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DE20320747U1 - Vorrichtung zum Auftragen von Farben - Google Patents

Vorrichtung zum Auftragen von Farben Download PDF

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Abstract

Vorrichtung (1) zum Auftragen von Farbe im Spritzverfahren, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) aus einer an einem Vorratsbehälter (6) für die Dispersionsfarbe angeschlossenen Fördereinheit (2) und einer dieser nachgeschalteten Airless-Spritzpistole (4) besteht, die über eine Leitung (3) miteinander verbunden sind, und dass die Dispersionsfarbe bei 55 bis 135 bar Spritzdruck, gemessen an der Airless-Spritzpistole (4), versprüht wird.

Description

  • Farben auf Basis mindestens einer Polymerdispersion, die aus einer Kunststoffdispersion, Pigmenten und Füllstoffen bestehen, sind zum Beschichten von Untergründen aller Art, insbesondere im Baubereich auf Innen- und Außenwände, weit verbreitet. Das Eigenschaftsbild der Dispersion, aber auch der daraus hergestellten Fertigprodukte, wird überwiegend vom jeweiligen Polymerisat geprägt.
  • Bisher werden derartige Dispersionsfarben üblicherweise durch an und für sich bekannte Auftragsmittel, wie Walzen oder Pinsel, auf den Untergrund aufgebracht. Des Weiteren ist es bisher auch bekannt, derartige Dispersionsfarben mittels einer Spritzpistole zu verarbeiten.
  • Bei der Verarbeitung von Dispersionsfarben mit einer Spritzpistole entstehen Nebel in Form von feinen Tröpfchen; die Schwierigkeiten bei der Verarbeitung bereiten. Zum Einen führt der Nebel dazu, dass keine exakten Beschichtungen, d.h., dass keine Beschichtungen realisierbar sind, bei denen ein scharf abgegrenztes Sprühbild erzeugt werden kann, und zweitens kann der Nebel auch zu gesundheitlichen Problemen führen, da die bei den üblichen Spritzverfahren mit den bekannten Dispersionsfarben auftretenden feinen Nebel mit Größen < 15 μm gesundheitliche Belastungen bei dem verarbeitenden Personal hervorrufen können.
  • Ausgehend hiervon ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zum Auftragen von Farbe zu schaffen, die es ermöglicht, eine Farbe auf Basis mindestens einer Polymerdispersion mit Pigmenten, Füllstoffen, Verdicker sowie Dispergiermitteln und Additiven möglichst nebelfrei mit einer Spritzpistole zu verarbeiten.
  • Dies wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, dass die Vorrichtung aus einer an einem Vorratsbehälter für die Dispersionsfarbe angeschlossene Fördereinheit und einer Airless-Spritzpistole besteht, die über eine Leitung miteinander verbunden sind, und dass die Dispersionsfarbe bei 55 bis 135 bar Spritzdruck, gemessen an der Airless-Spritzpistole, versprüht wird.
  • Zweckmäßig ist es hierbei, einen Spritzdruck von 70 bis 80 bar und als Fördereinheit eine Membranpumpe vorzusehen.
  • Angebracht ist es des Weiteren, als Verbindungsleitung zwischen der Fördereinheit und der Airless-Spritzpistole einen temperierbaren Schlauch anzuordnen und die Temperatur derart zu steuern, dass die Dispersionsfarbe an der Airless-Spritzpistole eine Temperatur von 27 bis 40°C, vorzugsweise von 30 bis 38°C, aufweist.
  • Vorteilhaft ist es ferner, die Airless-Spritzpistole mit einer Doppeldüse auszurüsten und diese in Form von zwei nebeneinander, bevorzugt in Reihe, angeordneten schlitzartigen Düsenöffnungen auszubilden, wobei die Anordnung und Ausgestaltung der Doppeldüsen so gewählt ist, dass sich die Spritzstrahlen in Längsrichtung überschneiden.
  • Die Farbe, nachfolgend Dispersionsfarbe genannt, für die die vorschlagsgemäß ausgebildete Vorrichtung bevorzugt verwendbar ist, besteht aus einer Polymerdispersion, Pigmenten, Füllstoffen, einem Verdicker sowie Dispergiermittel und Additive, wobei die Viskosität dieser Dispersionsfarbe auf 2,0 bis 5 ☐ 102 m Pa/s eingestellt ist. Die Viskosität wurde dabei bei einer Schergeschwindigkeit von 30.000 ☐ 1/s mit der Kapillarrheometrie gemessen. Eine derartige Bestimmungsmethode der Viskosität ist z.B. beschrieben in R.W. Whorlov: Rheological Techniques, Verlag Elis Horwood, New York, 1992.
  • Für die Verarbeitung der Dispersionsfarbe ist es wesentlich, dass der angegebene Bereich für die Viskosität eingehalten wird. Es hat sich gezeigt, dass nur eine Dispersionsfarbe mit einer derartigen Zusammensetzung und einer derartigen Viskosität beim Verarbeiten mit der vorschlagsgemäßen Spritzvorrichtung zu Tröpfchen führt, die eine bestimmte Mindestgröße nicht unterschreiten, wodurch ein abgegrenztes Sprühbild erzeugt wird. Diese Farbe hat weiterhin den Vorteil, dass dadurch ein Einatmen von Sprühnebel weitestgehend vermieden wird.
  • Es ist vorgesehen, dass 2 – 20 Gew. -% Polymerdispersion, gerechnet als Feststoffanteil, 2 – 35 Gew. -% Pigmente, 5 – 60 Gew. -% Füllstoffe mit einem Partikeldurchmesser von 0,1 – 200 μm, 0,1 – 3 Gew. -% Verdicker, 0,1 – 2 Gew. -% Dispergiermittel sowie maximal bis 5 Gew. -% Additive in der Dispersionsfarbe enthalten sind. In Versuchen konnte nachgewiesen werden, dass es ganz besonders bevorzugt ist, wenn die Viskosität im Bereich von 3,5 bis 5 ☐ 102 m Pa/s liegt.
  • Aus stofflicher Sicht ist es bei der Dispersionsfarbe angezeigt, wenn die Polymerdispersion ausgewählt ist aus Polymeren, die aus bestimmten Monomeren aufgebaut ist. Geeignete Monomere sind beispielsweise Carbonsäurevinylester mit 3 bis 20 Kohlenstoffatomen, insbesondere Vinylacetat, Vinylpropionat und Carbonsäurevinylester mit 9 bis 11 Kohlenstoffatomen in der Carbonsäurekomponente, weiterhin N-Vinylpyrrolidon und dessen Derivate, ethylenisch ungesättigte Carbonsäuren, deren Ester, deren Amide oder deren Anhydride, weiterhin α-Olefine, insbesondere Ethylen und Propylen sowie Acrylnitril. Besonders bevorzugt ist die Verwendung ethylenisch ungesättigter Carbonsäuren, insbesondere von Acryl- und Methacrylsäure, weiterhin von ethylenisch ungesättigten Carbonsäureestern, insbesondere von Acryl- und Methacrylsäureestern mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen im Alkoholrest. Der Alkoholrest der Ester kann aus linearen oder verzweigten Alkylketten, Cycloaliphaten oder Aromaten bestehen, die zusätzlich mit Hydroxylgruppen, Halogenatomen oder Epoxidgruppen modifiziert sein können. Besonders bevorzugt ist auch der Einsatz von Styrol und Styrolderivaten.
  • Für die Pigmente können an und für sich die aus dem Stand der Technik bekannten Pigmente eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind Titandioxid, Eisenoxid, Chromoxid, Kobaltblau, Phtalocyaninpigmente, Spinellpigmente sowie Nickel und Chromtitanate. Es können aber auch organische Pigmente wie Azopigmente, Chinacridonpigmente und/oder Dioxazinpigmente verwendet werden. Bei den Pigmenten hat es sich als besonders günstig erwiesen, wenn Titandioxid eingesetzt wird. Als Füllstoffe kommen insbesondere Silikate, Carbonate, Flussspatsulfate und Oxide in Frage. Besonders bevorzugt bei den Füllstoffen sind Kaolin, Glimmer, Talkum und Kalziumcarbonat. Es ist auch bevorzugt, wenn die vorstehend erwähnten Füllstoffe in Form einer Mischung verwendet werden. Es hat sich gezeigt, dass es besonders günstig ist, wenn die Füllstoffe einen Durchmesser von 0,1 bis 200, besonders bevorzugt von 0,1 bis 100μm aufweisen die Auswahl der Partikelgröße der Füllstoffe ist offensichtlich auch für Einstellung der Viskosität wichtig. Es ist hierbei auch möglich, neben einer monomodalen Teilchengrößenverteilung eine bimodale Teilchengrößenverteilung einzusetzen. Eine weitere bevorzugte Variante zur Steuerung der Viskosität der Dispersionsfarbe besteht darin, dass die Oberflächen der Füllstoffpartikel funktionalisiert werden. Unter funktionalisierten Füllstoffpartikeln werden solche verstanden, bei denen die funktionellen Gruppen sowohl über eine kovalente Bindung oder auch durch einfache Wechselwirkungen an die Oberfläche gebunden sind. Es können auch nachträglich behandelte Partikel z.B. mit einer Hydrophobierungsschicht eingesetzt werden.
  • Bei der Dispersionsfarbe ist es weiterhin wesentlich, dass ein Verdicker eingesetzt wird. Der Verdicker wird mit 01, – 3 Gew. -% eingesetzt. Aus stofflicher Sicht sind bei den Verdickern insbesondere alle bekannten Polycarboxylatverdicker möglich. Beispiele hierfür sind Polycarboxylate, Urethanverdicker, Polysaccharide und Celluloseether.
  • Die Dispersionsfarbe kann selbstverständlich Additive in einer Menge bis zu 5 Gew. -% enthalten. Beispiele für derartige Additive sind Dispergiermittel, Stabilisatoren, Entschäumer, Konservierungsmittel und/oder Hydrophobierungsmittel.
  • Wesentlich ist, dass die Dispersionsfarbe, wie vorstehend beschrieben, ausgezeichnet geeignet ist, um sie mittels eines Spritzverfahrens zu verarbeiten. Die Dispersionsfarbe wird hierbei aus einem Reservoir, bevorzugt aus einem Farbgebinde, über eine Fördereinheit und einer Verbindungsleitung zu einer Airless-Spritzpistole geführt. Wichtig dabei ist, dass der Spritzdruck, der dabei eingestellt wird, 50 – 135 bar, bevorzugt 70 – 70 bar, gemessen an der Airlsess-Spritzpistole, beträgt. Dadurch werden offensichtlich alle charakteristischen Größen, die für eine Zerstäubung wichtig sind, wie Düsendurchmesser d, Lamellendicke l, mittlere Austrittsgeschwindigkeit u, die Viskosität v, sowie die Oberflächenspannung o und die Dichte p günstig beeinflusst. Damit ergeben sich im Schnitt größere Tröpfchen, verglichen mit an und für sich bekannten Airless-Verfahren, sowie sehr hohe Auftragswirkungsgrade bis zu 99%.
  • Vorteilhaft ist es ferner, wenn als Fördereinrichtung eine Membranpumpe eingesetzt wird. Es hat sich weiterhin als günstig erwiesen, wenn die Verbindungsleitung z.B. in Form eines Schlauches, beheizbar ist. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Dispersionsfarbe vom Vorratsbehälter, d.h. von einem Farbgebinde durch die Fördereinheit zum Zerstäuber im Wesentlichen unabhängig von der Umgebungstemperatur geführt werden kann. Günstig ist es hierbei, wenn die Temperatur im Bereich von 27 – 40°C, insbesondere von 30 – 38°C, eingestellt wird. Das Spritzverfahren muß dabei so geführt werden, dass die vorstehend genannten Temperaturen bei der Spritzpistole erreicht werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die überragenden Eigenschaften der Dispersionsfarbe, wie vorstehend erläutert, erhalten bleibt.
  • Überraschend hierbei ist es besonders, dass trotz der beim Spritzen eingesetzten hohen Drücke und der Temperatur die positiven physikalischen Eigenschaften, d.h. insbesondere die hohe Viskosität, im Wesentlichen nicht beeinträchtigt wird.
  • Als weiterhin günstiger Faktor hat es sich erwiesen, wenn die eingesetzte Airless-Spritzpistole mit einer Doppeldüse ausgerüstet ist. Die Anordnung der Ausgestaltung der Doppeldüsen sollte dabei so gewählt sein, dass sich die Spritzstrahlen in Längsrichtung überschneiden. Hierzu sind die Doppeldüsen in Form von zwei in Reihe angeordneten schlitzartigen Düsenöffnungen als besonders günstig anzusehen.
  • Die gemäß der Erfindung ausgebildete Vorrichtung zum Auftragen von Farbe im Spritzverfahren ist nachfolgend anhand eines schematisch dargestellten Ausführungsbeispieles erläutert.
  • Die in der Zeichnung dargestellte und mit 1 bezeichnete Vorrichtung dient zum Auftragen von Dispersionsfarben im Spritzverfahren und besteht im Wesentlichen aus einer Fördereinheit 2, die über eine Verbindungsleitung 6 an einen Vorratsbehälter 5 angeschlossen und der eine Airless-Spritzpistole 4 nachgeschaltet ist. Die Dispersionsfarbe wird hierbei aus dem als Farbgebindeeimer ausgebildeten Vorratsbehälter 5 mittels einer Membranpumpe als Farbfördereinheit angesaugt und von dieser über eine Verbindungsleitung 2 zur Airless-Spritzpistole 4 transportiert, wobei die Verbindungsleitung 3 in Form eines beheizten Schlauches 3' ausgebildet ist.
  • Hierbei ist es wesentlich, dass das Spritzverfahren derart geführt wird, dass ein Spritzdruck, gemessen an der Airless-Spritzpistole 4, von 55 – 135 bar, bevorzugt von 70 – 80 bar, eingestellt wird. Weiterhin ist es wichtig, dass zur Sicherstellung der physikalischen Eigenschaften die Dispersionsfarbe in der Verbindungsleitung 3, d.h. in dem Schlauch 31 so temperiert wird, dass der Viskositätsbereich nicht wesentlich durch den Arbeitsdruck und die Umgebungstemperatur beeinflusst wird. Hierzu ist es erforderlich, eine Temperierung durchzuführen, mit der Maßgabe, dass die Temperatur, gemessen an der Airless-Spritzpistole, im Bereich von 27 – 40°C, besonders bevorzugt im Bereich von 30 – 38°C, liegt. Sofern diese Bedingungen eingehalten werden, ist eine optimale Tropfengrößenbildung erreicht.
  • Wesentlich ist weiterhin, dass die Airless-Spritzpistole 4 über eine Doppeldüse verfügt. Die Doppeldüse ist dabei von der Geometrie und der Anordnung so zu wählen, dass sich Spritzstrahlen in Längsrichtung überschneiden. Als günstig hat es sich hierbei erwiesen, wenn die Doppeldüse in Form von zwei in Reihe angeordneten schlitzartigen Düsenöffnungen ausgebildet ist.
  • Mittels der Vorrichtung 1 ist es möglich, bei Verwendung einer vorstehend gekennzeichneten Dispersionsfarbe die Nebelbildung um bis zu 85% zu reduzieren.

Claims (8)

  1. Vorrichtung (1) zum Auftragen von Farbe im Spritzverfahren, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) aus einer an einem Vorratsbehälter (6) für die Dispersionsfarbe angeschlossenen Fördereinheit (2) und einer dieser nachgeschalteten Airless-Spritzpistole (4) besteht, die über eine Leitung (3) miteinander verbunden sind, und dass die Dispersionsfarbe bei 55 bis 135 bar Spritzdruck, gemessen an der Airless-Spritzpistole (4), versprüht wird.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Spritzdruck 70 bis 80 bar beträgt.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Fördereinheit (2) eine Membranpumpe vorgesehen ist.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Verbindungsleitung (3) zwischen der Fördereinheit (2) und der Airless-Spritzpistole (4) ein temperierbarer Schlauch (3') vorgesehen ist.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur derart gesteuert ist, dass die Dispersionsfarbe an der Airless-Spritzpistole (4) eine Temperatur von 27 bis 40°C, vorzugsweise 30 bis 38°C, aufweist.
  6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Airless-Spritzpistole (4) mit einer Doppeldüse ausgerüstet ist.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Doppeldüse in Form von zwei nebeneinander, bevorzugt in Reihe, angeordneten schlitzartigen Düsenöffnungen ausgebildet wird.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung und Ausgestaltung der Doppeldüsen so gewählt ist, dass sich die Spritzstrahlen in Längsrichtung überschneiden.
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