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Hobel
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Die Erfindung betrifft einen Hobel, dessen Hobelkörper an einer als
Laderampe ausgebildeten Hobelführung geführt ist und der für jede Fahrtrichtung
ein Schwenksegment mit einem Bodenmeißel und eine Schwenkklappe mit daran angeoreneten
Stoßmeißeln aufweist, wobei die zum Liegenden konvex gekrümmten Schwenksegmente
in einer Bogenführung aes Hobelkörpers um eine gedachte Schwenkachse schwenkbar
sind, die unter einem Winkel zu der in der Vertikalebene geneigten Schwenkachse
der Schwenkklappen verläuft.
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Kohlenhobel dieser Art sind bekannt. Es handelt sich hier
um
schwertlose Hobel, welche an einer als Laderampe ausgebildeten Gleitführung geführt
werden, die am Strebförderer abbaustoßseitig angebaut ist. Der Hobelkörper besteht
hier aus zwei miteinander gekoppelten und an ihrer Gleitführung geführten Schlitten,
die über einen Brückenbalken verbunden sein können, welcher insbesondere bei mächtigen
Flözen mit einem den Förderer portalartig übergreifenden, versatzseitig am Förderer
geführten und abgestützten Ausleger versehen wird. Außerdem kann der Brückenbalken
als Träger für weitere Werkzeuggruppen dienen, die das Flöz im Hangendbereich here
ingewinnen.
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Aus DU-OS 2 137 962 ist ein Kohlenhobel der vorgenannten Art bekannt,
bei welchem an den beiden Enden des parallel zum Förderer verlaufenden Brückenbalkens
je ein in der zum Eohlenstoß parallelen Vertikalebene schwirgbarer Werkzeugträger
angeordnet ist. Die Werkzeugträger weisen hierbei Bodenmeißel auf, welche am freien
Ende einer drehbaren und feststellbaren Welle exzentrisch angeordnet sind, die in
der zum Kohlenstoß parallelen Ebene geneigt ist. Für die Drehung der Neißelwelle
ist ein besonderer handbetätigter Drehmechanismus vorgesehen.
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In der Hobeltechnik ist es ferner bekannt, Bodenmeißel an Schwenksegmenten
anzubringen, welche in kreisbogenförmigen Führungen, z.B. 2-Bührungen, des Hobelkörpers
in der Vertikalebene schwenkbar und durch Bolzenanschlag in der jeweiligen Schwenklage
festlegbar sind (DT-AS 1 300 889). Bei solchen
Anordnungen wüssen
die Bodenmeißel-Schwenksegmente selbsttätig in Abhängigkeit von der Hobelfahrtrichtung
ein- und ausschwenken.
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Es ist bei Kohlenhobeln auch bekannt, an den Hobelschlitten für beide
Hobelfahrtrichtungen jeweils eine Stoßmeißel-Schwenkklappe vorzusehen und dabei
diese Schwenkklappen über ein Kupplungsgestänge so zu verbinden, daß beim Ausschwenken
der einen Schwenkklappe in die Arbeitsstellung die andere Schwenkklappe zwangsläufig
in die Ruhestellung eingeschwenkt wird und umgekehrt. Diese Zwangsverstellung konnte
bisher aber nur für solche Schwenkklappen vorgesehen werden, deren Schwenkachsen
parallel zueinander verlaufen oder jedenfalls in einer gemeinsamen Ebene liegen.
Insbesonderte bei Anordnung der Bodenmeißel an Schwenksegmenten war es bisher nicht
möglich, hierfür eine selbsttätige mechanische Zwangsverstellung vorzusehen, welche
sicherstellt, daß der in der Aibeitsstellung befindliche Bodenmeißel bei Umkehr
der Hobelfahrtrichtung in seine Ruhestellung zurückgestellt wird.
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In der älteren Patentanmeldung P 25 00 680.8 der Anmelderin ist ein
an einer Rampenführung zwangsgeführter schwertloser Hobel offenbart, bei dem die
Bodenmeißel in der bei Schwerthobeln an sich bekannten Art an Schwenksegmenten angeordnet
sind, die in Bogenführungen der Hobelschlitten geführt sind.
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Außerdem weist dieser Hobel Schwenk- oder Steuerklappen auf, Aie mit
am Abbaustoß angreifenden Stoßmeißeln versehen sind.
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Die Erfindung geht insbesondere von einem solchen Hobel aus.
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Ihr liegt vor allem die Aufgabe zugrunde, den Hobel dergestalt zu
verbessern, daß eine zuverlässige selbsttätige Zwangsverstellung der Bodenmeißel-Schwenksegmente
und der Stoßmeißel-Schwenkklappen i Abhängigkeit von er Hobelfahrtrichtung erreicht
wird. Außerdem soll der Hcbel vorzugsweise so ausgebildet werden, daß insbesondere
bei unregelmäßigem und welligem Liegenden ein wesentlich genauerer Schnitt der Bodenmeißel
erreicht wird.
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Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß das Bodenmeißel-Schwenksegment
und die Stoßmeißel-Schwenkklappe über eir Hebelgetriebe so gekoppelt sind, daß beim
Ausschwenken der Stoßmeißel-Schweiikklappe in die Arbeitsstellung das Bodenmeißel-Schwenksegment
zwangsweise in die Ruhestellung eingeschwenkt wird und umgekehrt.
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Nach der Erfindung werden also in ihrer Raumanordnung und Schnittrichtung
unterschiedliche Meißel, nämlich der Bodenmeißel und die Stoßmeißel mechanisch so
gekoppelt, daß. eine Zwangsverstellung dieser Meißel bzw. der sie tragenden Teile
in Abhängigkeit von der Hobelfahrtrichtung erreicht wird.
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Damit wird sichergestellt, daß die bei der jeweiligen Hobelfahrtrichtung
wirksam werdenden Werkzeuge in die Arbeitsstellung ausgestellt und die hierbei unwirksamen.
Werkzeuge in die Ruhestellung zurückgestellt werde, wodurch eine Verbesserung des
Hobels in lösetechnischer Hinsicht bei gleichzeitiger Verminderung des Werkzeugverschleißes
erreicht wird.
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Vorzugsweise besteht das genannte Hebelgetriebe aus einem am Hobelkörper
schwenkbar gelagerten, am Bodenmeißel-Schwenksegment angreifenden Winkelhebel, der
über ein Stellglied mit der Stoßmeißel-Schwenkklappe gekoppelt ist. Dabei ist zie
Anordnung zweckmäßig so getroffen, daß der Winkelhebel miit seinem einen Hebelarm
in eine Ausnehmung od.dgl. an der konvexen Aui3enseite des BozenmeiBel-Schwenksegmentes
einfaßt, während an dem anderen Hebelarm es Winkelhebels das Stellglied angreift.
Letzteres besteht vorzugsweise aus einer Schubstange o.dgl., die in einer Führung
des Hobelkörpers längsverschiebbar geführt ist. Die Kopplung des Stellgliedes bzw.
der Schubstange mit der Stoßmeißel-Schwenkklappe und dem Hebel erfolgt über Gelenke,
vorzugsweise Kardangelenke. Der Winkelhebel wird zweckmäßig so am Hobelkörper angeordnet,
daß er um eine etwa senkrecht zum Abbaustoß stehende Achse schwenkbar ist, während
das Stellglied bzw. die Schubstange quer zur Winkelhebel-Achse, d .h. etwa parallel
zum Abbaustoß beweglich ist.
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Der Hobelkörper des erfindungsgemäßen Hobels besteht vorzugsweise
in bekannter Weise aus zwei jeweils an der Hobelführung geführten, miteinander gekoppelten
Schlitten, die jeweils an der einen Seite eine Stoßmeißel-Schweneklappe und an der
gegenüberliegenden Seite ein Bodenmeißel-Schwenksegment aufweisen, wobei die Schwenkklappe
und das Schwenksegment in der genannten Weise über das Hebelgetriebe zwangsgekoppelt
sind. Vorteilhafterweise ist dabei die Anordnung
so getroffen, daß
die Bodenmeißel-Schwenksegmente an den einander zugewandten Seiten der beiden Schlitten
angeord net sind, derart, daß die Bodenmeißel im mittleren Bereich des Hobels in
verhältnismäßig geringem Abstand zueinander liegen. Bei einer solchen Anordnung
der Schwenksegmente können die Bodenmeißel auch dann ihre Einstellung gegenüber
dem Liegendniveau genau einhalten, wenn das Liegende unregelmäßig ausgebildet und
insbesondere Mulden und Sättel od.dgl.
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aufweist.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Es zeigt: Fig. 1 einen Hobel gen der Erfindung in einer Ansicht vom Abbaustoß her;
Fig. 2 den Hobel nach Fig. 1 in Draufsicht.
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In der Zeichnung ist mit <0 der Abbau- bzw. Kohlenstoß und mit
11 das Liegende eines Flözes bezeichnet. Der sargestellte Hobel ist, wie üblich,
an einer Hobelführung geführt, die abbaustoßseitig an einem als Kettenkratzförderer
ausgebildeten Strebförderer angebaut ist und die zugleich eine Laterampe bildet,
hinter deren Rampenblechen die endlose Hobelantriebskette geführt ist, mit der der
schwertlose Hobel verbunden ist. Solche Kohlenhobel sind bekannt und bedürfen daher
keiner weiteren Erläuterung.
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Der dargestellte Hobel ist zu seiner vertikalen Mittelebene symmetrisch
ausgebildet, so daß er in beiden Fahrtrichtungen
Gewinnungsarbeit
verrichten kann. Der Hobel besteht aus zwei gleich ausgebildeten Hobelachlitten
12 und 13, die über ein Kettenstück 14 gelenkbeweglich miteinander verbunden sind
und jeweils unmittelbar al der rampenartigen Hobelführung geführt werden.
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Die beiden Hobelschlitten 12 und 13 weisen an ihren einender abgewandten
äußeren Seiten im unteren Bereich jeweils eie Steuer- oder Schwenkklappe 15 auf,
die mit am AbbaustoR 10 arbeitenden Stoßmeißel 16 ir gestaffelter Al-ordnung versehen
ist. Die beiden. Stoßmeißel-Schwenkklappen 15 sind jeweils um eine Schlerkachse
17 schwenkbar, die ir der Fig. 1 und 2 strichpunktiert angedeutet ist und in der
zum Abbaustoß 10 parallelen Ebene geneigt ist. Die Anordnung ist so getroffen, daß
die beiden Schwenkachser 17 zum Liegenden 11 hin divergieren. Infolgedessen können
die Stoßmeißel-Schwenkklappen 15 von einer Stellung, in der die Stoßmeißel 16 vom
Abbaustoß 10 abgehoben sind (in Fig. 2 für den linker Hobelschlitter 12 dargestellt),
in eine Stellung und umgekehrt schwenken, in der die Stoßmeißel 16 am Abbaustoß
10 Schälarbeit verrichten (in Fig. 2 für den rechten Hobelschlitten 13 dargestellt).
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Die beiden Hobelschlitten 12 und 13 weisen an ihren einander zugewandten
Seiten im unteren Bereich des Hobels Bodenmeißel 18 auf, die jeweils an einem Schwenksegment
19 auswechselbar befestigt sind, welches in entsprechenden kreisbogenförmigen Führungen
20 der Hobelschlitten geführt ist.
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Die Bogenführungen sind zweckmäßig als T-Nut-Führungen ausgebildet.
Die zum Liegenden 11 hin konvex gekrümmten und an ihren unteren Enden die Bodenmeißel
tragenden Schwenksegmente 19 sind somit in der zum Abbaustoß 10 parallelen Vertikelebene
schwenkbar ar der Hobelschlitter geführt. Sie schwanken um einen gedachten Drehpunkt
bzw. um eine gedachte Drehachse, die im Kreismittelpunkt der kreisbogenförmig gekrümmten
Schwenksegmente oberhalb der Hobelschlitten liegt und senkrecht zum Abb-uatoß 10
verläuft. Die beider Hobelschlitt weisen im oberen Bereich mehrere in Schwenkrichtung
der Schwenksegmente 19 versetzt angeordnete Bolzenlöcher 21 für einen Anschlagbolzen
auf, welcher die Aufwärtsschwenkung der Schwenksegmente begrenzt und damit die Schnitthöhe
der Bodenmeißel festlegt. Durch Unstecken der Anschlagbolzen läßt sich die Schnitthöhe
der Bodenmeißel einstellen. Diese Anordnungen sind bekannt.
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Bei dem dargestellten Hobel ist er jedem Hobelschlitter 1 bzw. 13
das Schwenksegment 19 über ein Hebelgetriebe mit der Schwenkklappe 15 zwangsgekoppelt.
Das Hebelgetriebe besteht aus einem Winkelhebel 22, der an dem betreffenden Hobelschlitten
um eine Gelenkachse 23 schwerkbp-r gelagert ist.
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Die Gelenkachsen 2 verlaufen senkrecht zum Abbaustoß 10.
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An dem eine Ende des Hebelarmes 24 der Winkelhebel 22 ist bei 25 eine
Schubstange 26 angelenkt, die in einer Stangerführung 27 des betreffenden Hobelschlittens
etwa parallel zum Abbaustoß verschiebbar geführt ist. Die Schubstange 26
ist
mit ihrem anderen Ende über ein Gelenk 28 mit der Stoßmeißel-Schwenkklappe 15 gekoppelt.
Der andere Hebelarm 29 der Winkelhebel 22 greift in eine etwa V-förmige Ausnehmung
30 an der konvex gekrümmten Unterseite des betreffenden Schwenksegmentes 19 ein.
Die Kopplung des Schwenksegmentes mit der Schwenkklappe über den Winkelhebel ?2
und die Schubstange 26 ist derart getroffen, daß beim Ausschwenken der Schwenkklappe
15 in die Arbeitsstellung die Schubstal-ge 26 in der angegebene Pfeilrichtung verschoben
wird und dabei den Winkelhebel 22 im Gegenuhrzeigersinn verschwenkt. Bei dieser
Hebelverstellung wird das mit dem Hebelarm 29 des Winkelhebels 22 über der Nuteir.griff
gekoppelte Schwenksegment 19 durch Anschlag in Pfeilrichtung verschwenkt, so daß
der an diesem Schwenksegment angeordnete Bodenmeißel 18 vom Liegender 11 abgehoben
wird. In der Zeichnung ist die Stellung der Schwenksegmente und der Schwenkklappen
sowie der hieran angeordneten Meißel für den Fall dargestellt, daß sich der Hobel
(nach rechts) in Pfeilrichtung S bewegt. Die an der vorlaufenden Schwenkklappe 15
des Hobelschlittens 17 angeordneten Stoßmeißel 16 sind um die Schnittvorgabe gegen
den Abbaustoß 10 ausgestellt, so daß sie den Abbaustoß um die Schnittiefe hereingewinnen.
Der an dem vorlaufenden Schlitten 13 angeordnete Bodenmeißel 18 ist aufgrund der
Zwangskopplung zwischen Schwenkklappe und Schwenksegment in der angegebenen Pfeilrichtung
ausgeschwenkt, so daß der Bodenmeißel sich in seiner Ruhestellung befindet. An dem
nachlaufenden Schlitten 12 befindet sich der Bodenmeißel 18
in
der Arbeitsstellung, in der er den Liegendschnitt bewirkt, während die an diesem
Schlitten 12 angeordnete Schwenkklappe 15 ausgeschwenkt ist, so daß ihre Stoßmeißel
16 vom Abbaustoß abgehoben sind.
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Bei entgege.gesetzter Bahrtrichtung des Hobels sind eie genannten
Werkzeuge und Werkzeugträger in umgekehrter Weise eingestellt. Aufgrund der Zwangskopplung
der Stoßmeißel-Schwenkklappe 15 und des Bodenmeißel-Schwenksegmentes 19 an jedem
Hobelschlitten wird sichergestellt, daß die verschiedenen Meißel in der erforderlichen
Weise aus- bzw. eingeschwenkt sind.
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Die beiden Hobelschlitten 12 und 13 weisen an ihren einander zugewandten
Enden oberhalb der Bodenmeißel 18 feststehende Stoßmeißel 31 auf, die gegenüber
den vorlaufenden Stoßmeißeln 16 der Meißelklappen mit etwas größerer Schnittvorgabe
ausgestellt werden können, so daß sie an dem jeweils nachlaufenden Schlitten Gewinnungsarbeit
verrichten können.
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Außerdem weisen die beiden Schlitten 12 und 13 jeweils einen Aufbau
32 auf, der mit zwei Meißelklappen 33 und 34 bestückt ist, die hier jeweils um zueinander
parallele Vertikalachsen schwenkbar sind. Die Meißelklappen 33 und 34 sind über
eine Zugstange 35 in bekannter Weise so gekoppelt, daß jeweils die eine Meißelklappe
in die Arbeitsstellung ausgestellt und die andere Meißelklappe in die Ruhestellung
eingeschwenkt ist.
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Bei dem dargestellter Hobel ist es möglich, die beiden Hobelschlitten
12 un. 13 über einen in Hebelfahrtrichtung verlaufenden und auf der Oberseite der
beider Hobelschlitten befestigten (nicht dargestellten) Brückenbalker zu verbinden,
wie dies an sich bekannt ist. Dieser Brückenbalken kann mit einem den Förderer portalartig
übergreifenden Ausleger versehen sein, welcher sich an einer versatzseitig am Förderer
angebrachten Führungsschiene abstützt und führt. Außerdem kann auf diesem Brückenbalken
ein Hobelaufsatz angeordnet werden, mit welchem der Abbaustoß im Hangendbereich,
also oberhalb der Stoßmeißel der Meißelklappen 33 und 34, hereingeholt wird.