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Dezentrierte Formschablonenhalterung zum Schleifen von optischen dickrandigen
Brillengläsern und ihre Anwendung.
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Die Erfindung bezieht sich auf eine dezentrierte Formschablonenhalterung
zum Schleifen von dickrandigen Brillengläsern, deren optische Achse von der geometrischen
Mitte der Glasform abweicht, mittels automatischer Facettier-Schleifmaschinen.
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Zum Schleifen von Brillengläsern werden Facettierschleifautomaten
verwendet. Hierbei wird die Randform, die das Brillenglas erhalten soll, von einer
Formschablone abkopiert. Für die FormschalJonenhalterung werden zumeist drei in
einer Horizontalen liegende Aufnahmebohrungen nach DIN 5345 bzw. nach dem jeweiligen
Maschinenfabrikat verwendet. Die mittlere
Aufnahmebohrung liegt
ausnahmslos in der geometrischen Mitte und in der Drehachse. Dickrandige Brillengläser
(ab ca - 6-8 dpt) müssen mit einer Spezialfacette (Kaiserfacette) versehen werden,
damit sie in der Fassung Halt finden. Diese Facette könnte nur bei einem kreisrunden
Brillenglas in einer Ebene liegen. Bei den üblichen hiervon abweichenden Formen
erfährt die Facette aus der Ebene heraus abweichende Durchbiegungen. Damit die Facette
nach der Durchbiegung des Brillenglases aufgeschliffen werden kann, ist am Facettierautomat
eine Steuereinrichtung. Mit dieser kann die Durchbiegung der Facette bestimmt werden.
Auch kann deren Lage zwischen der vorderen und hinteren Glasfläche variabel so eingestellt
werden, wie es die dünnste Stelle des Glasrandes zuläßt.
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Müssen diese Brillengläser jedoch dezentriert facettiert werden, so
steht das Brillenglas durch die unterschiedliche Wölbung der vorderen und hinteren
Glasfläche nicht mehr symmetrisch zur Schleifdrehachse. Dadurch liegt die geschliffene
Facette am nasalen Glasrand näher an der vorderen Glasfläche als am temporalen Glasrand.
Folglich kann die Facette im nasalen bzw. temporalen Bereich bei einem konkaven
Brillenglas nur beschränkt, und bei einem konvexen Brillenglas überhaupt nicht nach
der vorderen oder hinteren Qasfläche verlagert werden. Jeder Facettenkurvenverlauf
liegt daher schräg zur Gläserebene. Das hat zur Folge, daß das Brillenglas schief
in der Brillenfassung steht. Ein vor dem Schleifen auf der Rückseite des Brillenglases
angebrachter prismatischer Keil bringt keine ausreichende Abhilfe, da auch hierbei
die optische Achse des Brillenglases noch von der Schleifdrehachse zum Teil erheblich
abweicht.
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Bei der hierbei bestmöglichen Arbeitstechnik wird auf die Vorderfläche
des Brillenglases ein Halteblock so aufgegossen, daß der Krümmungsmittelpunkt der
vorderen Brillenglasfläche auf die Schleifdrehachse verlagert wird und die Spannfläche
während des Schleifvorganges senkrecht auf der Schleifdrehachse steht. Im Einspannbereich
des Brillenglases weist dieses durch seine Dezentrabion eine Keilform auf. Der Krümmungsmittelpunkt
der hinteren Glasfläche liegt nicht auf der Schleifdrehachse. Die optische Achse
steht in einem Winkel CC zur Schleifdrehachse.
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Durch diese, im Einspannbereich des Brillenglases entstandene Keilform
besteht die Gefahr, daß das Brillenglas aus der Halterung abrutscht. Den Ausgleich
bringt hier ein auf die hintere Glasfläche aufgebrachter prismatischer Keil.
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Die Spannflächen des HalteblOcks und des Keils stehen parallel zueinander
und rechtwinklig zur Schleifdrehachse.
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Nachteilig hierbei ist, daß der Krümmungsmittelpunkt der rückseitigen
Glasfläche C2 außerhalb der Schleifdrehachse bleibt, wodurch die optische Achse
von ihr um den Winkel oc abweicht. Das Zentrum des Facettenverlaufes CF liegt, von
einer Ausnahme abgesehen, nicht auf der optischen Achse.
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Die Ausnahme ist nur dann gegeben, wenn das Zentrum des Facettenverlaufes
mit dem Krümmungsmittelpunkt der vorderen Glasfläche im Schnittpunkt der optischen
Achse mit der Schleifdrehachse zusammenfallen. Eine solche Facettenlage ist bei
dickrandigen Brillengläsern nicht erwünscht und kann auch ohne diese Steuereinrichtung
geschliffen werden.
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Benötigt man einen mehr oder weniger durchgebogenen Facettenverlauf,
so weicht das Zentrum des Facettenverlaufs wieder von der optischen Achse ab,
Bei
einem konvexen Brillenglas verlagert sich bei Verwendung von Halteblock und Keil
die Facette im nasalen Glasbereich ganz erheblich zur vorderen Glasfläche. Der Winkel
s wird größer. Die Facettenlage kann im nasalen Bereich nicht verändert werden.
Das Brillenglas steht noch schräger in der Brillenfassung, als wenn es ohne Ausgleichskeil
geschliffen wird. Das konkave Brillenglas verhält sich insoweit günstiger. Die Facette
hat immer gleichen Abstand von der Glas-Vorderfläche. Muß die Facette aber weiter
zur hinteren Glasfläche verlagert werden, so hat auch sie wieder ungleichen Abstand
zur hinteren Glasfläche. Auch dieses Glas steht dann schief in der Brillenfassung.
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Bei einem konvexen Brillenglas ergibt sich noch eine andere sehr nachteilige
Tatsache. Aus verschiedenen GrUnden wählt man einen Rohglas-Durchmesseli, bei dem
am temporalen Glasrand gerade eine Facette aufgeschliffen werden kann, das heißt
der Glasrand ist dort so dUnn, daß die Facette gerade Platz hat. Hier treffen sich
alle Facettenkurven. Es ergibt sich somit am temporalen Schleifrand ein Facettenkurven-Schnittpunkt
und gegenüber~# giedesKy am nasalen Glasrand ein ebensolcher, da die Schnittpunkte
denselben Abstand von der Schleifdrehachse haben.
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Folglich liegt der Schnittpunkt am nasalen Schleifrand fest und kann
nicht zum vorderen oder hinteren Glasrand verlegt werden.
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Alle diese Fakten sind allgemein bekannt. Als Abhilfe dagegen kennt
man nur eine selbst angefeztigte Formschablone mit einer dezentrierten Aufnahmebohrung.
Diese ist aber nur zu verwenden für den Dezentrationsbetrag, um den ihre
Aufnahmebohrung
aus ihrer geometrischen Mitte versetzt ist und die hierbei vorgesehene Dezentrationsrichtung.
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Die Erfindung geht von dem Grundgedanken aus, daß es für die Bestimmung
der Lage der Facette - jedoch auch aus anderen Gründen - günstiger ist, das Schleifen
von Brillengläsern, deren optische Achse von der geometrischen Mitte der Glasform
abweicht, nicht mit dezentrierter Halterung des Glases, sondern unter Einspannung
des Glases in solcher Lage, daß die Schleifdrehachse mit der optischen Achse zusammenfällt
und bei dezentrierter Halterung der Formschablone vorzunehmen. Von diesem Grundgedanken
ausgehend ist der Erfindung die Aufgabe gestellt, eine Formschablonenhalterung vorzuschlagen,
die eine allgemeine, universelle Anwendung erlaubt, ohne daß es notwendig ist, die
Formschablonen hierfür grundlegend abzuändern. Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt
die Erfindung eine zusätzliche Vorrichtung zum Einspannen der Formschablonen in
um den Dezentrationsbetrag der optischen Achse von der geometrischen Mitte versetzter
Lage vor.
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Diese zusätzliche Vorrichtung ermöglicht es, beliebige, im wesentlichen
unveränderte Formschablonen bei einem gegebenen Dezentrationsbetrag einzuspannen
und das Schleifen der Brillengläser aus der optischen Achse heraus mit den sich
daraus ergebenden Vorteilen vorzunehmen, ohne daß es im einzelnen Fall umständlicher
Vorbereitungsarbeiten bedarf.
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In einer vorteilhaften und zweckmäßigen Ausführungsform besteht die
erfindungsgemäße zusätzliche Vorrichtung aus mit Aufnahmebohrungen zur zentrischen
Aufnahme auf den Formschablonenhalter der Schleifmaschine versehenen Dezentrierscheiben,
die mit Mitteln zur Halterung der-Formschablonen in um den Dezentrierbetrag versetzter
Lage versehen sind.
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Eine solche Dezentrierscheibe kann gemeinsam mit beliebigen Formschablonen
benutzt werden, Für die durchschnittlichen Zwecke der Praxis der Brillenoptik ist
es zweckmäßig, einen Satz von Dezentrierscheiben bereitzuhalten, deren jede in definierter,
einem bestimmten Dezentrationsbetrag entsprechender Anordnung Mittel zur ortsfesten
Fixierung von beliebigen, mit korrespondierenden Mitteln versehenen Formschablonen
besitzt, wobei für jeden der üblicherweise vorkommenden Dezentrationsbeträge -beispielsweise
von 1 bis 8 mm in Millimeterabstufung - eine besondere Dezentrierscheibe vorgesehen
ist. Als Folge dieser Maßnahme ergibt sich, daß es mit einem Satz von beispielsweise
8 bis 10 Dezentrierscheiben möglich ist, den durchschnittlichen Bedürfnissen einer
brillenoptischen Praxis gerecht zu werden.
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In Anpassung an die übliche Formschablonenhalterung der Schleifmaschinen
ist in zweckmäßiger Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, daß jede Dezentrierscheibe
auf einer im Abstand des jeweils vorgesehenen Dezentrationsbetrages von ihrer die
zentrale Aufnahmebohrung schneidenden Mittelsenkrechten befindlichen Parallelen
zwei im Abstand voneinander angeordnete Haltestifte besitzt, und daß jede Formschablone
zusätzlich zu den vorhandenen auf ihrer Mittel-Horizontalen befindlichen Aufnahmebohrungen
auf ihrer die zentrale Aufnahmebohrung schneidenden Mittelsenkrechten mit zwei den
Haltestiften entsprechend angeordneten zusätzlichen Haltebohrungen zur Aufnahme
der Haltestifte versehen ist. Wird nun auf den Formschablonenhalter der Maschine
zunächst die Dezentrierscheibe und auf diese die Formschablone in vorbeschriebener
Weise aufgesteckt, dann kann ohne weitere Manipulationen bereits der Schleifvorgang
mit dezentrierter Formschablone be#Innen. Die
Anordnung setzt allerdings
voraus, daß die Formschablonen mit den erwähnten zusätzlichen Haltebohrungen versehen
sind, was jedoch nur geringen Aufwand verursacht. Zweckmäßig sind dabei die Haltestifte
der Dezentrierscheiben und die zusätzlichen Haltebohrungen der Formschablonen in
gleichem Abstand voneinander wie die ursprünglichen Aufnahmebohrungen der Formschablonen
und jeweils symmetrisch zur horizontalen Mittellinie angeordnet.
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Die erwähnten zusätzlichen Haltebohrungen der Formschablonen werden
erübrigt bei --Mitverwendung einer in weiterer Ausbildung der Erfindung vorgesehenen
Adapterscheibe, die mit einer Zentralbohrung vesehen ist und auf ihrer vertikalen
Mittelachse zwei Aufnahmebohrungen, auf ihrer horizontalen Mittelachse zwei Haltestifte
im Normabstand der Haltestifte des Fromschablonenhalters der Schleifmaschine besitzt.
Durch die Mitverwendung dieser Adapterscheibe wird es. ermöglicht, die senkrechte
Anordnung der Haltestifte der Dezentrierscheibe in eine horizontale Anordnung umzuwandeln,
so daß die Formschablone mittels ihrer ursprünglichen Aufnahmebohrungen auf die
Haltestifte aufgesteckt werden kann. In der Praxis wird dabei derart vorgegangen,
daß auf din Formschablonenhalter zunächst die Dezentrierscheibe, auf diese die Adapterscheibe
und hierauf schließlich die Formschablone aufgesteckt wird, wobei sich eine Dezentration
- entsprechend der Lage der Dezentrierscheibe -in horizontaler Richtung ergibt.
Das gleiche System kann auch zu entsprechender Dezentration in vertikaler Richtung
verwendet werden, wozu es lediglich erforderlich ist auf den Formschablonenhalter
der Maschine zunächst die Adapterscheibe, auf diese die Dezentrierscheibe und hierauf
schließlich die-Formschablone aufzustecken; in letzterem
Fall gelangt
nämlich die Dezentriersc*e##e1iYnV#ne zu ihrer Normallage um 900 verdrehte Lage
und bewirkt somit eine Dezentration in vertikaler Richtung.
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Hiernach erscheint es leicht verständlich, daß die erz in dungsgemäße
Vorrichtung auch zu einer Dezentration in irgend einer spitzwinkligen Richtung zwischen
der Horizontalen und der Vertikalen angewendet werden kann. Zu diesem Behuf ist
es lediglich notwendig, zwei Dezentrationsscheiben übereinander aufzustecken, deren
eine den Dezentrationsbetrag in horizontaler Richtung, deren andere den Dezentrationsbetrag
in vertikaler Richtung bestimmt, woraus sich als Resultante eine-Dezentration in
Schrägrichtung ergibt.
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Anstelle eines Satzes von Dezentrierscheiben mit jeweils fix eingestelltem
Dezentrationsbetrag erscheint es erz in dungsgemäß auch möglich, Dezentrierscheiben
mit verstellbaren Mitteln zur Halterung der Formschablonen in um einen innerhalb
vorgesehener Grenzen einstellbaren Dezentrationsbetrag versetzter Lage vorzusehen.
Hierzu kann beispielsweise die Dezentrierscheibe zweiteilig aus zwei flachen aufeinanderliegenden
Plättchen ausgebildet sein, deren eines auf den Formschablonenhalter der Maschine
aufzusteckende Teil mit je einem Spindeltrieb in horizontaler und vertikaler Lage
mit Feingewindespindel, die einen Mitnehmer besitzt, versehen ist, während das andere
von den Mitnehmern geführte Teil die Haltestifte für die Formschablone in nicht
dezentrierter Null-Lage trägt. Durch Verstellung der Spindeltriebe kann stufenlose
Dezentration in horizontaler und vertikaler Richtung erfolgen.
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Die beschriebene Ausbildung der zusätzlichen Vorrichtungsteile und
der gegebenenfalls geringfügig geänderten Formschablonen ist in erster Linie für
neuzeitliche Schleifautomaten vorgesehen, bei denen die Halterung der Formschablonen
nur mittels der Haltestifte erfolgt. Bei älteren Schleifautomaten, bei denen die
Formschablonen mit ihrer mittleren Haltebohrung auf die Schleifdrehwelle aufgesteckt
und
mit einer Mutter festgeschraubt wird, ist eine gewisse Änderung der Formschablonen
unerläßlich, da deren zentrale Bohrung eine seitliche Verlagerung gegenüber der
Schleifdrehwelle nicht erlaubt. Um eine solche zu ermöglichen ist es nötig, die
zentrale Bohrung der Formschablonen etwas aufzuweiten und in seitlicher Richtung
zu einem Langloch zu verlängern, so daß die Formschablone gegenüber dem sie durchdringenden
Wellenstumpf der Schleifdrehwelle seitlich versetzt werden kann.
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Die Erfindung wird nachstehend zum besseren Verständnis an Hand der
Zeichnungen erläutert. In diesen zeigen: Fig. 1 ein konkaves zum Schleifen vorgesehenesBrillenglas
im Horizontalschnitt mit der eingezeichneten Schar der möglichen Facetten-Schleifkurven
bei nicht dezentrierter Schleifdrehachse nebst zugehörigen Hilfslinien zur Veranschaulichung
des Problems in schematischer Skizze; Fig. 2 ein ebensolches Brillenglas bei dezentrierter
Schleifdrehachse in grundsätzlich gleicher Darstellung; Fig. 3 ein ebensolches mittels
Halteblock und Keil zum Schleifen vorbereitetes Brillenglas bei dezentrierter Schleifdrehachse
in gleicher Darstellung; Fig. 4 ein stark konvexes zum Schleifen bei nicht dezentrierter
Schleifdrehachse vorgesehenes Brillenglas im Horizontalschnitt mit eingezeichneter
Facettenkurvenschar und Hilfslinien;
Fig. 5 ein ebensolches bei
dezentrierter Schleifdrehachse in grundsätzlich gleicher Darstellung; Fig. 6 ein
ebensolches mittels Halteblock und Keil zum Schleifen vorbereitetes Brillenglas
bei dezentrierter Schleifdrehachse in gleicher Darstellung; Fig. 7 eine entsprechend
vorbereitete Formschablone in Draufsicht; Fig. 8 eine Dezentrierscheibe in Draufsicht;
Fig. 9 eine Adapterscheibe in Draufsicht.
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In den der Erläuterung der allgemeinen optischen, physikalischen und
mechanischen Voraussetzungen dienenden Figuren 1 bis 6 bedeuten die angegebenen
Bezugszeichen jeweils folgendes: A-B - Schleifdrehachse der zu schleifenden Linse;
C-D - optische Achse der zu schleifenden Linse; O - Schnittpunkt der optischen Achse
mit der vorderen Glasfläche (optischer Mittelpunkt des Glases); cc - Dezentrationswinkel;
d - Dezentrationsbetrag im Längenmaß auf der vorderen Glasfläche; C1 - Krümmungsmittelpunkt
der vorderen Glasfläche; C2 - Krümmungsmittelpunkt der hinteren Glasfläche; CF -
Krümmungsmittelpunkte (CF1, CF2, CF CF4) der verschiedenen möglichen Facettenkurven;
rF - Radien (rF1, rF2, rF3, rF4, ...> der verschiedenen möglichen Facettenkurven;
F - Facettenkurven-Schnittpunkt am temporalen Glasrand;
S - Facettenkurven-Schnittpunkt
am nasalen Glasrand; H - Nasaler Schleifrand; I - Temporaler Schleifrand.
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12 - Halteblock aus Metall 13 - Prismatischer Keil aus Metall 14,15
- Vordere bzw. hintere Spannfläche In Figur 1 sind die allgemeinen optischen und
physikalischen Voraussetzungen beim Schliff eines stark konkaven und dementsprechendbreitrandigen
Brillenglases für den Fall veranschaulicht, daß die Schleifdrehachse A-B mit der
optischen Achse C-D zusammenfällt, die Schleifdrehachse somit die vordere Glasfläche
im optischen Mittelpunkt 0 des Glases schneidet. In diesem Fall liegen die Krümmungsmittelpunkte
C1und C2 der vorderen und der hinteren Glasfläche sowie auch die Krümmungsmittelpunkte
CF tl bis 4) sämtlicher Facettenkurven auf der Schleifdrehachse A-B und gleichzeitig
auf der optischen Achse C-D. Nach Abschleifen des Glasrandes bis zur Linie H bzw.
I.ergibt sich, daß die Schnittpunkte der Facettenkurven mit dem nasalen Glasrand
H in gleichmäßiger Streuung auf der Randfläche liegen, so daß die im jeweiligen
Fall geeignete Facettenkurve frei gewählt werden kann.
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Beim Schleifen des gleichen Brillenglases mit dezentrierter Schleifachse
(Fig. 2) liegen die Verhältnisse anders.
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Die Schleifdrehachse A-B ist um den Dezentrationsbetrag d gegen den
optischen Mittelpunkt O bzw. um-den Dezentrationswinkel cm gegen die optische Achse
C-D verlagert. Die Krümmungsmittelpunkte C1 und C2 liegen nicht auf der Schleifdrehachse
und die Krümmungsmittelpunkte der Facettenkurven
CF (1 bis 3) liegen
zwar auf der Schleifdrehachse, aber nicht au r optischen Achse. Die verschiedene
Wölbung der vorderen und hinteren Glasfläche bewirkt, daß das Glas zur Schleifdrehachse
unsymmetrisch steht, was zur Folie hat, daß die angeschliffene Facette ebenfalls
unsymmetrisch zum Glas ilecjt und zwar (val. H in Flip. 2) am nasalen Glasrand H
näher an der vorderen Glasfläche als am temporalen Glasrand I. Das Brillenglas sitzt
deshalb schief in der Fassung. In diesem Fall hat die Facettenkurve mit dem nahezu
auf der optischen Achse C-D in der Nähe ihres Schnittpunktes E mit der Schleifdrehachse
A-B liegenden Krümmungsmittelpunkt CF2 die relativ günstigste Lage, da diese annähernd
symmetrisch im Glasrand liegt.
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Etwas günstiger liegen die Verhältnisse bei Verwendung eines aufgegossenen
Halteblocks 12 nebst prismatischem Keil 13 als Einspannhilfe gemäß Figur 3. Unter
Beibehaltung des Dezentrationsbetrags d wird das Brillenglas durch den Keil 13 derart
verlagert, daß der Krümmungsmittelpunkt C1der vorderen Glasfläche auf der Schleifdrehachse
A-B liegt. Der Dezentrationswinkel X ist bei gleicher linearer Dezentration d kleiner
als bei Figur 2, die Spannflächen 14 und 15 stehen parallel zueinander und die Facettenkurven
liegen besser verteilt auf den beiderseitigen Glasrändern, so daß ihre Wahl besser
getroffen werden kann und das Glas annähernd parallel zur Ebene der Brillenfassung
steht. Von Nachteil ist indessen auch hier, daß C1 außerhalb der Schleifdrehachse
liegt und die Krümmungsmittelpunkte der Facettenkurven ausgenommen CF1 - nicht auf
der optischen Achse liegen.
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Wesentlich ungünstiger sind die allgemeinen Voraussetzungen bei dicken,
konvexen Brillengläsern. Figur 4 zeigt analog Figur 1 den Fall, daß die Schleifdrehachse
A-B mit der optischen Achse C-D zusammenfällt, also den optischen Mittelpunkt 0
des Glases schneidet. Die Krümmungsmittelpunkte C1, C2 der vorderen und hinteren
Glasfläche und die Krümmungsmittelpunkte CF tl bis 4) der Facettenkurven liegen
sämtlich auf der Schleifdrehachse und der optischen Achse, das Glas ist auf diese
zentriert und steht symmetrisch zu ihnen. Beim Abschleifen des Glases bis zu den
Linien H bzw.
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I ( I liegt annähernd beim ursprünglichen Glasrand) liegen die Schnittpunkte
der Facettenkurven mit dem nasalen Glasrand H in gleichmäßiger Verteilung auf der
Randfläche, während sie sich am temporalen Glasrand in einem Punkt F schneiden.
Dies bedeutet für die Praxis, daß auf der temporalen Seite keine Wahlmöglichkeit
für die Lage der Facette besteht; sie fällt praktisch mit dem dünnen Glasrand zusammen,
während ihre Lage auf der nasalen Seite über die ganze Randbreite gewählt werden
kann.
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Bei dezentrierter Einspannlage gemäß Figur 2 um den Dezentrationsbetrag
(d) fallen Schleifachse A-B und optische Achse C-D um den beträchtlichen Dezentrationswinkel
oc auseinander, C1 und C2 rücken aus der Schleifachse A-B, die Punkte CF (1 bis
4) hingegen aus der optischen Achse C-D heraus, die hintere Glasfläche nimmt eine
ansehnliche Schräglage gegen die Schleifdrehachse ein. Die Facettenkurven schneiden
sich sowohl am temporalens als auch am nasalen Glasrand I bzw. H in einem Punkt
F bzw. Gp was bedeutet, daß die Lage der Facette am nasalen Glasrand fixiert ist
und keine Wahlmöglichkeit für sie besteht.
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Durch die Verwendung eines Halteblocks 12 auf der Vorderseite und
eines prismatischen Keils 13 auf der Rückseite des Glases werden die Verhältnisse
nur insoweit geändert, als die Schräglage der hinteren Glasfläche zur Schleifdrehachse
und der Dezentrationswinkel oC noch größer werden. Die Schnittpunkte F bzw. G der
Facettenkurven liegen auch in diesem Fall im Glasrand I bzw. H, so daß die Lage
der Facette an den Rändern fixiert ist. Die Facette liegt in Figur 6 etwas näher
an der vorderen Kante als bei Figur 5. Hieraus folgt, daß das Glas in beiden Fällen
in der Fassung eine beträchtliche Schräglage einnimmt.
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Demgegenüber macht nun die Erfindung von einer gelegentlich schon
vereinzelt in Benutzung gekommenen Verfahrensweise Gebrauch, wonach nicht das mit
außermittigem optischen Mittelpunkt zu schleifende Brillenglas, sondern die zugehörige
Formschablone dezentriert eingespannt wird, somit also die Verlagerung des optischen
Mittelpunktes der Linse aus der geometrischen Mitte nicht beim Einspannen, sondern
durch die Materialabtragung beim Schleifen erfolgt. Diese Verfahrensweise wird gelegentlich
in Sonderfällen geübt, wozu es bisher jedoch in jedem Fall erforderlich war, eine
besondere Schablone mit dezentrierv ten Aufnahmebohrungen neu anzufertigen, die
dann nur für den gewählten Dezentrationsbetrag verwendet werden kann.
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Die Erfindung löst diese technische Aufgabe auf andere Art und Weise.
Figur 7 zeigt eine Formschablone 2, die außer ihren ursprünglich vorhandenen Aufnahmebohrungen
20 in der geometrischen Mitte und 21 beiderseits derselben
abstandsgleich
auf der horizontalen Mittellinie, zwei zusätzliche Aufnahmebohrungen 22 auf einer
senkrechten Mittellinie besitzt, die abstandsgleich beiderseits der zentralen Aufnahmebohrung
20 angeordnet sind. Die Aufnahmebohrungen 22 haben voneinander und von der geometrischen
Mitte den gleichen Abstand wie die Aufnahmebohrungen 21. Hierzu ist ferner eine
Dezentrierscheibe 3 gemäß Figur 8 vorgesehen, die Aufnahmebohrungen 30, 31 in übereinstimmender
Lage mit den Aufnahmebohrungen 20, 21 der Formschablone besitzt. Die Dezentrierscheibe
3 besitzt außerdem zwei Haltestifte 32i die auf einer im Abstand des Dezentrationsbetrages
d von der Mittelsenkrechten parallelen Senkrechten angeordnet sind. Die Dezentrierscheibe
3 wird mit ihren Aufnahmebohrungen 30, 31 auf den Formschablonenhalter des Schleifautomaten
aufgesteckt, sodann wird auf deren Haltestifte 32 die Formschablone mittels ihrer
zusätzlichen Aufnahmebohrungen 22 aufgesteckt. Damit ist die Formschablone um den
vorgesehenen Betrag dezentriert und der Schleifvorgang kann erfolgen.
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Da jede Dezentrationsscheibe 3 für einen definierten, fixen Dezentrationsbetrag
zugerichtet ist, empfiehlt es sich, für die durchschnittlich vorkommenden Dezentrationsbeträge
von 1 bis ca. 8 mm, in Millimeterstufen je eine Dezentrierscheibe bereit zu halten.
Hingegen kann jede Dezentrierscheibe in Verbindung mit jeder beliebigen Formschablone
gebraucht werden, so daß ein Satz von ca. acht Dezentrierscheiben für die durchschnittlichen
Bedarfsfälle genügt.
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In weiterer Vervollkommnung des Erfindungsgedankens ist zusätzlich
eine Adapterscheibe 4 (Figur 9) vorgesehen, die
die Funktion zu
erfüllen hat, die Halterung für die Formschablone 2 durch die Haltestifte 32 aus
deren vertikaler Anordnung in eine horizontale Anordnung umzusetzen, wodurch die
Wirkung erzielt wird, daß die Formschablonen 2 ohne die zusätzlichen Aufnahmebohrungen
22 weiterverwendet werden könnenwdiese sich also erübrigen. Die Adapterscheibe 4
besteht aus einer einfachen, zweckmäßig kreisförmig oder quadratisch gestalteten
Scheibe mit einer Zentralbohrung 40, zwei auf ihrer Mittelhorizontalen im Normabstand
entsprechend den Aufnahmebohrungen 20 der Formschablonen 2 angeordneten Haltestiften
41 und zwei auf ihrer Mittelsenkrechten im Normabstand entsprechend den Haltestiften
32 der Dezentrierscheiben angeordneten Aufnahmebohrungen 42. Bei der Anwendung wird
auf den Formschablonenhalter der Maschine zunächst die Dezentrierscheibe 3, aufgesteckt,
deren Haltestifte 32 in einer Vertikalen stehen; auf diese (32) wird die Adapterscheibe
4 mittels ihrer Aufnahmebohrungen 42 aufgesteckt-, deren Haltestifte 41 nun ihrerseits
wieder in der Mittelhorizontalen stehen, auf welche nun die Formschablone mittels
ihrer ursprünglichen Aufnahmebohrungen 21 aufgesteckt werden kann.
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Das gemeinsame Arrangement von Dezentrierscheibe und Adapterscheibe
ermöglicht einen weiteren interessanten Anwendungsfall; wird nämlich auf den Formschablonenhalter
der Maschine zuerst die Adapterscheibe 4, auf diese die Dezentrierscheibe 3 und
hierauf schließlich die Formschablone 2 aufgesteckt, so nimmt die Dezentrierscheibe
3 - wie leicht einzusehen - eine um 900 verdrehte Lage ein und bewirkt eine Dezentration
nicht in horizontaler, sondern
in vertikaler Richtung. Wird anstelle
der Adapterscheibe 4 eine zweite Dezentrierscheibe eingesetzt, so wird dadurch sowohl
in horizon#taler als auch in vertikaler Richtung eine Dezentration bewirkt, somit
als Resultierende eine Dezentration in einer Spitzwinkellage zur Horizontalen.
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Die beschriebene Ausbildung der Formschablonen und Dezentrierscheiben
ist allerdings nur an automatischen Facettierschleifmaschinen neuerer Bauart, deren
Schablonenhalterung als Zweistifthalterung, entsprechend den Aufnahmebohrungen 21
der Formschablonen ausgebildet ist, anwendbar. Bei Schleifautomaten älterer Bauart,
bei denen die Formschablonen hingegen mit ihrer mittleren Aufnahmebohrung auf die
Schleifdrehwelle aufgesteckt und mit einer Mutter festgeschraubt werden, erweist
sich demgegenüber eine gering fügige zusätzliche Änderung als notwendig. Auch bei
solchen Maschinen wird die Dezentrierscheibe 3 mit ihrer zentralen Aufnahmebohrung
auf die Schleifdrehwelle aufgesteckt. Da diese jedoch aus der Dezentrierscheibe
herausragt, kann die Formschablone 2 auf die Dezentrierscheibe nur aufgesteckt werden,
wenn dafür Sorge getragen ist, daß die Schleifdrehwelle die Formschablone durchdringen
kann, und das ist bei dezentriert eingespannter Formschablone 2 nur möglich, wenn
deren zentrale Bohrung 20 etwas erweitert und in Dezentrationsrichtung zu einem
Langloch verlängert ist (nicht dargestellt). In diesem Anwendungsfall ist allerdings
der Nachteil in Kauf zu nehmen, daß jede Formschablone durch Erweiterung und Verlängerung
der Zentralbohrung zugerichtet werden muß, dann jedoch für alle vorkommenden Dezentrationsbeträge
in Verbindung mit allen Dezentrierscheiben des Satzes benutzt werden kann. Auch
müssen die Formschablonen 2 mit den auf der Mittelsenkrechten
angeordneten
Aufnahmebohrungen 22 versehen sein, da ihre ursprünglichen Aufnahmebohrungen 21
bzw. wenigstens eine von diesen durch die Erweiterung und Verlängerung der Zentralbohrung
20 zumeist in Mitleidenschaft gezogen werden und ihren ursprünglichen Zweck der
Aufnahme der Haltestifte nicht mehr gerecht werden. Aus diesem Grunde sind auch
die Adapterscheiben 4 bei solchen Schleifmaschinen älterer Bauart nicht anwendbar.
Wie zuvor erläutert, ist jedoch auch bei der Anwendung auf solchen Schleifmaschinen
lediglich ein Satz Dezentrierscheiben abgestufter Dezentration zu einer beliebigen
Anzahl verschiedener Formschablonen notwendig.