DE2537175B2 - Steinausloesevorrichtung fuer die pflugkoerper von drehpfluegen - Google Patents
Steinausloesevorrichtung fuer die pflugkoerper von drehpfluegenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Steinauslösevorrichtung für die Pflugkörper von Drehpflügen, die über je einen
Grindel am Pflugrahmen gelenkig gelagert sind, wobei
die paarweise angeordneten Grindel durch einen zwischen ihnen gelenkig gelagerten vorgespannten
einfach wirkenden Hydraulikzylinder oder ein Druckfederbein gegen Anschläge am Rahmen in gespreizte, der
Arbeitsstellung der Pflugkörper entsprechende Lage gedrückt werden.
Bei Drehpflügen in Verwendung mit großen und zugstarken Zugmaschinen tritt das Bedürfnis auf, die
Pflugkörper mit Steinauslösevorrichtungen vor Überlastung so zu schützen, daß der Pflugkörper bei
überschreiten des Sollwertes der Rückhaltekraft reaktionsschnell ausweicht und nach überwinden des
Hindernisses wieder selbsttätig ohne Anhalten des Pfluges in seine Arbeitsstellung zurückschwenkt
Die seither bekannten Systeme der Steinauslösevorrichtungen weisen allerdings einige Nachteile auf.
Für eine sichere Pflugkörperführung auch bei extrem schweren Bodenverhältnissen sind große Rückhaltemomente notwendig, die nach überschreiten des Sollwertes
mit zunehmender' Aushubhöhe des Pflugkörpers ständig kleiner werden sollen. Um diese Charakteristik zu
erreichen, wird in den meisten Fällen ein Kniehebelsystem oder ähnliches Hebelübersetzungssystem verwendet (US-PS 2210813, 3517 748 und DT-GMS
14 90 083).
Der bei diesen Systemen starke, hyperbelähnliche Abfall der Kennlinie des Rückhaltemomentes ist für die
Auslösephase zwar vorteilhaft, wirkt sich aber nachteilig aus bei der Rückstellung des Pflugkörpers in seine
Arbeitsstellung. : Bei schweren, stark lehmhaltigen Böden kann es deshalb vorkommen, daß der Pflugkörper im mittleren Aushubbereich hängen bleibt und nicht
mehr in seine Arbeitsstellung zurückschwenken kann.
Für die notwendigen großen Rückhaltekräfte sind bei
kniehebelähnlichen Systemen zwangsläufig Gelenkhebelübersetzungeij notwendig, die bei kurz und stark
frequentierenden Aüslösevorgängen, wie dies beim Überfahren von Steinplatten der Fall ist, zu inneren
Verspannungskrilften des Auslösemechanismus führen
können. Durch diese ungünstig hohen Wechselbeschleunigungen der Übersetzungsgelenke kann es zu einem
inneren Kräfteaufbau kommen, der den Sollwert der Auslösekraft bei weitem überschreitet und bis zur
Zerstörung des Pflugkörpers oder Auslösemechanismus führen kann.
Kniehebelähnliche Systeme bedürfen einer relativ genauen Justierung der Auslösekraft, da eine Verstellung des Kniehebelanschlages von nur wenigen
ίο Millimetern die Rückstellkraft des arbeitenden Pflugkörper im Anschlagbereich erheblich beeinflussen
kann. Die Gefahr einer Falscheinstellung ist deshalb groß. Eine gelegentliche Nachjustierung ist wegen der
veränderlichen Reibungskräfte in den Kniehebelgelen
ken, speziell bei bereits ausgeschlagenen oder schlecht
gewarteten Gelenken, jedoch unerläßlich.
Steinauslösevorrichtungen mit direkt angelenkten oder direkt wirkenden Rückstellelementen, wie Hydraulikzylinder oder entsprechenden Federbeinen bekann-
ter Art weisen gegenüber der Erfindung ebenfalls einige Nachteile auf.
Direkt angelenkte Hydraulikzylinder oder Federbeine mit spreizender Wirkung der beiden Grindel (DT-OS
19 63 277) erfordern einen hohen Bauraum. Der Pflug
erhöht sich wesentlich, in der Regel um die Einbaulänge plus Hub des Hydraulikzylinders oder Federbeines,
wenn gewährleistet sein soll, daß das Rückstellmoment mit zunehmendem Aushubweg abnimmt ohne an
Durchgangshöhe (Abstand der Scharspitze zur Rah
menunterkante) zu gewinnen. Es entsteht dadurch ein
ungenutzter, sogenannter toter Bauraum, der nicht nur unwirtschaftlich ist, sondern den Pflug auch unbeweglicher macht besonders im Wendeverhalten.
Steinauslösevorrichtungen mit indirekter Anlenkung
des Hydraulikzylinders oder Federbeines über auf
Biegung beanspruchte Gelenkstreben und unter Verwendung von geteilten Grindeln (US-PS 34 20 315)
benötigen neben dem Hauptlager des schwenkbaren Grindels noch mindestens ein weiteres Drehlager, das
durch die räumlich wechselnd einwirkende Bodenwiderstandskreft hoch beansprucht wird, deshalb einem
starken Verschleiß unterworfen ist und zu funktionsstörungen führen kann. Durch das zusätzliche Lager wird
die natürliche Biegelinie des Grindels unterbrochen und
somit das Eigenfedervermögen herabgesetzt Die
Aushubskennlinie ist bei diesem System nicht kontinuierlich, sondern weist während dem Ausheben beim
Unsetzen von einem Hebelsystem auf das andere einen Momentensprung auf, der die bereits auf Biegung
beanspruchte Scharfspitze nachteilig belastet
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, unter Berücksichtigung der bei Drehpflügen ungünstigen
Bauraumverhältnissen, mit einer Steinauslösevorrichtung auf einfache Art und Weise die wesentlichen
Vorteile der bei Beetpflügen (Einwegpflügen) bekannten guten Auslösekinematik und die Möglichkeit große
Rückstellmomente zu erreichen, um mit kurzen und hohen Grindeln eine kompakte Bauweise mit großen
Höhendurchgängen zu ermöglichen, was bei Drehpflü
gen, speziell bei Anbaudrehpflügen wegen ihres relativ
hohen Eigengewichtes, besonders zu berücksichtigen ist Auch der wirtschaftliche Aspekt soll gewürdigt werden,
was eine einfache und relativ preisgünstig herzustellende Bauform der Vorrichtung einschließt und möglichst
verschleißarm und einfach in der Wartung ist
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst
daß der Hydraulikzylinder oder das Federbein über je eine auf Zug beanspruchte Gelenkstrebe an einer zur
Mitte des Pflugrahmens gerichteten Konsole an den beiden Grindeln gelenkig gelagert ist und daß ein
Anschlag am Rahmen oder am Grindel vorgesehen ist, an dem nach einem gewissen Aushubweg des arbeitenden
Pflugkörper das am Hydraulikzylinder oder am Federbein angelenkte Ende der Gelenkstrebe zur
Anlage kommt
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dsß einerseits mit der Anordnung
und Ausbildung der Vorrichtung große Rückstellkräfte erreicht werden, indem großzügige Hebelarmverhältnisse
zwischen Wirkungslinie der Rückstellkraft und
Drehpunkt des Grindels bestehen, dabei aber keine erhöhten statischen Gelenklagerkräfte durch Hebelübersetzungen und keine dynamischen Verspannungskräfte
durch kniehebelartige Übersetzungen auftreten können und somit eine schnelle Auslösereaktion und ein
gutes dynamisches Verhalten in der hoch beanspruchten ersten Auslösephase erreicht wird, wie dies beim
Überfahren von Steinplatten erforderlich ist und andererseits die Steinauslösevorrichtung nicht in den
Arbeitsraum der Pflugkörper (Höhendurchgang und Längsdurchgang; Abstand von Scharfspitze zu Scharfspitze) ragt und damit Störungen durch Verstopfungen
und Beschädigungen der Vorrichtung durch Steinbrokken weitgehendst vermeidet, dabei aber trotzdem
raumsparend ist, indem die Bauhöhe des Pfluges bei gleichem Höhendurchgang nicht vergrößert werden
muß.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in seiner Wirkungsweise in der Zeichnung dargestellt und wird
im folgenden näher beschrieben. Es zeigt in der Seitenansicht
F i g. 1 den Pflugkörper in Arbeitsstellung unmittelbar
vor dem Hindernis,
F i g. 2 den Pflugkörper nach der ersten Aushubphase und Beginn der zweiten Aushubphase,
F i g. 3 den Pflugkörper in seiner maximalen Aushubhöhe.
Die Grindel 5 und 10 sind an dem Führungsblech 2, das mit dem Querrahmen 1 des Drehpfluges fest
verbunden ist, drehbar gelagert. Ein an den Gelenkstreben 7 und 13 drehbar gelagerter Hydraulikzylinder 8
spreizt über die ebenfalls an den zur Mitte des Pflugrahmens gerichteten Konsolen 6 und 12, die mit
den Grindeln 5 und 10 fest verbunden sind, drehbar gelagerten Gelenkstreben 7 und 13 die Grindel 5 und 10
gegen die feststehenden Anschläge 4 und 9. Die Pflugkörper 14 sind somit in ihrer Arbeitsstellung
eindeutig fixiert (F ig. 1).
Stößt das Schar des Pflugkörpers 14 gegen ein Hindernis 11 und übersteigt die Auslösekraft die
Haltekraft im Hydraulikzylinder 8, so hebt sich der Grindel 10 von dem Anschlag 9 ab. In der ersten
Auslesephase schwenkt der Hydraulikzylinder 8 synchron mit der Gelenkstrebe 7 um den Gelenkpunkt der
Konsole 6, während sich die Gelenkstrebe 13 ebenfalls synchron zum Hydraulikzylinder 8 um den Gelenkpunkt
der Konsole 12 dreht, der sich dem Gelenkpunkt der Konsole 6 nähert Der Hydraulikzylinder 8 wird gegen
den Speicherdruck eingefahren. Durch den zur Mitte des Grindeldrehpunktes gerichteten Drehpunkt der
Konsole 12 bzw. 6 — bezogen auf die Rahmenmittelachse — wird erreicht, daß die Wirkungslinie; des
ίο Hydraulikzylinders 8 um den Momentanpol im Gelenk
der Konsole 6 zu dem Drehpunkt des Grindels 10 schwenkt und somit das Rückstellmoment kleiner wird,
obwohl der jeweilig zugeordnete Gelenkpunkt des Zylinders 8 zu den Grindeln 10 bzw. 5 unter- bzw.
oberhalb der Grindeldrehpunkte liegt Die damit erzielte rasche Reduzierung des Rückhaltemomentes ist
erforderlich, da auch das Aushubmoment mit zunehmender Aushubhöhe kleiner wird. Die Scharspitzenbelastung
kann somit in vertretbare Grenzen gehalten
werden.
In der in der Regel häufiger beanspruchten ersten Auslösephase werden insgesamt lediglich drei Gelenklager
beansprucht, was das System als besonders verschleißarm ausweist (F i g. 2).
Um das in der ersten Auslösephase stark abfallende Rückstellmoment nicht zu klein werden zu lassen und
der Pflugkörper 14 nach überwinden des Hindernisses 11 wieder sicher zurückgedrückt wird, kann dieses
Rückstellmoment verändert werden, indem die Gelenkstrebe 13 erfindungsgemäß nach einem gewissen
Aushubweg des Pflugkörpers 14 am Hydraulikzylinder oder am Federbein angelenkte Ende an einem Anschlag
des Rahmens 1, beispielsweise am Führungsblech 2, oder am Grindel 10 anliegt. Mit der damit eingeleiteten
zweiten Aushubphase trennen sich die Wirkungslinien des Hydraulikzylinders 8 und der Gelenkstrebe 13.
Entsprechend der gestellten Anforderungen kann das Rückstellmoment insoweit geändert werden, daß
entweder die Gelenkstrebe 13 früher oder später zum
Anliegen kommt oder/und die Gleitfläche am Führungsblech 2 entsprechend geneigt ausgebildet wird. In
ungünstigen Fällen kann eine Laufrolle (nicht dargestellt) am Anschlagpunkt der Gelenkstrebe 13 an das
Führungsblech 2 die Reibungsgleitwiderstände reduzie-
ren (Fig.3). Ein Anschlag 3 am Führungsblech 2
begrenzt die Aushubbewegung der Grindel 5 und 10.
Nach überwundenem Hindernis 11 wird der Pflugkörper 14 durch den über ein Energiespeichersystem
verbundenen Hydraulikzylinder 8 im umgekehrten
Bewegungsablauf der Auslösephasen in die Grundstellung zurückgeschwenkt.
Durch die symmetrische Anordnung der Steinauslösevorrichtung
erfolgt der Auslösevorgang des Grindels 5 bei gewendetem Pflug sinngemäß.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentanspruch:Steinauslösevorrichtung für die Pflugkörper von Drehpflügen, die über je eine Grindel am Pflugrahmen gelenkig gelagert sind, wobei die Paarweise angeordneten Grindel durch einen zwischen ihnen gelenkig gelagerten vorgespannten einfach wirkenden Hydraulikzylinder oder ein Druckfederbein gegen Anschläge am Rahmen in gespreizte, der Arbeitsstellung der Pflugkörper entsprechende Lage gedrückt werden, dadurch gekennzeichnet, daß der Hydraulikzylinder (8) oder das Federbein über je eine auf Zug beanspruchte Gelenkstrebe (7 bzw. 13) an einer zur Mitte des Pflugrahmens; gerichteten Konsole (6 bzw. 12) an den beiden Grindeln (5 bzw. 10) gelenkig gelagert ist und daß ein Anschlag am Rahmen (1) oder am Grindel (10 bzw. S) vorgesehen ist, an dem nach einem gewissen Aushubweg des arbeitenden Pflugkörpers (14) das am Hydraulikzylinder (8) oder am Federbein angelenkte Ende der Gelenkstrebe (13) zur Anlage kommt
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Also Published As
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