-
Die Erfindung betrifft einen Wertstoffsammelbehälter nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
-
Die Entsorgung von Abfällen aus
Haushalten, Firmen und öffentlichen
Räumen
erfolgt heute in der Regel über
getrennte Entsorgungskanäle.
Während
Hausmüll
fast ausschließlich über Mülltonnen entsorgt
wird, wobei biologische Abfälle
häufig
getrennt gesammelt werden, werden Wertstoffe in der Regel über in öffentlichen
Räumen
verteilte Sammelbehälter
entsorgt. Meistens sind dazu an Sammelplätzen getrennte Behälter für Papier,
Glas und Kunststoffe vorhanden. Diese Behälter werden regelmäßig von
privaten oder kommunalen Entsorgungsunternehmen entleert.
-
Es ist durchaus wünschenswert, dass Wertstoffe
der verschiedenen Kategorien, wie Glas, Papier oder Kunststoffe
getrennt gesammelt werden. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass
die Getrenntsammlung in vielen Fällen
nicht möglich
oder unwirtschaftlich ist. Beispielsweise ist es nahezu unmöglich, in Parks
oder bei Veranstaltungen im öffentlichen
Raum Besucher wirksam dazu anzuhalten, Reststoffe in getrennte Sammelbehälter einzuwerfen.
In vielen Fällen
ist man daher dazu übergegangen,
einen alle anfallenden Reststoffe aufnehmenden Sammelbehälter aufzustellen
und die Trennung der Wertstoffe erst nach Entleerung durch mechanische
oder manuelle Sortierung vorzunehmen. Die Gesamteffizienz der Entsorgung
ist dabei in vielen Fällen
höher als
bei einer Getrenntsammlung, die gleichwohl häufig eine Nachsortierung mit
entsprechendem Aufwand erfordert.
-
Bei den in Parks oder anderen öffentlichen Einrichtungen
aufgestellten Sammelbehältern
handelt es sich in der Regel um Müllkörbe, die relativ klein sind.
Diese erfordern ein häufiges
Entleeren. Für
die Getrenntsammlung von Wertstoffen sind auch Großbehälter bekannt,
die an die aufzunehmenden Wertstoffe angepasst sind, beispielsweise enthalten
Großbehälter für Glas rundgestaltete
Einwurföffnungen,
während
Großbehälter für Papier
flache Einwurföffnungen
aufweisen. Die Entleerung solcher Großbehälter erfolgt in der Regel dadurch,
dass ein Kranwagen einen solchen Behälter anhebt und nach Verschwenken
des Behälters über einen
Laderaum auf der Unterseite des Behälters angeordnete Klappen öffnet, so
dass der Behälter
in den Laderaum entleert wird.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
einen Wertstoffbehälter,
insbesondere als Großbehälter anzugeben,
der für
Gemischtabfälle
geeignet ist, der einfach und vollständig entleert werden kann und der
einfach handhabbar ist.
-
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch
1 angegebene Erfindung gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in Unteransprüchen angegeben.
-
Die Erfindung geht aus von einem
Wertstoffsammelbehälter,
der als im wesentlichen geschlossener, quader- oder zylinderförmiger Sammelbehälter ausgebildet
ist, der ein oder mehrere Einwurföffnungen im oberen Bereich
aufweist und der bodenseitig wenigstens zwei Entleerungsklappen
enthält. An
der Oberseite des Behälters
sind Kupplungselemente zur Verbindung des Sammelbehälters mit
einer Hubeinrichtung vorgesehen, wobei die bodenseitigen Entleerungsklappen
des Behälters
von der Oberseite des Behälters
her betätigbar
sind.
-
Erfindungsgemäß ist das Betätigungsglied zur
Betätigung
der Entleerungsklappen als eine vertikal gerichtete zentral im Aufnahmebehälter angeordnete
Zugvorrichtung ausgebildet, die unterseitig mit den Entleerungsklappen
verbunden ist und oberseitig mit einer ersten Hubvorrichtung koppelbar
ist, um den Sammelbehälter
mittels der ersten Hubvorrichtung anheben zu können, wobei der Behälter selbst
mit einer zweiten Hubvorrichtung koppelbar ist. Bei Absenken der
ersten Hubvorrichtung in Bezug auf die zweite Hubvorrichtung wird
die Zugvorrichtung entlastet und damit können die Entleerungsklappen
durch das Eigengewicht und den im Sammelbehälter gesammelten Wertstoff
nach unten geöffnet werden.
-
Ein befüllter Sammelbehälter kann
mittels eines Kranwagens angehoben werden, wobei das Anheben an
der Zugvorrichtung erfolgt. Die Zugvorrichtung hält dabei die Entleerungsklappen
geschlossen. Wenn die zweite Zugvorrichtung, die mit dem Kupplungselement
gekoppelt ist, relativ zur ersten Hubvorrichtung angehoben wird,
wird die Zugvorrichtung entlastet und freigegeben, so dass die Haltekraft
an den Entleerungsklappen des freihängenden Sammelbehälters aufgehoben
wird und sich damit die Klappen öffnen,
so dass der Behälter
entleert wird. Wenn danach wieder Kraft auf die Zugvorrichtung gegeben
wird, schließen
die Entleerungsklappen und der Behälter kann wieder an seinem
Abstellort abgestellt werden.
-
Die erfindungsgemäße Ausbildung des Sammelbehälters erlaubt
ein einfaches Aufnehmen und Entleeren des Sammelbehälters, während er
gleichzeitig geeignet ist, unterschiedliche Arten von Wertstoffen
aufzunehmen.
-
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der
Erfindung ist die Zugvorrichtung mehrteilig ausgebildet, wobei ein
erster Teil der Zugvorrichtung Kettenzüge oder Seile enthält , deren
jeweils eines Ende mit einer Entleerungsklappe verbunden ist, und
deren jeweils anderes Ende mit einer in dem Sammelbehälter zentral
geführten
Zugstange verbunden ist. Diese Ausbildung des Sammelbehälters ermöglicht ein
einfaches Erfassen der Zugvorrichtung durch die erste Hubvorrichtung.
Daher kann an der Unterseite der Zugvorrichtung auf Gelenkverbindungen
zum Öffnen
der Klappen verzichtet werden. Dadurch wird auch verhindert, dass
der Öffnungsmechanismus durch
die gesammelten Wertstoffe behindert werden könnte.
-
Zum besseren Schutz der Zugvorrichtung kann
diese in einem Schutzkanal geführt
sein. Dadurch wird einerseits die Betätigung der Entleerungsklappen
erleichtert und andererseits ein Schutz der Zugvorrichtung gegenüber aggressiveren
Wertstoffen, die häufig
feucht und verdreckt sein können,
erreicht.
-
Vorzugsweise besteht das Kupplungselement
aus zwei beidseitig der Zugvorrichtung an der Oberseite des Sammelbehälters angeordneten
Bügeln.
Diese sind vorzugsweise an der Oberseite des Sammelbehälters angeschweißt. Die
Bügel sind
vorzugsweise parallel zur Aufhängung
der Zugvorrichtung ausgerichtet, um den Bügel raumsperrend und konstruktiv
vereinfacht ausbilden zu können.
Es ist auch möglich,
anstelle von zwei Bügeln
der Kupplungselemente lediglich einen Bügel zu verwenden. Durch ungleiche
Lastverteilung im Sammelbehälter erfolgt
das Anheben ohnehin nicht in strenger vertikaler Ausrichtung des
Sammelbehälters,
so dass eine leicht exzentrische Anordnung des Kupplungselements
keine Bedeutung hat, wenn Kupplungselement und Zugvorrichtung relativ
nahe beieinander angeordnet sind.
-
In einer weiteren Ausgestaltung der
Erfindung kann der Sammelbehälter
mehrere Kammern aufweisen, die durch radial angeordnete Trennwände zwischen
Schutzkanal und Außenwand
des Sammelbehälters
gebildet sind. Dabei weist jede Kammer eine eigene Einwurföffnung auf.
Dadurch wird es möglich,
in einem einzigen Sammelbehälter
auch eine Getrenntsammlung durchzuführen, wobei die Entleerung
in einen Ladewagen so erfolgt, dass die einzelnen Kammern in getrennte
Abteilungen des Ladewagens entleert werden.
-
Die Erfindung wird im folgenden anhand
eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es
zeigen:
-
1 eine
Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Sammelbehälters,
-
2 eine
um 90° gedrehte
Seitenansicht eines Sammelbehälters,
und
-
3 eine
vergrößerte Ansicht
eines Teils der Zugvorrichtung.
-
Der in 1 dargestellte
Sammelbehälter
ist als im wesentlichen quaderförmiger
Behälter 1 ausgebildet,
der er an seiner Oberseite vier schräg nach oben gerichtete Seitenflächen enthält. In diesen
Seitenflächen
sind ein oder mehrere Einwurfklappen 5 ausgebildet, die
an ihrer Oberseite gelenkig am Sammelbehälter angeordnet sind und an
ihrer Unterseite mit Verschlusseinrichtungen versehen sind. Der Sammelbehälter ist
auf seinen unterseitigen Klappen 16 und 17 auf
einen Boden 12 abstellbar. Auf der flachen Oberseite des
Behälters
befinden sich als Kupplungselemente zwei seitliche Bügel 2 und 3,
die mit dem Sammelbehälter 1 verschweißt sind.
Zwischen den Bügeln 2 und 3 befindet
sich eine Aufhängung 4,
die an die Oberseite der zentral durch den Behälter geführten Zugvorrichtung angeschweißt ist.
-
Die Zugvorrichtung besteht aus einer
Zugstange 15, die in einem Schutzkanal 6 aufgenommen ist,
der zentral durch den Behälter
geführt
ist. Zur seitlichen Abstützung
des im Querschnitt rechteckigen Schutzkanals 6 ist eine
quer durch den Behälter verlaufende
Verstrebung 7 vorgesehen. Die Zugvorrichtung weist an ihrer
Oberseite einen Anschlag auf, wodurch die Aufhängung 4 im entlasteten
Zustand etwa die gleiche horizontale Stellung wie die Bügel 2 und 3 einnimmt.
Die Zugstange 15 ist insbesondere als I-Träger ausgebildet
und an ihrer Unterseite mit zwei Ketten 8 und 9 verbunden,
deren jeweils andere Enden mit den bodenseitigen Entleerungsklappen 16 und 17 gekoppelt
sind. Die Bodenklappen 16 und 17 sind ihrerseits
an den seitlichen Kanten des Behälters 1 über Gelenke 10 und 11 angelenkt.
-
2 zeigt
den Behälter 1 in
Seitenansicht. Es ist erkennbar, dass die hoch angesetzte Verstrebung 7 sich
quer durch den Behälter 1 erstreckt,
so dass die Befüllung
des Behälters
praktisch nicht eingeschränkt
wird.
-
3 zeigt
eine vergrößerte Ansicht
des unteren Bereichs des Schutzkanals 6. Dieser erweitert sich
im unteren Bereich pyramidenstumpfförmig über einen Kettenkasten 20.
In dem Kettenkasten 20 sind die Ketten 8 und 9 aufgenommen,
die über
Schweißbügel 23 und 24 einerseits
an der Zugstange 15 und andererseits über Schweißbügel 21 und 22 an
den Entleerungsklappen 16 und 17 befestigt sind.
Zur Versteifung der Entleerungsklappen sind umlaufende Rahmen 18 und 19 bzw. 13 und 14 an
der Unterseite des Containers angeordnet.
-
Ein derartiger Sammelbehälter wird
nach dem Aufstellen an einem Sammelort über die Einwurfklappen 5 allmählich gefüllt. Die
Einwurfklappen verhindern einerseits das Entweichen von Gerüchen und
andererseits das Eindringen von Insekten oder größeren Tieren. Wenn eine Zugangskontrolle
gewünscht
ist, können
die Einwurfklappen auch mit Schlössern
versehen sein, die nur von einem Berechtigten geöffnet werden können.
-
Wenn der Sammelbehälter ausreichend
befüllt
ist, wird er in einem Ladewagen entleert. Dazu wird der Behälter mittels
einer ersten Hubvorrichtung, z. B. an einem Kranwagen, an der Aufhängung 4,
die die Oberseite der Zugvorrichtung bildet, aufgenommen. Das Anheben
der Aufhängung 4 führt zum
vertikalen Ausziehen der Zugstange 15 und zur Streckung
der Ketten 8 und 9. Sobald die Ketten 8 und 9 vollständig gespannt
sind, kann die Hubvorrichtung den gesamten Behälter anheben und verschwenkt ihn über den
Laderaum des Transportfahrzeugs. Eine zweite Hubvorrichtung, die
in eine der beiden Bügel 2 und 3 oder
beide Bügel
eingehakt wurde, wird nun relativ zur ersten Zugvorrichtung angehoben,
so dass die Zugvorrichtung entlastet wird. Das Eigengewicht der
Entleerungsklappen 16 und 17 sowie das Gewicht
des eingefüllten
Wertstoffs führen dazu,
dass die Zugvorrichtung nach unten gezogen wird und sich die an
den Gelenken 10 und 11 aufgehängten Klappen öffnen. Dadurch
fällt der
Wertstoff in das Transportfahrzeug. Nach vollständiger Entleerung wird die
erste Hubvorrichtung, die mit der Aufhängung 4 verbunden
ist, wieder angehoben, so dass die zweite Zugvorrichtung nach vollständigem Schließen der
Entleerungsklappen entlastet wird. Der Behälter kann dann wieder an seinen
Aufstellplatz zurückgestellt
werden. Die Entlastung der ersten Hubvorrichtung führt dann
dazu, dass die Zugstange in dem Schutzkanal 6 nach unten
rutscht und damit die Ketten 8 und 9 entlastet.
-
Die Verwendung des Kettenkastens 20 verhindert,
dass die Ketten bei der Befüllung
des Sammelbehälters
mit den eingefüllten
Stoffen in Berührung
treten. Ferner verhindern sie das Verhaken der Ketten sowie das
Anhaften von Wertstoffen an den Ketten.
-
Anstelle einer Kettenverbindung können auch
andere flexible Verbindungen, wie z. B. Drahtseile, verwendet werden.
-
Der Sammelbehälter besteht vorzugsweise aus
einer geschweißten
Stahlkonstruktion mit Wänden
aus Blech. In einer alternativen Ausführungsform können auch
Kunststoffwände
verwendet werden. Der Querschnitt des Sammelbehälters kann nicht nur rechteckförmig sein,
sondern auch kreisförmig
oder andere geeignete Grundrisse definieren. Die verwendete Zugstange
kann auch selbst als Kettenverbindung oder Seilverbindung ausgebildet
sein, wenn an der Oberseite des Behälters sichergestellt ist, dass eine
leichte Ankopplung an eine Hubvorrichtung gewährleistet bleibt und die Zugvorrichtung
ausreichend bemessen ist, das Gesamtgewicht eines gefüllten Behälters aufzunehmen.
-
- 1
- Sammelbehälter
- 2
- Bügel
- 3
- Bügel
- 4
- Aufhängung
- 5
- Einwurfklappe
- 6
- Schutzkanal
- 7
- Verstrebung
- 8
- Kette
- 9
- Kette
- 10
- Gelenk
- 11
- Gelenk
- 12
- Boden
- 13
- Rahmen
- 14
- Rahmen
- 15
- Zugstange
- 16
- Entleerungsklappe
- 17
- Entleerungsklappe
- 18
- Rahmen
- 19
- Rahmen
- 20
- Kettenkasten
- 21–24
- Schweißbügel