Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Hochspannungs-Anschlußstecker, insbesondere für
Bildröhren, der aus einer kappenartigen, flexiblen Abschirmhülle, einem der Aufnahme von, insbesondere
in einer Isolierhülse untergebrachten Dämpfungswiderständen für das Hochspannungskabel dienenden Anschlußstutzen,
und einem mit dem durch diesen Anschlußstutzen geführten Hochspannungskabel elektrisch
verbundenen, in einer Ausnehmung der Abschirmhülle eingesetzten und federnde Anschlußkrallen
aufweisenden Kontaktelement besteht.
Derartige Anschlußstecker sind bekannt (z. B. aus der DE-OS 20 57 378) und finden vorzugsweise in Anschlußanordnungen
für Fernsehbildröhren Verwendung.
Bekanntlich laden sich die über Hochspannungs-Anschlußstecker der eingangs genannten Art mit Hochspannung
versorgten Bildröhren statisch auf, was ggf. nach außen dadurch sichtbar wird, daß beim Abschalten
der Bildröhre, also z. B. beim Ausschalten des Fernsehgerätes, ein Nachleuchten des Bildschirms zu beobachten
ist. Diese statische Aufladung ist dann gefährlich, wenn jemand das Gerät öffnet, ehe die statische Ladung
abgeklungen ist. Kommt diese Person mit der Bildröhre in Berührung, so fließen die Ladungen über die Person
ab.
Um diese Gefahr auszuschließen, ist es bekannt, die
so den Kontakt mit der mit Hochspannung zu versorgenden Bildröhre vermittelnden Anschlußkrallen des
Anschlußkontaktstückes über einen im Fachjargon »Bleeder« genannten Ableitwiderstand mit einem
unkritischen Normalpotential, insbesondere Massepotential zu verbinden, so daß nach dem Abschalten der
Hochspannung die statischen Ladungen über diesen Weg schnell abfließen können.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen Hochspannungs-Anschlußstecker der eingangs
genannten Art zu konzipieren, der vom Aufbau her gesehen an sich ebenso einfach ausgebildet ist wie
die bislang allgemein benutzten und bekannten Hochspannung«; Anschlußstecker und der eine zusätzliche
Aufnahmemöglichkeit für den Ableitwidersiand aufweist.
In der Hauptanmeldung P 27 47 482.4-34 vom 22. 10. 1977 wurde bereits ein Hochspannungs-Anschlußstecker
mit einem Ableitwiderstand vorgeschla-
gen, wobei dieser in einem zweiten am Stecker fixierten Anschlußstutzen untergebracht ist Dieser Vorschlag ist
prinzipiell einwandfrei funktionsfähig, kann jedoch bei in Form von sogenannten gedruckten Schaltungen
verifizierten Ableitwiderständen dann nicht angewandt werden, wenn diese gedruckten Schaltungen keine
schmale Längsform aufweisen. Die spezielle Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es mithin, einen
Hochspannungs-Anschlußstecker der eingangs genannten Art anzugeben, der für jede Gestaltungsart der ι ο
Ablsitwiderstände gleichermaßen gut verwendbar ist.
Diese AuSgäbe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
daß an den Stutzen ein Formteil angesetzt ist, das zur Führung und Halterung sowohl des Hochspannungskabels,
als auch eines Ableitwiderstandes ausgebildet ist, wobei dieser einerseits mit dem Anschlußkontaktstück
und andererseits mit einem Normalpotential verbunden ist
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung, insbesondere im Hinblick auf die konkrete Ausführungsform
des Ableitwiderstandes als gedruckte Schaltung, ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Die Zeichnungen zeigen ein Ausführungsbeispiel der Erfindung.
F i g. 1 zeigt einen Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen
Hochspannungs-Anschlußstecker.
F i g. 2 zeigt die Draufsicht des in F i g. 1 dargestellten Hochspannungs-Anschlußsteckers, wobei das erfindungsgemäße
Formteil im Schnitt dargestellt ist.
Fig.3 zeigt eine Ansicht auf ein erfindungsgemäß jo
konfiguriertes Formteil.
In Fig. 1 ist eine kappenartige, aus elastisch am
Isoliermaterial bestehende Tülle 1 zu sehen, die einen rohrförmigen (Anschluß-)Stutzen 2 aufweist, der
üblicherweise das Hochspannungs-Anschlußkabel auf- « nimmt und führt. Dieser Stutzen 2 bildet mit der Tülle t
eine Einheit, d.h. beide Elemente gehören zu ein und demselben Teil, das vorzugsweise ein Kunststoffspritzteil
ist
In der Darstellung von Fig. 1, die nur eine Schemazeichnung sein soll und nur ein Ausführungsbeispiel
zeigt, sind weiterhin folgende Grundelemente zu erkennen. Durch den Stutzen 2 ragt eine Isolierhülse 3
nach außen, die ihrerseits integrierter Bestandteil eines aus unelastischem Material bestehenden Formstücks 4
ist, über das schließlich die flexible Tülle 1 gestülpt ist. Im Innenteil dieses Formstücks 4, d. h. im Zentralteil des
Hochspannungs-Anschlußsteckers befindet sich ein vorzugsweise als Ring ausgebildetes Anschlußkontaktstück
5 mit Anschlußkrallen 6, über die beim Aufsetzen des Hochspannungs-Anschlußsteckers auf eine Bildröhre
die elektrische Verbindung hergestellt wird.
Mit diesem Anschlußkontaktstück 5 ist nun die Kabelseele des durch den rohrförmigen Stutzen 2 zu
führenden, aus einer Isolierummantelung und dieser Kabelseele bestehenden Hochspannungskabels galvanisch
verbunden. Andererseits muß auch ein Anschluß des Ableitwiderstandes mit dem Anschlußkontaktstück
Kontakt haben, damit die statischen Ladungen abfließen können.
In der Darstellung nach F i g. 1 ist diesbezüglich nur ein Verbindungsdraht 7 zu erkennen. Dieser am
Anschlußkontaktstück 5 angelötete Verbindungsdraht 7 ist mit seinem zweiten Ende an einer entsprechend
vorbereiteten und ausgebildeten Lötstelle auf einer den Ableitwiderstand realisierenden gedruckten Schaltungsplatte
8 angelötet. Diese ist in einem flachen quaderförmigen Formteil 9 untergebracht, das mit der
rohrförmigen Isolierhülse 3 des unelastischen Formstücks 4 verbunden ist Diese Verbindung ist vorzugsweise
in Form eines Steckgewindes realisiert, wobei das Formteil 9 bündig an den Stutzen 2 der Tülle 1
angedrückt wird. An der zweiten Kante der platinenhaften Schaltungsplatte 8 ist die Seele eines Hochspannungskabels
10 angelötet die schließlich mit dem erwähnten Normalpotential, beispielsweise und vorzugsweise
Masse, verbunden ist.
Grundsätzlich läßt sich das Formteil 9 als Voll- oder·
als Hohlkörper realisieren. Im ersteren Fall müssen den aufzunehmenden Bauelementen entsprechende Durchbrüche
vorgesehen sein, in die dann die Bauelemente eingeschoben werden. Im zweiten Fall sind den
Konfigurationen der aufzunehmenden Bauelemente entsprechende Rippen vorzusehen, zwischen die die
Bauelemente eingeschoben werden. Diese Variante ist zeichnerisch dargestellt und es soll explizit darauf
hingewiesen werden, daß die Hohlräume zwischen der Innenwandung des Formteiis und den Rippen bzw.
Bauelementen vorzugsweise ausgegossen werden. Dies ist zeichnerisch durch die Kreuzschraffur angedeutet.
In der Fig. 2 ist eine Aufsicht auf den Hochspannungs-Anschlußslecker
dargestellt, die insbesondere der Erläuterung des erfindungsgemäßen Formteils 9 dienen soll. Demzufolge ist dieses Teil auch geschnitten
dargestellt.
Das flache, quaderförmige Formteil 9 hat an der einen Grundseite einen Beden 11, in dem zwecks Ermöglichung
der Verbindung mit der Isolierhülse 3 des Formstücks 4 eine Durchgangsbohrung vorgesehen ist.
Durch diese Bohrung wird schließlich auch der (elektrische) Verbindungsdraht 7 zwischen Schaltungsplatte 8 und Anschlußkontaktstück 5 geführt. Aus der
Darstellung nach [-"ig. 2 ist insbesondere zu ersehen,
daß das Hochspannungs-Anschlußkabel 12, das als Versorgungskabel die Hochspannung an das Anschlußkontaktstück
5 und damit letztlich an die Bildröhre heranführt, direkt mit dem Verbindungsdraht 7 galvanisch
verbunden ist. Auch ist der Lötpunkt des nach außen führenden Hochspannungskabels 10 des Ableitwiderstandes
zu ersehen und ebenso dessen Form als rechteckige Schaltungsplatte 8 (mit zwei äußeren
Anschluß-Lötpunkten).
Die im Inneren des Formteils 9 verlaufenden weiteren gestrichelten bzw. ausgezogenen Linien sind Kanten
von Führungs- und Halterippen 13, 14, 15, die den Abmessungen des Hochspannungskabels 12 und der
Schaltungsplatte 8 entsprechend angeordnet und dimensioniert sind. Auf diese Weise wird einerseits die
Schaltungsplatte 8 mittig im Formteil 9 gehalten und andererseits der Abstand zwischen Schaltungsplatte 8
und Hochspannungskabel 12 fixiert.
Die Einzelheiten im Hinblick auf diese Zuordnungen sind aus der F i g. 3 ersichtlich. Hier ist eine Aufsicht auf
das erfindungsgemäße Formteil 9 — gemäß Richtung X nach Fig. 2 — dargestellt, um insbesondere die
Führungs- und Halterippen für die im Formteil 9 zu fixierenden Elemente Hochspannungskabel 12 und
(Ableitwiderstands-) Schalungsplatte 8 besser zu offenbaren. Grundsätzlich besteht dieses Formteil 9 —
wie schon erwähnt — aus einem flachen Hohlkörper. Dieser enthält in dem Außendurchmesser der Isolierumhüllung
des Hochspannungskabels 12 entsprechendem Abstand von der seitlichen Innenwandung einen mittig
offenen durchgehenden Steg 15. Das in das Formteil 9 eingeführte Hochspannungskabel 12 wird mithin zwischen
diesem Steg 15 und der erwähnten Innenwandung
eingeschoben und — bei entsprechender Dimensionierung — über Reibschluß gehalten. Im übrigen
Innenraum des Formteils 9, bzw. des dieses bildenden Hohlkörpers, sind in den Abmessungen der Schaltungsplatte 8 entsprechendem Abstand je paarweise Stege 13
und 14 vorgesehen, zwischen die diese Schaltungsplatte
8 eingeschoben wird. Bei entsprechender Dimensionierung der Stege kann auch die Schaltungsplatte
reibschlüssig festgehalten werden.
In erfindungsgemäßer Ausgestaltung werden die im Hohlkörper nach dem Einschieben der genannten
Bauelemente verbleibenden Hohlräume ausgegossen. Dies ist durch die Kreuzschraffur angedeutet. Die
Vergußmasse dient einmal dem Schutz der Bauelemente im Hinblick auf die mechanische Sicherheit der
Lötanschlüsse. Zum andern dient die Vergußmasse auch der elektrischen Sicherheit insoweit, als elektrische
Sprüherscheinungen vermieden werden. Darüber hinaus kann sich diese Vergußmasse auch im Hinblick auf
thermische Erfordernisse als notwendig und zweckmäßig erweisen. Bei Versuchsreihen wurden an den
Ableitwiderständen Temperaturen bis zu 150° C gemessen,
so daß bei serienmäßiger Anwendung des erfindungsgemäßen Hochspannungs-Anschlußsteckers
im Hinblick auf eine gute Wärmeableitung das Formteil
9 bzw. die verbliebenen Hohlräume ausgegossen werden sollten.
In weiterer Ausgestaltung des Formteil 9 kann dieses
auch durch zwei Halbschalen realisiert werden. Dabei werden beim Zusammenfügen des Hochspannung^-Anschiußsteckers
zunächst das entsprechende T.il des Hochspannungs-Anschlußkabels und die Schaltungsplatte 8 eingelegt. Anschließend wird die zweite
Halbschale aufgelegt und mit der ersten verspannt, beispielsweise verschraubt. Aus den vorher erwähnten
Überlegungen im Hinblick auf mechanische, elektrische und thermische Sicherheit sind die Halbschalen
vorzugsweise mit weichelastischem Material ausgefüllt, wobei diese Einlagen aus weichelastischem Material
gegebenenfalls den Konturen und Dimensionen von Hochspannungs-Anschlußkabel und Schaltungsplatte
entsprechend ausgearbeitet sind. Somit ist gewährleistet, daß beim Verschrauben der beiden Halbschalen
keine Verspannungen im Hinblick auf die Elemente selbst und die Lötstellen auftreten können. Als
weichelastisches Material ist insbesondere Silikon-Kautschuk geeignet.
Ergänzend soll noch darauf hingewiesen werden, daß das Formteil, bzw. im Falle der Realisierung durch
Halbschalen eine dieser Halbschalen mit dem aus ίο inelastischem Material bestehenden Formstück als ein
Bauteil hergestellt, insbesondere gespritzt werden kann. Zusätzlich soll auch noch erwähnt werden, daß das
Formteil ggf. auch so ausgebildet werden kann, daß Dämpfungswiderstände für das Hochspannungsanis
schlußkabel mit unterbringbar sind.
Auch soll darauf hingewiesen werden, daß die beiden
HüCnspäntiüngskäbei, die, Wie äUS F ϊ g. 2 ersichtlich,
einen gemeinsamen galvanischen Verbindungspunkt im Inneren des Formteils haben, durch Quetschungen an
ihren Isolierummantelungen (und zwar an den in das Formteil hineinragenden Enden) zusätzlich gegen
Verdrehungen und ggf. gegen Zug gesichert werden können.
Eine besondere Variante des erfindungsgemäßen Hochspannungs-Anschlußsteckers mit dem in Form
einer gedruckten Schaltung verifizierten Ableitwiderstand (Bleeder) ergibt sich, wie bereits bei der ·■
Hauptanmeldung, bei Verwendung eines Koaxialkabels /■ als Hochspannungskabel. In diesem Falle wird der nach
außen geführte Anschluß des Ableitwiderstandes nicht ;
mit Massepotential, sondern mit der (an Masse liegenden) Umhüllung des Koaxialkabels verbunden.
. uf diese Weise wird eine zweite Kabelführung für den -ϊ\
Masseanschluß des Ableitwiderstandes vermieden.
Bei dem vorhergehend beschriebenen Bauteil handelt j=j
es sich um ein Element, das wie der Gegenstand der Hauptanmeldung nicht nur allen Erwartungen bezüglich
elektrischer Sicherheit gerecht wird, sondern das wegen
seiner universellen Ausgestaltungsmöglichkeiten beson-
ders vielfältig anwendbar und besonders billig herstell- j
bar ist
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