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Walzenstreckwerk
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Die Erfindung betrifft ein Walzenstreckwerk für Faserband mit mindestens
einer angetriebenen Unterwalze und einer auf der Unterwalze und dem Faserband aufliegenden
Druckwalze.
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Herkömmliche Streckwerke, wie sie zum Beispiel an Ringspinnmaschinen,
Strecken oder Mischstrecken verwendet werden, besitzen jeweils drei angetriebene
Unterwalzen und drei aufliegende Druckwalzen, die von einem schwenkbaren Belastungeträger
gehalten werden können. Die Unterwalzen haben meist eine achsparallele Riffelung.
Die Druckwalzen tragen dagegen einen gummielastischen Mantel.
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Liegt die Stapellänge eines Faserbandes zwischen 15mm und 18mm, so
sind die längeren Fasern etwa 30mm und die kürzeren Fasern nur etwa 5mm lang. Ein
StrecWerk--muß nun so beschaffen sein, daß die 30mm langen Fasern nicht zerrissen
werden. Der Mittenabstand zwischen den Walzenpaaren des Streckwerks muß also etwas
größer sein als 30mm. Die kürzeren Fasern werden als sogenannte "schwimmende Fasern"
im Verband der längeren Fasern transportiert. Es ist daher unvermeidlich, daß sich
Fasern aus dem Verband lösen und um eine der Walzen wickeln.
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Etwa 90% der Walzenwickel entstehen an den schnellaufenaen Walzen
der Lieferseite. Vagabundierende Einzelfasern, klebende Rest fasern, mit Fremdteilen,
wie zum Beispiel Schalenresten, verbundene Fasern und die ausflockenden Kurzfasern
tragen zu einer Wickelbildung bei. Die Walzenwickel entstehen auch nicht gleichmäßig
auf der gesamten Oberfläche einer Walze.
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Es bilden sich vielmehr mehr oder weniger breite Wickelbänder, die
eine Klemmpunktwanderung verursachen und zu periodischen Querschnittsveränderungen
des gelieferten Faserbandes
führen. Außerdem geraten dann nicht
verzogene Faserbüschel in den Faserverband, die später störende Dickstellen im Garn,
sogenannte ??Schleicher??, verursachen.
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Von einer Druckwalze oder Oberwalze sind Walzenwickel in der Regel
viel leichter zu entfernen als von einer Unterwalze.
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Die Oberwalze kann nach Anheben des Belastungsträgers entfernt und
der Wickel seitlich abgestreift werden. Ein fester Unterwalzenwickel wird dagegen
mit einem Haken schichtweise aufgerissen. Zuvor muß der Walzenantrieb abgeschaltet
werden.
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Dabei soll die Spitze des Hakens im Nutgrund der Riffelung entlanggleiten.
Daher dauert die Wickelbeseitigung an einer Unterwalze viel länger als die Wickelbeseitigung
an einer Oberwalze. Eine Beschädigung der Unterwalze durch das benutzte Hilfswerkzeug
kann nicht ausgeschlossen werden, weil der Haken nicht immer auf dem weniger empfindlichen
Nutgrund der Riffelung geführt werden kann.
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Eine Spiralriffelung der Unterwalze wäre vorteilhafter. Die Oberwalze
würde nicht mehr von Bahnkante zu Zahnkante springen, die Gefahr der Faserquetschungen
und Fibrillierungen wäre gemindert.
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Trotz ihrer Vorteile wird die Spiralwalze bei Streckwerken wenig verwendet,
weil die Wickelentfernung zeitraubender ist.
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Selbst lose Faserwickel müssen beim Entfernen über die halbe Riffelfeldbreite
seitwärts geschohen und gedreht werden können.
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Dies gelingt nur selten. Das Aufreißen des Wickels mit dem Haken gelingt
auch nicht so gut, weil der Haken in der Spiralnut nur schlecht geführt werden kann.
Die Folge ist, daß solch ein Werkzeug Uber die Profilkanten rattert und dabei die
Spiralwalze beschädigt.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die gefürchteten Walzenwickel
an der Unterwalze zu verhindern und so nicht nur einen wirtschaftlichen Einsatz
normaler Riffelwalzen, sondern auch einen wirtschaftlichen Einsatz von Spiralwalzen
zu ermöglichen. Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 beschriebene Erfindung
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Ansprüchen 2 bis
8 beschrieben.
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Die Erfindung bietet unter anderem folgende Vorteile: Die Bildung
störender Walzenwickel ist verhindert. Damit ist der optimale Einsatz insbesondere
spiralgeriffelter Unterwalzen mit ihren technologischen Vorteilen gegeben. Schlupf
des Streckenbandes beziehungsweise unverzogene Stellen im Streckenband werden verhindert.
Im Garn entstehen daher nicht die gefürchteten sogenannten ??Schleicher??. Es ist
keine Abkapselung des Streckwerks notwendig. Seine leichte Bedienbarkeit bleibt
erhalten. Die intensive Staub- und Fremdkörperentfernung an der Unterwalze durch
Absaugen ist besonders wichtig für einen nachfolgenden Offen-End-Spinnprozeß, Das
Heranbringen von aufbereiteter Luft an das Verzugs feld bringt optimale Verzugsbedingungen.
Es entsteht an der Verzugsstelle ein einstellbares Mikroklima, wodurch bei Chemiefaserverarbeitung
zum Beispiel elektrostatische Aufladungen vermieden werden. In bestimmten Fällen
ist dadurch auch eine höhere Produktion erlaubt. Die Flockenbildung wird währdnd
des Verzugsprozesses rechtzeitig signalisiert. Die Ausfallzeiten durch Störung sind
geringer. Die Wirtschaftlichkqit des Streckwerks ist also erhöht.
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Anhand des in den Zeichnungen dargestellten Ausführungstweispiels
soll die Erfindung noch näher erläutert werden.
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Fig. t zeigt schematisch eine Seitenansicht, Fig. 2 eine Vorderansicht
der Erfindung.
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Ein insgesamt mit 11 bezeichnetes Walzenstreckwerk für Faserband 12
hat drei angetriebene Unterwalzen 13, 14, 15 und drei auf dem Faserband und den
Unterwalzen aufliegende Druckwalzen 16, 17, 18. Ein Messer 19 ist mit einer etwa
tangential gegen die Drehrichtung 20 der Unterwalze 15 gerichteten Schneide 21 in
unmittelbarer Nähe der Walzenoberfläche angeordnet. Die Walzenoberfläche der Unterwalze
15 und auch der anderen Unterwalzen ist mit Spiralnuten 22 versehen. Die Unterwalzen
13, 14, 15 besitzen an den Seiten einfache zylindrische Abschnitte 23, 24, 25. Die
Zeichnung Fig. 2 zeigt außerdem, daß die Welle 25 in zwei Lagern 26, 27 gelagert
ist.
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Das Messer 19 ist ganz knapp außerhalb derjenigen Lage der Unterwalze
15, die sie unter Belastung infolge Ausweichens und Durchbiegens der Welle 25 einnimmt,
steckbar und damit auswechselbar in einer Messerlagerung 28 gelagert. Die Schneide
21 des Messers 19 ist an der Mündung 29 eines Absaugkanals 30 angeordnet. Das Gehäuse
31 des Absaugkanals 30 trägt zugleich die Messerlagerung 28. Das Gehäuse 31 und
somit auch die Messerlagerung 28 ist um eine Schwenkachse 32 schwenkbar. Durch eine
Lasche 33 besteht eine Wirkverbi,ndung von dem Gehäuse 31 und damit von der Messerlagerung
28 zu einem Schalter 34.
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Vom Absauakanal 30 besteht eine Verbindung 35 zu einem Fasersammelkanal
36. In dem Fasersammelkanal 36 sind FasermeRsonden 37, 38 angeordnet, die mit einer
Faseranzeigevorrichtung 39 in Verbindung stehen.
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Die Unterwalze 15 besitzt eine Frischluftzufuhr über einen Frischluftkanal
40, der an eine Frischluftleitung 51 angeschlossen ist. Das Gehäuse 31 des Absaugkanals
30, das Gehäuse 52 des Frischluftkanals 40 und die Messerlagering 28 sind zu einer
Baueinheit verbunden. Die ganze Baueinheit ist um die Schwenkachse 32 schwenkbar.
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In der Zeichnung Fig. 1 erkennt man noch eine FUhllehre 53 mit einem
Handgriff 54. Das Gehäuse 31 ist an der Mündung 29 soweit zurückgesetzt, daß die
Fühilehre 53 zum Einstellen des Messers 19 zwischen die Unterwalze 15 und das Messer
19 geschoben werden kann.
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Zum-Einstellen des Messers 19 sind beiderseits des Streckfeldes Justierschrauben
55, 56 vorgesehen. Die Justierschrauben sind in ortsfesten Stehbolzen 57, 58 angebracht.
Die Stehbolzen nehmen auch Schenkelfedern 59 60 auf, die eine Anpreßkraft des Gehäuses
31 gegen die Justierschrauben 55, 56 bewirken.
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Falls im Störungsfall der gesamte Faserverband gegen das Gehäuse 31
geschleudert wird, schwenkt die Beueinheit in Richtung des Pfeils 61, wodurch der
Schalter 34 eingeschaltet wird. Der Schalter 34 kann nun eine Meldung der Störung
und/ oder eine Abschaltung des Streckwerks veranlassen.