DE27316C - Verfahren zum Bleichen von Ozokerit und zur Herstellung eines Wachsersatzes aus demselben - Google Patents
Verfahren zum Bleichen von Ozokerit und zur Herstellung eines Wachsersatzes aus demselbenInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C10—PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Die Erfahrung lehrt, dafs das rohe oder mehr oder weniger gebleichte Ozokerit die Neigung
hat, sich dunkler zu färben, sobald man dasselbe über seinen Schmelzpunkt hinaus erhitzt.
Bei Ausführung des vorliegenden Bleichverfahrens wird nun damit begonnen, dafs man
das Ozokerit in Wasser schmilzt, welches auf einer Temperatur von nicht über 700 C. gehalten
wird. Dieser Temperaturgrad darf nicht überschritten werden, denn der Erfinder hat
beobachtet, dafs die bei dem Erhitzen von Erdwachs stattfindende dunklere Färbung der Masse
nicht eintritt, wenn man das Erdwachs bei einer Temperatur unter 750 C. schmilzt.
Die in dem Ozokerit enthaltene Erde und sonstige Unreinigkeiten fallen alsdann auf den
Boden des Schmelzgefäfses. Das darüberstehende geschmolzene Ozokerit wird abgegossen und
liefert nach dem Erkalten ein Product, welches keine tiefere Färbung hat, als das jetzt im
Handel befindliche, und sich weit leichter als dieses der in nachstehendem beschriebenen Behandlung
unterziehen läfst.
Das so erhaltene Ozokerit wird in eine Retorte eingefüllt, welche direct erwärmt werden
und in die man überhitzten Dampf einleiten kann. Wenn die Masse in der Retorte geschmolzen
ist, setzt man je nach der Natur des zu behandelnden Stoffes oder des zu erzielenden
Productes 5 bis 15 pCt. Schwefelblüthe zu. Die Heizung der Retorte und die Einführung
des überhitzten Dampfes erfolgen wie bei den in der Stearinfabrikation üblichen Verfahren.
Die Destillation erfolgt ohne Unterbrechung, und das überdestillirte Product ist gelb, homogen,
ohne Fluorescenz oder Dichroismus. Es krystallisirt, wenn man es langsam erkalten läfst,
und das Ergebnifs ist 92 bis 95 pCt. der in die Retorte gebrachten Masse.
Die hierbei beobachtete bleichende Wirkung des Schwefels auf die in Frage kommenden
Körper ist schwer zu erklären.
Bei allen Reactionen wirkt der Schwefel theils mechanisch, theils chemisch. r
Wenn man geschmolzenes Ozokerit mit Schwefelblumen behandelt, so ist es wesentlich,
dafs man den Schwefel gleichmäfsig und nach und nach in der flüssigen Masse vertheile. Zu
diesem Zwecke bedient sich Erfinder eines feinmaschigen Siebes, mit Hülfe dessen er den
Schwefel gleichmäfsig und nach und nach einsiebt. Beim Beginne der Destillation enthalten
die von dem überhitzten Dampf mitgerissenen gasförmigen Producte eine beträchtliche Menge
Schwefelwasserstoff. Später wird solches Gas nicht mehr entwickelt, an dessen Stelle jedoch
treten gasförmige Polysulfurete von ganz charakteristischem Gerüche, deren genaue Zusammensetzung
Erfinder nicht festzustellen vermochte.
Das Destillationsproduct enthält nur Spuren von Schwefel oder vielleicht von Sulfureten.
Im übrigen ist es bekannt, dafs alle Kohlenwasserstoffe eine gewisse Menge dieses Metalloids
auflösen.
Die Wirkung des Schwefels ist gleichfalls sehr markirt, wenn man denselben ohne Destillation
auf das Ozokerit wirken läfst. Wenn man Schwefel in der oben angegebenen Weise auf
die geschmolzene Masse vertheilt, so thut er sozusagen weiter nichts, als dafs er durch die
Masse hindurchgeht und infolge seines specifi-
sehen Gewichtes auf den Boden des Gefäfses niederfällt. Der Schwefel wirkt hier nur mechanisch
und dennoch zeigt die von dem Bodensatze abgeschüttete Masse nach dem Erkalten
eine ockergelbe Farbe, während sie vor der Behandlung mit Schwefel tief rothbraun war.
Es verdient hervorgehoben zu werden, dafs die bleichende Wirkung des Schwefels ausbleibt
oder wenigstens in nur geringem Mafse eintritt, wenn das zu bleichende Ozokerit einmal auf
eine höhere Temperatur, als 65 bis 750 C, erhitzt
worden ist, woher es auch kommt, dafs das vorliegende Verfahren bei manchen im Handel vorkommenden Ozokeritsorten versagt,
was eben lediglich dem Umstände zuzuschreiben ist, dafs diese Sorten früher über das angegebene
Temperaturmaximum erhitzt worden sind.
Die darauf folgende Operation erfolgt je nach Belieben auf zwei verschiedene Arten.
Das Destillationsproduct wird entweder, wie bei der Stearinfabrikation, in Formen gegossen, und
die gegossenen Kuchen werden warm geprefst, wobei die Platten der Presse auf einer Temperatur
von 35 bis 5o° C. gehalten werden. Diese
Pressung entfernt den gröfsten Theil der in der Masse enthaltenen OeIe und der bei niedriger
Temperatur schmelzenden - Kohlenwasserstoffe. Oder man bringt das Destillationsproduct, nachdem
man es auf eine der bekannten Methoden gepulvert hat, in einen auf einer Temperatur
von 40 bis 500C. gehaltenen Hydroextracteur.
In diesen führt man alsdann Wasser von 45 bis 650C. in Regenform ein, welches die
in der Masse enthaltenen OeIe und leicht schmelzbaren Kohlenwasserstoffe mit sich reifst.
Man kann dieselbe Operation auch bei gewöhnlicher Temperatur ausführen, indem man
das warme Wasser durch Amylalkohol oder irgend ein anderes der bekannten Lösungsmittel
für OeI und leicht schmelzbare Kohlenwasserstoffe ersetzt.
Das mit Hülfe der einen oder anderen der beschriebenen Operationen erzielte Product wird
im Wasserbad bei einer Temperatur von 35 bis 700 C. geschmolzen und demselben 20 pCt.
Amylalkohol beigesetzt. Das Ganze wird durch ein Rührwerk gehörig verrührt und dann in
Formen gegossen und erkalten lassen.
Die erzielten Kuchen werden einer zweiten Pressung in einer gewöhnlichen hydraulischen
Presse unterworfen, dann von neuem geschmolzen und 4 Stunden lang tüchtig mit Knochenkohle
verrührt. Alsdann filtrirt man über Knochenkohle und erhält nunmehr ein vollständig weifses,
hartes, klingendes Product mit einem Ergebnifs von 79 bis 80 pCt. der rothen Masse.
Die Rückstände der letzten Operation werden destillirt, um aus denselben den Alkohol
oder das sonst zur Anwendung gelangte Lösungsmittel wieder zu gewinnen, und werden alsdann
einer neuen Menge Rohproduct beigemengt, um mit diesem wiederum die beschriebenen Operationen
durchzumachen.
Um die beschriebenen Operationen noch leichter durchzuführen, kann man dem Ozokerit
vor der Destillation 25 bis 40 pCt. (je nach der Jahreszeit mehr oder weniger) Petroleumoder
Naphtarückstände beimengen.
Der Erfinder hat gefunden, dafs das gebleichte, mit Schwefel behandelte Ozokerit überall
das Wachs mit Vortheil zu ersetzen vermag.
Um ein Product herzustellen, das man an Stelle des Wachses zum Wichsen der Möbel,
Parquetböden, Ledergeschirre u. s. w. verwenden kann, verfahrt man in der Weise, dafs man
dem geschmolzenen Ozokerit je nach der Natur des zu erzielenden Products 3 bis 20 pCt.
Schwefelblüthen zusetzt und diesem Gemenge noch 10 bis 100 pCt. Harz, Paraffin, gewöhnliches
Wachs oder sonstige in Kohlenwasserstoffen lösliche Wachsarten beimengt.
Weifse oder hellgelbe Wachssurrogate erhält man, wenn man das in der vorbeschriebenen
Weise gebleichte Ozokerit mit Harz, Wachs u. s. w. in den angegebenen Verhältnissen mischt.
Der Erfinder hat diesem Ersatzmittel für Wachs den Namen »Cires Parisiennes« gegeben.
.
Claims (2)
1. Das beschriebene Verfahren zum Bleichen von Ozokerit, aus folgenden Operationen
bestehend:
a) Schmelzen des Rohproducts in Wasser von 65 bis 75° C;
b) Anwendung von Schwefel in Verbindung mit der Destillation der Masse
unter Zuhülfenahme von überhitztem Dampf;
c) Behandlung mit Amylalkohol zur Erleichterung der Pressung;
d) Anwendung von Petroleumrückständen, welche zur Erleichterung der Operationen
mit der zu reinigenden Masse gemischt werden.
2. Die Herstellung von Wachsersatzmitteln aus Ozokerit, Schwefelblüthen und Harz oder
Wachs.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE27316C true DE27316C (de) |
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ID=303636
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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- DE DENDAT27316D patent/DE27316C/de active Active
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