DE2652366C2 - Hinterschnitt-Bohrwerkzeug - Google Patents
Hinterschnitt-BohrwerkzeugInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Bohrwerkzeug zur Herste!-
lung von Hinterschnitten in Vorbohrungen in Mauerwerk,
Beton, Gestein oder dergleichen, mit einem in die Vorbohrung einführbaren Bohrerschaft, an dessen
bohrungsseitigem Ende ein Bohrkopf zum hinterschnittenen Aufbohren der Vorbohrung mit wenigstens einem
flügelartigen Schneidwerkzeug vorgesehen ist, das beim Einführen in die Vorbohrung in den Bohrkopf
eingeschwenkt und nach dem Einführen in die Vorbohrung über den äußeren Umfang des Bohrkopfs
hinaus radial aufweitbar ist, wobei der Bohrkopf ein am bohrkopfseitigen Ende des Bohrerschafts vorgesehenes,
im Durchmesser etwa dem Durchmesser der Vorbohrung entsprechendes zylindrisches Führungsteil und ein
mit Abstand vor dem Führungsteil angeordnetes, auf die Sohle der Vorbohrung aufsetzbares Druckstück mit
ebenfalls etwa dem Durchmesser der Vorbohning entsprechendem Durchmesser aufweist, das Führungsteil
und das Druckstück als separate Teilstücke ausgebildet und ausschließlich mittels des mindestens
einen Schneidwerkzeuges fest miteinander verbunden sind sowie eine Kulissenführung, mittels der das
Schneidwerkzeug bei axialer Annäherung von Führungsteil und Druckstück radial ausschwenkbar ist und
eine Schwenkverbindung zwischen Führungsteil/ Druckstück und Schneidwerkzeug vorgesehen sind.
Derartige Hinterschnittbohrer zum Aufbohren von Erdbohrungen, z. B. bei der Herstellung von anschließend
mit Beton auszugießenden Fundamentbohrungen, oder für Tiefbohrungen bei der Prospektion nach Öl
oder Gas sind in unterschiedlichen Ausgestaltungen im einzelnen bekannt (z. B. DE-OS 22 07 332; DE-AS
17 52 177; DE-PS 5 34 103; US-PS 24 01515; DE-AS
22 36 111; DE-GM 18 51612). Entsprechend dem vorgesehenen Einsatzzweck haben die bekannten
Hinterschnitt-Bobrwerkzeuge relativ große Abmessungen, was auch den zum Teil komplexen Aufbau mit einer
Vielzahl von zusammenwirkenden Teilen erlaubt
Bei einem vergleichsweise einfach aufgebauten bekannten Bohrwerkzeug zum Erweitern von Erdbohrungen
(DE-PS 5 02 546) ist der Führungsteil mit dem Druckstück über ein Paar von gegenüberliegenden, am
Führungsteil einerseits und am Druckstück andererseits verschwenkbar angelenkten Schneidwerkzeugen verbunden,
die ihrerseits selbst wiederum von je zwei lenkerartigen, an ihren den An'.enkstellen am Führungsteil
bzw. dem Druckstück gegenüberliegenden Enden schwenkbar miteinander gekoppelten Schneidwerk=
zeugabschnitten gebildet werden, so daß die Schneidwerkzeugabschnitte insgesamt ein Gelenkviereck bilden,
welches bei Annäherung des Führungsteils an das Druckstück seine Gestalt derart ändert daß es
auseinandergespreizt und umgekehrt beim Auseinanderziehen von Führungsteil und Druckstück wieder
gestreckt wird. Zur Stabilisierung und Entlastung des
von den Schneidwerkzeugabschnitten gebildeten Gelenkvierecks ist eine Kulissenführung in Form von in
Werkzeuglängsrichtung verlaufenden Längsnuten im Führungsstück, in weiche Längsleisten des Druckstücks
eingreifen, vorgesehen.
Für die Herstellung von Hinterschnitten in Bohrungen geringeren Durchmessers in härterem Gestein,
Beton oder Mauerwerk, in denen in der Regel schlagend
gebohrt werden muß, ist das bekannte Werkzeug aber nicht geeignet, weil es infolge seines Aufbaus, und zwar
insbesondere der Schwenkkoppelung der Schneidwerkzeugabschnitte aneinander, nicht in hinreichendem
Maße verkleinert und dabei gleichzeitig die erforderliche Belastbarkeit seiner Teile gegen die stoßartigen
Beanspruchungen beim Schlagbohren aufrechterhalten werden kann. Wegen dieser Schwierigkeiten wurden
Befestigungen in Wänden oder Bauteilen aus den erwähnten. Materialien auch ausschließlich mit kraftschlüssig
an zylindrische, d.h. nicht hinterschnittene Bohrungswände angepreßten Dübeln bewirkt. Da der
zur sicheren kraftschlüssigen Festlegung eines Dübels in zylindrischen Bohrungen erforderliche Lochieibungpdruck,
d.h. die Flächenpressung, mit welcher die aufspreizbare Außenfläche des Dübels an die Bo'irungswandung
angepreßt wird, zumindest bei Anordnung der Befestigungsbohrung für Dübel in der Nähe der
seitlichen Begrenzungen des zugehörigen Werkstücks zu einer Sprengung des Werkstücks führen kann, ist
immer wieder vorgeschlagen worden, eine Dübelbefestigung zu entwickeln, bei welcher der Dübel in einer im
Innern des Werkstücks mit Abstand von dessen Außenseite erweiterten, d.h. hinterschnittenen Bohrung,
formschlüssig festgelegt wird. Dabei könnte nämlich auf die radiale Vorspannung zur Erzeugung
eines Lochleibungsdrucks verzichtet werden, wodurch die Festigkeit des Schafts der Befestigungsschraube
ausschließlich als Haltekraft für die vorzunehmende Befestigung genutzt werden könnte und die Gefahr
einer Sprengung des Werkstücks durch den radialen Spreizdruck wesentlich verringert wäre. Die Beanspruchung
eines solchen formschlüssig gesetzten Dübels gegen Herausziehen aus der Bohrung könnte durch
entsprechende Wahl der Tiefe der Erweiterung der Bohrung so vorgegeben werden, daß sichergestellt ist,
daß in keinem Falle das vor dem Hinterschnitt liegende Material ausgerissen wird, sondern eher der im Dübel
verankerte, aus Metall bestehende Schaft der Befestigungsschraube bzw. des Befestigungsankers zu Bruch
geht Da die Festigkeit von metallischen Werkstoffen aber mit geringen Abweichungen vorgegeben werden
kann, könnte auch die Beanspruchbarkeit von Befestigungsanordnungen mit formschlüssig gesetzten Dübeln
genau berecnnet werden.
Die vorstehend herausgestellten Vorteile konnten bisher nur deshalb nicht realisiert werden, weil bisher
kein einfach aufgebautes preiswert herstellbares Werkzeug hinreichender Wirksamkeit und Lebensdauer zur
Verfügung stand, mit dem die erforderlichen hinterschnittenen Befestigungsbohrungen erzeugt werden
können.
Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, in Weiterbildung der bekannten Bohrwerkzeuge
ein Hinterschnitt-Bohrwerkzeug zu schaffen, mit dem es möglich ist, auch in Vorbohrungen geringen
Durchmessers in hartem, inhomogenen Material Hinterschnitte zu erzeugen, an weichen Befestigungselemente
formschlüssig, d. h. spreizdruckfrei, verankert werden können.
Ausgehend von einem Bohrwerkzeug der eingangs erwähnten Art wird diese Aufgabe erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß die Kulissenführung entweder zwischen dem Führungsteil und dem Schneidwerkzeug
5 oder dem Druckstück und dem Schneidwerkzeug angeordnet ist, wobei der jeweils andere der beiden
Teile des Bohrwerkzeugs schwenkbar am Schneidwerkzeug angelenkt ist An die Stelle eines Gelenkvierecks
aus Schwenkwerkzeugabschnitten mit insgesamt vier
ίο Schwenklagern und einer zusätzlichen Kulissenführung
zwischen Druckstock und Führungsteil treten nunmehr also ein Schwenklager für das Schneidwerkzeug — bzw.
die beiden Schneidwerkzeuge, wenn zwei symmetrisch gegenüberliegende Schwenkwerkzeuge verwendet
werden, wie beim bekannten Bohrwerkzeug — am Druckstück oder dem Führungsteil und eine Kulissenführung
zwischen dem Führungsteil bzw. dem Druckstock und dem Schneidwerkzeug biw. den Schneidwerkzeugen.
Der Aufbau des Bohrkopfs des erfindungsgemäßen Bohrwerkzeugs ist also gegenüber dem
bekannten Bohrwerkzeug noch einm ύ im Sinne einer
Verringerung der Zahl der erfordct ürhcn Bauteile
vereinfacht, wodurch die Einzelteile selbst auch bei Verkleinerung des Werkzeugs vergleichsweise stärker
dimensioniert werden können, so daß das Bohrwerkzeug nicht nur für die Verwendung in nur drehenden,
sondern auch in Schlagbohrmaschinen geeignet ist bei denen dem Drehantrieb axiale Schlagbeanspruchungen
überlagert werden. Die axialen Schlagbeanspruchungen werden in radial wirkende Stöße des Schneidwerkzeugs
bzw. der Schneidwerkzeuge umgesetzt, so daß erstmals ein wirklich brauchbares Bohrwerkzeug zur Erzeugung
von Hinterschnitten in Bohrungen in hartem Material, wie natürlichem Gestein, gewachsenem Fels, Beton
J5 oder Mauerwerk, geschaffen ist
In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist das Schneidwerkzeug am Druckstück des Bohrkopfs
schwenkbar angelenkt Die Kulissenführung wirkt dann also zwischen dem Führungsteil des Bohrkopfs und dem
Schneidwerkzeug bzw. — gegebenenfalls — den Schneidwerkzeugen, so daß das Schneidwerkzeug also
mit Tiinein nach rückwärts zur Vorbohrungsmündung
v/eisenden Ende aus dem Bohrkopf ausgeschwenkt wird. Mit diesem Werkzeug wird also ein sich nach
•»i rückwärts zur Mündung der Vorbohrung konisch
erweiternder Hinterschnitt erzeugt, so daß am Übergang zwischen dem Hinterschnitt und der Vorbohrung
eine in besonderem Maße für eine formschlüssige Verriegelung eines Befestigungselements geeignete
Ringschulter entsteht.
Alternativ kann das Schneidwerkzeug auch am Führungsteil schwenkbar angelenkt sein. Da die
Kulissenführung dann zwischen dem Druckstück und dem S"hneidwerkzeug bzw. — wiederum gegebenenfalls
— den Schneidwerkzeugen wirkt, wird mit diesem Werkzeug ein umgehehrt konischer Hintersohnitt, d. h
ein sich zur Vorbohrungsmündung konisch verjüngender Hinterschnitt erzeugt. Diese Form des Hinterschnitts
ist für vom hinteren Ende her konisch aufspreizbare Befestigungselemente geeignet.
Die schwenkbare Anlenkung des Schneidwerkzeugs kann konstruktiv in vorteilhafter Weise dadurch
verwirklicht werden, daß das Schneidwerkzeug am Führungsteil oder dem Druckstück mittels eines
Lagerbolzens schwenkbar angelenkt ist, der komplementäre Bohrungen in zwei in Axialrichtung vom
Druckstück bzw. Führungsteil vorspringenden Flanschvorsprünge und dem Schneidwerkzeug durchsetzt.
Die Kulissenführung für das Schneidwerkzeug wird in
einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung von jeweils einem Schlitz im Schneidwerkzeug und einem
diesen Schlitz durchsetzenden Bolzen gebildet, der in zwei axial vom Führungsteil bzw. Druckstück vorspringenden, das Schneidwerkzeug seitlich übergreifenden
Flanschabschnitten gehalten ist, wobei die Länge der Flanschabschnitte so bemessen ist, daß zwischen den
Flanschabschnitten der zum Ausschwenken der flügelartigen Schneidwerkzeuge erforderliche axiale Verschiebungsraum gebildet ist.
Um zu verhindern, daß der beim Arbeiten mit dem erfindungsgemäßen Bohrwerkzeug entstehende Bohrstaub die Funktion des Werkzeugs behindert, ist in
erfindungsgemäßer Weiterbildung im Führungsteil eine Spiralnut zur Abförderung von Bohrstaub vorgesehen,
deren Windungssinn in bezug auf die vorgesehene Antriebsdrehrichtung des Bohrwerkzeugs so gewählt
ist, daß sie beim Antrieb in einschraubendem Sinne drehend beaufschlagt ist. Über diese Spiralnut wird das
Bohrmehl abgefördert, wobei zusätzlich noch eine Absaugung an der Mündung der Vorbohrung erfolgen
kann.
Das Druckstück ist an seinem, der Bohrlochsohle zuwendbarem Ende kegelig ausgebildet, wobei der
Kegelwinkel zweckmäßig im wesentlichen gleich dem Kegelwinkel der Bohrschneide des Vorbohrers ist.
Dadurch ist gewährleistet, daß sich das Druckstück großflächig auf dem inneren Ende der Vorbohrung
aufsetzt und abstützt und so als Widerlager auch für hohe oder stoßartige, auf den Bohrerschaft ausgeübte
Druckkräfte geeignet ist.
Die Erfindung ist in der folgenden Beschreibung zweier Ausführungsbeispiele in Verbindung mit der
Zeichnung näher erläutert, und zwar zeigt
F i g. 1 das vordere Ende eines ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Bohrwerkzeugs in
einer teilweise aufgebrochenen Seitenansicht;
F i g. 2 eine Ansicht des in F i g. 1 gezeigten Bohrwerkzeugs, gesehen in Richtung des Pfeiles 2 in
F i g. 3 eine mit Hilfe des in den F i g. 1 und 2 gezeigten
Bohrwerkzeugs mit einem Hinterschnitt versehene Vorbohrung;
F i g. 4 eine in der Blickrichtung F i g. 1 entsprechende
Seitenansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Bohrwerkzeugs; und
Fig.5 eine mit Hilfe des in Fig.4 gezeigten
Bohrwerkzeugs mit einem Hinterschnitt versehene Vorbohrung.
In den F i g. 1 und 2 ist das Vorderende eines erfindungsgemäßen Bohrwerkzeugs 10 gezeigt, dessen
Bohrerschaft 12, mit dem das Werkzeug in das Spannfutter einer Bohr- oder Schlagbohrmaschine
eingespannt wird, zum größten Teil weggebrochen ist Am Vorderende des Bohrerschafts 12 ist ein Bohrkopf
14 zum Aufbohren eines Hinterschnitts in einer zuvor auf übliche Weise erzeugten Vorbohrung angeordnet
Der Bohrkopf 14 weist im gezeigten Fall einen einstückig am Bohrerschaft 12 angesetzten zylindrischen Führungsteil 16 auf, dessen Durchmesser etwa
dem Durchmesser der Vorbohrung entspricht Vom Führungsteil 16 springen an gegenüberliegenden Seiten
zwei langgestreckte, ins Bohrungsinnere weisende Flanschabschnitte 18 axial vor, zwischen denen ein
schlitzförmiger, radial offener Raum 20 gebildet ist in diesem Raum 20 liegen im Ausgangszustand die
rückwärtigen Enden von zwei flügelartigen, flach
aufeinanderliegender! Schneidwerkzeugen 22, deren
vordere oder bohrungsinnere Enden schwenkbar an einem Druckstück 24 angelenkt sind. Zur schwenkbaren
Anlenkung der Schneidwerkzeuge 22 weist das Druckstück 24 zwei den Flanschabschnitten 18 ähnliche
aber kürzere, axial zum Führungsteil 16 zurückweisende Flanschvorsprünge 26 auf, die einen radialen Lagerbolzen 28 haltern, auf dem die Schneidwerkzeuge 22
verschwenkbar gelagert sind. Das Druckstück 24 hat
ίο ebenfalls eine zylindrische Umfangsfläche, deren Durchmesser etwa dem Durchmesser der Vorbohrung
entspricht. Führungsteil 16 und Druckstück 24 werden also an ihren zylindrischen Umfangsflächen in der
Vorbohrung geführt. Das bohrungsinnere Vorderende
ti 30 des Druckstücks hat eine stumpfkegelige Form,
wobei der Kegelwinkel gleich dem Spitzenwinkel des zur Herstellung der Vorbohrung vorgesehenen Bohrers
gewählt ist. Dadurch wird erreicht, daß sich das Druckstück 24 großflächig auf dem komplementär
ίο stumpfkegeligen inneren Ende der Vorbohrung abstützt.
Die Verbindung der Schneidwerkzeuge 22 mit dem Führungsteil 16 erfolgt über eine Kulissenverbindung,
die von einem im bohrungsinneren Endbereich zwischen
-'5 den Flanschabschnitten 18 gehalterten, radial verlaufenden Bolzen 32 einerseits und je einem vom Bolzen 32
durchsetzenden langgestreckten Schlitz 34 in jedem Schneidwerkzeug 22 andererseits gebildet wird. Die
Breite des Schlitzes 34 entspricht etwa dem Durchmes
ser des Bolzens 32, so daß dieser im Schlitz
längsverschiebbar ist. Der Verlauf der Schlitze 34 in den Schneidwerkzeugen 22 ist so gewählt, daß die
Schneidwerkzeuge bei einer Änderung des Führungsteils 16 an das Druckstock 24 von der in F i g. 1
gezeigten ganz in den Bohrkcipf 14 zurückgezogenen Lage allmählich in die in der Figur in strichpunktierten
Linien angedeutete ausgeschwenkte Lage gedrängt werden, wenn aiso das Vofdcfcndc 30 am Böden der
Vorbohrung abgestützt ist, und über den Bohrerschaft
••ο 12 Druck auf den Führungsteil 16 ausgeübt wird, gleitet
der Bolzen 32 in den Längsschlitzen nach innen und bewirkt dadurch eine radiale Auswärtsschwenkung der
Schneidwerkzeuge 22. Es ist klar, daß der Verlauf der Schlitze 34 in den Schneidwerkzeugen so getroffen ist,
daß diese in entgegengesetzter Richtung verschwenkt werden. Grundsätzlich würde es genügen, ein Schneidwerkzeug vorzusehen, jedoch wird die gezeigte
Ausgestaltung mit zwei Schneidwerkzeugen bevorzugt, weil die radial auswärts gerichteten Vorschubkräfte für
die Schneidwerkzeuge dann entgegengesetzt gerichtet und etwa gleichgroß sind, wodurch Kräfte, <*\e den
Bohrkopf seitlich aus seiner zentrischen Lage in der Vorbohrung zu verschieben suchen, weitgehend vermieden werden.
Der beim Eindringen der Schneidkanten der Schneidwerkzeuge in die Wandung der Vorbohrung entstehende Bohrstaub wird über eine Spiralnut 38 im
Führungsteil 16 abgeführt, um eine Beeinträchtigung der Funktion des Bohrwerkzeugs 10 zu vermeiden.
In F i g. 3 ist schematisch eine in einer Betonwand 40 eingebrachte Vorbohrung 42 gezeigt, die mit dem
vorstehend beschriebenen Bohrwerkzeug 10 mit einem Hinterschnitt 44 versehen ist Es ist erkennbar, daß der
Hinterschnitt die Form eines stumpfen, sich zur
Bohrungsmündung erweiternden Kegels hat, und daß
am übergang zwischen dem der Bchrungsmündung
zugekehrten Ende des Hinterschnitts 44 und der vorbohrung 42 eine Ringschulter 46 gebildet ist, an
welcher eine formschlüssige Verriegelung von in die Vorbohrung eingeführten Befestigungselementen erfolgen kann.
In Fig.4 ist ein alternatives Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Bohrwerkzeugs 50 gezeigt, das dem zuvor beschriebenen Bohrwerkzeug 10
weitgehend entspricht. Mit den entsprechenden Teilen des Bohrwerkzeugs 10 übereinstimmende Teile des
Bohrwerkzeugs 50 sind deshalb mit den gleichen Bezugszeichen versehen und in der nachfolgenden
Beschreibung werden zur Vermeidung von Wiederholungen nur die getroffenen Änderungen beschrieben.
Die wesentliche Änderung liegt in einer umgekehrten Anordnung der Schneidwerkzeuge 22 im Bohrkopf 14,
d. h. die Schneidwerkzeuge 22 sind schwenkbar in Flanschvorsprüngen 52 gelagert, die axial vom Füh-
rungsteil 16 vorspringen. Dementsprechend ist die Kulissenführung mit dem Bolzen 32 und je einem Schlitz
34 in den Schneidwerkzeugen 22 am Druckstück 24 verwirklicht, wofür vom Druckstück 24 Flanschabschnitte 54 axial zur Bohrungsmündung vorspringen, die
eine hinreichende Länge haben, um die zum Ausschwenken der Schneidwerkzeuge erforderliche axiale Verschiebung zu ermöglichen.
Der mit dem Bohrwerkzeug 50 in einer Vorbohrung 42 erzeugte Hinterschnitt 56 ist in F i g. 5 dargestellt.
Entsprechend der umgekehrten Anlenkung der Schneidwerkzeuge 22 im Bohrkopf 14 ist die Lage des
Hinterschnitts 56 im Vergleich zum Hinterschnitt 44 umgekehrt, d. h. er erweitert sich konisch zum
bohrungsinneren Ende.
Claims (7)
1. Bohrwerkzeug zur Herstellung von Hinterschnitten in Vorbohrungen in Mauerwerk. Beton,
Gestein oder dergleichen, mit einem in die Vorbohrung einführbaren Bohrerschaft, an dessen
bohrungsseitigem Ende ein Bohrkopf zum hinterschnittenen Aufbohren der Vorbohrung mit wenigstens
einem flügelartigen Schneidwerkzeug vorgesehen ist, das beim Einführen in die Vorbohrung in den
Bohrkopf eingeschwenkt und nach dem Einführen in die Vorbohrung über den äußeren Umfang des
Bohrkopfes hinaus radial aufweitbar ist, wobei der Bohrkopf ein am bohrkopfseitigen Ende des
Bohrerschafts vorgesehenes, im Durchmesser etwa dem Durchmesser der Vorbohrung entsprechendes
zylindrisches Führungsteil und ein mit Abstand vor dem Führungsteil angeordnetes, auf die Sohle der
Vorbohrung aufsetzbares Druckstück mit ebenfalls etwa de"* Durchmesser der Vorbohrung entsprechenden:
Durchmesser aufweist, das Führungsteil und das Druckstück als separate Teilstücke ausgebildet
und ausschließlich mittels des mindestens einen Schneidwerkzeugs fest miteinander verbunden sind
sowie eine Kulissenführung, mittels der das Schneidwerkzeug bei axialer Annäherung von Führungsteil
und Druckstück radial ausschwenkbar ist, und eine Schwenkverbindung zwischen Führungsteil/Druckstück
und Schneidwerkzeug vorgesehen sind, d a durch gekennzeichnet, daß die Kulissenführung
entweder zwischen dem Führungsteil (16) und dem Schneidwerkzeug (22) oder dem Druckstück
(24) und dem Schnei»:-vtrerkzeug (22) angeordnet
ist, wobei das jeweils andere der beiden Teile (24; 16) des Bohrwerkzeugs sch· enkbar am Schneidwerkzeug
(22) angelenkt ist
2. Bohrwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schneidwerkzeug (22) am
Druckstock (24) des Bohrkopfs (14) schwenkbar angelenkt ist
3. Bohrwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schneidwerkzeug (22) am
Führungsteil (16) schwenkbar angelenkt ist.
4. Bohrwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Schneidwerkzeug
(22) am Führungsteil (16) oder Druckstück (24) mittels eines Lagerbolzens (28) schwenkbar angelenkt
ist, der komplementäre Bohrungen in zwei in Axialrichtung vom Druckstück (24) bzw. Führungsteil
(16) vorspringenden Flanschvorsprüngen (26;52} und dem Schneidwerkzeug (22) durchsetzt.
5. Bohrwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kulissenführung
für das Schneidwerkzeug (22) von jeweils einem Schlitz (34) im Schneidwerkzeug (22) und einem
diesen Schlitz durchsetzenden Bolzen (32) gebildet ist, der in zwei axial vom Führungsteil (16) bzw.
Druckstück (24) vorspringenden, das Schneidwerkzeug seitlich übergreifenden Flanschabschnitten (18;
54) gehalten ist, wobei die Länge der Flanschabschnitte (18; 54) so bemessen ist, daß zwischen den
Flanschabschnitten der zum Ausschwenken der flügelartigen Schneidwerkzeuge erforderliche axiale
Verschiebungsraum (20) gebildet ist.
6. Bohrwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß im Führungsteil (16)
eine Spiralnut (38) zur Abförderung von Bohrstaub vorgesehen ist. deren Windungssinn in bezug auf die
vorgesehene Antriebsdrehrichtung des Bohrwerkzeugs (10; 50) so gewählt ist, daß sie beim Antrieb in
einschraubendem Sinne drehend beaufschlagt ist
7. Bohrwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckstück (54)
an. seinem der Bohrlochsohle zuwendbarem Ende (30) kegelig ausgebildet ist wobei der Kegelwinkel
im wesentlichen gleich dem Kegelwinkel der Bohrschneide des Vorbohrers ist
to
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Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2652366A DE2652366C2 (de) | 1976-11-17 | 1976-11-17 | Hinterschnitt-Bohrwerkzeug |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2652366A DE2652366C2 (de) | 1976-11-17 | 1976-11-17 | Hinterschnitt-Bohrwerkzeug |
Publications (2)
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| DE2652366A1 DE2652366A1 (de) | 1978-05-18 |
| DE2652366C2 true DE2652366C2 (de) | 1984-03-15 |
Family
ID=5993374
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2652366A Expired DE2652366C2 (de) | 1976-11-17 | 1976-11-17 | Hinterschnitt-Bohrwerkzeug |
Country Status (1)
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Legal Events
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| OC | Search report available | ||
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Ipc: E21B 10/32 |
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