DE26828C - Neuerungen an Ventileinrichtungen für Druck-Regulatoren - Google Patents
Neuerungen an Ventileinrichtungen für Druck-RegulatorenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung betrifft Einrichtungen, welche bezwecken, den Druck oder das
Mafs der Ausströmung gasförmig flüssiger Körper,
insbesondere des Leuchtgases, beim Uebergang aus einem Sammelort in die Hauptleitungen
oder Rohre zu reguKren. Diese Einrichtungen bestehen hauptsächlich in einer verbesserten Construction,
Anordnung und Verbindung der Ventile und Ventilsitze, sowie der damit zusammenhängenden
Mechanismen. Die neue Ventileinrichtung ist besonders geeignet, als Stations-Sicherheits-Gasregulator,
als Gleichgewichts-Gasregulator, als Ausgleichsapparat in Verbindung
mit einem Exhaustor oder Gebläse, oder auch einfach als Regulator für eine Leitung von Gas,
Luft oder anderen gasförmig flüssigen? Körpern
zu dienen.
In der Zeichnung sind verschiedene Anordnungen von Gasdruckregulatoren, an denen die
verbesserten Ventileinrichtungen in verschiedenen Variationen angebracht sind, dargestellt. Fig. 1
bis 8 zeigen im Verticalschnitt eine Reihe solcher Einrichtungen, während Fig. 9 bis 13 verschiedene
Details erläutern, wie aus der Beschreibung ersichtlich.
Ein charakteristisches Merkmal der Erfindung besteht darin, dafs das Regulatorventil die Form
eines hohlen oder ringförmigen, oben und unten offenen Kolbens erhält, so dafs dem durch dieses
Ventil durchströmenden Gase oder gasförmig flüssigen Körper keine Bodenfläche entgegensteht.
Dieses offene Ventil hat einen kreisförmigen oder sonst geeigneten Querschnitt und
pafst von innen oder von aufsen auf einen entsprechend geformten Ventilsitz. Die Regulirung
oder Controle des durch dieses Ventil durchströmenden Gases vollzieht sich nach Mafsgabe
des Verbrauches oder Abzuges.
In der in Fig. 1 gezeigten Einrichtung ist das neue Ventil A in Verbindung gebracht mit dem
gewöhnlichen Ventilgehäuse B; der Einlafs ist bei -ff1, der Abflufs bei B''; der Innenraum ist
durch eine Scheidewand B3 so getrennt, dafs das Gas nur durch das Ventil A oder die Ventilöffnungen
hindurchtreten kann. Darüber ist, wie gewöhnlich, ein Wasserbehälter C mit einer
Gasglocke D angebracht, durch welche das Ventil A in Wirkung tritt.
Das Ventil A hat, wie schon bemerkt, die Form eines cylindrischen, hohlen Kolbens, ist
oben und unten offen und aufsen so abgedreht oder bearbeitet, dafs es bequem in die Oeffnung,
den Ventilsitz b, einpafst, welcher von der Scheidewand B3 gebildet wird oder an dieser
befestigt ist. Das Ventil A ist durch die Kreuzstange A1 mit der senkrechten Stange A2 verbunden,
welche durch das Rohr E emporführt und oben an dem kleinen Gasbehälter D, der
Glocke, im Wasserbehälter C befestigt ist. Das Rohr E ist mit Stopfbüchse oder einer sonst geeigneten
Abdichtung für den Durchgang der Stange A2 versehen. Von der Glocke D aus
führt ein zweites Rohr F herab und mündet in den Raum der Ventilkammer, der mit dem
Ausflufs B2 in Verbindung steht. Der Druck in der Regulatorglocke D ändert sich folglich
nach Verhältnifs des Abzuges oder Verbrauches des Gases und nicht nach dem Druck in den
Sammelgasometern oder nach dem Druck, welcher auf der Eingangsseite des Ventils vorhanden
ist. In dem Ventilgehäuse B ist unmittelbar über dem Ventilring A ein cylindrischer
Hut G befestigt, dessen unterer Rand G1 sich
ein wenig ausweitet. Von diesem Rande G1 ausgehend, sind Einschnitte g, welche zweckmäfsig
Λ-förmig gestaltet sind, in der Wand des Deckels angebracht. Die innere Weite des
Deckels G entspricht dem äufseren Durchmesser des Ventilringes A oder eines auf denselben
,aufgezogenen Dichtungsringes. Wird das Ventil A durch die Glocke D in seine höchste Stellung
emporgezogen, so schiebt es sich in den Deckel G so weit hinein, dafs die Einschnitte g ganz abgeschlossen
werden und der Durchgang des Gases durch das Ventilgehäuse B verhindert wird. Unter gewöhnlichen Verhältnissen wird
jedoch das Ventil A nur wenig über den Ventilsitz b hinausgehoben werden, so dafs der obere
Rand sich dem Deckel G nähert oder ein wenig in dessen erweiterte Oeffnung G1 eintritt. Das
Gas kann dann immer noch durch den Einlafs B\ das Ventil A und den ringförmigen
Zwischenraum zwischen A und G, sowie durch die Schlitze g hindurchgehen. Die punktirten
Linien in Fig. ι zeigen das emporgezogene Ventil.
Jede Aenderung des Druckes in der Regulatorglocke D, verursacht durch die Unregelmäfsigkeiten
im Verbrauch oder Abflufs des Gases, bewirkt eine Annäherung des Ventils A an den
Deckel G oder eine Entfernung von demselben, und die Durchgangsöffnung verengert oder erweitert
sich folglich ganz nach Verhältnifs des Verbrauches^ Die Regulatorglocke D ist, wie
gewöhnlich, durch Gewichte H belastet, die vermehrt oder vermindert werden können, je nachdem
der mittlere Druck, welcher in der Leitung des Consumenten erhalten werden soll, es erfordert.
In der in Fig. 2, 3 und 4 dargestellten Einrichtung des Apparates ist der Deckel oder
Cylinder G nach unten hin verlängert und ragt durch die Scheidewand B% hindurch, oder ein
cylindrisches Gehäuse G ist in die Scheidewand eingesetzt und bildet den Sitz für das Ventil A,
welches sich darin bewegt. In der oberen Hälfte des Cylinders G ist dessen Wand von OefFnungen
g, welche konisch, dreieckig oder anders geformt sein können, nach der Eingangs- oder
Ausgangsseite des Ventilgehäuses hin durchbrochen. Das cylindrische Ventil A schliefst
und öffnet diese Durchbrechungen, je nachdem es von der Regulatorglocke D emporgezogen
oder herabgelassen wird. Der Rand des Ventilringes A ist oben und unten mit einem Wulst a
versehen, welcher dicht oder ziemlich dicht an die Innenwand des Gehäuses G anschliefst und
zur Führung dient. Es können auch Dichtungsringe oder ähnliche Vorrichtungen, welche eine
gasdichte Packung zwischen dem Ventil und dessen Sitz herstellen, angewendet werden.
In Fig. 3 ist das Ventil A in theilweise emporgezogener Stellung dargestellt; das durch die
Oeffnungen g hindurchgehende Quantum Gas ist dabei bedeutend vermindert. Die Belastung
der Regulatorglocke D wird hier, anstatt durch Gewichte, dadurch erzielt, dafs aus einem über
der Glocke D angebrachten Wasserbehälter D'
Wasser abgelassen oder in denselben hineingebracht wird. Sowohl bei dieser Belastung
als auch bei der Anwendung von Gewichten H wird dem Gewichte des Ventils A und der damit
verbundenen Theile das Gegengewicht gehalten durch eine oder mehrere am unteren Ende
der Glocke D angebrachte Luftkammern D2.
In Fig. 4 ist der geschlitzte Ventilsitz G in
Form eines Cylinders, von der Scheidewand B 3
= in die für den Eintritt des Gases bestimmte Ventilkammer herabführend, dargestellt.
Die in Fig. 5 dargestellte Einrichtung unterscheidet sich nur wenig von derjenigen der
Fig. i. Der offene Ventilring^4 stöfst mit seinem
oberen Rande gegen eine ebene Fläche G2 an, welche im Ventilgehäuse B angebracht ist. In
diesem Falle wird ■ der Durchgang des Gases regulirt durch den ringförmigen Abstand zwischen
dem oberen Rande a[ des Ventils A und dem
flachen Sitz G2. Letzterer kann von Metall oder mit Holz, Hanf oder anderem elastischen
Material bekleidet sein, um eine gasdichte Packung zu bilden.
Der Ventilsitz kann ferner, wie in Fig. 6 gezeigt, aus einem Ring mit konischer Aussparung
G% bestehen, in welche der entsprechend geformte Rand α1 des Ventils A einpafst.
Eine andere Anordnung ist in Fig. 7 und 8 dargestellt. Der hohle, cylindrische Venturing A
umfafst hier von aufsen den Cylinder oder Ventilsitz G, in welchem die Schlitze g für den Durchgang
des Gases angebracht sind. Der Ventilring A ist durch eine, zwei oder mehrere
Stangen A2, welche durch Röhren E geführt werden, mit der Regulatorglocke verbunden.
Die Berührung zwischen Ventil A und Ventilsitz G wird entweder durch abgedrehte Randwulste
α oder durch sonst geeignete Dichtungsringe, welche den Durchgang des Gases verhindern,
hergestellt. Befinden sich diese Schlitzen im Gehäuse G unterhalb der Zwischenwand B3,
so sind die Röhren E entweder durch Stopfbüchsen oder eine Packung gegen die Stangen A2
abgedichtet, oder sie führen durch die Scheidewand B3 hindurch und stehen mit dem Abführungsrohr
B2 in Verbindung, Fig. 8. Das Ventil A kann ferner, wie in Fig. 9 gezeigt, durch
eine einzige centrale Zugstange A 2, deren Arme
in Schlitzen g' des Gehäuses G gleiten, bewegt
werden.
In allen den vorbeschriebenen Apparaten kann die Richtung des Durchganges umgekehrt werden,
so dafs der Einlafs zum Auslafs wird; dies geschieht, indem man die Zugstangen A2 der
Ventile A mit Stopfbüchsen oder auf, sonst ge-, eignete Weise in den Röhren E abdichtet und
das Innere der Regulatorglocke D durch eine
oder mehrere offene Röhren JF1, Fig. 5, mit dem Auslafsrohr B2 in Verbindung setzt.
Das Wasserreservoir, in welchem die Regulatorglocke D sich befindet, kann sich auch
unterhalb des Ventils A befinden. Diese Anordnung ist in der Zeichnung nicht dargestellt,
aber leicht verständlich. Das cylindrische Ventil A ist durch eine Stange mit dem darunter befindlichen
Regulator D verbunden; eine andere Stange führt, abgedichtet durch Stopfbüchse
oder sonstige Packung, durch das Ventilgehäuse empor und kann oben, durch Gewichte belastet
werden, um den Gasdruck zu reguliren.
Der Venturing A pafst spielend in oder über den Sitz G, so dafs er durch die Variationen
des Druckes in der Regulatorglocke leicht gehoben oder gesenkt werden kann. Eine eng
anschliefsende Dichtung zwischen Ventil und Sitz ist nicht erforderlich^ es genügt daher im
allgemeinen, das Ventil aus rohem Gufs herzustellen mit einem oder mehreren Randwulsten
oder Ringen, welche abgedreht sein können, um an den Sitz G dicht anzuschliefsen. Wird jedoch
eine genauer und dichter schliefsende Verbindung gewünscht, so kann der Ventilring abgedreht
sein und sich gegen einen abgedrehten Wulst des Gehäuses G anlegen. Es können
auch besondere Packungsringe oder Flantschen I, Fig. 9, auf die Enden des Ventils aufgesetzt
oder an dem Gehäuse G befestigt werden, Fig. 11 und 12, oder es kann ein besonderer Wulstring
a, Fig. 13, auf den Ventilrand montirt werden.
Claims (2)
1. Das ringförmige Ventil (der hohle Kolben) A,
welches oben und unten offen ist und in einen inneren oder äufseren Ventilsitz oder
ein Gehäuse G pafst, welches mit Oeffnungen g versehen ist, die durch die Bewegungen
des Ventils A, verursacht durch die Glocke D, ganz oder theilweise geschlossen
und wieder geöffnet werden, um den Durchgang des Gases durch die Ventilkammer B
zu reguliren, wie in Fig. 2, 3, 4, 7, 8, 9, 10, 11, 12 und 13 dargestellt.
2. Die Anordnung eines ringförmigen Ventils A, welches in einer Scheidewand B3 gleitet,
die den Eingang der Ventilkammer B vom Ausgang trennt, in Verbindung mit einem
Hut oder Deckel G oder einem Ventilsitz G* G3, wobei die Bewegungen des Ventils
und die Durchgangsöffnung zwischen diesem und seinem Sitz durch die Glocke JD regulirt
werden, wie in Fig. 1, 5 und 6 dargestellt.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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