DE286362C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
in WIEN.
Der Gegenstand der Erfindung besteht in einem Verfahren zur Herstellung von Dextrin
aus Stärke in einem Arbeitsgange auf trockenem Wege, bei dem Dextrin ohne Zwischenschaltung
von Kanaltrocknern u. dgl. in einem einzigen Apparate gewonnen wird.
Die bisher üblichen Verfahren zur Herstellung von Säuredextrin bestanden darin, daß
die Stärke auf nassem Wege mit stark verdünnter Säure innig vermischt wurde, wie
es z. B. in der Patentschrift 110957, Kl. 89, für die Herstellung löslicher Stärke beschrieben
ist, worauf dann dieses Gemisch von dem größten Teil der zugefügten und der bereits
vorhandenen Feuchtigkeit durch Trocknen mittels Kanaltrockner u. dgl. befreit werden
mußte, um endlich zur Gewinnung des Dextrins bei höheren Temperaturen geröstet zu
werden. Hierbei war es notwendig, daß mehrere Apparate verwendet wurden; im ersten
Apparat erfolgte die Ansäuerung, im zweiten, z. B. einem der bekannten Kanaltrockner,
wurde die angesäuerte Stärke vorgetrocknet, worauf dann erst die Röstung in einem dritten
Apparat zur Gewinnung des Dextrins erfolgen konnte.
Die Röstung erfolgte bisher in der Weise, daß das ausgetrocknete Stärkesäuregemisch
in Pfannen oder Zylindern mit Rührwerk, welche man vorher auf die entsprechende
, Temperatur vorwärmte, gebracht und hier bis zur Erzielung des gewünschten Aufschließungsgrades
behandelt wurde. Es ist naturgemäß, daß bei diesen hohen Temperaturen sich gleich
ein wechselndes Gemenge von löslicher Stärke, Dextrin und Dextrose bildet, und daß eine
Regelung des Gehaltes an diesen Bestandteilen nur schwer möglich ist.
Von diesen bekannten nassen Säureverfah-ren
und der dadurch bedingten Behandlung der Stärke in drei Arbeitsstufen unterscheidet
sich das Verfahren nach der Erfindung im wesentlichen dadurch, daß der Abbau des
Stärkemehles auf trockenem Wege in einem Arbeitsgange erfolgt, indem eine konzentrierte
Säure mit Stärke angesetzt und in pulverförmiger Form der bis zur Quellung, d. h. also
auf ungefähr 70 bis 75 ° C erhitzten Stärke in fein verteiltem Zustande beigegeben wird,
worauf das Gemisch durch indirekte Erhitzung mittels Dampfes auf die für die Gewinnung des
bestimmten Dextrins zweckentsprechende Temperatur zwischen 105 und 150 ° C langsam erhitzt
wird. Die Ansäuerung in der alten Form mit Säuregasen, verdünnter Säure u. dgl. könnte bei diesem Verfahren zwar auch, aber
nur nach vorheriger vollständiger Abkühlung erfolgen, was das Verfahren aber umständlich
machen würde.
Die Bereitung der mit Säure versetzten Stärke erfolgt "zweckmäßig in folgender Weise.
Der zu dextrinierenden Stärke wird ein bestimmter Teil, ungefähr 4 bis 5 Prozent, entnommen
und mit der für das gesamte Stärkequantum bestimmten Menge Säure in mäßig
verdünntem Zustande innigst vermengt. Da es sich nur um kleine Quantitäten Flüssigkeit
(0,5 bis 0,75 Prozent Säure 1:1 verdünnt) handelt, so kann die Mischung sehr innig vorgenommen
werden, und es entsteht ein noch
trockenes'Pulver, welches nun zur Ansäuerung
der Stärke verwendet wird.
Das neue Verfahren beruht auf der Beobachtung, daß eine Dextrinierung der Stärke
auch in wasserhaltigem Zustande erfolgt und ein allmählicher Übergang der verschiedenen '
Spaltungsprodukte von löslicher Stärke bis zu den höchsten Dextrinen in genau zu regelnder
Weise bei niederen Temperaturen erzielt ίο werden kann, wenn man:
1. den Säurezusatz erst dann erfolgen läßt, wenn die Stärke durch Erhitzen bei Temperaturen,
die etwas über dem Verkleisterungspunkte derselben liegen, ihr Quellstadium überschritten
hat,
2. die Temperatur im Laufe der Dextrinierung, allmählich steigert.
Werden diese beiden Bedingungen eingehalten, so bildet sich zuerst lösliche Stärke und
dann allmählich die niederen und höheren Dextrine, ohne daß hierbei Bildung einer
größeren Dextrosemenge erfolgt. Je nach der angewendeten Temperatur bilden sich langsamer
oder rascher die verschiedenen Produkte, und es können durch Einhalten gleicher Temperaturen stets Produkte von gleichmäßiger
Zusammensetzung erhalten und die Hydrolyse in jedem gewünschten Stadium unterbrochen
werden. Die Erwärmung kann zweckmäßig mit Hilfe von Dampf erfolgen,
dessen Einströmung geregelt werden kann.
Durch dieses Trockensäureverfahren wird es ermöglicht, das ganze Verfahren in einem
Arbeitsgange in einem einzigen Apparat auszuführen, der aus einer Mischtrommel besteht,
die mittels eines Dampfmantels beheizt werden kann. Hierbei wird zunächst die Wärme
durch Einlassen von Dampf in den Mantel auf 700C gebracht.
In einem doppelwandigen Kessel mit Rührwerk
wird die Stärke in rohem Zustande eingefüllt, das Rührwerk in Bewegung gesetzt
und Dampf eingelassen.
Die Masse erwärmt sich allmählich und man bemerkt, daß sie langsam aufquillt und
sich zu großen Brocken ballt. Nach einiger Zeit hat die Quellung aufgehört, was man an
der Verringerung des Volumens und daran wahrnimmt, daß die Stärke feinpulvrig wird.
Hierbei hat sie eine Temperatur von 70 bis 750C angenommen. Der Dampf wird nun
abgestellt und Kühlwasser durch Mantel und Boden geleitet, bis die Stärkemasse auf Temperaturen
von 50 bis 55° C abgekühlt ist.
Nun wird die vorbereitete Stärkesäuremischung beigefügt und durch Öffnung des
Dampfventiles die Anwärmung fortgesetzt, wobei je nach der eingehaltenen Temperatur
bzw. Dampfspannung und der angewendeten Zeit jeder gewünschte Aufschließungsgrund erzielt
werden kann.
Es ist selbstverständlich, daß zur Ausführung dieses Verfahrens auch doppelwandige
Gefäße anderer Art, also beispielsweise doppelwandige Transportschnecken, Mulden usw. Anwendung
finden können.
Dadurch wird ein wesentlicher Fortschritt gegenüber den bekannten Verfahren erreicht,
da die Bildung des Dextrins wesentlich schneller und gleichmäßiger erfolgt, was vor
allen Dingen darauf zurückzuführen ist, daß die konzentrierte Säure in dieser guten und
innigen Verteilung kräftiger wirkt und den Abbau beschleunigt. Der Zusatz der mit
Säure angesetzten Stärke nach erfolgter Quellung, wo das Material immer noch einen
Wassergehalt von 12 bis 13 Prozent hat, erfüllt
den Zweck, die Dextrinierung zu beschleunigen, indem man nicht, wie bei anderen Verfahren, wasserfreies Dextrin behan-
delt, was für die, schnelle Reaktionswirkung
von großer Wichtigkeit ist. Das erhaltene Dextrin hat dann eine etwas andere Zusammensetzung
wie die üblichen Dextrinsorten.
Man kann aber auch die Säure sofort vor erfolgter Quellung zufügen. Die Dextrinierungsdauer
ist alsdann zwar auch nicht länger, aber man hat die Regelung des Verfahrens
nicht so in der Hand, da die Gefahr besteht, daß infolge des anfänglich hohen Wassergehaltes
des Rohmaterials zu viel Zucker ge-. bildet und die Qualität des erzeugten Dextrins
dadurch ungünstig beeinflußt wird.
Beim Verfahren nach der Erfindung, wo die Ansäuerung nach erfolgter Erwärmung
des Materials vorgenommen wird, ist es aber ein wesentliches Moment, daß die partielle
Ansäuerung mittels mit Säure angesetzter Stärke vorgenommen wird, da die gleichmäßige
Ansäuerung überhaupt nur auf diese Weise durchführbar ist, weil das Zufügen von
Säure in flüssiger oder gasförmiger Form in heißem Zustande unbedingt eine Klumpenbildung
und ungleichmäßige Verteilung der Säure zur Folge hat.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Herstellung von Dextrin aus Stärke, dadurch gekennzeichnet, daß no die Stärke bis zur Quellung erwärmt und darauf mit pulverförmiger, mit konzentrierter Säure angesetzter Stärke vermischt wird, worauf das Gemisch langsam durch indirekte Erhitzung auf eine für die Her-■ stellung des Dextrins zweckentsprechende Temperatur zwischen 105 bis 150 ° C erwärmt wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE286362C true DE286362C (de) |
Family
ID=541695
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT286362D Active DE286362C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE286362C (de) |
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- DE DENDAT286362D patent/DE286362C/de active Active
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