DE2611349C2 - Verfahren zum Vernetzen von Kunststoffen - Google Patents
Verfahren zum Vernetzen von KunststoffenInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08J—WORKING-UP; GENERAL PROCESSES OF COMPOUNDING; AFTER-TREATMENT NOT COVERED BY SUBCLASSES C08B, C08C, C08F, C08G or C08H
- C08J3/00—Processes of treating or compounding macromolecular substances
- C08J3/24—Crosslinking, e.g. vulcanising, of macromolecules
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Description
Ein Vernetzen von Kunststoffen, d. h. die Verknüpfung der die Kunststolfe aufbauenden Moleküle
untereinander und/oder mit sich selbst, zu Molekülen mit anderer, meist größerer räumlicher Ausdehnung
und höheren Molekulargewichten ist in der Regel von Änderungen in den Eigenschaften des Kunststoffes
begleitet. Einer der ältesten und zugleich bekanntesten technisch durchgeführten Vernetzungsprozesse von
Kunststoffen ist die Vulkanisation von Naturkautschuk (Polyisopren) mit Hilfe von Schwefel in der Wärme. Bei
dem Vernetzungsprozeß wird der klebrige, plastische Kautschuk in Gummi überführt.
Vernetzungsprozesse sind heute in vielen Bereichen der kunststoffherstellenden und kunststoffverarbeitenden
Industrie geläufig und zählen zum Stand der Technik.
Ziel aller Vernetzungsprozesse ist die Herstellung von Produkten mit bestimmten chemischen, physikalischen
und/oder mechanischen Eigenschaften, die das unvernetzte Material nicht aufweist.
Vernetzungsprozesse können klassifiziert werden nach der
— chemischen Struktur der Vernetzungsstelle
— Technologie.
Substanzen, die zu einer Vernetzung führen, können z. B. Reagenzien sein, die mit funktionellen Gruppen in
bzw. an der Kette des zu vernetzenden Stoffes reagieren. Als Beispiele seien angeführt die Vernetzung
von Polyolen mit Hilfe von Polyisocyanaten, die Vernetzung von Polyepoxiden mit Hilfe von Diaminen
und die Vernetzung von Polyolefinen mit Schwefel.
Eine andere Verknüpfungsmöglichkeit ist die direkte Kombination zweier reaktionsfähiger Zentren der
Polymermoleküle. Hierzu ist z. B. die Vernetzung von Polyolefinen zu nennen, die meist so durchgeführt wird,
daß durch Protonenentzug mit Hilfe von Radikaien Kettenradikale gebildet werden, die bei Kombination
von zwei Kettenradikalstellen zu Vernetzungen bzw. Verschlaufungen führen.
Während die weiter oben beschriebenen Vernetzungsprozesse in einer Reaktion vorhandener reaktiver
Gruppen bestehen, ist für die radikalisch ablaufenden Vernetzungsprozesse charakteristisch, daß die eigentlichen
reaktiven Substanzen erst in einer unmittelbar vorgelagerten Reaktion entstehen. Eine häufig angewandte
vorgelagerte Reaktion ist die Zersetzung von labilen Substanzen und Bildung von radikalischen
Zersetzungsprodukten, die in Anlagerungs- oder Substitutionsreaktionen
reaktive Polymerradikale bilden.
Allen genannten Vernetzungsprozessen ist gemeinsam, daß die an der Vernetzungsreaktion beteiligten
Substanzen oder funktionellen Gruppen in einen reaktionsbereiten Zustand überführt werden müssen.
Das Einbringen der erforderlichen Aktivierungsenergie läßt sich prinzipiell mit allen bekannten Energiearten
realisieren.
Die bekanntesten Verfahren sind die Verfahren, die das gesamte zu vernetzende Material mit Hilfe von
Wärmeüberlragungsmedien, wie z. B. Heißluft, Dampf, Wasser, Flüssigkeitsbäder, erwärmen.
Andere Verfahren arbeiten z. B. mit Hilfe von energiereicher Strahlung, wobei die Erzeugung von
Kettenradikalen ohne Einschaltung von Hilfssubstanzen möglich ist.
Einer der neuesten kontinuierlichen Verarbeitungsprozesse ist die Vernetzung im hochfrequenten,
insbesondere im ultrahochfrequenten Wechselfeld, wobei das zu vernetzende Material sich infolge
dielektrischer Verluste erwärmt und wodurch die für den Vernetzungsprozeß erforderliche Aktivierungsenergie bere'tgestellt wird.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Vernetzen von Kunststoffen, die im
4ü Hochfrequenz-Feld nicht, bzw. in unwesentlichem Ausmaß angeregt und erwärmt werden.
Derartige Kunststoffe finden überall dort Verwendung, wo ein möglichst niedriger dielektrischer Verlustfaktor wesentliches Kriterium für die Werkstoffauswahl darstellt, z. B. in der Elektroindustrie.
Derartige Kunststoffe finden überall dort Verwendung, wo ein möglichst niedriger dielektrischer Verlustfaktor wesentliches Kriterium für die Werkstoffauswahl darstellt, z. B. in der Elektroindustrie.
Gängige Verfahren zur Vernetzung von derartigen Substanzen arbeiten daher auch nicht mit einem
hochfrequenten Wechselfeld.
Ein in der Praxis sehr wesentliches Beispiel für ein so derartiges Verfahren ist die Vernetzung von Polyäthylen
zur Kabelummantelung. Hierzu wird z. B. das mit einer thermolabilen Substanz, bei deren Zerfall Radikalbruchstücke
entstehen, versetzte Polyäthylen bei solchen Temperaturen zu einem Formteil verarbeitet,
bei denen die thermolabile Substanz noch ausreichend stabil ist.
Nach dem formgebenden Verarbeitungsschritt wird der Kunststoff bis zur Zersetzungstemperatur der
Radikale liefernden Substanz erwärmt, wodurch der Vernetzungsvorgang eingeleitet wird.
Eine derartige Erwärmung ist zufolge der vorliegenden Erfindung nicht erforderlich, sofern die Zersetzung
der labilen, Radikale liefernden Substanzen oder Substanzgemische selektiv im hochfrequenten Wechselfeld
angeregt und zur Reaktion gebracht werden können.
Eine solche Verfahrensweise ist grundsätzlich immer dann zur Vernetzung bzw. zu einer polymeranalogen
Reaktion, wie Aufpfropfung von Seitenketten oder Seitengruppen, geeignet, wenn die Struktur des
Kunststoffes eine entsprechende Reaktion zuläßt und wenn die Polymermoleküle in einem ausreichend
reaktiven Zustand vorliegen. Das Verfahren ist auch nicht nur auf die Reaktion von Radikalen beschränkt; es
sind vielmehr alle im hochfrequenten Wechselfeld anregbaren Verbindungen geeignet, die die genannten
Kunststoffe vernetzen bzw. eine Vernetzungsreaktion bewirken.
Mittel zur Erzeugung von Radikalen im hochfrequenten Wechselfeld sind labile Substanzen, die in zwei oder
mehr identische und/oder verschiedene Radikale zerfallen.
Hierzu sind Peroxide oder Azoverbindungen geeignet, die polar genug sind, um im hochfrequenten Wechselfeld
angeregt zu werden.
Reicht die Polarität der labilen Substanz fur eine Anregung im hochfrequenten Wechselfeld alleine nicht
aus, so besteht die Möglichkeit, eine Mischung von Radikalbildner und einer Hilfssubstanz einzusetzen, die
dadurch gekennzeichnet ist, daß sie in sehr geringer Konzentration eingesetzt wird und nach Art einer
Komplexverbindung stets im Verband mit Initiatonriolekülen
im Kunststoff verteilt ist und die im hochfrequenten Wechselfeld angeregt werden kann. Dabei wird
die aufgenommene Energie auch auf die in unmittelbarer Nachbarschaft vorhandenen Initiatormoleküle übertragen,
wodurch diese zu einem Zerfall angeregt werden.
Bei einer Vernetzung von Polyäthylen in Form einer Kabelummantelung können hierzu Substanzen wie
Naphtolabkömmlinge eingesetzt werden, die gleichzeitig
als Spannungsstabilisiuoren wirksam sind.
Claims (3)
1. Verfahren zum Vernetzen von Gemischen aus einem Polymer, welches im hochfrequenten Wechselfeld
seibst nicht oder nur unwesentlich anregbar ist, und Vernetzungs'.ilfsmitteln, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Vernetzung die Polymer-Vernetzungsmittel-Mischung in einem hochfrequenten
Wechselfeld behandelt wird und das Vernetzungsmittel entweder
a) ein durch das hochfrequente Wechselfeld anregbares Peroxid bzw. eine Azoverbindung
darstellt, welches bzw. weiche durch die Einwirkung des hochfrequenten Wechselfeldes
angeregt und zum Zerfall gebracht wird, oder
ein Gemisch nach Art einer Komplexverbindung aus einem für sich im hochfrequenten Wechselfeld nicht anregbaren Peroxid oder einer ebensolchen Azoverbindung mit einer Hilfskomponente, die ihrerseits im hochfrequenten Wechselfeld aktiv ist und die aus dem hochfrequenten Wechselfeld aufgenommene Energie auf das Peroxid oder die Azoverbindung überträgt
ein Gemisch nach Art einer Komplexverbindung aus einem für sich im hochfrequenten Wechselfeld nicht anregbaren Peroxid oder einer ebensolchen Azoverbindung mit einer Hilfskomponente, die ihrerseits im hochfrequenten Wechselfeld aktiv ist und die aus dem hochfrequenten Wechselfeld aufgenommene Energie auf das Peroxid oder die Azoverbindung überträgt
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Vernetzungshilfsmittel eine Mischung
von Peroxiden verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als zu vernetzende Kunststoffe
Polyolefine verwendet werden.
b)
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19762611349 DE2611349C2 (de) | 1976-03-18 | 1976-03-18 | Verfahren zum Vernetzen von Kunststoffen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19762611349 DE2611349C2 (de) | 1976-03-18 | 1976-03-18 | Verfahren zum Vernetzen von Kunststoffen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2611349A1 DE2611349A1 (de) | 1977-09-22 |
| DE2611349C2 true DE2611349C2 (de) | 1982-04-08 |
Family
ID=5972737
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19762611349 Expired DE2611349C2 (de) | 1976-03-18 | 1976-03-18 | Verfahren zum Vernetzen von Kunststoffen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2611349C2 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4372898A (en) | 1978-01-26 | 1983-02-08 | Paul Troester Maschinenfabrik | Process of crosslinking electrical insulators of plastic or rubber |
Families Citing this family (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0009268B1 (de) * | 1978-08-31 | 1982-12-01 | Akzo N.V. | Verfahren zum Vernetzen geformter nicht-polarer synthetischer Harze und mit diesen vernetzten Harzen isolierte elektrische Gegenstände |
| DE2904086C2 (de) * | 1979-02-03 | 1982-07-29 | Vereinigung zur Förderung des Instituts für Kunststoffverarbeitung in Industrie und Handwerk an der Rhein.-Westf. Technischen Hochschule Aachen e.V., 5100 Aachen | Formteil aus Kunststoff mit exponentiellem Anstieg der Vernetzungsdichte vom Rand zum Formteilinnern sowie Verfahren zu seiner Herstellung |
| DE3018321A1 (de) * | 1980-05-13 | 1981-11-19 | Peroxid-Chemie GmbH, 8023 Höllriegelskreuth | Verfahren zur vernetzung von unpolaren polymeren im hochfrequenten elektrischen wechselfeld |
-
1976
- 1976-03-18 DE DE19762611349 patent/DE2611349C2/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4372898A (en) | 1978-01-26 | 1983-02-08 | Paul Troester Maschinenfabrik | Process of crosslinking electrical insulators of plastic or rubber |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2611349A1 (de) | 1977-09-22 |
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