DE2458863C2 - Verfahren zum Herstellen von Kohleauszügen - Google Patents
Verfahren zum Herstellen von KohleauszügenInfo
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Description
65
zügen oder -extraktcn.
Üblicherweise werden Kohleauszüge durch ein Verfahren hergestellt, bei dem Kohle, Teer, Pech oder
ein ähnlicher kohlehaltiger Stoff "lit einem Lösungsmittel bei erhöhter Temperatur digeriert bzw. extrahiert
wird zum Erhalt eines Kohleauszugs im Lösungsmittel; dann wird der Auszug filtriert zum Entfernen eines
wesentlichen Anteils ungelöster Stoffe, und das Filtrat wird konzentriert zum Erhalt eines Ausganfsmaterials
mit niedrigem Mineraistoffgehalt.
Dieses Filtrat ist tatsächlich eine konzentrierte Kohlelösung und in einer Anzahl Verfahren verwendbar, nämlich
1) als Ausgangsmaterial für die Herstellung von Chemikalien und Petrochemikalien;
2) als Ausgangsmatenal für ein Verkokungsverfahren.
Es ist bekannt, daß durch Erwärmen eines solchen Ausgangsmaterials in einer Verkokungsanlage ein Koks
herstellbar ist der in manchen Fällen zur Herstellung von Kohle-Eiektroden für Lichtbogenofen in der
Stahlerzeugung u.dgl. geeignet ist Normalerweise müssen jedoch so hergestellte Elektroden sowie auch
Ausgangsmaterialien für Petrochemikalien einen niedrigen Mineralstoffgehalt haben, da vorhandene Mineralstoffe bei späteren Reaktionen manchmal als Katalysatoren wirken können.
Somit ist also die Filtration bei einem solchen Verfahren von großer Bedeutung. Selbstverständlich
sind durch moderne Filtrationsverfahren sämtliche Mineralstoffe und andere Feststoffe aus dem Auszug
entfernbar; bei großtechnisch durchgeführten Verfahren ergibt sich jedoch hierdurch eine Kostensteigerung.
Wenn vor der weiteren Verarbeitung sämtliche Stoffe aus dem Auszug entfernt werden, besteht natürlich die
Gefahr, daß die sehr feinen Partikel das Filtermittel verstopfen oder undurchlässig machen, so daß es häufig
gereinigt werden muß. Das Filtermittel kann in diesem Zusammenhang auch ein Filterkuaifin sein, d. h. also,
daß feine Partikel das Filtermittel undurchlässig machen und/oder einen Filterkuchen mit hohem Filterwiderstand zur Folge haben; in beiden Fällen ergibt sich ein
niedriger Filtratdurchsatz. Wenn umgekehrt ein Filtermittel mit zu weiten Poren verwendet wird, verbleibt
"vor der Weiterverarbeitung ein zu großer Anteil von suspendiertem Stoff im Filtrat.
Das Problem der Filtration des Auszugs nach erfolgter Digestion erfordert also eine gute Ausgewogenheit zwischen einem geeigneten Filtratdurchsatz
und einem zufriedenstellenden Mineralstoffgehalt im erhaltenen Filtrat. Es wurde festgestellt, daß bei einem
ivlineralstoffgehalt des Kokses von mehr als 1% zufriedenstellende Elektroden daraus nicht herstellbar
sind; infolgedessen hängt die Herstellung eines für Elektroden geeigneten Kokses vom Unterhalten eines
Mineralstoffgehaltes von weniger als 1 Gew.-%, vorzugsweise weniger als 03 Gew.-°/o, im Koks ab.
Das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen von Kohleauszügen, bei dem Kohle, Kohleteer, Pech
oder ein ähnlicher kohlehaltiger Stoff mit einem Lösungsmittel bei erhöhter Temperatur zum Erhalt
eines Kohleauszugs im Lösungsmittel digeriert, der erhaltene Auszug zum Entfernen eines beträchtlichen
Anteils ungelöster Stoffe filtriert und das Filtrat zur Bildung eines Ausgangsmaterials mit niedrigem Gehalt
an mineralischer Asche konzentriert wird, ist dadurch gekennzeichnet, daß das Digerieren von Kohle, Teer,
Pech oder einem ähnlichen kohlehaltigen Stoff mit einem Lösungsmittel bei einer solchen Temperatur und
während eines solchen Zeitintervall erfolgt, daß die
Kohle so weit digeriert wird, daß ungelöste Kohle eine solche Korngröße und Beschaffenheit hat, daß ein
Filterkuchen niedrigen spezifischen Widerstandes gebildet wird, und daß anschließend die Filtration bei
erhöhter Temperatur und mit solcher Lösungsmittelkonzentration erfolgt, daß die Anstiegsgeschwindigkeit
des Druckabfalls &ai Filtermittel minimiert wird.
Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß die Kohle mit einem Lösungsmittel bei einer Temperatur
von mindestens 3500C für mindestens 5 min bis 1,5 h
digeriert, der so erhaltene Auszug bei einer Temperatur
von mindestens 1500C zum Entfernen eines beträchtlichen
Anteils ungelöster und suspendierter Stoffe filtriert und das Filtrat zum Erhah eines Auszugs mit
niedriger Mineraistoffkonzentration konzentriert wird.
Vorzugsweise beträgt die Digestionsdauer 20 min bis 1 h, und die Filtration wird bei einer Temperatur von
250 - 300° C durchgeführt
Zwei Faktoren beeinflussen den erfindungsgemäßen Filtrationsvorgang, nämlich die Viskosität des zu
filtrierenden Auszugs und der FilterwiderstanJ des
Filterkuchens. Es ist ersichtlich, daß der Filtratdurchsatz bei einem gegebenen Filterkuchen, -bett oder -mittel
desto höher ist, je niedriger die Viskosität ist; infolgedessen sollte beim erfindungsgemäßen Verfahren,
bei dem der Filterkuchen selbst als Filtermittel dient, die Viskosität vorzugsweise möglichst niedrig
sein. Die Viskosität eines gegebenen Auszugs ändert sich beträchtlich mit der Temperatur, und da sie mit
steigender Temperatur weiter abnimmt, sollte die höchstmögliche Filtrationstemperatur angewandt werden,
um den Filtratdurchsatz zu maximieren. Die Höchsttemperatur, bei der eine Filtration durchführbar
ist, hängt jedoch von der Art des Lösungsmittels und dem Druck ab, bei dem die Filtration erfolgt
Wenn das Lösungsmittel z. B. Anthracenöl ist, das als
Lösungsmittel für Kohle am häufigsten verwendet wird, müßte ein Filter für Betriebstemperaturen über 3000C
mit einem Druckauslaß ausgebildet sein, um ein Sieden des Lösungsmittels im Filterkuchen zu vermeiden,
wodurch der Druckunterschied im Filterkuchen vermindert würde. Infolgedessen sollte die Filtration bevorzugt
in einem Temperaturbereich von 200 —3000C, insbesondere
250 - 300" C, durchgeführt werden.
Das Lösungsmittel wird aufgrund seiner Fähigkeit gewählt, die Kohle zu extrahieren und dann zu zerlegen,
und dies ist für die Bestimmung der Viskosität des Auszugs wichtig. Beim erfindungsgemäßen Verfahren
ist eine große Anzahl von Teeren und Teerölen als Lösungsmittel verwendbar, und bevorzugte Lösungsmittel
sind daher durch Teerdestillation erzeugte öle, wobei diese Teere bei der zersetzenden Destillation von
Kohle gebildet werden; diese öle werden üblicherweise als Anthracenole bezeichnet. Die bevorzugten Anthracenole
enthalten beträchtliche Mengen Phenanthren, insbesondere alkyliertes und speziell methyliertes
Phenanthren. Vorzugsweise haben die Lösungsmittel einen Siedebereich von 180 -400° C, und bevorzugt
wird ein Lösungsmittel mit einem engeren Siedebereich verwendet, wobei z. B. die mittleren 90% des Lösungsmittels
im Bereich von 250 - 350° C sieden.
Vorzugsweise liegt die Konzentration von Lösungsmittel zu Kohle bei der Herstellung des Auszugs im
Bereich von 5 bis 2 :1, insbesondere ist das Öl-Kohle-Konzentrationsverhältnis
g--ößer als 3:1. Die Zusammensetzung des Filterkuchens wird durch das Ö!-Kohle-Verhältnis
während der Digestionsphase des erfindungsgemäßen Verfahrens nicht wesentlich beeinflußt
und die genannten Zahlen ergeben sich aus kommerziellen Überlegungen.
Während des Digerierens besteht die Möglichkeit daß die Kohle durch Reißen der verschiedenen
Vernetzungsverbindungen in der Kohle selbst zerlegt und depolymerisiert wird. Bei jeder gegebenen Temperatur
ist ersichtlich, daß die Viskosität des Auszugs sich mit der Zeit ändert; in einem ersten Stadium nimmt sie
anfangs zu, nimmt dann in einem zweiten Stadium auf einen Tiefstwert ab, nimmt in einem dritten Stadium auf
einen zweiten Höchstwert zu und beginnt in einem vierten Stadium langsam abzunehmen.
Im ersten Stadium erhöht sich die Viskosität während der Digestion schnell und erreicht innerhalb weniger
Minuten nach deren Beginn einen Höchstwert Bei Einsetzen der Digestion werden Kohleteilchen mit dem
Digestionsöl :ji Form eines Breies vermischt und bei
Digestionsbeginn erhöht sich die ViSkC ;-.ät sehr schnell.
Im zweiten Stadium fällt die Viskosität ies Auszugs
nach Erreichen des Höchstwertes über einen Zeitraum von 20—30 min auf einen Tiefstwert Dieser Zeitraum
ist im Bereich von 380—4500C im wesentlichen
temperatu-unabhängig. Die am Ende des zweiten Stadiums erreichte niedrigste Viskosität ist eindeutig
temperaturabhängig, und es ist ersichtlich, daß die Viskosität desto niedriger ist je höher die Temperatur
ist Es wird vermutet daß während der Viskositätsabnahme im zweiten Stadium die Kohle depolymerisiert
wird.
Nach Erreichen des Punktes niedrigster Viskosität nimmt diese im dritten Stadium wiederum auf einen
Höchstwert zu, der innerhalb von 50 — 70 min nach Beginn des Digerierens erreicht wird. Die Viskositätszunahme
ist zum Teil durch Polymerisationsreaktionen bedingt, die im Auszug auftreten, und diese beginnen
offenbar vor Erreichen des Punktes niedrigster Viskosität (am Ende des zweiten Stadiums). Die Viskositätszunahmegeschwindigkeit
wird nicht stark mit der Temperatur geändert was auf eine niedrige Aktivierungsenergie
für das Verfahren deutet, was mit der Polymerisationsreaktion in Einklang stehi.
Im vierten Stadium nimmt die Viskosität nach Erreichen des zweiten Höchstwertes ab. Dies könnte
sich teilweise aus der Verkokung des Kohleauszugs in der Lösung ergeben.
Wenn die Verkokungsreaktion zu Ende geführt werden kann, könnte der Auszug fast den gleichen
Feststoffgehalt wie der ursprüngliche Kohlebrei haben. Je nöher die Temperatur und/oder je länger die
Stehzeit, desto weiter ist dii Verkokung fortgeschritten. Normal· ίweise wird beim erfindungsgemäßen Verfahren
die Verkokung vorzugsweise minimiert, und infolgedessen liegt de. beste Zeitpunkt zum Beendigen
des Digerierens je nach der Art des erwünschten Auszugs beim zweiten Viskositätshöchstwert oder vor
Erreichen desselben.
Das Öl-Kohle-Konzerttrationsverhältnis während des
Digerierens ist in seiner Auswirkung auf den Filterkuchen nicht kritisch, aber das ÖI-Kohle-Mengenvevhältnis
im Filtrat ist von Bedeutung; bevorzugt wird die Filtration bei einer Konzentration von Lösungsmittel zu
Kohle von mehr als 3:1, insbesondere 4:1, durchgeführt da sich dadurch eine geringere Viskosität und
somit eine leichtere Filtration ergeben. Daher kann nach dem Digerieren ein weiterer Lösungsmittelanleil
zugesetzt werden, um die Viskosität vor der Filtration zu senker·. Alternativ k;inn ein Anteil eines niedriger
siedenden Steinkohlenteer- Leichtsöls, z. B. ein Waschöl, anstelle des ursprünglichen Digestions-Lösungsmittels
zugesetzt werden. Wenn ein leichteres Öl zugesetzt > wird, kann die Filtration bei niedrigerer Temperatur
erfolgen.
Die Kohleart hat kaum Einfluß auf den Filterkuchen, vorausgesetzt, die Digestion wird ordnungsgemäß
durchgeführt. Vorzugsweise wird zum Digerieren in Feinkohle verwendet, obwohl die Korngröße der Kohle
bei der Erfindung nicht kritisch und keine besondere Behandlung der Kohle vor dem Vermischen mit dem
Lösungsmittel erforderlich ist. Vorzugsweise wird die Kohle in üblichen Brech- und Mahleinrichtungen r>
zerkleinert, und die Korngröße kann so gewählt sein, daß die Kohle durch ein Sieb mit einer lichten
Maschenweite von 15 mm, vorzugsweise jedoch 5 mm, geht. Es ist zu beachten, daß das Öl-Kohle-Verhältnis
von der bei der Filtration zu verwendenden Temperatur :i>
abhängt, und das günstigste Öl-Kohle-Verhältnis hängt von der Filtrationstemperatur ab. Dabei muß jedoch
berücksichtigt werden, daß der Anteil von im Filterkuchen verbleibenden Produkten (gelöste Kohle) von der
Konzentration der den Filterkuchen benetzenden r> Lösung abhängt; d. h.. vorzugsweise wird ein hohes
Öl-Kohle-Verhältnis verwendet. Normalerweise erhöht sich bei niedrigen Öl-Kohle-Verhältnissen die Viskosität,
und der Anteil von im Filterkuchen verbleibenden gelösten Stoffen erfordert ein Reinigen des Filterkuchens
mit weiterem Lösungsmittel. Allerdings erfolgt bei einem höheren Öl-Kohle-Verhältnis ein stärkeres
Vorwärmen des Filtrats und eine stärkere Verflüchtigung des Lösungsmittels, insbesondere, wenn Filterkuchen-Waschöl
zugesetzt wird. Gemäß der Erfindung liegt also das Öl-Kohle-Verhältnis für die Filtration
vorzugsweise im Bereich von 5 : I bis 3 : I, insbesondere 4:1. Bei einem typischen Ausführungsbeispiel der
Erfindung kann die Digestion mit einem Ol-Kohle-Verhältnis
von 2 : I durchgeführt werden, und der erhaltene Auszug wird dann vor der Filtration auf ein Verhältnis
von 4 : 1 verdünnt.
Die Temperatur, bei der die Digestion stattfindet, sollte, wie erläutert, so hoch wie möglich sein. Der
Zeitpunkt des Erreichens der Digestionstemperatur ist jedoch nicht kritisch.
Die Digestionsdauer ist vorzugsweise langer als 20 min; die möglichst hohe Temperatur sollte allerdings
kein übermäßiges Verkoken des Auszugs bewirken; d.h., sie sollte im Bereich von 400-440°C liegen. Bei
kontinuierlichem Digerieren, bei dem ein gewisses Vermischen stattfindet, muß die mittlere Stehzeit mehr
als 20 min betragen, da kurze Stehzeitintervalle sich in bezug auf Viskosität und Filterkuchenwiederstand sehr
nachteilig auswirken.
Wenn die angewandten Digestionsbedingungen während 1 h beträchtlich unterhalb der üblichen 4000C
liegen, nimmt der Filterkuchenwiderstand merklich zu. Diese Auswirkung wurde bei Verwendung gemeinerer
Kohlek'assen mengenmäßig bestimmt, und es ist zu beachten, daß sich bei einer Viskositätszunahme von ca.
25% eine hundertfache Steigerung des Filterkuchenwiderstandes innerhalb eines relativ kleinen Temperaturbereiches
ergibt, wie die folgende Tabelle 1 angibt:
Auswirkung der Digestionstemperatur auf FilterküC-hcn-Widefsiändsiaiiigkeit
Kohle: CRC 702 Öl: rückgefuhrtes Anthracenöl
| Digestions | Zeit | Filtrat- | Spezifische |
| temperatur | <h) | viskositäl | Widerstands |
| (0C) | (cP bei 2500C) | fähigkeit | |
| des Filter | |||
| kuchens | |||
| • | (techn. | ||
| Maßeinheit) | |||
| 400 | 1 | 0,40 | 3 |
| 380 | 1 | 0,42 | 5 |
| 360 | 1 | 0,49 | 260 |
Die gleiche Auswirkung ist bei Verwendung hochwertiger Kohlen zu beobachten, wo bei einem
Digerieren von nur einigen min anstatt 1 h wesentlich höhere Filtrationsdrücke erforderlich sind, um den
Durchsatz zu unterhalten. Nicht alle Kohlen haben genau die gleiche Beziehung zwischen Filterkuchenwiderstand
und Digestionstemperaturen, aber eine hinreichend hohe Digestionstemperatur ergibt für alle
Kohlearten einen relativ niedrigen spezifischen Filterkuchenwiderstand,
der normalerweise wichtiger als die Viskosität ist. Wenn jedoch aufgrund von unvollständi-1
gem Digerieren ein Auszug mit außergewohniich hoher Viskosität erzeugt wird, können sich dadurch sehr große
Filtrationsschwierigkeiten ergeben. Wenn also eine kontinuierlich arbeitende Anlage verwendet ·. wird,
ermöglicht die- Überwachung der Auszugsviskosität das Erfassen von Änderungen der Digestionsbedingungen,
bevor größere Filtrationsprobleme auftreten.
Filtratdurchsatz und Filtrationswirksamkeit werden, beim erfindungsgemäßen Verfahren vom Filterkuchen^
widerstand bestimmt Die Anfangsfiltration eines Breies ist dem Widerstand des Filtermittels und der zugehörigen
Rohrleitungen proportional. Sobald jedoch ein Filterkuchen gebildet wird, nimmt der Gesamtdurchflußwiderstand
zu, und es gilt:
J-
AL
d V
=
/TV
y, R
~ n A2P AP
V
A
P
R
Filtraidurchsatz
Filtrat-Viskosität
spezifischer Kuchenwiderstand pro Masseneinheit
Breikonzentralion des Trockenkuchens pro Filtrat-Masseneinheit
Filtrat-Masse
Oberfläche des Filtermittels
Druckunterschied
Widerstandswert des Filtermittels und der zugehörigen Rohrleitungen
io
So hat gemäß (I) für eine Filtration bei konstantem r>
df HT
Druck die Kurve vorrj"püber V eine Neigung von 'Γ7Π,.
während für Filtration bei konstantem Durchsatz, z. B. in einer Extraktionsanlage, die Kurve von Püber Veine
wQ
Neigung von ~~y rhat. Da sämtliche anderen Parameter
einschließlich der Viskosität für die Anlage entweder fest vorgegeben sind oder für jede Durchsatz-Messung
bestimmt werden, ist der spezifische Filterkuchenwiderstand berechenbar. Wie bereits erwähnt, beschränkt
jedoch die Temperaturabhängigkeit der Viskosität die Genauigkeit der Bestimmung von r.
Der Anfangsfiltratdurchsatz, bevor sich Filterkuchen
angesammelt hat, wird vom Widerstand R des Filtermittels und der zugehörigen Rohrleitungen be- in
stimmt. Gemäß der Gleichung (I) ist
AP
R = ^£ bei V = 0.
Zum Maximieren des Filtratdurchsatzes bei gegebenem
Filter muß durch Verwendung geeignet bemessener Zufuhrleitungen und eines so groben Filtermittels '
oder -körpers, wie zum Erhalt der erwünschten Fillrationsgüte noch annehmbar ist, R möglichst niedrig
gemacht werden.
Ein Ausführungsbeispiei der Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnung näher erläutert. Es
zeigt
F i g. 1 eine bei der Erfindung geeignete Filtereinrich- 4·. tung und
F i g. 2 eine graphische Darstellung der Filtration mit konstantem Druck, wobei der Kehrwert des Durchsat-
Spezifische Filterkuchenwiderstände
zes über dem Gesamtfiltrat in kg aufgetragen ist.
Die Filtereinrichtung nach F i g. I hat einen hohlen Grundkörper 10 mit einer oberen Wand 11, einer
Grundplatte 12 und einer im wesentlichen zylindrischen Außenwand, die zusammen eine Fihrataufnahmekammer
14 bilden. Die Kammer 14 hat an einer Seite einen Auslaß 15, und die obere Wand 11 hat einen Ringflansch
16, dessen Zweck noch erläutert wird. Die obere Wand 11 hat ein Paar beabstandete Öffnungen 17, die je am
Umfang bei 18 erhöht sind zur Aufnahme einer sich nach oben erstreckenden Filterkerze 19, bestehend aus
mehreren Ringscheiben aus rostfreiem Stahl, die in sich wiederholenden Abständen von 0,1 mm angeordnet
sind; die ganze Filterkerze ist mit einem Längs-Hohlbolzen
20 gesichert. Die durch die Slahlscheiben gebildete Filterkerze ist zur Bildung einer Filterfläche 21 mit
Glasfasertuch umwickelt; das Tuch hat einen Grad nach Fothergill und Harvey von Y600. Das Glasfasertuch ist
durch eine Drahtumwicklung 22 aus Nichrom-Draht mit einem Durchmesser von 30s.w.g. gesichert. Das
Filtergefäß wird durch ein aufrecht stehendes zylindrisches Gehäuse 23 vervollständigt, das an seinem
Unterende einen Ringflansch 24 hat, der mit dem Flansch 16 zusammenwirkt, und die Unterkante des
zylindrischen Gehäuses 23 ist so ausgebildet, daß sie auf einem Polytetrafluoräthylen-Dichtring 25 aufsitzen
kann, so daß durch Zusammenspannen der Flansche 16 und 24 die Unterkante des Gehäuses 23 fest mit dem
Dichtring 25 zusammengespannt wird. Der obere Teil des Gehäuses 23 ist durch einen halbkugeligen
Abschnitt 26 verschlossen, der einen nach oben verlaufenden Auslaß 27 aufweist, der eine Abzweigung
28 hat. Das Gehäuse ist von einer Wärmeschutzschicht
29 und elektrischen oder ähnlichen Heizelementen 30 umgeben.
Der zu filtrierende Auszug wird unter Druck durch den Einlaß 27 eingeführt, durchsetzt die Filterkerzen 19,
tritt in den ri'tratdurchlauf ein, strömt durch den Einlaß
18 in die Kammer 14 und von dort aus dem Auslaß 15.
Eine Anzahl Kohleproben wurde gemahlen und einer Digestion unterworfen, wobei Anthracenöl und die in
der Tabelle 2 angegebenen Temperaturen und Zeiten verwendet wurden. Der Auszug wurde mit der
vorstehend erläuterten Filtereinrichtung filtriert, wobei der spezifische Widerstand aufgezeichnet wurde. Der
Druckabfall durch das Filtermittel betrug 2,1 -3,5 kp/cm2(30-
Ausgangsmaterial
Digestionsbedingungen
Temperatur C3C) Zeit
(h)
(h)
spez.· Widerstand (techn. Einheit)
Beynon-Kohle CRC 301a
Union-Kohle CRC 301b
| 400 | 1-2 | 7 |
| 400 | 1-2 | 6 |
| 400 | 1-2 | 4 |
| 400 | 1-2 | 6 |
| 400 | 1-2 | 6 |
| 400 | 1 | 7 |
Fortsetzung
10
Ausgangsmaterial
Digeslionsbedingungen
Temperatur Zeil
(0C) (h)
spez. Widerstand (techn. Einheil)
Annesley-Kohle CRC 702
Linby-Kohle CRC 902
3 3 5
260 7
Vergleichsbeispiele
Phurnacite-Teer
Phurnacite-Auszug
Dichtes Kugelbett
Phurnacite-Auszug
Dichtes Kugelbett
0 10 iim
0 1 am
0 0,1 ,am
0 1 am
0 0,1 ,am
28 100
0,06 6,1 610
1 Druckunterschied 2,1-3,5 kp/cm2 (30-50 p. s. i.)
Aus Tabelle 2 ist ersichtlich, daß die Kohlenart keinen besonderen Einfluß auf den spezifischen Widerstand des
Filterkuchens hatte, daß jedoch Änderungen der Digestionstemperatur eine beträchtliche Zunahme des
Widerstandes bewirkten. Die Tabelle 2 gibt für Vergleichsbeispiele ähnliche Zahlen für Phurnacite-Teer,
Phurnacite-Auszug sowie für dichte Kugelbetten an.
Die Beispiele 1 — 11 wurden unter Verwendung verschiedener Kohlearten wiederholt, wobei das vorste-
J0 hend erläuterte Filtermittel verwendet wurde, das eine
Chargenkapazität von 50 kg und eine Filterfläche von
3,7 m2 (4 sq. ft.) hatte; die Filtration wurde bei 2500C
durchgeführt. Aus der Tabelle 3, in der die Ergebnisse
angegeben sind, ist ersichtlich, daß der spezifische
35 Filterkuchenwiderstand in jedem Fall weniger als 20
technische Einheiten betrug.
| Tabelle 3 | Filter | Kohle | Bergwerk | Anthra- | FeststofT- | Filter | Spez. |
| Beispiel | Art CRC | cenöl | gehalt des Auszugs |
nenn druck |
Widerstand Filter |
||
| Beynon | (%) | (kp/cm2) | kuchen | ||||
| F | 5 | 3,52 | 10 | ||||
| 12 | R | 2,46 | 10 | ||||
| 13 | 50 kg | 301a | R | 5 | 2,60 | 8 | |
| 14 | R | 2,11 | 9 | ||||
| 15 | Charge | Union | R | 2,11 | 9 | ||
| 16 | 301b | Albertillery | F | 5 | 3,87 | 13 | |
| 17 | 302 | R | 6 | 2,11 | 4 | ||
| 18 | 3,7 m2 | R | 2,11 | 7 | |||
| 19 | Annesley | F | 1,76 | 3 | |||
| 20 | 702 | R | 2,81 | 3 | |||
| 21 | 2500C | F | 9 | 1,05 | 0,6 | ||
| 22 | F | 1,05 | 0,8 | ||||
| 23 | Linby | F | 0,91 | 0,5 | |||
| 24 | 902 | F | 10 | 2,11 | 6 | ||
| 25 | |||||||
F = Frisch von der Destillieranlage.
R = Rückgeführt.
R = Rückgeführt.
12
Die Tabelle 4 gibt die Auswirkung des Öl-Kohle-Verhältnisses auf den spezifischen Filterkuchenwiderstand an;
es ist ersichtlich, daß eine Abnahme des Öl-Kohle-Verhältnisses eine schnelle Zunahme des spezifischen Filterkuchenwiderstands
bewirkt.
Öl-Kohle-Nennverhältnis
Filtratviskosität
Öl
Spez. Filterkuchenwiderstand
0,6
0,9 1 1,8 1
frisches oder rückgeführtes Anthracen
rückgeführtes Anthracen
rückgeführtes Anthracen
Filter: Charge 50 kg, Temperatur 25O°C, Druck 2,1-3,5 kp/cm3.
Kohle: Beynon-Kohle Klasse 301 a.
9 9
17
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (9)
1. Verfahren zum Herstellen von Kohleauszügen,
bei dem Kohle, Kohleteer, Pech oder ein ähnlicher kohlehaltiger Stoff mit einem Lösungsmittel bei
erhöhter Temperatur zum Erhalt eines Kohleauszugs im Lösungsmittel digeriert, der erhaltene
Auszug zum Entfernen eines beträchtlichen Anteils ungelöster Stoffe filtriert und das Filtrat zur Bildung
eines Ausgangsmaterials mit niedrigem Gehalt an mineralischer Asche konzentriert wird, dadurch
gekennzeichnet, daß das Digerieren von Kohle, Teer, Pech oder einem ähnlichen kohlehaltigen Stoff mit einem Lösungsmittel bei einer «wichen ι >
Temperatur und während eines solchen Zeitintervalls erfolgt, daß die Kohle so weit digeriert wird,
daß ungelöste Kohle eine solche Korngröße und Beschaffenheit hat, daß ein Filterkuchen niedrigen
spezifischen Widerstandes gebildet wird, und daß anschließend die Filtration bei erhöhter Temperatur
und mit solcher Lösungsmittelkonzentration erfolgt, daß die Anstiegsgeschwindigkeit des Druckabfalls
am Filtermittel minimiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kohle mit einem Lösungsmittel bei
einer Temperatur von mindestens 3500C für
mindestens 5 min bis 1,5 h digeriert, der so erhaltene
Auszug bei einer Temperatur von mindestens 1500C
zum Entfernen eines beträchtlichen Anteils ungelöster und suspendierter Stoffe filtriert und das Filtrat
zum ErhaL eines Auszugs mit niedriger Mineralstoffkonzentration konzentr^n wird.
3. Verfahren Räch Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Digestior ohne wesentliche
Hydrierung der Kohle durchgeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Digestion während 20 min bis 1 h
bei einer Temperatur von 250-3000C durchgeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Lösungsmittel Anthracenöl verwendet wird und daß die Digestion bei eii.-er
Temperatur oberhalb 3000C unter Druck durchgeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Filtration unter Druck durchgeführt wird, wodurch ein Sieden des Lösungsmittels
im Filterkuchen vermieden wird, so daß der Druckunterschied im Filterkuchen vermindert wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beim Bilden des Auszugs eine
Lösungsmittel-Kohle-Konzentration im Bereich von 5 bis 2 :1 verwendet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Digerieren ein weiterer
Lösungsmittelanteil zugesetzt wird, um die Viskosität des Auszugs vor der Filtration zu senken.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß zum Senken der Viskosität des
Auszugs vor der Filtration anstatt des ursprünglichen Digestionsmittels ein niedriger siedendes
Steinkohlenteer-Leichtöl zugesetzt wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB57609/73A GB1492739A (en) | 1973-12-12 | 1973-12-12 | Production of coal digests |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2458863A1 DE2458863A1 (de) | 1975-06-19 |
| DE2458863C2 true DE2458863C2 (de) | 1983-09-08 |
Family
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