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DE2438210A1 - Verfahren zur nitrierung von anthrachinon und dessen derivaten - Google Patents

Verfahren zur nitrierung von anthrachinon und dessen derivaten

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Publication number
DE2438210A1
DE2438210A1 DE2438210A DE2438210A DE2438210A1 DE 2438210 A1 DE2438210 A1 DE 2438210A1 DE 2438210 A DE2438210 A DE 2438210A DE 2438210 A DE2438210 A DE 2438210A DE 2438210 A1 DE2438210 A1 DE 2438210A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
nitroanthraquinone
anthraquinone
acid
nitration
derivatives
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE2438210A
Other languages
English (en)
Inventor
Christos Comninellis
Eric Prof Dr Plattner
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Novartis AG
Original Assignee
Ciba Geigy AG
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Filing date
Publication date
Application filed by Ciba Geigy AG filed Critical Ciba Geigy AG
Publication of DE2438210A1 publication Critical patent/DE2438210A1/de
Pending legal-status Critical Current

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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C46/00Preparation of quinones
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C205/00Compounds containing nitro groups bound to a carbon skeleton
    • C07C205/13Compounds containing nitro groups bound to a carbon skeleton the carbon skeleton being further substituted by hydroxy groups
    • C07C205/20Compounds containing nitro groups bound to a carbon skeleton the carbon skeleton being further substituted by hydroxy groups having nitro groups and hydroxy groups bound to carbon atoms of six-membered aromatic rings
    • C07C205/21Compounds containing nitro groups bound to a carbon skeleton the carbon skeleton being further substituted by hydroxy groups having nitro groups and hydroxy groups bound to carbon atoms of six-membered aromatic rings having nitro groups and hydroxy groups bound to carbon atoms of the same non-condensed six-membered aromatic ring
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C50/00Quinones

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

Deutschland Anwaltsakte 25 254 8. August 1974
Verfahren zur Nitrierung von Anthrachinon und dessen Derivaten
Die vorliegende Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur Nitrierung von Anthrachinon und dessen Derivaten, durch das es möglich wird, in technischem Masstab reine, in
α-Stellung mononitrierte Produkte zu gewinnen, beispielsweise 1-Nitroanthrachinon, l-Nitro-2-methylanthrachinon, 1-Nitro-4-chloranthrachinon, l-Nitro-4-bromanthrachinon, l-Nitro*-4-hydroxyanthrachinon, l-Nitroanthrachinon-2-carbonsäure oder 1,5-Dichlor-4-nitroanthrachinon.
Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung von.
1-Nitroanthrachinon und dessen Derivaten ist dadurch gekennzeichnet, dass man Anthrachinon oder dessen Derivate in Fluss säure mit einem Wassergehalt von 5 bis 30%, vorzugsweise von 10 bis 20%, bei einer Temperatur von 10 bis 500C, vorteilhaft 20 bis 45°C und insbesondere 30 bis 400C, mit Nitrierungs· mitteln niti'iert und das ausgeschiedene 1-Nitroanthrachinon oder dessen Derivate isoliert und die erhaltene Mutterlauge gegebenenfalls im Nitrierungsprozess wieder verwendet.
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243821.G
Die nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellten IJitroverbinctangen sind nichtige ^Zwischenprodukte rtir die Herstellung von reinem 1-Aminoanthrachinon oder dessen Derivat eny wie auch von Farbstoffen.
Die Nitrierung von einigen aromatischen Verbindungen in wasserfreier Fluss-Säure wurde zum ersten Mal durch Fredenstagen im deutschen Patent Nr. 529.538 im Jahre 1930 angegeben, dann durch den sowjetischen Chemiker Gleich [UdSSR-Urheberschein Nr. 39775] weiter bearbeitet und durch den amerikanischen Wissenschaftler Simons [J.Am.Chem.Soc. J53_, 608] eingehender behandelt. Alle diese Publikationen beschränken sich jedoch auf die Nitrierung der einfachsten aromatischen Verbindungen, wie Benzol und Phenol, bei tiefen Temperaturen von ca. 00C.
Die Nitrierung von Anthrachinonen, die mindestens eine freie α-Stellung besitzen und in den anderen α-Positionen gegebenenfals durch Halogen, besonders Chlor oder Brom, oder durch Hydroxylgruppen und in den β-Positionen durch Alkylgruppen von C-, -C~ oder Carboxylgruppen substituiert sind, wurde bisher im allgemeinen in einem Gemisch aus Schwefelsäure und Salpetersäure durchgeführt, wobei Produktegemische erhalten wurden, deren Trennung technisch meist nicht durchfuhrbar war (siehe S. Coffey, Chemistry and Industry 1953, Seite 1070).
Nach dem im U.S. Patent 2.874.168 geschlitzten Verfahren soll die Nitrierung in konzentrierter Salpetersäure in Bezug
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243821C
auf das 1-Nitroanthrachinon selektiv erfolgen, d.h.- es soll praktisch nur dieses Produkt gebildet werden, und zwar unter der Bedingung, dass die Temperatur etwa bei 25°C gehalten wird und auf keinen Fall 40°C überschreitet. Die Reaktionszeit soll zwischen 12 und 100 Stunden liegen. Die Nachprüfung auch dieser Angaben und der angeführten Beispiele ergab jedoch, dass unverändertes Anthrachinon und Dinitroanthrachinone sowie 2-Nitroanthrachinon zusammen 15 bis 25% des resultierenden Gemisches ausmachen, und dass diese Verunreinigungen bei der angegebenen Aufarbeitungsmethode gesamthaft mit dem 1-Nitroanthrachinon zusammen ausgefällt werden. Als reines 1-Nitroanthrachinon kann das Produkt keineswegs bezeichnet . werden..Das im U.S. Patent 2.874,168 angegebene Verfahren hat somit ausser den notwendigen sehr langen Reaktionszeiten (bis 100 Stunden) ebenfalls den Nachteil, dass nach der angegebenen Aufarbeitungsmethode keine Reinigung erzielt wird. Durch die an sich bekannte Methode der Umfällung aus Schwefelsäure kann man zwar das 1-Nitroanthrachinon von nicht umgesetztem Anthrachinon und vom 2-Nitroderivat trennen, aber die besonders störenden Dinitroanthrachinone lassen sich nicht enfernen, so dass bei der Reduktion ein qualitativ unbrauchbares Gemisch von Aminoanthrachinone.!·* entsteht.
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-4- 243821C
Andere bekannte Verfahren zur Nitrierung von Anthrachinon in konzentrierter Salpetersäure, die bei veränderten Reaktionsbedingungen z.B. isotherm bei niedrigen Temperaturen oder adiabatisch bei Temperaturen bis ca. 700C arbeiten, zeitigen bessere Resultate in Bezug auf cc-Nitroanthrachinonbildung, jedoch kann die Bildung von unerwünschten Dinitroanthrachinonen ab einem gewissen Nitrierungsgrad der eingesetzten Menge an Anthrachinon nicht vermieden werden.
Für die Nitrierung des Anthrachinons werden ausser der Methode mit Schwefel- und Salpetersäure noch weitere Arbeitsweisen angegeben, nach welchen in anderen Lösungsmitteln gearbeitet wird und die Nitrierung des Anthrachinons selektiv zum 1-Nitroanthrachinon verlaufen soll. Nach der polnischen Patentanmeldung Nr. 46428 soll es beispielsweise möglich sein, durch Nitrierung des Anthrachinons mit Kaliumnitrat in wasserfreier Fluorwasserstoffsäure bei adiabatischem Temperaturverlauf bis ca. 1000C unter Druck reines 1-Nitroanthrachinon herzustellen. Bei der experimentellen Nachprüfung dieses letztgenannten Verfahrens konnte jedoch anstelle des reinen 1-Nitroanthrachinons nur ein Gemisch erhalten werden, das in seiner Zusammensetzung gemäss gaschromatographischer Analyse, jenen Gemischen ähnlich ist, welche durch Nitrierung in Schwefelsäure erhalten werden, nämlich:
unumgesetztes Anthrachinon 20 %
1-Nitroanthrachinon 53,1 %
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2-Nitroanthrachinon 7,3 %
<^ Dinitroanthrachinone 13,0 %
Verschiedene 6,4 °L.
Nachteilig sind bei diesem Verfahren noch die erheblichen Mengen Kaliumfluorid im Destillationsrückstand, da destillativ aufgearbeitet wird.
Die Trennung des Nitrierungsgemisches nach der Nitrierung von Anthrachinon stellt ein bisher technisch noch ungelöstes Problem dar. Ueberraschenderweise wurde nun gefunden, dass bei Verwendung spezifischer wasserhaltiger Flussäure: als Lösungsmittel und isothermer Durchführung des Nitrierungsprozesses, das gebildete 1-Nitroanthrachinon oder dessen Homologe direkt aus dem Reaktionsgemisch ausfallen, während unumgesetztes Anthrachinon und die sich lediglich in sehr kleinen Mengen bildenden unerwünschten Nebenprodukte in Lösung bleiben, so dass durch Filtration direkt technisch reine Mononitro-.produkte erhalten werden. Die Problematik der Trennung des Isomerengemisches erübrigt sich somit.
Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ist der, dass man nach Isolierung der gebildeten l-Nitroanthrachinonverbindung die zurückbleibende Mutterlauge erneut im Prozess einsetzen kann, ohne dadurch Qualitätseinbussen der erneut gebildeten Mononitrierungsprodukte aus den nächsten und weiteren Umsetzungszyklen in Kauf nehmen zu müssen.
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Als Ausgangsstoffe können im Verfahren gemäss vorliegender Erfindung das Anthrachinon sowie dessen Derivate sowohl in reiner Form als auch in Form ihrer handelsüblichen technischen Produkte eingesetzt werden.
Bedingung ist, dass der Ausgangsstoff in mindestens einer α-Stellung unsubstituiert ist.
Als erfindungsgemäss verwendbare Anthrachinonderivate kommen z.B. solche in Frage, die als Substituenten die Hydroxyl-, Carboxyl-, C-,-C?-Alky!gruppe oder Halogene, wie Chlor oder Brom, tragen, wie 2-Methylanthrachinon, 2,7-Dimethylanthrachinon, 2-Aethylanthrachinon, α- oder ß-Anthrachinoncarbonsä'ure, 1,5-Dichloranthrachinon, 1-Chlor- oder 1-Brom-anthrachinon oder 1-Hydroxy-anthrachinon.
Das Mengenverhältnis von Lösungsmittel zur zu nitrierenden Verbindung beträgt zweckmässig 2:1 bis 20:1 und vorteilhaft 5:1 bis 10:1.
Als Nitrierungsmittel kommen die üblichen in Betracht, beispielsweise konzentrierte Salpetersäure und deren Salze, sogenannte Nitriermischsäure (Schwefelsäure-Salptersäure-Gemisch im Verhältnis 20:80 bis 80:20), Stickstoffdioxid oder Distickstofftetraoxid. Es ist oft vorteilhaft, bei Verwendung von Salptersäure dieser geringe Mengen von ca. 5 bis 10% konzentrierte Schwefelsäure oder Phosphorsäure zuzusetzen.
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Die Mengen der verwendeten Nitrierungsmittel müssen mindestens die theoretisch notwendigen Mengen zur Durchführung einer stb'chiometrischen Mononitrierung decken, können aber auch in bis zu lOO%igem Ueberschuss eingesetzt werden. Vorteilhaft ist ein ca. 50%iger Ueberschuss an Nitrierungsmittel zur stöchiometrisch notwendigen Menge.
Im einzelnen wird das erfindungsgemässe Verfahren beispielsweise wie folgt durchgeführt:
In ca. 85%ige Flussäure wird Anthrachinon oder dessem Derivat, das mindestens eine freie α-Stellung besitzen muss, unter Rühren bei Raumtemperatur (bis ca. 200C) eingetragen. Die Lösung des Reaktionssubstrates erfolgt ohne nennenswerte Wärmetönung, so dass weder erwärmt noch gekühlt werden muss. Es ist von Vorteil, aber nicht Bedingung, dass das Ausgangsprodukt im vollständig gelöster Form vorliegt. Danach wird direkt das Nitrierungsreagens kontinuierlich zugesetzt. Handelt es sich bei diesem um ein flüssiges Reagens, wie z.B. Salpetersäure oder Distickstofftetraoxid, so lässt man es langsam zulaufen. Handelt es sich um ein gasförmiges Reagens, dann wird es in die Reaktionslösung reichlich unterhalb des Flüssigkeitsniveaus eingeleitet. Feste Nitrierungsreagenzxen werden langsam Zug um Zug zudosiert. Die Reaktionstemperatur wird dabei nötigenfalls durch Kühlung von aussen vorteilhaft bei 30 bis 35°C gehalten. Die Reaktionsmasse wird anschliessend zur Vervollständigung der Nitrierungsreaktion noch 0,5 bis
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5 Stunden, üblicherweise 1 Stunde, bei der genannten Temperatur gerührt.
In Abhängigkeit vom Wassergehalt der eingesetzten Flusssäure wird der Siedepunkt im Bereich von ca. 45 bis 5O°C liegen. Dieser Wert soll nicht überschritten werden. Wesentlich ist, dass in dieser Reaktionsphase keine vollständige Nitrierung des eingesetzten Ausgangsproduktes eintritt. Auf Grund der Löslichkeitsverhältnisse in der Reaktionsmasse kristallisiert das gebildete ot-Nitroanthrachinon oder dessen Derivat aus der Reaktionsmasse aus. Da sich beim Arbeiten nach dem erf in dung sgemä' ssen Verfahren sehr wenig Dinitroanthrachinone bilden, die in der verdünnten Flussäure z.T. löslich sind, wird durch Isolierung direkt technisch reines a-Nitroanthrachinon aus der Reaktionsmasse erhalten. Durch anschliessendes Waschen mit geringer Menge konzentrierter Flussäure, Neutralwaschen mit Wasser und Trocknung, wird das nitrierte Prodtikt in über 97-iger Reinheit erhalten. Die Isolierung des Produktes kann durch Filtrieren, Zentrifugieren oder sonstige Trennungsverfahren erfolgen.
Die Summe der Verunreinigungen im Nitrierungsprodukt, die im wesentlichen zu 1% aus· Anthrachinon und bis zu 1.5 % aus Dinitroanthrachinonen besteht, ist gering genug, dass
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das Produkt ohne weitere Reinigung zur Herstellung der wichtigen α-Aminoanthrachinone verwendet werden kann.
Eine besondere Aus führung s form des erfindungsgernässen Verfahrens ist die Wiederverwendung der anfallenden Mutter- und Flussä'urewaschlauge für weitere Nitri-erungszyklen nach ansonsten gleichem Verfahren, indem man einen Teil der Mutter- und Flussä'urewaschlauge, in der Regel 5 bis 30%, dem · Prozess entnimmt und durch einen entsprechenden Anteil an konzentrierter Flussäure ersetzt. Mutterlauge und Waschlauge enthalten das nicht umgesetzte Anthrachinon, die Gesamtmenge des ß-Nitroanthrachinons sowie a-Nitroanthrachinon, entsprechend seiner Löslichkeit.
Nach ca. lOmaliger derartiger Wiederholung des erfindungsgemässen Nitrierungsverfahrens hat sich ein stationä'rer Zustand gebildet und es werden dann mittels der beschriebenen Abtrennung stets das sich in einem Nitrierungszyklus bildende B-Nitroanthrachinon und Reaktionswasser aus der Reaktionslösung entfernt.
Folgende Bilanz soll diesen Tatbestand veranschaulichen:
5 Q.9-8 0 8/1184
OO O OO
Bilanz des Nitrierungsverfahrens mit wasserhaltiger Flussäure in stationärem Zustand und nach einer einzigen Prima'rumsetzung
Summen .
30,1
Stationärer Zustand nach in der Kreis χ Rezyklierungen I in 107o=12,2Tl Einstufige Umsetzung . Erhalten in Mutter
lauge
Neu ein lauf Mutter-■
lauge
Produkt abgetrennter
Mutter- und
Waschlauge
Einge Produkt 7,0
gesetzt 4,3 isoliert 0,48 setzt 0,1 3,9
Anthrachinon 15,5 2,20 0,2 0,24 20 10,8 0,8 ·■
1-Nitro-
anthrachinon
- 8,2 16,7 0,91 - Spuren 0,1
2-Nitro-
anthrachinon
- 0,1 - 0,01 -. 0,1 5,0
j£ Dinitro-
anthrachinone
4,0 0,2 0,44 - - 88
Salpetersäure 5,0 79,2 - 8,8 9,0 - 13,2
Flussä'ure 9,6 12,0 0,8 • 1,32 ■88 ' -
Wasser - 12
110,0
17,9
122,20 .**·
11,0
129
118,0
Alle Angaben in Gewichtsteilen
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Inbezug auf einen Prim'ärumsatz wird damit durch die Mutterlaugentrennungsprozedur der pro Zyklus anfallende Anteil an unerwünschten Reaktionsprodukten aus dem Prozess entfernt. Die Ausbeute an 1-Nitroanthrachinon liegt beim Rezyklisierungsprozess bei 85 - 90%, bei stets gleichbleibender hoher Reinheit der jeweils erhaltenen Nitrierungsprodukte.
Die abgezweigte Mutterlauge kann gewlinschtenfalls destillativ aufgearbeitet werden.
Diese Arbeitsweise bringt grosse ökologische und kommerzielle Vorteile und schafft die Voraussetzungen zur industriell kontinuierlichen Prozessgestaltung.
Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Erfindung. Darin bedeuten Teile Gewichtsteile und Prozente Gewichtsprozente. Die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben.
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- 12 - 243821 C
Beispiel 1
In 800 g 837oiger Flussäure werden bei 15° 100 g Anthrachinon unter Rühren eingetragen. Während 15 Minuten werden anschliessend 45 g konzentrierter Salpetersäure zugetropft, durch Aussenkühlung die Reaktionstemperatur auf 30° gehalten und dann die Reaktionsmasse bei 30 bis 35° noch eine Stunde lang gerührt. Danach wird auf 0° abgekühlt, das auskristallisierte 1-Nitroanthrachinon abfiltriert, mit wenig lOOZiger Flussäure gespült, mit Wasser neutral gewaschen und getrocknet.
Es werden 55 g technisch reines 1-Nitroanthrachinon erhalten.
Verfährt man wie in Beispiel 1, trennt jedoch das 1-Nitroanthrachinon nicht durch Filtration ab, sondern giesst die gesamte Reaktionsmasse auf Eiswasser, filtriert, wäscht mit Wasser neutral und trocknet, so erhält man 115 g eines Gemische folgender Zusammensetzung:
Anthrachinon 35 g
1-Nitroanthrachinon 76 g
2-Nitroanthrachinon 4 g
Dinitroanthrachinone 1 g
Demnach verbleiben in der Mutterlauge des Beispiels 1 35 g unumgesetztes Anthrachinon, 21 g 1-Nitroanthrachinon und 4 g 2-Nitroanthrachinon.
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243821C
Beispiel 2
Von 120 Teilen Mutter- und Waschlauge gemäss Beispiel 1, werden 108 Teile, die neben Anthrachinon, 1-Nitro- und 2-Nitroanthrachinon noch 79 Teile Flussäure l00%ig, 12 Teile Wasser und 4 Teile überschüssige Salpetersäure sowie 10 Teile Waschlaug en-Flus säure I007oig enthalten, erneut als Lösungsmedium verwendet. Zu dieser Lösung werden 15,5 Teile neues Anthrachinon und 4,8 Teile Salpetersäure l00%ig bei 10° zugesetzt. Nach 30 bis 45 Minuten Reaktionszeit bei 30 bis 35° wird die erhaltene Suspension rasch auf 0 -bis 10° abgekühlt und der abgeschiedene Feststoff abfiltriert oder zentrifugiert und mit 10 Teilen Flussäure l00%ig gespült.
Es fallen an : 18 Teile feuchtes Gut, enthaltend 17 Teile 1-Nitroanthrachinon, Spuren von Anthrachinon- und Dinitroanthrachinon sowie 120 Teile Mutterlauge, wovon 108 Teile wieder für die nächste Nitrierung eingesetzt werden. Die 12 Teile abgetrennter Muttei-lauge werden aufgearbeitet. Man erhält hierbei 8 Teile Flussäure I007oig und ein Gemisch, wie in der Tabelle Spalte 4 erwähnt, als Rückstand.
Dieser Zyklus kann beliebig oft wiederholt werden.
Die Ausbeute an technisch reinem 1-Nitroanthrachinon pro Zyklus beträgt ca. 8& %.
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- 14 - 243821 C
Beispiel 3
Verfährt man wie in Beispiel 1 beschrieben, verwendet jedoch anstelle von Anthrachinon ä'quimolekulare Mengen 2-Methylanthrachinon, so erhält man in ähnlichen Ausbeuten technisch reines l-Nitro-2-methyl-anthrachinon.
Beispiel 4
1 Teil Anthrachinon wird bei 10° unter Rühren in 8 Teile Flussäure 85%ig eingetragen. Bei einer Temperatur von 25 bis 30° wird während 1 bis 2 Stunden weitergerührt und 0,35 Teile stickstoffdioxid gasförmig unter Flussigkeitsniveau eingeleitet. Die weitere Aufarbeitung erfolgt wie in Beispiel 1 beschrieben.
Man erhält 1-Nitroanthrachinon in ähnlich guter Qualität und Ausbeute.
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Claims (7)

Patentansprüche
1. Verfahren zur Herstellung von 1-Nitroanthrachinon und dessen Derivaten, dadurch gekennzeichnet, dass man. Anthrachinon oder dessen Derivate in Flussaure mit einem Wasser- . gehalt von 5 bis 30% bei einer Temperatur- von 10 bis 500C mit Nitrierungsmitteln nitriert und das ausgeschiedene 1-Nitroanthrachinon oder dessen Derivate isoliert, und
die erhaltene Mutterlauge gegebenenfalls im Nitrierungsprozess wiederverwendet.
2. Verfahren nach'Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als Nitrierungsmittel Salpetersäure oder deren Salze, Nitriermischsä'ure (Salpter-/Schwefelsäuregemische im Verhältnis 80:20 bis 20:80), Stickstoffdioxid oder Distickstofftetroxid verwendet.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man als Nitrierungsmittel konzentrierte Salpetersäure verwendet, die bis zu 10% Schwefel- oder Phosphorsäure enthält,
4. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man bei Temperaturen zwischen 30 und 40°C nitriert. : :
5. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass man Anthrachinon verwendet.
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- 16 - 243821C
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadxirch gekennzeichnet, dass man als Lösungsmittel Flussä'ure mit einem Weis sergehalt von IO bis 20% verwendet.
7. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass man die Nitrierung in der nach der Isolierung des 1-Nitroanthrachinons oder dessen Derivat erhaltenen Prozesslauge durchführt, von der 5 bis 307o der Menge abgetrennt und durch entsprechende Mengen lOO^ige Flussaure ersetzt wurde, wobei die Wiederverwendung der Prozesslauge beliebig oft erfolgen kann.
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DE2438210A 1973-08-10 1974-08-08 Verfahren zur nitrierung von anthrachinon und dessen derivaten Pending DE2438210A1 (de)

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