Festigkeit der Wände sehr hoch, sie kann sogar eine Druckfestigkeit
von 240-400 kp/om2 erreichen, aber gleichzeitig sind die Wände recht dünn.
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Dieser Umstand erschwert einerseits die Fertigung von Wanddurchbrüchen,
begünstigt aber die Benutzung von Schlagbohrmaschinen, nachdem die Wanddurchbrüche
durch relativ kleine Bohrungen ersetzt werden können, und diese Bohrungen mit den
genannten Werkzeugen sehr leicht gefertigt werden können, Bei solchen Gebäuden kann
alao der Zeitaufwand der Gasinstallationsarbeiten ganz bedeutend verringert werden.
Dieses Verfahren ist allerdings auch bei der nachtreixlichen Gasversorgung von Altbauten
von großem Vorteil, da die Installation ohne große Zerstbruns durchgeführt werden
kann, Weitere Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens
sind die
folgenden.
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Beim Gaszähler treten nur geringe Druckschwankungen auf. So ist eine
zuverlässige Messung einfach mit einem für den gegebenen Druck geeichten Gaszähler,
bzw. mit Hilfe eines konstanten Korrektionafaktors möglich.
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Die Umatellung der zur Zeit hergestellten Gargeräte auf den größeren
Anschlußdruck ist relativ einfach. Die Belastung muß Je Brenner durch den Umtausch
der Düse bzw. durch den Einbau oder durch die Einregulierung von Vordrosselelementen
eingestellt werden, nur bei älteren Geräte typen muß ein Gerätedruckregler eingebaut
werden.
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Pür eine neue Generation der Gasgeräte ermöglicht der Anschlußdruck
von 85 mbar gute Chancen in der Verbesserung der Geräteeigenschaften. Bei einem
grösseren Anschlußdruck kann nämlich die Nennweite der gasführenden Teile kleiner
gewählt und eine volle Primärluftversorgung der Brenner verwirklicht werden.
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Durch kleinere Armaturen können Kosten eingespart werden, die Uberstöchiometrisch
srbeitenden Brenner ermöghohen einen guten Wirkungsgrad in einem breiten Belastungsbereich
und der Aus brand der Flamme erfolgt in einem kleineren Volumen, dementsprechend
auch kleinere Verbrennwigsräwne notwendig sind.
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Der Druckverlust an der Verbrauchsleitung kann durch das erfindungsgemtiße
Verfahren von dem zur Zeit üblichen Wert von 0,5 mbar zum Beispiel auf 19 mbar erhöht
werden. Dies ermöglicht die Anviendung von Rohren
mit einer maximalen
Nennweite von 13 mm für die Verbrauchseleitung und nachdem es in den Wohnungen die
flimaverhältnisse zulassen, kann auch die Wanddicke dieser Leitungen wesentlich
verringert werden, wodurch sich die schon mehrmals erwähnte bedeutende Xetallereparung
ergibt.