DE2231985B2 - 2,6-Pyridyl-bis-(thioharnstoffderivate), Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung - Google Patents
2,6-Pyridyl-bis-(thioharnstoffderivate), Verfahren zu deren Herstellung und deren VerwendungInfo
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Description
RSCNH
20
NHCSR
wobei R eine niedere Alkylgruppe bedeutet oder 2,6-Di(isothiocyanato)-pyridin mit einem Amin der
allgemeinen Formel
R1R2NH
umsetzt oder daß man 2,6-Diaminopyridin mit Schwefelkohlenstoff und einer Base umsetzt und das
entstehende Bis(dithiocarbamat) mit einem Alkylierungsmittel S-alkyliert und danach mit einem Amin
der allgemeinen Formel R1R2NH umsetzt wobei R1
und R2 die in Anspruch 1 angegebene Bedeutung haben.
3. Verwendung der 2,6-Pyridyl-bis-(thioharnstoffderivate) nach Anspruch 1 als Mittel gegen
Entzündungen und Kreislaufstörungen.
40
R1R2NCNH
(D
NHCNR1R2
R1R2NH
(Π)
wobei R1 und R2 die oben angegebene Bedeutung haben,
hergestellt werden.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es nicht immer erforderlich, ein Lösungsmittel zu verwenden. Es
ist jedoch möglich, die Reaktion nach Verdünnung mit einem Alkohollösungsmittel oder einem wäßrigen
Lösungsmittel durchzuführen. Die Aminolysereaktion kann bei Zimmertemperatur durchgeführt werden. Im
allgemeinen wird jedoch die Reaktion unter Erhitzen auf 40 bis 1200C beendet Im allgemeinen kann die
Verbindung gemäß Formel I durch Erhitzen einer Mischung der Verbindung II mit mehr als 2 Äquivalenten der Verbindung der Formel III während einer
kurzen Zeitdauer mit hoher Ausbeute erhalten werden. Wenn als Verbindung gemäß Formel III eine stark
basische Verbindung gewählt wird, so findet die Reaktion schon bei Zimmertemperatur statt
Die Verbindung gemäß Formel II kann hergestellt werden, indem man 2,6-Diaminopyridin mit Schwefelkohlenstoff in Gegenwart einer Base (Alkali) umsetzt,
wobei ein Bis(dithiocarbamat)-derivat erhalten wird,
welches sodann mit einem Alkylierungsmittel zur Durchführung der S-Alkylierung umgesetzt wird.
Typische Basen, welche sich für dieses Verfahren eignen, umfassen Triäthylamin, Ammoniumhydroxid,
Natriumamid oder Kaliumhydroxid. Die Reaktion kann durch folgendes Reaktionsschema dargestellt werden:
Die erfindungsgemäßen 2,6-PyridyI-bis-(thiohamstoffderivate) haben die allgemeine Formel I
wobei R1 und R2 Methyl, Äthyl oder Propyl bedeuten.
Die erfindungsgemäßen Pyridylthioharnstoffderivate können durch Umsetzung von Bis(alkyl-dithiocarbamat)-derivaten
der allgemeinen Formel II
(U)
wobei R eine niedere Alkylgruppe bedeutet, mit einem Amin der allgemeinen Formel III
H2N
NH2 + 2CS2 + 2(C2Hj)3N
SCNH
NHCS
2(C2Hj)3NH+
OV)
Wenn die Verbindung IV mit einem Alkylierungsmittel, wie z. B. Methyljodid, Äthylbromid, Dimethylsulfat
oder Alkyl-p-toluolsulfonat umgesetzt wird, so Findet die S-Alkylierung statt und man erhält ein Bis(alkyl-dithiocarbamat)-derivat
der allgemeinen Formel II.
Die erfindungsgemäßen Pyridylthioharnstoffderivate können ferner durch Umsetzung von 2,6-Di(isothiocyanato)-pyridin
der Formel
50 SCN
NCS
mit einein Dialkylamin der allgemeinen Formel
R1R2NH
R1R2NH
wobei R1 und R2 die oben angegebene Bedeutung haben,
hergestellt werden. Das als Ausgangsmaterial verwendete 2,6-Di(isothiocyanato)-pyridin kann leicht aus
2,6-Diaminopyridin über 2,6-Pyridyl-bis(triäthylammonium-dithiocarbamat)
durch Umsetzung mit Phosgen hergestellt werden. Das 2,6-Di(isothiocyanato)-pyridin
ist in Wasser stabil, es reagiert jedoch leicht mit einem Amin, wobei das Thioharnstoffderivat entsteht. Demgemäß
kann die Reaktion des 2,6-Di(isothiocycnato)-pyridins mit Dimethylamin bei Zimmertemperatur in einem
wäßrigen Lösungsmittel durchgeführt werden. Das erhaltene Thioharnstoffderivat kann leicht nach herkömmlichen
Umkristallisationsmethoden gereinigt werden.
Wenn das erhaltene Thioharnstoffderivat in Wasser
unlöslich ist, wird es aus der Reaktionslösung ausgefällt,
abfiltriert und aus Methanol umkristallisiert
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert
5,5 g 2,6-Diaminopyridin wurden in 125 ml Aceton
aufgelöst und mit 20 g Triäthylamin und 20 ml Schwefelkohlenstoff versetzt Die Mischung wurde bei
Zimmertemperatur während 48 h gerührt, wobei 13,7 g (Ausbeute 57,5%) Bis(triäthylammon!umdithiocarbamat)
der nachstehenden Formel in Form gelber Kristalle mit einem Schmelzpunkt von 110° C (Zersetzung)
ausgefällt wurden.
SCNH
NHCS
2(C2H5)JNH+
(IV)
(IV)
Bei Erhitzung dieser Verbindung mit Alkohol findet die nachfolgende Zersetzungsreaktion leicht statt:
Verbindung IV
H2N
NHCS
(C2Hs)3NH +
CH3SCNH
(Ha)
NHCSCH3
Elementar-Analyse: (C9HnN3S4)
berechnet
gefunden
gefunden
37,33%
37,37%
37,37%
3,83%
3,91%
3,91%
14,51%
14,51%
14,51%
Wenn die Verbindung IV mit Äthylbromid durch Erhitzen bei 40° C zur Durchführung der S-Alkylierung
umgesetzt wird, so erhält man die nachstehende Verbindung der Formel Hb (Verbindung II mit
R=C2Hs), welche einen Schmelzpunkt von 93-94° C
hat
20
Das erhaltene Mono(triäthylammonium-dithiocarbamat) liegt in Form von Kristallen mit einem
Schmelzpunkt von 97 — 980C (Zersetzung) und mit einer
Infrarotabsorptionsbande bei 1625 cm-1 vor. Somit kann die letztere Verbindung der Identifikation der
Verbindung IV dienen.
184 g der Verbindung IV wurden in 300 ml Methanol ίο
suspendiert und mit 12 g Methyljodid versetzt und bei Zimmertemperatur umgerührt. Zunächst bildete die
Mischung eine Lösung, worauf sich Kristalle abschieden. Nach 2stündiger Reaktion wurde das Methanol
abdestilliert und das Produkt wurde mit Wasser gewaschen und mit Benzol gewaschen und man erhielt
10,1 g (Ausbeute 87%) einer Verbindung der nachstehenden Formel Ma (Verbindung II, wobei R = CH3 ist).
Wenn die Verbindung Ua aus Aceton umkristallisiert wird, so erhält man Kristalle mit einem Schmelzpunkt so
von 130,5- 131°C.
65 C2H5SCNH
(Db)
NHCSC2H5
ίο Elementar-Analyse: (CnH15N3S4)
berechtigt
gefunden
gefunden
41,61%
41,71%
41,71%
4,76%
4,74%
4,74%
13,24%
13,40%
13,40%
40,39%
40,23%
40,23%
290 mg Bis(methyl-dithiocarbamat) der Formel Ha
und 2 ml einer 40%igen wäßrigen Dimethylaminlösung sowie 2 ml Methanol wurden vermischt und über Nacht
bei Zimmertemperatur stehengelassen. Sodann wurde die Mischung 2 h erhitzt und man erhielt 280 mg
(Ausbeute 99%) eines Thioharnstoffderivate der nachstehenden Formel mit einem Schmelzpunkt
171-172° C.
171-172° C.
25
s AA s
ίο (CHj)2NCNH NHCN(CHj)2
Elementar-Analyse: (C11H17N5S2)
berechnet
gefunden
gefunden
46,60% 6,04%
46,67% 6,08%
46,67% 6,08%
24,71% 22,62%
24,75% 22,74%
24,75% 22,74%
5,3 g 2,6-Di(isothiocyanato)-pyridin wurden mit 200 ml einer 'i5%igen wäßrigen Dimethylaminlösung
versetzt und 1 h gerührt. Die Reaktionsmischung wurde unter vermindertem Druck abgedampft und der
Rückstand wurde mit Wasser gewaschen und mit Äthylacetat extrahiert und der Extrakt wurde eingeengt
und das erhaltene Produkt wurde aus Methanol oder Äthylacetat umkristallisiert, wobei 6,3 g Pyridyl-thioharnstoff-derivat
der nachstehenden Formel mit einem Schmelzpunkt von 171 — 172°C erhalten wurden.
55
(CH3),NCNH
NHCN(CHj)2
Elementar-Analyse: (CnH17N5S2)
60 berechnet
gefunden
gefunden
46,60%
46,68%
46,68%
5,80%
6,04%
6,04%
24,40%
24,71%
24,71%
Das als Ausgangsmaterial verwendete 2,6-Di(isothiocyanato)-pyridin
wurde durch Vermischung von 5,5 g 2,6-Diaminopyridin, 6.1g Schwefelkohlenstoff, 11g
Triäthylamin und 25 ml Äthanol bei Zimmertemperatur unter Rühren während 48 h hergestellt.
Zunächst wurde das 2,6-Diaminopyridin nicht aufgelöst Es wurde jedoch danach allmählich aufgelöst und es
bildete sich eine transparente Lösung, wonach sich schließlich gelbe Kristalle abschieden. Nach der
Reaktion wurden die Kristalle abfiltriert und mit Aceton gewaschen und getrocknet Man erhielt 1435 g 2,6-Pyridyl-bis(triäthy!animonium-dithiocarbamat) mit einem
Schmelzpunkt von 95° C (Zersetzung).
40 g des erhaltenen Dithiocarbatr.ats wurden in
300 ml getrocknetem Toluol unter Rühren aufgelöst und ι ο
172 ml einer 10%igen Phosgenlösung in Toluol wurden
zu der vorherigen Lösung bei 00C gegeben und die Mischung wurde während 1 h bei 00C umgesetzt und
danach während 12 h bei Zimmertemperatur. Das Produkt wurde abfiltriert und mit Benzol und Wasser
gewaschen, wobei man 2,6-Di(isothiocyanato)-pyridin mit einem Schmelzpunkt von 159° C (Zersetzung)
erhielt
HjC S s\
S CHi
\ Il f\ Il /
NCHN-I^nJI-NHC-N
H3C \τΗ3
gemessen und der therapeutische Index LD50/ED50 gemäße
wurde errechnet. α Verbindung
Ratten mit spontan hohem Blutdruck (S-H-Ratten) mit einem Gewicht von 290 bis 340 g werden verwendet
und der systolische Blutdruck wird nach dem plethysmografischen Verfahren gemessen. Der jeweilige Wirkstoff wird in einer wäßrigen Lösung von 0,5%
Carboxymethylcellulose dispergiert und intraperitoneal injiziert Bei einer Senkung des Blutdrucks auf weniger
als 20 mm Hg wird das Mittel als wirksam angesehen und der ED50-Wert wird errechnet
LD» wird nach dem Behrens-Kärber-Verfahren
ermittelt, und zwar an männlichen Wistar-Ratten mit einem Gewicht von 270 bis 320 g.'3 Tage nach der
Verabreichung des jeweiligen Wirkstoffs wird die prozentuale Sterblichkeit festgestellt
In der folgenden Tabelle sind die Ergebnisse der blutdrucksenkenden Wirkung, der akuten Toxizität und
des therapeutischen Index angegeben.
Mittel
ED51, LD50 LD5(,/ED5,i
(mg/kg i.p.) (mg/kg i.p.)
265
480
480
85
120
Claims (2)
1.2,6-Pyridyl-bis-{thioharnstoffderivate) der allgemeinen Formel
R1R2NCNH
NHCNR1R2
wobei R1 und R2 Methyl, Äthyl oder Propyl
bedeuten.
2. Verfahren zur Herstellung der 2,6-Pyridyl-bis-(thioharnstoffderivate) nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß man ein Bis(alkyl-dithiocarbamat)-derivat der allgemeinen Formel
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|---|---|---|---|
| JP4770071A JPS5544069B1 (de) | 1971-07-01 | 1971-07-01 |
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|---|---|
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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