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Die Erfindung betrifft eine Blechstanzmaschine mit einer Unterstützung für das zu stanzende Blech, einer eine Vielzahl von Stanzern aufweisenden Patrize, einer eine Stanzrolle aufweisenden Einrichtung, mit der die Stanzer nacheinander durch das Blech drückbar sind, und mit einer Rückführeinrichtung, mit der die Stanzer nach dem Stanzen des Bleches in ihre Ausgangsstellung rückführbar sind, wobei die Stanzer axial mindestens annähernd senkrecht zu der Bahn der Stanzrolle beweglich sind und in der Nichtstanzstellung mit einem Teil in die horizontale Bahn der Stanzrolle ragen.
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Bei einer bekannten Stanzmaschine dieser Art ( MM-Industriejournal, Würzburg, 78 (1972) 90 Seite 2092) ist die Stanzrolle in einen Wagen eingebaut, der durch einen Getriebemotor über Ketten angetrieben wird, wobei bei einer Bewegung des Wagens über eine Arbeitslänge hinweg mittels der Stanzrolle die Stanzer oder Stanzstempel nacheinander niedergedrückt werden. Nachteilig ist es bei der bekannten Blechstanzmaschine, daß nach jeder Bewegung des Wagens über eine Arbeitslänge, während welcher nacheinander die vorhandenen Stanzer niedergedrückt werden, der Wagen in einem Leerhub in die Ausgangsstellung zurückbewegt werden muß. Hierdurch sind die Totzeiten der bekannten Blechstanzmaschine vergleichsweise lang, wodurch der Wirkungsgrad des Stanzvorganges verringert wird.
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Aufgabe der Erfindung ist es, eine Blechstanzmaschine der einleitend genannten Art derart auszuführen, daß ohne eine kompliziertere Ausführung der Wirkungsgrad des Stanzvorganges verbessert wird. Gelöst wird diese Aufgabe gemäß der Erfindung dadurch, daß die Einrichtung zum Durchdrücken der Stanzer zwei parallele endlose Ketten aufweist, die über zwei Paare von koaxialen Kettenrädern laufen, von denen jeweils zwei für gemeinsame Rotation miteinander verbunden sind, daß an den zwei Ketten mindestens eine quer dazu angeordnete Achse befestigt ist, die eine Stanzrolle und zwei Laufrollen trägt, daß zwei geradlinige Stützflächen für die Laufrollen vorgesehen sind, und daß eine von der Stanzrolle betätigbare Festklemmeinrichtung für das zu stanzende Blech vorgesehen ist.
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Bei einer Blechstanzmaschine gemäß der Erfindung ist für die Stanzrolle oder die Stanzrollen keine nur kompliziert zu erreichende Hin- und Herbewegung erforderlich. Vielmehr ist durch die Ketten ein umlaufender Betrieb geschaffen, bei welchem die Stanzrolle oder die Stanzrollen mit höherer Geschwindigkeit und gleichmäßig bewegt werden. Hierbei wird weniger Energie verbraucht. Außerdem sind die bauliche Gestaltung und die Steuerung viel einfacher als bei der bekannten Blechstanzmaschine. Somit kann bei einer Blechstanzmaschine gemäß der Erfindung insgesamt mit höherem Wirkungsgrad, ausgeführt werden. Hierzu trägt auch bei, daß die Stanzrolle die Festklemmeinrichtung für das zu perforierende Blech betätigt.
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Weitere Merkmale sind in den Unteransprüchen unter Schutz gestellt.
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Die Erfindung wird im folgenden anhand teilweise schematischer Zeichnungen an einem Ausführungsbeispiel noch näher erläutert. Es zeigt
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Fig. 1 eine Seitenansicht teilweise im Schnitt längs I-I in Fig. 2;
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Fig. 2 einen Schnitt längs II-II in Fig. 1;
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Fig. 3 eine Teildarstellung im Schnitt längs III-III in Fig. 1;
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Fig. 4 eine Teildarstellung im Schnitt längs IV-IV in Fig. 1 und
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Fig. 5 eine schematische Darstellung der Stellung der Stanzer in Draufsicht.
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Die dargestellte Maschine weist einen Rahmen 1 auf, der auf ein nicht dargestelltes Fundament gesetzt und dort befestigt werden soll. Zwischen zwei vertikalen Platten 2 und 3 des Rahmens 1 erstrecken sich zwei drehbare Wellen 4 und 5. Die Welle 4 dreht sich in zwei in den Platten 2 und 3 befestigten Kugellagern 6 und 7, während die die Welle 5 tragenden Kugellager in einem beweglichen Lagerstück gelagert sind, das in dem Rahmen 1 gleiten kann und von einem Bolzen 9 gehalten ist, der sich auf einem Querträger 10 zur Spannungsregelung zweier endloser Ketten 11 und 12 abstützt. Die Ketten 11 und 12 laufen parallel zueinander jeweils auf einem Kettenrad, wobei jeweils ein Kettenrad eines Kettenradpaares auf der Welle 4 und das andere Kettenrad des Kettenradpaares auf der Welle 5 angebracht ist. Fig. 2 zeigt die zwei auf der Antriebswelle 4 aufgekeilten Kettenräder 13 und 14, während in Fig. 1 eines der auf der Welle 5 aufgekeilten Kettenräder 15 zu sehen ist. Die Antriebswelle 4 trägt außerdem ein auf ihr aufgekeiltes Antriebsrad 16, beispielsweise Zahnrad, das mit dem Antriebsrad, beispielsweise Zahnrad, eines Motors (nicht dargestellt) in Eingriff kommen soll, sowie ein zweites Antriebsrad 17 für die synchrone Mitnahme einer nicht dargestellten und an sich bekannten Vorschubeinrichtung für das Blech.
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Zwischen den Ketten 11 und 12 sind durchgehend und bezüglich des Mittelpunktes der von den Ketten gebildeten geschlossenen Schleifen symmetrisch zwei identische Achsen 18 und 19 befestigt. Auf jeder dieser Achsen ist auf Rollenlagern eine Stanzrolle 20 bzw. 21 vorgesehen. Zum besseren Verständnis ist die Achse 18 in den Fig. 1 und 2 in zwei unterschiedlichen Stellungen dargestellt. Jede der Achsen 18 und 19 trägt außerdem zwei beidseitig von der Stanzrolle angeordnete Laufrollen 22 und 23, die gleichermaßen mit Wälzlagern, beispielsweise Rollenlagern, gelagert sind und auf zwei horizontalen Auflageflächen ablaufen bzw. sich auf diesen abstützen sollen, die von den Unterseiten zweier oberhalb der Rollen an einer Querplatte 26 des Rahmens 1 befestigter, geradliniger Stangen 24 und 25 gebildet werden (Fig. 4).
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Wenn zwei Stanzrollen 20, 21 verwendet werden, die symmetrisch bzw. im Abstand der halben Kettenlänge auf den Ketten 11, 12 angeordnet sind und abwechselnd arbeiten, findet der Blechvorschub zwischen der Beendigung des horizontalen Weges einer Stanzrolle und dem Beginn des horizontalen Weges der anderen Stanzrolle statt. Auf diese Weise können z. B. 105 Löcher von 3 mm Durchmesser während eines einzigen Arbeitsganges einer Stanzrolle gestanzt werden, die auf 105 Stanzer einer Maschine von 600 mm Länge und mit einem Gewicht im Bereich von 200 bis 250 kg einwirkt, die von einem Motor mit 3 PS angetrieben ist.
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Die Maschine weist ferner zwei horizontale Platten 27 und 28 auf, die verschiebbar auf zwei im Rahmen 1 befestigten vertikalen Führungssäulen 29 und 30 angeordnet sind. Die beweglichen Platten 27 und 28 tragen Stanzer bzw. Stanzstempel 31, bei diesem Ausführungsbeispiel eine Anzahl von 105 Stanzern 31, die in Gruppen von drei Stanzern 31 quer zur Bewegungsrichtung F der Rollen ausgerichtet sind. Fig. 5 zeigt schematisch die Anordnung der Gruppen dieser Stanzer 31 in Richtung F. Jeder Stanzer 31 ist an seinem einen Kopf aufweisenden oberen Ende fest, beispielsweise kraftschlüssig, mit einem zylindrischen Bronzeteil 32 verbunden, das in einer in der oberen Platte 27 vorgesehenen Bohrung gleiten kann. Der untere Teil des Stanzers gleitet in einer in die untere Platte 28 eingesetzten, beispielsweise eingepreßten, Bronzemuffe 33. Eine Druckfeder 34 zwischen den Teilen 32 und 33 dient dazu, das Teil 32 wieder nach oben zurückzudrücken. Auf dem Kopf des Stanzers ist eine (kleine) Kugel 35 vorgesehen, von der ein kleinerer Teil als die Hälfte nach oben über eine auf der Platte 27 befestigte Halteplatte 36 vorspringt.
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Es ist also ersichtlich, daß die Federn 34 das Bestreben haben, die Platten 27 und 28 auseinanderzudrücken; dieses Auseinanderdrücken ist jedoch durch Schraubenbolzen 37 begrenzt, die in die untere Platte 28 geschraubt sind und die Platte 27 mit ihrem Kopf festhalten. Die Schraubenbolzen 37 sind durch Muttern 38 gesichert. Mit ihnen kann gleichermaßen die Auseinanderbewegung bzw. Entfernung der Platten 27 und 28 und infolgedessen die Lage der unteren Platte 28 bezüglich des oberen Endes der Säulen 29 und 30 bestimmt und reguliert werden, d. h. die Ruhedistanz zwischen der Platte 28 und einer feststehenden Platte 39, in der mit jedem der Stanzer 31 zusammenwirkende Stanzmatrizen 40 vorgesehen sind. Diese Distanz wird in Abhängigkeit von der Dicke des zu stanzenden Blechs gewählt. Vier Schraubendruckfedern, wie z. B. Federn 41 und 42 (Fig. 3), sind zur Aufrechterhaltung der besagten Distanz in Ruhestellung zwischen der Platte 39 und der Platte 28 vorgesehen, wobei die untere Platte 28 außerdem als Niederhalter wirken kann. Unter der Wirkung der Federn 41 und 42 liegt die obere Platte 27 an den oberen Enden der Führungssäulen 29 und 30 mittels Schrauben befestigten Scheiben 43 und 44 an. Zwischen den Köpfen der Schraubenbolzen 37 und der Halteplatte 36 ist ein gewisses Axialspiel vorgesehen, um eine während des Festklemmens des Bleches erforderliche Zusammendrückbarkeit der Gesamtheit der Platten 27 und 28 bzw. der beiden Platten 27 und 28 sicherzustellen. Der Rahmen 1 weist ferner einen Freiraum 45 für die Entfernung des Abfalls unter den Matrizen 40 und zwei schlitzartige Durchlässe 46 und 47 für das Blech auf.
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Die Maschine funktioniert wie im folgenden beschrieben:
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Nachdem das zu perforierende Blech zwischen die Platten 28 und 39 eingeführt ist, wird die Maschine in Gang gesetzt und die Laufrollen 22 und 23 rollen entlang der Abstützstangen 24 und 25 (vgl. Stellung 22&min; in Fig. 1). Gleichzeitig oder unmittelbar danach kommt eine der Stanzrollen, beispielsweise die Stanzrolle 20, mit dem rampenförmigen Ende der Halteplatte 36 in Kontakt; dies bewirkt, daß die Platten 27 und 28 nach unten gedrückt werden, wodurch das zu perforierende Blech zwischen den Platten 28 und 39 festgeklemmt und gehalten wird. Sofort danach trifft die Stanzrolle 20 auf die ersten drei Kugeln 35 und drückt sie nach unten, wobei sie gleichzeitig die ersten drei Stanzer 31 mitnimmt. Die anderen Stanzer 31 werden nacheinander in Dreiergruppen betätigt, bis das Ende der Halteplatte 36 erreicht ist. Wenn die Stanzrolle 20 am Ende ihres horizontalen Weges angelangt ist, läßt der Druck auf das Blech nach, und es kann entweder manuell oder automatisch vorgeschoben werden, während sich die andere Stanzrolle 21 auf dem Kettenrad 15 um einen Halbkreis weiterbewegt, um dann die in Fig. 1 gezeigte Stellung der Stanzrolle 20 einzunehmen. Sodann wird durch die Stanzrolle 20 eine neue Perforierung des Bleches bewirkt.
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Wenn man davon ausgeht, daß beim Drücken der Stanzrolle 20 bzw. 21 auf die Kugeln 35 die untere Platte 28 das Bestreben hat, mit den Stanzern nach unten zu gehen, könnte man das Festklemmen des Bleches auch direkt durch Einwirkung auf die kleinen Kugeln bewirken. Es genügt, daß die Federn 34 stärker sind als die Federn 41 und 42.
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Es versteht sich, daß die Maschine auch mit nur einer Arbeits- bzw. Druckrolle funktionieren kann; hierdurch bleibt mehr Zeit für den Vorschub des Bleches.
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Bei einer abgewandelten Ausführungsform können die Kugeln weggelassen werden, so daß die Stanzrollen dann direkt auf die Köpfe der Stanzer wirken.
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Bei gleicher Stärke des Motors ist die Anzahl nacheinander betätigter Stanzer theoretisch unbegrenzt. Es genügt, die Maschine länger auszubilden, während die anderen Dimensionen unverändert bleiben. Die Anzahl gleichzeitig betätigter Stanzer hingegen ist abhängig von der Stärke der Maschine.