DE2256039B2 - Herstellung von l,4Dicyanbutenen - Google Patents
Herstellung von l,4DicyanbutenenInfo
- Publication number
- DE2256039B2 DE2256039B2 DE2256039A DE2256039A DE2256039B2 DE 2256039 B2 DE2256039 B2 DE 2256039B2 DE 2256039 A DE2256039 A DE 2256039A DE 2256039 A DE2256039 A DE 2256039A DE 2256039 B2 DE2256039 B2 DE 2256039B2
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- tricyanobutane
- reaction
- dehydrocyanation
- catalyst
- methyleneglutaronitrile
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Granted
Links
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C253/00—Preparation of carboxylic acid nitriles
- C07C253/30—Preparation of carboxylic acid nitriles by reactions not involving the formation of cyano groups
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C253/00—Preparation of carboxylic acid nitriles
- C07C253/08—Preparation of carboxylic acid nitriles by addition of hydrogen cyanide or salts thereof to unsaturated compounds
- C07C253/10—Preparation of carboxylic acid nitriles by addition of hydrogen cyanide or salts thereof to unsaturated compounds to compounds containing carbon-to-carbon double bonds
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Health & Medical Sciences (AREA)
- Toxicology (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
- Low-Molecular Organic Synthesis Reactions Using Catalysts (AREA)
- Transition And Organic Metals Composition Catalysts For Addition Polymerization (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von 1,4-Dicyanbutenen, die wertvolle Zwischenprodukte
für die Herstellung von Adiponitril sind.
Adiponitril ist eine Chemikalie von sehr großer
X H
NC C C-R CN
Y Z
Y Z
Die Substituenten X, Y und Z stehen hierin für Wasserstoff, einen Kohlenwasserstoffrest oder einen
sonstigen Rest, während der Substituent R Alkenyl bedeuten oder überhaupt fehlen kann. Gerade aufgrund
dieser Gleichung wäre jedoch zu erwarten, daß die Pyrolyse von 1,2,4-Tricyanbutan, nämlich derjenigen
Verbindung aus obiger Gleichung (I), bei der die
Il Il
I I
NC C C CH,CH, CN
Il
II CN
Ivs ist daher als überraschend anzusehen, wenn eine
solche Pyrolyse in ganz anderer Weise abläuft.
Aus verschiedenen Gründen sind die Methoden, die bisher für die Umwandlung von Acrylnitril in Adiponitril
entwickelt wurden, nicht völlig befriedigend. Zn den
technischer Bedeutung, da es einfach in Hexamethylendiamin übergeführt werden kann, das sich bekanntlich
zur Herstellung von Polyamiden eignet. Infolge der Entwicklungen auf dem Gebiet der Acrylnitrilproduktion
ist Acrylnitril in Mengen und zu einem Preis verfügbar geworden, die diesen Stoff als Rohstoff für die
Herstellung von Adiponitril geeignet erscheinen lassen. In der Tat wurden zahlreiche Versuche unternommen,
einen befriedigenden Weg zur Herstellung von Adiponitril unter Verwendung von Acrylnitril als Ausgangsstoff
zu finden.
Ein solcher Weg beruht auf der Umwandlung von Acrylnitril in das 3-Halogenpropionitrilderivat durch
Addition von Halogenwasserstoff. Anschließend wird dieses Halogenpropionitril mittel s bestimmter Kupplungsmittel
in Adiponitril übergeführt Einschlägige Veröffentlichungen auf diesem Gebiet sind beispielsweise
die BE-PS 7 46 415,7 46 416,7 58 035 und / 46 417.
Andere Wege beruhen auf der elektrolytischen Umwandlung von Acrylnitril in Adiponitril oder der
reduktiven Kupplung von Acrylnitril mittels verschiedener
Metallamalgame. Es gibt zahlreiche Veröffentlichungen, die sich mit diesen Verfahren befassen, ein
Beispiel von vielen ist die US-PS 3» 62 478. Außerdem wurden reduktive Dimerisierungen von Acrylnitril in
Gegenwart von Rutheniumkatalysatoren zur Herstellung von Adiponitril vorgeschlagen. Als eine von einer
Reihe derartiger Veröffentlichungen wird die BE-PS 6 77 989 genannt.
Eine weitere in Betracht gezogene Methode ist die direkte Dimerisierung von Acrylnitril zu dem linearen
1,4-Dicyanderivat oder Mischungen, die dieses Derivat enthalten.
Die US-PS 35 38 141 bietet einen guten Überblick über den Stand der Technik auf diesem Gebiet und
beschreibt ein katalytisches Verfahren zur Durchführung der linearen imerisierung.
Die US-PS 24 07 848 befaßt sich mit der Pyrolyse von Dicyanoacycloalkenen unter Bildung von Cyanoacycloalkanen.
In Spalte I1 Zeilen 45 bis 54 dieser US-PS wird
folgende Reaktionsgleichung (I) unter Angabe der Substituentenbezeichnungen angeführt:
C C R CN f HCN (I)
I
γ ζ
Substiluenten X und Y jeweils Wasserstoff bedeuten, Z für -CN steht und der Substituent R den Rest
-CHiCHi- darstellt, zur Hudung von 2,4-Dicyan-1-buten
führen würde, und ein derartiges Verhalten ließe sich durch folgende analoge Reaktionsgleichung (2)
darstellen:
C C CII,CII, CN ι HCN |J)
j I
Il CN
Nachteilen solcher bekannter Methoden gehören hoher Energiebedarf, die Verwendung kostspieliger Reagentien
oder Katalysatoren, niedere Reaktionsgeschwindigkeiten und Ausbeuten.
Bekanntlich verläuft die Dimensioning von Acrylni
tril mit rascher Geschwindigkeit unter zweckmäßigen
Bedingungen, jedoch unter Bildung des verzweigten Dimeren 2-Methylenglutarnitrii als Hauptprodukt
Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß sich dieses 2-Methylenglutarnitril leicht nach Patent (Patentanmeldung
P 22 65 2995) in 1,2,4-Tricyanbutan überführen
läßt und daß dieses durch die erfindungsgemäße Behandlung in 1,4-Dicyanbutene übergeführt werden
kann. Die 1,4-Dicyanbutene sind eine Mischung aus cis- und trans-l,4-Dicyan-l-buten, jedoch entstehen auch to
eis- und trans-l,4-Dicyan-2-buten.
Gegenstand der Erfindung ist demnach ein Verfahren zur Herstellung von 1,4-Dicyanbutenen, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß man 1,2,4-Tricyanbutan bei einer Temperatur von etwa 100 bis etwa 10000C, ii
gegebenenfalls in Gegenwart einer Verbindung eines Alkali- oder Erdalkalimetalls, eines Metalls der Gruppe
Hb, HIa, IVa, Va, Via, VIIa oder VIII des Periodensystems,
eines Lanthanidenmetalls oder von Indium,
Thallium oder 3lei, eines insbesondere tertiären _'o
Phosphins oder Amins, einer quaternären Phosphonium-
oder Ammoniumverbindung oder eines basischen Ionenaustauschharzes als basischem Katalysator, in
flüssiger oder Dampfphase dehydroeyaniert, dabei eine
Konzentration von 1,4-Dicyanbutenen und dem als Nebenprodukt entstandenen 2-Methylenglutarnitril im
Verhältnis zu 1,2,4-Tricyanbutan in der flüssigen Phase von nicht mehr als 40 Molprozent einhält und aus dem
erhaltenen Gemisch von 1,4-Dicyanbutenen und ?-Methylenglutarnitril die 1,4-Dicyanbutene, zweckmäßig
durch fraktionierte Destillation, gewinnt.
Bei der Dehydrocyanierung wird die Cyangruppe am Kohlenstoffatom 2 entfernt. Das Verfahren wird
vorzugsweise in flüssiger Phase unter Verwendung der vorstehend genannten basischen Katalysatoren durchgetührt;
in der Dampfphase kann aber ebenfalls gearbeitet werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist Teil eines Gesamtverfahrens, bei dem beginnend mit Acrylnitril
letztlich 1,4-Dicyanbutene hergestellt werden. Das Gesamtverfahren verläuft nach folgendem Schema:
2CIL-CII-C=N N-C-C-CH2-CH2^C-N
CH,
N=C-CH,
b)
b) N=C-C-ClL-CH2-C-NfIICN >
N-C-CH -CH2 CH2-C =
N-C CFi2
O N-C-CH-CH2 CH2-C N
Das in Reaktion »c« als Produkt angegebene 1,4-Dicyan-1-buten ist eine eis- und trans-Isomerenmischung
und stellt das Hauptprodukt dar. Cis- und Irans-1,4-Dicyan-2-buten werden ebenfalls gebildet.
Die Dehydrocyanierungsreaktion wird bei Temperaturen
von etwa 100 bis etwa 1000°C entweder in der Dampfphase oder in der flüssigen Phase durchgeführt,
wobei Umsetzungen in der flüssigen Phase bevorzugt werden. Vorteilhafterweise wird diese Dehydrocyanierung
in Gegenwart eines bestimmten basischen Katalysators durchgeführt. Zweckmäßigerweise wird
die Dehydrocyanierung in der flüssigen Phase bei Temperaturen von etwa 100 bis 700°C. noch besser bei
Temperaturen zwischen etwa 200°C und etwa 500°C und vorzugsweise bei Temperaturen zwischen etwa 220
und etwa 35O°C durchgeführt. Außerdem wird diese Dehydrocyanierung unter Bedingungen vorgenommen,
mit denen eine außerordentlich hohe Ausbeute an 1,4-Dicyanbutenen und an 2-Methylenglutarnitril als
Nebenprodukt erzielt wird, das leicht in eine frühere Stufe (Reaktion »b«) zurückgeführt werden kann. Diese
optimalen Bedingungen umfassen die Maßnahme, während der Dehydrocyanierung niedrige Konzentrationen
der 1,4-Dicyanbutene und 2-Methylenglutarnitril im Verhältnis zum Ausgangsmaterial 1,2,4-Tricyanbutan
von nicht mehr als 40 Molprozent einzuhalten.
Bei der Dehydrocyanierung wird vorteilhaft ein bestimmter basischer Katalysator angewandt. Beim
Arbeiten in der Dampfphase befindet sich der basische Katalysator vorzugsweise auf einem festen Träger, wie
Koks, Aktivkohle, Aluminiumoxid, Siliciumdioxid-Aluininiumoxid,
den Aluminnsilikaten oder Kieselsäuregel.
N-C CH
c) - CII -CH, CH, C= N + HCN
Bei der Umsetzung in der flüssigen Phase wird der Katalysator am vorteilhaftesten in der Reaktionsmischung
gelöst oder suspendiert., und s ist daher kein Träger erforderlich.
Wenn Katalysatoren verwendet werden, was bevorzugt ist, können die angewandten Mengen in weiten
Grenzen schwanken. Im allgemeinen werden Mengen angewandt, die 0,01 bis 1000 mMol Katalysator pro
Liter Reaktionslösung, zweckmäßig 0,05 bis 500 mMol Katalysator pro Liter Reaktionslösung und vorzugsweise
0,1 bis 400 mMol Katalysator pro Liter Reaktionslösung ergeben.
Es können auch Lösungsmittel in einer Konzentration von etwa 5 bis etwa 99%, vorzugsweise etwa 20 bis etwa
95%, angewandt werden.
Nach der Dehydrocyanierung wird das Reaktionsgemisch nach üblichen Methoden, z. B. durch Destillation,
aufgearbeitet.
Es ist vorteilhaft, die Dehydrocyanierung derart durchzuführen, daß der Cyanwasserstoff im Maße
seiner Bildung aus der Reaktionsmischling entfernt wird.
Es ist natürlich wünschenswert, die 1,2,4-Tricyanbulandehydrocyanierung
so durchzuführen, daß die höchste Ausbeute an gewünschten 1,4-Dicyanbutenen und 2-Methylenglutarnitril, das ohne merklichen Ausbeuteverlust
in das Verfahren zurückgeführt werden kann, erzielt wird. Es wurde gefunden, daß gemäß einem
weiteren Merkmal der Erfindung eine erheblich verbesserte Ausbeute erzielt wird, wenn während der
Dehydrocyanierung niedrige Produktkon/entrationen aufrechterhalten werden. So dürfen während des
Verlaufs der Dehydrocyanierung nicht mehr als 40 Molprozent l,4-Dicyanbuten + 2-MethyIenglutarnitriI
im Verhältnis zu 1,2,4-Tricyanbutan vorhanden sein. Wenn die Dehydrocyanierung in dieser Art und Weise
durchgeführt wird, wird das Ausmaß, in dem andere Reaktionen, die während der Dehydrocyanierung
ablaufen und zur bildung von unerwünschten Nebenprodukten führen, vermindert.
Noch vorteilhafter in bezug auf die Ausbeute ist es, wenn die Konzentration von l,4-Dicyanbuten + 2-Methylenglutarnitril.
im Verhältnis zu 1,2,4-Tricyanbutan in der Dehydrocyanierungsreaktion bei einem Wert
gehalten wird, der vorzugsweise nicht mehr als 20 Molprozent und am vorteilhaftesten nicht mehr als 10
Molprozent beträgt. Bei der Dehydrocyanierung werden also die besten Ergebnisse erzielt, wenn die
Konzentration an 1,4-Dicyanbutenen+ 2-Methylenglutarnitril
bei nicht mehr als 4 Mol pro 10MoI nichtumgesetztem 1,2,4-Tricyanbutan in der Reaktionsmischung, verzugsweise bei nicht mehr als 2 MoI und am
vorteilhaftesten bei nicht mehr als 1 Mol pro 10 Mol
nichtumgesetztem 1,2,4-Tricyanbutan gehalten wird.
Es wurde gefunden, daß dann, wenn bei der Durchführung der DehydrocyanierungsreRaktion nur
eine Mindestkonzentration dieser Dehydrocyanierungsprodukte (d.h. der 1,4-Dicyanbutene und 2-Methylenglutarnitril)
in der flüssigen Reaktionsmischung aufrechterhalten wird, die höchsten Ausbeuten an diesen
Produkten erzielt werden. In der Praxis werden die genannten niederen Produktkonzentrationen während
der Dehydrocyanierung nach verschiedenen Methoden aufrechterhalten. In einem kontinuierlichen Reaktionssystem wird die Dehydrocyanierung vorteilhafterweise
unter solchen Bedingungen durchgeführt, daß erzeugte 1,4-Dicyanbutene und 2-Methylenglutarnitril unmittelbar
verdampfen und aus der Reaktionszone zusammen mit dem Cyanwasserstoff entfernt werden. Nach einer
bevorzugten Methode wird die Dehydrocyanierung mit einer siedenden Reaktionsmischung durchgeführt und
ein Teil des 1,2,4-Tricyanbutans zusammen mit den
Dehydrocyanierungsprodukten über Kopf entfernt. Durch geeignete Temperatur- und Druckeinstellung
und Rückführung von absiedendem 1,2,4-Tricyanbutan lassen sich leicht die gewünschten niederen Konzentrationen
an 1,4-Dicyanbutenen '\nd 2-Methylenglutarnitril
erreichen. So ist es zur Erleichterung der Konz~ntrationssteuerung
im allgemeinen zweckmäßig, die Pyrolyse bei Drucken zwischen etwa 0,01 Atmosphären
absolut und etwa 100 Atmosphären absolut durchzuführen, wenn die Pyrolyse bei den normalerweise
erwünschten und bevorzugten Temperaturen vorgenommen wird. Selbstverständlich können höhere
Drucke angewandt werden, besonders bei höheren Pyrolysetenperaturen. Eine andere Arbeitsweise bei
einem kontinuierlichen System besteht darin, ein relativ höher siedendes Lösungsmittel mit einem Siedepunkt zu
verwenden, der nahe bei und vorzugsweise etwas über dem Siedepunkt des am höchsten siedenden 1,4-Dicyanbutenisomeren
liegt, und dieses Lösungsmittel und die Dehydrocyanierungsprodukte während der Umsetzung
abzudampfen. Wenn solche realtiv höher siedenden Lösungsmittel verwendet werden, kann das Lösungsmittel
etwa 5 bis etwa 95 Gewichtsprozent der Flüssigphasenreaktionsmischung, zweckmäßig etwa 10
bis etwa TO.G^wichtsprozent und vorzugsweise etwa 20
bis etwa 80 Gewichtsprozent der Flüssigphasenreaktionsmischung ausmachen.
Wenn die Umsetzung absatzweise durchgeführt wird,
können die Konzentrationen der Produkte ohne Entfernung von Dicyanprodukten auf einen Wert
unterhalb der oben angegebenen Maxima eingestellt und dabei gehalten werden, indem der Umsatz bei der
Dehydrocyanierung auf einen geeignet niedrigen Wert in jeder der Chargen eingestellt wird, d.h. auf einen
Umsatz von 28,6% oder weniger, obwohl bei entspre chender Entfernung von Produkt während der Umsetzung
auch höhere Umsätze erzielt werden können.
Weitaus bevorzugt wird ein kontinuierlich betriebenes System, bei dem die 1,4-Dicyanbutene und
2-Methylenglutarnitril aus der Reaktionsmischung ständig zusammen mit Lösungsmittel und mit etwas
1,2,4-Tricyanbutan sowie selbstverständlich dem Cyanwasserstoff, der ebenfalls ein Produkt der Dehydrocyanierung
ist, verdampft werden. Es ist besonders vorteilhaft, in solchen Systemen eine fraktionierte
Destillationszone zu verwenden, die direkt mit dem Dehydrocyanierungsreaktor v-rbunden ist, so daß die
Dämpfe aus der Dehydrocyanierungsreakiionsmischung
direkt in die Fraktionierkolonne gelangen, in der die gewünschten Produkte als Destillat, von Lösungsmittel
oder von 1,2,4-Tricyanbuian, wobei letzteres in die
Dehydrocyanierungszone zurückgeführt wird, abgeu'ennt
werden.
Es wurde gefunden, daß durch Einhaltung niederer Konzentrationen des 2-Methylenglutarnitrils und von
1,4-Dicyanbutenen in der Dehydrocyanierungsreaktionsmischung
beträchtliche Ausbeuteverbesserungen erzielt werden. Beispielsweise können Dehydrocyanierungsausbeuten
an gewünschten linearen 1.4-Dicyanprodukten und rückführbarem 2-Methylenglutarnitril in
der Größenordnung von 90 bis 100°/i erreicht werden.
Wenn dagegen erheblich höhere Konzentrationen dieser Produkte in der Reaktionsmischung aufrechterhalten
werden, werden niedrigere Ausbeuten erhalten.
Die basischen Katalysatoren werden in Mengen von etwa 0,001 bis etwa 10 Gewichtsprozent, vorzugsweise
von etwa 0,001 bis etwa 5 Gewichtsprozent, verwendet. Als basische Katalysatoren werden Verbindungen
eingesetzt, die als Kation ein Alkalimetall, ein Eidalkalimetall, ein Metall der Gruppe lib. HIa. IVa. Va.
Via, Vila oder VIII des Periodensystems, ein Metall der
Lanthanidenreihc. Indium, Thallium, Blei powie Ammonium-
oder Phosphoniumkationen enthalten. Diese Kationen können in Verbindung mit verschiedenen
Anionen. darunter Cyanid. Cyanat. Acetat. Propionat. Butyral. Octoat, Benzoat, Salicylat. Acetylacetonat
sowie anderen Anionen, die sich von verhältnismäßig schwachen Säuren ableiten, vorliegen. Phenolate.
Alkoxide, Carbonate, Sulfonate, Amide. Phcsphale, Polyphosphate, Oxide oder Hydroxide lassen sich
tbenfalls gut verwenden. Zu weiteren katalytischen Substanzen mit basischen Eigenschaften, die verwendbar
sind, gehören heterocyclische /imine (darunter beispielsweise Pyrrol und Pyridin) sowie Aryl-, Alkyl-
und Cycloalkylamine und -phosphine. Ls eignen sich auch quaternäre Ammonium- und Phosphoniumhydro
xide. Basische lonenaustauschharze sind ebenfalls geeignet, Es ist zu beachten, daD sigh während der
Reaktion der Katalysator selbst nicht chemisch verändert. Beispielsweise wird angenommen, wenn es
auch nicht bestätigt ist, daß Katalysatoren, die den
Reaktionssystemen in Form von Verbindungen mit anderen Anionen als Cyanid zugeführt werden,
wenigstens zum Teil in die entsprechenden Cyanide umgewandelt werden. Daher ist das Anion der
katalytischen Substanz offensichtlich nicht besonders
kritisch, wenn auch festgestellt wurde, daß Anionen starker Säuren (z. B. Nilrat, Sulfat und die Halogenide)
die Reaktionsgeschwindigkeiten etwas verlangsamen. Es ist ferner offensichtlich, daß Organometallverbindungen,
beispielsweise Cyclopentadienylnatrium und Butyllithiuni,
ebenfalls aktive Katalysatorsubstanzen darstellen, da Verbindungen dieses Typs bekanntlich mit
Cyanwasserstoff reagieren können und dadurch leicht in die entsprechenden Metallcyanide umgewandelt werden.
Außerdem ist 711 beachten, daß quaternäre
Ammonium- und Phosphoniumverbindungen durchaus durch (Juatcrnicrung wahrend der Umsetzung in mim
erzeugt werden können, wenn heterocyclische Amine, ki (.-Amine oder tcrt.-Phosphine als Katalysatoren in
den verwendeten Systemen eingesetzt werden. /11 Verbindungen, bei denen eine solche typische Quatcrnierungsreaktion
stattfinden kann, gehören Trioctylamin. Triphenvlphosphin. Tn 11 -butvlphosphin, Tricy-.
lohcxylphosphin und l,4-l)iazabityclo(2.2.2) octan. Typische
Katalysatoren sind: Cs hydroxid. K-cyanid, Na-cyanid, l.ioxid. Li amid, I.!hydroxid. (a-carbonat.
Sr-hydroxid, Na-methoxid. Da-oxid, Zr-oxid. Mn-hydroxid.
Ni tyanid. Zn-oxid. Cd cvanid, Tl-hydroxid. Pb-acetat.
Ben zy I trimct hy !ammonium hydroxid, Ce- hydroxid,
Eracetat. KJe(CN),. und l.ill tartrat. Li-acetat. l.i-bu·
iyri't. l.i stearat. l.i-carbonat. l.i benzoat. l.i-cyanid.
I.i-acetylsalicylat. l.i-thiocyanat. Mg-oxid, Mg-cyanid.
Ca-cyanid. Ca-hydroxid. Sr-ben/oat. Sr-cyanid, Banaphthenat.
("M-naphthenai. Cc-acetat. Erformiat und
l.i-isobutyrat.
Bevorzugte Katalysatoren sind Phosphine und Amine und Verbindungen der folgenden Kationen: K. Na. l.i.
Mg. Ca. Sr. Ba. Cd. Tl. Ph. Mn. seltene Irden
Tertiare Phosphine und tertiäre Amine und Verbindungen
der folgenden Kationen: K. Na. l.i. Ca. Sr. Ba.
seltene Oden eignen sich besonders
Die ganz besonders bevorzugten Katalysatoren für die Pchsdmcvanierung sind die Alkali- und P.rdalkali-
und besonders die l.i-Verbindungen (Ihiloxid. Oxid,
C\anid oder Carbonyl) sowie die aliphatischen und
cvcloaliphatischen teniären Phosphine, heterocyclischen
Amine und aliphatischen tertiären Amine. Bevorzugte Phosphin- und Aminkatalysatoren sind
T riphcn> !phosphin. Tribut ν !phosphin, Trioctyl phosphin.
Tn-isopropv !phosphin. Tri-cyclohexylphosphin. Trimeth
>lamin. Tnbutylamin. Tricyclohexylamin, 1,4-Diazabic\e!o(2.2.2)octan
und Benzyltrimethylammoniumhydrox'id.
Die T-alkyl- und Cycloalkylphosphine sind überraschenderweise
wesentlich wirksamere Katalysatoren als die entsprechenden Amine. Dieses Ergebnis ist
unerw artet, da die Phosphine weit schwächere Basen als
die Amine sind und deshalb zu erwarten wäre, daß sie weniger aktiv sind. Die Phosphine sind, bezogen auf
Molmengen, ebenso aktiv wie die starke Base LiOH und sind einzigartig, da ihre Aktivität nicht allein durch ihre
Basenstärke bedingt ist. Die Tricycloalkylphosphine, zum Beispiel Tricyclohexylphosphin, Tricyclooctylphosphin
und Tricyclopentylphosphin, sind zusammen mit den K-, Na-, Li-, Sr-, Ba- und den Lanthanidensalzen
besonders hervorragende Katalysatoren.
Zu geeigneten Lösungsmitteln gehören Kohlenwasserstoffe (Paraffine. Cycloparaffine und Aromaten),
Äther, Alkohole, Ester. Dialkylsulfoxide, Dialkylamide
und Nitrile. Im allgemeinen wird es jedoch bevorzugt, polare Lösungsmittel anstelle von unpolaren zu
verwenden, da beobachtet wurde, daß in Gegenwart von polaren Lösungsmitteln erhöhte Reaktionsgeschwindigkeiten
im Vergleich zu Systemen mit unpolaren Lösungsmitteln erzielt werden. Zu bevorzugten
Lösungsmitteln gehören Adiponitril, Stearonitril, synthetisches Myrtenwachs (hauptsächlich Palmitin), PoIyglykol
600 und Polyglykol 600-distearat.
Häufig können kleine Mengen üblicher Polymerisationsinhibitoren (z. B. tert.-Butylbrenzcatechin, Schwefel
oder Hydrochinon) mit Vorteil verwendet werden.
Das Gesamtverfahren gestattet es, aus Acrylnitril lineare 1,4-Dicyanhutene als Vorläufer für Adiponitril
und Hexamethylendiamin herzustellen, ohne daß dabei kostspielige Reagenzien und ein hoher Energiebedarf,
wie es bei den bekannten Verfahren der f'all ist. erforderlich sind Das Verfahren ist einfach und
außerordentlich leistungsfähig. Die wirksame Dehydrocyanierung, die hohe Ausbeuten liefert, trä^t zu'diesem
Effekt wesentlich bei
Durch die folgenden Beispiele wird die Erfindung
näher erläutert.
Ein sciiKiechtes Rohr aus korrosionsbeständigem
Stahl mit einem Durchmesser von 6.35 mm und einer Länge von 51 cm, das einen Einlaß am oberen Ende und
einen Auslaß am unteren Ende aufweist, wird in einem elektrischen Ofen erhitzt. Unten in das Rohr wird eine
Schicht aus korrosionsbeständiger Stahlwolle gelegt, auf die der Dehydrocyanierungskatalysator gefüllt wird,
der aus 5 ml Aktivkohle mit einem Gehalt von 15 Gewichtsprozent Kaliumcyanid auf der Oberfläche
besteht. Oben auf den Katalysator wird eine 15 cm dicke Schicht aus kleinen Glaskugeln gelegt. Zur Messung der
Temperatur in der Reaktionszone wird ein Thermoelement verwendet. Am oberen Ende wird ein langsamer
Strom aus geschmolzenem 1.2.4-Tricyanbutan eingeleitet und mit Stickstoff, das als Trägergas dient, verdünnt.
Bei Kontakt mit den heißen Glaskugeln wird das 1.2.4-Tricyanbutan verdampft, und die Dämpfe werden
unmittelbar auf die Reaktionstemperatur gebracht. Die Reaktionsprodukte werden nach Durchgang durch den
Rohrauslaß in einem Glaskühler kondensiert und in Gefäßen, die mit Aceton/Trockeneis gekühlt sind,
aufgefangen.
Beim Betrieb 'inter folgenden Bedingungen: Temperatur=
35OC, Beschickungsrate = 0,25 Mol 1,2,4-Tricyanbutan pro Stunde und 75 Mol Stickstoff pro Stunde
werden etwa 25% des 1.2.4-Tricyanbutans umgesetz1.
und es wird ein Reaktionsprodukt gewonnen, da aufgrund der Analyse durch Gasflüssigkeitschromatographie
aus 55% 1,4-Dicyan-l-buten (trans/cis), 5% I,4-Dicyan-2-buten (trans/cis) und 40% 2-Methylenglutarnitril
besteht.
Der in Beispiel I beschriebene Versuch wird bei einer Temperatur von 450°C mit der Abweichung wiederholt,
daß kein Dehydrocyanierungskatalysator verwendet
wird. Der Raum zwischen den Glasperlen und der korrosionsbeständigen Stahlwolle wird mit Siliciumcarbid
gefüllt. Bei diesem Versuch wird ein Reaktionsprodukt mit folgender Zusammensetzung gewonnen: 25%
1,4-Dicyan-l-buten (trans/cis), 2% l,4-Dicyano-2-buten (trans/cis) und 73% 2-Methylenglutarnitril.
Ein Reaktionskolben, der eine Suspension von 20 g Natriumcyanid in 50 ml Eicosan enthält, wird bei einer
Temperatur von 300±10°C unter gutem Rühren langsam (etwa I g/Min.) mit 100 g einer Mischung aus
1.7 4-Tricyanbutan, F. 53 bis 54°C, und Propionitril im
Geviichtsverhältnis 50:50 versezt. Der Reaktionskolben ist mit einer kleinen Vigreaux-Kolonne ausgestattet,
die mit einem wassergekühlten Kühler und einer mit Trockencis/Aceton gekühlten Produktvorlage verbunden
ist. Wahrend der Reaktion wird ein langsamer
Strom aus Argon durch den Reaktor in die Kolonne und das Kühlersystem geleitet. Als Reaktionsprodukte
werden eine stöchiometrische Mischung aus dchydrocyaniertem
Produkt (1,4-Dicyanbutene und 2 Mcthylenghiidrniuil)
und Cyanwasserstoff gewonnen. Die Produktausbeute beträgt 46%. Die Analyse des Reaktionsproduktes durch Gasflüssigkeitschromalographie
ergibt folgende Zusammensetzung: 60 Gewichtsprozent 1,4-Dicyan-l-buten (trans/cis), 5 Gewichtsprozent
l,4-Dicyan-2-buter (trans/cis) und 35 Gewichtsprozent 2-Methylenglutarnitril. Die gesamte
Reaktionsproduktmischung wird mit einer 20-bödigen Oldershaw-Kolonne fraktioniert, und es werden folgende
4 Traktionen aufgefangen:
1. Fraktion 25-35 CVl Atmosphäre;(HCN)
2. Fraktion 33-100 O! Atmosphäre; (Propionitril,
Lösungsmittel)
3. Fraktion 138 - 142°C/I6 mm Hg; (2-Methyleiiglutarnitril)
4. Fraktion 142-I7O°C/I6 mm Hg; (1,4-Dicyanbutene)
Der Cyanwasserstoff (als Fraktion I gewonnen) und das 2-Methylenglutarnitril (als Fraktion 3 gewonnen)
können mit Triäthylamin als Katalysator wieöer in
1.2,4-Tricyanbutan übergeführt werden. Es wurde gefunden, daß das so erhaltene Tricyanbutan sowohl
physikalisch als auch chemisch mit 1,2,4-Tricyanbutan identisch ist, das aus durch Dimerisierung von Acrylnitril
erhaltenem 2-Methylenglutarnitril hergestellt worden ist.
Absatzweise Dehydrocyanierung von 1,2,4-Tricyanbutan
Ein 100 m! Rührreaktor aus Glas wird mit 40 g
1,2,4-Tricyanbutan (TCB) beschickt und auf 240°C
erwärmt. Dann wird die Reaktion durch Zugabe von 0,013 g Lithiumacetat als Katalysator gestartet, und
100 ml/Minute Argongas werden durch die Reaktionsflüssigkeit und in einen 250 ml Rührkolben geleitet, der
125 ml 0,2 m Ammoniak enthält, worin der als Reaktionsprodukt entstehende Cyanwasserstoff absorbiert und mit 1 η Silbernitrat titriert wird. Während der
Umsetzung werden vier Proben der Reaktionsmischung von je 2 ml entnommen und auf den Gehalt an
1,4-Dicyanbutenen (1,4-DCB) und 2-Methylengiutarnitril (2-MGN) analysiert. Der Umsatz wird aufgrund der
ermittelten Menge an Cyanwasserstoff berechnet
Die so erzielten Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle aufgeführt, welche klar die Beziehung zwischen
der Konzentration an 1,4-Dicyanbutenen+ 2-Methylenglutarnitril und der Selektivität der Reaktion zeigt
Reaktionszeit,
Stdn.
rclMlms.il/
Konzentration Ciesanitvon 1.-J-I)CH ausheule
und 2-MCiN
Mol-",.1)
| 0.5 | IJIX | 1.3 |
| 1.0 | Nlok | 3,0 |
| 1,5 | 4,7 | |
| 2.0 | 6.0 | |
| 1I Mole | Ii ' . | |
| KH | ||
1.2 2.2 3.0
3 (I
•>2.3
73,5 64.0 50.(1
J-NKiN
*' HHI
NIoIc IJ-IK H > 2-NKiN ,νζαιμΙ
NIoIc I ( Il iiingeselzt
NIoIc I ( Il iiingeselzt
HHI
13 e i s ρ ι e 1 5
Die Arbeitsweise von Beispiel 4 wird unter Verwendung
von Adiponilril als Lösungsmittel und Lithiumhydroxid
als Katalysator wiederholt. Der Reaktor wird mit 4,9 g 1,2,4-Tricyanbutan und 39 g Adiponitril beschickt
und auf 250'C erwärmt. Um die Dehydrocyaniertingsreaktion
zu starten, werden 0.002 g l.ithiumhyroxid als Katalysator zugesetzt. Der Umsatz von 1,2,4-Tricyanbutan
wird durch Gasflüssigkeitschromatographie der Reaktionsmischung (Umsatz I) sowie durch Analyse des
Abgases auf Cyanwasserstoff (Umsatz II) verfolgt. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengefaßt:
Reaktions- I Ims,it/ I
SlcJn.
Konzentra- (ics.imllion
IJ-IKH ausheule f 2-NKiN
15.0
20.3
10.3
15.1
17.x
21.1
15.1
17.x
21.1
NIoI- '„')
10,') 16,3 Π,Χ
21.')
■>
XX X2
1I NIoIe IJ-I)CB f 2-NKiN
Mole Π Il
-Ί Mole 1,4-DCB ί 2-,NKiN er/euui
- X HK)
NIoIe TCI) umgesetzt
Kontinuierliche Dehydrocyanierung von 1,2,4-Tricvanbutan
Eine kontinuierliche Dehydrocyanierung von 1,2,4-Tricyanbutan wird mit einem ummantelten Rota-Film-Molekulardestillationsgerät aus Glas, Modell 50-2,
durchgeführt. Der Innenkühler wird mit umlaufendem Wasser von 25°C gekühlt, und der Außenmantel wird
mit Dimethylphthaiatdampf von 284°C beheizt. Der Film-Reaktor wird auf 45±5mmHg evakuiert, und
durch den Reaktor werden von unten 300 ml/Minute vorgeheiztes Argon geleitet Über Kopf abgehende
Reaktionsprodukte werden bei Trockeneis/Aceton-Temperatur( —800C) aufgefangen. In den Reaktor wird
pro Stunde eine auf 150°C vorgewärrme Mischung von
300 g 1,2,4-Tricyanbutan mit 3 g Lithiumstearat einge-
führt. Während der Umsetzung werden kondensierte Produkte an dem Innenkiihler sowie in der mit
Trockeneis/Aceton gekühlten Falle aufgefangen. Nichtumgesetztes 1,2,4-Tricyanbutan, das während der
Umsetzung nicht verdampft, wird zusammen mit geringen Mengen an Nebenprodukten und dem
Katalysator als Rückstand gewonnen. Bei einer Umsetzungsdaue'· von I Stunde werden folgende
Ergebnisse erhalten: Der Inhalt der Falle und die aufgefangenen übergehenden Produkte werden vereinigt
und ergeben bei der Analyse eine Zusammensetzung aus 7.) g Cyanwasserstoff, 9,4 g 2 Methylenglutarniiril,
4,1 g 1,4-Dicyanbuten-l (trans). 9,1 g 1.4-Dicyanbuten-1
(eis) und 235 g 1,2,4-Fricyanbutan. Die Analyse des Rückstands liefert folgende Zusammensetzung:
1,1 g Nebenprodukte, 3 g Katalysator. 28,8 g 1,2.4-Tricyanbutan
und weniger als 1 Molprozent 2 Methylenglutarnitril und 1.4-Dicyanbutene.
Aufgrund der erhaltenen Werte wird der Umsatz von 1,2,4-Tricyanbutan mit 12% und die Ausbeule an
Dehydrocyanierungsprodukten mit 96% berechnet.
Die in Beispiel 6 beschriebene Arbeitsweise wird bei einem Druck von 740 mm Hg wiederholt. Bei diesem
Druck wird ein geringerer Anteilan absiedenden Stoffen als in Beispiel 6 erhalten. Die relative Konzentration
von 2-Methylenglutarnitril und 1,4-Dicyanbutenen im Rückstand wird mit 5 Molprozent ermittelt und die
Ausbeute wird bei einem 1,2,4-Tricyanbutanumsatz von 13% zu 50% berechnet.
Kontinuierliche Dehydrocyanierung von
1,2,4-Tricyanbutan in einem Siedereaktor
1,2,4-Tricyanbutan in einem Siedereaktor
70 g/Stunde 1,2,4-Tricyanbutan und 3 g/Stunde Lithiumstearat
werden auf 150°C vorgewärmt und kontinuierlich in einen Fallfilmreaktor (Verdampfer) aus
korrosionsbeständigem Stahl 304 eingeführt. Der Reaktor hat einen Innendurchmesser von 5 cm und eine
Verdampfungsfläche von jz3 qcm und ist am oberen
Ende direkt mit einer 2,5 cm Fraktionierkolonne mit etwa 5 theoretischen Böden verbunden. Die Kolonne ist
am oberen Ende mit einem Rücklaufteiler versehen, mit einem Vakuumsystem mit 45 mm Hg Druck verbunden
ist. Der Reaktor wird mit einem Salzbad beheizt, und die Temperatur wird ruf 285±3°C eingestellt. In den
Reaktor werden von unten im Gegenstrom zu dem fallenden Film aus der Reaktionsmischung 300 ml/Minute
(25°C) auf 285°C vorgeheiztes Argon geleitet. Zur Erhöhung der Verdampfungsrate wird die Verdampfungsfläche
mit Kohlenstoffwischern gewischt. Während des Versuchs wird kontinuierlich Produkt über
Kopf bei einem Rücklaufverhältnis von I :4 (zurück) abgenommen und nichtumgesetztes 1,2,4-Tricyanbutan
zusammen mit dem Katalysator, hochsiedenden Anteilen (Nebenprodukt) und etwas Produkt unten aus dein
Reaktor abgezogen. Pro Stunde Reaklionsdaucr wer
den folgende Ergebnisse erhalten. Über Kopf abgehen
des Produkt: 28 g 2 Methylenglularnitril und 1.4-Dicyanbutene,
3 g 1,2,4-Tricyanbutan und 7.9 g Cyanwasserstoff. Unten aus dem Reaktor abgezogenens Produkt:
30 g 1,2,4-Tricyanbutan, 3 g I.ilhiumstearat, 2.5 g Nebenprodukte (hochsiedende Anteile) und 0,6 g 2 Meilnlengiutarnitrü
und 1,4-iJieyanbutene (entspricht einer relativen Konzentration von 2,5 Molprozent). Der
1,2,4-Tricyanbutanumsatz wird zu 55,7% berechnet und die Ausbeute zu 92%.
Das übergehende Produkt wird mit einer 40 bödigen
Oldershaw-Kolonne fraktioniert. 8 g praktisch reines 2-Methylenglutarnitril werden als Fraktion mit einem
Siedebereich von 131 bis 133'C bei 10 mm Hg Druck
aufgefangen. Das so erhaltene 2-Meth>lenglutarnitril
wird durch Umsetzung mit Cyanwasserstoff bei 50 C mit Tributylphosphin als Katalysator in 1,2,4-Tricyanbii·
tan zurückverwandelt. Es wird gefunden, daß das so erhaltene 1,2,4-Tricyanbutan mit 1,2,4-Tricyanbutan, das
aus handelsüblichem 2-Methylenglutarnitril und Cyanwasserstoff unter den gleichen Bedingungen erhalten
worden ist, physikalisch und chemisch identisch ist.
Das Ausgangsmaterial ist nach Patentanmeldung P 22 65 299.9-42 herstellbar, vergleiche das eingangs in
diesem Zusammenhang angeführte Reaktionsschema.
Zusammenfassung
Es wird ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von Adiponitrilvorläufern und insbesondere ; ir Herstellung
von 1,4-Dicyanbutenen durch Dehydrocyanierung von 1,2,4-Tricyanbutan beschrieben, wodurch sich
ein zweckmäßiges Gesamtverfahren ergibt, bei dem Adiponitril ausgehend von Acrylnitril als dem grundlegenden
Ausgangsstoff über 2-Methylenglutarnitril mit hohem Wirkungsgrad hergestellt werden kann.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von 1,4-Dicyanbutenen,
dadurch gekennzeichnet, daß man 1,2,4-Tricyanbutan bei einer Temperatur von etwa
100 bis etwa 10000C, gegebenenfalls in Gegenwart
einer Verbindung eines Alkali- oder Erdalkalimetalls, eines Metalls der Gruppe Hb, HIa, IVa, Va, VIa,
VIIa oder VIII des Periodensystems, eines Lanthanidenmetalls oder von Indium, Thallium oder Blei,
eines insbesondere tertiären Phosphins oder Amins, einer quaternären Phosphonium- oder Ammoniumverbindung
oder eines basischen lonenaustauschharzes als basischem Katalysator, in flüssiger oder
Dampfphase dehydrocyaniert, dabei eine Konzentration von 1,4-Dicyanbutenen und dem als Nebenprodukt
entstandenen 2-Methylenglutarnitril im
Verhältnis zu 1,2,4-Tricyanbutan in der flüssigen Phase von nicht mehr als 40 Molprozent einhält und
°"s dem erhaltenen Gemisch von ! 4-Diclj2nbute"en
und 2-Methylenglutarnitril die 1,4-Dicyanbutene, zweckmäßig durch fraktionierte Destillation, gewinnt.
2. Verfahen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man bei Temperaturen von 100 bis
700° C dehydrocyaniert.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man in flüssiger Phase und in
Gegenwart einer Lithiumverbindung als Katalysator arbeitet.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als basischen Katalysator
Tri-n-butylphosphin verwendet.
Applications Claiming Priority (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US19898771A | 1971-11-15 | 1971-11-15 | |
| US28527272A | 1972-08-31 | 1972-08-31 | |
| US28527172A | 1972-08-31 | 1972-08-31 | |
| US28678472A | 1972-09-06 | 1972-09-06 | |
| US29811572A | 1972-10-16 | 1972-10-16 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2256039A1 DE2256039A1 (de) | 1973-05-17 |
| DE2256039B2 true DE2256039B2 (de) | 1980-01-24 |
| DE2256039C3 DE2256039C3 (de) | 1981-02-19 |
Family
ID=27539397
Family Applications (3)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2265299A Expired DE2265299C3 (de) | 1971-11-15 | 1972-11-15 | Verfahren zur Herstellung von 1,4-Dicyanbutenen |
| DE2256039A Expired DE2256039C3 (de) | 1971-11-15 | 1972-11-15 | Herstellung von 1,4-Dicyanbutenen |
| DE2264932A Expired DE2264932C3 (de) | 1971-11-15 | 1972-11-15 | Verfahren zur Herstellung von 1,4-Dicyanbutenen |
Family Applications Before (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2265299A Expired DE2265299C3 (de) | 1971-11-15 | 1972-11-15 | Verfahren zur Herstellung von 1,4-Dicyanbutenen |
Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2264932A Expired DE2264932C3 (de) | 1971-11-15 | 1972-11-15 | Verfahren zur Herstellung von 1,4-Dicyanbutenen |
Country Status (18)
| Country | Link |
|---|---|
| JP (1) | JPS4861423A (de) |
| AR (2) | AR199886A1 (de) |
| AU (1) | AU471821B2 (de) |
| BE (1) | BE791339A (de) |
| CA (1) | CA1001657A (de) |
| CH (2) | CH553165A (de) |
| DD (2) | DD109863A5 (de) |
| DE (3) | DE2265299C3 (de) |
| DK (3) | DK132320C (de) |
| EG (1) | EG10867A (de) |
| FR (1) | FR2161597A5 (de) |
| IE (1) | IE37078B1 (de) |
| IL (3) | IL48000A (de) |
| IT (1) | IT986887B (de) |
| NL (2) | NL162633C (de) |
| NO (1) | NO137938C (de) |
| RO (2) | RO72552A (de) |
| SE (1) | SE405353B (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4080374A (en) * | 1977-02-23 | 1978-03-21 | E. I. Du Pont De Nemours And Company | Product recovery |
-
0
- BE BE791339D patent/BE791339A/xx not_active IP Right Cessation
-
1972
- 1972-11-12 EG EG465/72A patent/EG10867A/xx active
- 1972-11-14 AR AR245114A patent/AR199886A1/es active
- 1972-11-14 NL NL7215387.A patent/NL162633C/xx not_active IP Right Cessation
- 1972-11-14 FR FR7240275A patent/FR2161597A5/fr not_active Expired
- 1972-11-14 AU AU48833/72A patent/AU471821B2/en not_active Expired
- 1972-11-14 IL IL48000A patent/IL48000A/en unknown
- 1972-11-14 CH CH373874A patent/CH553165A/fr not_active IP Right Cessation
- 1972-11-14 CH CH1655672A patent/CH551951A/fr not_active IP Right Cessation
- 1972-11-14 IL IL40830A patent/IL40830A/en unknown
- 1972-11-14 NO NO724134A patent/NO137938C/no unknown
- 1972-11-14 CA CA156,329A patent/CA1001657A/en not_active Expired
- 1972-11-14 DK DK565072A patent/DK132320C/da active
- 1972-11-14 DD DD176199*A patent/DD109863A5/xx unknown
- 1972-11-14 DD DD173192*A patent/DD106367A5/xx unknown
- 1972-11-14 IE IE1566/72A patent/IE37078B1/xx unknown
- 1972-11-15 IT IT54031/72A patent/IT986887B/it active
- 1972-11-15 DE DE2265299A patent/DE2265299C3/de not_active Expired
- 1972-11-15 RO RO7287241A patent/RO72552A/ro unknown
- 1972-11-15 JP JP47114655A patent/JPS4861423A/ja active Pending
- 1972-11-15 DE DE2256039A patent/DE2256039C3/de not_active Expired
- 1972-11-15 DE DE2264932A patent/DE2264932C3/de not_active Expired
- 1972-11-15 RO RO7272824A patent/RO72799A/ro unknown
-
1973
- 1973-10-31 AR AR250788A patent/AR198539A1/es active
-
1974
- 1974-11-13 DK DK590074A patent/DK590074A/da unknown
- 1974-11-13 DK DK589974A patent/DK589974A/da unknown
-
1975
- 1975-05-22 SE SE7505822A patent/SE405353B/xx unknown
- 1975-08-27 IL IL48000A patent/IL48000A0/xx unknown
-
1979
- 1979-09-24 NL NL7907083A patent/NL7907083A/nl not_active Application Discontinuation
Also Published As
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE2502247A1 (de) | Verfahren zur herstellung von n-(tert. aminoalkyl)acrylamiden | |
| DE1930267A1 (de) | Entfernung von trans-2-Pentennitril aus 3- und 4-Pentennitril | |
| DE2336852A1 (de) | Verfahren zur herstellung organischer nitrile | |
| EP0012117A1 (de) | Verfahren zur Herstellung von 2,3,5-Trichlorpyridin, 2,4,4-Trichlor-4-formyl-butyronitril als neue Verbindung und Verfahren zu dessen Herstellung | |
| DE19821379A1 (de) | Verbessertes Verfahren zur Herstellung von 3,5,5-Trimethylcyclohexa-3-en-1-on(beta-Isophoron durch Isomerisierung von 3,5,5-Trimethylcyclohexa-2-en-1-on(alpha-Isophoron)(II) | |
| DE2812151A1 (de) | Verfahren zur herstellung von organischen nitrilen | |
| DE2805760A1 (de) | Verfahren zur herstellung von organischen nitrilen | |
| DE69314388T2 (de) | Carbonylierung von conjugierten Dienen | |
| DE2512839A1 (de) | Verfahren zur hydrocyanierung von olefinisch ungesaettigten verbindungen | |
| CH645089A5 (de) | Verfahren zur herstellung von n-cyclopropylmethyl-n-propylamin. | |
| DE894554C (de) | Verfahren zur Herstellung von 1, 4-Dichlor- oder 1, 4-Dibrombutan | |
| DE2315559A1 (de) | Verfahren zum isomerisieren von endstaendig konjugierten polyenen | |
| DE2256039C3 (de) | Herstellung von 1,4-Dicyanbutenen | |
| EP0087585A1 (de) | Verfahren zur Herstellung von 3-Alkoxi-acrylnitrilen | |
| DE2102263A1 (de) | Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung ungesättigter Nitrile | |
| DE2329545A1 (de) | Verfahren zur herstellung von 2-vinyloxazolinen | |
| DE1293155B (de) | Verfahren zur Herstellung von 1, 3-Dicyan-3-buten durch Dimerisieren von Acrylsaeurenitril | |
| DE1005954B (de) | Verfahren zur Herstellung von Polyencarbonsaeureestern bzw. -nitrilen | |
| CH654299A5 (de) | Verfahren zur herstellung von 4-amino-5-dialkoxymethylpyrimidinderivaten. | |
| DE2028329B2 (de) | Kontinuierliche« Verfahren zur Herstellung von Cyclododecatrien-U,5,9) aus Butadien mittels Alkylaluminiumsesquichlorid-Titanhalogenid-Mischkatalysatoren | |
| DE1618545C2 (de) | Verfahren zur Dimerisierung von Acrylnitril zu Dicyanbutenen und bzw. oder deren Hydrierungsprodukten | |
| DE3220228C2 (de) | Verfahren zur Herstellung von Essigsäure | |
| DE1468411C3 (de) | Verfahren zur Herstellung von 2-Methylenglutarsäurenitril | |
| DE1693175C3 (de) | ||
| DE1253264B (de) | Verfahren zur Herstellung von trans-1-Chlorbuten-(2) und 3-Chlorbuten-(1) |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: HALCON RESEARCH AND DEVELOPMENT CORP., 10016 NEW Y |
|
| 8328 | Change in the person/name/address of the agent |
Free format text: SPOTT, G., DIPL.-CHEM. DR.RER.NAT., PAT.-ANW., 8000 MUENCHEN |
|
| 8330 | Complete renunciation |