DE2723785C3 - Bohrwerkzeug - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Bohrwerkzeug zum Bohren von sich in Bohrrichtung erweiternden Bohrlöchern, mit
einem rotierend und axial antreibbaren Werkzeugschaft, einer mit dem Werkzeugschaft konzentrisch
verbundenen Hülse, einem gegen die Kraft einer Feder in der Hülse verschiebbar angeordneten, einen zum
Bohren eines zylindrischen Bohrlochabschnitts bestimmten Bohrkopf'ragenden Bohrschaft, und mit axial
und radial nach außen verschiebbaren Schneiden, die an Schneidenträgern sitzen, die im wesentlichen über ihren
gesamten Verschiebeweg in Öffnungen des Bohrschafts geführt sind.
Ein solches Werkzeug dient zum Bohren von zunächst zylindrischen und im Bohrlochinnern konisch
erweiterten Löchern in Gestein oder verschiedenen Baumaterialien. In derartige konisch erweiterte Bohrlöcher
werden beispielsweise Zuganker, von denen hohe Zugkräfte und zuverlässige Haltefunktion erwartet
wird, eingesetzt
Ein Bohrwerkzeug der eingangs genannten Art ist aus der DE-OS 23 54 229 bekannt, bei dem die Schneidenträger
in Schlitzen laufen, die mit Ausnahme der Ein- und Austrittsöffnung für den Schneidenträger allseitig
geschlossen sind, um eine möglichst gute Führung und Abstützung der beim konischen Bohren belasteten,
aufgrund ihres Querschnitts in sich starren Schneidenträger zu verwirklichen. Durch die besonderen Abmessungen
des rechteckförmigen Querschnitts sowie durch die enge Führung der Schneidenträger wird versucht,
die Auswirkungen uer Material-Elastizität möglichst zu
beseitigen und die Schneidenträger starr zu halten. Wird das bekannte Bohrwerkzeug zum Bohren von Löchern
in harten Materialien, insbesondere in hartem Gestein oder Beton verwendet, wo nur unter Einsatz eines
Schlagbohrantriebs gearbeitet werden kann, besteht für die starren und unelastisch geführten Schneidenträger
eine hohe Bruchgefahr, die zur Folge hat, daß das Einbringen von Löchern in harte Baumaterialien mit
dem bekannten Bohrwerkzeug nicht möglich ist.
Aus der US-PS 9 81 306 ist ein Bohrwerkzeug mit einem zylinderförmigen Dorn bekannt, in dem ein
gekrümmter Schneidenträger geführt ist und aus einer unteren Austrittsöffnung seitwärts ausfahrbar ist, um am
unteren Ende eines zylindrisch vorgebohrten Loches einen rotationssymmetrischen Spalt im Arbeitsmaterial
einzubringen. Der Schneidenträger besitzt eine normale Sprödigkeit und ist aufgrund seines Querschnittes und
der Paßführung innerhalb des zylindrischen Dorns starr ausgebildet, so daß die Bearbeitung harten Gesteins
od. dgl. ebenfalls mit einer hohen Bruchgefahr verbunden ist.
Aus der CH-PS 5 79 207 ist ebenfalls ein Bohrwerkzeug zum Bohren von sich in Bohrrichtung erweiternden
Bohrlöchern bekannt, bei dem der zylinderförmige Bohrer in Längsrichtung einen durchgehenden Spalt
aufweist, in dem ein rechteckförmiger Schneidenträger um einen Zapfen schwenkbar derart angeordnet ist, daß
sich beim weiteren Eindringen des zylinderförmigen Bohrers das mit einer Schneide versehene untere Ende
des Schneidenträgers nach außen schwenkt Die Querschnittsform sowie die beidseitige Abstützung des
Schneidenträgers bewirken, daß der Schneidenträger sehr starr geführt ist. Bei Schlagbohrbetrieb in hartem
Gestein od. dgl. ergibt sich daraus ebenfalls eine hohe Bruchgefahr.
Aufgabe der Erfindung ist es demgegenüber, ein Bohrwerkzeug der eingangs genannten Art anzugeben,
das sich bei langlebiger und zuverlässiger Arbeitsweise zum Bohren von sich in Bohrrichtung konisch
erweiternden Bohrlöchern sowohl in weichen als auch sehr harten Materialien gleichermaßen eignet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
daß die öffnungen axial auf der Außenfläche des Bohrschaftes verlaufende Nuten und die Schneidenträger
federelastisch sind.
Die Vorteile der Erfindung liegen insbesondere darin, daß die Schneidenträger durch geeignete Wahl des
Herstellungsmaterials sowie des Querschnitts federelastisch sind und in außen offenen Nuten verlaufen, die
eine zunehmende Verbiegung beim Auswärtsschieben der Schneidenträger bewirken. Durch die mit wachsender
Ausstellung der Schneiden einhergehende zunehmende Krümmung der Schneidenträger werden die
Schneiden beim Bohren hinreichend starr geführt und geeignet abgestützt Dadurch ist einerseits die zum
Bohren erforderliche Kraftübertragung in die Schneidspitzen möglich, und andererseits besteht aufgrund der
gewählten Elastizität der Schneidenträger auch bei SchlagbohrLetrieb in hartem Gestein keine Bruchgefahr.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Merkmale der Unteransprüche gekennzeichnet.
Nachstehend werden einige bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf
eine Zeichnung näher erläutert. Darin -zeigt
F i g. 1 einen Axialschnitt durch ein erstes Ausführungsbeispiel eines Bohrwerkzeugs,
Fig. la und Ib je einen etwa durch die Ebene I-1 von
F i g. 1 verlaufenden Schutt mit einem unterschiedliche Betriebsstellungen einnehmenden Kulissenring;
F i g. 2 :inen Schnitt durch ein abgewandeltes Bohrwerkzeug;
F i g. 2a eine Ansicht aus Pfeilrichtung »A« in F i g. 1
auf einen Bohrkopf des Werkzeugs von F i g. 2;
F i g. 3 einen abgebrochenen Längsschnitt durch ein drittes Bohrwerkzeug und
F i g. 3a eine Ansicht aus Richtung »B« in F i g. 3 auf
einen Bohrkopf dieses Bohrwerkzeugs.
Die in F i g. 1 dargestellte Ausführung eines Bohr-Werkzeugs zum Bohren zylindrischer sowie konisch
erweiterter Löcher ist besonders für den Einsatz in extrem harten Gesteins- oder Betonarten konstruiert
und wird vorzugsweise mit dem Spannzapfen 11 seines hohl gestalteten Werkzeugschaften 10 in das Futter
eines pneumatischen oder elektromechanischen Schlagbohrwerkes eingespannt
Zwischen einem Flansch am Werkzeugschaft 10 und einem Federring 13 ist mit Gleitsitz und mit
zwischengeschalteten Dichtungen 17 ein Rotor 14 am Außenumfang des Werkzeugschaftes gelagert, der über
Durchbrüche 20 in jeder Lage mit einem hohlen
ϊ Innenraum 19 des Werkzeugschaftes 10 verbunden und
über einen Stutzen 15 für einen Schlauch an eine nicht dargestellte Unterdruckquelle anschließbar ist. Dieser
Stutzen 15 am Rotor 14 dient zum Absaugen von Bohrmehl durch das hohl ausgeführte Bohrwerkzeug.
in Innerhalb einer an das untere Ende des Werkzeugschaftes
10 fest angeschraubten Hülse 25 ist ein mit einer Durchgangsbohrung 31 versehener Bohrschaft 30
gegen die Kraft einer Schraubendruckfeder 27 axial verschiebbar geführt Oberseitig ist die Druckfeder 27
ι ί an einem Zwischenring 65, der mit der Hülse 25 durch
mindestens einen Stift 64 verbunden ist und unterseitig auf einem Metallring 28 abgestützt, der über einen
Dichtungsring 29 auf einem Mittelflansch des Bohrschaftes 30 aufliegt Durch diese Druckfeder 27 wird der
2(i Bohrschaft 30 normalerweise in -"leine in F i g. 1
dargestellte ausgefahrene Position gedrückt.
Der in seinem unteren Bereich mit einer Schulter 32 versehene Bohrschaft 30 trägt an seinem unteren Ende
in der Durchgangsbohrung 31 ein Gewinde, in das ein
2) mit vorzugsweise aus Hartmetall bestehenden Schneiden
36 besetzter und eine konische Ausgangsöffnung 37, die in einer Flucht mit der Durchgangsbohrung 31 des
Bohrschaftes liegt aufweisender Bohrkopf 35 fest eingeschraubt ist.
jo Das in Fig. 1 dargestellte Bohrwerkzeug besitzt am
unteren Ende seines Bohrschaftes 30 zwei sich diametral gegenüberliegende Seitenschneiden 40, die in je einer
axial in den Bohrschaft eingefrästen Führungsnut 38 längsverschiebbar geführt sind. Aus Vereinfachungs-
r> gründen ist in F i g. 1 jedoch nur eine einzige
Seitenschneide 40 in ihrer Führungsnut 38 dargestellt. Jede Seitenschneide 40 besteht aus einem elastischen,
aus Federstahl hergestellten und zumindest teilweise parabelförmig gekrümmten Schneidenträger 44, einer
■in an das untere Ende des Schneidenträgers hart
angelöteten Hartmetallschneide 47 und einem am oberen Schneidenträgerende befestigten Amboß 42.
Der die Axialkräfte vom Werkzeug aufnehmende Amboß 42 ist zwischen dem unteren Ende der Hülse 25
r> und einem auf diese aufgeschraubten Gewindering 50 fest eingespannt und gegenüber einer Schulter des in
der Hülse verschiebbaren Bohrschaftes 30 durch eine elastische Einlage abgestützt. Die Hartmetallschneide
47 ist auf eine schiefe Fläche 45 am unteren Ende des
so elastischen Schneidenträgers 44 aufgelötet. Auf diese
Weise wird eine bessere Kraftübertragung im Lötstellenbereich gewährleistet.
Wie F i g. 1 erkennen läßt ist der Boden der Führungsnut 38 hinter dem die Hartmetallschneide
< > tragenden Ende des Schneidenträgers 44 leicht parabelförmig
gekrümmt und verläuft schräg nach außen in Richtung auf den Bohrkopf 35. Diesem gekrümmten
Abschnitt 39 kommt besondere Bedeutung zu. Zum Herstellen eines I jnischen Bohrloches wird nämlich in
w) später beschriebener Weise der Bohrschaft 30 in die
Hülse 25 eingefahren, und dabei gleitet das die Hartmetallschneide 47 tragende Ende df;s Schneidenträgers
44 über den gekrümmten Abschnitt 39 im Boden der Führungsnut 38 in den nach außen führenden
hr> schrägen Teil dei Führungsnut 38 ein, d. h., die
Hartmetallscheibe 47 tritt zunehmend gegenüber dem Umfang des Bohrschaftes 30 hinaus, es wird ein
konisches Bohrloch hergestellt. Dabei ist zu beachten,
daß auch mit fortschreitendem Hinausragen der Hartmetallschneide 47 aus der Führungsnut 38 immer
noch ein Stück der Schneider (bedingt durch die schiefe Fläche 45) am Rand der Führungsnut 38 abgestützt
bleibt. Auf diese Weise wird auch bei härtester Schlagbohr-Beanspruchung vermieden, daß die Hartmetallschneiden
47 ausgebrochen werden können. Der Gewindering 50 ist durch eine aus Kugel 52, Druckfeder
53 sowie Vertiefungen im Innenraum des Gewinderinges gebildete Rasteinrichtungen gegen unbeabsichtigtes
Lösen gesichert.
Wie bereits angedeutet, kann das in F i g. t dargestellte Bohrwerkzeug in zwei Betriebsarten betrieben
werden: zylindrisch bohren mit dem Bohrkopf 35, und konisch bohren mit den fortschreitend ausgefahrenen
Seitenschneiden 40. Die Betriebsarten sind abhängig von der Stellung eines als Umschalter dienenden
Stellringes 73, der außen mit einem Rändelmantel 74 " llgC ""
Il nonennke
Hülse 25 zwischen den Betriebsstellungen »zylindrisch bohren« und »konisch bohren« verdrehbar ist.
Der Verdrehsektor zwischen den beiden Betriebsstellungen wird bestimmt durch einen oder mehrere in den
Umfang der Hülse unter dem Stellring 73 eingefräste Umfangsschlitze 71 und je einen Stift 69 in jedem
Umfangsschlitz. Jeder dieser Stifte 69, von denen in F i g. 1 nur einer dargestellt ist, dient zur Kopplung des
Stellringes 73 mit einem innerhalb der Hülse 25 gelegenen und in Fi g. la sowie 1 b separat dargestellten
Kulissenring 68. Dieser Kulissenring besitzt außer einer Zentralbohrung, durch die das obere verjüngte Ende des
Bohrschaftes 30 hindurchgeführt ist, zwei diametral gegenüberliegende schwalbenschwanzähnliche Ausnehmungen
70, die sich etwa über einen Sektor von 90° erstrecken.
Gemäß Fig. 1 befindet sich unterhalb des Kulissenringes
68 ein Flansch des Bohrschaftes 30, der bis zu einer Schulter teilweise weggefräst ist, so daß zwei
schwalbenschwanzähnliche Flanschabschnitte 62 stehengeblieben sind. Hinter jedem Flanschabschnitt
befindet sich eine Hinterschneidung 61, in welcher der
jeweils zugeordnete Stift 64 axial verschiebbar geführt wird, wenn sich der Bohrschaft 30 gegenüber der Hülse
25 verschiebt. Am Ende des Bohrschaftes 30 befindet sich eine durch Federring gesicherte und gegenüber
dem Innenraum 19 des Werkzeugschaftes 10 abdichtende Lippendichtung 59.
Beim Herstellen eines Bohrloches wird zunächst der Stellring 73 in seine Betriebsstellung »zylindrisch
bohren« gebracht, und dabei nimmt der Kulissenring 68 die in Fig. la gezeigte Relativlage gegenüber dem
Bohrschaft 30 ein, d. h. die stehengebliebenen Teile des Kulissenringes stützen sich an den Flanschabschnitten
62 ab. In dieser Betriebsstellung wird die volle Axialkraft des Werkzeugschaftes 10 auf den Bohrkopf
35 übertragen, die Seitenschneiden 40 bleiben eingefahren. Sobald eine gewünschte zylindrische Bohrlochtiefe
erreicht ist, wird das Bohrwerkzeug kurz angehalten und der Stellring 73 um 90° verdreht, bis der
Kulissenring 68 die in Fig. Ib gezeigte Relativlage gegenüber dem Bohrschaft 30 eingenommen hat
Übrigens rastet der Kulissenring 68 in jeder seiner beiden Betriebsstellungen ein. Zu diesem Zweck ist der
Kuüssenring 68 unterseitig mit Nasen 66 versehen, welche in entsprechende Ausnehmungen des durch den
Stift 64 gegenüber der Hülse 25 fixierten Zwischenringes 65 eingreifen. Sobald der Werkzeugschaft 10 in der
Betriebsstellung »konisch bohren« wieder rotierend und mit Schlagwirkung angetrieben wird, dreht sich dei
Bohrschaft 30 zwar weiterhin im zylindrischen Bohrloch mit, die Axialkraft einschließlich der Schlagwirkung
wird jedoch an ihm vorbeigeleitet und jetzt über die Hülse 25 auf die Seitenschneiden 40 geleitet. Die
unteren Enden der Schneidenträger 44 mit der Hartmetallschneiden 47 gleiten, wie bereits beschrieben
über den parabelförmig gekrümmten Abschnitt 39 der Führungsnut 38 hinweg in den schrägen Nutabschnitl
ein, welcher den Steigungswinkel der konischer Bohrung bestimmt. Da die Durchgangsbohrung 31
durch die das Bohrmehl abgesaugt wird, am Bohrkopl 35 nach außen mündet, ist es günstig, wenn sich der
Bohrschaft 30 auch beim konischen Bohren weiterdreht da jetzt das beim konischen Bohren anfallende Men
auch auf diesem Wege abgesaugt werden kann.
Bei den in den F i g. 2 und 3 dargestellten abgewandel
ten Ausfuhrungsbeispielen sind Einzelheiten, die mit dei Λ ι(c>ftil-trtιnrr *ir\r% C ι η 1 irr» MJACMntliplinn irlonlici<li t-\r>A
mit gleichen Bezugszahlen, und solche F.inzelheiten, die
geringfügig andere Dimensionen aufweisen, mit derr Tusatz »anoder »6«gekennzeichnet. Die Beschreibung
der Ausführungen von Fi g. 2 und 3 kann sich daher irr
wesentlichen auf solche Merkmale beschränken, die gegenüber Fig. 1 in Gestaltung und/oder Funktior
wesentlich abweichen.
Das in Fig. 2 vorgesehene Bohrwerkzeug isi vorzugsweise zum Herstellen zylindrischer und konisch
erweiterter Bohrlöcher in relativ weichen Werkstoffen wie Porenbeton, geschäumtem Gips o. dgl., vorgesehen
Am hohlen Werkzeugschaft 10a mit Spannzapfen 11; ist abgedichtet der Rotor 14 mit Stutzen 15 angesetzt
und über den Durchbruch 20 mit dem Innenraum 19 de; Werkzeugschaftes verbunden. Zwischen einer an der
Werkzeugschaft 10 angeschraubten Hülse 25a und einei gegenüber einem darin axial verschiebbar gelagerten
an seinem unteren Ende einen Bohrkopf 35a mii Schneiden 36a und Zentrierdorn 88 tragenden Bohr
schaft 30a befindet sich eine Schraubendruckfeder 27a In Querbohrungen des Werkzeugschaftes 10 sind Stift«
64a eingesetzt und durch einen Haltering 79 nach außer hin gehalten. Diese Stifte 74a greifen in Längsausfrä
sung des Bohrschaftes 30a ein und bestimmen sowoh die in F i g. 2 dargestellte Ruhe-Endlage des Bohrschaf
tes 30a als auch dessen weiter unten beschriebene zweite eingefahrene Endlage in Verbindung mit derr
konischen Bohren.
Im Gegensatz zu der Ausführung von Fi g. 1 erfolgi
bei den Werkzeugausführungen von Fig. 2 und 3 da; Umschalten von »zylindrisch bohren« auf »konisch
bohren« nicht manuell und durch einen S'.el'nng
sondern automatisch nach Erreichen einer vorbestimmten zylindrischen Bohrlochtiefe, indem sich dann
nämlich ein in Axialrichtung fest mit dem Bohrschafi 30a verbundener, jedoch mittels eines Kugellagers 84
leicht rotierend auf diesem gelagerter Stützring 86 aul der Oberfläche des gebohrten Materials abstützt.
Auf diese Weise erfolgt eine automatische Umschaltung von zylindrisch auf konisch bohren, es ist keine
Betriebsunterbrechung erforderlich. Im weiteren Verlauf des Bohrvorgangs gelangen die Hartmetallschneiden
47 an den Enden ihrer hier mit 44a bezeichneter elastischen Schneidenträger auf einen schrägen Abschnitt
39a im Boden der Führungsnuten 38a für die Seitenschneiden 40a, und während sich jetzt det
Werkzeugseh aft 10a mit der Hülse 25a weiter ir
Bohrrichtung gegenüber dem nur noch rotierenden aber nicht mehr vorgetriebenen Bohrschaft 3Oi
weiterbewegt, werden die Hartmetallschneiden 47 zunehmend nach ai'ßen ausgefahren.
Bei dem Ausführungsbeispiel von F i g. 2 sind die oberen Enden der Schneidenträger 44a stumpf abgeschnitten
und /wischen Hülse 25a und einem aufgeschraub'en Gewindering 50a eingespannt.
Wie sich aus der Fig. 2a entnehmen läßt, besitzt der
Bohrkopf 35 a aus seiner Stirnseite zwei seitliche Ansaugöffnungen 37a, welche in Verbindung stehen mit
der Durchgangsbohrung 31 im Bohrschaft 30a und der Ableitung von Bohrmehl dienen. Da auch hier beim
konischen Bohren der Bohrkopf 35a rotierend, aber nicht vorgetrieben weiterläuft, übernimmt er das
Zermahlen und Abführen von beim konischen Bohren produziertem Bohrabfall.
Nach Beendigung des Borvorganges wird der Bohrschaft 30a durch die Druckfeder 27a wieder in die
in F i g. 2 dargestellte Normalstellung zurückgeschoben.
Durch eine entsprechende Krümmung in den elastischen Schneidenträgern 44a erfolgt auch hier die
Kraftübertragung auf die Hartmetallschneiden 47 wieder im wesentlichen bogenförmig. Wie F i g. 2 ferner
erkennen läßt, sitzt der Stützring 86 mit dem Kugellager 84 auf einem erweiterten Fußabschnitt 82 des
Bohrschaftes 30a, in den die Führungsnuten 38a durchgehend eingefräst sind. Auf diese Weise werden
die Seitenschneiden 40a unter dem Kugellager hindurchgeführt.
Die Ausführung von Fig. 3 ist der zuvor in Verbindung mit Fig. 2 beschriebenen Ausführung
weitgehend ähnlich und ebenfalls vorzugsweise zum Bearbeiten von relativ weichen oder porigen Materialien
ausgelegt. Bei einem relativ langen Axialhub seines Bohrschaftes 306 gegenüber dem hier nur abgebrochen
dargestellten Werkzeugschaft 106 sind die elastischen .Schneidenträger 44i>
relativ lang ausgebildet und an ihren oberen Enden nicht abgewinkelt, sondern gerade
durchgeführt und zwischen einem Haltering 92 und dem Werkzeugschaft mittels Klemmschrauben 93 festgeklemmt.
Im Gegensatz zu den vorher beschriebenen Ausführungen sind hier die Hartmetallschneiden 476
nicht auf eine schräge Fläche des Schneidenträgers, sondern auf die durchgehende Oberseite derselben hart
aufgelötet. Dagegen ist das unter den Hartmetallschneiden liegende Ende der Schneidenträger parallel zu dem
schrägen Abschnitt 396 der Führungsnuten 386
abgeschrägt.
Wegen des langen Axialhubes dieser Werkzeugausführung ist zwischen dem innenliegenden Bohrschaft
306 und der Druckfeder 276 einerseits und dem erweiterten FuBabschniu 526 andererseits eine dünne
Zwischenhülse 95 eingesetzt, an der sich innenseitig auch die Seitenschneiden 406 abstützen können. Wie bei
der Ausführung von Fig. 2 ist das Kugellager 846 für
den Stiitzring 866durch einen Flansch 816abgestützt. In
der Ruhelage des Bohrschaftes 306 liegt ein Stützring 100 .im oberen Ende der Druckfeder 276 an der
schmalen Stirnseite eines dünnen, innen in die Zwischenhülse 95 eingreifenden Rohrabschnittes 99 des
Werkzeugschaftes 106 an.
Für die Verwendung in kalkhaltigen Leichtbaustoffen, insbesondere Gasbeton, Gipsplatten u.dgl., wird die
Mantelfläche des Bohrkopfes 35, 35a oder 6 vorteilhaft hartverchromt, weil das Bohrmehl zur Bildung harter
Partikel neigt.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (16)
1. Bohrwerkzeug zum Bohren von sich in
Bohrrichtung erweiternden Bohrlöchern, mit einem rotierend und axial antreibbaren Werkzeugschaft,
einer mit dem Werkzeugschaft konzentrisch verbundenen Hülse, einem gegen die Kraft einer Feder in
der Hülse verschiebbar angeordneten, einem zum Bohren eines zylindrischen Bohrlochabschnitts bestimmten
Bohrkopf tragenden Bohrschaft und mit axial und radial nach außen verschiebbaren Schneiden,
die an Schneidenträgern sitzen, die im wesentlichen über ihren gesamten Verschiebeweg in
öffnungen des Bohrschafts geführt sind, dadurch
gekennzeichnet, daß die öffnungen axial auf der Außenfläche des Bohrschafts (30) verlaufende
Nuten (38) und die Schneidenträger (44) federelastisch sind.
2. Bohrwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Seitenschneide (40) durch
eine am in Bohrrichtung vorderen Ende des
Schneidenträgers (44) angebrachte Hartmetallschneide (47) gebildet ist.
3. Bohrwerkzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schneidenträger (44) und
die Hartmetallschneide (47) in der Nut (38) geführt sind.
4. Bohrwerkzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hartmetallschneide (47) mit
ihrem Schneidenträger (44) durch Hartlöten, Schweißen o. dgl. verbunden ist.
5. Bohrwerkzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Hartüietallschneide (47) auf
eine zur Werkzeugachse schiefwinklige Fläche (45) des Schneidenträgers (44) aufgebracht ist.
6. Bohrwerkzeug nach Anspruch 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das der Hartmetallschneide
entgegengesetzte Ende des Schneidenträgers (44) mit einem sich an der Hülse (25)
abstützenden Amboß (42) versehen ist.
7. Bohrwerkzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schneidenträger (44)
zumindest im Bereich der Seitenschneide (40) parabelförmig gekrümmt ist.
8. Bohrwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden der Nut (38)
zumindest abschnittweise parabelförmig gekrümmt ist.
9. Bohrwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bohrschaft (30) mit der
Hülse (25; 95) über einen Auslöser verbunden ist.
10. Bohrwerkzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß zu dem Auslöser ein gegenüber
der Hülse (25) von außen her verdrehbarer Kulissenring (68) gehört, durch den die axiale
Antriebskraft in einer ersten Betriebsstellung auf den Bohrschaft (30) und in einer zweiten Belriebsstellung
auf die Seitenschneiden (40) übertragbar ist.
11. Bohrwerkzeug nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Kulissenring (68) manuell
verdrehbar ist.
12. Bohrwerkzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Auslöser durch einen mit
der Hülse (25; 95) gekoppelten Stützring (86; 866;
gebildet ist, der bei Erreichen einer vorbestimmten zylindrischen Bohrlochtiefe an der Oberfläche des
gebohrten Materials abstützbar ist.
13. Bohrwerkzeug nach Anspruch 10, dadurch
gekennzeichnet, daß der Kulissenring (68) durch eine
Rasteinrichtung in seinen verschiedenen Betriebsstellungen fixierbar ist.
14. Bohrwerkzeug nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß der Bohrkopf (35) sowie der
Bohrschaft (30) mit einer durchgehenden Axialbohrung versehen sind.
15. Bohrwerkzeug nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Axialbohrung (^1) des
ίο Bohrschaftes (30) an eine Saugquelle anschließbar
ist
16. Bohrwerkzeug nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Axialbohrung (31) über
einen rotierend abgedichteten Rotorstutzen (15) mit der Saugquelle verbindbar ist.
Priority Applications (4)
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|---|---|---|---|
| DE2723785A DE2723785C3 (de) | 1977-05-26 | 1977-05-26 | Bohrwerkzeug |
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Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2723785A DE2723785C3 (de) | 1977-05-26 | 1977-05-26 | Bohrwerkzeug |
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Family
ID=6009935
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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1978
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- 1978-05-26 SE SE7806047A patent/SE437281B/sv not_active IP Right Cessation
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