-
Verfahren zum Vorbehandeln der Oberfläche von Stahlblech Die Erfindung
betrifft ein Verfahren zum Vorbehandeln der Oberfläche von Stahlblech für die Glasemaillierung
(Feueremaillierung) und die dabei erhaltenen Produkte. Die Erfindung betrifft insbesondere
ein Verfahren zum Vorbehandeln von Stahlblech, -platten oder -formkörpern für die
Glasemaillierung, um dadurch-die dauerhafte Haftung des Glasemailüberzugs auf dem
Stahlblech, der Stahlplatte oder dem Stahlformkörper zu gewährleisten.
-
Zum Vorbehandeln eines Stahlwerkstückes, beispielsweise eines Stahlbleches,
einer Stahlelatte oder eines Stahlkörpers für die Glasemaillierung (Feuer-emaillierung)'wird
in der Regel ein flüssiger oder pastenähnlicher Ölüberzug auf die Oberfläche aufgebracht,
um die Oberfläche gegen Kratzerbildung im Verlaufe der Verformung durch eine Presse
oder dgl. zu schützen. Durch einen solchen t)lüberzug kann jedoch die Bildung von
Kratzern auf der Oberfläche des Werkstückes, die durch den Abrieb durch Formstempel
(Ziehdüsen) hervorgerufen werden, nicht vollständig vermieden werden, da der flüssige
oder pasuenähnliche
verzug die Neigung hat, sich von den Stellen
der Oberfläche des Werkstückes abzulösen, an denen durch die Formstempel ein hoher
Druck auf das Werkstück ausgeübt wird.
-
Um die Gefahr der lokalisierten Kratzerbildung zu verringern, ist
kürzlich ein sogenannter abziehbarer ueberzug, bei dem ein Harzfilm verwendet wird,
oder ein sogenannter abwaschbarer ueberzug, der durch Waschen mit Wasser oder einem
geeigneten organischen Lösungsmittel wieder entfernt werden kann,' vorgeschlagen
worden. Sowohl bei dem abziehbaren verzug als auch bei dem abwaschbaren Uberzug
wird Gebrauch gemacht von einer festen oder nahezu festen Gleitmittelsehicht (Schmiermittelschicht),
die auf der Oberfläche des Werkstückes auch dann verbleibt, wenn auf dieses ein
lokalisierter hoher Druck ausgeübt wird, so daß die Gefahr der Bildung von Kratzern
auf den Werkstücken und von Defekten auf der Oberfläche des Formstempels (Ziehdüse)
beseitigt werden kann.
-
Der abziehbare Verzug ist jedoch teuer, weil ein Vinylfilm oder ein
Film aus einem Bluor enthaltenden Harz mittels eines geeigneten Klebstoffes auf
der Oberfläche jedes Werkstückes befestigt werden muß. Außerdem muß der Vinylfilm
oder der Fluor enthaltende Harzfilm nach der Verformung nach einem zeitraubenden,
umständlichen Verfahren von dem Werkstück wieder entfernt werden. Wegen dieser Nachteile
ist die Verwendung des abziehbaren Überzugs nur auf spezielle Verwendungszwecke
beschränkt.
-
Bei dem abwaschbaren Ueberzug wird ein wasserlösliches Material verwendet.
Wenn zur Herstellung des abwaschbaren Überzugs eine Metailseife oder ein wasserlösliches
Polymerisat verwendet wird, so weist dieses Material keine Wasserabstoßung auf,
so daß von dem daraus hergestellten abwaschbaren Überzug keine Korrosionsbeständigkeit
erwartet werden kann. Wenn andererseits zur Herstellung des abwaschbaren bberzutT's
ein in einen organischen Iösungsmittel lösliches Wachsmaterial verwendet wird, ist
es
schwierig, eine praktische Einrichtung zum Aufbringen des Wachsmaterials
mit einer gleichmäßigen Stärke zu finden.
-
Außerdem muß zur Entfernung des Films aus dem Wachsmaterial von den
Werkstücken eine zusätzliche Menge des organischen Lösungsmittels verwendet werden.
-
Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, die bei den üblichen Verfahren
zur Vorbehandlung von Stahlwerkstücken für die Glasemaillierung-auitretenden Schwierigkeiten
zu vermeiden und ein verbessertes Verfahren zum Vorbehandeln der Oberfläche von
Stahlblech für die Glasemaillierung anzugeben. Ziel der Erfindung ist es ferner,
ein verbessertes Verfahren zum Ätzen von Werkstücken, insbesondere Stahlblechen,
vor dem Aufbringen der Glasemaillierung anzugeben0 Gegenstand der Erfindung ist
ein Verfahren zum'Vorbehandeln der Oberfläche von Stahlblech für die Glasemaillierung
(Feueremaillierung), das dadurch gekennzeichnet ist, daß man die Oberfläche des
Stahlbleches elektrolytisch aufrauht und auf die aufgerauhte Oberfläche eine wäßrige
Wasserglaslösung aufbringt und trocknet unter Bildung einer Wasserglasschichtauf
derselben.
-
Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Stahlblech, das dadurch.
-
gekennzeichnet ist, daß es aus einem Blechkern und einer die Oberfläche
des Blechkerns bedeckenden Wasserglasschicht besteht.
-
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Oberfläche des Werkstückes
vor dem Aufbringen der Wasserglasschicht aufgerauht.
-
lit der anschließend aufgebrachten Wasserglasschicht ist das Werkstück
vollständig geschützt gegen die Bildung von Kratzern bei dem Verformungsverfahren,
beispielsweise durch eine Presse, bevor die Glasemaillierung durchgeführt wird.
Es hat sich namlich gezeigt, daß dann, wenn eine 2 bis 5 Mikron dicke Wasserglasschicht
auf
die Oberfläche des Stahlwerkstückes aufgebracht und auf der Wasserglasschicht ein
flüssiges Schmiermittel, beispielsweise ein Pressenöl, ausgebreitet wird, die Tiefziehbarkeit
des Werkstückes stark verbessert wird und die Gefahr der Kratzerbildung auf dem
Werkstück während des Verformungsverfahrens stark verringert wird.
-
Der Mechanismus, nach dem die Kratzerbildung durch die extrem dünne
Wasserglasschicht auf dem Werkstück vermieden wird, scheint folgender zu sein: die
dünne Wasserglasschicht ist so stark, daß sie einem sehr hohen lokalisierten Druck
widerstehen kann, der durch kleine Wellen, wie sie der Oberfläche des Werkstückes
eigen sind, oder durch im Verlaufe der Verformung neu gebildete Wellen hervorgerufen
wird. Die dünne Wasserglasschicht verbleibt zwischen dem Werkstück und einem oberen
Verformungsstempel und zwischen dem Werkstück und einem unteren Verformungsstempel
oder einer Trägerplatte. Die Anwesenheit einer solchen dünnen Wasserglasschicht
zwischen dem Werkstück und den wirksamen Teilen der Verformungsvorrichtung dient
dazu, eine lokale Konzentration des Druckes auf die umgebenden Flächen zu verteilen,
so daß die auf der Oberfläche des Werkstückes dadurch bewirkte Kratzerbildung fast
vollständig eliminiert wird. Wenn der Verfo'rmungsstempel (dieltrindüse) unter Druck
an der Oberfläche des Werkstückes entlanggleitet, kann die dünne Wasserglasschicht
durch den Stempel zerkratzt werden, die Oberfläche des Werkstückes selbst ist jedoch
geschützt, da nur die Wasserglasschicht zerkratzt wird. Ein üblicher weicher Flüssigkeitsfilm,
wie z.B. ein Schmiermittelfilm oder ein Pressenölfilm, ist aber zu schwach, um dem
lokalisierten hohen Druck zu widerstehen, der auf der Oberfläche des werkstückes
auftritt. Demzufolge zerreißt der weiche Flüssigkeitsfilm im Verlaufe des Verformungsverfahrens
und die Oberfläche des Werkstückes kommt in direkten Kontakt mit dem Verformungsstempel
oder der Verformungsdüse und sie wird zerkratzt, wenn sich das Werkstück relativ
zu den Verformungsstempeln beef.
-
Wasserglas ist verhältnismäßig billig.und wird auf den verschiedensten
technischen Gebieten in großem Umfange verwendet.
-
Es ist bekannt, daß eine wäßrige Wasserglaslösung als Entfettungsmittel
verwendet werden kann. Dementsprechend kann ein auf die Wasserglasschicht aufgebrachter
Ölfilm leichter entfernt werden, als wenn dieser direkt auf die Oberfläche des Werkstückes
aufgebracht wird. Wie oben angegeben, weist der übliche abwaschbare Überzug, der
aus einer wäßrigen Lösung einer Metallseife oder eines wasserlöslichen Polymerisats
hergestellt worden ist, keine Wasserabstoßung und Korrosionsbeständigkeit auf. Die
Wasserglasschicht ist in Wasser leicht löslich, sie gewährleistet aber dennoch eine
hohe Korrosionsbeständigkeit, da die wäßrige Wasserglaslösung stark alkalisch ist,
wodurch die Oberfläche des Werkstückes inaktiviert wird.
-
Beim Aufbringen von Wasserglas auf. ein Stahlwerkstück, z.B.
-
ein Stahlblech, eine Stahlplatte oder einen Stahlfornkörper, wird
die Oberflache des Wasserglasfilmes in der Praxis vorzugsweise mit einer gegen Feuchtigkeit
beständigen Schicht überzogen, um. so eine übermäßige Absorption von Feuchtigkeit
durch das Wasserglas zu verhindern. Die übermäßige Seuchtig, keitsabsorption durch
Wasserglas bewirkt nämlich, daß das Wasserglas selbst zu wei lichen Pulverpartikeln
verwittert, Wenn sich einz al das Wasserglas in das weißliche Pulver umgewandelt
hat, verliert es seine Korrosionsbeständigkeit. Die Feuchtigkeitsabsorption durch
Wasserglas bewirkt auch, daß es viskoser wird, Demgemäß führt die übermäßige Feuchtigkeitsabsorption
durch Wasserglas, wenn mit Wasserglas beschichtete Stahlbleche längere Zeit übereinandergestapelt
gelagert werden müssen, dazu, daß die Stahlbleche aneinander kleben.
-
Auf der Suche nach einem Material, das sich als feuchtigkeitsbeständiger
Überzug für des Wasserglas eignet, wurde nun gefunden, daß die gewünschte, Wasserbeständigkeit
dadurch erzielt
werden kann, daß man das Wasserglas mit einer Wachsschicht
überzieht, das bei Raumtemperatur fest ist. Durch die Aufbringung einer solchen
Wachsschicht auf die Wasserglasschicht wird die oben erwähnte Verbesserung der Verhinderung
der Kratzerbildung nicht beeinträchtigt, In den Fallen, in denen die mit Wasserglas
überzogenen Werkstücke langere Zeit gelagert werden messen, ist es zweckmäßig, die
äußere Oberfläche der Wasserglasschicht mit dem genannten Wachs zu überziehen, das
bei Raumtemperatur in fester Phase vorliegt. Die Wasserglasschicht auf der Oberfläche
des Werkstückes kann getrocknet werden, bevor sie mit dem genannten Wachs überzogen
wird.
-
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird eine wäßrige
Wasserglaslösung, bestehend aus 4 Volumenteilen Wasser und 10 Volumenteilen Wasserglas,
durch übliche Walzenbeschicht;ung auf die Oberfläche eines Stahlbleches aufgebracht
und durch Aufblasen von warmer Luft getrocknet. Nach dem Trocknen wird das mit Wasserglas
beschichtete Stahlblech in eine Wachslösung eingetaucht, die durch Auflösen von
normalerweise festem Wachs in Toluol in einer Menge von 100 g Wachs pro Liter Toluol
hergestellt worden ist. Anstatt das Stahlblech in die Wachslosung einzutauchen,
kann zum Beschichten des Wasserglasüberzugs mit einer Wachsschicht das Stahlblech
auch in geschmolzenes Wachs eingetaucht oder einer Walzenbeschic htung unterzogen
werden. Die Dicke der auf das Stahlblech aufzubringenden asserglasschicht beträgt
vorzugsweise 2 bis 5 Mikron und die auf der Waeserglas,schicht befindliche feste
Wachsschicht sollte vorzugsweise 0,5 bis 1 Mikron dick sein. Mit einer Wasserglasschicht
und einem Wachsüberzug der oben genannten Decken wird eine ausgezeichnete Tiefziehbarkeit
erzi*lt. Selbst nach dem Tiefziehen kann das Stahlblech mit einer fest darauf haft
enden Glasemailschicht überzogen werden. Um, eine feste Haftung zwischen dem Stahlblech
und der Glasemailschicht zu gewährleisten, wird die Oberflüche des Stahlworkstückes
oder des Stahlbleches vor
dem Aufbringen der Wasserglasschicht aufgerauht.
-
Das erfindungsgemäße Verfahren zum Vorbehandeln der Oberfläche für
die Glasemaillierung wird in der Weise durchgeführt, daß zuerst die Werkstückoberfläche,
z.B. das Stahlblech, aufgerauht wird, bevor die Wasserglasschicht aufgebracht wird.
-
Bei den üblichen Glasemaillierungsverfahren wird zuerst das Werkstück,
beispielsweise ddas Stahlblech, in die gewünschte Form gebracht, gereinigt und dann
durch Eintauchen desselben in eine wäßrige Schwefelsäure- oder Salpetersäurelösung
geätzt.
-
Durch das Ätzen wird die Oberfläche des Werkstückes aufgerauht und
das so geätzt Werkstück kann anschließend einer Glasemaillierung (Feueremaillierung)
unterzogen werden. Auf die geätzte Oberfläche des Werkstückes kann vor der Glasemaillierung
ein extrem dünner Nickel-obalt-, Molybdän- oder Phosphatüberzug aufgebracht werden,
um die Haftung des Emails an dem werkstück zu verbessern. Ein typisches Beispiel
für eine solche bekannte Vorbehandlung für die Glasemaillierung ist in der britischen
Patentschrift 763 379 beschrieben. Es ist auch möglich, die aufgerauhte Oberfläche
des Werkstückes einer Ohromatbehandlung zu unterziehen. Bei der Vorbehandlung der
Stahlbleche oder des Werkstückes nach dem erfindungsgemäßen Ätzverfahren wird jedes
Stahlblech elektrolytisch geätzt unter Verwendung eines flüssigen Elektrolyten,
der sich während des Ätzvorganges schnell bewegt, so daß eine Vielzahl von pyramidenförmigen
tiefen Löchern in die Oberfläche des Bleches oder des Werkstückes eingeätzt viird.
-
Das erfindungsgemäße Ätzverfahren kann durchgeführt werden, während
das Stahlblech flach ausgebreitet wird,und das geätzte Blech wird nach dem sitzen,
beispielsweise mittels einer Presse, verformt und dann wird das verformte Blech
einer Glasemaillierung unterworfen. Dadurch kann der Gesamtwirkungsgrad. des Glasemaillierungsverfahrens
einschließlich des ätzens stark verbessert werden. Bei der erfindungsgemäßen Ätzung
wird ein flüssiger
Elektrolyt auf die Oberfläche des flach ausgebreiteten
Stahlbleches gespritzt und das Stahlblech kann leichter gehandhabt werden als im
Falle der setzung durch Eintauchen des Stahlbleches in eine Elektrolytzelle.
-
Bei der üblichen ätzung vor dem Emaillieren wird ein Stahlblech oder
eine Stahlplatte in einer Elektrolytzelle anodisiert, indem man das Blech oder die
Platte relativ langsam in dem Elektrolyten bewegt. In diesem Falle wirkt das Stahlblech
oder die Stahlplatte als Anode und es besteht die Neigung, daß auf der Anodenoberfläche
Wasserstoffgas eingeschlossen vzira, welches das ätzen beeinträchtigt, indem es
die Haftung des Glasemail auf dem Stahlblech oder auf der 5tahlplatte schicht.
-
Wenn man nun bei dem üblichen Ätzverfahren versucht, das Stahlblech
mit einer verhältnismäßig hohen Geschwindigkeit zu bewegen, so muß die Elektrolytzelle
vergrößert werden, weil das Stahlblech zur Erzielung des gewänschten Ätzeffektes
eine bestimmte Zeit lang dem Elektrolyten ausgesetzt werden muß. Nach mehrjährigen
Untersuchungen wurde nun gefunden, daß die oben genannten Schwierigkeiten der üblichen
Atzvorbehandlung für die Glasemaillierung dadurch vermieden werden können, daß man
eine vergleichsweise hohe relative Geschwindigkeit zwischen dem flüssigen Elektrolyten
und dem Stahlblech anwendet. Außerdem dient die hohe relative Geschwindigkeit zwischen
dem flüssigen Elektrolyten und dem Stahlblech auch dazu, die Oberflache des Stahlbleches
aufzurauhen unter Bildung von scharfwinkeligen Vorsprüngen und Einbuchtungen, die
über die Ober£läche des Stahlbleches dicht verteilt sind. Dadurch ist es gelungen,
die Haftung zwischen der Glasemailschicht und dem Stahlblech stark zu verbessern
und den elektrolytischen ;;tzvorgang zu verbessern, ohne daß die atzvorrichtungen
vergrößert werden müssen, indem man bei dem oben genannten Ätzverfahren eine vergleichsweise
hohe relative Geschwindigkeit zwischen dem flüssigen Elektrolyton und den Stahlblech
n:endeß.
-
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung gehen aus
der folgenden Beschreibung bevorzugt er Ausführungsformen an Hand der beiliegenden
Zeichnungen hervor. Dabei bedeuten: Fig. 1A eine fragmentarische Querschnittsansicht
eines gewalzten Stahlbleches, das mit einem Wasserglasüberzug versehen ist; Fig.
1B eine fragmentarische Querschnittsansicht eines mit Wasser glas beschichteten
Stahlbleches, das vor der Glasemaillierung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
vorbehandelt worden ist; Fig. 1C eine fragmentarische Querschnittsansicht eines
Stahlbleches, das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren mit einer Phosphat schicht
und einer Wasserglas schicht überzogen worden ist; Fig. 2 ein schematisches Diagramm
eines elektrischen Stromkreises zur Durchführung des Ätzverfahrens unter Verwendung
einer Elektrolytzelle mit einer rotierenden Trommel; Fig. 3 eine graphische Darstellung,
welche die Beziehung zwischen der Zählung der Spitzenwerte (peak count) und dem
PEI (Porcelain Enamelling Institute)-Index (in ,ó) erläutert; die Figuren 4A und
5A Bilder der Oberflächenzustände von Stahlblechen, die unter Verwendung einer stationären
Elektrolytzelle bzw. einer--rotierenden Elektrolytzelle geätzt worden sind, aufgenommen
mit einem Abtastelektronenmikroskop bei einer Vergrößerung von 1000-fach; die Figuren
4B und 5B Bilder entsprechend denjenigen der Fi'uren.
-
4A und 5A, wobei diesmal jedoch die Vergrößerung auf
3000-fach
gesteigert wurde; die Figuren 4C und 5C Bilder entstrechend denjenigen der Figuren
4A und 5A, wobei diesmal Jedoch die Vergrößerung auf 10 000-fach gesteigert vnirde;
die Figuren 6 und 7 eine seitliche Ansicht bzw. eine ebene Draufsicht auf eine Vorrichtung,
die zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignet ist; und die Figuren
8A, 8B und 8C Bilder der Oberflächenzustände eines unter Verwendung eines sich schnell
bewegenden flüssigen Elektrolyten in der Vorrichtung gemäß den Figuren 6 und 7 geätzten
Stahlbleches, aufgenommen unter Verurendung eines Abtastelektronenmikroskops bei
einer Vergrößerung von 1000-fach, 3000-fach bzw. 10 000-fach.
-
Die Fig. 1A der beiliegenden Zeichnungen zeigt eine fragmentarische
Ansicht eines nach dem erfindungsgemäßen Verfahren vor behandelten Stahlbleches
A. Die rauhe Oberfläche des Stahlbleches A ist, wie in der Fig. 1A angegeben, mit
einer trockenen Wasserglasschicht B überzogen und auf der Wasserglasschicht B befindet
sich eine Schmiermittelschicht C, Die Fig. 1B zeigt ein Stahlblech Al, das vor dem
Aufbringen einer trockenen Wasserglasschicht B geätzt und mit einer Nickelschicht
E überzogen worden ist. Auf der Wasserglasschicht B befindet sich eine Schmiermittelschicht
C. Die Fig. 1C erläutert ein Stahlblech ii, das mit einer Phosphatschicht D überzogen
ist. Auf der Phosphatschicht D befindet sich eine Schniermittelschicht C.
-
Wenn nun ein gewalzt es Stahlblech beispielsweise mittels einer Presse
vor der Glasemaillierung verformt wird, werden die Wellen auf der Blechoberfläche
abgeflacht oder nivelliert, wodurch möglicherweise Kratzer oder Schrammen auf der
nivellierten Ober
fläche erzeugt werden. Diese Abflachung der Wellen
und die Gefahr der Kratzerbildung auf der abgeflachten Oberfläche sind unvermeidlich,
selbst wenn die Stahlblechoberfläche' mit einem Nickel- oder Phosphatüberzug versehen
ist. Die abgeflachte Oberfläche und die Kratzer schwächen die Haftung zwischen dem
Stahlblech und der Glasemaillierungsschicht darauf und beeinträchtigen auch das
Aussehen der emaillierten Formköroer. Insbesondere das mit einem Phosphatüberzug
versehene Stahlblech muß während der Verformung vorsichti$ gehandhabt werden, damit
sich die Phosphatschicht nicht ablöst.
-
Die Phosphatschicht selbst wirt wahrend der Druckverformung als Schmiermittel.
Zusammen mit der Phosphatschicht kann ein geeignetes Seifenmaterial verwendet werden.
Diese Phosphatschicht sollte vorzugsweise auch nach der Verformung mittels der Presse
auf der Stahlblechoberfläche beibehalten werden, um eine feste Haftung des Anstrichüberzugs
oder des Glasemailüberzugs auf dem Stahlblech zu gewährleisten. Wenn jedoch die
Phosphatschicht Eratzer aufweist oder während der Verformung durch die Presse an
derselben haften bleibt, wird ihre Funktion stark beeinträchtigt.
-
Es wurde nun gefund.en, daß dann, wenn eine sehr dünne Schicht aus
dem vergleichsweise weniger flexiblen trockenen Wasserglas auf die Stahlblechoberfläche
aufgebracht wird, die aufgerauhten Zustände der Stahlblechoberflache während des
gesamten Verformungeprozesses durch die Presse aufrechterhalten werden können. Der
Grund für diese Verbesserung scheint folgender zu sein: alle kleinen Vertiefungen
auf der gesamten rauhen Ob erfläche des Stahlbleches werden durch das vergleichsweise
harte Material, d.h. das Wasserglas, bedeckt, das die Vertiefungen auffüllt, wie
in den Piguren 1A, 1B und 1C dargestellt, und die Wasserglas schicht nimmt die lokale
Konzentration eines hohen Druckes während der Verformung auf, wodurch eine Deformation
der rauhen Oberflächenbedingungen, z.B. die Beseitigung der Vorsprünge und die Auffüllung
der Verttefungen mit Stahi von den
Vorsprüngen, verhindert wird.
-
Es wurde nun gefunden, daß mit Hilfe der erfindungsgemäßen Vorbehandlung
Stahlbleche mit glatten Oberflächen, beispielsweise Stahlbleche mit einem glänzenden
Oberflächenüberzug, mittels einer Presse verformt werden können, ohne daß Kratzer
auf den Oberflächen derselben entstehen. Das vergleichsweise harte Wasserglas wird
auf die Stahlblechoberflächen in ciner solchen Dicke aufgetragen, daß die Wasserglasschicht
selbst durch die sich bewegenden Teile einer Verformungsvorrichtung zerkratzt werden
kann, daß jedoch die Stahlblechoberflächen unter dem Wasserglas intakt bleiben.
-
Die Aufbrung von Wasserglas auf ein Stahlblech vor der Glasemaillierung
(Feueremaillierung) nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird in den folgenden Beispielen
naher erläutert.
-
Beispiel 1 Zwei Proben von nach dem erfindungsgemäßen Verfahren zu
schützenden Stahlblechen wurden hergestellt unter Verwendung von keltgewalzten Stahlblechen
einer Starke von 0,8 mm (mit einem matten Oberflächenüberzug von 3,0 µ Hmax), die
mit 5 Mikron bzw. 3,5 Mikron dicken trockenen Wasserglasschichten und tiberzugsschichten
aus einem geeigneten Pressenschmiermittel auf den Wasserglasschichten überzogen
waren.
-
Unter Verwendung der gleichen Stahlbleche einer Stärke von 0,8 mm
wurden vier Vergleichsproben ohne einen Wasserglasüberzug hergestellt, die mit Schmiermittelüberzügen
versehen unuden.
-
Sämtliche Proben wurden auf identische Art und Weise zu Bechern verformt
und dann werden die Kratzerbildung und die Abflachungseffekte (Nizellierungseffelc-te)
der verschiedenen Proben mithin
ander -verglichen. Jeder Probenbecher
war 55--mm tief und wurde durch Ausstanzen eines Rohlings mit einem Durchmesser
von 200 mm mittels einer Stanze mit flacher Oberfläche mit einem Durchmesser von
100 mm hergestellt, wobei eine Druckbelastung von 5 Tonnen angewendet wurde. Die
äußere Oberfläche des gezogenen Teils wurde der Kratzerbildung und Abflachung ausgesetzt.
Der Glanz bzw. die Glätte der äußeren Oberfläche nahm zu mit der Anzahl der kratzer
und dem Grad der Abflachungszunahme. Der Glanz und die Glätte der äußeren Oberfläche
der Probebecher wurden nach dem ASTM-Verfahren D 523 bzw. nach dem Verfahren gemäß
JIS Z 8741 gemessen. Die dabei erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle
1 zusammengestellt. Kleine Werte für den Glanz (Glätte) (in %) in der folgenden
Tabelle I bedeuten einen guten Schutz der rauhen Probenoberfläche durch die Schutzschichten,
da nämlich der Glanz bzw. die Glätte um so geringer ist, je besser der Schutz ist.
-
Tabelle I Oberflächenschichten Glanz Gs (0°) %* (an drei Stellen
bei jeder Probe) Stelle Mittelwert 1 # 2 3 Pressenschmiermittel allein 85,84 88,80
92,80 89,12 75,20 89,20 90,00 84,80 104,40 79,52 81,28 88,40 116,24 88,00 80,80
95,04 5 µ dicke Wasserglasschicht plus Pressenschmiermittel 45,60 36,24 47,20 43,04
3,5 µ dicke Wasserglasschicht plus Pressenschmiermittel 41,60 32,96 37,60 37,36
* Glanz Gs (0°) in %,ontsprechend JIb Z3741
Wie die vorstehende
Tabelle I zeigt, wurde der Glanz der äußeren Oberfläche der Becherprobe auf etwa
die Hälfte herabgesetzt durch Aufbringen einer Wasserglasschicht auf das Stahlblech
im Vergleich zu den Becherproben mit dem Pressenschmiermittel allein. Bei den Proben
mit den 5 Mikron bzw.
-
3,5 Mikron dicken Wasserglasschichten waren pralrtisch keine Kratzer
und abgeflachten Teile, die durch die Verformung hervorgerufen worden waren, zu
sehen. Auf diese Weise wurden mit solchen Schutzschichten die Oberflächenbedingungen
des Stahlbleches vor der Verformung mittels der Presse auch nach der Verformung
des Stahlbleches mittels der Presse beibehalten.
-
Bei Verwendung einer Pressenschmiermittelschicht allein trat eine
beträchtlich große Anzahl von Kratzerlinien und abgeflachten Teilen auf, die durch
die Verformung auf der Stahlblechoberfläche erzeugt worden waren.
-
Ein typisches Beispiel für die Verbesserung der Tiefzieheigenschaften
ist das folgende: Wenn ein 1,6 mm dickes Stahlblech aus einem Stahl der Klasse SPCC
(JIS) mittels einer Presse nach dem Aufbringen einer 5 Mikron dicken Wasserglasschicht
plus einer Pressenschmiermittelschicht (Pressencl~Nr. 620 der Firma NIHON KOSAKUYU
EABUSHIXI LtISHA) gezogen wurde, wurde eine Ziehverhältnisgrenze L.D.R.
-
von 2,25 erhalten. Wenn andererseits das gleiche Stahlblech auf die
gleiche Weise ohne Verwendung einer Wasserglasschicht gezogen wurde, betrug seine
Ziehverhältnisgrenze L.D.R. nur 2,05. Es wird allgemein angenommen, daß sich die
hohe Viskosität des Pressenschmiermittels günstig auf die Tiefzieheigenschaften
auswirkt und daß die Wasserglasschicht oder eine ähnliche Festphasenschicht eine
sehr hohe Viskosität verleiht.
-
Beispiel 2 Zwei Stahlblçchproben, die dem erfindungsgemäßen Vorbehandlu"sverfahren
unterworfen
werden sollten, wurden hergestellt unter Verwendung von kaltgewalzten Stahlblechen
einer Stärke von 1,8 mm (mit einer glänzenden Oberfläche), die mit 5 bzw.
-
3,5 Mikron dicken trockenen Wasserglasschichten und mit Deckschichten
aus einem geeigneten Pressenschmiermittel beschichtet wurden. Unter Verwendung des
gleichen Stahlbleches einer Stärke von 1,8 mm wurde eine andere Testprobe ohne einen
Wasserglasüberzug hergestellt, auf die nur eine Schmiermittelsehicht aufgetragen
wurde.
-
Alle Proben wurden aus die gleiche Art und Weise gezogen und die Kratzerbildung
und die Abflachungseffekte der verschiedenen Proben wurden miteinander verglichen.
Jede Probe wurde unter Verwendung eines.StemDels mit einer flachen Oberflache mit
einem Durchmesser von 140 mm bis zu einer Tiefe von 85 mm gezogen unter Verwendung
eines Bleches (Rohlings) mit einem Durch messer von 280 mm und unter Anwendung einer
Druckbelastung von 6 Tonnen.
-
Bei der Probe, die nur durch die PressenscEmiermittelschncht geschützt
war, entstanden unzählige parallele Kratzer auf ihrer äußeren Oberfläche bei dem
oben genannten Tiefziehen. Die Anzahl der parallelen Kratzer wurde stark vermindert,
wenn die Probe nit einer 3 Mikron dicken Wasserglasschicht versehen war.
-
Bei der Probe mit der 5 Mikron dicken Wasserglasschicht trat praktisch
keine Kratzerbildung beim -Tiefziehen auf. Der Grad des Glanzes bzw. der Glätte
der einzelnen Proben wurde auf die gleiche Weise wie in Beisplel 1 gemessen. Die
dabei erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle II zusammengefaßt.
-
Tabel].e II Oberflächenschichten Glanz Gs (0°), % Pressenschmiermittelschicht
allein 96,0 3 µ dicke Wasserglasschicht plus Pressenschmiormittelschicht 63,2 5
µ dicke Wasserglasschicht plus Pressenschmiermittelschicht 49,6
Wie
aus der vorstehenden Tabelle II hervorgeht, wies die Probe, die nur eme Pressenschmiermittelschicht
aufwies, den größten Glanz auf, nicht nur wegen der glänzenden Oberfläche vor dem
Ziehen, sondern auch wegen der Kratzerbildung im Verlaufe des Tiefziehens. Es wurde
festgestellt, daß der Glanz der Proben, die Wasserglasschichten aufwiesen, geringer
war trotz der fehlenden Kratzerbildung. Der Grund für diese Verringerung des Glanzes
ist der, daß durch das Gleiten und Rotieren des Kristallgitters des Stahlbleches
während der plastischen Deformation bei der Verformung auf der Stahlblechoberfläche
kleine Wellen entstehen, so daß der ursprüngliche Glanz der Oberfläche des Stahlbleches
nicht aufrechterhalten werden kann.
-
Die Vorteile der Verwendung der Wasserglasschicht werden Jedoch durch
diese Änderung des Glanzes bzw. der Glätte der Oberflache nicht beeinträchtigt.
-
Beispiel 3 Zuei Stahlblechproben, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
vorbehandelt werden sollten, wurden hergestellt durch Aufbringen von 5 bzw. 3,5
Mikron dicken trockenen Wasserglasschichten auf mit Phosphatüberzügen versehene
Stahlbleche und darauf wurden Vberzugsschichten aus einem geeigneten Pressenschmiermittel
aufgebracht. Unter Verwendung des gleichen, mit einem Phosphatüberzug versehene
Stahlbleches wurde eine Testprobe ohne einen Wasserglasüberzug hergestellt, auf
die eine Seifenschicht aufgebracht wurde. Die so hergestellten Proben wurdon auf
die gleiche Weise wie in Beispiel 1 gezogen und die dabei erhaltenen Ergebnisse
sind in der folgenden Tabelle III zusammengefaßt.
-
Tabelle III Oberflächenschichten Glanz Gs (0°), % (an drei ellen
für jede Probe .Stelle 1 1 2 3 Mittelwert Seifenschicht allein 27,76 38,40 34,40
3f,52 dicke dicke schicht plus Pressenschmiermittel'schicht 32,16 27,20 30,40 29,92
5 µ dicke Wasserglasschicht plus Pressenschmiermittelschicht 26,40 29,60 29,04 28,32
Es wurde festgestellt, daß bei der Probe, die nur eine Seifenschicht aufwies, der
Phosphatüberzug teilweise entfernt war unter Erhöhung des Glanzes des Stahlbleches.
Dagegen wurde bei der eine Wasserglasschicht aufweisenden erfindungsgemäßen Probe
der Phosphatüberzug durch das Tiefziehen überhaupt nicht angegriffen und der Glanz
wurde durch das Ziehen nicht verändert.
-
Beispiel 4 Vier Proben von Stahlblechen aus einen Stahl mit einem
atißergewöhnlich niedrigen Kohlenstoffgehalt für die Glasemaillierung wurden behandelt
durch Aufbringen einer Schwefelsäureätzlösung (bis eine Gewichtsabnahme von 2 g/0,09
m2 (1 ft.2) erzielt vJorden war) und anschließend mit Nickel plattiert (in einer
Menge von 50 mg/0,09 m2 (1 ft.2)). 3 nach dem erfindungsgemäßen Verfahren vorzubehandelnde
Proben wurden hergestellt unter Verwendung der so vorbehandelten Stahlbleche aus
einem Stahl mit einem sehr niedrigen Kohlenstoffgehalt durch Aufbringen von 3,5,
2,5 bzw. 1,5 Mikron dicken trockenen Wasserglasschichten. Eine Testprobe, die keinen
Wasserglasüberzug aufwies, wurde hergestellt unter Verwendung des wie oben vorbehandelten
Stahlbleches aus einem Stahl mit einem sehr niedrigen Kohlenstoffgehalt. lle auf
diese leise hergestellten Proben wurden w@e in Beispiel 1
TieZzieht.ests
unterzogen. Die dabei erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle IV zusammengefaßt.
-
Tabelle IV Dicke der Wasserglasschicht Haftfestiglieit der Glaskin
Mikron) emaille 0 schlecht 1,5 2,5 .mäßig gut 3,5 ausgezeichnet Wie die vorstehende
Tabelle IV zeigt, konnte die geätzte und mit Nickel plattierte Oberfläche des Stahlbleches
aus den Stahl mit sehr niedrigem Kohlenstoffgehalt durch die 3,5 IiIon dicke Wasserglasschicht
fast vollstandig geschützt werden, so daß eine sehr starke Haftung zwischen dem
Stahlblech und der Glasemailleschicht gewährleistet war.
-
Allgemein sind die Oberflächenbedingungen des Stahlbleches sehr wichtig
für die Erzielung einer guten Glasemailleschicht (Feueremailleschicht) darauf. Wenn
die Stahloberfläche vollstandiE eben ist, ist es sehr schwierig, eine feste Bindung
zwischen dem Stahlblech und der Glasemailleschicht zu erzielen. Die durch das Aufbringen
einer Wasserglasschicht auf die Oberfläche des Stahlbleches zum Zwecke der Vorbehandlung
des Stahlbleches für die Glasemaiiierung erzielbaren Vorteile sind folgende: (a)
Das Stahlblech kann nach der Verformung, die beispielsweise mittels einer Presse
durchgeführt wird, leicht entfettet werden, weil Wasserglas selbst eine entfettende
Wirkung hat. Nachdem das Stahblech die gewünschte Form hat, kann das Wasserglas
durch Waschen des Stahlbleches mit kaltem Wasser, heißem Wasser oder einer wäßrigen
Lösung eines geeigneten Entfettungsmittels entfernt werden. Zus@mmen mit dem Wassenglas
können nach
dem angegebenen Waschvorgang für die Entfernung von
Wasserglas auch die Schmiermittel und Wachse, die zur Erleichterung der Verformung
auf das Stahlblech aufgebracht worden sind, entfernt werden. Die folgende Tabelle
V zeigt die unterschiedlichen Entfettungsgeschwindigkeiten zur Entfernung des Pressenschmiermittels
bei einem Stahlblech mit einer 3 Mikron dicken Wasserglasschicht einerseits und
einem Stahlblech ohne eine Wasserglasschicht andererseits. Zum Entfetten wurden
die Stahlbleche in eine 2 %ige wäßrige Natriumhydroxydlösung von 80°C eingetaucht.
-
Tabelle V Oberflächenzustand Entfettungsgrad (nach dem Waschen innerhalb
der nachfolgend angegebenen Zeiträume in Sek.) 2 5 10 30 60 120 300 600 Pressenschmiermittelschicht
allein ND ND ND ND ND ND ND 3 Mikron dicke Wasserglasschit plus Pressenschmiermittelschicht
ND ND HD llD D CD CD CD = = nicht entfettet HD = halbwegs entfettet D = nahezu entfettet
CD = vollständig entfettet (b) Die zum Trocknen der Wasserglasschicht erforderliche
Zeit ist viel kürzer als diejenige, die zum Trocknen eines Überzugs aus einer üblichen
organischen Substanz erforderlich ist. Die Herstellung des Wasserglasüberzugs ist
demzufolge leichter als die Herstellung von üblichen Überzügen. Der erfindungsgemäße
Wasserglasuberzug ist frei von der Gefahr der Alterung des Stahlbleches, die durch
das Brennen bewirkt wird.
-
(c) Wasserglas ist ein billiges Material, so daß das gesamte
Vorbehandlungsverfahren
wirtschaftlich durchgeführt werden kann.
-
(d). Wasserglas ist ein Material, das der Überzugsschicht für die
Glasemaillierung ähnelt, so daß irgendwelche Wasserglasrückstände keine nachteiligen
Effekte auf die Glasemaillierschicht ausüben.
-
Es sei hier darauf hingewiesen, daß die Aufbringung der Wasserglas
schicht zwar als Teil des Vorbehandlungsverfahrens für die Glasemaillierung beschrieben
worden ist, daß jedoch Wasserglas selbst auch geeignet ist als Schutz für die freie
oder mit einem Metall plattierte Oberfläche eines Stahlbleches für die Verformung
im allgemeinen.
-
Die folgenden weiteren praktischen Beispiele dienen der näheren Erläuterung
der Erfindung.
-
Beispiel 5 Auf die Oberfläche eines 0,8 mm starken Stahlbleches für
die Glasemaillierung wurde Wasserglas aufgebracht unter Bildung einer 3,5 Mikron
dicken trockenen Wasserglassohicht auf derselben.
-
Auf die Wasserglasschicht wurde eine Pressenschmiermittelschicht aufgebracht
und das auf diese Weise geschützte Stahlblech wurde zu einem Kochtopf ausgezogen.
Nach dem Entfetten und Waschen mit Wasser wurde eine 130 Mikron dicke weiße Glasemailleschicht
aufgebracht und in einem Vorgang gebrannt. Die auf diese Weise hergestellte Glasemailleschicht
des Kochtopfes war fehlerfrei und die Glasemailleschicht haftete sehr fest auf dem
Stahlblech des Kochtopfes.
-
Beispiel 6 Auf die Oberfläche eines mit Phosphat beschichteten Stahlbleches
wurde Wasserglas aufgebracht unter Bildung einer 3,5 Mikron dicken trockenen Wasserglasschicht.
Auf die Wa sserglasschicht
wurde-eine Pressenschmiermittelschicht
aufgebracht und das auf diese Weise geschützte Stahlblech wurde mittels einer Presse
verarbeitet. Es zeigte sich, daß der Phosphatüberzug gut geschützt war und während
der Verarbeitung mittels der Presse nicht zerkratzt wurde. Dann wurde das-so bearbeitete
Stahlblech mit einem Anstrich versehen und es zeigte sich, daß der Anstrich auf
dem Stahlblech sehr fest haftete. Das mit dem Anstrich versehene Stahlblech wies
eine sehr hohe Eorrosionsbeständigkeit auf.
-
Beispiel 7 Auf die Oberfläche von 1,8 mm starken -Stahlblechen wurde
Wasser--glas aufgebracht unter Bildung einer 5 Mikron dicken trockenen Wasserglasschicht
auf jedem der Stahlbleche. Auf die Wasserglasschicht wurde eine Pressenschmiermittelschicht
aufgebracht und die auf diese Weise geschützten Stahlbleche wurden mittels einer
Presse verformt. Auf der Oberfläche des Stahlbleches entstanden keine Kratzer bzw.
Schramme. Nach dem Glätten der aufgerauhten Teile der Stahlbleche durch leichtes
Polieren wurden glänzende Kupf er-, Nickel- bzw. Chromplattierungen aufgebracht.
Die dabei erhaltenen Ergebnisse wären zufriedenstellend.
-
Beispiel 8 Eine wäßrige Wasserglaslösung, bestehend aus 4 Volumenteilen
Wasser und 10 Volumenteilen Wasserglas wurde auf erste Proben von kaltgewalzten
Blechen aus nicht-beruhigtem Stahl mittels eines Walzenbeschichters aufgebracht
unter Bildung einer etwa 7 Mikron dicken Wasserglasschicht nach 30 Sekunden langem
Trocknen bei 800C. Jedes der mit Wasserglas beschichteten Stahibleche wurde in eine
Wachslösung eingetaucht, die durch Auflösen von 100 g Wachs in 1 1 Toluol hergestellt
worden war, so daß eine Wachsschicht einer Dicke von etwa l Mikron darauf gebildet
wurde. Als Lösungsmittel für das Wachs kann Benzol oder
irgendein
anderes geeignetes Lösungsmittel verwendet werden.
-
Nach dem Aufbringen der Wasserglas- und Wachsüberzüge wurde jedes
Stahlblech der ersten Proben mittels einer Presse zu einem Becher verformt.
-
Getrennt davon wurde zweite Proben aus kaltgewalztem Stahlblech, die
aus der gleichen Charge von nicht-beruhigtem Stahl wie die ersten kaltgewalzten
Stahlbleche hergestellt worden waren, nur mit einem qualitativ hochwertigen flüssigen
Schmiermittel beschichtet und auf die gleiche Weise mittels einer Presse verformt.
-
Dann wurde die Verarbeitbarkeit der ersten und zweiten Bleche getestet
und die dabei erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle VI zusammengefaßt.
-
Tabelle VI erste (nach dem zweite (auf übli- Bemerkungen erfindungsgem.
che Weise vorbehan-Verfahren vorbe- delte) Probe mit handelte) Probe einer Schicht
aus mit einer 3 Mi- einem flüssigen kron dicken Was- Schmiermittel serglasschicht
(Pressenöl Nr.
-
und einer 1 Mi- 660 der Firma.
-
kron dicken NIHON KOSAKUYU Wachsschicht KABUSHIKI KAISHA) Grenzwert
des Ausziehverhältnis Stempel mit einer ses (L.D.R.) 2,27 2,17 flachen Oberflä-Stanzkraft
che und einem Durchbei einem messer von 30 mm Ausziehverhältnis von 2,17 .2,90 t
3,15 t Kratzer auf Kratzer auf der äusder Stahl- seren Oberfläche des bezogen auf
100 blechober- gefomten Bechers Proben, die konfläche tinuierlich gepreßt wurden
Ankleben die Stempeloberdes Überzugs fläche wurde durch an dem Stem- das Schmiermittel
pel - benetzt Korrosionstest etwa 1,5% SO2, in einer SO2- keine Korro- starke Korrosion
relative Feuch-Atmosphäre sion nach innerhalb von tigkeit > 95 % nach der Pres-
10 Tagen 2 Tagen senverformung Entfernbarkeit innerhalb von innerhalb von -120 des
Überzugs 30 Sek. voll- Sek. entfernt durch nach der Pres- ständig ent- Eintauchen
in eine senverformung fernt durch 5 %ige Lösung eines nicht gerührt Eintauchen in
Entfettungsmittels warmes Wasser (Homezarin F-180 von 60°C der Firma Kawo Sekken
Company) Zusammenkleben kein Zusammen-das flüssige Schmierder Proben bei kloben
inner- mittel fübrte zu Belastung 100 kg längerer Lage- halb von 30 einen aus @ieder
rung Tagen trennbaran Zusammen- pro 200 mmx200@ kleben des Stahls
Wie
aus der vorstehenden Tabelle VI hervorgeht, führt die erfindungsgemäße doppelte
Beschichtung zu folgenden Vorteilen: (a) Die Aufbringung des Wachsüberzugs ist einfach.
Da zur Verhinderung der Kratzerbildung bereits eine Wasserg].asschicht vorhanden
ist, genügt ein sehr dünner Wachsüberzug zur Verhinderung der Korrosion und zur
Erzielung einer Schmierwirkung, wobei der Wachsüberzug unter Verwendung einer Wachslösung
in einem geeigneten organischen Lösungsmittel oder durch Aufschmelzen aufgebracht
werden kann; (b) durch den kombinierten Effekt der Verhinderung der Kratzerbildung
durch die Wasserglas schicht und der Schmierung durch den Wachsüberzug kann eine
ausgezeichnete lUessenverarbeit barkeit sichergestellt werden; (c) das vorbehandelte
Stahlblech kann über einen vergleichsweise langen Zeitraum hinweg gelagert werden,
weil der Wachsüberzug die Wasserglasschicht vor den Angriff durch die Atmosphäre
schützt, so daß das Wasserglas mit der Luft nicht reagiert und damit die Korrosion
des Stahlbleches eliminiert wird; (d) das vorbehandelte Stahlblech kann auch nach
der Pressenverformung gelagert werden, weil der Wachsüberzug es gegen die Feuchtigkeit
der Lauft schützt. An den Teilen, an denen der Wachsüberzug durch die Pressenverformung
entfernt worden ist, dient die verbleibende Wasserglasschicht dazu, infolge der
Alkalinität des Wasserglases das Stahlblech zu passivieren; (e) die Überzüge können
leicht entfernt werden durch Eintauchen des Stahlbleches in warmes Wasser einer
Temperatur, die oberhalb des Schmelzpunktes des Wachses liegt. Wenn das Wachs schmilzt,löst
sich das Wasserglas unter dem Wachsüberzug schnell in dem warmen Wasser. Auf diese
Weise können die beiden Überzüge
sehr leicht von dem verformten
Stahlblech entfernt werden; (f) das Zusammenkleben der Stahlbleche kann dadurch
verhindert werden, daß man zum Herstellung des Wachsüberzugs ein Wachs mit einem
Schmelzpunkt oberhalb etwa 500 C verwendet; (g) bei der Pressenverformung ist kein
zusätzliches Schmiermittel erforderlich, so lange die erfindungsgemäße Vorbehandlung
angewendet wurde Es wurde nun gefunden, daß die Haftung zwischen einem Stahlblech
und einer darauf aufgebrachten Glasemailschicht durch Aufrauhen der Oberfläche des
Stahlbleches in einem relativ zu dem Stahlblech sich schnell bewegenden Elektrolyten
verbessert werden kann. In den folgenden Beispielen wird die diese. Aufrauhungsstufe
umfassende Vorbehandlung näher erläutert Beispiel 9 Die Fig. 2 der beiliegenden
Zeichnungen erläutert das Prinzip der Oberflächenaufrauhung, die von dem erfindungsgemäßen
Vorbehandlungsverfahren umfaßt wird. Wie in dieser Fig. dargestellt, werden die
Laufbedingungen eines sich mit variabler Geschwindigkeit drehenden rotors 1 durch
einen Regulator 2 kontrolliert. Die von dem rotor 1 abgegebene leistung wird mittels
einer geeigneten Transmission, beispielsweise mittels Rollen und eines Bandes 3>auf
eine sich drehende-Welle 4 über tragen. Ein Ende der sich drehenden Welle 4 ist
an einer Rotationstrommel 5 befestigt, die konzentrisch in einer zylindrischen Elektrolytzelle
7 angeordnet ist. Eine aus Blei bestehende zylindrische Kathode 6 ist zwischen der
Rotationstrommel 5 und der inneren Oberfläche der Seitenwand der Elektrolytzelle
7 angeordnet. Die sich drehende Wolle 4 steht mit einer Bürste 8 in Verbindung,
die an die positive Spannungsklemme eines Gleichrichters
9 elektrisch
angeschlossen ist. Der Kathodenzylinder 6 ist an die negative Spannungsklemme des
Gleichrichters 9 angeschlossen. Die Rotationstrommel5ist relativ zur Elektroiytzelle
7 selektiv beweglich, so daß die Trommel 5 in der Zelle 7 für die Behandlung beladen
und für die Befestigung oder Entfernung eines Stahlbleches 10 aus der Zelle 7 herausgenommen
werden kann.
-
Eine Ätzlösung oder ein flüssiger Elektrolyt, der aus verdünnter Schwefelsäure
und Eisen(II)sulfat besteht, wird in die Zelle 7 gegossen, so daß das Stahlblech
10 in die Atzlösung eintaucht, so daß ein elektrischer Strom zwischen dem Stahlblech
10 und der Kathode 6 fließt. Zur Herstellung der elektrischen Verbindung zwischen
dem Stahlblech 10 und der sich drehenden Welle 4 werden geeignete Konduktorringe
(nicht dargestellt) verwendet, die an die sich drehende Weile 4 elektrisch angeschlossen
und mechanisch so gestaltet sind, daß sie das Stahlblech 10 auf der äußeren Oberfläche
der sich drehenden Trommel 5 festhalten.
-
Auf diese Weise wirkt das Stahlblech 10 als rotierende Anode in der
Elektrolytzelle 7 und der elektrische Strom zwischen der Anode und der Kathode 6
wirkt auf die Oberfläche des Stahlblechs 10 ein.
-
Es wurden Versuche durchgeführt unter Verwendung von 0,8 mm starken
kaltgewalzten Blechen aus einem Stahl mit einem niedrigen Kohlenstoffgehalt mit
einer Breite von 50 mm und einer Länge von 325 mmO In der Fig. 2 ist ein 30 mm breiter
Abstand zwischen dem Stahlblech 10 und der Kathode 6, gemessen in radialer Richtung
der zylindrischen Elektrolytzelle 7, vorgesehen. Die in den Versuchen verwendete
Ätzlösung enthielt Eisen(II)sulfat (H2S04'71120) in einer Konzentration von 700
g/l und Schwefelsäure (H2SO4) in drei verschiedenen Konzentrationen, nämlich in
einer Konzentration von 10 g/l, 20 t'l 1 und 50 g/1.
-
Die Ätzlösung wurde bei 80°C gehalten und ihre Konzentration
wurde
ständig überwacht und innerhalb eines Bereiches von: +0,1 % bei der gewünschten
Konzentration gehalten. Für jede Ätzlösung wurde eine Stromdichte von 30 A/dm2.30
Sekunden angewendet. Die Drehgeschwindigkeit der sich drehenden Welle 4 und des
Stahlbleches 10 wurden auf 400 UpM eingestellt und die Versuche wurden zum Vergleich
auch mit einer sich nicht drehenden Welle 4 und einem sich nicht drehenden Stahlblech
IÖ durchgeführt, Nach der Behandlung in der Zelle 7 wurde das Stahlblech 10 unter
verschiedenen Plattierungsbedingungen mit Nickel plattiert. Dann wurde auf das mit
Nickel plattiert Stahlblech eine Glasemailschicht (Feueremailschicht) aufgebracht.
-
Für Jedes der unter den oben genannten verschiedenen Bedingungen vorbehandelten
Stahlbleche wurde die Anzahl der Ätzspitzenzähler (etching peak counts) und der
PEI (Porcelain Enamelling Institute)-Index bestimmt. Die dabei erhaltenen--Ergebnisse
sind in der folgenden TabelleVIIzusammengestellt. Die Ätzspitzenzahl wurde gemessen
unter Verwendung eines Spitzen-Counters der Firma Bendix Company7USA und die Spitzenzahl
in der folgenden Tabelle VII stellt die Anzahl der Spitzenwerte pro 25,4 mm Linienabschnitt
auf der Stahlblechoberfläche dar, deren Höhe mehr als 0,5 Mikron betrug. - Der PEI-Index
(%), der die Haftfestigkeit zwischen einem Stahlblech und einer darauf erzeugten
Feueremailschicht repräsentiert, wurde nach dem Japanischen Industrie-Standard-Verfahren
JISR-4204 bzw. , nach dem ASUM-Verfahren C-313-59 bestimmt. Ein PEI-Inaex von 100
% gibt eine perfekte Haftfestigkeit (Bindefestigkeit) einer Feueremailschicht auf
einem Stahlblech an.
-
Nach dem Ritzen des Stahlbleches wurde dieses,wie bei der Feueremaillierung
üblich,mit Nickel plattiert. Die Nickelplattierung liefert eine Eisenoxyd (FeO)-Schicht,
die als Zwischenschicht die Haftung zwischen dem Stahlblech und der Feueremailschicht
unterstützt.
Zusammen mit einem Watt-Bad wurden vier verschiedene Nickelplattierungsbedingungen
angewendet.
-
Auf der Grundlage der in der folgenden Tabelle VII angegebenen Daten
ist die Beziehung zwischen der Spitzenanzahl und dem PEI-Index in der graphischen
Darstellung der Fig. 3 für verschiedene Konzentrationen der Schwefelsäure und für
verschiedene Nickelplattierungsbedingungen dargestellt.
Tabelle
VII Ätzbedingungen Anzahl der Soitzen und PEI-Index Konzentra- Ddrehgeschwin- elektrische
mit Nickel mit Nickel mit Nickel mit Nickel tion der digkeit der Bedingungen plattiert
plattiert plattiert plattiert Schwefel- Trommel(UpM) (A/dm2xSek.) bei 0,5A/dm2 bei
0,5A/dm2 bei 0,25A/dm bei 0,25A/dm2 säure(g/1) innerhalb innerhalb innerhalb innerhalb
von 100 Sek. von 50 Sek. von 50 Sek. von 25 Sek.
-
Anzahl PEI- Anzahl PEI- Anzahl PEI- Anzahl PEI-der Index der Index
der Index der Index Spitzen* (%) Spitzen* (%) Spitzen* (%) Spitzen* (%) 0 30 30
242 100 240 94,3 215 98,7 233 52,5 10 400 30 30 250 100 250 100 240 100 260 100
0 30 30 240 81,1 243 98,7 225 76,7 230 52,5 20 400 30 30 243 100 240 100 245 100
235 100 0 30 30 220 54,1 220 75,5 228 60,4 220 61 50 400 30 30 220 81,1 220 100
214 100 235 87,4 * Anzahl der Peaks pro 25,4 mm Linienabschnitt auf der Stahlblechoberfläche,
deren Höhe mehr als 0,5 Mikron betrug.
-
In der Fig. 3 bedeuten die ausgefüllten Quadrate die Ätzung mit einer
sich drehenden Anode, während die nicht-ausgefüllten Quadrate die Ätzung mit der
stationären Anode bedeuten. Aus dieser Fig. 3 geht hervor, daß die Haftung der Feueremailschicht
auf den mit der sich drehenden Anode geätzten Stahlblechen im allgemeinen besser
war als auf den mit stationären Anoden geätzten Stahlblechen. Das zeigen auch die
Anzahl der Spitzen (peak counts). Es sei darauf hingewiesen, daß dann, wenn die
Anzahl der Spitzen mehr als etwa 240 betrug, ein PEI-Index von 100 % ohne jedes
Versagen angenommen werden konnte. Wenn die Stahlbleche geätzt wurden, indem sie
als rotierende Anoden verwendet wurden, waren ihre PEI-Indices im allgemeinen höher
als diejenigen, die mit Stahlblechen erzielt wurden, die bei Verwendung derselben
als stationäre Anoden geätzt worden waren, selbst wenn die Anzahl ihrer Spitzen
verhältnismäßig niedrig war.
-
Die Figuren 4A, 4B und 4C der beiliegenden Zeichnungen zeigen Bilder
der Oberflächenzustände eines Stahlbleches, das unter Verwendung desselben als stationare
Anode geätzt wurde, wobei die Bilder mittels eines aufzeichnenden Elektronenmikroskops
bei einer Vergrößenrng von 1000-, 3000- bzw. 10000-fach aufgenommen wurden.
-
Die Figuren 5A, 5B und 5C der beiliegenden Zeichnungen zeigen ähnliche
Bilder eines Stahlbleches, das unter Verwendung desselben als rotierende Anode geätzt
wurde, wobei die Bilder bei einer Vergrößerung von 1000-, 3000- bzw. 10000-fach
auf genommen wurden. Im Falle der rotierenden Anode (Figuren 5A bis 5C) wurden quadratische
Aussparungen oder sogenannte Ätznarben mit mehrfach abgestuften Seitenwänden gebildet.
Andererseits stellten die mit der stationären Anode (Figuren 4A bis 4C) durch die
Ätzung gebildeten Aussparungen einfache Täler ohne klar definierte abgestufte Waijdteile
dar. Dadurch wic3nn die Stahlbleche,
die unter Verwendung derselben
als rotierende Anoden geätzt worden waren, zahllose kleine, aber tiefe Ätznarben
auf, die durch übliche Spitzenzähler nicht gezählt werden konnten.
-
Beispiel 10 Außerdem wurden die Effekte der Drehgeschwindigkeit des
als Anode fungierenden Stahlbleches bei Anwendung eines ähnlichen Verfahrens, wie
es vorstehend unter Bezugnahme auf die Fig. 2 der beiliegenden Zeichnungen beschrieben
worden ist, untersucht, wobei diesmal die Drehgeschwindigkeit der Anode 100 und
200 UpM betrug. Dabei rurde- festgestellt, daß ähnliche Verbesserungen hinsichtlich
der Anzahl der Spitzen und des. PEI-Index bei niedrigerer Drehzahl des Stahlbleches
erzielt werden konnten, daß jedoch der Grad der Verbesserungen beispielsweise der
Haftfestigkeit der Emailschicht auf dem Stahlblech, mit zunehmen der Drehgeschwindigkeit
zunahm.
-
Bei der üblichen Vorbehandlung zum Aufbringen einer Feuer emailschicht
(Glasemailschicht) in einem Verfahrensschritt, war es bisher erforderlich, das Gewicht
eines Stahlbleches durch das Ätzen um etwa 0,2 g/dm2 zu verringern. Nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren kann der Gewichtsverlust beim Ätzen, der zur Erzielung einer guten Haftung
erforderlich ist, auf etwa die Hälfte oder weniger des üblichen Gewichtsverlustes
herabgesetzt werden, wenn man eine vergleichsweise hohe relative Geschwindigkeit
zwischen der Ätzlösung und dem damit zu ätzenden Stahlblech erzeugt. In der folgenden
Tabelle VIII ist ein Beispiel für eine solche Verbesserung hinsichtlich der Gewichtsverininderung
angegeben.
-
Tabelle VIII chemische Zusammenset- Umdrehungs- Ätz- Gewichts- PEI-Index
(%), zung der Ätzlösung geschwin- strom- vermin- zweimal gedigkeit dicht derung
messen (UpM) (A/dm ) durch das Ätzen (g/dm2) H2S04: 20 g/l 200 30 0,287 100 100
FeSO4#7H2O:100 g/1 0,206 99,4 100 0,131 100 100 0,09? 96,2 100 400 30 0,307 100
100 0,237 100 100 0,157 100 100 0,077 100 100 Durch die geringeren Anforderungen
in bezug auf die Gewichtsverminderung beim Ätzen ist es möglich, eine kleinere elektrische
Energiequelle und eine kürzere Elektrolytzelle in der Sitzvorrichtung zu verwenden.
In dem Beispiel 10 wurde die Gewichtsverminderung durch das Ätzen durch Variieren
der Dauer des Ätzens gesteuert, wobei die Nickelplattierung unter Verwendung eines
Watt-Bades bei einer Stromdichte von 0,5 A/dm2 über einen Zeitraum von 30 Sekunden
durchgeführt wurde. Bei den Versuchen des Beispiels 10 wurde gefunden, daß zwischen
der Ätzlösung und dem Stahlblech eine endliche relative Geschwindigkeit erforderlich
ist, d.h. daß die Ätzlösung an den Stahlblechoberflächen gerührt werden muß. Darauf
fußend wurde nun eine praktische Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Vorbehandlungsverfahrens für die Feueremaillierung ausgearbeitet, wie sie beispielsweise
in den Figuren 6 und 7 der beiliegenden Zeichn'ungea dargestellt ist.
-
In der Fig. 6 wird ein gewalztes Stahlblech 11 durch zwei Paare von
Fährungswalzen 12 und 13 in der durch den Pfeil α angegebenen Richtung in
einen Vorbehandlungsprozeß für die Feueremaillierung
eingeführt.
Ein Paar von stationären Kathodenplatten 14, 14' ist so angeordnet, daß sie den
Oberflächen des Stahlbleches 11 mit einem Abstand- d zwischen der entsprechenden
Stahlblech oberfläche und der Kathode 14 oder 14' gegenüberstehen. Die Kathodenplatten
14, 14' sind vorzUgsweise durch ein Paar von Deck-platten 15, 15' geschützt. In
den Figuren 6 und 7 ist ein Düsenpaar 16, 16' so angeordnet, daß mit einer hohen
Geschwindigkeit unter Druck eine Atzlösung in die-Räume ZWischen dem Stahlblech
11 und den Kathoden 14, 14' von den gegenüberliegenden Rändern des Bleches 11 her
eingespritzt wird.
-
Jede Düse 16 oder 16' ist mit einer Pumpe 17 verbunden, welche die
Ätzflüssigkeit unter Druck zuführt. Die Einlaßöffnung jeder Pumpe 17 steht mit einem-Vorratsbehälter
18 in Verbindung, der die Ätzflüssigkeit aus dem oben genannten Hohlraum zwischen
den Stahlblech 11 und den Kathodenplatten 14, 14-' für die Recirculation durch die
Pump9 17 aufnimmt. Ein Paar Abstreifwalzen 19,19'liegt an dem Stahlblech 11 an den
den Düsen 16, 16' entgegengesetzten Seiten der Kathodenplatten 14, 14'an. Die Abstreifwalzen
19, 19' bestehen vorzugsweise aus einem säurebeständigen Kautschuk.
-
In der in den Figuren 6 und 7 dargestellten Ausführungsform ist ein
weiteres Paar von Anodenplatten 20, 20' mit geeigneten Abständen d' von dem Stahlblech
11 vorgesehen. Pumpen 22 befördern die Stromträgerflüssigkeit in die Hohlräume d'
unter Druck durch die Düsen 21, 21', welche die Flüssigkeit in Richtung auf die
ersten Düsen 16, 16' lesen. Die Kathodenplatten 20, 20' sind durch Deckplatten 23,
23' geschützt und die durch die Düsen 21, 21' eingespritzte Flüssigkeit wird durch
Abstreifwalzen 24 abgewischt, bevor das Blech 11 den ersten Kathodenplatten 14,
14' gegenüberliegt. Die Flüssigkeit aus den Hohlräumen d' wird in einem Vorratsbehälter
25 für die Recirculation durch die Pumpen 22 gesammelt, der durch eine' Trennwand
26 von dem ersten Vorratsbehälter 18 abgetrennt- ist.
-
Die Kathodenplatten 14, 14' stehen mit einer negativen Spannungsquelle
(nicht
dargestellt) in Verbindung, während die Anodenplatten 20, 20' an eine positive Spannungsquelle
(nicht dargestellt) angeschlossen sind. Auf diese Weise wird ein geschlossener Durchgang
für einen Gleichstrom durch die Ätzlösungen und das Stahlblech 11 erzeugt. Es ist
für den Fachmann klar, daß anstelle der Anordnung der Figuren 6 und 7 das Stahlblech
11 in der Weise durch eine stationäre Ätzlösung mit einer geeigneten elektrischen
Stromzuführungseinrichtung geführt werden kann, daB dieser über die Düsen 16, 16'
und 21, 21' abfließt. Zur Zuführung eines elektrischen Stromes können elektrisch
leitfähige Walzen verwendet werden, die in direktem Kontakt mit dem Stahlblech 11
stehen.
-
In der Ausführungsform gemäß Fig. 6 und 7 wurde ein kaltgewalztes
Blech aus einem Stahl mit einem niedrigen Kohlenstoffgehalt einer Breite von 1 m
und einer Stärke von 0,8 mm für die Feuermaillierung (Glasemaillierung) vorbehandelt
durch Einführung desselben mit einer Geschwindigkeit von 5 m/Sek., wobei eine Xtzlösung,
die 2 % Schwefelsäure enthielt, die mit 10 m3/Min. rezirkuliert wurde, und eine
Stromträgerflüssigkeit; verwendet wurde, die 10 % Schwefelsäure enthielt, die mit
5 D13/ Min. rezirkuliert wurde. Jede der Kathodenplatten 14, 14' war etwa 2 m lang
und hatte von dem Stahlblech 11 einen Abstand von etwa 10 cm und die Ätzung wurde
mit einer Gleichspannung von 20 Volt und einem Strom von 8000 A durchgeführt.
-
Die Figuren 8A, 8B und 8C der beiliegenden Zeichnungen zeigen Bilder,
welche die Oberflächenzustände des mittels der Vorrichtung gemaß Fig. 6 und 7 geätzten
Stahlbleches zeigen, wobei die Bilder mit dem gleichen Elektronenmikroskop wie die
Figuren 4A bis 4C und 5A bis 5C bei den jeweiligen entsprechenden Vergrößerungen
aufgenommen wurden. Wie aus den Figuren 8A bis 8a ersichtlich, können nach dem Verfahren
unter Verwendung der Vorrichtung der Figuren 6 und 7 wie im Falle der Figuren 5A
bis 5C rechtwinklige tiefe Narben mit abgestuften Seitonwänden erzeugt werden.
-
Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren für die Feuer-emaillierung
vorbehandelte Stahlblech weist eine stark Haftung gegenüber einer Glasemailschicht
(Feueremailschicht) auf, die mit oder ohne vorherige Nickelplattierung aufgebracht
worden ist, und wobei das Stahlblech vor der Emaillierung- geformt worden ist.Nach
dem Brennen haftet die Glasemailscbicbt auf dem nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
vorbehandelten Stahlblech viel dauerhafter als auf in üblicher Weise vorbehandelten
Stahlblechen.
-
Wie vorstehend beschrieben, stellt das erfindungsgemäße Verfahren
ein verbessert es Vorbehandlungsverfahren für die Glasemaillierung bzw. Feueremaillierung
dar und es kann eine elektrolytische Xtzung mit einem flüssigen Elektrolyten umfassen,
der sich relativ zu dem zu ätzenden Stahlblech bewegt, wodurch tiefe Ätznarben gebildet
werden, welche die Haftung zwischen dem Stahlblech und der anschließend aufgebrachten
Feueremailschicht stark verbessern. Die Ätzlösung kann unter Druck auf die Stahlblechoberfläche
in Form von Düsenströmen durch Düsen aufgespritzt werden, so daß Elektrolytzellen
mit einer geringeren Länge verwendet werden können. Die Feueremaillierung kann somit
mit einer kompakt gebauten Vorrichtung durchgeführt werden. Dies stellt einen erheblichen
technischen Fortschritt dar.
-
Patentansprüche: